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Full text of "Blätter für Aquarien- und Terrarien-Kunde"

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MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY. 



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Rlätter 

für Aquarien- und 
Terrarien - Kunde. 




Illustrierte Wochenschrift für die Interessen 
der Aquarien- und Terrarienliebhaber, o o o 



Herausgegeben von 

Walter Köhler 

Oberlehrer in Magdeburg. 



XVI. Jahrgang. * 1905. 



Mit 2 Tafeln in Tondruck und über 300 Abbildungen 
nach Photographien und Zeichnungen. :: :: :: :: :: 




Magdeburg. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 






Inhalt des XVI. Jahrganges. 

* bedeutet: illustriert. V. = Vereinsbericht. 



1. Reptilien und Amphibien. 

Alytes obstetricans bei Mainz. (Y. „Cyperus") . 200 
^Amphibien- u. Reptilienfang bei Alexandrien. 

Von Dr. E. Bade 204 

Chamaeleone, Pflege der Cb. (V. „Salvinia") . 39 
*Cleminys caspica, Aus dem Leben der. Von 

0. Ritter v. Tomasini 468 

, frißt Piscidin. (V. „Wasserstern") ... 391 

Coluber longissimus in Bayern. (V. „Isis") 331. 472 

— quadrivirgatus von China, frißt Frösche. (V. 

„Salvinia") 180 

*Damonia hamiltoni Gray. Von Dr. P. Krefft . 213 
*Eidechse, Eine neue europäische, Lacerta horväthi 

Mehely. Von Dr. Fr. Knauer 33 

*— , Die E. Dalmatiens. Von Dr. Fr. Werner . 64. 73 

* — , Doppelschwänzige. Von Otto Tofohr .... 234 

Feuersalamander, Der. Von A. Reitz .... 406 
*Feuersalamanderlarve,Eine doppelköpfige. Von 

A. Reitz 410 

*Froschf armen, Amerikanische. Von Hugo Mulertt 81 
Geburtshelferkröte. Die G. beiMainz. (V. ..Cype- 
rus'-) 200 

Hyla yersicolor giftig? Von C. Bilger .... 167 

— — , Über die Giftigkeit von. Von A. Bergmann 129 

*Hylenhäuser, Von Hugo Mußhoff 426 

*Kokoskrabbe, Die K. in der Freiheit und im 

Terrarium. Von Dr. Schnee 185. 193 

Kreuzotter, Die K. im Bett 189 

^Krokodile, Einiges über K., was ich von ihnen 

sah und hörte. Von Dr. med. Schnee . . 1. 14. 21 

*— im Zirkus. Von Dr. P. Krefft 37 

Kröten, Einheimische K. Von A. Reitz . . 224. 237 
*Krötenechse, Etwas von der K. Von Hugo 

Mußhoff 441 

Lacerta dugesi, Zucht von. (V. „Isis") .... 92 
* — ■ h o r v ä thi Mehely, Eine neue europäischeEidechse. 

Von Dr. Fr. Knauer 33 

* — muralis- Gruppe, Skizzen aus dem Leben der 

L. Von Otto Ritter v. Tomasini 206. 215. 221. 235 

— viridis in Bayern. (V. „Isis") 449 

* var. gadovii. Von Otto Tofohr 156 

*Mauereidechse, Genes M. (Lacerta muralis subsp. 

genei Clara). Von Lorenz Müller 113. 121. 134. 144 
Molche, Drei Meter unter der Erde gefunden. (V. 

„Daphnia") 272 

* — , Liebesspiele der M. und Salamander. Von Dr. 

med. Aug. Knoblauch .... 361. 373. 383. 395 
Necturus maculatus Raf., gelungener Akklima- 
tisationsversuch in Deutschland. (V. „Isis") . 172 
Ochsen fr ose h. Musikalisches Empfindungsver- 
mögen eines O. Von Alfred Michow . . . 163 
*Perleidechsen. Von Otto Tofohr .... 505. 515 
Rana agilis in Bayern. (V. „Isis) 450. 472 

— arvalis im Kreise Schwaben und Neuburg. 

(V. „Isis") . . . 359 

— esculenta. Orientierungsvermögen von. (V. 

„Wasserstern") 392 

— fusca im Winter in Brunst. (V. „Isis") . . . 232 
^Reptilien- und Amphibienfang bei Alexan- 
drien. Von Dr. E. Bade 204 

Riesengürtelschweif frißt Eidechsen. (V. „Sal- 
vinia") ... 390 

*Riesensalmander, Der. Von Dr. Hermann Bolau 421 



Riesensalamander, Der. Von Dr. C. Kerbert . 458 

— , Einige Bemerkungen über den R. Von C. Sasaki 103 

Salamandra maculosa in Bayern. (V. „Isis") . 449 

Scheltopusik frißt Eidechsen. (V. „Salvinia"; . 351 

— , Verteidigungswaffe des S. (V. „Salvinia") . . 252 

Schildkröte, Fischende. Von G. B 169 

* — , Von mir selbst gesammelte und importierte S. 

Von Dr. med. Schnee 453. 467. 474. 481 

^Sumpfschildkröten, Die S. der Gattung Chrys- 

emys. Von Dr. P. Kammerer 101 

*— , Miihlenbergs S. Von Dr. P. Krefft 247 

Süßwasserschildkröten, Besuchen S. das Meer? 

Von Dr. Schnee 417 

— . Besuchen S. das Meer? Von Dr. Fr. Werner . 440 

*— , Pflege der S. Von Dr. W. Klingelhöffer . . 116 

*Stachelfinger, Der syrische S. Von Dr. P. Krefft 273 
*Steppenwaran, Der westafrikan. St. (Varanus 

exanthematicus). Von Lorenz Müller . . 266. 274 
*Varanus exanthematicus, Der westafrikan. 

Steppenwaran. Von Lorenz Müller . . . 266. 274 

Vipera aspis im südlichen Schwarzwald. (V „Isis") 490 

— b er us. in seichtem Wasser gefunden. (V. „Isis") 60 
*Wüstenreptilien, Ein kleines Warmhaus für W. 

und seine Bewohner. Von Otto Tofohr 364. 376. 385 
Zauneidechse (var. erythronata) bei Passau. (V. 

„Isis") 450 

Zonurus giganteus frißt Eidechsen. (V. „Sal- 
vinia") 390 



2. Fische. 

*Aal, Vom Liebesleben des A. Von E. Scupin 306. 318 
Aalraupe (Lota vulgaris), Begattungsakt der A. 

(V. „Salvinia") 240. 351 

*Acerina cernua L. (Der Kaulbarsch). Von Dr. P. 

Kammerer 344 

* — schraetser L. (Der Schrätzer). Von Dr. P. 

Kammerer 353. 368 

— frißt Regenwürmer. (V. „Isis") 250 

Anabas scandens vermag 8 Stunden auf dem 

Trocknen zu leben (V. „Salvinia") 379 

Arrhenoidie bei Girardinus caudimaculatus (V. 

„Wasserstern") 249. 330 

— , Über. Von Dr. Zimmermann 270 

*Badis badis. Von Dr. E. Bade 201 

Barbe, Eine neue B. aus Indien. Von Hans Stüve 146 

*— Unsere. Von W. Köhler 488 

"Barben, Über. A"on A. Michow 46. 54 

*Barbus chola, Von Dr. E. Bade 201 

* — nov. spec. aus Indien. Von Dr. E. Bade . 217 

— pyrrhopterus. Etwas über Haltung und Zucht 

von B. p. Von F. AVestphal 285 

— — oder B. conchonius? Von W. Köhler . . . 402 

— ticto, Haltung und Zucht von B. t. im Aqua- 

rium. Von F. Westphal 214 

— vittatus. Von W. Köhler 404 

*Barscharten, Beiträge zur Biologie und Ver- 
breitung der 3 seltenen B. des Donaugebietes. 
Von H. Labonte . . .443. 456. 463. 475 485. 493 

Bastarde zwischen Geophagus brasiliensis und G. 

gymnogenys. (V. „Wasserrose") 19 

— — lebendgebärenden Zahnkarpfen. (V. „Wasser- 

rose") 30 



IV 



Inkalts-Verzeichnis. 



Bastardierung, Zu den Versuchen über B. der 

lebendgeb. Zahnkarpfen (V. „Nympliaea alba") 111 

Blasenkrankheit bei Trichogaster lalius (V. 

„Hertha") 350 

Blei, Der B. (Abramis brama). Von Dr. E.Bade 269 

Blenniusarten, Unverträglichkeit der B. im See- 
wasseraquarium (V. „Lotus") 92 

Blennius vulgaris aus dem Garda-See, im Aqua- 
rium gehalten (V. „Isis") 450 

Chanchito. Laichgeschäft des Ch. (V. „Nymphaea 

alba") ' 300 

Cichlasoma nigrof asciatum, Laichgeschäft (V. 

„Wasserrose") 360 

Ctenops vittatus, auch die Weibchen knurren 

(V. f. volkst. Naturk.) 380 

— — Geschlechtsunterschiede (V. „Nymphaea alba") 300 

*Danio rerio. Von Dr. E. Bade . . 188 

Diamantbarsch, Eigentümliches Gebaren des D. 

(„Nymphaea alba") 291 

*D onaubarsche. Von Dr. P. Kammerer 321. 333. 

344. 353. 368 
Ellritze, Kann man bei derE. von einem Hochzeits- 
kleide sprechen? Von A. Buschkiel 431 

Färbung, Verschiedene F. von Makropodenlaich. 

(V. v Heros") 260. 319 

Fisch, "Über die Zählebigkeit eines F 98 

Fische, Musikalische F 25 

— , Über den Geschmackssinn der F 242 

— , Wie orientieren sich F. gegen die strömende 

Umgebung? Von Dr. Fr. Knau-er 156 

Gambusia affinis fressen ihre Jungen (V.„ Wasser- 
stern", „Heros") 451. 479 

— — , Unverträglichkeit gegen andere Fische. (V. 

„Wasserstern") 451 

Gir ardin us caudimaculatus mit doppelter Rück- 

gratverkrümmung (V. „Hertha") 79 

Grünfutter und Mollienisia. Von E.Herold. 209 
* Güster, Die G. (Blicca björkna). Von Dr. E. 

Bade • 316 

Haifische, Vertilgung der H 219 

:;: Hecht, Unser. Von Dr. E. Bade 147 

Hippocampus antiquorum, s. Seepferdchen. 
Hundsfisch, Eiablage im Aquarium. (V. „Heros") 332 

*Jenynsia lineata. Von Dr. E. Bade 223 

, Fortpflanzung 280 

, — (V. „Nymphaea alba") 471 

*Importe, Neue I. in Wort und Bild. Von Dr. 

E. Bade 168. 173. 188. 201. 217. 223 

Jungfische, Haltung bei flachem Wasserstand (V. 

„Wasserrose") 91 

Karpfen, Deutsche K. in Japan 48 

*Karpfenfische, Vier einheimische K., ihre Ein- 
gewöhnung und Pflege. Von Dr. E. Bade 268. 

279. 286. 316 
Kärpflinge, Einfluß der Wassertemperatur auf 

den Geburtsakt der K. (V. „Wasserrose") ... 91 
— , im Seewasseraquarium, beschädigen Röhren- 

würmer (V. „Wasserstern") 320 

— , Kreuzungsversuche zwischen lebendgebärenden K. 

Von Johs. Thumm 344 

'"Kaulbarsch, Der K. (Acerina cernua). Von Dr. 

P. Kammerer 379 

Kletterfische halten 8 Stunden im Trocknen aus. 

(V. „Salvinia") 379 

Kranke Fische, Klinik für k. F 38 

Labyrinthfische, Zum Nestbau der L. (V. 

„Wasserrose") .... • 380 

Lachs, Der L. im Amur 24 

Lepidocephalichthys guntea. Von W. Köhler 415 
Lota vulgaris, Begattungsakt. (V. „Salvinia 1 ') 240. 351 
Makropoden, Unempfindlichkeit der M. gegen 

niedere Temperaturen. Von W. Köhler .... 439 
—Laich hat verschiedene Färbung. (V. „Heros") 260. 319 
Mesogonistius chaetodon, s. Scheibenbarsch. 
Mollienisia, Grünfutter und M. Von E. Herold 209 

— latipinna erträgt hohe Temperaturen. (V.- Nym- 

phaea alba") 300 

*Nandus marmoratus. Von Dr. E. Bade . . . 173 
*Neotroplus carpintis. Von W. Köhler . . . 394 
Nomenklaturfragen. Von W. Köhler . . . 402. 415 



Nuria danrica, Die Haltung und Zucht von N. 

Von F. Westphal 153 

*Ophiocephalus spec. ? ... • 137 

*Osphromenus trichopterus var. cantoris. 

Von W. Köhler 501 

*Panzerwels, Doppelte Regeneration eines Bart- 
fadens bei einem P. Von Dr. Willi. Roth . . 408 

Paratilapia multicolor-Männchen als Brut- 
pfleger. (V. „Nymphaea alba") 471 

*Pej-ca fluviatilis (Der Rohrbarsch). Von Dr. 

P. Kammerer 321. 333 

Poeciiiamexicana, Wurf von überwiegend Männ- 
chen. (V. „Triton") • .... 471 

— , vivipara (P. amazona?), Fortpflanzung. (V. 

Wasserrose") 91 

Polyacanthus cupanus, seine Haltung und Zucht. 

'Von F. Westphal 106 

Regenbogenforelle. Kampf zwischen R. und 

Stichling. (V. „Heros") 260 

*Rivulus e leg ans. Von Dr. E. Bade 5 

— , — , Laichgeschäft. (V. „Wasserrose") 19 

*Rohrbarsch, Der R. (Perca fluviatilis). Von Dr. 

P. Kammerer 321. 333 

— , Laichgeschäft des R. im Aquarium. (V. „Wasser- 
rose") 380 

Scheibenbarsch, Unempfindlichkeit des S. (V. 

„Wasserrose", „Nymphaea alba") 19. 179 

"''Schleierschwanz, Die Schwanz- und After- 
flossen des Schi. Von Dr. E. Bade. 74. 86. 96. 105 

Schleierschwänze fressen andere kleine Fische. 

(V. „Heros") 12 

— , Schleimwucherungen bei S. (V. „Nymphaea 

alba") • 291. 300 

*Sehrätzer, Der S. (Acerina schraetser). Von 

Dr. P. Kammerer 353. 368 

Schwimmblasenerkrankung von Jungfischen. 

(V. „Wasserrose") 91 

Seenadel, Laichgeschäft im Aquarium. (V. 

„Wasserrose" 512 

Seepferdchen, Laichgeschäft im Aquarium. (V. 

„Wasserrose") 512 

— , Geburtsakt im Aquarium. (V. „Wasserrose") . 19 

Süßwasserfische, Amerikanische Volksnamen 

der S. Von 0. Brüning 61 

Vererbung von Rückgratverkrümmung bei Girar- 

dinus. (V. „Hertha") 392 

*Welse, Über W. Von A. Michow 9 

Zahnkärpf linge. Rationelles Füttern der Z. Von 

A. Michow 107 

*Zährte, Die Z. (Abramis vimba.) Von Dr. E. 

Bade 286 

*Zoppe, Die Z. (Abramis ballerus). Von Dr. E. 

Bade 279 

Zucht exotischer Fische im geheizten Freiland- 

becken. (V. „Salvinia") 378 

3. Wirbellose Tiere. 

Aktinien, Lichtempfindlichkeit der A. Von K. 

Frisch 133 

— , Regenerationsfähigkeit der A. (V. Wasserstern") 452 
Ampullaria gigas. Verein „Iris" Frankfurt a. M. 27 

, Von Dr. Ziegeler. . . . , 27 

* — — , Spix, Über Laichgeschäft und Geschlechts- 
unterschiede bei A. Von W. Köhler . . 438. 442 

— — Spix, kann 4 Wochen ohne Wasser leben. 

(V. „Wasserstern") 452 

Anemonia sulcata, hält sich nicht in kalkhal- 
tigem Wasser. (V. „Lotus") 379 

Bachläufer (Velia currens) zur Vertilgung von 

Blattläusen. (V. „Wasserrose") 360 

— (Velia currens). Zucht des ß. im Aquarium. (V. 

„Wasserrose") 360 

Blattläuse auf Schwimmpflanzen, Beseitigung. (V. 

„Salvinia", „Wasserstern") 389. 451 

— auf Sumpfpflanzen. Beseitigung. (T. „Triton") . 251 
Blutläuse im Terrarium, ihre Bekämpfung (V. „Isis") 260 
Bryozoen im geheizten Aquarium. (V. „Vallis- 

neria") 51 

Büschelmücke. Die Entwicklung der B. im 

Aquarium. (V. „Heros") 139 



Inhalts- Verzeichnis. 



T 



Calyculina (Häubchenmuschel) im Steinsee. (V. 

„Isis") 360 

*Corethra-Larve. Die C. Von K. Poenicke 428. 433 

. Zum Artikel C. Von K. Poenicke .... 458 

Cyclops der Fischbrut gefährlich? (V. f. volkst. 

Naturk.) 372 

Cypris (Muschelkrebse) überfallen junge Gtenops. 

(V. „Wasserstern")' 391 

Daphnien gehen an Futtermangel ein. (V. „Heros") 479 
— . zur Klärung getrübten Aquarienwassers. (V. 

„Wasserstern") ~ 340 

— , Transport ohne Wasser. (V. „Wasserstern") . 340 

— , Zucht von D. (V. „Wasserstern") 340 

*Dipterenlarven, Neotenie bei D.? Von Köhler 416 

Dyticus latissimus im Ammersee. (V. „Isis") . 400 

Ephemeridae. Von A. Czepa 314 

Ektoparasitäre Saugwürmer, Tötung der e. IS. 

mit Ammoniak 42 

Flußkrebs, Entwicklung des F. im Aquarium. (V. 

„Nyrnpkaea alba") 179 

Garneele, Zählebigkeit einer G. (V. „"Wasserstern") 451 
trarneelen, Seewasser - G. fressen Algen. (V. 

„Wasserstern") 339 

Gyrodactylusfrage, Zur G. Von Dr. W. R. . . 109 

Hydro charis caraboides L. Von Aug. Reuter 202 

*Hydroidpolypen 137 

^Infusorien. Aus dem Reiche der I. Von E. 

Herold 261. 276. 287 

— , Erzeugung durch Fleisch. (V. „Hertha") . 220. 339 
*Kokoskrabbe, Die K. in der Freiheit und im 

Terrarium. Von Dr. med. Schnee .... 185. 193 

Krake. Kampf zwischen Taucher und K 179 

Krebs, Die Entwicklung des Fluß-K. im Aquarium 

(V. „Nymphaea alba") 179 

Landschnecken der Mittelmeerzone. Von W. 

Köhler .499 

*Leptodora hyalina. Von E. Scupin . . . 348. 356 

*Libelluliden. Von E. Scupin 508. 513 

Limnadia hermanni bei Starnberg und Pocking. 

(V. „Isis") 471 

Milben dem Fischlaich gefährlich. (V. „Nvmphaea 

alba".) 300 

— , im Mehlwurmsatze. Von B 219 

Napf Schnecken, Die N. der normannischen Inseln. 

Von W. Schuster 88 

*Neotenie bei Dipterenlarven? Von Köhler . . 416 
Paludina vivipara, 4 Monate lebendig ohne 

Wasser. (V. „Wasserstern") 452 

Physa acuta im Freisinger Moor. (V. „Isis") . . 331 
Plumatella repens im geheizten Aquarium. (V. 

„Vallisneria") 51 

Polypenvertilgung durch Wärme. (V. „Wasser- 
rose") 19 

— durch Soda. (V. „Salvinia") 240 

Posthornschnecke. Die rote P. Von F. von 

K.ttlitz . . . 204 

— , Nochmals die rote P. Von Hans Welke . . . 270 
Regenwurm er, Aufstöbern durch Quillavaaufguß 

(V. „Triton") ' .... 460 

Regenwurmzucht (V. „Nyinphaea alba") .... 178 

Ringelkrebse im Aquarium. Von A. Czepa . . 175 
*Saugwürmer im Maule einer Ringelnatter. Von 

Dr. med. Schnee 329 

Schalendefekte bei Süßwasserschnecken (Frage- 
kasten) 478 

(V. „Iris") 491 

Schnecken im Zuchtaquarium (V. „Hertha") . . 311 
— , Widerstandsfähigkeit gegen Trocknis (V. „Wasser- 
stern") 452 

*Süßwasserbryozoen, Einiges über S. Von E. 

Scupin 382. 411 

Süßwassergarn eelen, Fortpflanzung im Aquarium 

(V. „Triton") 231. 459 

Süßwassermollusken, DieLand- und S. Münchens. 

Von H. Honigmann 499 

Süßwasserpolyp, Vertilgung durch Wärme (V. 

„Wasserrose") 19 

— . Vertilgung durch Soda (V. „Salvinia") .... 240 
Süßwasserschnecken, Fütterung von S. etc. 

(Fragekasten) 478 

*Süßwasserschwämme, Die S. Von Köhler . 488 



Teichmuschel, Fortpflanzung im Aquarium. (V. 

„Salvinia") 140 

Telphusa fluviatilis, regeneriert bei der Häutung 
verloren gegangene Gliedmaßen (V. „Wasser- 
rose") 390 

Tubifex rivulorum als Fischfutter (V. „Lotus") 99 

, GHrardinus als Vertilger vom T. (V. „Nymphaea 

alba") ' 179 

Velia currens (Bachläufer), vertilgt Blattläuse 

(V. „Wasserrose") 360 

— — (ßachläufer), Fortpflanzung im Aquarium (V. 

Wasserrose") 360 

Vorticellen auf Hüpferlingen (V. Vallisneria") . 100 

4. Pflanzen. 

* Agram, Sumpf- und Wasserpflanzenkulturen des 

botanischen Gartens zu A. Von C. Auer . . 401 
Algen, -Vertilgung durch Kupfer (V. „Lotus") . 92 
— , im undurchlüfteten Seewasseraquarium (V. „Was- 
serstern") 340 

* — , Süßwasser-A. Von Dr. E. Bade 7 

*— , Meeres-A. Von Dr. H. Einfeldt 281. 295. 308. 314 
— , — , Kultur von M. im Aquarium (V. „Lotus") . 432 
Ambulia heterophylla. Von Hans Welke . . 280 
Anpassungsfähigkeit der Süßwasserflora an See- 
wasser (V. „Lotus'.') 432 

Aponogetonarteu, Über neue A. Von H.Baum 136 
Aponogeton distachyus, Kultur in unbesetzten 

Aquarien (V. „Heros") 20 

*— fenestralis. Von H 388 

Cabomba aquatica winterhart! (V. „Wasserstern") 451 

*Cyperus flabelliformis. Von B 210 

*Fadenalgen. Von K. 499 

*Hydrocharitaceen. Von A. Reitz . . . 188. 196 
Laichkraut, krausblättriges L. im Aquarium (V. 

„Wasserstern") 330 

*Meeresalgen. Von Dr. H. Einfeldt 281. 295. 308. 314 
— , Kultur von M. im Aquarium (V. „Lotus") . . 432 
*Myriophyllum heterophyllum (?) Von F. H. 499 
Pflanzen im Seewasseraquarium (V. „Lotus") 160 212. 

432 

* Pflanzenkulturen im Freiland- und Gewächs- 

hausbassin. Von G. Niemand 438 

*Pinguieula vulgaris. Von Karl Stoffel . . . 229 
*Pontederia c o er ulea, Eine Riesenpflanze. Von 

S. Müllegger 93 

Sagittaria chilensis. Von A. Reitz 4 

Saprolegnien. Beseitigung von S. durch Dunkel- 
stellen (V. „Heros") 20 

*Seerosen, Die besten S. für Freilandbassins und 

Aquarien. Von H. Baum 180 

Sumpfpflanzen, Das Nachpflanzen von S. im ein- 
gerichteten Aquarium. Von B 48 

*Sumpfpflanzenaquarium. Von Dr. E. Bade . 239 

* Süßwaseralgen. Von Dr. E. Bade 7 

Süßwasserflora, Anpassung an Seewasser (V. 

„Lotus") . . , 432 

Tannenwedel, Der T., eine schöne Aquarien- 
pflanze im Winter. Von E. Holzfuß .... 53 
Trianaea bogoteusis, Überwinterung von T. 

(V. „Iris") 491 

* Wasserminze, Die W. im Sumpfaquarium. Von 

A. Troschütz 69 

Wassernuß, Kultur im Aquarium (V. „Nymphaea 

alba") 179 

* Wasserpflanzen, Einiges über neuere W. Von 

H. Baum 241. 255 

* — , Neue, neuere und seltenere W. Von A. Reitz 

341. 355. 367. 
— , Präparation der W. in Formol (V. „Heros") . 150 

5. Hilfsmittel. 

* Aquarien heiz ung. Von Johs. Peter . . . 293. 304 

Aquarienkitt (V. ..Wasserstern") 391 

'"Aquarium, Gegenstände fürs A. zur Selbstanferti- 
gung. Von E. Maaz 218 

*Ebbe- und Flutregler, Ein selbsttätiger E. 

Von C. Schlegelmilch 66 

F i s c h b a d e w a n n e . Über die F. Von Dr. W. Roth 148 



VI 



Inhalts- Verzeichnis. 



Gips zur Klärung trübgewordenen Seewassers (V. 

„Heros") 90 

* Glasaquarien, Eine Flamme — zwei G. Von 

Fr. Rohde 177 

*Heizung,Die Triumph-Aquarien- und Terrarien-H. 

Von Dr. E. Bade 41 

Injektionsdurchlüftung für Seewasserbecken 

(Fragekasten) 388 

— mit schwimmendem Durchlüfter (V. „Salvinia") 58 

Kitt für Aquarien (V. „Wasserstern") 391 

Kupfersalze zur Algenvernichtung (V. ..Lotus") 92 
Regenwurmzucht (V. Nymphaea alba") .... 178 
*Schei~benreiniger . Ein neuer S. Von Dr. W. 

Roth 16 

*Schlamm- uud Schmutzheber. Von Johs. 

Peter . 329 

Soda zur Vertilgung des Süßwasserpolypen (V. ..Sal- 
vinia") .... 240 

*Terrarienheizung. Von Hugo Mußhoff . . . 248 
— . Zum Kapitel der T. Von Dr. P. Krefft 164. 174. 183 
*Torf. Der T. in der Terrarienpraxis. Von Dr. 

P. Krefft 346, 357 

* Zentralheizung. Eine Z. für Aquarien. Von 

P. Brandt . . 284 

* Zimmerwarmvivarium. Mein Z. Von Otto 

Ritter v. Tomasini 316. 324. 334 



6. Verschiedenes. 

* Agram, Sumpf- und Wasserpflanzenkulturen des 

botanischen Gartens zu A. Von C. Auer . . 401 
^Amphibien- und Reptilienfang bei Alexan- 

drien. Von Dr. E. Bade 204 

* Amsterdam. Das Aquarium zu A. Von A. 

Buschkiel 413. 430 

* Aquarien. Dekorative Bepflanzung unserer A. 

Von P. Heinze 161 

Aquarienkunde, Die A.- und Terrarienkunde in 

ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. Von 

Dr. P. Kammerer 83. 94. 

'"'Aquarium. Das A. zu Amsterdam. Von A. 

Buschkiel 413. 430 

* — , Das A. auf Gezira. Von Dr. E. Bade ... 154 
* — , Das A. auf Helgoland. Von Dr. Hermann 

Einfeldt ' 125 

"""Aufzeichnungen eines Aquarienliebhabers. Von 

O. Hamann ■ . . 327. 337 

* Ausland. Pflege der Liebhaberei im A. 401.413.430.461 
Ausstellung, Die internationale botanische A. in 

Wien. Von Dr. P. Kammerer 256 

— des Vereins „Wasserstern" zu Augsburg 1904. 

Von K. Lankes 26 

— . Eindrücke von der III. A. des Vereins „Vallis- 

neria" zu Magdeburg. Von Köhler 369 

— , Jubiläums-A. des Vereins „Nymphaeaalba-'-Herlin. 

Von H. Christopher . 348 

Bahnen, Neue! Von R. Rembold 77 

B a l k u lf a u n a 38 

Blutfütterung, Zur Frage des B. Von .1. 

Grimmer 280 

Bodengrund, Der B. in seinen Beziehungen zur 

Pflanzen- u. Tierwelt. Von E. Prestele . . . 278 
Conradshöhe, Ein Besuch in C. Von E. Herold . 517 

Entartung. Von G. Schwieder 36 

Fang, Ein seltener F 259 

"'Fischfang in der Umgebung von Kairo. Von 

Dr. E. Bade . . .' 141 

* Fr an kr eich, Die Aquarien- und Terrarienlieb- 

haberei in F. Von R. Flurschütz 461 

*Froschfarmen, Amerikanische. Von Hugo 

Mulertt 81 

■'Helgoland, Das Aquarium auf Helgoland. Von 

Dr. Hermann Einfeldt 125 

'"Liebhaberei, Einiges über die Pflege unserer 

L. im Ausland 401. 413. 430. 461 

Mariout. Eine Exkursion nach M. Von A d. Andres 22 
*Meeresstrand, Einige Bemerkungen über die 

Fauna des M. Von Dr. Hermann Bolau ... 6 
Misz eilen aus dem Amsterdamer und Londoner 

Zoo. Von W. Schuster 169 



Museum, Mein Besuch im naturwissenschaftl. M. zu 

Magdeburg. Von E. Diewitz 146 

Nomenklaturfragen. Von W. Köhler . . 402. 415 
Pfingstausflug, Mein P. 1905. Von Dr. P. 

Kammerer 288. 297. 303 

*Reptilien- und Amphibienfang bei Alexan- 

drien. Von Dr. E. Bade 204 

Richtigstellung. Von W. Köhler 118 

*Sammeltour, Eine S. im Lande der Pyramiden. 

Von Dr. E. Bade 141.' 154. 204. 226 

Wassertemperaturen in den Tropen 13 

* Wassertiere, Fang der W. bei Alexandrien. Von 

Dr. E. Bade 226 



7. Kleine Mitteilungen. 

Die I. Ausstellung von Aquarien und Terrarien des 

Vereins „Wasserstern" in Augsburg 1904 ... 26 

Ampullaria gigas 27 

Ampullaria gigas 27 

Krokodile im Zirkus 37 

Eine Klinik für kranke Fische 38 

Deutsche Karpfen in Japan 48 

Das Nachpflanzen von Sumpfpflanzen im eingerichteten 

Aquarium 48 

Die Ausstellung des Vereins „Salvinia" zu Hamburg 

vom 3.-5. Dezember 1904 68 

Über Zählebigkeit eines Fisches 98 

Ein Terrarium im japanischen Stile 109 

Äußerungen freundlicher Anerkennung usw 109 

Über die Giftigkeit von Hyla versicolor 129 

Hydroi'dpolypen 137 

Ophioeephalus spec. ? 137 

Über die Fischbadewanne 148 

Kampf zwischen Taucher und Kraken 158 

Miszellen aus dem Amsterdamer u. Londoner Zoo. . 169 

Fischende Schildkröte 169 

Die Kreuzotter im Bett 189 

Zu dem Aufsätze „Das Aquarium auf Helgoland" . 199 

Plötzlicher Farbenwechsel eines Goldfisches .... 199 

Cyperus fla bei lifo rmis 210 

Milben im Mehlwurmsatze 219 

Vertilgung von Haifischen 219 

Sumpfpflanzen-Aquarium 239 

Ein Fall von Arrhenoidie bei Girardinus caudimacu- 

latus 249 

Ein seltener Fang ■ 259 

Nochmals die rote Posthornschnecke 270 

Über Arrhenoidie 270 

Ambulia heterophylla 280 

Zur Frage der Blutfütterung 280 

Jenynsia lineata 280 

Saugwürmer im Maule einer Ringelnatter .... 329 

Schlamm- oder Schmutzheber 329 

Die Jubiläumsausstellung der „Nymphaea alba" zu 

Berlin 348 

Eindrücke von der 3. Ausstellung des Vereins ,, Vallis- 

neria" zu Magdeburg 369 

Aponogeton fenestralis 388 

Eine zweiköpfige Feuersalamanderlarve 410 

Einiges über Süßwasserbryozoen 410 

Neotenie bei Dipterenlarven 416 

Besuchen Süßwasserschildkröten das Meer? .... 417 
Kanu man bei der Ellritze von einem Hochzeitskleide 

sprechen? 431 

LTnempfindlichkeit der Makropoden gegen niedere 

. Temperaturen 439 

Besuchen Süßwasserschildkröteu das Meer? .... 440 

Pflanzenkulturen im Freiland- und Gewächshausbassin 458 

Berichtiguug zum Aufsatze: „Die Corethra-Larve" . 458 

Der Riesensalamander 458 

Aus dem Leben der Clemmys caspica 468 

L T nsere Barbe 488 

Die Süßwasserschwämme 488 

Fadenalgen 499 

Myriophyllum heterophyllum (?) 499 

Zur gefl. Beachtung! 499 

..Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoolog. Gesell- 
schaft 1905 No. 4 499 



Inhalts- Verzeichnis. 



VII 



8. Bücher- u. Zeitscüriftenschau. 

France, R., Sinnesleben der Pflanzen 149 

Meyers großes Konversationslexikon .... 149. BIO 

Aus der Natur 158.211.418.470 

Hübner, A., Fischwirtschaft 210 

Haberland, S. Prof. Dr., Die Sinnesorgane der 

Pflanzen 210 

Borchgrevink, Carsten, Das Festland am Südpol 210 
Dippel, Leop., Prof. Dr., Diatomeen der Rhein- 
Mainebene 210 

Fellner, Gustav. Der Angelsport 210 

Engel, Th. D. und Schlenker Karl. Die Pflanze, 

ihr Bau und ihr Lebensverhältnis 230 

Bölsche, Wilhelm. Der Stammbaum der Tiere . . 230 

Frech, F., Aus der Vorzeit der Erde 230 

Jacobi, Arnold, Prof. Dr., Tiergeographie . . . 230 
Eckstein, Karl, Prof. Dr.. Fischerei u. Fischzucht 231 
Kuckuck, P., Dr.. Der Straudwan derer . . . . . 271 
Klett, Rieh., Prof. Dr., Unsere Haustiere .... 271 
Robert. Rudolf, Prof. Dr.. Über Giftfische und Fisch- 
gifte . . . ' 271 

Günther, Konrad, Dr., Der Darwinismus und die 

Probleme des Lebens 271 

May, Walther, Dr.. Die Ansichten über die Ent- 
stehung der Lebewesen 290 

Tümler. B.. Schutzmasken und Schutzfarben in der 

Tierwelt 310 

Apstein. Dr. C, Tierleben der Hochsee 350 

Beiart, Hans, Ernst Häckels Naturphilosophie . . 350 

Die Umschau 388. 509 

Natur und Haus 389 

Der Zoologische Garten 389.470 

Sitzungsberichte des „Lotos" 418 

Osterreichische Fischereizeitung 418 

Körner. Prof. Dr., Können die Fische hören? . . 448 

Kearton, C. u. R, Tierlebeu in freier Natur . . 478 

Meerwarth. Photographische Naturs Studien . . 500 



Kiesling, Anleitung zum Photosraphieren frei- 
lebender Tiere 500 

Wasmann, E.. Instinkt und Intelligenz im Tierreich 509 

Natur und Kultur 509 

9. Vereinsnachrichten. 



und Terrarien- 

79. 152. 159. 220. 

412. 460. 480. 511. 

59. 92. 110. 178. 



69. 98. 112. 130. 138. 151. 
299. 411. 458. 489. 
51. 81. 99. 132. 140. 172. 



Augsburg: „Iris" 52. 460. 491. 520. 
Berlin: „Verein der Aquarien- 
freunde" 20. 31. 
Berlin: „Hertha" 20. 30. 59. 72. 

240. 272. 280. 311. 339. 350. 392. 
Berlin: „Nymphaea alba" 38. 50. 

29Q 300. 411. 420. 470. 
Berlin^Triton- 28. 59. 

170. 199. 212. 231. 251. 
Berlin-Moabit: „Elodea 

220. 251. 472. 
Dresden: „Wasserrose" 18. 30.51. 90. 291. 360.371. 

380. 390. 492. 511. 
Frankfurt a. M.: „Iris" 52. 
Halle a. S. : „Daphnia" 220. 
Hamburg: „Humboldt" 29 

211. 272. 310. 520. 
Hamburg: „Salvinia" 28. 39. o 

350. :J78. 389. 472. 
Hamburg: „Verein für volkstümliche 

künde" 352. 372. 380. 412. 
Magdeburg: „Vallisneria" 51. 100. 
Mainz: „Cvperus" 200. 
München:" „Isis" 10. 18. 31. 49. 60. 71. 79 

112. 120. 131. 139. 152. 159. 172. 190. 219. 

260. 311. 319. 330. 359. 377. 400. 418. 

471. 490. 

„Heros" 12. 19. 70. 90. 120. 130. 138. 149 

158. 259. 319. 331. 450. 479. 
Wien: „Lotus" 12. 52. 92. 99. 160. 212. 379. 432. 
Verbau dstas': 340. 



460. 491. 
252. 272. 
38. 118. 



520. 
292. 
132. 



372. 
139. 



171. 



252. 



, 240. 
Natur 



. 92. 100. 
231. 249. 
440. 449. 



Nürnb erg: 



H^9^=^°44®^l-- 



Register. 

* bedeutet: illustriert. V. = Vereinsbericht. 



A. 

Aal, Vom Liebesleben des A. Von E. Scupin 306. 318 
Aalraupe (Lota vulgaris), Begattungsakt der A. 

(V. „Salvinia,,) 240. 351 

*Acerina cernua L. (der Kaulbarsch.). Von Dr. 

P. Kämmerer 344 

*Acerina schraetser L. (der Schrätzer). Von Dr. 

P. Kammerer 353. 368 

Acerina schraetser, frißt Regenwürmer. (V. ,.Isis) 250 
*Agram, Sumpf- und Wasserpflanzenkulturen des 

botanischen Gartens zu A. Von C. Auer . . 401 
Aktinien, Lichtempfindlichkeit der A. Von K. Frisch 133 
Aktinien, Regenerationsfähigkeit der A. (V. „Wasser- 
stern 1 ') 452 

*Algen, Meeres-A. Von Dr. H. Einfeldt 281. 295. 308. 

314 
Algen, Meeres-A., Kultur vom M. im Aquarium 

(V. „Lotus,,) • 132 

Algenvertilgung durch Kupfer. (V. ..Lotus") ... 92 
Algen im undurchlüfteten Seewasseraquarium. (V. 

„"Wasserstern,,) • . 340 

* Algen, Süßwasseralgen. Von Dr. E. Bade ... 7 
Alytes obstetricans bei Mainz. (V. „Cyperus") . . 200 
Ambulia heterophylla. Von Hans Welke .... 280 
Amphibien- und Reptilienfang bei Alexandrien. Von 

Dr. E. Bade .... 204 

Ampullaria gigas, V. „Iris "-Frankfurt a. M. . . . 27 

Ampullaria gigas. Von Dr. Ziegeler 27 

'"Ampullaria gigas Spix, Über Laichgeschäft und Ge- 
schlechtsunterschiede bei A. g. Von W. Köhler 

438. 442 
Ampullaria gigas, kann 4 Wochen ohne Wasser 

leben. (V. „Wasserstern"; 452 

Amsterdam, Das Aquarium zu A. Von A. Buschkiel 

413. 430 
Anabas scandens vermag 8 Stunden auf dem Trockenen 

zu leben. (V. „Salvinia") 379 

Anemonia sulcata hält sich nicht in kalkhaltigem 

Wasser. (V. „Lotus") . . . . ■ 379 

Anpassungsfähigkeit der Süßwasserflora an Seewasser 

(V. „Lotus") 432 

Aponogeton-Arten, Über neue A. Von H. Baum . 136 
Aponogeton distachyus. Kultur in unbesetzten Aqua- 
rien. (V. „Heros") ' . . 20 

*Aponogeton fenestralis. Von H. Baum 388 

* Aquarien Dekorative Bepflanzung' unserer A. Von 

P. Heinze 161 

*Aquarienkeizung. Von Johs. Peter 293. 304 

Aquarienkitt. (V. „Wasserstern") 391 

Aquarien- und Terrarienkunde, Die A. und T. in 
ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. Von 
Dr. P. Kammerer 83. 94 

* Aquarium, Gegenstände fürsA. zur Selbstanfertigung'. 

Von E. Maaz 218 

*Aquarium, Das A. auf Gezira. Von Dr. E. Bade 154 
"Aquarium, Das A. auf Helgoland. Von Dr. Hermann 

Einfeldt • 199 

Arrheno'idie bei Girardinus caudimaculatus. (V. 

„Wasserstern") 330 

Arrheno'idie, ein Fall von A. bei Girardinus caudi- 
maculatus 249 

Arrheno'idie, über A. Von Dr. Zimmermann . . . 270 

* Aufzeichnungen eines Aquarienliebhabers. Von 

O. Hamann 327, 337 



* Ausland, Pflege der Liebhaberei im A. Von C. Auer, 

A. Buschkiel, R. Flurschütz 430, 461 

Ausstellung, Die internationale botanische A. in 

Wien. Von Dr. P. Kammerer 256 

Ausstellung des Vereins „Wasserstern" zu Augsburg 

1904. Von K. Lankes 26 

Ausstellung, Eindrücke von der III. A. d. „Vallis- 

neria"-Magdeburg. Von Köhler 369 

Ausstellung, Jubiläums-A. d. „Nymphaea alba"- 

ßerlin. Von H. Christopher 348 

B. 

Bachläufer (Velia currens) zur Vertilgung von Blatt- 
läusen. (V. „Wassorrose") 360 

Bachläufer (Velia currens), Zucht des B. (V. „Wasser- 
rose") 360 

*Badis badis. Von Dr. E. Bade 201 

Bahnen, Neue ! Von R. Rembold 77 

Baikalfauna 38 

Barbe, Eine neue B. aus Idien. Von Hans Stüve . 146 

— , Unsere. B. Von W. Köhler 488 

*Barben, Über B. Von Alfred Michow .... 46. 54 

Barbus chola. Von Dr. E. Bade 201 

Barbus nov. spec. aus Indien. Von Dr. E. Bade . 217 
— , pyrrhopterus. Etwas über Haltung und Zucht 

von B. p. Von F. Westphal ■ . 285 

— , pyrrhopterus oder B. conchonius? Von W.Köhler 402 
— . ticto, Haltung und Zucht von B. t. im Aquarium. 

Von F. Westphal 214 

— , vittatus (Day) Günther 404 

* Barscharten, Beiträge zur Verbreitung und Biologie 

der 3 seltenen Barscharten Aspro streber, v. Sieb., 

A. Zingel (B.) und Acerina schraetser (B.) des 

Donaugebietes. Von H. Labonte 443. 456. 463. 

475. 485. 493. 
Bastarde zwischen Geophagus brasiliensis und gymno- 

genys. (V. „Wasserrose") 19 

Bastarde zwischen lebendgebärenden Zahnkarpfen. 

(V. „Wasserrose") • 30 

Bastardierung, Zu den Versuchen über B. der 

lebendgebärenden Zahnkarpfen. (V. „Nymphaea 

alba") 111 

Blasenkrankheit bei Trichogaster lalius Day. (V. 

„Hertha") 350 

Blattläuse auf Schwimmpilanzen, Beseitigung. (V. 

„Salvinia 1 , „Wasserstern") 389. 451 

Blattläuse. Vernichtung der Bl. auf Sumpfpflanzen 

(V. „Triton") 251 

Blei, Der B. (Abramis brama). Von Dr. E. Bade 269 
Blenniusarten, Unverträglichkeit der B. (V. „Lotus") 92 
Blennius vulgaris aus dem Garciasee, im Aquarium 

gehalten. (V. „Isis") 450 

Blutfütterung. Zur Frage der Bl. Von J. Grimmer 280 
Blutläuse in Terrarien, ihre Bekämpfung. (V. „Isis") 260 
Bodengrund. Der B. in seinen Beziehungen zur 

Pflanzen- und Tierwelt. Von E. Prestele ... 278 
Bryozoen im geheizten Aquarium. (V. „Vallisneria") 51 
Büschelmücke, Die Entwicklung der B. im Aquarium. 

(V. „Heros") 139 

c. 

Cabomba aquatica winterhart! (V. „Wassersteru") 451 
Calyculina(fiäubchenmuschel) im Steinsee. (A". „Isis") 360 



Register. 



IX 



Chamaeleone, Pflege der Oh. (V. „Salvinia") ... 39 
Chanchito, Laichgeschäft des Ch. (V. „Nymphaea 

alba") ' 300 

Cichlasoma nigrofasciatum, Laichgeschäft. (V. 

„Wasserrose") 360 

*Clemmys caspica, Aus dem Leben der Cl. Von 

ü. Ritter von Tomasini 468 

, frißt Piscidin. (V. „Wasserstern") 391 

Coluber longissimus in Bayern. (V. „Isis") . . 331. 472 
Ooluber quadrivirgatus aus China, frißt Frösche. 

(V. „Salvinia") '. 180 

Conradshöhe, Ein Besuch in C. Von E. Herold. . 517 
*Corethra-Larve, Die C. Von K. Poenicke . . 428. 433 

, Zum Artikel: C. Von K. Poenicke .... 458 

Ctenops vittatus, auch die Weibchen knurren. (V. f. 

volkst. Naturk.) 380 

— — , Gesehlechtsunterschiede. (V. „Nymphaea 

alba") 300 

Cyclops, der Fischbrut gefährlich? (V. f. volkst. 

Naturk.) 372 

*Cyperus flabelliformis. Von B 210 

Cypris (Muschelkrebse) überfallen junge Ctenops. 

(V. „Wasserstern") 391 

D. 

*Damonia hamiltoni Gray. Von Dr. P. Krefft . . . 213 

*Danio rerio. Von Dr. E. Bade 188 

Daphnien, gehen an Futtermangel, nicht an Sauer- 
stoffmangel ein. (V. „Heros") 479 

— , Zur Klärung getrübten Aquarienwassers. (V. 

„Wasserstern") 340 

— , Transport ohne Wasser. (V. „AVasserstern") . . 340 

— , Zucht von D. (V. „Wasserstern") 340 

Diamantbarsch, Eigentümliches Gebaren des D. 

(V. „Nymphaea alba") 291 

*Dipterenlarven, Neotenie bei D.? Von Köhler. . 416 
*Donaubarsche. Von Dr. P. Kammerer 

321. 333. 344. 353. 368 
Durchlüftung im Seewasseraquarium hindert den 

Algenwuchs. (V. „Wasserstern") 340 

Dyticus latissimus im Ammersee. (V. „Isis") . . . 400 



E. 

*Ebbe- und Flutregler, Ein selbsttätiger. Von 

C. Schlegelmilch 66 

*Eidechsen,DieE.Dalmatiens. Von Dr. Fr. Werner 64. 73. 

* — , Doppelschwänzige. Von Otto Tofobr .... 234 

^Eidechse, Eine neue europäische (Lacerta horväthi 

Mehely). Von Dr. Fr. Knauer 33 

Ektoparasitäre Saugwürmer, Ammoniak als Tötungs- 
mittel e. S. bei Fischen 42 

Ellritze, Kann man bei der E. von einem Hochzeits- 
kleide sprechen? Von A. Buschkiel 431 

Entartung. Von G. Schwieder 36 

Ephemeridae. Von A. Czepa 314 

F. 

*Fadenalgen. Von K 499 

Fang, Ein seltener F. 259 

Färbung. Verschiedene F. von Makropodenlaich. 

(V. „Heros") 260. 319 

Feuersalamander, Der F. Von A. Reitz 406 

* — , Eine zweiköpfige F.-Larve. Von A. Reitz . . 410 

Fisch, Über die Zählebigkeit eines F 98 

Fischbadewanne, Über die F. Von Dr. W. Roth . 148 

Fische, Musikalische F 25 

— , Über den Geschmackssinn der F 242 

— , Wie orientieren sich die F. gegen die strömende 

Umgebung? Von Dr. Fr. Knauer 156 

*Fischfang in der Umgebung von Kairo. Von Dr. E. 

Bade 141 

Fischzucht im geheizten Freilandbassin. (V. „Sal- 
vinia") 378 

Flußkrebs, Entwicklung des F. im Aquarium. (V. 

„Nymphaea alba") 179 

*Flutregler, Ein selbsttätiger Ebbe- und F. Von 

C. Schlegelmilch 66 



*Fraukreich, Die Aquarien- und Terrarienliebhaberei 

in F. Von Rud. Flurschütz 461 

*Froschf armen. Amerikanische F. Von Hugo Mulertt 81 

G. 

Gambusia affinis fressen ihre Jungen. (V. „Wasser- 
stern") 451 

(V. „Heros") 479 

— — , Unverträglichkeit gegen andere Fische. (V. 

„Wasserstern") 451 

Garneele, Zählebigkeit einer G. (V. „Wasserstern") 451 

— , Seewasser-G. fressen Algen. (V. „Wasserstern") 339 

Geburtshelferkröte bei Mainz. (V. „Cyperus) . . . 200 
Gips zur Klärung trübe gewordenen Seewassers. 

(V. „Heros") 90 

Girardinus caudimaculatus mit doppelter Rückgrat- 
verkrümmung. (V. „Hertha") 79 

*Glasaquarien, Eine Flamme — zwei G. Von Fr. 

Rohde 177 

Grünfutter und Mollienisia. Von E. Herold .... 209 

*Güster, Die G. (Blicca björkna). Von Dr. E Bade 316 

Gyrodactylusfrage, Zur G. Von Dr. W. R. . . . . 109 

H. 

Haifische. Vertilgung der H 219 

*Hecht, Unser H. Von Dr. E. Bade 147 

*Heizung, Die Triumph-Aquarien- und Terrarien-H. 

Von D. E. Bade 41 

*Helgoland, Das Aquarium auf H. Von Dr. Her- 
mann Einfeldt 125 

Hippocampus antiquorum. (V. „Wasserrose".) s. See- 
pferdchen. 

Hundsfisch, Eiablage im Aquarium. (V. „Heros") 332 

Hydrocharis caraboides L. Von Aug. Reuter . . . 202 

*Hydrocharitaceen. Von A. Reitz 188. 196 

*Hydroidpolypen 137 

Hyla versicolor, giftig? Von C. Bilger 167 

— — , Über die Giftigkeit von H. Von A. Bergmann 129 
*Hylenhäuser. A T on Hugo Mußhoff 426 

J- 

*Jenynsia lineata. Von Dr. E. Bade 223 

. Fortpflanzung 280 

— — , — (V. „Nymphaea alba") 471 

'"Importe, Neue Importe in Wort und Bild. Von 

Dr. E. Bade 168. 173. 188. 201. 217. 223 

*Infusorien. Aus dem Reiche der Infusorien. Von 

E. Herold 261. 276. 287 

* — , Erzeugung von Infusorien durch Fleisch. (V. 

„Hertha") 220. 339 

Injektionsdurchlüftung für Seewasserbecken. (Frage- 
kasten) 388 

— mit schwimmendem Durchlüfter. (V. „Salvinia") . 58 
Jungfische, Haltung bei flachem Wasserstand. (V. 

„Wasserrose") 91 

K. 

Karpfen, Deutsche K. in Japan 48 

*Karpfeufische, Vier einheimische K., ihre Eingewöh- 
nung und Pflege. Von Dr. E. Bade . 268. 279. 286. 316 
Kärpflinge, Einfluß der Wassertemperatur auf den 

Geburtsakt der K. (V. „Wasserrose") .... 91 

— im Seewasseraquarium, beschädigen Röhren- 

würmer. (V. „AVasserstern") 320 

— , Kreuzungsversuche zwischen lebendgebärenden 

K. Von Johs. Thumm 44 

^Kaulbarsch, Der Kaulbarsch (Acerina cernua). A r on 

Dr. P. Kammerer 344 

Kaulquappen als Futter für Seetiere. (Y. „Wasser- 
stern") 340 

Kitt für Aquarien. (V. „Wasserstern") 391 

Kletterfische halten lange im Trocknen aus. (V. 

„Salvinia") 379 

*Kokoskrabbe, Die K. in der Freiheit und im Ter- 
rarium. A r on Dr. med. Schnee 185. 193 

Krake, Kampf zwischen Taucher und K 158 

Kranke Fische, Klinik für kranke F 38 



X 



Registei 



Krebs, Entwicklung des Flußkrebses im Aquarium. 

(V. „Nymphaea alba") 179 

Kreuzotter, Die K. im Bett 189 

*Krokodile, Einiges über K., was ick von ihnen sah 

und hörte. Von Dr. med. Schnee . . . . 1. 14. 21 

*- im Zirkus. Von Dr. 0. Krefft 37 

Kröten, Einheimische K. Von A. Reitz . . 224. 237 
*Krötenechse, Etwas von der K. Von Hugo Mußhoff 441 
Kupfersalze zur Algenvernichtung. (V. „Lotus") . 92 

L. 

Labyrinthfische, Zum Nestbau der L. (V. „Wasser- 
rose") 380 

Lacerta dugesi, Zucht von L. (V. „Isis") .... 92 
*Lacerta horväthi Mehely, eine neue europäische 

Eidechse. Von Dr. Er. Knauer 33 

"Lacerta muralis-Gruppe, Skizzen aus dem Leben 

der L. Von Otto Ritter von Tomasini .... 206 

215. 221. 235 

Lacerta viridis in Bayern. (V. „Isis") 449 

* — — , var. gadovii. Von Otto Tofohr 156 

Lachs, Der L. im Amur 24 

Laichkraut, krausblätteriges, im Aquarium. (V. 

„Wasserstern") 330 

Landschnecken der Mittelmeerzone. Von W. Köhler 499 
*Laubfrosch, Der karolinische L. Von Dr. P. Krefft 301 
Lepidocephalichthys guntea. Von W. Köhler . . . 415 

*Leptodora hyalina. Von E. Scupin 348. 356 

♦Libelluliden. Von E. Scupin 508. 513 

*Liebhaberei. Einiges über die Pflege unserer L. im 

Ausland 401. 413. 430. 461 

Limnadia hermauni bei Starnberg und Pocking. 

(V „Iris") 471 

Lota vulgaris, Begattungsakt. (V. „Salvinia.") . 240. 351 

M. 

Makropoden, Unempfindlichkeit der M. gegen niedere 

Temperaturen. Von Köhler 439 

Makropodenlaich, Verschiedene Färbung von M. (V. 

„Heros") 260. 319 

Mariout, Eine Exkursion nach M. Von Ad. Anders 22 
*Mauereidechse, Genes M. (Lacerta muralis subsp. 

genei Cara). Von Lorenz Müller . 113. 121. 134. 144 
*Meeresalgen. Von Dr. H. Einfeldt . 281. 295. 308. 314 
— , Kultur von M. im Aquarium. (V. „Lotus") . . 432 
*Meeresstrand, Einige Bemerkungen über die Fauna 

des M. Von Dr. Hermann Bolau 6 

Mesogouistius chaetodon, s. Scheibenbarsch .... 19 
Milben, dem Fischlaich gefährlich. (V. „Nymphaea 

alba") 300 

Milben im Mehlwurmsatze. Von B. 219 

Miszellen aus dem Amsterdamer und Londoner Zoo. 

Von W. Schuster 169 

*Molche, Liebesspiele der M. und Salamander. Von 

Dr. med. August Knoblauch . . 361. 373. 383. 395 
Molche, drei Meter unter der Erde gefunden. (V. 

„Daphnia") 272 

Mollienisia, Grünfutter und M. Von E. Herold . . 209 
— latipinna, erträgt hohe Temperaturen. (V. „Nym- 
phaea alba") 300 

Museum, Mein Besuch im naturwissenschaftl. M. zu 

Magdeburg. Von D. Diewitz 146 

*Myriophyllum heterophyllum (?). Von F. H. . . . 499 

N. 

Nachrichtsblatt d. Deutsch. Malakozool. Gesellschaft 

1905, Nr. 4. Von H. Honigmann 499 

*Nandus marmoratus. Von Dr. E. Bade 173 

Napfschnecken, Die N. der normannischen Inseln. 

Von W. Schuster 88 

Necturus maculatus Raf., gelungener Akklimations- 

versuch in Deutschland. (V. „Isis") 172 

*Neotenie bei Dipterenlarven? Von Köhler . . . 416 

*Neotroplus carpintis. Von W. Köhler 394 

Nomenklaturfragen. Von W. Köhler 402. 415 

Nuria danrica, Die Haltung und Zucht von N. Von 

F. Westphal . . . . , 153 

„Nymphaea alba", Die Jubiläumsausstellung d. „N. a." 

zu Berlin. Von H. Christopher 348 



o. 

Ochsenfrosch, Musikalisches Empfindungsvermögen 

eines O. Von A. Michow 163 

*Ophiocephalus species? 137 

*Osphromenus trichopterus var. cantoris. Von W. 

Köhler 501 

P. 

Paludina vivipara, 4 Monate lebendig ohne Wasser. 

(V. „Wasserstern") 452 

*Panzerwels, Doppelte Regeneration eines Bartfadens 

bei einem P. Von Dr. Wilh. Roth 408 

Paratilapia multicolor-Männchen als Brutpfleger. 

(V. „Nymphaea alba") 471 

*Perca fluviatilis (Der Rohrbarsch). Von Dr. P. 

Kammerer 321. 333 

*Perleidechsen. Von Otto Tofohr 505. 515 

Pfingstausflug, Mein P. 1905. Von Dr. P. Kammerer 

288. 297. 303 

Pflanzen im Seewasseraquarium. (V. „Lotus") . . . 160 

212. 432 

*Pflanzenkulturen im Freiland- und Gewächshaus- 
bassin. Von G. Niemand 458 

Physa acuta im Freisinger Moor. (V. „Isis") . . . 331 

*Pinguieula vulgaris. Von Karl Soffel 229 

Plumatella repens im geheizten Aquarium. (V. „Val- 

lisneria") 51 

Pockenkrankheit, Heilung der P. bei Schlangen. 

(V. „Isis") 419 

Poecilia mexicana, Wurf von überwiegend Männ- 
chen. (V. „Triton") 471 

— vivipara (Poecilia amazona?), Fortpflanzung. (V. 

..Wasserrose'') 91 

Polyacanthus cupanus, seine Haltung und Zucht. 

Von F. Westphal 106 

Polypenvertilgung durch Wärme. (V. ,. Wasserrose") 19 

Soda. (V. ..Salvinia") 240 

*Pontederia coerulea, eine Riesenpflanze. Von S. 

Müllegger 93 

Posthornschnecke, Die rote P. Von F. v. Kittlitz 204 

— , Nochmals die rote P. Von Hans Welke . . . 270 

R. 

Rana agilis in Bayern. (V. „Isis") 450. 472 

— arvalis im Kreise Schwaben und Neuburg. 

(V. „Isis") 359 

— esculenta, Orientierungsvermögen von R. e. 

(V. „Wasserstern") ■ 392 

— fusca in Brunst bereits im Winter. (V. „Isis") . 232 
Regenbogenforelle. Kampf zwischen R. und Stichling. 

(V. „Heros") 260 

Regenwürmer, Aufstöbern durch Quillayaaufguß. 

(V. „Triton") 460 

Regenwurmzucht. (V. „Nymphaea alba") 178 

*Reptilien und Amphibienfang bei Alexandrien. 

Von Dr. E. Bade 204 

Richtigstellung. Von W. Köhler 118 

Riesengürtelschweif, Der R. frißt Eidechsen. (V. 

„Salvinia") 390 

*Riesenpflanze, Eine R. (Pontederia coerulea). Von 

S. Müllegger 93 

*Riesensalamander. Der. Von Dr. Hermann Bolau. 421 

— , Der. Von Dr. C. Kerbert .458 

— , Einige Bemerkungen über den R. Von O. Sasaki 103 

Ringelkrebse im Aquarium. Von A. Czepa .... 175 

*Rivulus elegaus. Von D. E. Bade 5 

Laichgeschäft. (V. „Wasserrose") 10 

*Rohrbarsch, Der R. (Perca fluviatilis). Von Dr. 

Paul Kammerer 321. 333 

— , Laichgeschäft des R. im Aquarium. (V. „Wasser- 

380 



rose 



Sagittaria chilensis. Von A. Reitz • ■ 4 

Salamandra maculosa in Bayern. (V. „Isis") . . . 449 
*Sammeltour, Eine S. im Lande der Pyramiden. Von 

Dr. E. Bade 141. 154. 204. 226 



Register. 



XI 



Saprolegnien, Beseitigung von S. durch Dunkel- 
steilen. (V „H eros ") 

*Saugwürmer im Maule einer Ringelnatter. Von 
Dr. med. Schnee 

Schalendefekte bei Süßwasserschnecken. (V. ..Isis") 

— — , (Fragekasten) 

Scheibenbarsch, Unempfindlichkeit des S. (V. 
„Wasserrose") 

— , (V. „Nymphaea alba") 

*Scheibenreiniger, Ein neuer S. Von Dr. med. Roth 

Scheltopusik frißt Eidechsen. (V. „Salvinia") . . . 

— . (Pseudopus apus), Verteidigungswaffe des S. (V. 
„Salvinia") 

Schildkröte, fischende S. Von G. B 

"'Schildkröten, Von mir selbst gesammelte und im- 
portierte S. Von Dr. med. Schnee 453. 467. 474. 

*Sc-hlauim- und Schmutzleber. Von Johs. Peter . 

^Schleierschwanz, Die Schwanz- und Afterflossendes 
S. Von Dr. E. Bade 74. 86. 96. 

Schleierschwänze fressen andere kleine Tiere. (V. 
„Heros") 

— , Schleimwucherungen bei S. (V. „Nvmphaea 
alba") '. . 291. 

Schnecken im Zuchtaquarium. (V. ..Hertha") . . . 

— , "Widerstandsfähigkeit gegen Trocknis. ( V. 
„Wasserstern") 

Schrätzer, Der S. (Acerina schraetser). Von Dr. 
P. Kammerer 353. 

Schwimmblasenerkrankung von Jungfischen. (V. 
„Wasserrose") 

Seenadel, Laichgeschäft im Aquarium beobachtet 
(V. „Wasserrose") 

Seepferdchen, Laichgeschäft im Aquarium beobachtet 
(V. „Wasserrose") 

— , Geburtsakt im Aquarium beobachtet. (V. 
„Wasserrose") 

*Seerosen, Die besten S. für Ereilandbassins und 
Aquarien. Von H. Baum 

Seewasseraquarien, Pflanzenkultur in S. (V. „Lo- 
tus") 160. 212. 

Seewasser, Klärung durch Gipszusatz. (V. „Heros") 

Soda zur Vertilgung des Süßwasserpolypen. (V. 
„Salvinia") 

Sumpfpflanzen, Das Nachpflanzen von S. im ein- 
gerichteten Aquarium. Von B 

*Sumpfpflanzenaquarium. Von Dr. E. Bade . . . 

*Sumpl'schildkröten, Die S. der Gattung Chrysemys. 
Von Dr. P. Kammerer 

*Sumpf Schildkröte. Mühlenbergs S. Von Dr. P. 
Krefft • 

*Süßwasseralgen. Von Dr. E. Bade 

Süßwasserbryozoen, Einiges über S. VonE.Scupin 382. 

Süßwasserfische, Amerikanische Volksnamen des S. 
Von C. Brüning 

Süßwasserflora, Anpassung an Seewasser. (V. 
„Lotus") 

Süßwassergarneelen, Fortpflanzung im Aquarium. 
(V. „Triton") 231. 

Süßwassermollusken, Land- und Süßwasserraollusken 
Münchens. Von Honigmann 

Süßwasserpolyp, Vertilgung des S. durch Wärme. 
(V. „Wasserrose") 

— , Vertilgung durch Soda. (V. „Salvinia - ') . . . 

SüßwasserschildkröteD. Besuchen S. das Meer? Von 
Dr. med. Schnee 

— , Besuchen S. das Meer? Von Dr. Frz. Werner 

* — , Pflege der S. Von Dr. Klingelhöffer .... 

Süßwasserschnecken, Fütterung von S. usw. (Frage- 
kasten) , 

*Süßwasserschwämme, Die S. Von W. Köhler . . 

*Stachelfinger. der syrische St. Von Dr. P. Krefft 

*Steppenwaran, der westafrikanische St. Von Lorenz 
Müller 266. 



20 

329 
491 

478 

19 

179 

16 

351 

252 
169 

-181 
329 

105 

12 

300 
311 



452 
368 

91 
512 
512 

19 

181 

432 
90 

240 

48 
239 

101 

247 

7 
411 

61 

432 

459 

489 

19 
240 

417 
440 
116 

478 
488 
273 

274 



T. 

Tannenwedel, Der T., eine schöne Aquariumpflanze 

im Winter. Von E. Holzfuß 53 

Teichmuschel, Fortpflanzung im Aquarium. (V. 

„Salvinia") 140 

Telphusa fluviatilis regeneriert bei der Häutung- 
verloren gegangene Gliedmaßen. (V. „Wasser- 
rose") 390 

*Terrarienheizung. Von Hugo Mußhoff 248 

*— , Zum Kapitel der T. Von Dr. P. Krefft 164. 174. 183 
Terrarienpraxis, Aus meiner T. Von Hugo Mußhoff 397 
*Torf, Der T. in der Terrarienpraxis. Von Dr. 

P. Krefft 346. 357 

Trapa natans im Aquarium. (V. Nymphaea alba") 179 
Trianaea bogotensis. Überwinterung. (V. „Iris") . 491 
Tubifex rivulorum als Fischfutter. (V. „Lotus") . 99 
— — , Girardinus als Vertilger von T. (V. „Nym- 

phaea alba") 179 



V. 

..Vallisneria", Eindrücke von der HI. Ausstellung 

des „V." -Magdeburg. Von Köhler 369 

*Varanus exanthematicus, Der westafrikan. Steppen- 
waran. Von Lorenz Müller 266. 274 

Velia currens (Bachläufer) vertilgt Blattläuse. (V. 

„Wasserrose") . . . . • . . . • . . • . . . 360 

, Fortpflanzung im Aquarium. (V. „Wasser- 
rose") 360 

Vererbung von Rückgratsverkrümmung bei Girar- 
dinus. (V. ..Hertha") • ... 392 

Verpilzung, Heilung durch Dunkelstellung des 

Beckens. (V. „Heros") 20 

Vipera aspis im südlichen Schwarzwald. (V. „Isis") 490 

Vipera berus in seichtem Wasser gefunden. (V. „Isis") 60 

Vorticellen auf Hüpferlingen. (V. ..Vallisneria") . 100 



w. 

:;: Wasserminze, Die W. im Sumpf aquari um. Von 

A. Troschütz 69 

Wassernuß, Kultur im Aquarium. (V. „Nymphaea 

alba") "... 179 

'■'Wasserpflanzen. Einiges über neuere W. Von H. 

Baum 241. 255 

* — , Neue, neuere und seltenere W. Von A. Reitz 341 

355. 367 

— , Präparation der W. in Formol. (V. ..Heros") . 150 

Wassertemperaturen in den Tropen 13 

*Wassertiere, Fang der W bei Alexandrien. Von 

Dr. E. Bade 226 

* Welse, Über W. Von A. Michow 9 

:;: Wüstenreptilien, Ein kleines Warmhaus für W. 

Von Otto Tofohr 364. 376. 385 



z. 

Zahnkärpflinge. Rationelles Füttern der Z. Von 

A. Michow 107 

*Zährte, Die Z. (Abramis vimba). Von Dr. E. Bade 286 

Zauneidechse (var. erythronota) bei Passau. (V. ..Isis") 450 

^Zentralheizung, Eine Z. für Aquarien. Von P. Braudt 284 
*Zimmerwarmvivarium, Mein Z. Von Otto Ritter 

v. Tomasini 316. 324. 333 

Zonurus giganteus. frißt Eidechsen. (V. ..Salvinia") 390 

*Zoppe, Die Z. (Abramis ballerus). Von Dr. E. Bade 279 

Zuchtaquarien. Schnecken in Z. (V. ..Hertha") . . 311 
Zucht exotischer Fische im geheizten Freilandbecken. 

(V. „Salvinia) 378 



XII 



Zur geneigten Beachtung. — Tafelverzeichnis. 



Zur geneigten Beachtung! 

Von der erstmalig im Rahmen des Registers berücksichtigten Vereinsarbeit konnte des beschränkten 
Raumes wegen nur das aufgeführt werden, was entweder eine Bestätigung früherer Erfahrungen, oder eine Ab- 
weichung von früheren Erfahrungen darstellt; in ersterem Falle geschah die Aufnahme nur dann, wenn die frühere 
Erfahrung der Bestätigung wirklich bedurfte, oder aber der Gegenstand von allgemeinem Interesse war. Außerdem 
konnten nur neue Beobachtungen verzeichnet werden. Der Herausgeber. 




Tafelverzeichnis. 

Tafel 1. Süßwasseralgen. Originalmikrophotographien für die „Blätter". Gegenüber dem Titel. 
Tafel 2. Westafrikanischer Steppenwaran. Originalzeichnung für die 

„Blätter" von Lorenz Müller-Mainz. Gegenüber Seite 2f>8. 




Heft 1. 



5. Januar 1905. 



Jahrgang X"VI. 




INHALT 

Einiges über Krokodile, was 
iuh von ihnen sah u. hörte. 

Sagittaria chüensis. 

ßivulns elegans Steind. 

Einige Beruerkaägen über die 
Fauna des Meeresstrandes. 

Süßwasser-Algen. 

Über Welse. 



Vereinsnachrichten : 
München, Nürnberg, Wien. 



Als Beilage : Tondrucktafel 
,, Süßwasser- Algen" . 



TERRARIEN 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljäh rlichxMk. 2. — . 

Jährlich 52 Hefte'Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




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MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

Breiteweg 156. 



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| Annahme von Anzeigen iu der Creutz'echen | 
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Inserate müssen bis spätestens Sonntag früh in 

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wird mit 20 Pfg. berechnet. | 

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Verein für Aquarien^ und Terrarienkunde zu Berlin. 

Eingetragener Verein. 



14. ordentliche Sitzung 

am Freitag, den 6. Januar 1905, abends pünktlich 8 x /a Uhr, 

im Vereinslokal Eestaurant Oscar Oertler N.W. 6, Karlstr. 27, part. 

Tages -Ordnung: 

1. Verlesung des Protokolls der letzten ordentlichen Sitzung. 

2. Aufnahmen, Anmeldungen, Abmeldungen, Wohnungsveränderungen. 

Es stellen Antrag zur Aufnahme als außerordentliches Mitglied: 

Herr Hans Mohr, Handelskammerbeamter, — Troppau, Bismarckstr. 51. 
„ Grottfried Schwarzer, Privatbeamter, — ■ Mähr. Ostrau, Eerstle 

i. Annahaus. 
Herr Hugo von Trautvetter, Kaufmann, — Berlin N.W. 21, 

Dreysestr. 

Es scheidet aus nach § 66 d der Satzungen: 
Herr Alfred Dominicus, Bonn a. Rhein. 

3. Geschäftliches. 

4. Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei, u. a. : 

Vortrag des Herrn Michow mit Demonstration über alle hier bekannten 
Ohromiden (Paratilapia), 

Oichlasoma nigrofasciatum, 
Heros fasciatus, 
Geophagus brasiliensis, 

„ gymnogenys, 

Ohromis multicolor, 
„ niloticus, 
„ tristrami. 

5. Vorzeigung interessanter Tiere, Pflanzen, Hilfsmittel usw. 

6. Eragekasten. 

7. Versteigerungen. 

8 a. Zu kaufen gesucht. 

b. Zu verkaufen. 

c. Tauschangebote. 



Unsern verehrlichen Mitgliedern die Mitteilung, daß ihnen vom 

Januar 1905 an anstatt der „Wochenschrift" die „Blätter" 

gratis zugehen werden. 



In den Sitzungen ist lebendes Fischfutter käuflich zu haben. Transport- 
gefäße sind mitzubringen oder in den Sitzungen leihweise zu haben. 



Gäste willkommen! 



Der Vorstand. I. A.: 

E. Diewitz, H. Vorsitzender, Berlin N.W. 40, Heidestraße 33. 

E. Gehre, I. Schriftführer, Berlin N. 4, Invalidenstraße 23. 



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Jahrgang XVI. 
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(Nachdruck verboten.) 



Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 

Ein im ,.Triton" gehaltener Vortrag von Dr. med. Schnee. (Mit 6 Originalphotographieu.) 




eine Herren! Die Reptilienliebhaber 
| unter Ihnen werden bereits Krokodile, 
insbesondere den seit langem im Handel befind- 
lichen nordamerikanischen Alligator gehalten 
haben. Sie werden somit aus Erfahrung wissen, 
wie sich dieses Geschöpf (Abbildung 1) in der 
Gefangenschaft benimmt. Auch andere Arten, 
von denen die folgenden Photographien einige 
darstellen, sind in neuerer Zeit in die Behälter 
der Liebhaber gelangt und fanden eifrige Pfleger 
und gewissenhafte Beobachter. Nachrichten 
über das Gefangenleben dieser Tiere sind heut- 



zutage deshalb nicht mehr selten. Ich möchte 
an dieser Stelle darauf aber nicht weiter ein- 
gehen, sondern beabsichtige Ihnen vielmehr 
darüber zu berichten, was ich während meiner 
Wanderjahre, die mich mehrfach mit diesen 
ungeschlachten Geschöpfen haben zusammen- 
treffen lassen, von ihnen gesehen und von 
glaubwürdigen Leuten gehört habe. Ich werde 
im folgenden versuchen, recht und schlecht 
Selbsterlebtes und Fremdes, Neues und Altes 
über die Riesen der heutigen Kriechtierwelt 
mitzuteilen. 




Originalaufiiahme nach dem Leben 
für die „Blätter". 



Hechtalligator (Alligator mississipiensis Daud.). 
Besitzer: J. Reichelt, Berlin X. 



2 Dr. med. Schnee: Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 

Es war im Staate Louisiana, als ich eines endlich war ich an eine Stelle gelangt, wo eine 
Morgens frühzeitig zu einer kleinen Exkursion lange Kette tiefer, sich weit hinziehender 
in die Sümpfe am Ufer des Mississippi aufbrach, Tümpel, die Überreste eines zur Eegenzeit 
um mich dort etwas umzusehen und ins Spezielle jedenfalls bedeutenden Flußarmes jedes weitere 
der Kriechtierwelt des Landes meine Aufmerk- Vordringen unmöglich machte. Das Ufer war 
samkeit zu widmen. Mächtige Wälder der dort etwa 2 — 3 m hoch und fiel auf meiner 
Sumpfcypresse (Taxodium distichum), deren Seite steil nach dem tiefschwarzen Wasser ab. 
nächste Verwandte in früheren Erdperioden die Ein ziemlich dichtes, stellenweise unterbrochenes 
Steinkohlen bildeten, bedecken einen großen Gebüsch umgab das Gewässer und ließ es durch 
Teil der Uferstrecken. Vom Schilfe dicht die Schatten, welche seine überhängenden 
durchwuchert und von Schlingpflanzen verstrickt, Zweige auf die unbewegte Fläche warfen, noch 
sind sie für den Menschen unbetretbar, denn dunkler erscheinen. Kein Strahl der Sonne, 
ihr Boden ist zu sumpfig, um den Tritt eines welche die ganze Landschaft goldig übergoß, 
Menschen auszuhalten, andererseits aber wieder fiel auf seinen düsteren Spiegel, der starr und 
zu dicht verwachsen und zu zähflüssig um, — tot wie ein Erdpechsee zu meinen Füßen lag. 
die Benutzung eines Bootes zu gestatten. An Hier hörte man weder den Sang eines Vogels, 
anderen Stellen ist der Grund zwar kaum noch das harmlose Zirpen einer Grille oder das 
fester, aber ein mehr oder weniger dichter Summen einer geschäftigen Biene. Unheimlich 
Grasteppich bildet doch eine Art von Decke still war es ringsum; eine seltsame Starrheit 
über dem flüssigen Moraste und gestattet somit schien über die ganze Umgebung dieses merk- 
ein, wenn auch etwas mühsames Vordringen in würdigen Gewässers ausgegossen zu sein. Ich 
diese unheimlichen Regionen. Eingeborene blickte hinab auf seinen Spiegel, wo ein halb- 
Neger haben sich in demselben angesiedelt, versunkener Kahn und neben diesem in den 
Schmale, kaum sichtbare Pfade, welche wir hier schlammigen Fluten ein langes Etwas lag, das 
oder dort bemerken, führen zu ihren einzelnen, ich zunächst für einen halbversunkenen Baum- 
weltentlegenen Hütten mitten im Moore. Neben stamm hielt und wahrscheinlich kaum beachtet 
diesen nur einige Zoll breiten Fußwegen haben würde, wenn das Ding sich nicht mit 
präsentiert sich überall der mächtige, unergründ- mit einem Male bewegt, einen respektablen 
liehe Sumpf, welcher eigentlich dieses ganze Rachen zugeklappt und dann mit leisem Plätschern 
Land bedeckt. Es gährt und brodelt unter dem in den dunklen Wassern verschwunden wäre, die 
Einflüsse der Hitze in ihm, gewaltige Gasblasen sich, kleine Wellen schlagend, scheinheilig über 
steigen empor, um, an die Oberfläche gelangt, dem Ungetüm schlössen. Ich verstand jetzt, 
knatternd zu zerplatzen, wobei die mitgerissenen warum man dort zu Lande solche Tümpel 
Schlammteile weit umherfliegen. Wo es der Alligatorenlöcher nennt. Leider tat mir das 
Untergrund nur irgend erlaubt, erheben sich Tier trotz langen Wartens nicht den Gefallen, 
dichte Bestände von Schilf und Sumpfpflanzen, wieder hervorzukommen und so mußte ich mich 
deren Königin die in der Mitte des üppigen schließlich mit dieser mehr als flüchtigen Be- 
Riedes sprossende Fächerpalme ist, welche auf kanntschaft begnügen und zum Schiffe zurück- 
dem schwankenden Boden meistens klein bleibt, kehren. Mein zweites Zusammentreffen war 
aber ihre langgestielten, frischgrünen Blätter wenn möglich noch prosaischer, ich bemerkte 
doch über das einfarbige Grau der eintönigen in einem kleinen Graben, nahe bei unserem 
Schilfmassen erhebt, was einen gar angenehmen Liegeplatz, ein ganz junges Tier dieser Art, 
Anblick gewährt! Mehr im Wasser wuchert welches ich nach einigen mißglückten Versuchen 
weißblühendes Pfeilkraut mit seinen charakte- auch glücklich erbeutete; außer daß es mich 
ristisch geformten Blättern, um das wohl meter- dabei in den Finger biß, wüßte ich auch hier- 
hoch emporragende Sumpfgewächse wuchern, von nichts besonderes zu erzählen, 
welche unter, ihrer purpurnen Blütenpracht den Alle solche Zusammentreffen verlaufen eben 
mißfarbigen Schlamm verbergen. — Doch die in Wirklichkeit viel prosaischer als es in Büchern 
Sonne stieg höher und höher, mitleidslos sengte geschieht. Der nordamerikanische Kaiman ist 
sie auf den schattenlosen Sumpf und den ein- übrigens trotz der ihm dort nicht selten ange- 
samen Wanderer hernieder, dem ein abge- dichteten Blut- und Mordgier ein durchaus 
schlagenes Palmenblatt zum Sonnenschirm wurde, feiger Gesell, der selbst Schwimmer für ge- 
unter dem es sich leidlich geschützt wandern wohnlich nicht anzugreifen wagt, indessen 
ließ. Der Boden wurde allmählich fester und scheint auch er in der Brunstzeit höchst un- 



Dr. med. Schnee: Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 



gemütlich zu werden, weshalb man ihm in jenen 
Monaten besser aus dem Wege geht. 

Über die Gefährlichkeit oder Nicht-Gefähr- 
lichkeit der Krokodile ist ein allgemeines Urteil 
nicht abzugeben. Neben sehr zu fürchtenden 
Arten gibt es auch harmlose, welche nur von 
Fischen und kleinen Säugetieren leben und den 
Herrn der Erde, ob unter allen Umständen 
weiß ich nicht, ungeschoren lassen. In einzelnen 
Gegenden, z. B. Westafrika, welches ich persön- 
lich bisher nicht kenne, aber in den nächsten 
Wochen zu betreten hoffe,*) soll man sich des- 
halb durchaus nicht genieren, Gewässer, welche 
von Krokodilen wimmeln, zu durchwaten oder 
zu durchschwimmen. 

In anderen Ländern, wie in Borneo, sieht 
man in unseren Echsen heilige Tiere. Die 
dortigen Dajaks glauben nämlich in ihnen die 
Diener der Wasser- und Schicksalsgottheiten, 
Djäta genannt, sehen zu müssen. Auch die 
Götter selbst bedienen sich zuweilen der Kro- 
kodilgestalt, wenn sie die Erde besuchen wollen. 
Auch auf Madagascar gilt das Tier für heilig. 
Ich verdanke einem deutschen Kapitän, der nach 
Verlust seines Schiffes fast zehn Jahr auf jenem 
Eiland als Händler gelebt hat, einige Kunde 
über ( die dortigen Anschauungen. „Die Mada- 
gassen", so sagte er, „fangen Krokodile in einer 
Art Falle, welche sie in einem schmalen Fluß- 
arme anlegen. Geht das vom Köder angelockte 
Tier hinein, so schließt die am Lande versteckte 
Wache die Klappe. Es wird nunmehr geknebelt 
und ans Land gezogen, wo man ihm heißen 
Lehm auf die Zähne legt, welche danach locker 
werden und ausfallen oder doch leicht ausge- 
zogen werden können. Dann läßt man es 
wieder laufen, legt ihm bisweilen vorher einen 
Messingring als Schmuck ums Bein; getötet 
wird es nicht, da es für heilig gilt. Der ein- 
heimische Name für Krokodil ist „woi". „Nani- 
miwoi, das Krokodil fresse dich," ist eine 
landesübliche Verwünschung. Trotzdem mein 
Gewährsmann mir darüber nichts Bestimmtes 
zu sagen vermochte, möchte ich doch annehmen, 
das Umlegen des Binges sei eine Art Sühne 
für die dem Tiere zugefügte Unbill. 

Es liegt auf der Hand, daß die Panzerechsen 
in Gegenden, wo sie der Aberglaube schützt, 
zuletzt unglaublich frech werden. Aber auch 
infolge anderer Umstände zeigen sich dieselben 
Arten hier scheu, dort kühn. Teilt doch schon 
Humboldt mit, daß in Südamerika dieselbe 



*) Tst mittlerweile geschehen. 



Spezies in manchen Flüssen sehr gefährlich, in 
andern dagegen harmlos sei. Wo tiefes Wasser 
den Tieren gestattet, den einmal ergriffenen 
Menschen sofort zu ertränken, sind sie natur- 
gemäß kühner als dort, wo eine allmählich 
zunehmende Tiefe ihrem Opfer einen kräftigen 
Widerstand erlaubt und ihnen der Mensch 
überhaupt energischer entgegentritt. Besonders 
berüchtigt in dieser Hinsicht sind die Leisten- 
krokodile Hinterindiens und der Sundainseln, 
welche nicht nur Badenden äußerst gefährlich 
werden, sondern sogar Ruderer aus den Kähnen 
fortschnappen. Haben sie sich von der relativen 
Ungefährlichkeit dieses Unternehmens erst über- 
zeugt, so versuchen sie das Manöver öfters. Da 
diese Art mit Vorliebe in Flußmündungen lebt, 
so ist sie weit verbreitet, sie wandert wohl 
auch gelegentlich und so mag manchmal 
wider ihren Willen durch Stürme in ferne 
Gegenden verschleppt werden. Auch in Deutsch- 
Neu-Guinea sind diese gefährlichen Ungeheuer 
zu Hause, glücklicherweise aber nicht sehr 
häufig, trotzdem kommen Unglücksfälle auch 
dort vor. Zur Zeit meines dortigen Aufenthaltes 
wurde in der Nähe von Friedrich - Wilhelms- 
hafen eine Wasser schöpfende Frau von einem 
Krokodil am Arme gepackt; die also Überraschte 
besaß noch Geistesgegenwart genug, sich mit 
dem anderen kräftig festzuhalten. Obgleich 
es dem Raubtier nicht gelang, sie hinabzuziehen, 
so verlor die Bedauernswerte bei dieser Ge- 
legenheit doch das Leben, indem die Echse ihr 
das einmal erfaßte Glied abriß. Infolge des 
starken Blutverlustes starb die Ärmste, bevor 
es möglich war, ihr ärztliche Hilfe zu bringen. 
— Es verdient hervorgehoben zu werden, daß 
es auch in dieser unserer Kolonie Stämme, wie 
die Jabim, gibt, welche Krokodile nicht töten, 
da sie glauben, die Seelen der Verstorbenen 
wohnten darin, andere vermuten sie dagegen in 
Schildkröten und schonen deshalb letztere. Die 
Leistenkrokodile begnügen sich übrigens nicht 
damit, im Wasser zu jagen und die ihren Durst 
löschenden Tiere in die trüben Fluten hinab- 
zuziehen, sondern sie kommen, wie ich aus 
Neu -Guinea weiß, im Schutze der Dunkelheit 
bisweilen sogar frech ans Land. Einem meiner 
Bekannten wurden dort drei halbgroße Hunde 
nach und nach von einem Krokodil, dicht neben 
seinem Hause, welches etwa 4u0 m vom Wasser 
entfernt war, fortgeschleppt. In anderen Ländern 
würde man an einen Panther gedacht haben, 
hier, wo Raubtiere fehlen, kam derartiges nicht 
in Betracht, auch ließ die auf dem schlammigen 



A. Reitz: Sagittaria chilensis. 



Boden gut zu erkennende Spur keinen Zweifel 
aufkommen, wer der Übeltäter sei. Die Angabe 
im Brehm, die Krokodile betreten das Land nur. 
um sich zu sonnen, erleidet offenbar gelegent- 
liche Ausnahmen. Der bereits erwähnte Kapitän 
erzählte mir aus seiner Madagaskarzeit folgendes 
Geschichtchen, das einen neuen Beweis dafür 
bildet. Eines Abends wurde er durch seinen 
eingeborenen Wächter benachrichtigt, ein Kro- 
kodil sei im Hühnerstall. Da es sehr dunkel 
war, bewaffnete er sich, wie seine Leute, mit 
Speeren. Näherkommend hörten sie sowohl das 
Geschrei der Hühner als auch die erregten 
Laute der Enten. „Dort sitzt es", sagte der 
Wärter in die Ecke des Hauses deutend. Es 
wurde nun getötet. Später wurde an derselben 
Stelle unter gleichen Umständen ein zweites 
Stück erbeutet. Sie waren etwa ein Faden = 
6 Fuß lang. In Madagascar verläßt das Kro- 
kodil, wie es scheint, öfters das Ufer, mein 
Gewährsmann sah, besonders auf sumpfigem mit 
Gebüsch bestandenem Terrain bisweilen balb- 
meilenlange Spuren. Sandboden soll es dagegen 
meiden. Offenbar weicht die als Riesenkrokodil 
(Crocodilus robustus) bezeichnete, bis zu 10 m 
lang werdende madagassische Art auch in ihren 
Gewohnheiten von den übrigen Spezies ab, zeigt 
sich frecher und unternehmender und stellt sich 
somit den Leistenkrokodilen würdig an die 
Seite. Auffallend war mir übrigens auch die 
Angabe, die Eier der Madagascarkrokodile 
besäßen eine so harte Schale, daß sie brächen; 
soviel mir bekannt ist, genau weiß ich es nur 
vom Kaiman, sind dieselben sonst mehr perga- 
mentartig und daher nachgiebig. Trotz der 
angeblichen Heiligkeit des Tieres lassen sich 
übrigens die Eingeborenen nicht abhalten, seine 
Eier zu kochen und zu verzehren. 

(Fortsetzung folgt.) 




(Nachdruck verboten.) 

Sagittaria chilensis. 

Von A. Reitz, „Iris "-Frankfurt a. M. 

?enn die meisten Wassergewächse das 
Auge des Liebhabers durch ihren zier- 
lichen Wuchs erfreuen, so wird er wieder andere 
wegen ihrer imposanten Gestalt nicht missen 
wollen. Zu letzteren stellen die über die ganze 
Erde verbreitete Familie der Alismaceen, die Pfeil- 
blattgewächse, eine große Zahl. Einen oder den 
andern Vertreter dieser Gruppe wird wohl dieser 
oder jener Liebhaber schon gepflegt haben, ich 



will nur Sagittaria natans erwähnen. Die Pflanze 
hat sich in kurzer Zeit gleich vielen anderen 
Wassergewächsen aus fremden Zonen, das 
Bürgerrecht in unseren Aquarien voll und ganz 
erworben und zu erhalten gewußt. Wieder 
andere haben das, was sie versprochen, nicht er- 
füllt, oder es lag in ihrer Natur, daß sie den 
Besitzer nicht befriedigten. Einige Pfeilkräuter 
vegetieren nur des Sommers über, um im Herbst 
abzusterben, nachdem sie vorher durch Anlage von 
Brutknollen die Erh altung der Art gesichert haben. 
Von den vielen Pfeilkräutern, die ich bis jetzt ge- 
pflegt habe, als Sagittaria sagittifolia, monteviden- 
sis, longirostra, isoetiformis, papulosa und weitere, 
hat mich auf alle Fälle Sagittaria chilensis am 
meisten befriedigt. Diese Pflanze gereicht jedem 
Becken zur hervorragenden Zierde, sei es, daß sie 
als Unterwasserpflanze oder im Sumpf aquarium im 
Stadium der Überwasserform gehalten wird. Die 
Unterwasserform von Sagittaria chilensis gleicht 
einer mächtigen Vallisnerie und wird auch 
häufig von Nichtkennern als solche angesprochen. 
Aus dem Wurzelstocke treiben eine Menge 2 cm 
breiter und vielleicht 20 — 25 cm langer frisch- 
grüner Blätter, deren zwanzig und mehr an einer 
Pflanze keine allzugroße Seltenheit sind. Im 
Stadium der Unterwasserform bleibt die Pflanze, 
was bei keiner anderen Pfeilkrautart, die von 
Natur aus Überwasserform treibt, meines Wissens 
zutreffend ist, häufig über ein Jahr, unter be- 
sonderen Umständen noch etwas länger. Als 
Unter Wasserpflanze wird sie dem Liebhaber am 
meisten zusagen, bringt man sie in dieser Form 
frisch in einen Behälter, so beginnt sie in kurzer 
Zeit gleich der Vallisnerie Ausläufer zu treiben, 
die sich bald zu selbständigen Pflanzen ent- 
wickeln. Von einer Mutterpflanze erhielt ich 
ca. acht Wochen nach der Einpflanzung acht 
junge Sprößlinge, welche der Stammpflanze in 
allen Teilen glichen. In Bezug der Boden- 
misehung stellt die Pflanze absolut keine An- 
sprüche, nur achte man darauf, daß dieselbe 
nicht von steinigem Sande bedeckt wird, da sonst 
die jungen Ausläufer, wie man es durch die Glas- 
scheiben des Behälters beobachten kann, schon 
im Erdreiche absterben. Diese Erscheinung er- 
kläre ich mir auf folgende Art : Wenn auch die 
Pflanze gegen nachteilige Einwirkungen ziemlich 
hart ist, so sind doch deren junge Triebe etwas 
empfindlicher und schwächerer Natur. Durch 
die steinige Deckung des Bodens können die 
jungen Triebe nicht durchbrechen und gehen zu 
Grunde; diese Erfahrung machte ich auf folgende 
Weise: In zwei Gläsern hatte ich Mutterpflanzen 



BJvulus elegans Steind. 



von Sagittaria chilensis eingesetzt, diese trieben, scheinen wieder die schönen Unterwasserblätter, 
wie ich durch die Wände der Behälter beob- welche die auch im Winter grünbleibende Pflanze 
achten konnte, im Erdreich junge Triebe resp. treibt. Will der Übergang von der Überwasser- 
Ausläufer. In dem einen Gefäße, in welchem zur Unterwasserform eintreten, so sterben die 
der Nährboden mit feinem Flußsande gedeckt Überwasserblätter nach und nach ab und die 
war, brachen die neuen Sprößlinge in kurzer zuletzt getriebenen Blätter der Pflanze erleiden 
Zeit durch und entwickelten sich zu starken eine Rückbildung. Das neueste Blatt der Pflanze 
Pflanzen, während der Nachwuchs der anderen ist sichtbar schmäler wie die älteren, das folgende 
Pflanzen nicht durch den als Deckung ver- zeigt eine weitere Zurückbildung, ist bedeutend 
wandten steinigen Sand durchdringen konnte zarter und durchscheinender. So geht es eine 
uud unter diesem verfaulte. Zuerst glaubte Weile weiter, bis die breiten bandförmigen Unter- 
ich das Absterben der jungen Pflanzen der wasserblätter an der Pflanze die Oberhand wieder 
Bodenmischung zuschreiben zu müssen, daß dies gewonnen haben. Ich möchte jedem Wasser- 
unzutreffend war, bewies mir folgendes: Von den pflanzenfreunde die Sagittaria chilensis auf das 
vielen Ausläufern, welche die Pflanze getrieben, wärmste empfehlen, da sie sich für jeden Be- 
waren alle bis auf einen eingegangen; ich nahm hälter, sei er groß oder klein, vorzüglich eignet. 



nun an jener 
Stelle, wo dieser 

durchbrechen 
wollte, den stei- 
nigen Sandbelag 
hinweg und in 
kurzer Zeit hatte 
sich eine statt- 
liche Pflanze ent- 
wickelt. Zur Blüte 
schreitet Sagit- 
taria chilensis 
außerordentlich 
leicht und ist 
hierin dankbarer 
wie jegliche an- 
dere Sa&ittarien- 




Originalaufnahme n. d. 
Leben f. d. „Blätter". 



Rivulus elegans Steind. 
Exemplar aus der - Zuchtanstalt von P. Matte 
Lank witz-Berlin . 



Sagittaria chi- 
lensis vermehrt 
sich hauptsäch- 
lich jedoch reich- 
lich durch Aus- 
läufer, die wie 
schon einmal er- 
wähnt, denen der 
Vallisnerie sehr 
ähneln. Als eine 
Seltenheit muß es 
bezeichnet wer- 
den, wenn die 
Pflanze Knollen 
ansetzt, solche 
entwickeln sich 
nicht sofort zu 



art. Meine Pflanzen blühten vergangenen Sommer 
ununterbrochen, eine einzelne Pflanze brachte 
während dieser Zeit mindestens zehn Blüten- 
stände, was bei anderen Pfeilkräutern, soweit 
mir bekannt nicht der Fall, vielmehr wenn sie 
die erste Blüte gezeitigt und der Samen gereift 
ist, keine weiteren Blüten mehr treiben.*) Ehe 



jungen Pflanzen, sondern sie ruhen erst den 
Winter über, um im kommenden Jahre durch 
die wärmenden Strahlen der Sonne zu neuem 
Leben zu erstehen. 

Alle Pfeilkräuter, mit Ausschluß von Sagit- 
taria natans, müssen in ersterer Linie als deko- 
rative Sumpfpflanzen gelten, sie entwickeln sich 



die Pflanze zur Blüte schreitet, hat sie denen im Sumpfaquarium erst zur vollen Schönheit. 



des gemeinen Froschlöffels ähnliche Blätter ge- 
trieben, gleichzeitig sind die Unterwasserblätter 
zu Grunde gegangen. In dieser neuen Gestalt 
ist die Pflanze allerdings nicht so schön, wie in 
der ersteren, aber trotzdem ist sie der weiteren 
Vorteile halber, die ich noch bekannt gebe, wohl 
wert, weiter gepflegt zu werden. Hat die Pflanze 
im Laufe des Sommers reichlich geblüht und 
reichlich unter Wasser bleibende Ausläufer ge- 
trieben, so zieht die Pflanze im Spätherbst die 
Überwasserblätter vollständig ein und es er- 

*) Hier gibt es aber doch Ausnahmen, z. B. Sagittaria 
variabilis usw. B. 



Im tiefen Wasser dagegen wollen viele nicht so 
recht weiter und bringen es auch nicht zu 
solcher Üppigkeit, wie im Sumpfaquarium. 

(Nachdruck verboten.) 

Hivulus elegans Steind. 

(Mit einer Originalphotographie.) 

Rivulus elegans Steind., ein ganz reizender, 
munterer kleiner Kärpfling, der vor 
einiger Zeit in den Handel gekommen ist, stammt 
aus dem Gebiete des La Plata. Das Tier wurde 
zuerst von Steindachner 1880 in die Wissen- 




6 



Dr. Hermann Bolau: Einige Bemerkungen über die Fauna des Meeresstrandes. 



schaff eingeführt und von ihm beschrieben. 
G-arman indessen will in seinem Werke „The 
Cyprinodonts" den Fisch nur als eine Varietät von 
Bivulus mieropus Gth. ansehen. Hinsichtlich 
seiner Figur und der eigenartigen Stellung, die 
er im Wasser annimmt, ähnelt der Bivulus sehr 
einem kleinen Hundsfische, dessen dunkelbraune 
Körperfarbe er auch meistens zeigt. Im übrigen 
aber ändert die Körperfarbe sehr. Sie ist an 
der Oberseite dunkelviolett oder dunkelbraun, 
an den Seiten heller und in der Bauchgegend 
leicht gelbbraun oder gelblichweiß. In der Nähe 
der Seitenlinie zeigt sich die Mitte jeder Rumpf- 
schuppe mit einem rotgelben Fleck geschmückt. 
Diese Flecke können auch zu vollständigen Längs- 
flecken zusammen fließen, wodurch eine Streifen- 
zeichnung der Länge nach entsteht. Die Rücken- 
flosse mit ihren 7 — 8 Strahlen trägt zahlreiche 
dunklere Fleckchen, die sich zuweilen auch auf 
der Schwanzflosse zeigen. Letztere ist auch 
beim Männchen manchmal breit, weißlich ge- 
säumt. Die Afterflosse besitzt 13 — 15 Strahlen, 
Rücken-, After- und Schwanzflosse sind in der 
Regel grünlich-gelb. Die Geschlechter sind in 
der Farbe nicht so leicht zu unterscheiden. 
Am leichtesten kommt man zu ihrer Erkennung, 
wenn die Fische von oben betrachtet werden, 
wo dann das Weibchen in den Bauchpartien 
stärker gebaut ist, als das Männchen, letzteres 
wird zur Laichzeit hübsch farbig. Die Eier 
werden recht reichlich an Pflanzen abgelegt, 
eine Brutpflege findet nicht statt. Die Aufzucht 
der Jungen ist nicht schwierig, sie wachsen 
schnell auf. Gegen kühlere Wassertemperatur 
ist Bivulus elegans empfindlich, er muß im 
regelmäßig geheizten Aquarium gehalten werden. 
Zu bemerken ist noch, daß der Kärpfling in 
der ersten Zeit nach seiner Einsetzung im 
Aquarium springt, der Behälter muß also zuge- 
deckt werden. #■ 



(Nachdruck verboten.) 

Einige Bemerkungen über die 
Fauna des Meeresstrandes. 

Von Dr. Hermann Bolau. (Mit 1 Originalpkotographie.) 

]er Meeresstrand zeichnet sich sehr häufig 
durch eine besonders üppig entwickelte 
Tierwelt aus. Am Strande sind die Ernährungs- 
verhältnisse für Tiere, pflanzenfressende wie von 
animalischer Kost lebende, gewöhnlich außer- 
ordentlich günstig. Am Strande landen fort- 
während die Kadaver großer und kleiner Lebe- 




wesen, welche den Strandbewohnern eine will- 
kommene Beute werden. Diese tierischen und 
pflanzlichen Überreste werden zum Teil durch 
das Meerwasser herangeführt, zum Teil stammen 
sie aus den Strömen, Bächen und kleinen Rinn- 
salen, welche vom Festlande her dem Meere 
zueilen, zum Teil führt endlich der Wind vom 
Festlande Tiere aller Art, besonders Vögel und 
Insekten ins Meer, wo sie ertrinken und vom 
Meere werden sie wieder ans Gestade zurück- 
getragen. Am Meeresstrande ist die Wirkung 
des Sonnenlichtes intensiver, wie sonst im Meere. 
Das Wasser wird durch die Sonnenstrahlen er- 
wärmt und wenn die Ebbe den Strand entblößt 
hat, durchglüht ihn die Sonne und das zurück- 
flutende Wasser findet hier im warmen Strande 
eine neue Wärmezufuhr. In der starken Be- 
leuchtung des Strandes entwickelt sich eine 
reiche Pflanzenwelt, welche den Strandbewohnern 
viele Verstecke und vielen Schutz darbietet und 
den Pflanzenfressern unter ihnen üppige Nahrung 
liefert. 

Die Ebbe und Flut, welche mit großer Regel- 
mäßigkeit wiederkehren, macht sich am Strande 
sehr bemerkbar. Die Ebbe entblößt oft weite 
Flächen vom Wasser und die ansteigende Flut 
rollt mit Ungestüm auf die freigelegten Strand- 
partien zurück. Es machen sich dadurch für 
Tiere und Pflanzen oft bedeutende Druckunter- 
schiede geltend. Zu Zeiten sind die Lebewesen 
kaum noch von einer geringen Wasserschicht 
bedeckt und bald darauf haben sie den Druck 
einer mehreren Meter hohen Wassersäule zu er- 
tragen. Die Einwirkungen des Wassers werden 
noch gesteigert, wenn Stürme über das Meer 
hinbrausen, das Meer tief aufwühlen und 
dann eine gewaltige Brandungswelle gegen die 
Gestade schleudern. Die Brandung donnert oft 
mit kolossaler Gewalt gegen das Ufer, große 
Steine schleudert sie vor sich her und unablässig 
wogt und arbeitet sie am Lande. So gewaltige 
Bewegungen können nicht ohne Einwirkung auf 
die Tier- und Pflanzenwelt bleiben. Letztere 
wird in der Strandregion besonders derb, so daß 
sie gegen die Angriffe des heftig bewegten 
Wassers widerstandsfähig ist. Außerdem haftet 
sie meistens so fest am Untergründe, daß es 
schwer hält, sie von ihrem Standorte loszureißen. 
Pflanzen fehlen auch meistens auf sandigen Stellen 
der Strandregion, da sie sich hier nicht genügend 
festsetzen können und fortgerissen werden. 

Die Tiere der Strandzone sind gemeinhin 
derber gebaut als die meisten ihrer Verwandten 
in der ruhigen Tiefe der Ozeane. Andere um- 



c 




Jahrgang XVI. Heft 1. 



Süßwasser- Algen. 

Original-Mikrophotographien für die Blätter 



1. Draparnaldia plumosa Ag. 1801. 
3. Volvox globator Ehrbg. 601. 
5. Spirogyra longata Kg. 180/1. 



2. Hydrodictyon reticulatum Lagerh. 60/1. 
4. Chaetophora pisiformis Ag. 150/1. 
6. Zygnema cruciatum Ag. 325/1. 






Blätter für 

Aquarien- u. Terr.irien ■ 

Kunde. 



Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann) 
Magdeburg. 



Dr. E. Bade: Süßwasser- Algen. 



geben sich mit biegsamen Umhüllungen, Röhren bewegung dienen. Sobald sie sich festgesetzt 



oder dergl. Die Krebse entwickeln starke Kalk- 
massen in ihrem Panzer, so daß sie es wohl ver- 
tragen können, gelegentlich von den Wellen hin- 
und hergerollt zu werden. Ebenso zeichnen sich 
die Muscheln und Schnecken durch besonders 
kräftige dicke Schalen aus. Andere Tiere haben 



haben, sind solche Schwimmorgane für sie 
wertlos, die Beine verkümmern aber bei ihnen 
nicht, wie es sonst wohl iu ähnlichen Fällen 
im Tierreiche geschieht, sondern sie wandeln 
sich zu Stachel Organen um. Mit diesen „Ranken- 
füßen" strudeln sich die Tiere, welche ihren Ort 



einen abgeflachten Körper, mit dem sie sich eng nicht mehr verlassen und ihre Nahrung nicht 



an ihre Unterlage anschmiegen können, so daß 
sie dem Wasser wenig Angriffspunkte bieten. 

Noch inniger befestigen sich endlich viele 
Tiere der Strandregion an der Unterlage, indem 
sie auf ihr festwachsen. Unsere Photographie 
zeigt ein typisches Bild einiger Kolonien solcher 
festgewachsenen Tiere. 
Besonders in der Mitte des 
Bildes sehen wir einen 
dicken Klumpen eigen- 
artiger, kalkiger Gebilde. 
Es sind sog. Seepocken 
oder Meereicheln, Bala- 
niden. Die Aufnahme 
stammt von der felsigen 
Westseite von Helgoland 
und stellt einen kleinen 
Abschnitt der höchsten 
Zone der Strandregion dar. 

Seepocken überziehen 
auch häufig die Böden der 
Seeschiffe in dichtem Über- 
zuge und hemmen die 
Schiffe iu ihrer Fahrt, so 
daß dieselben von Zeit zu 
Zeit docken müssen, um 
von dem Besatz von Meer- 
eicheln und anderen Tieren 
befreit zu werden. 

Seepocken sind wie ihre 
Verwandten, die Entenmuscheln oder Lepadiden, 
Krebstiere. In frühester Jugend leben sie frei- 
schwimmend im Meere, nach einiger Zeit des 
Umherschwimmens setzen sie sich mit dem Kopf- 
ende auf einer festen Unterlage, auf Felsen, Tangen 
Muschelschalen oder dergl. fest und umgeben sich 
mit einem derben Kalkgerüst, in dem sie nun ihr 
weiteres Leben verbringen und sich fortpflanzen. 
Das Kalkgehäuse besteht aus mehreren Platten, 
welche fest miteinander verschmelzen. Die obere 
Öffnung kann durch zwei Paar kleinere Kalk- 
platten sehr fest verschlossen werden. In der 
Jugend haben die Seepocken und die Enten- 
muscheln, welche unter dem Namen der 
Cirripedien oder Rankenfüßer zusammengefaßt 
werden, bewegliche Beine, welche ihnen zur Fort- 



? . ......... i<? . v .- T 




Originalaufnahme 
für die „Blätter". 



mehr aufsuchen können, feine Nahrung aus dem 
Meerwasser zu. Bei lebenden Exemplaren sieht 
man die Strudelfüße fast fortwährend in Be- 
wegung und wenn man feine Nahrungsstücke, 
etwa fein zerteiltes Fischfleisch, in ihrer Nähe 
niederfallen läßt, beobachtet man, wie sie ge- 
schickt Teile der Nahrung 
in die Öffnung des Kalk- 
gehäuses einführen. Die 
Balaniden sind für das 
Leben in der Flutzone und 
der Brandungswelle durch 
ihr Gehäuse vortrefflich 
geschützt und wohl aus- 
gerüstet und manche Arten 
finden sich mit Vorliebe 
in dem höchsten Teil der 
Gezeitenzone, dort wo der 
Anprall des Wassers am 
stärksten ist. 

Möbius hat auf einer 
einzigen Tonne, mit der 
das Fahrwasser in der 
Elbm ündung markiert war. 
47 000 Seepocken ge^ 
funden, auf einer Austern- 
schale sind auch schon 
50 Stück gezählt. 



Seepocken an der Westküste 
von Helgoland. 



t& 




(Nachdruck verboten.) 

Süßwasser- Algen. 

Von Dr. B. Bade. 

I. Allgemeines. 

(Mit einer Tafel.) 

leine reizende Pflanzengebilde, deren Schön- 
l heit und interessanter Bau dem Auge erst 
das Mikroskop erschließt, sind die Algen. Dem 
Aquarienliebhaber, der Wert auf ein sauberes 
Becken legt, sind sie nicht willkommen, nur 
unter gewissen Verhältnissen, wenn er Fische 
zur Fortpflanzung bringen und die jungen Fische 
aufziehen will, muß er sie in seinen Behältern 
dulden, mit Ausschluß der Fadenalgen, der 
Wasserfäden. Gegen sie führt er unter Um- 



8 



Dr. E. Bade: Süßwasser- Algen. 



ständen, wenn sie sich einmal im Becken an- 
gesiedelt haben, einen ununterbrochenen Krieg, 
der nur in seltenen Fällen mit der Vernichtung 
dieser Algen endet. Sie umspinnen die Pflanzen 
vollständig, und werden bei üppiger Wucherung 
zu dichten Watten, in deren Fäden zahlreiche 
Jungfischchen ihren Tod finden. 

Von der großen Mehrzahl der niederen Tiere 
und von allen Pilzen lassen sich die Algen durch 
den Besitz von Chlorophyll unterscheiden. Dieser 
Farbstoff findet sich entweder rein oder ist durch 
beigemengte Farbstoffe von roter, gelber, blauer 
oder brauner Farbe teilweise überdeckt, sodaß 
sich Mischfarben bilden. Zur sicheren Ab- 
grenzung niederen Tieren gegenüber ist das Vor- 
handensein von Chlorophyll nicht ausschlag- 
gebend, denn z. B. viele Mastigophoren enthalten 
ebenfalls Chlorophyll. Kann man nun auch meist 
hier durch das Vorhandensein von Flimmerhaaren, 
die eine Ortsbewegung vermitteln, auf den 
tierischen Charakter der betreffenden Individuen 
schließen, so ist andererseits auch zu bedenken, 
daß die Schwärmsporen gewisser Algen auf ganz 
gleiche Weise organisiert sind wie manche Flagel- 
laten, sich also auch durch Flimmerhaare durch 
das Wasser bewegen. Umgekehrt machen aber 
grüne Flagellaten häufig Ruhezustände durch, in 
denen sie kaum Beweglichkeit besitzen und dann 
sehen sie gewissen Algen sehr ähnlich. 

Ihrer äußeren Form nach zeigen sich die 
Algen sehr mannigfaltig. Viele stellen ihr ganzes 
Leben hindurch nur eine einzige Zelle dar, die 
rund, eiförmig, fadenförmig oder plattenartig ist. 
Auf einer früheren Entwicklungsstufe sind die 
gleichartigen Zellen zu reihenweisen Fäden ver- 
bunden, die nun wieder einfach oder verzweigt 
sein können. Weniger kommt es vor, daß ein 
hautartiger, einschichtiger Thallus entsteht, oder 
daß sich durch Vermittlung verschieden orien- 
tierter Zellteilungen komplizierte Körper bilden, 
wie z. B. bei den Florideen. Im Zellinhalte 
findet sich meist ein Zellkern, manchmal mehrere 
bis viele (Chara, Nitella, Vaucheria, Cladophora 
usw.), nur bei den am tiefsten stehenden Formen, 
den Schizophyceen, sind eigentliche Zellkerne 
nicht vorhanden. Sonst kommen in den Algen- 
zellen noch Öltröpfchen, Stärkekörner und farb- 
lose, stark lichtbrechende, ihrem chemischen 
Verhalten nach der Kernsubstanz des Zellkerns 
nahestehende Körper vor. 

In der Vermehrung der Algen lassen sich viele 
Anklänge an die Fortpflanzung der niedersten 
Tiere erkennen. Sie selbst ist von einer recht 
erstaunlichen Mannigfaltigkeit und läßt sich in 



eine geschlechtliche und ungeschlechtliche Fort- 
pflanzung unterscheiden. Letztere in ihrer ein- 
fachsten Form ist die Zellteilung, wo die beiden 
Tochterzellen sich von einander trennen. Sonst 
auch werden mehrzellige Fadenstücke, die sich 
aus dem Verbände eines Individuums loslösen r 
zu Anfängen neuer Familien, wie z. B. die mit 
einer eigentümlichen Bewegung ausgerüsteten 
Hormogonien der Nostocaceen. Andere Arten 
bringen besondere Arten von Zellen zur Ver- 
mehrung hervor, deren Bestimmung es ist, nach 
Ablauf gewisser Zeit, durch Überdauerung un- 
günstiger äußerer Bestimmungen, Trockenheit 
oder Kälte, welche die vegetative Entwicklung 
lahm legen, die Erhaltung und Fortpflanzung 
der Art zu sichern. Sie führen die Bezeichnung 
Dauersporen oder Dauerzellen. Eine eigenartige 
und häufige Form der ungeschlechtlichen Fort- 
pflanzung wird durch Schwärmsporen erzeugt, 
die eine eigene Ortsbewegung besitzen. Sie ist 
so interessant, daß es sich verlohnt, sie etwas 
ausführlicher hier zu schildern. Betrachtet man 
z. B. eine Fadenalge durch das Mikroskop, so 
zeigen sich hier die zahlreichen aneinander ge- 
hafteten Zellen. Alle sind mit Chlorophyll ge- 
füllt und in allen diesen vielen Zellen findet bei 
Sonnenbeleuchtung eine lebhafte Bewegung des 
grünen Farbstoffes statt. Plötzlich bricht eine 
der Zellen in der Mitte auf und ein in lebendiger 
Entwicklung begriffener Protoplasmakörper tritt 
aus der Schale heraus. Er stellt eine grüne 
Kugel dar. An einer Stelle derselben entsteht 
ein weißes Knöpfchen, welches einen Kranz langer 
Wimpern hervortreibt. Die Wimpern fangen an 
zu schwingen; die grüne Kugel rotiert um ihre 
Achse und rollt in das Wasser hinaus, von einem 
Leben beseelt, als ob aus der Pflanze ein Tier 
geworden sei. 

Hat dieser Schwärmer sich einige Stunden 
der freien Bewegung erfreut, so werden seine 
Bewegungen langsamer; es treten Pausen ein, 
die sich stets mehr und mehr ausdehnen. Suchte 
der Schwärmer nach seinem Austritt aus der 
Zelle das Licht auf, so begibt er sich jetzt zu 
dunkleren Stellen und verankert sich hier an 
irgend einen festen Körper. Die Wimperfäden 
werden eingezogen, das tierische Leben ist er- 
loschen und es beginnt nun ein neues. Das 
Kopfende bildet eine Art Würzelchen und das 
hintere, lebhaft gefärbte Ende streckt sich in 
der Länge, nachdem sich der ganze Körper mit 
einer dünnen, glashellen Zellhaut umkleidet hat. 
Allmählich wächst nun dieses keulenförmige Ge- 
bilde zu einem langen, grünen Faden aus, welcher 



A. Michow: Über "Welse. 



durch eingeschobene Querwände in viele zylin- 
drische Zellen geteilt ist und dem elterlichen 
Faden völlig gleicht. 

Diesen ungeschlechtlichen Fortpflanzungen 
gegenüber stehen die beiden Typen der geschlecht- 
lichen, von denen eine in mannigfacher Abände- 
rung auftritt. In den Hauptpunkten beruht die 
geschlechtliche Fortpflanzung in dem völligen 
Verschmelzen zweier membranloser einfacher 
Zellen miteinander. Die in Kopulation, also in 
Verschmelzung tretenden Zellen, werden Gameten 
und zwar Planogameten, wenn sie beweglich und 
Aplanogameten, wenn sie unbeweglich sind, ge- 
nannt. Das Produkt der Verschmelzung führt den 
Namen Zygote. Bei der anderen Befruchtungsart 
ist ein meist mehrzelliger weiblicher Geschlechts- 
apparat (Procarp) vorhanden, dessen einer Teil 
als Empfängnisorgan in Tätigkeit tritt und nach 
der Befruchtung zu Grunde geht, während sich 
aus dem anderen Teile eine Frucht bildet. Diese 
als Procarp-Befruchtung bezeichnete Art tritt 
bei den Florideen auf. 

Zeigen sich bei der Gameten-Kopulation beide 
Gameten beweglich, so ist jede stets nur mit 
zwei Cilien versehen. Die aus ihnen hervor- 
gegangene Zygote gibt die Bewegung auf und 
entwickelt sich zur Alge, nachdem sie vorher 
einen Ruhezustand durchgemacht hat. Die Ver- 
schmelzung zweier unbeweglicher Gameten, die 
als Konjugation bezeichnet wird, vollzieht sich 
in der Weise, daß beide in Konjugation tretenden 
Zellen mit ihrem Inhalte, den Gameten, mitein- 
ander verwachsen, oder die Zellen sich durch 
Aufreißen öffnen, den Inhalt ausstoßen und mit- 
einander verfließen. 

Findet eine Verschmelzung zwischen einer 
unbeweglichen und einer beweglichen mit Cilien 
versehenen Gamete statt, so nennt man die 




erstere Ei, die letztere Spermatoid. Die Mutter- 
zelle dieser Spermatoiden trägt den Namen 
Antheridium, die des Eis Oogonium. 

(Nachdruck verboten.) 

Über Welse. 

Von A. Michow. (Mit einer Originalphotographien.) 
\ 

i ie Familie der Siluridae, der Welse, gehört 
zur vierten Ordnung der Fische, zu den 
Physostomi. Groteske Formen, groteske Be- 
schuppung zeichnen einen Teil aus, ebenmäßige 
schlangenartige Formen sind einem anderen Teil 
der großen Vetternschaft eigentümlich. Die un- 
verhältnismäßig hohen Ankaufspreise, gerecht- 
fertigt durch die „Kinderlosigkeit" der Ein- 
gewanderten in unseren großen Zuchtanstalten 
verhindern leider die allgemeine Einführung 
dieser eigenartigen Gesellen. Modefische als solche 
werden die Siluridae niemals werden. Sie sind 
Nachttiere und bleiben ihrem Pfleger fremd; für 
sie gibt es nur ein Interesse, das ist: die Magen- 
frage. Ob diese durch die Güte und Liebe ihres 
Pflegers oder sonst wie gelöst wird, ist ihnen gleich- 
gültig. Einen Kontakt zwischen ihnen und uns 
zu schaffen, gelingt daher keinem. Dies die 
Schattenseiten, bedingt durch den Jahrtausende 
alten Raubtrieb in ihnen. Freunde werden sie 
uns also nicht, umsomehr verstehen sie uns zu 
fesseln. Der Herausgeber dieser „Blätter" hatte 
jüngst Gelegenheit, meine Siluridae-Sammhmg 
zu sehen. Er bat mich, in einer zwanglosen Serie 
seinem Leserkreise einige markante Formen 
vorzustellen. Gern entspreche ich seinem Er- 
suchen und beginne mit dem Verfehmtesten 
seines Geschlechtes, dem Saccobranchus fossilis, 
dem indischen Fadensackwels. Von ihm geht die 
ungerechtfertigte Sage, er sei giftig. Natürlich 




Originalaufnahme nach dem Leben 
für die „Blätter". 



Fadensackwels (Saccobranchus fossilis Bl.) 



10 



Vereins-Nachrichten. 



ist dieses ein Märchen. Giftig ist er nicht, aber 
er hat eine tüchtige Verteidigungswaffe, einen 
scharfen Stachel, der an der Bauchflosse sitzt. 
Diesem Stachel verdankt er seinen schlechten 
Ruf. Pfleger, die ihn gelegentlich berührten, 
erhielten bösartige Hautentzündungen und — so 
wurde er für „sehr giftig" erklärt. — Die 
moderne Wissenschaft hat dank ihres großen 
Hilfsmittels, der Mikroskopie, nun festgestellt, 
daß dieser Stachel aus mehreren kleinen Teilen 
besteht, deren jeweilige Spitze im Fleische 
des Feindes abbricht, und, wenn haften bleibt, 
Entzündungen hervorruft. Der Effekt dieses 
Fremdkörpers wirkt im menschlichen Organismus 
ähnlich einem Wespenstich. Interessant hieran 
ist noch die allerdings überwiesene Vermutung, 
daß diese hautentzündend wirkende Stachel- 
spitze sich stets durch Nachwuchs ergänzt. 
Dr. Bade, der die mikroskopische Stachelunter- 
suchung gemacht hat, spricht sich für die Er- 
gänzung aus. 

Die Familie Saccobranchus ist in den ost- 
indischen Flüssen beheimatet und in 4 Arten 
bekannt. Wie die beigefügte photographische 
Aufnahme zeigt, fehlen dem Wels die Fettflossen. 
Die sehr kurze Rückenflosse liegt über den Bauch- 
flossen. Die mäßig weite Mundspalte liegt quer. 
8 kräftige Bartfäden strecken sich sehnsuchts- 
voll in die Ferne. Die ziemlich kleinen Augen 
zeichnen sich, im Gegensatz zu den Augen 
anderer Welsarten, durch Klarheit so aus, daß 
sie, schwarzen Perlen vergleichbar, schön zu 
nennen sind. Sie geben dem Wels ein kluges, 
listiges Aussehen. Die Schädeldecke und die 
seitlichen Kopfpartien sind knöchern, die sie be- 
deckende Haut scheint besonders dünn und zart 



zu sein. Beim fossilis ist sie einfarbig, bei 
einem anderen Saccobranchus, den meine Samm- 
lung enthält, ist sie ähnlich einem Schlangenkopf 
geädert. Bisher konnte ich leider den Namen 
dieser Gattung nicht ermitteln. Gelegentlich 
einer Vorführung des Ciarias magur werde 
ich auf ihn zurückkommen, da die Schädel- 
zeichnung dieser beiden nur entfernt verwandten 
Welsarten eine unverkennbare Ähnlichkeit zeigt. 
Das Charakteristikum der ganzen Saccobranchus- 
Familie ist nun die Kiemenhöhle. Ihre lungen- 
artige Ausdehnung nimmt Wasser auf, das sie 
nach Bedarf wieder auspressen kann. Der Sack 
beginnt unmittelbar an den Kiemen und tritt je 
nach der Nahrungsaufnahme mehr oder weniger 
plastisch aus dem Rahmen des Körpers heraus. 
Gefüllt dem Schmerbäuchlein eines Berliner 
Sechsdreier-Rentiers ähnlich, wirkt er als Kon- 
trast gegen den feinen rassigen Kopf direkt 
parodistisch. Die Bauchflosse ist sechsstrahlig. 
Die graubraune Körperfärbung verändert sich 
nach meinen Beobachtungen ohne jede Ursache 
gelegentlich so ins hellgraue, daß die wenig- 
markierte Seitenlinie dem , bloßen Auge kaum 
mehr erkennbar ist. 

Über die Lebensweise und Haltung ist wenig 
zu berichten. Ruhelos durchquert er das Becken; 
seinen Fühlfäden entgeht nichts Genießbares und 
wählerisch ist er bei dem ihm Gebotenen nicht. 
Futterfische, Regenwürmer und Fleischstückchen 
werden gleich gern genommen. An die Güte 
des Wassers stellt er wie alle Welse keine An- 
sprüche. Schließlich möchte ich zu seiner Em- 
pfehlung noch erwähnen, daß er zur Zeit in 
Berliner Handlungen schon für 1 Mk. käuflich 
zu haben ist. 




VEREINS'irWirT 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



w Isis" 5 Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 21. Juli 1904. 
Protokoll Verlesung und Genehmigung. Im Einlauf: 
Karte unseres Herrn Sigl aus Iffeldorf und ein inter- 
essanter Brief des Herrn Dr. Paul Krefft bezügl. Agama 
bibroni an den Vorsitzenden. An Zeitschriften liegen 
vor: „Wochenschrift für Aquarien- und Terrarienfreunde" 
No. 15. Einige Mitteilungen hieraus werden bekannt ge- 
geben. Zur Beteiligung an der Ausstellung der „lris"- 
Frankfurt a. M. sind keine Anmeldungen eingegangen. 
Herr Dr. med. Brunner hat eine Lösung, bestimmt den 
Aufbau der Pflanzen zu stärken und das Wachstum zu 
beschleunigen nach der Angabe eines Stuttgarter Professors 
hergestellt. Herr Dr. Brunner sowohl als Herr Rembold 



machen Mitteilungen über die zufriedenstellenden Resul- 
tate, die sie bei der Anwendung der Pflanzenlösung er- 
zielten. Herr Müller demonstriert eine von unserem 
Herrn Lehrs in Freiburg in Br. erbeutete junge Ringel- 
natter mit von heimischen Stücken etwas abweichender 
Zeichnung. Die gelben Mondflecke des Nackens fließen 
bei dem vorgezeigten Stück zu einem vollkommenen Hals- 
band zusammen. Auf der Unterseite ist die Färbung und 
Zeichnung mit Schwarz ungewöhnlich stark hervortretend. 
Weiter demonstriert Herr Müller Testudo marginata, die 
breitrandige Landschildkröte von Griechenland, ferner ein 
prächtiges Stück von Tropidonotus natrix var. cetii, der 
schönsten nur auf Korsika und Sardinien beschränkten 
Varietät der Ringelnatter, von Sardinien, dann aus der 
Familie der Typhlopiden einen Vertreter, nämlich Typhlops 
vemiicularis Merr. eine kleine wurmförmige unter Steinen 



Vereins-Nachrichten . 



11 



und in Erdlöchern lebende Schlange, in Europa aus der 
Türkei und Griechenland bekannt. Herr Müller erbeutete 
mehrerer dieser Tiere bei Korinth. Schließlich wird vor- 
gezeigt Ophiomorus punctatissimus Bibr. Bory, eine fuß- 
lose Echse, die Herr Dr. Werner als eine Seltenheit der 
europäischen Fauna bezeichnet, gleichfalls von Herrn 
Müller gesammelt auf Akrokorinth. Zum mindesten die 
letztgenannten drei Reptilienformen dürften bisher noch 
in keinem anderen Verein vorgezeigt worden sein. 

Donnerstag, den 28. Juli 1904. 

Verlesung und Genehmignng des Protokolls der letzten 
Vereinsversammlung. Im Einlauf: Brief unseres Herrn 
Andres-Alexandrien. Herr Andres berichtet uns u.a. auch 
folgendes: „Vor kurzer Zeit wurde mir von einem Araber 
eine kleine Natter (40 cm lang) gebracht; der Araber 
hatte den über- und Unterkiefer des armen Tierchens 
zugenäht und es in ein Säckchen mit Kleie getan und 
behauptete steif und fest, das Tier fresse mit zugenähtem 
Maule die Kleie. Eine solche Unwissenheit und Grausam- 
keit. Mit vieler Mühe zog ich den Faden heraus und jetzt 
befindet sich das Tierchen nach einer Häutung wohl und 
munter." Unser Herr Eger in Linz übermittelte uns in 
liebenswürdiger Weise 3 Stück Triton pyrrhogaster, vor- 
jährige Tierchen, (14 Monate alt). Die hübschen Molche, 
ein Beweis nicht nur glücklicher Zucht- sondern auch 
glücklicher Aufzuchtresultate finden sofort ihren Pfleger. 
An Zeitschriften liegen vor: „Natur u. Haus" Heft No. 20. 
Auf die wenigen einschlägigen Aufsätze wird verwiesen. 
Dem „Triton"-Berichte vom 3. Juni entnehmen wir u. a. 
folgendes: „Herr Sprenger hielt einen kurzen Vortrag, in 
dem er der Ansicht war, den „Triton" in „Neue Bahnen" 
lenken zu können dadurch, daß er dem Vorstande empfahl, 
sofort nach Eintreffen eines neuen Importes 
von Fischen ein Paar zu erwerben und einem Mit- 
gliede zur Zucht zu übergeben, welches dann über seine 
Erfolge zu berichten habe. Seitens des Vorstandes wurde 
besprochen, die Angelegenheit in Erwägung zu ziehen 
und eine endgültige Antwort in der nächsten Sitzung zu 
geben." Im Sitzungsbericht vom 17. Juni heißt es sodann: 
„Der Vorstand hat beschlossen, der von Herrn Sprenger 
in seinem letzten Vortrage gegebenen Anregung nach- 
zukommen und ihm zur Ausführung seiner Pläne vor- 
läufig 100 Mk. zur Verfügung zu stellen; bei einem event. 
Erfolg stehen natürlich Herrn Sprenger weitere Mittel 
zur Verfügung." Der „Nerthus" Heft No. 14 entnehmen 
wir zu gleicher Zeit auf Seite 268 folgende Ausführungen 
des Herrn Dr. Ziegeler, I. Vorsitzenden des Berliner 
Vereins „Triton": „Die von Roßmäßler den Aquarien- 
und Terrarienfreunden vorgezeichneten Wege sind ver- 
lassen und aus den Vereinen der Aquarien- und Terrarien- 
kunde sind solche der Spielerei mit ausländischen 
Fischen und Reptilien geworden." Wie reimt sich nun 
dies alles zusammen? Im „Triton"-Bericht vom 3. Juni 
1904 ist ferner erwähnt: „Herr Gehre demonstrierte Bana 
gracilis sive limnocharis, eine im südl. China und in Ost- 
indien sehr häufige Froschart usw. Der Frosch dürfte 
Bana lymnocharis Wiegm. heißen. Obengenannte No. der 
„Nerthus" enthält auch einen merkwürdigen Artikel „Das 
Zeitalter der Naturwissenschaft" von W. Schuster. Auf 
diesen Erguß können wir lediglich aufmerksam machen. 
Herr W.Köhler-Leipzig berichtet über „unsere Ohromiden". 
Zwei prächtige Photographien unterstützen seine instruk- 
tiven Ausführungen. Einige weitere Aufsätze werden, 
soweit dieses die Zeit erlaubt, bekannt gegeben. „Blätter" 
No. 14, Fortsetzung des Aufsatzes: „Eine Exkursion in 
Südchina" von Herrn Dr. P. Krefit. „Über eine Welt 
im Kleinen" berichtet Herr Reitz-Frankfurt a. M. Unser 
neu gewonnener Freund, Herr A. Andres-Alexandrien, 
bringt in seinem Tagebuch Notizen eines Terrarienfreundes 
in Ägypten einige hübsche Beobachtungen. Bezüglich 
der „Kennzeichen und geographischen Verbreitung der 
europäischen Schlangen" finden wir eine Zusammen- 
stellung von Gustav Reiche, Präparator, vor. Im all- 
gemeinen haben wir nichts dagegen, wenn ab und zu eine 
derartige Zusammenstellung auch in unserer Zeitschrift 
den „Blättern" gebracht wird und so mancher, der sich 
für Kennzeichen und Verbreitung der bezügl. Tierklassc 
näher interessiert, Gelegenheit findet, sein Wissen ohne 
Inanspruchnahme von Bibliotheken zu erweitern. Zu ver- 
langen ist jedoch, daß derartige Tabellen nach Möglich- 



keit dem gegenwärtigen Stande des Wissens entsprechen. 
So ist bezügl. der gegebenen Verbreitungstabelle zu er- 
innern : Tropidonotus tessellatus kommt auch in der Schweiz 
vor, Zamenis gemonensis fehlt in Deutschland, kommt 
dagegen ebenfalls in der Schweiz vor, Zamenis hippo- 
crepis ist eine westliche Form, kommt auf der Balkan- 
halbinsel nicht vor. Coluber quatuorlineatus dürfte in 
Frankreich fehlen, ^Yipera berns kommt nach Dr. Werner 
(Rept. u. Amphib. Österreich-Ungarn 1897) auch im nörd- 
lichsten Teil der Balkanhalbinsel vor, Vipera aspis ist aus 
der Schweiz schon lange bekannt, endlich kommt Vipera 
ammodytes nicht in Deutschland vor, was ebenfalls be- 
kannt sein dürfte. — Über eine seltene Riesenschlange 
(Eunectes notaeus Cop.) in Gefangenschaft bringt Herr 
Dr. Werner einige interessante Beobachtungen unter der 
Rubrik kleine Mitteilungen. „Wochenschrift" No. 16. Die 
interessantesten Absätze einiger Veröffentlichungen werden 
verlesen. Der „Zoologische Garten" No. 7 enthält zu- 
nächst die Fortsetzung der prächtigen Schilderung des 
Herrn Dr. Krefft „Herpetologische Reiseerlebnisse in 
Hinterindien". Wer möchte nicht mit Herrn Dr. Krefft 
Jagd auf Draco und Calotes machen? Dr. Oertel be- 
richtet über „Das Dachauer Moos". (Schluß.) Der Absatz 
bezüglich der Reptilien, Amphibien und niederen Wasser- 
tierwelt ist von unserem Vorsitzenden geschrieben. Vor- 
gezeigt und besprochen werden durch Herrn Lankes eine 
junge Ceolopeltis monspessidana (Eidechsennatter) und 
Eryx jaculus L., beide Schlangenarten wurden von Herrn 
Scherer in mehreren Stücken in Oran gesammelt. AVeiter 
demonstriert Herr Lankes eine prächtige Ameiva suri- 
namensis aus Brasilien. Herrn Knan gelang es anläßlich 
der letzten Bachauskehr einige 4 cm lange junge Stein- 
gresslinge (Gobio uranoscopus) zu erwerben. Herr Sigl 
demonstriert eine Anzahl heimischer Muschel- und Wasser- 
schnecken und gibt einige Erläuterungen hierzu. 

Donnerstag, den 4. August 1904. 
Übliche Verlesung und Genehmigung des Protokolls. 
Im Einlauf: Brief des Herrn Andres-Ramleh; Karte des 
Herrn Tofohr-Hamburg und Herrn Dr. Krefft-Zehlendorf ; 
Offerte Krause-Krefeld, Reptilien betr. An Zeitschriften 
liegen vor „Nerthus Heft No. 15 und „Wochenschrift" 
No. 18. Im Sprechsaal obiger No. der „Nerthus" ist eine 
kleine Mitteilung über Physa acuta von Dr. Ziegeler ent- 
haltend. Hieran anschließend wird ausgeführt, daß eine 
kürzlich von Stüve-Hamburg aus Oran eingeführte kleine 
Deckelschnecke von v. Martens als Melanopsis praerosa 
bestimmt wurde. Die kleinen Deckelschnecken sammelte 
Herr J. Scherer mit anderen Formen in Oran. Einige 
Veröffentlichungen werden verlesen. Herr Müller demon- 
striert mehrere Gymnodadylus kotschy Stdchr., welchen 
Gecko er auf seiner Sammelreise in Griechenland in 
größerer Anzahl erbeutete. Die niedlichen Tiere, die in 
ziemlich schlechter Verfassung anlangten, wurden durch 
Herrn Rembold mit großer Mühe ganz prächtig heraus- 
gefüttert. Gymnodadylus kotschy (der Nacktfinger) unter- 
scheidet sich von den übrigen 3 europäischen Geckoarten 
sofort dadurch, daß die Finger und Zehen nicht seitlich 
erweitei't und im Gelenk winklig nach aufwärts geknickt 
sind. Der Nacktfinger, wie er zu deutsch heißen mag, 
dürfte bisher noch in keinem Verein demonstriert worden 
sein. Kleiner und kleiner wird der Kreis der europäischen 
Reptilien und Amphibien, die wir bisher noch nicht lebend 
demonstrieren und beobachten konnten. -- Weiter demon- 
striert Herr Müller selbst erbeutete Lacerta muralis und 
zwar Exemplare von Athen, Korinth und solche von 
Santorin (Kykladen). Endlich demonstriert Herr Müller 
einen hübschen Skink (Mabuia vittata) von Haiffa (Syrien). 
Herr Lankes zeigt sodann vor einen Vertreter aus der 
Familie der Amphisbaeniden, nämlich Trogonophis wieg- 
manni von Herrn J. Scherer-München, in Oran gesammelt. 
Eine dieser äußerst regenwurmartigen Echsenformen, 
nämlich Blanus cinereus aus Zentralspanien, haben wir im 
Laufe des heurigen Jahres bereits kennen gelernt. Dieser 
ist nun eine zweite Art gefolgt. In Europa ist neben Bl. 
cinereus eine zweite Art bekannt, nämlich Blanus sfrauchi 
von Konstantinopel. Indes dürfte die nordafrikanische 
Trogonophis loiegmanni die hübschere sein. Die Färbung 
und Zeichnung besteht aus gelben und schachbrettähnlich 
angeordneten Flecken, der kleine Kopf ist fleischfarbig. 
Vorgezeigt wurden weiter durch Herrn Dr. Brunner 



12 



Vereins-Nachrichten. 



Embryonen der Lacerta vivipara und durch Herrn Knan 
blühende Pflänzchen von Ludwigia mullerti. Herr 
Lankes teilt mit, daß er nunmehr von Herrn Damböck 
einige junge Steiugresslinge (Gobio uranoscopus) erhalten 
habe und daß er hoffe, diese Tierchen groß ziehen zu 
können. 

„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu Nürnberg. (E. V.) 
Vereinslokal: „.Krokodil", Weintraubenstr. 
Sitzung vom 18. Oktober 1904. 
Im Einlauf befindet sich ein (Schreiben des I. Vor- 
sitzenden, welcher durch Krankheit verhindert ist zu er- 
scheinen, ferner je 1 Grußkarte unseres IL Vors. Herrn 
Seitz, zur Zeit in Bozen und unseres Herrn Fellner-Treucht- 
lingen, zur Zeit in Winterbärnbad. „Den Vorsitz über- 
nimmt Herr Kassierer Th. Knauer. Über die am 1(3. ds. 
unternommene Exkursion nach Dechsendorf referiert Herr 
Lutz, dabei sein Bedauern aussprechend, daß dieselbe so 
schwache Beteiligung aufzuweisen hatte. Verschiedene 
Pflanzen, welche von obiger Exkursion mitgebracht 
wurden, darunter herrliche Hottonia palustris gelangten 
zu Gunsten der „Büchse" zur Abgabe. Außerdem 
spendete genannter Herr noch eine Anzahl Elodea densa, 
Vallisneria sp. und Myrioph. scabr., welche der Kasse den 
Betrag von 2,50 Mk. einbrachten. — Aus den Zeitschriften 
gelangten verschiedene einschlägige Arbeiten zur Be- 
sprechung. In Heft 18 der „Blätter" macht uns Herr 
Kummer-Dresden mit einem neu eingeführten Labyrinth- 
fisch, dem Ctenops vittatus bekannt, der wohl dem be- 
kannten Makropoden sehr ähnlich ist, jedoch beim Brut- 
geschäft ein ganz anderes Benehmen zeigt. Wie der 
Makropode, dürfte auch dieser Neuling infolge seiner 
Anspruchslosigkeit. Farbenpracht und interessanten Fort- 
pflanzung bald ein willkommener Bewohner der Aquarien 
werden. Ein in gleicher Nummer befindlicher Vortrag 
des Herrn Peter-Hamburg behandelt die Vernichtung des 
Süßwasser-Polypen mittels des so oft hervorgeholten und 
ebenso oft verpönten Kochsalzes. Wir stehen der Wirkung 
etwas zweifelnd gegegenüber, werden aber trotzdem nicht 
verfehlen, im gegebenen Falle auch dieses Mittel um der 
Sache selbst willen zu probieren; im übrigen verweisen 
wir auch auf das von Herrn Fischer erprobte Mittel zur 
Vertilgung der Hydra, welches im Vereinsbericbt vom 
12. April angegeben ist. Einen weiteren Neuling führt 
uns Herr Dr. Bade mit dem Barbus ticto Günther in 
Wort und Bild vor. Im großen ganzen stimmen seine 
Ausführungen mit unseren Beobachtungen, nur betreffs 
der prachtvollen Färbung sind wir bis jetzt noch etwas 
enttäuscht. In der „Wochenschrift" No. 28 sieht sich 
Herr W. Köhler veranlaßt, mit einem, im Verein „Nym- 
phaea-Leipzig gehaltenen Abschiedsvortrag: „Was wir 
wollen" vor die Öffentlichkeit zu treten. Herr Köhler 
trifft wohl in einigen Dingen den Nagel auf den Kopf; 
allein im großen ganzen gehen seine Ansichten bezw. 
ßeformbestrebungen doch über das Ziel hinaus, das sich 
die Vereine für Aquarien- und Terrarien- „Liebhaberei" 
gestellt haben. Daß sich diese Liebhaberei seit Roß- 
mäßler nur verflacht hat oder gar in Sportfexerei aus- 
artet, ist entschieden zurückzuweisen, denn die im Zeit- 
räume von mehreren Jahren entstandenen zahlreichen 
Vereine und die durch die Ausbreitung der Liebhaberei 
veranlaßte Importierung einer großen Anzahl Tiere und 
Pflanzen geben doch den schönsten Beweis dafür, daß eine 
ganz bedeutende Popularisierung der Naturwissenschaften 
stattgefunden hat und noch weiter stattfinden wird. Daß 
es ferner Liebhaber gibt, die nur ein Aquarium halten, 
um ein dekoratives Möbel mehr im Zimmer zu haben, 
möchten wir sehr bezweifeln und sollte es doch der Fall 
sein, so dürfte dies so vereinzelt auftreten, daß es kaum 
am Platze ist, solche Leute den vielen strebsamen Lieb- 
habern zur Seite zu stellen und zu sagen: „Ihr verflacht 
die Ideen Roßmäßlers und huldigt der Sportfexerei und 
dem Krämertum." Im übrigen schließen wir uns voll- 
ständig den Ausführungen der Herren Engmann und 
Thumm an, welche in ihrem vortrefflichen Aufsatze „Zur 
Abwehr" in No. 31 der „Wochenschrift" auch unserer 
Ansicht entsprechend den Ausführungen des Herrn W. 
Köhler entgegengetreten sind. — Herr Siedow macht 



darüber Mitteilung, daß in seinem 16 Liter haltenden 
Glasaquarium, in welchem er 3 Paar Girardinus caudi- 
maculatus, 6 Bitterlinge, 2 Makropoden und einige kleine 
Schleierschwänze beisammen hatte, die Girardinus caudi- 
maculatus sämtlich verschwunden seien, ein Heraus- 
springen gehöre jedoch zur Unmöglichkeit. Hierzu be- 
merkt Herr Naumann, daß auch vor einiger Zeit unser 
Mitglied Herr Saar ihm gegenüber sich freudig dahin 
aussprach, daß seine Schleierschwänze so schnell wachsen, 
anderseits könne er sich aber das Verschwinden seiner 
kleinen Ellritzen und Lauben nicht erklären. Herr Nau- 
mann machte auf die große Gefräßigkeit der Schleier- 
schwänze aufmerksam und eine genaue Beobachtung ergab 
alsdann, daß ihnen die kleinen Fischchen tatsächlich zum 
Opfer fielen. So dürfte auch das Verschwinden der Girard. 
im Aquarium des Herrn Siedow zu erklären sein. — Über 
die Rotlauferkrankung seiner Schleierschwänze berichtet 
Herr Engelhard. Die Heilung derselben wurde durch 
öfteren Wasserwechsel erzielt. Herr Lutz nahm Ver- 
anlassung, hierzu einen Absatz aus dem vortrefflichen 
„Handbuch über Fischkrankheiten" von Dr. B. Hofer, be- 
treffend „Die Entstehung des Rotlaufes und Vorbeugungs- 
Maßregeln" zu verlesen, desgleichen einen über „Er- 
kältungen bei Fischen". Als Geschenk zur Präparaten- 
Sammlung übergab Herr Kalb das Trockenpräparat eines 
fliegenden Fisches. 

„Lotus", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
in Wien. 

Olubabend in Jos. Gruss' Restauration IX. Währinger- 

straße 67. 

Sitzung vom 4. November 1904. 
Anwesende: Beck, Demuth, Dr. Kreisler, Müllauer, 
Neumann, Schwartz. Wessely. Einlauf: Heft 3 „Natur 
u. Haus"; No. 30 u. 31 der „Wochenschrift f. A. u. T."; 
No. 3 „Ost-Fischerei-Zeitung"; No. 17 „Mitteilungen über 
die Vogelwelt; Zuschrift der Verlagsbuchhandlung Hans 
Schnitze wegen Herausgabe eines Jahrbuches für Aqua- 
rien- u. Terrarienkunde; Einladung zur Ausstellung der 
„Salvinia" in Hamburg; Zuschrift des Mitgliedes Zimmer- 
mann bezügl. Besuches der Vereinsabende. — Die be- 
stellten Seetiere sind eingetroffen und erweckte die Sen- 
dung durch die Schönheit und Mannigfaltigkeit der Tiere 
allgemeinen Beifall. Dieselbe bestand hauptsächlich aus 
verschieden gefärbten Zylinderrosen (Cerianthus) in präch- 
tigen Exemplaren, roten Pferdeaktinien, sowie auch 
braunen, resp. grünen Silicaten, Seepferdchen, Einsiedler- 
krebsen mit Schmarotzeraktinien, schönen Röhre nwürmer- 
Kolonien, Seescheiden, Seegurken, Seeigeln, Schwämmen, 
Krabben, Kärpflingen, einigen Barscharten und anderem. 
Laut Bericht der einzelneu Seeaquarien-Liebhaber ist es 
auch gelungen, den größten Teil der Tiere am Leben zu 
erhalten, und wird der Wunsch ausgesprochen, baldigst 
wieder eine Sendung kommen zu lassen. Zur Verteilung 
gelangen die aus Berlin bestellten roten Posthornschnecken, 
welche ob ihrer hübschen Färbung allgemein gefallen. 
Wessely zeigt die neuen, runden Futterringe, sowie diverse 
andere Aquarien-Hilfsartikel aus Glas. Otto Preuße hat 
Proben seines Fischfutters „Spezial" eingesandt, welches 
unter den Anwesenden verteilt wird. Schluß der Sitzung 
11 Uhr. Wessely. 

Sitzung vom 2. Dezember 1904. 
Anwesende: Beck, Demuth, Dr. Kreisler, Broucek, 
Müllauer, Wessely. Als Gäste: Frau Beck und Frau 
Demuth. Einlauf: Heft 5 „Natur u. Haus"; No. 32, 33, 
34 u. 35 der „Wochenschrift f. A. u. T."; Fischofferte 
Liebig-Dresden. Die Herren Kaluza- Wien, Othmar Hoff- 
mann -Olmütz, Hans Mohr-Troppau ersuchen um Zu- 
sendung der Statuten. Offerte A. Mühlner-Leipzig über 
Aquarien -Heizapparat „Lipsia". Herr Paul Schäme- 
Dresden übersandte an unseren Kassierer Demuth in 
munifizenter Weise 20 Stück Jungtiere der Riesenschnecke 
Ampullaria gigas zur Verteilung an die Mitglieder. Dem 
liebenswürdigen Spender unsern besten Dank. Herr 
Broucek erzählt von seinen dieswöchentlichen Erfolgen 
in der Angelfischerei, indem er nebst anderen Fischen 
einen prächtigen Huchen landete. Schluß der Sitzung 
J / 2 12 Uhr. Wessely. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



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betreffenden Fragen wird allen Mitgliedern 

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und 47 Abbildungen im Text. 
Preis Mk. 18.—, eleg. gebd. Mk. 20.—. 

Aus einer Besprechung von „Natur und Haus" (1897 Heft 17): Wer 
immer Dürigens Buch in die Hand genommen hat und für die Naturgeschichte 
sich interessiert, der wird es lieb gewinnen. Keine andere der zahlreichen, 
diesen Gegenstand behandelnden Arbeiten, welch« in den letzten Jahren 
erschienen sind, ist so geeignet, den Sammler, den Terrarienbesitzer und 
Züchter in jeder Beziehung zufrieden zu steilen, dem Lehrer, dem Naturfreund 
in solcher Weise Belehrung tmd Unterhaltimg zu gewähren, wie Dürigens 
Meisterwerk, welches unbedenklich als das beste Buch auf seinem Gebiete 
angesehen werden muß. Was Naumanns klassisches Werk für die deutsche 
Vogelkunde seit langen Jahren ist, das wird Dürigens Werk für die Freunde 
der Kriechtiere Deutschlands werden usw. usw. 



General Kuropatkin's 
Bestellung auf „Umschau". 

Die „Umschau" (VerlagvonH. Bechhold, Frankfurt a. M.) berichtet 
wöchentlich in erster Linie über die Fortschritte in Wissen- 
schaft und Technik, in zweiter Linie über Literatur und Kunst. 



Von 



Herrn 

im. 



^ ' TTorrn Pf T. 




erbitte schleunigst durch 



3 Riga, denj^*? .fr 
3 'i rn 11 Ji /fest. -*-~ 



190f 





Herrn Fr. L. Herbig, Leipzig:' 



Herren Mickisch & Co., Berlin: g 

pr. Eil-Zug pr. Güter-Zug. gj 

E. Bruhns. <% 



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B ezugsb e dingungen. 

Die 

„Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde" 

erscheinen vom 1. Januar 1905 an wöchentlich und können sowohl 
durch den Buchhandel, als auch durch die Post (Postzeitungs-Preisliste 
Seite 56) bezogen werden, auch werden dieselben gegen vorherige 
Einsendung von 2.55 Wk. pro Vierteljahr (Ausland 3. — Mk.) 
von der unterzeichneten Verlagsbuchhandlung direkt portofrei versandt. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



Verlag der Creutz 'sehen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



12. Januar 1905. 



Jahrgang XVI, 






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INHALT 



Wassertemperaturen in den 

Tropen. 
Einiges über Krokodile, was 

ich "von ihnen sali u. hörte. 
Ein neuer Seheibenreinierer. 



Vereiüsnachrichten : 
München, Dresden. Nürn- 
berg, Berlin, Berlin. 



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rr^lMUA^Oy^.Sl-AhAC^ IC 



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JAGUAREN 

und 

TERRARIEN 
KUNDE- 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2.- 

Jährlich 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




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MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

Breiteweg 156. 



Anzeigen. 



iiBiiTt]iiiiiii}1i.iiiiiitiiirri)iiiiiitiiii!iiiii!ii.itiitiiii<iiiiiiiii'ii]iitiii]iiliiiiiililii]|iii(iinnri 

I Annahme von Anzeigen in der Creutz'schen | 

1 Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sowie | ^^ mügsen W| späte5t ^r SoMtag {rüll iu 

Händen der Verlagsbuchhandlung in Magdeburg 
sein. 



in i, 11.1 ihi IUI || II i. i .1,1 ii:;mt :liil;iliii;.l;lllllllll1lllllllillillllllHMIIII 



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| Die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum f 
wird mit 20 Pfg. berechnet. | 

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Terrarienkunde zu Berlin 



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liefert seinen Mitgliedern 

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Terrarienkunde" 



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„Natur und Haus" 

als Vereins organ. 

zz Briefverkehr in allen Sprachen. ± 



Satzungen, Mitgliederliste, Bücherverzeich- 
nis und Verzeichnis der Vorteile, welche 
der Verein seinen Mitgliedern, 

auch auswärtigen 

und den ihm angeschlossenen Vereinen, 
sonst noch bietet, 

versendet gegen Einsendung von 50 Pfg. in Briefmarken 
aller Herren Länder an jedermann 

die Geschäftsstelle 

Berlin S.O. 26, 

Reichenbergerstraße 3 5/IL 



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Barbus yittatus ä 3 Mk. 
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Paar 6 Mk. 
Saccobranchus fossilis ä 2.50 Mk. 
Händlern u. Vereinen gewähren Rabatt. 
— Führen nur Importe! — 





ftftecJjf 



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PREISLISTE FKflhCo. 



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Chromis trist., 

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Makropoden, Heros, 

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Haplochilus latipes, 

Als Neuheit! 

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Glasaquarien, 

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45x32x35 Mk. 6.50 inkl. Kiste. 
Julius Müller, Spremberg (Lausitz). 



inkl. Kiste. 



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Besitz, 8 Mk. inkl. Kanne ab hier. 
I Durchlüftungsapparatj fast neu. 
mit 2 Einlochlüfter, Manometer, Redu- 
zierventil, extra große Luftpumpe ab 
hier. 40 Mk. [27] 

Ernst Ritter, Apothekenbesitzer, 
Hof i. B. 



Jahrgang XVI. 
Heft 2. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



Wassertemperaturen in den Tropen. 



(Nachdruck verboten.) 




in letzter Zeit ist vielfach über Wasser- 
temperaturen geschrieben worden, welche 
die tropischen Fische in unseren Aquarien 
haben sollen. Immer wurde hier hervorgehoben, 
daß die Fische bei uus zu warm gehalten werden, 
während in den Tropen sich die Gewässer be- 
deutend abkühlen sollten. Untersuchungen in 
dieser Hinsicht haben bis zur Zeit nicht vor- 
gelegen und darum ist es dankbar zu begrüßen, 
daß die bekannte Importfirma Koppe und 
Siggelkow in Hamburg den Liebhabern nach- 
stehend eine Tabelle zur Verfügung stellt, aus 
der die verschiedenen Temperaturen in den 
Tropen zu ersehen sind. 



lag 

Monat 

Jahr 


Tageszeit 


Breite u. Länge 


Tem] 

der 
Luft 


)erat. 

des 

Was. 




Um 


4 Uhr Morgens 






27,0 


28,0 




>! 


8 „ 






28,2 


28,4 


B.Sept. 


» 


12 ,. Mittag 


23° 


0' N. Br. 


28,4 


29,0 


1904 


V 


4 „ Abends 
8 » » 


36° 


47 0. L. 


31,0 

29,2 


29,3 
29,0 




» 


12 ,, Mitternacht 






29,0 


29,8 




Um 


4 Uhr Morgens 






30,5 


31,0 




» 


8 ,, „ 






30,8 


31,3 


5. Sept. 


M 


12 ,. Mittag 


15° 


20' N. Br. 


32,1 


32,0 


1904 


>? 


4 „ Abends 


41° 


45 Ö. L. 


32,2 


32.2 




)» 


8 » » 






31,4 


31,0 




13 


12 „ Mitternacht 


1 




31,0 


31,0 




Um 


4 Uhr Morgens 






31,5 


31,0 




» 


8 !) )) 






30,9 


31,1 


6.Sept. 


» 


12 „ Mittag 


12° 


20 N. Br. 


30,8 


30,0 


1904 


» 


4 ,, Abends 


44° 


30 0. L. 


31,0 


30,4 




» 


8 » » 






30,5 


30,0 




» 


12 „ Mitternacht 






30,0 


29,8 




Um 


4 Uhr Morgens 






30,0 


29,5 




» 


8 » » 






30,5 


29,8 


7.Sept. 


» 


12 „ Mittag 


12° 


20 ' N. Br. 


32,1 


30,0 


1904 


« 


4 .. Abends 


49° 


0' Ö. L. 


31,0 


29,8 




j? 


8 )! !! 






29,5 


29,2 




>] 


12 „ Mitternacht 






26.3 


26,7 



Tag- 
Monat 
Jahr 



Tageszeit 



Breite u. Länge 



Temperat. 



der 

Luft 



des 
Was. 



10. 

Sept. 
1904 



12. 
Sept. 
1904 



17. 
Sept. 
1904 



19. 
Sept. 
1904 



21. 
Sept. 
1904 

28. 
Sept. 
1904 

29. 
Sept. 
1904 



30. 

Sept. 
1904 



Um 4 Uhr Morgens 



12 
4 
8 

12 



11° 20 N. Br. 



„ Mitternacht 



Mittag 



Abends 62° 5' 0. L. 



Um 4 Uhr Morgens 

» 8 n n 

„ 12 „ Mittag 

„ 4 „ Abends 

n ° n n 

„ 12 „ Mitternacht 

Um 4 Uhr Morgens 



10° 5' N. Br. 
71° 15' ("). L. 



12 

4 



Mittag- 
Abends 



12 ,, Mitternacht 
Um 4 Uhr Morgens 



7° 25 N. Br. 
77° 30' Ö.L. 



2 

- > 


Mittag- 


6° 0' N. Br. 


4 „ 


Abends 


61 o 10 ' ("). L 


8 „ 







12 „Mitternacht 
Um 4 Uhr Morgens 



12 
4 



Mittag 140 o' N. Br. 
Abends f 92° 15' Ö. L. 



12 „Mitternacht 

Um 4 Uhr Morgens 
12 „ Mittag 



Um 8 Uhr Morgens 

, 4 „ Abends 

, 10 „ 
den ganzen Tag starker Regen, 

deshalb die Temperatur so niedrig 



Rangoon 



Rangoon 



Um 6 Uhr Morgens 
6 ,. Abends 



Rangoon 



25,8 
26,3 
27,0 
28,7 
26,3 
36,3 

26,9 
27,1 
27,3 
27,3 
27,4 
27,3 

25,0 
24,0 
25,0 
25,2 
25,0 
25,5 

25,4 
26,0 
27,1 
27,0 
27,0 
27,0 

27,2 
27,5 
26,0 
27,9 
27,8 
27,4 

28,0 
29,9 

26,8 
26.4 



25,2 
26,0 
26,0 
26,5 
26,2 
26,4 

27,0 
27,1 
27,4 
27,4 
26,5 
27,0 

23,8 
24,0 
24,0 
25,4 
26,1 
26,1 

26,0 
26,0 
25,0 
25.5 
27,1 
27.0 

27,0 
27,1 
26,9 
27,0 
27,0 
27,2 

28,1 
30,3 

26,3 

26,4 



26.0 26.4 



27,1 

28.4 



27,0 
27,9 



14 



Dr. med. Schnee: Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 




Die Temperatur ist mit Thermometer Celsius 
gemessen, jedoch nur wie Sie auch feststellen 
können, im tiefen Wasser. 

Bei flachem Wasser wird die Temperatur 
des Wassers bei Tage etwas mehr sein, hei 
Nacht etwas weniger. 

Die Temperatur der Luft ist immer im 
Schatten gemessen, die des Wassers, da es nicht 
anders möglich ist, nur in der Sonne. 

(Nachdruck verboten.) 

Einiges über Krokodile, was ich 
von ihnen sah und hörte. 

Ein im ,, Triton" gehaltener Vortrag von Dr. med. Schnee. 
(Mit 6 Originalphotographien.) (Fortsetzung.) 

an dürfte sich sehr täuschen, wenn man die 
Krokodile etwa für ungeschickt halten 
würde; daß sie gut laufen, wenn es gerade gilt, 
werden wir noch hören, hier möchte ich zunächst 
von der Fähigkeit der Panzerechsen reden, 
Sprünge zu machen, die ihnen, so merkwürdig es 
klingt, im gewissen Grade eigen ist. Ein Flußarm 
wurde mit Hilfe eines großen Netzes, in dessen 
Mitte sich ein Beutel befand, ausgefischt. 
Letzterer war ganz voller Fische. Mein Ge- 
währsmann stand mit einem anderen Weißen 
dabei; während das Netz auf den Schlamm 
gezogen wurde, bemerkte er in demselben einen 
sehr großen Fisch. Plötzlich riß das Netz, der 
vermeintliche Fisch, ein Krokodil, sprang mit 
katzenartiger Geschwindigkeit über das hinter 
dem Netze liegende Kanoe fort, das ihm den 
Weg zur Flucht versperrte und verschwand im 
tiefen W^asser. 

Am gefährlichsten scheinen die Krokodile auf 
Sumatra, wahrscheinlich aber auch auf anderen 
Sundainseln zu sein. Ich habe nur über erstere 
nähere Nachricht erhalten. Nach mir gewordenen 
Mitteilungen scheinen dort Unglücksfälle durch 
sie an der Tagesordnung zu sein. Von den 
vielen mir erzählten Geschichten sind mir nur 
zwei in der Erinnerung geblieben. 

Die erste betrifft eine malayische Mutter, 
welche innerhalb einiger Wochen ihre beiden 
Kinder, wohl durch dasselbe Krokodil verlor, 
die andere handelt von den Insassen eines 
Gefängnisses, wenn ich mich recht besinne, in 
Medan. Bei der Wärme des tropischen Klimas 
ist ein tägliches Bad eine unumgängliche Not- 
wendigkeit, die somit auch Gefangenen gewährt 
werden muß. Man hatte deshalb im Flusse 
durch dicht nebeneinander eingeschlagene Pfähle 
einen Raum abgesperrt, Avelcher als Badeplatz 



diente. Eines Tages aber hatten sich unbemerkt 
doch einige Krokodile durch diesen Zaun ge- 
drängt, der sich vielleicht auch irgendwie ge- 
lockert hatte und so fielen 3 Menschenleben den 
gefräßigen Reptilien zum Opfer. 

Kleinere Leistenkrokodile werden übrigens 
bald zahm. Ein von mir in Hinterindien er- 
standenes armlanges Exemplar nahm sehr schnell 
Lehre an, sodaß ich ihm bald das Fleisch unbe- 
sorgt mit den Fingern in den Hals stecken 
konnte. Manchmal hatte es indessen doch 
schlechte Laune und schnappte, alsdann mit dem 
Kopfe seitlich fahrend, ihn aber sogleich wieder 
zurückziehend, nach meiner Hand. Bei einer 
solchen Gelegenheit biß es mich einmal gerade 
in den Zwischenraum zwischen Daumen und 
Zeigefinger. Hätte es dabei das Erfaßte zu 
zerreißen gesucht, so hätte ich sicher eine böse 
Verletzung davongetragen, so aber blieben nur 
die glatten Eindrücke der Zähne zurück, die 
in zierliche Winkel angeordnet fast an eine 
kunstvolle Tätowierung erinnerten. Bereits in 
8 Tagen waren sie verheilt. Leider erreichte 
das Tier nicht Europa, indem es im Roten 
Meere von böswilliger Hand über Bord ge- 
worfen wurde. Ich möchte hier noch einen 
Streich meines Pfleglings erzählen, welcher zu 
einer kleinen Krokodiljagd in den Straßen von 
Singapore Veranlassung wurde. In Gemein- 
schaft mit einem Bekannten hatte ich einen 
Ausflug gemacht, zu welchem Zwecke wir uns 
einen Wagen für den ganzen Nachmittag ge- 
nommen hatten. Gegen 4 Uhr von dieser 
Partie zurückgekehrt, stiegen wir zunächst in 
unserem gewohnten Hotel ab, um einige Er- 
frischungen zu nehmen. Den Wagen ließen wir 
draußen warten, da ich nach meinem Schiffe 
hinausfahren wollte, welches etwa 3 j 4 Stunden 
von der Stadt entfernt am Tanjan Pagar Dock 
lag, während mein Freund in der Stadt bleiben 
wollte. Wie gewöhnlich dauerte es nicht lange, 
daß eingeborene Händler erschienen, unter 
anderen auch ein Mann, welcher das erwähnte 
Krokodil gleich einem Wickelkind im Arm trug. 
Ich kaufte ihm das Tier für etwa 4 Mk. unseres 
Geldes ab. In Ermangelung eines anderen 
Behälters sperrte ich es vorläufig in die leere 
Kutsche, wo es sich auch bald zu beruhigen 
schien. Meine Abfahrt verzögerte sich, es war 
bereits dämmerig geworden. Eben wollte ich 
einsteigen, der Rosselenker öffnete devot die 
Wagentür, da sprang auch schon mein Krokodil 
heraus und lief mit solcher Geschwindigkeit die 
Straße entlang, daß es mir auf ein Haar entwischt 



Dr. med. Schnee: Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 



15 



und in einen etwa meterbreiten, flachen Graben 
entkommen wäre. Ich war natürlich auch nicht 
müßig und gab mir alle Mühe, des Ausreißers 
wieder habhaft zu werden, während die flinken 
Eingebornen mir und bald auch dem Krokodil 
voraus waren. Da sie sich aber nicht getrauten, 
das Tier, welches gestellt nach allen Seiten um 
sich schnappte, zu fassen, so ging die Jagd 
lustig weiter. Indessen gewann ich doch Zeit, 
heranzukommen und konnte die sich mächtig 
sträubende Echse, welche eine so ungeahnte 
Behendigkeit im Laufen gezeigt hatte, am 
Nacken packen und trotz ihres Zappeins wieder 
in den Wagen zu setzen, worauf wir beide, als 
wenn nichts geschehen wäre, in bester Freund- 
schaft nach dem Schiffe fuhren, wo ich ihr eine 
geeignete Kiste als Wohnort anwies. 

Kleine Alligatoren zischen, wenn man sie 
anfaßt, heiser, nicht selten, namentlich abends, 
hört man von ihnen ein leises Quaken, welches 
an die niedlichen Töne der Unke erinnert. 
Große Tiere lassen, wenn man sie irgendwie 
stört, ein Geräusch hören, welches an einen mit 
voller Kraft arbeitenden Blasebalg erinnert und 
auf mehrere Meter Entfernung bequem hörbar 
ist. Niemals habe ich diesen Laut so deutlich 
vernommen als in New Orleans an der Missis- 
sippimündung, wo ich einen Naturalienhändler 
kennen lernte und einige Male besuchte. Der 
ganze, enge Hof seines Hauses war in schmale 
Fächer zerlegt, in welchen sich Alligatoren 
jeder Länge befanden, die von ganz jungen Tieren 
an bis zu geradezu riesigen Stücken vertreten 
waren. Das größte, welches bereits hier in seiner 
Heimat als Sehenswürdigkeit galt und gegen 
Entree gezeigt wurde, sollte nach der Angabe 
seines Besitzers 23 Fuß, also gegen 8 m lang 
sein. (?!) Leider war 
das Tier so ungünstig 
untergebracht, daß 
eine Messung ganz 
unmöglich war. Ich 
möchte indessen fast 
annehmen, daß es die 
vonBrehm angegebene 
Maximalgröße von 4,4 
m übertraf. 

Die Krokodile sind 
mit Ausnahme der 
Biesenschlangen die 
einzigen Reptilien, 
welche eine Brutpflege 
besitzen. Die Weib- 

i i • i Originalaufnahme nach dem Leben 

chen begnügen sich für die „Blätter". 



nämlich nicht damit, ihre Eier in eine aus- 
gescharrte Grube zu legen, dieselbe wieder 
zuzuwerfen, sondern sie kommen öfters zu ihnen 
zurück, bewachen und verteidigen sie. Auch 
hierfür vermag ich Ihnen eine kleine Ge- 
schichte zu erzählen, die ich einem befreundeten 
Schiffsarzte verdanke. Dieser befand sich auf 
der Schweinejagd am Kranyi-Flusse, unweit 
Singapores. In einer etwa 20 cm hohen, etwa 
50 cm breiten Schmutzpyramide bemerkte er 
fünf Krokodileier, von denen drei verdorben, 
braun und matschig waren; die beiden frischen 
rochen fischartig. „Tuan, ada buaja bessar", 
(Herr, da ist ein großes Krokodil) rief plötzlich 
der ihn begleitende Eingeborene, und wirklich 
kam ein solches „angelaufen" gerade auf das 
Nest los, indessen glückte es dem Jäger, das 
Tier auf etwa 20 Schritt Entfernung nieder- 
zustrecken. Es war ein etwa 27 2 ni langes 
Weibchen. Aus einem der beiden Eier kroch 
übrigens noch in derselben Nacht ein Junges 
aus; dasselbe soll ca. 20 cm lang gewesen sein. 
Die Eihaut hing umgekrempelt an der Bauch- 
spalte und fiel am 10. Tage ab. Das Tierchen 
begann jetzt zu fressen und wurde lebhaft, 
während es vorher in träger Ruhe verharrte 
und Fleischstücke, selbst wenn ihm dieselben 
ins Maul gesteckt wurden, nicht verschluckt 
hatte. In den ersten drei Lebenswochen wuchs 
es sehr schnell und soll täglich etwa um % cm 
an Länge zugenommen haben. — Für gewöhn- 
lich scheinen die Eier auf Sandbänken einge- 
graben zu werden. 0. Neumann fand auf einer 
Sandinsel im Victoria Nyassa zwei Nester dieser 
Art. „Die Eier", so sagt er, „waren im Sande 
verscharrt, die obersten heraussehend, die 
untersten einen Fuß tief." Nach Mitteilungen 




Leistenkrokodil (Crocodihis jwosus Sehn.) 
Besitzer: J. Reichelt, Berlin N. 



16 



Dr. med. Wilhelm Roth: Ein neuer Scheibenreiniger. 



von ihm soll das Weibchen in Zwischenräumen 
von je 2 Tagen bis zu 100 Eiern legen. Bis- 
weilen werden aber die Nester auch im Röh- 
richt angelegt, was bei den südamerikanischen 
Kaimans die Regel zu sein scheint. 

Krokodile mit de]' Büchse zu erlegen ist 
recht schwer, da sie ein zähes Leben haben; 
noch schwerer ist es aber, seiner Beute habhaft 
zu werden. Das im Flusse angeschossene sinkt 
regelmäßig unter, auf dem Lande erlegte 
schleppen sich fast ausnahmslos ins Wasser 
und sind dann gleichfalls für den Jäger verloren. 
Außer vielleicht in Gegenden, wo es von Panzer- 
echsen wimmelt, ist auch der Anstand völlig aus- 
sichtslos, da die Tiere keinen bestimmten Wechsel 
wie anderes Wild innehalten. Selbst wenn man 
ein großes Krokodil mehrere Abende hinterein- 
ander an derselben Stelle bemerkt, so bietet das 
gar keine weitere Chance, denn das Tier bleibt 
jetzt vielleicht ebensoviele Abende fort. 

Da sich die Eier häufig unter einer bis 
1 / 2 m dicken Schicht von Sand usw. befinden, 
so erschien es rätselhaft, wie die auskriechenden 
Jungen dieselbe zu durchbrechen vermögen. 
Man hatte zwar schon von Eingeborenen gehört, 
die Mutter scharre zur rechten Zeit die Grube 
auf und führe die junge Brut nach dem nächsten 
Wasser, da man sich indessen nicht erklären 
konnte, woran jene den geeigneten Zeitpunkt 
zu erkennen vermochte, der je nach der herr- 
schenden Temperatur und andern Umständen in 
ziemlich weiten Grenzen hin- und herschwanken 
wird, so erschien die Angabe sehr zweifelhaft. 
Erst in letzter Zeit sind diese Verhältnisse durch 

Dr. Voetzkow in ebenso einfacher wie über- 
raschender Weise aufgeklärt worden. Hören 

wir seine Worte: „In dem Arbeitszimmer meines 
Hauses", sagt der Forscher, „stehen einige mit 
Sand gefüllte Kisten, in ihnen Krokodileier, um 
diese stets vor Augen zu haben und gegebenen- 
falls das Ausschlüpfen der jungen Tiere beob- 
achten zu können. Eines Tages hörte ich in 
einer dieser Kiste Töne erschallen und kam 
auf die Vermutung, daß vielleicht ein junges 
Tier ausgekrochen sei und, im Sande verborgen, 
im Ersticken diese Laute von sich gäbe. Beim 
Nachgraben stellte sich nun die ganz über- 
raschende Tatsache heraus, daß die Töne aus 
den unverletzten Eiern selbst erschallten. Sind 
die Eier mit Sand bedeckt, wie das in der 
Natur der Fall ist, so sind die Töne etwas 
gedämpft, aber doch ohne Mühe deutlich auf 
die Entfernung einer Zimmerlänge vernehmbar. 
Das Rufen der Jungen im Ei kann man jeder 




Zeit anregen, wenn man mit starken Schritten 
an dem Orte, an dem sich die Eier befinden, 
vorübergeht oder dieselben irgendwie erschüttert. 
Da das Muttertier auf dem Neste schläft, wird 
es bei seinen Bewegungen und seinem Wandern 
vom Wasser zum Neste und umgekehrt den 
Erdboden erschüttern und die Jungen im Ei, 
sobald sie weit genug entwickelt sind, zur Er- 
zeugung von Tönen anregen. Das alte Tier 
scharrt alsdann den Sand aus der Grube und 
nach einiger Zeit schlüpfen die Jungen aus." 

(Schluß folgt.) 
(Nachdruck verboten.) 

Ein neuer Scheibenreiniger. 

Von Dr. med. Wilhelm Roth, Zürich. 
(Mit einer OriginalzeichnuDg.) 

n den nachstehenden Zeilen möchte ich 
einen Scheibenreiniger beschreiben, der 
sich mir seit einigen Jahren namentlich auch 
bei kleineren Aquarien sehr gut bewährt hat 
und gegenüber der von Herrn J. Peter neuer- 
dings wieder empfohlenen Scheibenbürste, die 
wohl nur bei größeren Aquarien ausgedehntere 
Verwendung finden dürfte, einige bemerkens- 
werte Vorzüge besitzt. 

Das ganz aus Metall ausgeführte, zerlegbare 
Instrument ist sehr leicht zu reinigen und vor 
allem sterilisierbar, sei es durch Auskochen, 
sei es durch einfaches Erhitzen über einer Gas- 
oder Spiritusflamme, denn es dürfte doch öfters 
sehr wünschenswert sein, den Scheibenreiniger 
gründlich zu desinfizieren, um die Ein- 
schleppung von Fäulniskeimen, Parasiten, 
Schwimmalgen usw. von einem Aquarium in 
das andere zu verhüten. 

Das nach dem Prinzip einer Schieberpinzette 
konstruierte Instrument gestattet ferner die An- 
wendung der verschiedenartigsten Stoffe als 
Reinigungsmittel, die man je nach der Be- 
schaffenheit des Scheibenbelages auswählt. Oft 
genügt ein Bausch Verbandwatte zur Ent- 
fernung des häßlich braunen, von abgestorbenen 
Algen und Diatomeen herrührenden Belages. 
Für die gewöhnlichen grünen Algenschichten 
ist hingegen ein intensiver einwirkendes Material 
notwendig und hierfür neben Badeschwamm, 
Filz, Kautschuk usw. namentlich der so- 
genannte Lufahschwamm zu empfehlen, der 
leicht in passende Stücke zugeschnitten vorrätig 
gehalten werden kann. Handelt es sich aber um 
jene äußerst festhaftenden, kalkig inkrustierten 
Algenbeläge, so verwende ich mit großem Vorteil 
die mir von einem Aquarienfreunde, Herrn 



Dr. med. Wilhelm Roth: Ein neuer Scheibenreiniger. 



17 



B. 



b. 




Greiffenberg, empfohlenen Stalilspäne (feinste 
Sorte, sog. Stahlwolle)*). 

Unser Scheibenreiniger leistet ferner nament- 
lich bei kleinen, dichtbepflanzten Aquarien in- 
sofern vorzügliche Dienste, als er infolge seines 
geringen Durchmessers (siehe Fig. A, Seiten- 
ansicht) mit den oft bis hart an die Scheiben 
wuchernden Pflanzen viel weniger in Konflikt 
kommt als die Scheibenbürste und oft an Stellen 
verwendet werden kann, wo wir auf die letztere 
verzichten müssen. 

Infolge der Krümmung 
des schauf eiförmigen Endes 
(Fig. A, a) gelingt es ferner 
mit Leichtigkeit, den größten 
Teil des abgeschabten Mate- 
riales aus dem Aquarium zu 
heben, wenn man mit lang- 
samem, aber kräftigem Zug 
von unten nach oben fährt, 
wobei sich die Algeninkru- 
stationen (oft sogar in Form 
eines zusammenhängenden 
Bandes) auf der inneren 
Seite des Instrumentes (bei a) 
anhäufen und wie mit einem 
Löffel herausgeschöpft wer- 
den können. Um ein Zer- 
kratzen der Scheiben zu ver- 
hüten, ist es zweckmäßig — 
falls man es nicht vorzieht, 
vorher mit einem Stab eine 
1 — 2 cm tiefe Furche 
zwischen Scheibe und Sand- 
schicht zu ziehen — nicht 
dicht am Bodengrund zu be- 
ginnen und lieber das dort 
stehen gelassene durch hori- 
zontale Bewegungen des 
Scheibenreinigers sachte 
abzustreifen. 

Gehen wir zu einer kurzen Beschreibung des 
Scheibenreinigers über (die genaueren Details 
dürften aus den Abbildungen leicht ersichtlich 
sein), so haben wir an demselben drei Bestand- 
teile zu unterscheiden: 1. den Stiel; 2. die 
Schieberwange und 3. den Schieber. 

Der aus einem Stück bestehende, zur Er- 
zielung einer größern Widerstandsfähigkeit gegen 



o 



*) Meine Befürchtung, daß abgebrochene Stahl- 
spänchen sich bei der Nahrungsaufnahme in die Kiemen 
der Fische verirren könnten, ist durch zahlreiche Ver- 
suche, die mir ergeben haben, daß bei einer guten Qualität 
kein Abbröckeln stattfindet, -widerlegt worden. 



D 



E. 



^ 



Druck kenn el artig (Fig. G, Querschnitt) ge- 
bogene Stiel läuft nach vorn in eine schauf el- 
artige Verlängerung aus, auf welche bei b (Fig. B) 
ein entsprechend zugeschnittenes Stück Blech 
aufgelötet oder aufgenietet ist, während es bei 
c reichlich 1 mm parallel von der Schaufel ab- 
steht und zur Aufnahme der von oben her ein- 
zuschiebenden Schieberwange (Fig. C.) be- 
stimmt ist. Diese stimmt ihrer Form nach genau 
mit derjenigen der schauf eiförmigen Verlängerung 

des Stieles überein, so daß 
der Schieber (Fig. D), dessen 
genauere Gestalt am besten 
aus der seitlichen Ansicht 
(Fig. E) ersichtlich ist, mit 
Leichtigkeit in den Ein- 
schnitt d gelegt und nach 
vorne geschoben werden 
kann, wodurch das zwischen 
Schaufel und Schieberwange 
gelegte Stück Lufah- 
schwamm (Fig. F) oder ein 
J5) Bausch Stahlspäne (Fig. A) 
festgeklemmt wird. 

Das in den vorstehenden 
Zeilen geschilderte Modell 
läßt sich nun in zweck- 
mäßiger "Weise auch so 
abändern, daß man die 
Schieberwange mit dem 
schaufeiförmigen Stielende 
durch ein womöglich aus 
nicht rostendem Metall her- 
gestelltes Scharnier (Fig. 
F, e) verbindet, so daß es 
nach Entfernung des Schie- 
bers zurückgeklappt wer- 
den kann. 

Was das Material an- 
betrifft, aus dem der Schei- 
benreiniger anzufertigen ist, so wird dazu 
am zweckmäßigsten und billigsten verzinktes 
Eisenblech benutzt und zwar für Stiel und 
Schieber 2 mm starkes, während die Dicke der 
Schieberwange zur Erzielung einer gewissen 
federnden Elastizität nur 1 mm betragen soll. 
Läßt man das Instrument aus dem, zur Zeit sehr 
billigen, nicht rostenden und namentlich auch 
wegen seiner Leichtigkeit empfehlenswerten 
Aluminium anfertigen, so ist wegen der größern 
Weichheit dieses Metalls eine entsprechend be- 
trächtlichere Dicke auszuwählen. 

Bezüglich der Dimensionen des Scheiben- 
reinigers ist es im Interesse einer leichten Hand- 




18 



Vereins-K achrichten. 



habung empfehlenswert, dieselben nicht allzu groß 
zu nehmen. Eine Gesamtlänge von 35—40 cm 
und eine Schaufelbreite von 5 — 6 cm dürfte 



allen Bedürfnissen und zwar selbst bei größern 
Aquarien vollauf und in jeder Weise zur Eeini- 
gung genügen. 




VEREINS'tWirY 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der^einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



jjlsis", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (B. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 11. August 1904. 

Als Gast anwesend Herr Prechtle vom Verein 
„Neptun"- Graz. Vorlesung und Genehmigung des Pro- 
tokolles vom 4. August 1904. Im Einlauf Einladung der 
„Wasserrose"-Dresden zur Beteiligung an der demnächst 
stattfindenden Ausstellung. Tagesordnung des Vereins 
„Wasserstern"- Augsburg. An Zeitschriften liegen auf: 
„Natur und Haus" No. 21 und „Blätter" No. 15. Dr. 
med Roth-Zürich geht in seinen interessanten Beiträgen 
zur Kenntnis der ectoparasitären Fischkrankheiten (obige 
No. von „Natur und Haus") nunmehr zur Behandlung 
der Gyrodactyliden- Krankheit mit Wasserstoffsuperoxyd 
über. Die „Blätter" No. 15 bringen den Schluß von 
Dr. Kreffts reizender Schilderung „Eine Exkursion in 
Südchina". Dr. Krefft gedenkt in seinen Ausführungen 
insonderheit der geradezu komischen Callula pulchra Gray 
einer Engystomatidenart, die wir übrigens ebenfalls schon 
lebend kennen gelernt haben. Die Abbildung des gro- 
tesken Tieres ist nicht recht treffend. Zu den von 
Gustav Reiche gegebenen „Kennzeichen und geographische 
Verbreitung der europäischen Schlangen" (Fortsetzung) 
mögen noch folgende Bemerkungen dienen: Während 
bei Tropidonotus natrix eine Reihe von Varietäten Er- 
wähnung finden, wird die schöne Varietät flavescens 
Werner der Würfelnatter (Tropidonotus tessellatus) gar 
nicht angeführt. Tropidonotus viperinus kommt nicht 
in Deutschland vor. (S. 234.) Daß Zamenis gemonensis 
(S. 235) nicht in Deutschland vorkommt, haben wir be- 
reits früher bemerkt. Mit den 30 sich im Deutschen 
Reich herumtummelnden Reptilien- und Amphibien- 
arten dürfte jeder Terrarienbesitzer, der sich für die 
heimischen Kriechtiere und Lurche nur halbwegs zu 
interessieren vermag, sehr bald zurecht kommen. Jemand 
aber, der andern Belehrung bieten will, sollte nicht in 
Fehler, wie die angegebenen verfallen und seine Leser 
irre führen. Zamenis hippocrepis fehlt in Griechenland. 
(„Blätter" S. 236). Aus dem Bericht der „Nymphaea"- 
Leipzig vom 10. Mai interessiert, daß Herr Köhler Leu- 
caspius delineatus in der Leipziger Fauna nachweisen 
konnte. Im Bericht genannten Vereins vom 31. Mai 1904 
ist ferner bemerkt, daß Herr Köhler bei einer Exkursion 
nach Altenhain einen Molch gefunden hat, in dem er 
mit Sicherheit einen Bastard zwischen Triton taeniatus 
und Triton alpestris vermutet. Wir möchten dieses doch 
als recht zweifelhaft erachten, würden aber der „Nymphaea" 
recht dankbar sein, wenn uns bezüglich dieses speziellen 
Falles weitere Informationen zugehen würden. Herr Müller 
demonstriert Lacerta agilis var. exigua Männchen und 
Weibchen von Bessarabien und bespricht die Tiere in 
längerer Ausführung. Weiter demonstriert Herr Müller 
einen mächtigen Varanus exanthematicus vom Tschadsee. 
Dieser, Varanus niloticus gegenüber häßliche aber gerade 
in seiner Plumpheit und Massivität recht interessante 
Varan hat sich von der langen und schweren Reise wieder 
relativ gut erholt, erschien aber bei weitem nicht so 
bösartig und angriffslustig als der vor einigen Jahren 
durch Herrn Scherer gepflegte Nilwaran. 

Donnerstag, den 18. August 1904. 

Der schwache Besuch der letzten und auch dieser 
Versammlung ist wohl der Ferienzeit zuzuschreiben. 
Übliche Protokollverlesung und Genehmigung. Im Ein- 
lauf: Karte unseres Herrn Dr. med. Brunner, der gegen- 



wärtig im Urlaub weilt. Offerte Reichelt. Der Vor- 
sitzende gibt aus der Gemeindezeitung (Plenarsitzung des 
Magistrats vom 9. August 1904) folgendes bekannt : „Ent- 
sprechend dem Antrage der Schulleitung und des Herrn 
Verwaltungsrates der Schule am Elisabethplatz wurden 
mit Rücksicht auf die vom technischen Schulreferat 
gleichfalls befürwortete Schaffung eines eigenenAqua- 
rium- bezw. Terrarium-Raumes die vom Stadtbau- 
amte veranschlagten Kosten im Betrage von 1300 Mk. 
genehmigt." Es sind das ganz beträchtliche Mittel, welche 
die hiesige Stadtgemeinde für eine schöne Sache seit 
Jahren opfert. Bedauerlich bleibt indes, daß der Zweck 
in vielen Fällen nur in sehr unvollkommener Weise er- 
reicht wird. Zeitschriften: „Wochenschrift" No. 19 u. 20. 
Mehrere Aufsätze werden dem hauptsächlichsten Inhalte 
nach bekannt gegeben. „Nerthus" Heft No. 16. Hartmann- 
Münster bringt einige bemerkenswerte Mitteilungen über 
Alytes obstetricans ; Zoologischer Garten No. 8. Dr. Krefft 
bringt den Schluß seiner „Herpetologischen Reiseerlebnisse 
in Hinterindien." Man möchte Herrn Krefft um seine 
weiten Reisen, um seine schöne Beobachtungen, die er in 
Britanniens Kaiserreich machen konnte, eigentlich so recht 
beneiden, oder was besser wäre, mit ihm im fernen Indien 
auf Rana erythraea, Bufo melanostictus und Eäcophorus, 
auf Calotes cristatellus und Draco volans Jagd machen, und 
diese Tiere beobachten zu können. — Zur Vorzeigung und 
Erläuterung gelangt durch Herrn Müller ein mächtiges 
ausgewachsenes Männchen von Testudo marginata vom 
Hymettos bei Athen. Diese Landschildkröte hatte Herr 
Müller nebst einem ebenfalls sehr großen Weibchen in 
Griechenland selbst erbeutet. — Ein Herr Herrle aus. 
Nürnberg, der als Gast der Versammlung anwohnte, er- 
sucht um Tauschangebote fremdländischer Fische gegen 
eine größere Partie Mehlwürmer. 

,,Wasserrose"j Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Dresden. 

Vereinslokal: Restaurant „Viktoriahaus", Seestraße. 
Versammlung vom 3. Dezember 1904. 
Während der Monate Dezember und Januar über- 
nimmt der IL Vorsitzende, Herr Dir. Hammer, die Leitung 
der Vereinsgeschäfte. Die Herren H. Volbrecht-Dresden 
und Karl Stansch-Braunschweig werden als Mitglieder 
aufgenommen. Zur Mitgliedschaft melden sich an die als 
Gäste anwesenden Herren Oskar Richter, Eisenbahn- 
Assistent, Stetzsch b. Cossebaude, Schulstraße 28, p. und 
Hermann Stockmann, Sekretär, Dresden, Pfotenhauer- 
straße 13, III. Ein Herr Wilhelm Kölsch, Mainz, bittet 
um Übersendung unserer Satzungen. Bei Herrn Thumm 
haben rote Posthornschnecken seit dem 28. November 
43 Laichballen, bestehend aus je 18 bis 63 Eiern, ab- 
gesetzt bei einer Wassertemperatur von ca. 25° O. und 
Fütterung mit gebrühtem Bartmann'schem Futter. Von 
der zu erwartenden Nachzucht stellt Herr Th. dem Verein 
100 Stück als Stiftung in Aussicht. „Wochenschrift" 
No. 35 bringt Abbildung und Beschreibung eines neuen 
lebendgebärenden Zahnkarpfens. In dem Bericht des 
Dortmunder Vereins vom 18. November 1904 lesen wir, 
daß Girardinus (species?) monatelang keiner künstlichen 
Fütterung bedürfen, sofern sie in nicht zu großer Anzahl 
in gut bepflanzten Bassins gehalten werden. AVir nehmen 
an, daß es sich bei den zu Grunde liegenden Beobachtungen 
um große, mit Schnecken besetzte Aquarien haudelt, in 
die früher auch schon andere niedere Wassertiere ein- 
gebracht, bezw. eingeschleppt worden waren, daß also 
Schneckeneier, junge Schnecken und Kruster, vielleicht 



Vereins-Nachrichten . 



19 



auch Wasserasseln und Tubifex zur Ernährung der Fische 
beitrugen. „Natur u. Haus" enthält den Schluß des Be- 
richtes über uusere Ausstellung, sowie aus der Feder 
unseres Herrn Engmann Beschreibung eines Glasbeckens 
mit eingekitteter Metallheizkapsel. „Blätter" No. 23 
Artikel über „Geburtsakt bei Mollienisia formosa Girard 
und Barbus (vittatus) spec.?" Zu dem Bericht des „Heros"- 
Nürnberg vom 13. September haben wir zu bemerken, 
daß ältere männliche Exemplare des Chanchito (Heros 
facetus Steinet, jetzt Cichlasoma facetum Steind.) fast stets 
spitz auslaufende Bücken-. Bauch- und Afterflossen haben, 
die kritisierten Abbildungen also nicht ohne weiteres als 
unrichtig bezeichnet werden können. In dem Bericht der 
„Hertha" -Berlin vom 17. November können wir dem 
Passus über Callichthys fasciatus nicht in allen Punkten 
beipflichten. Die Befruchtung der Eier geht unserer An- 
sicht nach, ebenso wie bei C. punetatus, in den taschen- 
artig zusammengefalteten Bauchflossen des Weibchens 
vor sich (vgl. Artikel unseres Herrn Liebscher über 
Callichthys punetatus D'Orb in No. 10 der „Blätter", 
sowie Bericht der „Vallisneria"-Magdeburg vom 23. Aug. 
in No. 22 der „Blätter"); ein „Anheften" des Sperma an 
Pflanzen oder Scheiben erscheint uns überhaupt aus- 
geschlossen. Ferner haben wir festgestellt, daß C. fasci- 
atus bereits im Alter von einem halben Jahre zur Fort- 
pflanzung schreiten kann (vgl. unseren Bericht vom 
1.9. Nov.) Auf die in Aussicht gestellte Veröffentlichung 
des Herrn Dr. Bade über Bau der Kopulationsorgane 
unserer Kärpflinge (vgl. unseren Bericht vom 6. Dez. 
1902 in „Natur u. Haus" XL Jahrg., Heft 7, sowie Ab- 
bildung iu Heft 14) und besonders auf seine Theorie über 
Bastardierung (vgl. „Blätter" XIV, No. 5 „Lebendig 
gebärende Kärpflinge" von Johs. Peter-Hamburg und 
Bericht der „Vallisneria"-Magdeburg vom 27. Januar 1903) 
sind wir gespannt, denn wir haben inzwischen so manche 
Kreuzung erzielt, die früher als ausgeschlossen galt. So- 
bald die Sache reif, weiden auch wir damit in die Öffent- 
lichkeit treten. Bei Herrn Kleeberg haben Rivulus elegans 
abgelaicht. Die Eier werden in ähnlicher Weise abgesetzt 
wie bei Haplochilus panchax; auch sind sie den Eiern 
dieses Fisches im Aussehen sehr ähnlich, scheinen aber 
in größerer Anzahl abgesetzt zu werden. Bei Herrn 
Riedner schritten ein Geophagus brasiliensis <3 und ein 
Geophagus gymnogenys $ zusammen zum Laichen; die 
Jungen, von welchen noch 6 Stück leben, sind jetzt 

3 bis 4 Wochen alt. Im Anschluß an unsere Mitteilung 
über Seepferdchen-Brut im Seewasser-Aquarium unseres 
Herrn Skell (Bericht vom 17. September „Natur u. Haus" 
No. 3 und „Blätter" No. 22) geben wir nachstehend die 
Beobachtungen unseres Herrn Klemm. Derselbe berichtet 
wie folgt: „Ich erhielt am 12. Juni 1903 von Herrn Skell 
2 Stück frisch importierte Seepferdchen (Hippocampus 
antiquorum). Als ich am 30. desselben Monats abends 
in der 10. Stunde zufällig nach meinen Tierchen sah, 
bemerkte ich, daß das eine, welches bei Erhalt schon 
einen stark aufgeblähten Leib hatte, an einem Ast fest- 
geklammert, sich heftig wand. Es hatte den Anschein 
als ob das Tier etwas zu großes verschluckt hätte, das 
es nicht hinabschlingen könnte; zugleich bemerkte ich, 
daß es pressende Bewegungen mit der Leibeshülle aus- 
führte. Plötzlich kamen dann 2 junge Seepferdchen zum 
Vorschein, welche zu Boden sanken und sich hilflos da- 
selbst wanden, aber nach einigen Augenblicken munter 
in die Höhe schwammen und zwar aufrecht wie die alten. 
Leider hatte ich 3 Kärpflinge dabei, welche die Tierchen 
sofort wegschnappten. Natürlich fing ich die Fische gleich 
heraus und konnte nun in Ruhe die verschiedenen Ge- 
burtsakte beobachten. Die Pausen zwischen den einzelnen 
Ausstoßungen waren sehr verschieden, anfangs 2 — 3 Mi- 
nuten, später manchmal über '^ Stunde, sodaß ich mehrmals 
glaubte, die Sache wäre zu Ende, doch ging es unter 
heftigem Pressen mit längeren oder kürzeren Unter- 
brechungen weiter. Um Mitternacht ging ich dann zu 
Bett und als ich am Morgen nachsah, fand ich noch 

4 Stück Junge im Becken vor. Das Männchen saß noch 
an dem Platze, wo es abends gesessen hatte ; die Brut- 
tasche, welche merklich kleiner zu sein schien, wurde noch 
mehrmals aufgebläht, doch ohne etwas auszustoßen. Das 
Weibchen hatte sich in der Nähe des Männchens be- 
funden, aber wohl nicht aus Sorge um die Jungen. Ich 
beobachtete vielmehr, daß das Weibchen nach den zu 



Boden gesunkenen Jungen schnappte; dieselben wurden 
wieder ausgespieen, waren aber dann leider schon tot. 
Zu bemerken habe ich noch, daß meistens 2 Junge zu 
fast gleicher Zeit ausgestoßen wurden, doch kamen auch 
einzelne zur Welt. Ihre Größe ist schwer zu messen, da 
sie gekrümmt wie die Alten schwimmen; die größten 
waren wohl ungefähr 1 '/ 2 cm groß, die meisten aber 
kleiner. Wieviel Tiere geboren wurden, kann ich nicht 
sagen, da die Kärpflinge wahrscheinlich schon ein Teil 
verzehrt hatten, als ich hinzukam, viele sich auch hinter 
die Felsen verkrochen haben können. Aktinien waren in 
diesem Behälter nicht. Am zweiten Tage fand ich nur 
noch ein Junges, welches abends dann aber auch ver- 
schwunden war; ob es von den Alten getötet worden 
oder eines natürlichen Todes gestorben ist, vermag ich 
nicht zu sagen. Die Wassertemperatur betrug zirka 24° 
Celsius; das Wasser war künstliches. An der Hinfällig- 
keit der jungen Seepferdchen dürfte besonders der Mangel 
an geeigneter kleiner lebender Nahrung, sowie vielleicht 
auch das künstliche Wasser die Schuld tragen." Der vor- 
beschriebene Geburtsakt ist bekanntlich der zweite Teil 
des Fortpflanzungsgeschäftes; einige Zeit vorher werden 
die Eier von dem Weibchen abgegeben und auf bis jetzt 
noch nicht beobachtete Weise in der Bruttasche des 
Männchens untergebracht, woselbst sie von dem Männchen 
befruchtet und ausgetragen werden (vgl. „Blätter" XV 
No. 1 „Die Pflege der Büschelkiemer im Seewasser- 
aquarium" von Dr. S. Kreisler). Daß der Scheibenbarsch 
(Mesogonistius chaetodon) gar nicht sehr empfindlich, 
sondern im Gegenteil recht widerstandsfähig ist, beweist 
die Tatsache, daß sich solche in einem unserer Aquarien 
im Zoologischen Garten bei ö 1 ^ Celsius ganz wohl zu 
fühlen schienen, sowie daß ein Tier, welches bei einer 
Polypenvertilgungskur versehentlich im Becken geblieben 
war, 5 Stunden lang eine blaurote Lösung übermangan- 
saures Kali, und im Anschluß daran eine ganze Nacht 
Wässern (direkt von der Leitung) überstand ohne Schaden 
zu nehmen. Als gutes und für die allermeisten Pflanzen 
unschädliches Mittel zur Polypenvertilgung wird fast ein- 
stimmig Erwärmung des Aquarienwassers auf zirka 38° 
Celsius (nach Entfernung der höheren Tiere) empfohlen. 
Das erwärmte Wasser wird eine Viertelstunde lang im 
Beckeu belassen, dann abgezogen und durch neues ab- 
gestandenes ersetzt, wonach die Tiere eventuell sofort 
wieder eingesetzt werden können. Herr Engmann bringt 
50 Stück junge Chanchitos, Herr Liebscher verschiedene 
Wasserpflanzen zur Gratis -Verteilung unter die Inter- 
essenten, wofür wir bestens danken. 

W. Schaeffer, Schriftführer, Uhlandstr. 38, I. 

„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu Nürnberg. (E. V.) 

Vereinslokal: „Krokodil", Weintraubenstr. 

Sitzung vom 1. November 1904. 
Anwesend sind 28 Mitglieder, außerdem als Gäste die 
Herren Felsberg, Herold und Amier. Im Einlauf befand 
sich eine Einladung des Vereins „Iris"-Fürth zu dem am 
15. Nov. stattfindenden I. Stiftungsfest; Einladung zur Aus- 
stellung des Vereins „Salvinia" -Hamburg vom 3. — 6. Dez. 
und eine Postkarte des Herrn Rudolf Mandee-Prag, durch 
welche wir Mitteilung erhalten, daß dieser Herr beab- 
sichtigt, ein „Jahrbuch für Aquarien- u. Terrarienfreunde" 
herauszugeben. — Aus den eingelaufenen Zeitschriften 
gelangten verschiedene Artikel zur Besprechung. Heft 19 
der „Blätter" bringt einen Aufsatz: „Ausstellungsweseir' 
aus der Feder eines Nürnberger Liebhabers. Der betr. 
Verfasser will es offenbar in seiner Kritik mit niemand 
verderben, läßt aber unzweideutig durchblicken, daß der 
„Heros" zwar durch seine Ausstellung Propaganda für 
sich gemacht habe, allein im Rahmen der „Fischerei- 
ausstellung" kam dieselbe doch nicht so zur richtigen 
Geltung, wie sie es verdient hätte, denn alle Lobes- 
bezeugungen kamen insgesamt den Berufsfischern zugute. 
Dieses dürfte allerdings bis zu einem gewissen Grade zu- 
treffen; der Laie und der sich überhaupt nicht besonders 
um die Aquarienkunde kümmernde, oberflächlich be- 
urteilende Besucher dürfte ja kein Interesse daran haben, 
wer und wie das einzelne zur Ausstellung gebracht wurde. 
Die vielen Anerkennungen aber, die dem „Heros" zuteil 
wurden, beweisen uns, daß man recht gut unsere Leistungen 
zu schätzen wußte und daß der „Heros" nicht allgemein 



20 



Vereins-Nachrichten. 



als eine Unterabteilung des „Fischereivereins" angesehen 
wurde. — Mit einem sehr interessanten Artikel über 
„Meeresalgen im Seewasser- Aquarium" erfreut uns in 
gleicher No. Herr Dr. P. Kämmerer. Leider finden auch 
hier wieder die Seewasser-Aquarianer bestätigt, daß ihr 
ersehnter Wunsch, Seepüanzen zu kultivieren, nicht er- 
reichbar ist. Als hauptsächlichster Gegner der Erhaltung 
solcher Pflanzen ist die, freilich auch nicht fehlen dürfende 
Durchlüftung zu betrachten. — Den Tetragonopterus spec. 
im Aquarium zu züchten, ist Herrn Stehr-Berlin gelungen. 
Derselbe schildert in fesselnder Weise Pflege und Zucht 
dieses äußerst lebhaften und dankbaren Fischchens, dessen 
leichte Haltung wir nur bestätigen können. — No. 20 
der „Blätter" bringt den Schluß der von Herrn Sigl- 
München verfaßten, äußerst interessanten Abhandlung über 
„Süßwasser- Mollusken- Fauna der nächsten Umgegend 
Münchens und ihr Wert für das Aquarium". Da wir seit 
einiger Zeit bestrebt sind, die gleichen Beobachtungen 
und Sammlungen der in hiesigen Gewässern vorkommenden 
Weichtiere zu verfolgen, sind wir für die erwähnte Arbeit 
sehr dankbar. — „Am Wendepunkt!" betitelt sich ein 
weiterer Aufsatz eines Münchener Herrn, dessen Aus- 
führungen wir nur zustimmen können. — Aus unseren 
westafrikanischen Kolonien führt uns in „N. u. H." Heft 3 
Herr Dr. med. Schnee in Bild und Wort einige Schild- 
kröten vor, während uns Herr Dr. med. W. Roth-Zürich 
in einer weiteren (5.) seiner lehrreichen Abhandlungen 
mit dem Wesen des grauen Stars bei Aquarienfischen be- 
kannt macht. — Eine Lanze für das Seewasseraquarium 
bricht in gleicher Zeitschrift wiederum Herr L. Schmitt 
(„Aktinia" -Plauen), welcher gelegentlich der hiesigen Aus- 
stellung große Anerkennung geerntet hat und für seine 
reichhaltige und mustergiltige Sammlung mit der goldenen 
Medaille bedacht wurde. - Heft 22 der „Nerthus" bringt 
den Schluß zu dem Artikel des Herrn C. Brüning über 
„Fischkrankheiten im Aquarium". Der Verfasser macht 
uns mit einigen Urtieren bekannt, in erster Linie mit den 
Myxosporidien, die recht häufig in den Kleinkrebschen, 
mit denen wir unsere Fische füttern, ihren Sitz haben, 
auf diese Weise in den Körper des Fisches gelangen und 
diesen infizieren. Solche Daphnien, die in ihrem Körper 
kalkigweiße Stellen zeigen, sind lieber wegzuschütten, 
denn sie bergen diese Parasiten in großer Menge in sich. 
— Blühende Aponogeton distachyus (Wasserähre) besitzt 
gegenwärtig Herr Fahrenholtz. Dieser und Herr Scholz 
besprechen eingehend die Pflege dieser Pflanze und sind 
sich darin einig, daß sich dieselbe nur schön in einem 
Aquarium entwickelt, in dem keine, oder doch nur wenig 
kleine Fische sind. Herr Fischer macht gleichfalls Mit- 
teilung über seine jetzt noch üppig blühende Sagittaria 
chinensis. — Mehrere nach der Ausstellung in den Besitz 
des Herrn Fischer gelangte Higoi (japanischer Gold- 
karpfen) waren so stark verpilzt, daß sie teilweise wie 
mit Flaum überzogen aussahen i*nd die Flossen ganz ab- 
gefressen waren. Genannter Herr stellte diese Patienten 
völlig dunkel und nach 14 Tagen waren sie wieder ge- 
sund. Heute nach 6 Wochen haben die Fische wieder 
ihren Flossenschmuck und erfreuen durch ihr munteres 
Wesen ihren Besitzer. Gleiches Resultat erzielte auch 
im vorigen Jahre Herr Lutz mit Ellritzen. — Zur Präpa- 
ratensammlung spendete Herr Wendler zwei Eidechsen 
(Trockenpräparate), welche in Zedernholz befindlich, 
lebend aus Florida importiert wurden. — Eine Quantität 
Sumpf- und Wasserpflanzen, durch Herrn Ob. -Ingenieur 
Längenfelder gespendet, wurden zu Gunsten der „Büchse" 
abgegeben und dafür der Betrag von 1,15 Mk. vereinnahmt. 
Gleichfalls zu Gunsten der Kasse spendete Herr Kalb eine 
große Kanne voll Daphnien, welches Vorgehen allseitig 
freudig begrüßt wurde. 

Verein der „Aquarien- und Terrarienfreunde" 
zu Berlin. 

Vereinslokal: Garske's Restaurant, Prenzlauerstr. No. 41. 
Sitzung vom 9. November 1904. 
Das Protokoll der letzten Sitzung wurde verlesen 
und genehmigt. Im Einlauf befand sich „Natur u. Haus". 
Aufgenommen wurde Herr Alfred Wendorf, Rixdorf. 
Vom Vorstand ist der Antrag eingelaufen, die „Wochen- 
schrift" in 2 Exempl. zu abonnieren und wurde dieser 
einstimmig angenommen. Hierauf gelangte der Artikel aus 
der „Wochenschrift" „Gegen die Gyrodactylus-Seuche" 
von Dr. W. Roth zur Verlesung. In der Besprechung 



des Vorgelesenen wurde betont, daß es für ein unbewaff- 
netes Auge sehr schwierig, wenn nicht unmöglich sei, den 
oder die Parasiten zu bestimmen, wenn die Krankheit in 
der Entwicklung begriffen ist. Den Mitgliedern wurde 
empfohlen, das Rezept von Herrn Dr. W. Roth bei von 
Gyrodactylus befallenen Fischen in Anwendung zu bringen 
und das Resultat bekannt zu geben. Die Debatte über 
den nun vorgelesenen Artikel „Über den grauen Star" 
(siehe „Natur u. Haus" XV. 3) war auch hier sehr in- 
haltlich und reich an Vorschlägen zur Bekämpfung der 
Augenkrankheiten im allgemeinen. Herr Reimann be- 
richtete über eine Operation bei einem Chanchito, welcher 
am grauen Star erkrankt war. Da kein Mittel einschlug, 
so wurde dem Fisch mit Gewalt die gebildete Schicht von 
dem Auge abgelöst, worauf derselbe gesundete und 
heute noch lebt. Die Herren Kupczyk und Hampel 
empfahlen dunkel und warm stellen und Herr Lüdecke hat 
mit Kamillenbädern bei Kampffischen Besserung erreicht. 

— Die in der letzten Sitzung abgebrochene Debatte über 
die Kultur von Sagittaria- Arten wurde hierauf fortgesetzt. 
Herr Reimann glaubte auf Grund seiner Erfahrungen be- 
haupten zu können, daß Sag. jap. Knollen, welche auf 
dem Grund schwimmen, nicht keimfähig wären. Herr 
Wendorf hat dieselbe Erfahrung gemacht und Herr Herja 
die entgegengesetzte. Bei letzterem haben 6 unter der 
Wasseroberfläche schwimmende Knollen nicht gekeimt 
und bei Herrn Kupczyk alle, und zwar waren dieselben 
mit beiden Eigenschaften vertreten. Von der einen Seite 
wurde behauptet, daß zu starkes Blühen, auf der anderen 
Seite dem mageren Bodengrund die Schuld gegeben. 
Den natürlichsten Standpunkt vertrat Herr Palm, nämlich 
den, die Knollen im Herbst nicht zu entfernen, sondern 
erst im Frühjahr die jungen Pflänzchen umzupflanzen. 

— Herr Lüdecke richtete die Ermahnung an die Mit- 
glieder, von den Vorzugsbillets zum Berliner Aquarium 
regen Gebrauch zu machen. ■ — Der Vors. gibt bekannt, 
daß die Bibliotheksbücher zwecks Neuaufnahme im Bücher- 
verzeichnis eingezogen werden und ersucht, die geliehenen 
Bücher abzuliefern. Zur Verlosung gelangten 15 junge 
Chanchitos. J. K. 

„Hertha", Vereinigung für Aquarien- und Terrarien- 
kunde zu Berlin. 

Sitzungslokal: „Wendt's Centralclubhaus", am Königs- 
graben 14 a. 
Sitzung: Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. 

Sitzung vom 1. Dezember 1904. 
Die in der „Nerthus" befindliche Abbildung der 
Ursinischen Viper läßt bedauerlicherweise sehr wenig von 
dem Tier, das hinter Pflanzen verborgen ist sehen, letztere 
dagegen sind gut abgebildet. Die in der „Wochenschrift" 
No. 34 von Herrn W. Köhler-Magdeburg besprochene neu 
importierte Callidithys-Arh scheint der 1899 von P. Matte 
importierte, und von Hilgendorf bestimmte Cattichthys 
callichthys zu sein. Unter Vorzeigung von Abbildungen 
der Hydra wurde Bau und Wesen dieses im Aquarium 
ungern gesehenen Gastes und seine Vertreibung be- 
sprochen. Hier wurde auch der Salz- und Formalin- 
lösungen gedacht, mit denen gute Erfolge erzielt worden 
sind. Im Anschluß hieran verlas Herr Schwieder einige 
geschichtliche Daten über die Entdeckung der Hydra, 
die zeigten, welch großes Aufsehen dies winzige Tierchen 
im 18. Jahrhundert erregte. Sodann hielt Herr Dr. Bade 
einen Vortrag über die Heizungsfrage, die, wenn auch dem 
Erfahrenen bekannt, für den Anfänger von großer Be- 
deutung ist. Aus dem Vortrage ging hervor, daß von 
allen bisher erschienenen Apparaten zur Heizung der 
Elementgläser durch Einstellen der „Lipsia"-Apparat vor- 
zuziehen ist. Sonst aber ist die Wendorfsche Heizung 
empfehlenswert, bei welcher das Wasser in einem zwischen 
Glas- und eingesetzten Zinkboden befindlichen Raum ver- 
mittelst einer untergesetzten Flamme erwärmt und durch 
nach oben führende Röhren dem Aquariumraum zugeführt 
wird. Empfehlenswert ist es, zwischen Flamme und Glas- 
boden eine auf einer Zinkfläche ausgebreitete Sandlage 
einzuschalten, da es sonst leicht vorkommen kann, daß 
bei zu großer Flamme das Glas springt. Für gekittete 
Aquarien ist die „Triumph"-Heizung die geeignetste. An 
den Vortrag schloß sich ein lebhafter Erfahrungsaustausch 
über die Heizungsfrage. — Den Schluß der interessanten 
Sitzung bildete eine Gratisverlosung verschiedener Aqua- 
rienfische. Schluß der Sitzung 12^2 Uhr. G. S. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin 0. 17, Stralauer Allee 25 ; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
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ein jeder Liebhaber, sei er Anfänger oder bereits ein Kundigerer, viel 
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erscheinen vom 1. Januar 1905 an wöchentlich und können sowohl 
durch den Buchhandel, als auch durch die Post (Postzeitungs-Preisliste 
Seite 56) bezogen werden, auch werden dieselben gegen vorherige 
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b) alle Bestellungen auf Abonnements. Inserate u. drg]. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sehe Verlagsbuchhandlung 
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bitten wir zu beachten, daß der 

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bis III broschiert ä Mk. 3. Bd. V— VIEL broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
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Genaue Beobachtungen sind nur an lebenden Wesen zu machen. Bei den 
Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien -Arten gewährt der Verfasser 
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19. Januar 1905. 



Jahrgang XVI. 



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INHALT 



Einiges über Krokodile, was 
ich von ihnen sah u. hörte. 
Eine Exkursion nach Mariout. 
Der Lachs im Amur. 
Musikalische Fische. 



Kleine Mitteilungen: 

Die I. Ausstellung von 
Aquarien und Terrarien 
des Vereines „Wasser- 
stern" in Augsburg 1904. 

Ampullaria gigas. 

Ampullaria gigas. 



Vereinsnachrichten : 
Hamburg, Berlin, Ham- 
burg, Berlin, Berlin, Mün- 
chen. 




Blätter 



fü r 



/AQUARIEN- 



und 



TERRARIEN- 
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Jährlich 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 







MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

Breiteweg 156. 



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I Aunahme von Anzeigen in der Creutz'echeu | 
= Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sowie | 
= in allen Annonzengesehäften. | 

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Anzeigen. 

Inserate müssen bis spätestens Sonntag früh in 

Händen der Verlagsbuchhandlung in .Magdeburg 

sein. 



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1 Die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum | 
| wird mit 20 Pfg. berechnet. = 

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99 



TMȣtOM2 g ' 



Verein für Aquarien^ und Terrarienkunde zu Berlin. 

Eingetragener Verein. 



15. ordentliche Sitzung 

am Freitag-, den 20. Januar 1905, abends pünktlich 8% Uhr, 

im Vereinslokal Eestaurant Oscar Oertler N.W. 6, Karlstr. 27, part. 

Tages-Ordnung: 

1. Verlesung des Protokolls der letzten ordentlichen Sitzung. 

2. Aufnahmen, Anmeldungen, Abmeldungen, Wohnungsveränderungen. 

Es stellen Antrag zur Aufnahme als ordentliches Mitglied; 
Herr Dr. med. Paul Schnee, Gr. Lichterfelde b. Berlin, 

als außerordentliches Mitglied: 

Herr Hr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25, 

„ G. Boederer, Chemiker, Straßburg i. E., Apfelstraße 2, 
„ Eug. Wabnitz, Friedhofverwalter, Mühlhausen, Evang. Friedhof, 
„ Albert Graf von Schlippenbach- Arendsee b. Schönermark, 
Kr. Prenzlau. 
Es melden ihren Austritt an per 1. April: 
Herr Heinrich Steiner, Nürnberg, 

„ Dr. L. Schreiner, Barmen-Bittershausen. 

3. Geschäftliches. 

4. Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei, u. a. Vortrag des Herrn Dr. 

Bade: Der Schleierschwanz und sein Bau mit besonderer Berücksichtigung 
der Verdoppelung der After- und Schwanzflossen. Vortrag des Herrn 
A. Michow über „Modefische 1905" unter Vorzeigung folgender Arten: 
1. Barbus ticto recte Barbus phyrrhopterus, 2. Barbus spec? recte Barbus 
ticto, 3. Barbus vittatus recte Barbus spec?, 4. Capoeta damascina recte 
Capoeta spec?, 5. Nuria danrica. 

5. Vorzeigung interessanter Tiere, Pflanzen, Hilfsmittel usw. 

6. Fragekasten. 

7. Versteigerungen. 

8 a. Zu kaufen gesucht. 

„Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde", Jahrgang 1 — 4 und 
7—13, ferner Heft 10 und 11 vom 11. Jahrgang und Heft 14, 15, 16, 
17, 18, 19, 20, 21, 24 vom 12. Jahrgang sucht zu kaufen P. Brandt, 
Schöneberg-Berlin, Hauptstr. 84 und bittet um Offerte. 

Spelerpes ruber A. Michow-Berlin, Königin Augustastr. 38. 

b. Zu verkaufen. 

Wegen Aufgabe der Liebhaberei: Geophagus Zuchtpaar und Junge, 
Schleierschwänze Zuchtpaar und Junge. H. Paetsch, Wilmersdorf 
b. Berlin, Prager Platz 3. 

c. Tauschangebote. 

Diejenigen unserer Mitglieder, die noch einige Nummern der „Wochenschrift" 
zwecks Vervollständigung des Jahrganges benötigen, können diese gegen Porto- 
einsendung von unserer Geschäftsstelle Herrn Bud. Lentz, Berlin S.O. 26, 
Beichenbergerstr. 35 erhalten. 



In den Sitzungen ist lebendes Fischfutter käuflich zu haben, 
gefäße sind mitzubringen oder in den Sitzungen leihweise zu haben. 



Transport- 



Gäste willkommen! 



Der Vorstand. I. A.: 

E. Diewitz, H. Vorsitzender, Berlin N.W. 40, Heidestraße 33. 
F. Gehre, I. Schriftführer, Berlin N. 4, Invalidenstraße 23. 



Zur gefä. B&arrMittMMMff ! 

Um mehrfachen Wünschen unserer Mitglieder nachzukommen, haben wir vom Januar 
d. J. ab eine besondere Abteilung für den An- u. Verkauf v. Tieren, Pflanzen usw. eingerichtet. 

Wir bitten unsere geehrten Mitglieder, welche Fische, Reptilien, Amphibien usw. usw. 
abzugebe» haben oder zu kaufen wünschen, sich dieserhalb diivkt an die 
Import- & Versand-Abteilung des „Triton" z.H. des Herrn Paul Brandt Schöneberg-Berlin, Hauptstr. 84 
zu wenden. 

Importeure und Züchter werden gebeten, uns stets möglichst sofort nach Einführung 
einer Neuheit resp. bei Abgabe von Nachzucht neuer Einführungen, Offerte unterbreiten 
zu wollen. — Alle Sendungen sind an obige Adresse zu richten. 




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Jahrgang XVI 
Heft 3. 




I^Jipf§a Illustrierte Wochen-Schrift für die 
Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 




(Nachdruck verboten.) 

Einiges über Krokodile, was ich von ihnen sah und hörte. 

Ein im ,.Triton" gehaltener Vortrag von Dr. med. Schnee. (Mit 6 Originalphotographien.) (Schluß.) 

as Krokodilweibchen führt die Sprößlinge höchst eigentümlich er Einrichtungen. Zum Schutze 
gewöhnlich nicht zum Strome, sondern seines Sehorganes findet sich bei ihm ein drittes 
Meinen Gräben und einsamen Tümpeln zu, wo sie durchsichtiges Augenlid, welches sich von der 
vor den Nachstellungen ihrer erwachsenen Ge- Nase her über dasselbe hinwegschiebt und dieses 
nossen, welche die Brut erbarmungslos auffressen leicht verletzliche Organ vor der Einwirkung 
würden, sicher sind und überläßt sie hier ihrem des Wassers schützt, ohne es dabei in seiner 
Schicksale; bei einer südamerikanischen Art Funktion irgendwie zu beeinträchtigen. Es ver- 
scheint die Mutter aber die Jungen noch längere dient bemerkt zu werden, daß diese sog. Nick- 
Zeit zu bewachen und im Notfalle energisch zu haut auch dann in Tätigkeit tritt, wenn man 
verteidigen. Ich habe solche jungen Tiere in z. B. dem Auge des Tieres seinen Finger nähert. 

Erst wenn 



den schma- 
len, sich 
durch die 
Sumpfwie- 
sen ziehen- 
den Grä- 
ben, die 
sich in den 
Mississippi 
ergießen, 
bemerkt 
und gefan- 
gen. Wenn 
man sie 

ergreift, 
zischen sie 
wie Gänse 




Originalaufnahme nach dem Leben 
für die „Blätter". 



er ganz 
nahe her- 
ankommt, 
treten die 

eigent- 
lichen Au- 
genlider, 
von denen 
obere 
mehr 
oder 
weni- 
ger 
knö- 
chern 
zu sein 
sich 
sich- 
und 



und versuchen zu beißen, wobei sie eine Gewandt- pflegt, in Funktion und legen 
heit entwickeln, welche man ihnen kaum zutrauen noch schützend über das durch- 
möchte. Freilich sind ihre feinen Zähnchen nicht tige hinweg. Während Nase 
im stände, die Haut zu durchdringen und ihre Ohröffnung Klappenverschlüsse besitzen, welche 
Wut deshalb eine ganz ungefährliche. Ihre sich beim Untertauchen schließen, ist für das 
Färbung weicht von jener der alten erheblich Maul dergleichen nicht vorgesehen. Da das 
ab, da sie eine Anzahl gelber Querbinden auf Krokodil bekanntlich lippenlos ist, so kann es 
dunklem Grunde zeigen, wie wohl jedem Lieb- die Kiefer nur durch Aneinanderlegen seiner 
haber bekannt sein dürfte. knöchernen Ränder schließen, was naturgemäß 
Entsprechend seiner unter Wasser betriebenen keinen wasserdichten Verschluß abgibt. Es 
Jagd auf Fische besitzt das Krokodil eine Reihe erscheint eigentlich unfaßbar, wie Tiere, die 



22 



Dr. med. Schnee: Einiges über Krokodile. — Eine Exkursion nach Mariout. 



ihr Maul nicht schließen können, unter Wasser 
auszuhalten vermögen, ohne zu ertrinken. Trotz- 
dem tauchen Krokodile vorzüglich, ja man sieht 
sie nicht selten mit offnem Rachen im Wasser 
liegen, sodaß ihnen dieses beständig hineinschlägt. 
Während ein Mensch oder jedes andere Tier 
in solcher Lage sogleich ertrinken müßte, da 
ihnen bei jedem Atemzuge Wasser in die Luft- 
röhre kommen würde, fühlt sich eine Panzer- 
echse in solcher Stellung sehr behaglich. Das 
Rätsel löst sich, wenn wir uns die eigentümlich 
gebaute Zunge des Tieres ansehen. Dieselbe 
ist fest mit dem Boden der Mundhöhle ver- 
wachsen und bildet vorn eine so kleine, flache 
Erhabenheit, daß man früher glaubte, Krokodile 
besäßen überhaupt keine solche. Ihr hinterer Teil 
bildet eine Art steife Querfalte, welche an den 
Gaumen fest angelegt werden kann, wodurch die 
innere Mündung der Nasenlöcher und die Luftröhre 
vom Maule gänzlich abgeschlossen wird. Das Tier 
atmet so bequem durch den hoch emporstehenden 
Schnauzenoberteil, welcher bei ihnen noch be- 
sonders beweglich ist, während der mit Wasser 
gefüllte Rachen sozusagen ausgeschaltet ist. 
Eine weitere Eigentümlichkeit besteht darin, 
daß bei manchen Krokodilen, wenn ich mich 
recht besinne aber nur bei Männchen, die vordere 
Spitze der Oberschnauze aufgetrieben ist, sodaß 
sie ein Reservoir für Luft bildet, die alsdann 
ja ein längeres Tauchen ermöglichen würde. 

In der Krokodilzunge hat man eine Anzahl 
von Körperchen gefunden, die man als Ge- 
schmackswärzchen gedeutet hat, ob mit Recht, 
erscheint allerdings zweifelhaft. Zunächst hat 
die Zunge an und für sich mit dem Schmecken 
gar nichts ' zu tun. Sie erhält diese Funktion 
erst sehr spät, nämlich bei den Säugern, ur- 
sprünglich ist sie ein Tastorgan, wie wir das 
bei Schlangen und Eidechsen noch typisch finden. 
Das bereits erwähnte seitliche Herumfahren 
mit geöffneter Schnauze, welches Alligatoren 
ausführen, die im Wasser gefüttert werden, hat 
offenbar, was auch schon Fischer in seinem 
„Terrarium" sagt, den Zweck, sich von der 
Gegenwart des Bissens vermöge ihrer Zunge, 
die ihnen dabei jedenfalls als Tastorgan 
dient, zu überzeugen. Ich glaube annehmen 
zu dürfen, daß die sog. Geschmacksknospen 
der Krokodile nichts anderes als solche Tast- 
organe sind, und das um so mehr, weil ich nicht 
einzusehen vermag, was einem Tier, das seine 
Beute ganz verschlingt oder falls jene dazu zu 
groß ist, in einige wenige Stücke zerreißt, reichlich 
entwickelte Schmeckvorrichtungen nützen sollen. 



Obwohl die Krokodile, der einzige bis auf 
die Jetztzeit gekommene Stamm riesenhafter 
Saurier, überwiegend schädlich sind, somit eine 
andauernde Verfolgung von Seiten des Menschen 
herausfordern und nötig machen, so gibt es 
doch einige Arten, welche unschädlich, ja sogar 
nützlich sind. Hierzu möchte ich namentlich 
das Stumpfschnauzenkrokodil Afrikas, den 
Gavial Indiens und auch den nordamerika- 
nischen Kaiman rechnen, trotzdem letzterer 
wegen seiner Gelüste nach dem zur Tränke 
kommenden Vieh sowie seiner gelegentlichen 
Angriffe auf Menschen nur in kleineren Exem- 
plaren zu dulden sein wird. Inbetreff des letzteren 
hat sich nämlich herausgestellt, daß er für die 
Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes in der 
Natur doch nicht so unbedeutend ist, als man 
bisher geglaubt hatte. In Florida, wo die früher 
häufigen Alligatoren heutzutage beinahe aus- 
gerottet sind, hat man das bitter gefühlt. Eine 
kaum glaubliche Vermehrung der Wasserratten 
und ähnlichen Gezüchtes belehrte die Über- 
raschten, daß der vielgeschmähte Alligator ein 
geheimer Wohltäter des Landes war. Infolge 
davon sind nicht nur strenge Schongesetze für 
das Tier erlassen, sondern die Stimmung des 
Publikums ist auch so umgeschlagen, daß 
amerikanische Blätter den früher Gehaßten 
heute für das netteste und harmloseste Tier 
der Welt erklären. 

Da man aber in den Vereinigten Staaten 
Gesetze meist nur deshalb macht, um sie über- 
treten zu können, so dürfte die Hoffnung, auf 
diese Weise die Rattenplage wieder loszuwerden, 
als eine recht unsichere zu bezeichnen sein. 



(Nachdruck verboten.) 

Eine Exkursion nach Mariout. 

nm^ml er kennt nicht aus den Beschreibungen 
ÜHÜlli der alten römischen Schriftsteller den 
berühmten Mareotis-Wein, der einst an den Ufern 
des gleichnamigen Sees nicht weit von Alexan- 
drien wuchs. Jetzt liegen diese Ufer unfruchtbar 
und verwüstet da, weil die Engländer im Anfang 
des vorigen Jahrhunderts die Landenge, die den 
See von dem Meere trennte, durchstochen haben, 
und so dem Meere Zutritt in den See gewährten, 
wodurch das Wasser des letzteren brakisch 
wurde und viele Dörfer zerstört wurden. 

Erst in letzter Zeit hat sich das allgemeine 
Interesse wieder diesen Gegenden zugewandt, 
dadurch, daß der Vizekönig große Ländereien 



Eine Exkursion nach Mariout. 



2B 



dort erworben hat und eine Kleinbahn die ver- 
schiedenen Dörfer mit Alexandrien verbindet. 

Der Einladung eines Bekannten Folge leistend, 
konnte ich mir den langersehnten Wunsch, diese 
so ganz von der Umgebung Alexandriens ver- 
schiedene Gegend kennen zu lernen, gewähren 
und eines August-Nachmittags brachte uns eine 
den langsamsten Klingelbahnen der Welt nichts 
nachgebende Kleinbahn nach fast zweistündiger 
Fahrt an unseren Bestimmungsort. 

Die Dämmerung war bereits hereingebrochen, 
als wir in dem Hause unseres Freundes an- 
kamen. An der Mauer desselben gelang mir 
noch der Fang zweier Geckos, eine der Tarentola 
mauritanica nahe verwandte Art, jedoch von 
ganz hellbrauner Farbe. 

Ein später nach dem Abendessen bei Mond- 
schein unternommener Ausflug hatte keinen Er- 
folg; auch Frösche sind in dieser wasserarmen 
Gegend nicht anzutreffen. 

Früh 
am ande- 
ren Mor- 
gen um 

5 Uhr 
geht es 
heraus, 
um dies- 
maleinen 
größeren 
Spazier- 
gang in 
die Wü- 
ste zu 

machen. Nach etwa einstündiger Wanderung 
ist unser erster Fang eine prachtvolle Agama 
inermis, der bald ein weiteres kleineres 
Exemplar nachfolgt. Sodann fangen wir ver- 
schiedene Acanihodactylus und zwar A. pardalis 
Licht, diese Art habe ich weder bei Alexandrien 
noch Kairo beobachtet, wo hauptsächlich A. 
boscianus resp. scutellatus vorkommen. Nun 
geht es weiter an einen alten verlassenen Stein- 
bruch, in dem wir außer dem Gerippe eines 
Kameeis nur die Haut einer Schlange, anscheinend 
einer Vipern-Art, finden. Einige mir unbekannte 
Geckos verschwinden in unzugänglichen Felsen- 
spalten und der Weg wird fortgesetzt. Meinem 
Begleiter gelingt es, eine sich flüchtende Spring- 
maus (Dipus aegyptius) mit wohlgezieltem 
Schrotschusse zu erlegen, während es ihm un- 
möglich ist, eins der vorsichtigen Wüstenhühner 
(Pterocles exustus) zur Strecke zu bringen. Hier 
fange ich auch ein Chamäleon und, unglaublich zu 




Originalaufnahme nach dem Leben 
für die „Blätter". 



sagen, mitten auf dem Sande der weit und breit 
keinen Baum, nicht einmal einen kleinen Strauch 
aufweisenden Wüste. Da sage man nun einmal, 
daß die Chamäleons ausschließlich Baumtiere sind! 
Noch einige weitere Acanthodactylus fallen 
uns zur Beute und wir müssen an den Heimweg 
denken, denn, obschon es erst 10 Uhr ist, brennt 
die Sonne doch unbarmherzig hernieder. Aber 
noch den besten Fang des Tages sollten wir 
hier machen! Am Eande des Sees entlang gehend, 
gewahren wir auf einmal eine große Eidechse, 
und noch bevor sich dieselbe in einer Höhle ver- 
stecken kann, ist sie in unserer Gewalt. Es ist 
eine etwa 45 cm große Eumeces schneideri Daud., 
die ziemlich leicht uns zur Beute geworden ist. 
Im Terrarinm vergräbt sich diese schöne Echse 
sofort in den Sand und nimmt als Lieblingsnahrung 
Kellerasseln, wovon allerdings hier in Alexandrien 
die in der Wüste vorkommende größere Art mit 
weißem Streifen nicht zu haoen ist. Ohne weite- 
ren Zwi- 
schenfall 

errei- 
chen wir 
ermüdet 
und sehr 
durstig 
gegen 12 
Uhr un- 
ser Haus. 
Zum 
Schlüsse 
möchte 
ich nicht 



Nilkrokodil (Crocodilus niloticus Law.) 
Besitzer: J. Reichelt, Berlin N. 



verfehlen, auf die sonderbare Mimikry-Stellung 
von Agama inermis aufmerksam zu machen. So- 
bald sich ein ihr gefährlich scheinendes Wesen 
nähert, nimmt sie ganz die Stellung einer Kröte an. 
Kopf und Schwanz werden eingezogen, der Rücken 
hoch aufgerichtet, ein wahrer Katzenbuckel ge- 
macht, und der Kehlsack wird aufgeblasen. In 
dieser Stellung verharrt sie, bis die Gefahr vorüber. 
Sollte diesem Gebahren nicht vielleicht die Nach- 
ahmung einer Kröte zu Grunde liegen? Soll 
doch die den nordamerikanischen Kröten-Echsen 
(Phrynosoma) von der Natur verliehene Gestalt 
das einzige Verteidigungs- resp. Schutzmittel 
dieser harmlosen Geschöpfe sein. Die Kröte wird 
doch wohl von den meisten Feinden der Echsen 
verschmäht, so daß damit sehr gut das eigen- 
tümliche Gebahren der sich bedroht glaubenden 
Agama zu erklären sein dürfte. 

Ramleh, Oktober 04. Ad. Andres, 

Mitglied der „Isis"-AIünchen. 



24 



Der Lachs im Amur. 




Der Lachs im Amur.*) 

on den beiden Lachsarten des Amur steigt 
in beträchtlicher Anzahl Salmo largo- 
cephälus, hier „Keta" genannt, in den Fluß auf. 
Die Größe des Fisches ist sehr verschieden; im 
Durchschnitt ist dieser Lachs etwa 3 — 4 1 / 2 kg. 
schwer, einzelne erreichen auch ein Gewicht 
von 6— 7^2 kg. Er steigt zweimal im Jahre, im 
Sommer von Ende Juni bis Ende Juli, im 
Herbst von Mitte August bis Mitte September. 
Im Sommer kommen kleinere Fische, im Herbst 
größere. Die Männchen zeichnen sich vor den 
Weibchen durch Bezahnung aus, und die größeren 
haben gelbliche Flecken und Streifen, 
daß es aussieht, als hätten sie die Gallsucht. 
In der Tat mögen diese Flecken und Streifen 
mit besonderem Erguß der Galle und Ver- 
dauungsstörungen in Zusammenhang stehen, da 
die Tiere im Fluß nichts fressen sollen. 
Stellenweise werden an den Ufern tote Lachse 
in solchen Mengen gefunden, daß die Luft der 
ganzen Gegend dadurch verpestet wird. Einige 
meinen, dieMännchen kämpften miteinander 
und töteten sich. Aber das Hinausgeraten 
auf das Ufer scheint doch mehr durch das 
Drängen sehr großer Fischmassen veranlaßt zu 
sein; wenigstens hat man in Europa und Amerika 
nichts von solchen Kämpfen bemerkt. Die 
zweite Lachsart, die Gorbascha, „Buckelfisch", 
genannt wird (Salmo proteus), ist viel kleiner, 
im Amur nur V/ 2 — 2 x / 2 kg. schwer. Sie hat 
ihren Namen davon, daß namentlich das Männchen 
einen mehr oder weniger gewölbten Rücken hat; 
einzelne bekommen geradezu einen Höcker im 
Nacken. Sie unterscheidet sich dadurch von 
der Keta, daß sie feinere Schuppen hat und 
die Schwanzflosse, bisweilen der ganze Schwanz- 
teil des Körpers, längliche, dunkle Flecken zeigt. 
Ihr Fleisch ' ist viel zarter und schmackhafter, 
das Salzen gelingt bei ihr darum schwerer, als 
bei der Keta. Früher salzte man den Buckel- 
lachs am Amur überhaupt nicht, die Eingeborenen 
trockneten ihn vielmehr und nährten sich vor- 
herrschend von ihm den ganzen Winter über, 
oder sie säuerten ihn in Gruben ein und 
fütterten ihre Zughunde damit. 

In neuerer Zeit werden diese Lachse in 
gefrorenem Zustande auch nach Deutsch- 
land ausgeführt. Am ersten Weilmachtstage 
ist wieder ein Dampfer mit 500 000 Pfund ge- 
frorenem oder gesalzenem Lachs im Hamburger 



Hafen angekommen. Die Einfuhr geschieht 
durch die große Fischhandlung von Lindenberg 
in Berlin. Der Dampfer liegt auf dem Amur- 
strom vor Anker und erhält die frischen, fast 
lebenden Lachse im Gewichte von 4 — 7 a / 2 kg. 
und schwerer längsseit durch die Fischer 
geliefert. Der frische Fisch wird sofort an 
Bord genommen und in langen Röhren mit 
dem Schwänze unter Deck aufgehängt. Etwa 
4000 bis 5000 Fische können auf diese Weise 
für die Einfrierung täglich vorbereitet 
werden. Sind die Fische alle aufgehängt, 
werden sie durch etwa 15 bis 20 Stunden der 
Einwirkung starker Kältemaschinen, die sich 
an Bord befinden, ausgesetzt und sind dann 
vollständig durchgefroren. Die Fische werden 
nun von den Hängegerüsten abgenommen und in 
Wasser getaucht, das an der Oberfläche des 
Fisches sofort gefriert und so eine glasartige 
Schicht bildet. Dieses Verfahren wird aus dem 
Grunde angewandt, um das äußere gute Ansehen 
weiterhin vorteilhaft zu erhalten. Die so 
glasierten Fische werden darauf in Pergament- 
papier gut eingewickelt und in Kisten verpackt, 
die im Räume verstaut und unter beständiger 
Kälte von mindestens 7 — 8 ° C. gehalten werden. 
Auf diese Weise wird das Schiff gefüllt, bis es 
seine Ladung hat. Sind die Tagesfänge größer, 
als das Einfrieren und Verstauen bewältigen 
können, so geht der Überschuß der Fische an 
Land, wird ausgenommen und in Fässern ein- 
gepökelt. Auch dieser, als gesalzener Lachs 
gehandelte Fisch wird an Bord genommen und 
gleichfalls der Einwirkung der Gefriermaschinen 
ausgesetzt. Dazu ist aber eine größere Kälte 
nicht nötig, es genügt, daß der Raum auf dem 
Gefrierpunkte gehalten wird. Man verstaut 
daher den gesalzenen Lachs für sich besonders. 
Im vorigen Jahre wurde von den Fischern dem 
Schiffe nicht genug geliefert, da diese den ver- 
fügbaren Lachs gesalzen nach dem Kriegsschau- 
platze in der Mandschurei liefern müssen. Das 
Schiff hatte darum auch Störe eingenommen, 
die eingefroren wurden. Unter diesen befinden 
sich Stücke bis zu 600 Pfund. Die gesamte 
Ladung war, als das Schiff in Hamburg eintraf, 
in vorzüglichem Zustande. Der gefrorene Lachs 
unterscheidet sich nach der Zubereitung fast in 
nichts von dem frischen Lachs, und auch der 
gesalzene Fisch ist von einem sehr vorzüglichen 
Geschmack. 



*) Nach einem Bericht des baltischen Forschungs- 
reisenden Grafen Fr. Berg. 




Musikalische Fische. 



25 



Musikalische Fische. 




fas Sprichwort „stumm wie ein Fisch" ist 



durchaus nicht zutreffend, so plaudert 
Henri Coupin in der französischen Zeitschrift 
„La Nature". Wenngleich es richtig ist, daß 










einer mächtigen Harfe aufzusteigen schienen; 
diese Töne schwollen machtvoll an und klangen 
wie ein Gesang des Weltalls weit über den Fluß 
um das Schiff herum. Allmählich, als man den 
Fluß herauffuhr, wurden die Klänge schwächer 
und schwächer und verhallten schließlich völlig. 

Ein Eingeborener er- 
klärte den Reisenden, daß 
die Töne von einer Schar 
von Fischen hervor- 
gerufen würden, die eine 
ovale und platte Körper- 
form hätten und die 
Fähigkeit besäßen, sich 
an verschiedene Körper 
mit dem Munde festzu- 
saugen. — Auch in dem 
Süßwasser desRioMataje 
und des Rio del Molino 
trifft man auf musika- 

der größte Teil der Fische stumm ist, so ver- lische Fische, die wegen ihrer außergewöhnlichen 
mögen doch manche Arten allerlei Töne hervor- Fähigheit von den Eingeborenen „Musiko" ge- 
zubringen. So erzählt Prayer, er habe eines nannt werden. So hörte Thoron dort Laute die 
Nachts auf dem Pontiniac, dem größten Fluß an anscheinend von sehr großen Grillen und Hummeln 
der Ostküste von Borneo, eine „sehr deutliche herrührten. Als er näher kam, vernahm er eine 






Originalaufnahme nach dem Leben 
iür die „Blätter". 



Breitstirnkrokodil (Osteolaemus tetraspis Cope). 
Besitzer: J. Reichelt, Berlin N. 



Musik gehört, bald tief, bald hoch, bald in der 
Nähe, dann wieder entfernt; sie stieg heraus aus 
den Tiefen, wie der Gesang der Sirenen, bald 
dröhnend wie mächtige Orgeln, bald wie eine 
süße und wohllautende äolische Harfe". Wenn 
man im Wasser 

untertauchte, 
hörte man diese 
Musik noch viel 
deutlicher und 
man konnte ge- 
nau beobachten, 
daß sie von Fi- 
schen herrühre. 
Über dieselbe 
Tatsache hatte 
schon Alexander 
v. Humboldt be- 
richtet. John 
White, ein ame- 
rikanischer See- 
leutnant,dersich 
an der Mündung 

des Kambodschaflusses befand, erzählt, daß seine 
Reisegenossen und er von ganz außergewöhn- 
lichen Tönen betroffen wurden, die um das Schiff 
sich vernehmen ließen, etwa wie ein Zusammen- 



Menge von Stimmen, die Baßtöne oder die Klänge 
der Orgel nachzuahmen schienen und erkannte 
deutlich die Fische, die sie hervorbrachten. 

Ein anderer Reisender, le Mesle, beschreibt 
in seinem Buche „Reisen in Kambodscha" ein 




Originalaurnahme nach dem Lehen 
für die „Blätter". 



Brillenkaiman (Caiman sclerops Sehn.). 
Besitzer: J. Reichelt, Berlin N 

gar sonderbares Konzert singender Fische. 
„Jeder der Musikanten bringt wie in einem 



russischen Orchester nur 



eine 



einzige 



lang- 



angehaltene volle tiefe Note heraus. Diese ganz 
klingen von Orgelbässen und Glockengeläut, den verschiedenen Töne klingen zu einer melancho 
Kehltönen großer Frösche und Klängen, die aus lischen eintönigen Melodie zusammen. Diese 



26 



kleine Mitteilungen. 



•Musik wird veranstaltet von Fischen mit dicken 
platten Köpfen, die eine grünlich gesprenkelte, 
am Bauche silbrige Farbe haben, an der Schnauze 
kurze Barthaare, und ein Meter bis einen Meter 
fünfzig Zentimeter lang sind. Die Eingeborenen 
nennen sie „Machoiran". — Es gibt übrigens 
bei uns auch einen musikalischen Fisch. Das 
ist der „Knurrhahn", der allen Naturforschern 
bekannt ist, weil er so merkwürdige Schuppen 
hat, allen Gourmands, weil er so gut schmeckt. 
Wird er aus dem Wasser gezogen, so läßt er 
ein mehr oder weniger starkes Geräusch hören. 
Dieses Geräusch wird hervorgerufen durch das 
Hindurchdrehen von Gasen durch die Schwimm- 
blase, die das Tier nach Belieben zusammen- 
ziehen kann. 

Es liegen verschiedene Berichte von mehreren 
andern Fischen vor, die singen können. Der 
Sonnen- oder Sankt Peterfisch verkündet seine 
Anwesenheit in Wasserpfützen durch eine Art 
Glucks an, das an eine Henne erinnert. Ein 
Hornfisch kreischt in klagenden melancholischen 
Tönen wie ein nicht geschmiertes Wagenrad. 
Ein Kerbfisch zwitschert; ein Thunfisch aber 
scheint sogar, wenn er den Kopf über das Wasser 
hebt, fähig zu sein, Töne hören zu lassen, die 
wie das Weinen eines kleinen Kindes klingen. 
Es ist nicht unmöglich, daß von diesem „Kinder- 
weinen" die Sage von menschlichen Meer wundern 
herrührt. 



JClcinc J\4iffeilun£en. 

Die I. Ausstellung von Aquarien und Terrarien des 
Vereines „Wasserstern" iu Augsburg 1904. 

In der Zeit vom 26. — 29. Juni 1904 fand in der 
städtischen Schrannenhalle zu Augsburg eine Ausstellung 
von Vögeln, Aquarien und Terrarien statt. 

Zusammen mit dem „Ornithologischen Verein Augs- 
burg" hatte der Verein „Wasserstern" unter dem Protek- 
torate der beiden Augsburger Bürgermeister, der Herren 
Hofräte Wolfram und Gentner, nachdem kaum J /a Jahr 
seit Gründung des Vereines vergangen war, seine I. Aus- 
stellung gewagt und auch durchgeführt. 

Von ungefähr 30 Mitgliedern des Vereines beteiligten 
sich 22 an der Ausstellung. Zur Ausstellung gelangten 
61 eingerichtete Aquarien, 2 Seewasseraquarien, 6 Ter- 
rarien, außerdem eine Anzahl leerer Behälter, Hilfsgegen- 
stände, insonderheit Heizapparate, darunter ein solcher 
mit elektrischer Heizung für Aquarien durch Akkumula- 
torenbetrieb. 

Was zunächst den Ausstellungsraum betrifft, so 
konnten Lage und auch Licht Verhältnisse nicht ungünstig 
genannt werden. Indes war der in anerkennenswerter 
Weise vom Stadtmagistrat Augsburg, welcher außerdem 
einen ansehnlichen Zuschuß leistete, kostenlos für die 
gesamte Ausstellung zur Verfügung gestellte Kaum doch 
ziemlich beschränkt, und erschien namentlich von den 
aufgestellten Vogelkäfigen etwas gedrückt. Der gleich- 
zeitigen Ausstellung mit Vögeln, Vogelbälgen usw. ver- 
mag ich persönlich das Wort überhaupt nicht reden. 
Im vorliegenden Falle hätte die Ausstellung der Aquarien 
besser gewirkt, wenn diese mehr auseinandergezogen 



hätten aufgestellt werden können. Was mit dem vor- 
handenen Raum geschehen konnte, ist indes geschehen 
und kann der Ausführung des Planes, der in geschickter 
Weise von dem I. Vorsitzenden des Vereines „Wasser- 
stern", Herrn Ingenieur Kathmann entworfen wurde, 
sowie der Gesamtdekoration die Anerkennung nicht ver- 
sagt werden. 

Unter den ausgestellten Aquarienbehältern (Wasser- 
becken) befanden sich einige ältere, sogenannte „Schul- 
schiffe", während ein größerer Teil neueren Datums war 
und diese Behälter als moderne Kreuzer gelten konnten. 

Weitaus die meisten Aquarien zeigten schöne und 
reiche Pflanzenkulturen, mehrere sogar eine hervorragende 
Anpflanzung. 

Es war nicht zu verkennen, daß in dem jungen 
kaum V« Jahr alten Verein in Bezug auf Einrichtung, 
Bepflanzung und Behandlung von Aquarien bei einer 
Anzahl der Mitglieder sich doch lange Jahre der Er- 
fahrung Geltung verschafften. Die Besetzung der Aquarien 
war eine vorzügliche, was Gesundheit, Auswahl und Er- 
nährungszustand der ausgestellten Fische anbelangt. 

Ohne weiteres ist klar, daß ein so junger und auch 
noch kleiner Verein, wie der „Wasserstern" -Augsburg 
kein vollständiges Bild des gegenwärtigen Standes 
unserer Sache bei einer Ausstellung zu geben vermag. 
Das kann kaum ein Verein, auch der größte nicht. 
Dieser muß .sich bei aller Anstrengung begnügen, eine 
allgemeine Übersicht des Standes der Aquarien- und 
Terrarienangelegenheit zu bieten, während, andere Vereine, 
große und größere, nach einer bestimmten Richtung 
hin nach Vollständigkeit streben und diese auch erreichen 
können. Beides ist gut. 

Mag sein, daß auf das allgemeine Publikum die 
Anzahl der in einem Behälter sich tummelnden Tiere 
mehr wirkt, für mich persönlich ist eine besondere Freude, 
ein wahrer Genuß darin gegeben, das einzelne Tier in 
seiner schönsten Schönheit, tadellos, gesund, groß und 
in vorzüglichem Ernährungszustande vor mir zu sehen. 
Nach dieser Richtung bot die Ausstellung des „Wasser- 
sterns" treffliches an einer Reihe von Vertretern bisher 
eingeführter fremdländischer Fische. Wohl mit Recht 
mußten wir je einen Ehrenpreis für bepflanzte und besetzte 
Aquarien den Herren Rast und Wolf in Augsburg zuer- 
kennen. Herr Rast hatte u. u. ein prächtiges Aquarium 
reich bepflanzt mit Sagittaria natans, Vallisneria spiralis, 
Cabomba, dann Nymphaea marüacea usw. ausgestellt, in 
welchem sich in wirklich schönen Stücken Cichlasoma 
fäcetum, Tilapia zillii, Geophagus gymnogenys und 
brasiliensis, sowie einige nordamerikanische Oentrarchiden 
tummelten. Ein anderes Aquarium, hübsch bepflanzt, 
heizbar, war besetzt mit einem prächtigen Pärchen 
Polyacanthus eupanus, ein weiteres mit Girardinus usw. 
Gleichschöne Pflanzenkulturen zeigten drei Aquarien des 
Herrn Wolf. Cabomba roseaefolia und caroliniana, My- 
riophyllum scabratum, Sagittaria natans, Pontecleria 
crassipes und Pistia stratiotes, alles war gut entwickelt. 
Tadellos im Flossenwerk, gesund und wohlgenährt erwies 
sich auch die Besetzung mit Makropoden und 2 Pärchen 
Paratilapia multicolor. 

Erste Preise für trefflich eingerichtete Aquarien 
wurden ferner den Herren Bohl, Dreher, Möhnle, 
Müllegger, Radstorfer, Riedel, Schmid und Schupp 
zuerkannt. Die Vorzüge der einzelnen Ausstellungsobjekte 
richtig herauszuheben, würde zu weit führen. Es sei 
jedoch kurz an zwei größere, den Herren Dreher und 
Riedel gehörende Behälter mit einer Warmwasserröhren- 
heizuug, eine Konstruktion des I. Vorsitzenden des 
Vereins „Wasserstern", Herrn Ingenieur Kathmann, 
erinnert. Die schöne Bepflanzung der beiden Aquarien 
mit den dankbarsten Aquarienpflanzen lieferte den Beweis 
dafür, daß die Heizung in keiner Weise einen schädlichen 
Einfluß auf Entwicklung und Wachstum der Pflanzen 
übte. Für hervorragend schöne Pflanzenkulturen wurde 
Herr Riedel, der II. Vorsitzende des Vereines, mit einem 
ersten Preise bedacht. 

Herr Riedel war überhaupt einer der fruchtbarsten 
Aussteller und allein mit 10 größeren und kleineren 
Süßwasser-Aquarien an der Ausstellung beteiligt. Außer 
den vorerwähnten Ehrenpreisen und ersten Preisen mußten 
für gut eingerichtete Aquarien noch mehreren Herren 
II. Preise zuerkannt werden und erhielten für schöne 



Kleine Mitteilungen 



27 



PÜanzenkulturen .die Herren Müllegger und Damböck 
gewiß mit .Recht auch II. Preise. 

An fremdländischen Fischen waren auf der Ausstellung 
vertreten: Aus der Familie der Sonnenfische die Gattungen: 
Eupomotis, Lepomis, Ambloplites, Pomoxys, Micropterus 
und Mesogonistius. Von den Labyrinthen: Polyacanthus, 
Macropodus, Osphromenus und Trichogaster, von den 
Chromiden: Cichlasoma, Neetroplus, Geophagus, Tilapia 
und Paratilapia. Von den Karpfenfischen: Carassius 
(Schleierschwanzfische und Teleskopfische), von den Zahn- 
kärpflingen : Girardinus, Haplochilus und Gambusia und 
von den Welsen : Amiurus und Callichthys. Au heimischen 
Fischen: Perca, Acerina, Cottus, Gasterosteu${2), Carassius. 
Tinea, Gobio, Leuciscus in mehreren Arten, BJwdens, 
Aspius, Cobitis usw. 

Die niedere Süßwasserwelt fand durch die Herren 
Schupp (ein reizend kleines Aquarium mit Wasserwanzen), 
Pritzel und Kaul Beachtung. 

Nicht unerwähnt dürfen die Aquarien des I. Vors., 
des Herrn Ingenieurs Kathmaun bleiben. Herr Kathmann 
hatte außer Preisbewerb ausgestellt. Sein großes Aquarium 
mit fahrbarem Tisch, reich bepflanzt, mit Vallisneria, Sa- 
gittaria natans, Cabomba carolinia, Aponogeton distaehyus 
und Saururus, besetzt mit 4 schönen selbst gezüchteten 
Schleierschwanzfischen, zählte mit zu den schönsten und 
besten Ausstellungsobjekten. In zwei kleinen hübsch 
eingerichteten Glasaquarien führte Herr Kathmann außer- 
dem dem Beschauer selbstgezüchtete Mesogonistius chae- 
todon und Haplochilus panchax vor. — Den Ehrenpreis 
für Zuchten von Aquarienfischen errang Herr Riedel. 
Junge Tierchen von Trichogaster lalilus, dieses wirklich 
lieblichen Labyrinthen, ferner von Makropoden. Parati- 
lapia multicolor, Girardinus und Schleierschwänzen 
tummelten sich lustig zwischen dem Gewirr der Pflanzen 
der Aquarien. Der einzige erste Preis für Zuchten fiel 
Herrn Rast zu. In einem heizbaren Aquarium mit 
Pistia stratiotes ausgestattet kreuzte ein tadelloses Eltern- 
paar von Macropodus viridi-auratus mit 34 einsömmerigen 
Jungen. 34 Stück, ein hübscher Erfolg. Außerdem 
waren Zuchten von Girardinus vertreten. Ein zweiter 
Preis für Zuchten wurde ferner Herrn Domvikar Steber 
zuerkannt und endlich ein solcher Herrn Dreher für 
eine Kollektion fremdländischer Fische. 

Seewasser-Aquarien waren auf der Ausstellung ledig- 
lich zwei vertreten. Das schönere davon, besetzt mit 
Sabella unispiralis, Bunodes gemmaceus, Heliactes bellis, 
Actinia purpurea und 2 Garneelen (Palaemon squilla), 
wurde vom Vorsitzenden Herrn Kathmann außer Preis- 
erwerb ausgestellt, und erwies sich in seiner schmucken 
Ausstattung als Anziehungspunkt für die Besucher der 
Ausstellung. Das zweite von Herrn Müllegger ausge- 
stellte Seewasseraquarium, ebenfalls hübsch ausgestattet. 
war mit verschiedenen Aktinienformen und Krustern 
besetzt und erhielt den Ehrenpreis. Für Gesamtleistung 
wurde ein Ehrenpreis Herrn Michael Damböck aus 
München zuerkannt. Herr Damböck hatte nicht nur 
eine größere Anzahl kleiner recht hübscher bepflanzter 
Aquarien, besetzt mit verschiedenen heimischen und 
fremdländischen Fischen, ausgestellt, er war auch mit 
prächtigen Terrarientieren und einer reichen Auswahl 
seiner einfachen praktischen, durchaus solid und schön 
gearbeiteten Aquarien- und Terrarienbehälter aller Größen 
vertreten. Bereits im Jahre 1897 wurde Damböck auf 
der vierten und größten Ausstellung des „Triton"-Berlin 
mit der höchsten Auszeichnung für Süßwasser-Aquarien, 
mit der großen silbernen Medaille bedacht. 

Die von Damböck gefertigten Aquarien und Terrarien 
haben in ihrer Ausführuno- allgemeine Anerkennung- g-e- 
tunden und zählen nach dem. was ich an solchen Be- 
hältern im Laufe der langen Jahre gesehen habe, zu den 
allerbesten. Von den durch Damböck ausgestellten 
Terrarientieren möchte ich ein ca. 80 cm langes Croco- 
dilns americanus, sowie einen wirklich prächtigen Trionyx 
triunguis, wohl eine der schönsten und haltbarsten Weich- 
sckildkröten. die wir kennen, kurz erwähnen. Eine von Herrn 
Scherer aus Oran gesandte, durch Damböck ausgestellte 
Coelopeltis monspessulana mit 1.75 m Länge fand vielseitig 
scheue Beachtung. Außerdem sind bemerkenswert einige 
Agama bibroni und ein Männchen von Rana catesbiana. 

Den sonst ausgestellten Terrarien vermag ich keine 
Anerkennung zu zollen. Hier fehlte, wenn auch nicht 



der gute Wille, so doch jegliche Erfahrung. Herr 
Müllegger, einer der fleißigsten Aussteller, hatte sich 
gewiß viel Mühe gegeben. Allein auf nackten Humus- 
boden, in den hie und da eine Kaktee gesteckt wurde, 
darf man nicht Schlangen und Echsen setzen. Die 
Tiere kriechen in das Wasserbecken, versuchen an den 
Glasscheiben hoch zu kommen und verschmieren diese 
abscheulich. Vernünftige Menschen haben längst erklärt 
und es auch niedergeschrieben, daß man in Terrarien 
überhaupt keinen Humusboden braucht, sie haben Recht. 
Ein Tropidonotus tessellatus zeigte bedeutsame Hunger- 
falten, ähnlich wie wenn eine schlecht genährte Natter 
kurz erst Eier abgelegt hat. Solche Tiere darf man nicht 
ausstellen. Molche und Frösche soll man nicht mit 
Schildkröten vergesellschaften, und zu groß soll die 
Anzahl der Schlangen in einem Behälter auch nicht sein. 
Damit genug. — 

Für Terrarientiere erhielten II. Preise die Herren 
Dambück-München und Preusse-Beiiin. Was die Hilfs- 
mittel für unsere Sache betrifft, so wurde Herrn Reichelt- 
Berlin für einen Durchlüftungsapparat für komprimierte 
Luft samt Zubehör ein erster Preis zuerkannt, während 
die Herren Müllegger und Albert, ersterer für eine 
elektrische Heizung, letzterer für Behälter und Hilfs- 
gegenstände, je einen zweiten Preis erhielten. 

Das Preisrichteramt versahen die Herren Professor 
Dr. P. Bernhard Seiller von St. Stephan, der I. Vors. 
des Vereins „Wasserstern", Ingenieur Kathmann und der 
Unterfertigte. Den beiden vorgenannten Herren für das 
außerordentliche freundliche und liebenswürdige Ent- 
gegenkommen meinen Dank hier auszusprechen ist mir 
liebe Pflicht. 

Der finanzielle Erfolg der Ausstellung muß ein 
vorzüglicher genannt werden. Der Gesamtüberschuß, der 
von beiden ausstellenden Vereinen erzielt wurde, beträgt 
420 Mk., so daß dem Vereine „Wasserstern" ein Rein- 
erträgnis von 210 Mk. zukommt. Die Besucherzahl hat 
8000 erreicht, beträgt, nachdem Augsburg 92000 Ein- 
wohner zählt, ca. 9 vom Hundert, eine gewiß zufrieden- 
stellende Zahl. 

Etwas fiel mir auf. Das große Publikum wandte 
sein Augenmerk und seine Aufmerksamkeit in vorwiegender 
Weise den ausgestellten Aquarien und Terrarien zu. 
Vieles erschien ihm hier eigenartig, neu. Ich persönlich 
bin der Ansicht, daß eine Aquarien- und Terrarien- 
Ausstellung, die ungleich mehr Mühe und Kosten ver- 
ursacht, denn eine solche von lebendigen und vorzugs- 
weise von ausgestopften Vögeln, möglichst selbständig 
und unabhängig erfolgen soll, so, daß auch eine Teilung 
des Erfolges nicht veranlaßt ist. 

Einen Erfolg für den Verein „Wasserstern" hätte 
auch die selbständige Ausstellung bedeutet. 

K. Lankes, „Isis" -München. 

Über die Auipnllaria gigas in No. 24 der „Blätter" 
teilen wir mit, daß unser Mitglied Herr Oberlehrer Kraft 
in Büdingen fragliche Schnecke massenhaft in den Inseln 
des Riachuelo (Nebenfluß des La Plata) in Tümpeln und 
Sümpfen gefunden hat, die ebenfalls massenhaft vor- 
kommende, rosa gefärbte Eiablage war an den über das 
Wasser ragenden Teilen der Pflanzen angebracht. 

„Iris"-Frankfurt a. M. I. A.: K. Becker. 

Zu Ampullaria gigas, Seite 378 der „Blätter" möchte 
ich folgendes bemerken: Ampullarien siud nicht aus- 
schließlich Lungenatmer, sondern sie besitzen Lungen und 
Kiemen, wie sowohl bei von Martens „Die Weich- und 
Schaltiere" 1883, wie auch in dem Aufsatz desselben Ver- 
fassers „Süßwasserschnecken für das Aquarium" in „Natur 
und Haus" 1900, Seite 355, ferner neuerdings wieder durch 
Brüning in der „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" 
n. F. III, Seite 780, ausführlich zu leseu ist. Wenn P. E. 
das Sauerstoff-Bedürfnis der Ampullaria als kein allzu 
großes bezeichnet, so liegt das eben daran, daß die 
Schnecke auch durch Kiemen zu atmen vermag. Un- 
richtig ist auch die Zeichnung: Schnecken mit 2 Siphonen 
gibt es überhaupt nicht, auch Ampullaria hat nur einen 



28 



Vereins-Nachrichten . 



Sipho und zwar an der liukeu Seite, an der rechten Seite 
befindet sich das Ende des Darmkanals, das aber nie über 
den Gehäuserand verlängert werden kann. 

Ich besitze ebenfalls, als Geschenk von Herrn Brüning, 
Ampullaria gigas in zwei großen und mehreren kleinen 
Stücken, besser als an diesen, nieist still an den Scheiben 
sitzenden Tieren, war das Atemrohr an einer anderen 
Ampullaria, die ich von Herrn von Debschütz erhalten } 
etwa zwei Jahre besessen habe und über die in „Natur 
u. Haus" 1903, Seite 231, ausführliches erzählt worden 
ist, zu sehen, weil dieses aus Haiti stammende Tier viel 
lebhafter und fast in ständiger Bewegung war; hätte P. E. 



diese Schnecke gesehen, so wäre ihm der Gedanke an 
ein zweites Atemrohr jedenfalls nicht gekommen. Auch 
daß am Gehäuserand nur eine Ausbuchtung vorhanden, 
beweist deutlich, daß ein zweites Atemrohr nicht vor- 
handen sein konn. 

Von Ampullaria gigas habe ich Nachzucht noch nicht 
erhalten, wohl aber, wie ich in der „Nerthus" 1904, S. 312, 
mitgeteilt, von Phy/sa heterostropha, die ich im Sommer 
dieses Jahres von „The Aquarium Society, New York", 
erhalten. Ampullaria ist also nicht die erste Schnecke 
„fremder Weltteile", die in Deutschland gelaicht hat. 

Dr. Ziegelei-. 




VEREINS-WWW 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



w Salvinia", Verein von Aquarien- und Terrarienfreunden 
zu Hamburg. 

Vereinslokal: Börsenhotel, Mönkedamm 7. 
Briefadresse: Otto Tofohr, Hamburg 6, Bartelsstr. 74. 

Jahresbeitrag für hiesige Mitglieder Mk. 6. — , für aus- 
wärtige (Deutsche) Mk. 4. — , für Ausländer Mk. 5. — , 
Eintrittsgeld Mk. 2.--. 

Versammlung am 7. November. 
Anwesend sind 33 Personen. Der unterzeichnete 
II. Vorsitzende zeigt vor den in Spiritus präparierten 
Kopf einer erwachsenen Pufiotter, jener gefährlichen Gift- 
schlange Afrikas, die neuerdings auch im Handel dann 
und wann anzutreffen ist, und die in Zoologischen Gärten 
vielfach mit Erfolg gehalten wird, geht diese Giftschlange 
doch fast' ausnahmlos in der Gefangenschaft ans Futter 
und gedeiht sogar bei einer weniger sorgfältigen Pflege 
recht gut, Bedingung bleibt allerdings die Darbietung 
einer gleichmäßigen, höheren Temperatur, ohne welche 
sie nicht imstande ist, den beschwerlichen Freßakt zu 
betätigen. — Herr Dr. Wolterstorff- Magdeburg übersendet 
uns einen Sonderabdruck aus dem Verwaltungsbericht 
1903 — 1904 über die naturwissenschaftlichen Sammlungen 
der Stadt Magdeburg. Des weiteren einen interessanten 
Bericht über das Vorkommen des Triton palmatns Schneid. 
bei Harburg, sowie endlich seine lehrreiche, höchst 
wissenswerte Abhandlung über den Triton Blasii de l'Isle, 
ein Kreuzungsprodukt zwischen Triton marmoratus und 
Triton cristatus. Die beiden fesselnden Arbeiten unseres 
geschätzten Ehrenmitgliedes gelangen zur Verlesung und 
interessierten uns ganz besonders die interessanten Daten 
über das Vorkommen des Triton palmätus Schneid, bei 
Harburg, umsomehr als grade wir es waren, die den 
Seminaristen Herrn Joh. Holst in Hamburg, einen ebenso 
tüchtigen Sammler als eifrigen Vivarianer, dazu ermutigten, 
sich bezüglich seiner dort entdeckten Fundplätze mit Herrn 
Dr. Wolterstorff in Verbindung zu setzen. — Einer Bitte 
unseresHerrnDr. Wolterstorff um Überlassung von frischen 
Tierleichen resp. von Spirituspräparaten soll gern ent- 
sprochen werden, und ging ihm inzwischen eine größere 
Anzahl von selteneren Beptilienpräparaten durch den 
Unterzeichneten zu. Endlich erbietet sich unser Ehren- 
mitglied noch liebenswürdigerweise, einen seiner Bastarde 
(Triton Blasii) auf unserer Ausstellung auszustellen. Wir 
sagen auch an dieser Stelle für das mit allen diesen Zu- 
wendungen betätigte rege Vereinsinteresse unseren herz- 
lichen Dank! — Herr F. Dörffel hält einen interessanten 
Vortrag über die Gefangeuhaltung von Kreuzottern. Es 
gelangt ein kurzer Aufsatz zur Verlesung über Schlangen- 
gifte und ihre Bekämpfung. Zur eingehenden Besprechung 
gelangt der Artikel Sigls über Schnecken. 50 Girardinus 
caudunaculatus, gestiftet durch Herrn Schülke, gelangen 
zur Gratisverteilung. Mitteilungen aus dem Gebiete der 
Liebhaberei: Unser auswärtiges Mitglied Frau Gräfin 
Wedel, Villa Wedel in Beaulieu s. M., Alpes Maritimes 



(La France) bittet um Beantwortung folgender Fragen: 
1. Wie erhalte ich dauernd das Seewasser im Aquarium 
klar und durchsichtig? 2. Wie füttere ich Meertiere? 3. Wo 
erhalte ich gut funktionierende Durchlüfter? Da die Be- 
antwortung dieser Fragen vielleicht auch unsere übrigen 
Mitglieder interessiert, lassen wir die unserem geschätzten 
Mitgliede erteilte Antwort wie folgt zum Abdruck ge- 
langen: 1. In einem sachgemäß eingerichteten und gut 
durchlüfteten Seewasser-Aquarium bleibt das Wasser 
dauernd klar. Wenn sich Ihr Seewasser, wie Sie schreiben, 
andauernd trübe zeigt, so vermuten wir, daß Sie in irgend 
einer Weise Fehler in der Einrichtung oder Besetzung 
des Aquariums gemacht haben. Gewöhnlich klärt sich 
trübe gewordenes Seewasser ganz von selbst wieder, wenn 
man es 24 Stunden lang besonders stark durchlüftet. Die 
Trübung kann ihre Ursache haben a) in zu starker Be- 
setzung des Aquariums. Man rechnet ungefähr auf je 
zwei Liter Wasser ein Tier. Wenn Sie also mehr Tiere 
als im angegebenen Verhältnis eingesetzt haben', müssen 
Sie die überzähligen entfernen; b) in toten Tieren, die 
das Wasser verderben, auf diesen Umstand ist peinlichst 
zu achten; c) in übermäßigem Füttern. Das Nahrungs- 
bedürfnis ist bei diesen in enger Gefangenschaft lebenden 
Tieren ein wesentlich geringeres als in der Freiheit. Siehe 
Antwort 2. 2. Böhrenwürmer und Schwämme werden 
überhaupt nicht gefüttert. Diese nähren sich von mikro- 
skopisch kleinen Lebewesen, die im natürlichen Seewasser 
enthalten sind. Aktinien erhalten alle acht Tage fein ge- 
schabtes Bindfleisch, gehackte ßegenwürmer oder zer- 
kleinertes Fisch- oder Krebsfleisch, welche Stoffe man 
mit einer Pinzette oder einem dünnen Holzstabe in die 
Nähe der Tentakel bringt, wo sie alsbald erfaßt und in 
den Magenraum befördert werden. Krebse, Stachelhäuter, 
Schnecken alle 2 — 3 Tage dasselbe Futter. Diese suchen 
das Futter auch vom Boden auf. Futterreste entfernen, 
ebenso alle Ausscheidungen (Exkremente). 3. Die besten 
Durchlüftungs-Körper sind die Zwiesschen Hartgummi- 
ring-Ausströmungskörper. Sie erhalten diese nie ver- 
sagenden Apparate in allen einschlägigen Handlungen. 
Kohledurchlüfter haben sich nicht bewährt. — Scluß der 
Sitzung 12'/4 Uhr. Tofohr. 

„Triton", Verein für Aquarien- und Terrarien-Kunde 
zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 
Vereinslokal: Restaurant Ortler, Karlstraße 27. 
-- 12. ordentl. Sitzung am 2. Dezember 1904. 

Der 11. Vors. Herr Diewitz eröffnete die Sitzung 
gegen 9 Uhr und begrüßte die anwesenden Mitglieder 
und Gäste. Da der Schriftführer am Erscheinen ver- 
hindert war, konnte das Protokoll der vorigen ordentl. 
Sitzung nicht verlesen werden ; Herr Sprenger übernimmt 
in Vertretung die Ausarbeitung des Berichtes und des 
Protokolls. Herr Diewitz teilt mit, daß er wegen Auf- 
stellung von Aquarien im Zoologischen Garten mit Herrn 
Direktor Dr. Heck eine Unterredung gehabt habe. Der- 



Vereins-Nachrichten . 



29 



selbe sei gern bereit, im Antilopenhause den nötigen Raum 
zur Verfügung zu stellen, die Kosten für Anschaffung der 
Aquarien solle jedoch der „Triton" tragen. Letzterer 
Punkt erregte das Bedenken der Versammlung, weshalb 
Herr Sprenger in einer weiteren Unterredung mit Herrn 
Direktor Dr. Heck die Angelegenheit dahin klären möge. 
— In Eberswalde hat sich ein neuer Verein „Vallisneria" 
Gebildet, dem wir nach innen und außen ein kräftiges 
Wachstum wünschen. — Herr Lentz erstattet den Kassen- 
bericht, aus dem hervorgeht, daß der Kassenbestand am 
1. Dezember 3675,57 Mk. beträgt. — Nunmehr erhält 
Herr Sprenger das Wort zu seinem Vortrage: „Unsere 
Wasserpflanzen, biologisch betrachtet". Redner erwähnt 
zunächst Wesen und Bedeutung biologischer Betrachtung 
im naturkundlichen Unterricht und zeigt hierauf an ver- 
schiedenen Beispielen, wie die Pflanze in ihren ver- 
schiedenen Teilen wunderbar ausgerüstet ist, ihre Lebens- 
bedingungen zu finden und sich vor dem Untergange zu 
bewahren. In einem weiteren Vortrage sollen die inter- 
essanten Ausführungen des Redners zum Abschluß ge- 
bracht und der Vortrag in „Natur u. Haus" veröffentlicht 
werden. — Herr Michow zeigte die 6 hier bekannten 
Zahnkarpfen vor und wies auf die Kreuzungsversuche hin, 
die gemacht sein sollten. Wie weit eine Kreuzung der 
verschiedenen Arten möglich sei, wurde an Mikro-Photo- 
graphien der Kopulationsstachel der verschiedenen Arten, 
von Herrn Dr. Bade angefertigt, erläutert. Derselbe hatte 
sich auch der Mühe unterzogen, mit Hilfe mehrerer Mikro- 
skope die verschiedene Form des Kopulationsstachels an 
von ihm hergestellten Präparaten zu zeigen, wofür ihm 
der Dank des Vereins ausgesprochen wurde.*) — Ein von 
Herrn Brandt entworfener Fragebogen soll an die Mit- 
glieder versendet werden, um aus den Antworten wichtiges 
Material zu sammeln. — Zur Verteilung gelangen eine 
größere Anzahl junger Groppen, welche Herr Hamann- 
Danzig gestiftet hat: es wäre interessant zu erfahren, wie 
lange diese Fische im Aquarium am Leben zu erhalten 
sind. Zur Erheiterung wurde ein Aufsatz aus einer 
Berliner Zeitung verlesen, welcher zeigt, was für ein 
Unsinn doch manchmal veröffentlicht wird. Zur weiteren 
Erläuterung erzählte Herr Dr. Bade, daß ein Fischhändler 
einen erkrankten Fisch mit Tabakssaft eingepinselt habe, 
um Ectoparasiten zu beseitigen. — Zum Schluß Ver- 
steigerung von Wasserpflanzen. W. Sprenger. 

13. ordentl. Sitzung am 16. Dezember 1904. 
Nach Verlesung des Protokolls über die 11. ordentl. 
Sitzung erfolgte die einstimmige Aufnahme des Herrn 
Dr. Zimmermann -Brandenburg a. H. zum ordentlichen 
Mitglied. — Punkt 3 der Tagesordnung ergab einen regen 
Meinungsaustausch der Mitglieder über den Wert der 
vorhandenen Zeitschriften über unsere Liebhaberei. Nach 
einer langen Debatte kam man zu dem Beschluß, vom 
1. Januar 1905 ab die „Wochenschrift aufzugeben und 
dafür die „Blätter" neben „Natur u. Haus" versuchsweise 
den Mitgliedern zu liefern. Die Tagesordnung wird in 
den „Blättern", die vom 1. Jan. 1905 wöchentlich er- 
scheinen, bekannt gegeben. Beschwerden über unpünkt- 
liche resp. Nicht-Lieferung der Zeitschrift wolle man 
sofort an das zuständige Postamt gelangen lassen. — 
Nach Erledigung dieser wichtigen Angelegenheit hielt 
Herr Dr. Krefft seinen Vortrag mit Demonstrationen über: 
„Feuerlose Heizung von Aquarien und insbesondere von 
Terrarien." Da der Vortrag in der „Nerthus" erscheicen 
soll, so wollen wir uns einer Wiedergabe desselben ent- 
halten und unsere verehrlichen Mitglieder auf die betr. 
Nummer der „Nerthus" hinweisen. Herrn Dr. Krefft aber, 
der schon so häufig sein Interesse für den „Triton" be- 
kundet hat, sagen wir auch an dieser Stelle unseren Dank 
für den wohlgelungenen Vortrag, zumal da der Transport 
des Materials für die Demonstrationen dem Vortragenden 
ziemlich viel Mühe verursacht hat. — Herr Sprenger hat 
seinen Austritt aus der Importkommission angemeldet; 
die in der 10. ordentl. Sitzung gewählten beiden Kommis- 
sionen wurden zu einer vereinigt, da die Aufgaben der 
einen ziemlich stark mit denen der andern verknüpft sind. 
Der Kommission wurden einstimmig 150 Mk. für Vortrags- 
zwecke aus der Vereinskasse bewilligt. — Zum Schluß 



*) Ein diesbez. Artikel hierüber ist in den „Blättern" 
Heft 24 erschienen. 



gelangten verschiedene Krokodile und Schildkröten durch 
Herrn Reichelt zur Vorzeigung und Besprechung. 
F. Gehre, I. Schriftf., Berlin N. 4, Invalidenstr. 23. 

,, Humboldt", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, 
Hamburg. (R. V.) 

Vereinslokal: St. Georger Vereinshaus, Große Allee 45. 

Sitzung vom 1. Dezember 1904. 
Mitgeteilt werden Schreiben des Vereins „Hertha" - 
Berlin (worin derselbe seine Konstituierung mitteilt) und 
diverse Offerten, darunter vom Verein „Isis"-München, 
über Terrarientiere, F. Gersten, Magdeburg, über schmiede- 
eiserne Aquarien, Heinr. Besser, Stützerbach i. Th. über 
Glasaquarien und Creutzsche Verlagsbuchhandlung über 
Einbanddecken für die „Bl." Herr Peter führt eine 
hübsche Neuheit vor, Schlammecken aus französischem 
Muschelkalkstein von Herrn Johs. Thumm, Dresden. Diese 
Schlammecken, mit denen Herr T. seine sämtlichen Aqua- 
rien auf der Dresdener Ausstellung versehen hatte, fanden 
allgemein Beifall und dürften, zumal sie sehr billig sind, 
sich bald überall einbürgern. Ferner wurden vorgezeigt: 
einige Schmutzheber, System Peter (s. „Bl." 1898, S. 141), 
eingesandt von der Firma Heinrich Besser, Stützerbach 
i. Th. Herr Peter bemerkte dazu, es freue ihn, seinen 
Schmutzheber endlich wieder einmal korrekt ausgeführt 
zu sehen, nachdem er zu seinem Bedauern zumal in letz- 
terer Zeit den Heber in Ausführungen angetroffen habe, 
die nur noch eine Verballhornisierung der ursprünglichen 
Idee dargestellt hätten. Außerdem sei der Preis, den 
Herr Besser fordere, ein sehr mäßiger, nämlich je nach 
Länge 10, 15 und 20 Pf. ab Fabrik. — Der Bericht" der 
„Nymphaea" in No. 34 der „W. S." beschäftigt sich mit 
unserem Bericht in No. 20 der „Bl." "Wir verzichten, 
auf die Sache selbst noch einmal einzugehen, müssen aber 
bedauern, daß der Referent der „N." verschwiegen 
hat, daß unser Vorsitzender nicht nur mündlich in Dres- 
den, sondern auch brieflich wiederholt versucht hat, die 
Sache unter den Näherstehenden zu erledigen und sie 
erst, als die avisierte Antwort ausblieb, die Angriffe aber 
immer weitergingen, hier in der Versnmmlung vorbrachte 
— und das war seine Pflicht! — Herr Koppe teilte mit, 
daß die „Wochenschrift" ihm eine „Berichtigung" ab- 
gelehnt habe, welche sich gegen die seine Firma schädi- 
genden, unrichtigen Behauptungen des Leiters einer Ver- 
einigung richte, und die auch zugleich über dessen, Lieb- 
haber benachteiligendes Handeln Aufklärung geben sollte. 
Vorstandsseitig wurde dazu bemerkt, daß, sofern die Mit- 
teilungen des Herrn Koppe den Tatsachen entsprächen, 
das Verhalten der .,W. S." unverständlich sei, denn der 
Schutz der Liebhaberinteressen müsse eine der vornehm- 
sten Aufgaben einer Liebhaber-Zeitschrift sein. — Herr 
Peter weist darauf hin, daß infolge eines früheren Ver- 
bandstagsbeschlusses vorübergehend Temperaturangaben 
nach Celsius erfolgt seien, während man jetzt wieder 
solche nach Celsius und nach Reaumur und zwar über- 
wiegend letztere in unsern Zeitschriften finde. Dieser 
Rückschritt sei zu bedauern, wenn man bedenke, daß 
man heute in wissenschaftlichen Abhandlungen usw. nur 
noch Angaben nach Celsius finde, sowie ferner, daß vom 
1. Januar 1906 ab im Deutschen Reich offiziell nur noch 
das Celsius-Thermometer benutzt werden dürfe. Den 
größten Teil des Abends nahm die Fortsetzung der schon 
in voriger Versammlung begonnenen allgemeinen Be- 
sprechung über „Erfahrungen, bezügl. einheimischer und 
ausländischer Fische usw." in Anspruch. Sie lieferte 
neben manchen interessanten Mitteilungen, Beobachtungen 
usw. auch den Beweis, daß bei den meisten Mitgliedern 
die Exoten die Einheimischen nicht zu verdrängen ver- 
mocht haben. Herr Peter gab am Schlüsse der an- 
regenden Aussprache der Freude darüber Ausdruck, daß 
die Liebhaberei, wie man ja wieder gesehen habe, doch 
noch nicht so verflacht, so versumpft sei, wie man es 
nach den Veröffentlichungen der letzten Zeit fast habe 
glauben müssen. Er forderte auf, den bisherigen Weg- 
weiter zu gehen, weiter zu arbeiten in dem Streben : die 
Liebhaberei den Liebhabern! Jeder Liebhaber solle sich 
seiner Neigung entsprechend mit der Sache befassen, da- 
mit er auch Befriedigung darin finde; dann werde 
beiden, Liebhaber und Liebhaberei gedient sein und 
letztere auch gefördert werden. Daran anschließend fand 
noch ein Meinungsaustausch statt über einen braunen Be- 



30 



Vereins-Nachrichten. 



lag an den Glaswänden und Pflanzen in den Aquarien 
einiger Mitglieder. Es beteiligten sich daran besonders 
die Herren Peter, Bergmann, Bahl und Dietz. Die An- 
gelegenheit konnte jedoch heute nicht zum Abschluß 
kommen. — Herr Jepp hat für die Bibliothek 1 Führer 
durch das Aquarium in Zürich und Herr Schroot 1 A. 
Lehmann, Die Schnecken und Muscheln Deutschlands 
gestiftet, wofür beiden Herren gedankt wird. A. B. 

„Wasserrose") Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Dresden. 

Vereinslokal: Restaurant „Viktoriahaus", Seestraße. 

Versammlung vom 17. Dezember 1904. 
Als Mitglieder werden aufgenommen die Herren 
Hermann Stockmann, Dresden und Oskar Richter, Stetzsch 
b. Cossebaude. „Wochenschrift" No. 36 bringt unter 
„Diesjährige Neuheiten in Wort und Bild" von Walter 
Köhler, Magdeburg einige Angaben über Trichogaster 
lalius (Zwergfadeniisch oder Zwcrggurami). Die an- 
geführten Vorzüge dieses Fisches, welche wir nicht ver- 
kennen, kommen leider bei seinem scheuen Naturell zum 
Teil recht wenig zur Geltung; hoffentlich bessert sich 
dies aber noch bei längerer Pflege und Zucht des Fisches 
in den Glasaquarien der Liebhaber. In dem Bericht des 
„Naturfreund" -Hamburg vom 28. November wird richtiger- 
weise darauf hingewiesen, daß Daphnien auch Futter zum 
Leben nötig haben. Das für Jungfische empfohlene (In- 
fusorien-)Nährwasser dürfte auch für im Hause gehaltene 
Daphnien das geeignetste Futter sein. In No. 37 der 
„Wochenschrift" berichtet Herr W. Köhler über abnorme 
Rückgratverkrümmungen beim Zehufleckkärpfling (Girar- 
dinus decemmaculatus) und gibt der Vermutung Ausdruck, 
daß diese fehlerhafte Bildung der Wirbelsäule durch einen 
Druck verursacht worden sei, den der Embryo in der 
Achsenrichtung des Eies im Mutterleibe erfahren habe. 
Wir können uns vorläufig dieser Ausicht nicht anschließen, 
weil der Embryo, soviel wir wissen, stets und zwar bis 
zur Geburt gekrümmt im Ei liegt, doch nehmen wir gerne 
Belehrung an. Der Ausdruck in der „Achsenrichtung des 
Eies" erscheint uns nicht glücklich gewählt, weil das 
(kugelförmige) Fischei, wie jede Kugel, oc viele Achsen 
hat, von Achsenrichtnng also nicht wohl die Rede sein 
kann, wenn nicht etwa ein gestreckter (?) in Achsenlage 
befindlicher Embryo als Achse angenommen wird. In 
„Nerthus" No. 25 interessiert die Beschreibung des Laich- 
geschäftes des Moderlieschens. Wir machten im ver- 
gangenen Sommer die gleichen Beobachtungen im Frei- 
landbecken. Heft 24 der „Blätter" bringt aus der Feder 
Dr. Bade's eine Arbeit über: „Die Kopulationsstachel der 
bisher eingeführten Kärpflinge und die Kreuzungen der 
Kärpflinge." Die Ausführungen des Herrn Dr. B., welche 
nur auf theoretischen Untersuchungen fußen, sind durch 
praktische Versuche unseres Herrn Thumm bereits teil- 
weise widerlegt. Dieser Herr gibt mit Bezug darauf, so- 
wie auf das Ersuchen des Herrn Dr. B., ihm sein Schema 
für Beobachtungen bei Kreuzungsversuchen mit Kärpf- 
lingen zur Veröffentlichung in den „Blättern" zu über- 
lassen, den folgenden offenen Brief an Herrn Dr. Bade 
bekannt: „Seit P/2 Jahren beschäftige ich mich mit 
Kreuzungsversuchen zwischen verschiedenen Arten der 
lebendgebärenden Kärpflinge. Veranlaßt dazu wurde ich 
durch die Beobachtung, daß ein Girardinus decemmacu- 
latus cJ ein Girardinus caudimacidatus § befruchten 
wollte. Diese beiden Tiere setzte ich dann in ein kleines 
Becken von 20x16x18 cm Größe, konnte aber nie beob- 
achten, daß das <5 Erfolg hatte. Der Grund hierfür war, 
daß das ? die Geschlechtsreife noch nicht erlangt hatte; 
ich wartete also ab. Trotz allen Abratens einiger Freunde, 
welche mir mit derartigen Versuchen zwecklose Spielerei 
vorwarfen, war mir die Sache doch dermaßen interessant, 
daß ich mich weiter mit derselben befaßte. Auch nach- 
dem ich die Veröffentlichungen der Herren Peter-Ham- 
burg und Haupt-Halle über die Kopulationsorgane der 
Kärpflinge studiert hatte, glaubte ich noch fest an die 
Möglichkeit der Bastardierung der verschiedenen Arten, 
und mit Recht, denn ich habe inzwischen Nachzucht er- 
zielt von 1. Girardins decemmaculatus c5 und Gir. caudi- 
maculatus $ . (Von dieser Kreuzung besitze ich Tiere, 
welche mein Freund Engmann züchtete. Dieselben 
brachten auch bereits Junge, welche sie aber wieder 
fraßen; Zeuge: Direktor Camozzi); 2. Poecilia mexi- 



cana $ und Mollienisia latipinna $ ; 3. Mollienisia lati- 
pinna <3 und Poecilia mexicana £ ; 4. Poecilia mexi- 
cana <3 und Mollienisia formosa $ ; 5. Mollienisia for- 
mosa $ und Poecilia mexicana $ ; 6. jungen Weibchen 
letzterer Kreuzung mit Mollienisia formosa <5; 7. Gam- 
busia kolbrooki <j> und Girardinus decemmacidatus <3- 
Nachdem ich nun die Kreuzungsversuche in der „Wasser- 
rose" besprochen und mir daselbst Unterstützung zugesagt 
wurde, betrachte ich die ganze Sache nicht mehr als meine 
Privatangelegenheit, werde deshalb auch den „Blättern" 
jetzt mein Schema nicht überlassen, sondern lediglich wie 
versprochen an Interessenten innerhalb des Vereins Tiere 
abgeben, welche ich extra zu Kreuzungsversuchen ge- * 
züchtet habe und bitte den Verein „Wasserrose", mit 
mir gemeinschaftlich an den Bastardierungsversuchen zu 
arbeiten, um dann nach Verlauf der Züchtungsperiode in 
einer geschlossenen Arbeit die Erfolge bekannt zu geben. 
Da Herr Dr. Bade aber eine Kreuzung von Girardinus 
caudimaculatus und Gir. decemmaculatus für unmöglich 
hält, werde ich ihm gerne ein geschlechtsreifes Pärchen 
dieser (Bastard)-Tiere lebend zur Verfügung stellen, wenn' 
er sich bereit erklärt, dasselbe, nachdem es in seinem 
Besitz abgelaicht haben wird, zu sezieren und den eventl. 
abweichenden anatomischen Befund zu veröffentlichen." 
J. Thumm. — Zu dem Bericht vom 26. Oktober des 
„Vereins der Aquarien- u. Terrarienfreunde" zu Berlin 
haben wir zu bemerken, daß der Unterschied in der 
Lebensbetätigung der gefüllten Sagittaria japonica und 
der ungefüllten (welch letztere eigentlich gar nicht den 
Namen Sag. japonica verdient, da dieser das Gefülltblühen 
in sich schließt) dadurch zu erklären sein dürfte, daß die 
ungefüllte Art als die urwüchsige an sich stärker und 
lebensfähiger ist, als die durch Kultur erzielte gefüllte 
Abart. Hierzu sei noch beiläufig erwähnt, daß gefüllte 
Blüten nur auf Kosten der Fruchtbarkeit erzielt werden 
können, weil dabei die Staubblätter sich in Kronenblätter 
(Petalen) verwandeln. Der Bericht der „Isis"-München 
vom 14. Juli ist, was die Liebhaberei selbst betrifft, wie 
immer recht interessant, besonders für Terrarienfreunde, 
doch könnte unserer Ansicht nach eine zeitigere Ver- 
öffentlichung und die dadurch bedingte Aktualität der 
Berichte ihre Bedeutung für die Liebhaberwelt noch er- 
höhen. Sollte der im „Triton"-Bericht vom 4. November 
erwähnte Doras costatus tatsächlich Callichthys callichthys 
sein, wie Herr Dr. Bade meint (siehe Anmerkung „Blätter" 
S. 384), so wäre er nichts Neues, denn C. c hatl.en wir schon 
vor Jahren hier. Die erste vom Vereinspärchen Ctenops 
vittatus (knurrender Gurami) erzielte Nachzucht hat bei 
Herrn Fließbach bereits zum zweitenmal abgelaicht. Eine 
eigentümliche Erscheinung bei den Jungen besteht darin, 
daß dieselben mit dem Kopfe voran zu Boden sinken und 
sich dann mühsam wieder zur Wasseroberfläche hinauf- 
arbeiten. Dieselbe Erscheinung wurde auch schon bei 
Kampffischen (Betta pugnax) beobachtet. Es dürfte sich 
hier wohl um eine Erkrankung oder eine gewisse Schwäche 
der Schwimmblase handeln. 

W. Schaeffer, Schriftführer, Uhlandstraße 38/T. 

„Hertha", Vereinigung für Aquarien- und Terrarien- 
kunde zu Berlin. 
Sitzungslokal: „Wendt's Centralclubhaus", am Königs- 
graben 14 a. 
Sitzung: Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. 

Sitzung vom 15. Dezember 1904. 
Im Eingang unter anderen: Schreiben des Kgl. Amts- 
gerichts, betreffend formelle Änderung der eingereichten 
Statuten und Schreiben des Herrn W. Köhler-Magdeburg 
über unsere Kritik der Hechtabbildung „Nerthus" 23. 
Herr Köhler verwahrt sich ganz energisch gegen den 
Vorwurf des wissenschaftlichen Betruges und bestreitet 
den von uns vermuteten Hilfskniff angewandt zu haben. 
Ferner behauptet Herr Köhler, daß die von uns an- 
gezogene Stellung des Fisches nicht die eines gesunden 
Fisches ist, sondern nach seinen Erfahrungen die eines 
Todeskandidaten sein soll. Zu der Entrüstung des Herrn 
Köhler liegt unseres Erachtens keine Veranlassung vor, 
Herrn Köhler als „Lügner und Betrüger" hinstellen zu 
wollen, es sind auch unsererseits keine Redewendungen 
gebraucht, die einen derartigen Vorwurf enthalten. Zu 
der Behauptung, daß die unsererseits angegebene Stellung 
den Todeskandidaten verrate, müssen wir erwidern, daß 



Vereins-Nachrichten. 



31 



es die für einen gesunden Fisch typische Stellung ist. 
Der Aufforderung des Herrn Köhler, seine engbeschriebene, 
2 Seiten lange Erwiderung im Wortlaut zu bringen, 
können wir nicht nachkommen; nicht weil uns einige 
Stellen seiner Erwiderung unbequem erscheinen, sondern 
weil wir die Geduld der Blätterleser nicht erschöpfen 
wollen. An Hand der von Herren Dr. Bade und Hamann 
entworfenen mustergültig in Überlebensgroße ausgeführten 
Zeichnungen wurde der Bau des Fisches eingehend er- 
örtert. Besonderes Interesse erregte die Mitteilung, daß 
sich bei den Rund- oder Cycloidschuppen Ringe bilden, 
zwischen denen sich stärkere Zonen zeigen, die man als 
„Jahresringe"' bezeichnet. Als feststehend kann jedoch diese 
Beobachtung noch nicht gelten, da erst weitere Erfah- 
rungen abzuwarten sind. — Aus dem Fragekasten inter- 
essierte besonders die Frage über ein sicheres Erkennungs- 
zeichen zwischen Rotfeder und Plötze; erstere hat ein nach 
oben gerichtetes Maul, während das der letzteren gerade- 
aus gerichtet ist. Betont zu werden verdient die Mit- 
teilung, daß die Bezeichnung „Moorkarpfen" aus der Fisch- 
Nomenklatur fern gehalten werden müßte; da derselbe 
nur eine Hungerform der Karausche bildet. Herr Brett- 
schneider regte an. einen Liebhaber-Abreißkalender, ähnlich 
dem Gartenbau-Kalender, herauszugeben, der mit Hin- 
weisung und Ratschlägen zu versehen wäre und bei den 
Liebhabern sicher großen Anklang fände. Vielleicht findet 
diese Id°e bei Großhändlern gleichzeitig für Reklame- 
zwecke fruchtbaren Boden. Den Schluß der Sitzung bildete 
die Verauktionierung einiger Fische. Ende 12 1 J2 Uhr. 

G. S. 

Vereiu der „Aquarien- und Terrarienfreunde" 
zu Berlin. 

Vereinslokal: Garske's Restaurant, Prenzlauerstr. No. 41. 

Sitzung vom 30. November 1901. 
Der I. Vors. Herr Hampel eröffnete die von 27 Mit- 
gliedern besuchte Versammlung mit dem Ersuchen, das 
Protokoll der letzten Sitzung zu verlesen. Dasselbe wurde 
angenommen. Herr Hampel gedachte sodann mit herzl. 
und anfeuernden Worten unseres Stiftungsfestes. Im Ein- 
lauf befand sich „Natur u. Haus" No. 4, die „Blätter" 
No. 22, die Austrittserklärung von Herrn P. Hermann, 
eine Karte von dem Mitgl. Herrn Wittig, worin derselbe 
erklärt, dem Verein als Mitglied weiterhin anzugehören, 
und ein Schreiben von Herrn Hamann, worin derselbe 
bekannt gibt, daß er die in seiner Verwahrung befind- 
lichen Präparate und Ausstellungsprotokoll, unter ge- 
wissen Bedingungen dem Verein zurückstellen will. Aus 
finanziellen Gründen wurde die „Wochenschrift" nur auf 
1 Exemplar. abonniert. Bei diesem Thema kamen auch 
wieder die Übelstände betreffs des Zahlens und Abholens 
der „Blätter" zur Sprache. Die „Blätter" sind alte 
Schmerzenskinder des Vereins, Schmerzenskinder deshalb, 
weil sie die Vereinskasse auf Grund der Interesselosig- 
keit mancher Mitglieder unnötig belasten und es sei fraglich, 
ob sich die Mitglieder in nächster Zeit nicht vor die Frage 
stellen müssen: Obligatorische oder fakultative Einführung 
der „Blätter". Von allen Seiten wurde betont, daß es 
so wie bisher nicht weiter gehen kann und wurde dieser 
Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung 
gesetzt. — Die Versammlung nahm hierauf die Wahlen 
der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder vor. Gewählt 
wurden Herr Marquardt als Broschürenwart, Herr Reimann 
als I. Bibliothekar und die Herren Palm, Baumgardt und 
Schulz als Beisitzer. — Die Herren Lehmann und Dietrich 
berichteten sodann über erfolgreiche Kur bei an Gyro- 
dactylus erkrankten Fischen mit dem von Herrn Dr. 
W. Roth in der „Wochenschrift" No. 32 beschriebenen 
Mittel und regten zu weiteren Versuchen an. Herr Leh- 
mann empfahl, das Bad nicht über 15 Min. auszudehnen, 
da bei ihm V ersuchstiere, welche länger als die angegebene 
Zeit im Bade verweilten, den Starrkrampf bekamen und 
eingingen. Herr Timmermann berichtete über ein neues 
Polypen-Vertilgungsmittel, womit er vorzügliche Resultate 
erzielt haben will; er besteht in einer 90% Salmiaklösung, 
wovon auf 1 Liter Wasser 1 g kommt. — Herr Kropac 
hat das von Herrn J. Peter in den „Blättern" No. 18, 
beschriebene Mittel gegen Polypen ausgeprobt und 
die Tötung derselben in 5 Stunden erzielt. Futtertiere, 
wie Cyklops und Daphnien waren nach einer Woche in 
der Salzlauge noch ebenso munter wie vorher. — Herr 



Kupczyk konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß die 
in seiner Pflege befindlichen Trichogaster lalias zur Laich- 
abgabe geschritten sind. — Verlost wurden 10 Osphromenus 
trich., 4 Trichogaster fasc. und 4 Paratilapia. J. K 

„Isis", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (E. V.) 
Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust" . 
Donnerstag, den 25. August 1904. 
Protokoll- Verlesung u. -Genehmigung. Im Einlauf: 
Karte unseres Herrn Rembold aus Eichstädt. Offerte 
Stüve-Hamburg. Brief des Herrn Ad. Andres in Alexan- 
drien. Genannter Herr ersucht um Aufnahme als ordent- 
liches Mitglied unseres Vereins. Die Kugelabstimmung 
erfolgt in der nächsten Vereinsversammlung. Unser lang- 
jähriges Mitglied Herr Ingenieur Schmid berichtet uns in 
einem längeren Schreiben über seine Beobachtungen an 
seinem damaligen Aufenthaltsorte Landeck (Tirol). Herr 
Schmid bedauert mit der Reptilien- und Amphibienwelt 
nicht besser vertraut zu sein, und meint, daß infolgedessen 
seine Wahrnehmungen vielfach an Wert einbüßten. Ab- 
rechnung Lüneburg, bezügl. der Makropodenbroschüre. 
An Zeitschriften liegen auf: „Blätter" No. 16. Herr 
H. Labonte berichtet anregend über den Stichling und 
seine Zucht und Dr. Bade über die Forelle und die künst- 
liche Fischzucht. A. Andres bringt uns in. seinem kleinen 
Aufsatz „Ein herpetologischer Ausflug in Ägypten" einige 
hübsche Mitteilungen über nordafrikanisches Reptilien- 
leben. Der Bemerkung über Beobachtung einer größeren 
Anzahl von Discoglossus pictus dürfte sehr wahrscheinlich 
ein. .Irrtum zu Grunde liegen. Discoglossus pictus dürfte 
in Ägypten nicht vorkommen, möglicherweise handelt es 
sich um die ähnlich gefärbte Rana mascariensis. Über 
einen außerordentlich merkwürdigen Fisch, den Pfeil- 
schnabel, berichtet W. Jürgens. Von dem sonderbaren 
Tiere bringen die „Blätter" eine Abbildung. „Natur u. 
Haus" No. 22. Ein prächtiges Fischlein muß Ctenops 
vittatus sein, über welches P. Arnold-Hamburg berichtet. 
Über einen neuen Cyprinidenbastard Leuciscus leuciscus L. 
x Aspius alburnus L. bringt E. Leonhardt-Dresdeu be- 
merkenswerte Ausführungen. Wenn man indes bedenkt, 
daß zwischen Ukelei und Döbel (Aspius alburnus x 
Leuciscus cephalus und Ukelei und Rotfeder (A. alburnus 
X Leuciscus erythrophthalmus) ebenfalls längere Zeit schon 
Bastarde bekannt sind, wird eine Bastardierung zwischen 
Ukelei und Hasel nicht mehr allzusehr verwundern. Ein 
trefflicher Aufsatz ist der Vortrag von Herrn Dr. med. 
Knoblauch „Feuersalamander und Molche in der Ge- 
fangenschaft". „Nerthus" Heft 17. Über Eintagsfliegen 
und ihre Entwicklung schreibt Herr Georg Ulmer-Ham- 
burg. Die Ausführungen Ulmers über die Insektenwelt 
unserer Gewässer zeugen stets von großer Sachkenntnis 
und sind für den Freund der niederen Wassertiere immer 
instruktiv. „Wochenschrift" No. 21. Bekanntgabe der 
interessanten Veröffentlichungen. — Herr Müller hat aus 
seiner Käfersammlung je 1 Pärchen der in Deutschland 
vorkommenden Dyticiden zusammengestellt und bringt 
nun die Käfer zur Demonstration und Erläuterung. Es 
sind dieses die Arten: Dyticus latissimus, D. dimidiatus, 
D. marginalis, D. circumflexus, D. punctulatus und weiter 
ein naher Verwandter der Gattung Dyticus, nämlich 
Cybister röseli. Unser Herr Knan, ein Interessent für 
die in Deutschland vorkommenden Wasser-Insekten, ver- 
tieft sich liebevoll in das Studium der Unterscheidungs- 
merkmale der vorgezeigten Wasserkäfer. 

Donnerstag, den 1. September 1904. 
Als Gast anwesend Herr Professor Pickl aus Prag. 
Der Verlesung und Genehmigung des Protokolles folgte 
die Bekanntgabe des Einlaufes. Als solcher liegt vor: 
Karte des Herrn Baron von Stubenrauches, bezüglich 
unserer Makropoden broschüre; eine Offerte des Herrn 
Krause; Karte unseres Herrn Dr. med. Brunner aus 
Gmünd. Der I. Vorsitzende des Vereins „Wasserstern ••- 
Augsburg, Herr Ingenieur Kathruann, ersucht in einem 
Schreiben Herrn Lankes, einen Bericht über die statt- 
gehabte Ausstellung in den „Blättern" zu veröffentlichen, 
unser Vorsitzender hofft diesem Wunsche nach Erledigung 
drängender Arbeiten baldigst nachkommen zu können. 
In einem Brief an Herrn Lankes berichtet Herr Andres- 
Alexandrien, daß er seinen Eidechsen zum erstenmale 



32 



Vereins-Nachrichten . 



eine größere Anzahl Aroeisen nebst deren Larven vor- 
setzte. Während Mabuia quinquetaeniata und einige 
Acanthodactylus sich hauptsächlich über die Puppen her- 
machten, fraßen die kleinen Agama stellio (ca. 10 Stück) 
mit Vorliebe nur Ameisen. An Zeitschriften liegt lediglich 
die „Wochenschrift" No. 22 vor. Über die Ellritze schreibt 
Buschkiel in Freiburg, während Herr Brüning in einem 
längeren Aufsatze „Liebhaberei und Wissenschaft" manche 
beachtenswerte Ausführung bringt. Auch wir werden 
Veranlassung nehmen, auf die von Herrn Brüning an- 
gebrochene Frage in weiterer Ausführung gelegentlich 
zurückzukommen. Eins steht aber für uns fest, nämlich 
daß es für unsere Sache im Laufe der Jahre ebenfalls 
eine Entwicklung zu höheren Aufgaben, einen Fortschritt 
zur Vertiefung unseres Wissens geben wird und daß 
unsere Arbeit ähnliche Beachtung, wie solche der ornitho- 
logischen Vereine, botanischen Gesellschaften usw. er- 
fahren muß. — Die Kugelabstimmung über Herrn Ad. 
Andres-Alexandrien ergibt Aufnahme. — Herr Rembold 
demonstriert einen fadenartigen Wurm, der als Wasser- 
kalb (Gordius aquaticus) bekannt ist. Herr Sigl hat eine 
Anzahl kleinerer Wasserkäfer in einem Tümpel bei Haim- 
hausen erbeutet und demonstriert die ungemein beweg- 
lichen Tierchen. Besprechung bezüglich der diesjährigen 

10. Stiftungsfeier des Vereins. Die Vereinsversammlung 
am 8. September fällt wegen des Feiertages aus. 

Donnerstag, den 15. September 1904. 

Als Gast anwesend Herr Kraus vom Verein „Triton"- 
Berlin. Der Vorsitzende begrüßt Herrn Kraus und geht 
nach Verlesung und Genehmigung des Protokolles der 
letzten Vereinsversammlung zur Bekanntgabe des Ein- 
laufes über. Dieser enthält: Karte Tofohr-Hamburg, 
zwei Offerten (Reptilien) Umlauff-Hamburg. Herr Emil 
Heidler in Przemyil-Österreich ersucht um Zusendung 
unserer Satzung. Die Dr. Lüneburg'sche Buchhandlung 
teilt auf Anfrage mit, daß noch 46 Stück der Makropoden- 
broschüre sich auf Lager befinden. Weitere Offerten liegen 
vor von Buschkiel in Freiburg und Stüve-Hamburg. 
Schreiben des Herrn Andres aus Ramien (Ägypten). 
Herr Andres empfiehlt, Eumeces schneiden hauptsächlich 
mit Kellerasseln zu füttern. Der Verein „Wasserrose" 
in Dresden hat uns einige Führer durch seine vom 4. bis 

11. September im Zoologischen Garten zu Dresden ab- 
gehaltene Ausstellung übermittelt. Ein Studium dieses 
Führers der I. Ausstellung des Dresdener Vereins ist 
recht interessant. Uns besonders interessant ist die Aus- 
stellung des Herrn Gerlach an Schwanzlurchen. Gerlach 
brachte allein 11 Arten der Gattung Triton (Molge), da- 
von 9 aus Europa, 1 aus Japan und 1 aus Nordamerika 
zur Ausstellung. Von den ausgestellten Arten dürften 
Triton italicus, boscai und wohl auch Triton montandoni 
kaum oder wenig bei früheren Ausstellungen vertreten 
gewesen sein. Außer den Tritonarten waren auf der 
Ausstellung 2 Spelerpes, nämlich Sp. ruber und Sp. wer- 
neri, sowie eine Amblystoma- Art vertreten. Hervorzuheben 
sind die Zuchtresultate (auch Kreuzungszuchtresultate), 
die Gerlach bei einer Anzahl von Tritonen in den Jahren 
1903 und 1904 erzielte. Wer je Molche gepflegt bat und 
wer da weiß, welche große Mühewaltung die Aufzucht 
der Larven und der jungen Molche erfordert, kann er- 
messen, was für ein schönes Stück Arbeit Herr Gerlach 
geleistet hat. Auch in anderer Hinsicht zwingt das 
Studium des Führers zur Anerkennung. In der Voll- 
ständigkeit, wie dies in Dresden geschehen, dürften die 
fremdländischen Aquarienfische bisher noch auf keiner 
Ausstellung gezeigt worden sein. Wenn hier eingewendet 
werden könnte, daß eine Vollständigkeit nur als eine 
Geldfrage zu betrachten sei, so bedeutet doch, abgesehen 
von der hier durchaus notwendigen Opferfreudigkeit, die 
Zucht von 22 Arten eingeführter Fische ein schönes Stück 
Mühe und Arbeit. Richtig ist, daß die heimische Fisch- 
welt sehr schwach vertreten ist, die Insektenwelt des 
Wassers scheinbar gar nicht, daß Seewasseraquarien 
und Terrarien nicht, oder wenig gewürdigt wurden ; allein 
eine nach allen Richtungen hin gleich vollständige Aus- 
stellung vermag kein Verein, auch der größte nicht zu 
zustande zu bringen. Blätter No. 17. Eine seltene in- 
dische Sumpfschildkröte, nämlich Hardella thurgi Gray, 



beschreibt Herr Dr. P. Krefft. Über die Zucht von 
Poecüia mexicana Jord. berichtet Herr Stehr und über 
Paratilapia multicolor Herr Huckfeldt- Hamburg. In 
Wort und Bild führt uns Dr. Bade einige Vertreter der 
Meeresflora vor, von der wir leider noch außerordentlich 
wenig verstehen. In einem kleinen Aufsatz „Mein Terra- 
rium" von Alois Czepa teilt dieser mit, daß er zwei 
kleine Sumpfschildkröten, einen Feuersalamander, einen 
Laubfrosch, eine kleine Knoblauchkröte und einen Gras- 
frosch mit Echsen und Blindschleichen zusammensetzte. 
Eine derart gemischte Gesellschaft zu halten möchten wir 
nicht empfehlen, wenn aber, dann nur in größeren Terra- 
rien, wo eine gegenseitige Belästigung so ungleichartiger 
Tiere ziemlich ferne gelegen ist. Sonst enthält Ozepas 
Aufsatz wahrhaftig nichts, was es wünschenswert er- 
scheinen läßt, ihn abzudrucken und ihn zu lesen. Zu 
dem Schlüsse des Aufsatzes „Kennzeichen und geogr. 
Verbreitung der europäischen Schlangen" von G. Reiche, 
haben wir zu bemerken, was übrigens schon einmal ge- 
schehen ist, daß Vipera ammodytes (S. 268) nicht in 
Deutschland vorkommt. „Natur und Haus" No. 23. Zu- 
nächst interessiert ein Aufsatz von G. Geyer über Triton 
montandoni Blgr. Geyer hat den Molch „am Orte seines 
Vorkommens", in der Umgegend von Kronstadt in 
größerer Anzahl gesammelt. In einem Artikel von 
R. H. France werden wir über die Erneuerungskraft der 
Sumpfpflanzen belehrt, während O. Tofohr uns „allerlei 
Interessantes aus dem Leben der Süßwasserkrabbe" be r 
richtet. Dr. Ziegeler-Spandau unterrichtet uns über die 
Aquarienkunde in Dänemark. Es wäre wünschenswert, 
wenn wir auch bezügl. anderer angrenzenden Staaten über 
den Stand unserer Sache zuverlässige Informationen be- 
sitzen würden. Schluß des eingehenden und instruktiven 
Vortrages „Feuersalamander und Molche in der Gefangen- 
schaft" von Dr. med. Knoblauch. „Nerthus" Heft No. 18. 
Treffliche Ausführungen, die zur rückhaltlosen Anerken- 
nung zwingen, bietet uns Bernhard Wichand-Leipzig in 
seinem Aufsatz : „Meine Beobachtungen beim Brutgeschäft 
des drei- und zehnstacheligen Stichlings (Gasterosteus 
aculeatus und G. pungitius) im Aquarium." „Zoologischer 
Garten" No. 9. In dem Aulsatz von Herrn Dr. Paul 
Kammerer- Wien „Zoologische Schaustellungen in Ägypten 
und im Sudan" ist für uns der Absatz „Das Aquarium 
auf der Nilinsel Gezireh bei Kairo" von besonderem In- 
teresse. In W. Schusters kleinem Aufsatz „Unsere 
Schlangen" muß folgender Passus als auffallend bezeichnet 
werden: „Mein Tier (Tropidonotus natrix) hat zwei helle 
Längsstreifen längs der erhöhten Mittelpartie des Rückens, 
ohne daß ich es deswegen als typische Varietät persa, — 
Streifenringelnatter — ansehe. IchfanddieseSchlange 
als die häufigste bei Barmen -Elberfeld, über- 
hauptimWuppertal". Letzteres, nämlich daß sich Ringel- 
nattern mit hellen Längsstreifen häufig im Wupper- 
tal finden, ist für uns wenigstens neu. Sehr auffallend 
erscheint auch der weiter von Schuster gemeldete Um- 
stand, daß seine Äskulapschlange einen Alpenmolch und 
einen Regenwurm verzehrte. „Wochenschrift" No. 23. 
W. Köhler -Leipzig unterrichtet uns über „diesjährige 
Neuheiten in Wort und Bild". Der speziell beschriebene 
Fisch scheint nach der gegebenen Photographie unserem 
Bitterling ziemlich ähnlich zu sein und gehört zu den 
CypHniden. Bestimmt ist das Tierchen noch nicht, sondern 
wird vorläufig mit Capoeta spec. angegeben. Einige Ab- 
schnitte aus den zahlreichen Veröffentlichungen werden 
verlesen. Ein Importversuch des Herrn Müller ergibt 
einen Überschuß von 3,80 Mk. Zur Vorzeigung und Er-, 
läuterung gelangen durch Herrn Müller: Planus cinereus 
aus Zentral-Spanien, dann ein mächtiger Tropidonotus 
viperinus mit 97 cm Länge von Gennargento (Sardinien), 
ein Bufo regularis von Ägypten (gesammelt von Herrn 
Dr. Werner), zwei Männchen von Vipera ursinii, Phyllo- 
dactylus europaeus (Zucht des Herrn Müller) und endlich 
Salamander maculosa (partieller Albino) gefangen in 
Schmitten im Taunus, Besitzer Herr Dr. med. Knoblauch. 
Importiert wurden durch den Verein: Tarentola maure- 
tanica, Hemidactylus turcicus und Lacerta muralis subsp. 
genei. Herr Lankes demonstriert und bespricht kurz 
Chamaeleon basiliscus, ferner Tarentola mauretanica und 
Chalcides ocellatus. 



Für die-Redaktion verantwortlich: Dr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 26; für den Anzeigenteil : Creutz'sohe Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Drück von A. Hopf er in Burg b. M. 



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In unserem Verlage erschien: 

Seewasser-Aquarien im Zimmer 

von Reinhold Ed. Uoffinanu. 

Für den Druck bearbeitet und heraus- 
gegeben von Dr. Karl Ruß. 

Mit 28 Holzschnitten im Text. 
Preis Mk. 3.— 

Nachdem es gelungen ist, das Seewasser 
künstlich herzustellen und zwar in solcher 
Beschaffenheit, daß sich die Seepflanzen 
und Seetiere vollständig gesund und munter 
in demselben erhalten, mußte für diese neu- 
aufstrebende Liebhaberei, welche wegen der 
wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
.Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie: See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
und seine nach eigenen Beobachtungen er- 
folgten Aufzeichnungen in Obigem dem 
Kreise aller Naturfreunde darbietet. 

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Magdeburg. 



Fremdländische Zierfische. 

Ein Handbuch für die Natur- 
geschichte, Pflege und Zucht 

der bisher 

eingeführten Aquarienfische. 

Von Bruno liürigen. 

Mit 2 Aquarelldruck-, 20 Bildertafeln 

in Schwarzdruck u. 21 Textabbildung. 

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Preis M. 4.50, gebd. M. 5.25. 

Um den Aquarienfreunden, namentlich 
angehenden Züchtern, etwas Zusammen- 
hängendes zu bieten, unternahm es der 
Verfasser, die jetzt beliebt gewordenen 
fremdländischen Zierfische zu schildern und 
damit eine kurze Anweisung zur Beobach- 
tung, Pflege und Züchtung derselben zu 
schaffen. Was sie enthält, beruht nicht 
nur auf den jahrelangen Studien und Er- 
fahrungen, welche der Verfasser an den von 
ihm gehaltenen Fischen und bei den hervor- 
ragendsten Züchtern anstellen konnte, son- 
dern auch auf seiner 6jährigen redaktio- 
nellen Tätigkeit bei den „Blätter für Aqua- 
rien- und Terrarienliebhabei". Die jetzige 
zweite Auflage ist sehr vermehrt und ver- 
schönt, ein unentbehrliches Handbuch für 
jeden Aquarienliebhaber. 

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oder gegen frankierte Einsendung des Betrages direkt vom Verlage zu 
beziehen: 

Katechismus für Aparienliebhaber. 

Fragen und Antworten 

über Einrichtung, Besetzung u. Pflege des Süß- und Seewasser-Aquariums, 
sowie über Krankheiten, Transport und Züchtung der Fische. 

Von Wilhelm Geyer, f 

Vierte, von seinem Sohne Hans Geyer besorgte Auflage. 
Mit dem Bildnis des Verfassers, einer Farbentafel, 4 Schwarzdrucktafeln und 

84 Textabbildungen. 

Preis: Geheftet 1,80 Mk., gebunden 2,40 Mk. 



! 



Der Verfasser empfing infolge seines Verkehrs mit Aquarienliebhabern im Laufe 
der Jahre eine sehr große Anzahl von Anfragen und Bitten um Raterteilung, deren 
meist umgehend erwartete Erledigung ihm uicht immer möglich war Zudem ge- 
stattete die knapp bemessene Zeit selten die Gründlichkeit der Antworten, welche 
das Interesse der Fragesteller beanspruchte. Aus diesen Umständen entschloß er sich 
denn, möglichst alle in Bezug auf Aquarien, deren Einrichtung, Besetzung und Pflege 
sich ergebenden Fragen selbst aufzustellen und solche zutreffend und auf Grund eigner 
Erfahrungen zu beantworten. Ein wie glücklicher Gedanke dies gewesen ist, be- 
weist der Umstand, daß die erste bis dritte starke Auflage in kurzer Zeit vergriffen 
waren. Die vorliegende vierte Auflage ist nun mit allen neuesten Erfahrungen, und 
deren sind nicht wenige, vermehrt, sowie in den Abbildungen wesentlich verbessert. 

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Durch jede Buchhandlung zu beziehen oder gegen vorherige frankierte 
Einsendung des Betrages direkt vom Verlage: 

Praxis der Aquarienkunde. 

Ä»s der Praxis für die Praxis 



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Dp. E. Bade, 

Gr. 8°. Mit einer Farbendruck-, 12 Schwarzdrucktafeln und 165 

Abbildungen im Text. 
Preis: Elegant broch. Mk. 3. — , gebd. Mk. 4. — . 



Aus der Praxis für die Praxis — gibt hier der Verfasser An- 
weisungen und Belehrungen für die gesamte Aquarienkunde (Süß- und 
Seewasser-, Terraaquarien und Aquaterrarien), bei deren Benutzung sich 
ein jeder Liebhaber, sei er Anfänger oder bereits ein Kundigerer, viel 
Ärger und Verdruß ersparen, jedoch viel Freude an der schönen 
Liebhaberei verschaffen wird. Repräsentiert doch das Buch keines- 
wegs die Erfahrungen eines Einzelnen allein, sondern vielmehr die im Laufe 
eines Jahrzehntes gewonnenen Erfahrungen aller Vereine für Aquarienkunde. 

Ist nun nach unserer vollen Überzeugung der Inhalt des Buches 
ein ganz vortrefflicher, auf der Höhe der Aquarienkunde stehender, so 
haben wir auch das äußerliche Gewand des Buches ganz hervorragend 
ausgestattet, sodaß wir mit Recht glauben dürfen, daß dasselbe wegen 



seines 



außerordentlich geringen Preises und seiner tadellosen Aus- 
stattimg allen Aquarienfreunden willkommen sein wird. 

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D 



ie geehrten Leser werden ersucht, sich bei Bestellungen 
stets auf die Inserate in „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" zu berufen. 



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In unserem Verlage erschien: 

Der Schleierschwanz 
und Teleskopschleierschwanz 

ihre Zucht und Pflege 
und dieBeurteilung ihresWertes 

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Dr. E. Bade. 

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Aufnahmen lebender Fische und 19 

Abbildungen im Texte. 

Preis nur 75 Pfg. 

In dem vorliegenden Werkchen ist der 
erste Versuch gemacht worden, die Be- 
wertung des Schleierschwanzes und des 
Teleskopschleierschwanzes nach bestimmten 
Punkten festzusetzen. Die Wertbeurteilung, 
die sonst stets nur vagen Schätzungen 
unterlag und besonders den Preisrichtern 
auf Ausstellungen nach ihrem Geschmacke 
überlassen blieb, ist in feststehenden Punkt- 
zahlen zusammengefaßt. Den zahlreichen 
Liebhabern der Goldfischabarten ist durch 
dieses Büchlein außer einer zuverlässigen 
Anleitung über die Pflege und Zucht ein 
Wegweiser gegeben, den Wert ihrer Fische 
selbst prüfen zu können. 
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Die Abonnenten des laufenden (XXXI.) Jahr- 
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nach wie vor, mit bestem Dank für jed- 
wedes der „Gefiederten Welt" entgegen- 
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„mit Nachlieferung" 

bestellen! — Ohne diesen ausdrücklichen Vermerk liefert die Post nur 
vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

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Bitte! 



In eigenem Interesse wollen die pjp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u. Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
in Magdeburg 

zu richten sind. 



Für den Naclibezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. 1 
bis DJ broschiert ä Mk. 3, Bd. V— VIII broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XIH— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
Eine Preisherabsetzung findet in absehbarer Zeit nicht statt! 

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seine Einrichtung, Bepflanzuug und Bevölkerung. 

Von Hermann Lachmann. 

Mit 5 Vollbildern und 87 in den Text gedruckten Holzschnitten. 

Preis: broch. M. 3. — ; geb. IM. 3.60. 

Genaue Beobachtungen sind nur an lebenden Wesen zu machen. Bei den 
Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien-Arten gewährt der Verfasser 
in obigem Buche. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung Magdeburg. 



Probenummer n 

der „Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde" zum Verteilen 
an Liebhaber, stellen wir nach wie vor, mit bestem Dank für jedwedes 
den „Blättern" entgegengebrachte Interesse, kostenlos und portofrei 
zur Verfügung. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



2.b\ Januar 1905. 



Jahrgang XVI. 



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Lacerta horväthi Mehel) r . eine 
neue europäische Eidechse. 
Entartung. 



Kleine Mitteilungen: 
Krokodil«' im Zirkus. 
Professor Korotnew (Kiew). 
Eine Klinik für kranke 
Fische. 

Vereinsnachrichten : 

Hamburg, Berlin. Ham- 
burg. 



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Blätter 



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/AQUARIEN- 



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TERR AR IEN- 
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Herausgegeben von Dr. E. Bade 



Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2. — . 

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Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




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Jahrgang XTI. 
Heft 4. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 




(Nachdruck verboten.) 

Lacerta JiorvätJii Mehely, eine neue europäische Eidechse. 

Von Dr. Friedrich Knauer. (Mit 12 Abbildungen, nach Professor L. v. Mehely.) 

jjrof. L. v. Mehely, der bekannte ungarische als die typische Mauereidechse und die Lacerta 

Herpetologe, hat in Kroatien eine neue mosoriensis ; das größte Weibchen der unter- 

Eidechsenart entdeckt, die nach ihrem äußeren suchten Exemplare ist 169 mm, das größte 

Erscheinen jeder für eine Mauereidechse der Männchen 161 mm lang. Der Kopf, niedrig, 

typischen Form halten würde, die sich aber bei von oben abgeflacht und oben ganz platt, 

genauerer Untersuchung als vollgültige Art mit mäßig aufgetriebener Backengegend und 

kennzeichnet. Zuerst hat sie v. Mehely auf ziemlich kurzer, flacher, breiter, stumpf 

Grund eines dem ungarischen National-Museums zugerundeter Schnauze, stimmt mehr mit 

im Velebit dem der 



im Jahr 1901 von der Stirovaca 
(Komitat Lika-Krbava) zugekomme- 
nen Exemplares in der von ihm redi- 
gierten zoologischen Zeitschrift: 
„Ällattani Közlemenyek" (1903) als 
Lacerta mosoriensis Kolonib. in die 
Reptilienfauna Ungarns eingeführt. 
Dann bekam v. Mehely im Museum 
zu Agram eine von Prof. Langhoffer 
am Kiek erbeutete, als Lacerta 
muralis aufgestellte Eidechse zu 
Gesicht, die er aber als Lacerta 
mosoriensis ansprechen zu müssen 
glaubte. Dann erbeutete er bei 
einer Exkursion in die westlich 
von Ogulin gelegenen Gebiete am 
15. Mai 1904 zwei Exemplare derselben Eidechse 
am Kiek, weitere zwei Exemplare am 16. Mai 
in Jasenak und noch drei Stücke am 17. Mai 
im Gebirge von Jasenak. Zu diesen sieben 
Exemplaren erhielt v. Mehely noch drei Exem- 
plare von Pro*f. G. Kolombatovic und Dr. Egid 
Schreiber. Die genaue Vergleichung und Unter- 
suchung aller dieser Belegstücke führte nun zur 
Aufstellung der neuen Art. 

Die neue zu Ehren des um die zoologische 
Erforschung des ungarischen Küstenlandes sehr 
verdienten Dr. G. Horväth, Direktors der 
zoologischen Abteilung des ungarischen National- 
Museums, benannte Eidechse ist etwas kleiner 




Kopf der Lacerta horväthi <J. 
4X1. 



Lacerta mosoriensis überein, obwohl 
er auch dem der Mauereidechse ähn- 
lich ist, bei welcher, besonders bei den 
Männchen, die Schnauze schmäler, 
länger, von oben weniger abgeflacht 
und spitziger zugerundet ist. Die 
hinteren Gliedmaßen sind ebenso 
lang wie bei der typischen Mauer- 
eidechse und etwas kürzer als bei 
Lacerta mosoriensis. 

Was die Beschildung betrifft, 
stimmen die Schilde des Pileus fast 
genau mit denen der L. mosoriensis 
überein. Das Rostrale steigt sehr 
hoch auf den Pileus hinauf und stößt 
mit gerader, langer Kante an 
das Internasale an. Das Frontale ist kurz, 
verhältnismäßig breit, sechseckig, nach hinten zu 
verschmälert und oft längsgekielt uud immer be- 
deutend kürzer als seine Entfernung von 
der Schnauzenspitze. Wie bei L. mosoriensis 
ist die zwischen den Supraocularia und den 
Supraciliaria verlaufende Körnchenreihe voll, 
aus 9 — 12 ziemlich großen, länglichen, schon im 
Beginne der Reihe gleichbreiten Körnerschüpp 
chen zusammengesetzt. Das Parietale ist nicht 
wie bei L. muralis am Außenrande nach außen 
bogenförmig gerundet, sondern wie bei L. moso- 
riensis in der vorderen Hälfte mehr oder 
weniger bogig ausgeschweift, indem das 



u 



Dr. Friedrich JK Dauer: Lacerta horväthi Mehely, eine neue europäische Eidechse. 




Seknauzenspitze 
von Lacerta mosoriensis 
(C. B.) L. 7X1. 




Schnauzenspitze von 
Lacerta mosoriensis (C.B.) L, 
7X1. 



erste, beträchtlich entwickelte, meist keilförmig 
nach hinten verschmälerte Oberschläfenschild 
mit seinem oberen Rande bogenförmig- in das 
Scheitelschild eingreift und so dessen 
Außenseite ausrandet. Wie 
bei allen Formen der L. mura- 
lis, aber nicht bei L. mosoriensis 
ist bei dieser neuen Eidechse 
das Scheitelschild an seiner 
vorderen Außenecke mit einer 
deutlichen Kante an das 
oberste Postoculare an- 
stoßend. Das längliche fünf- 
eckige Zwischenscheitelschild 
ist fast doppelt so lang als breit. Das Rostrale 
berührt, wie hei L. muralis und L. mosoriensis, 
niemals das Nasenloch. 
Hinter dem Nasenloch be- 
findet sich immer nur ein 
Nasofrenale; es ist breit 
dreieckig, breiter als hoch 
und stößt nie an das 
Internasale an, da das 
nach hinten verlängerte 
Obernasenschild mit 
dem Zügelschild eine 
Kante bildet. Die Schläfe ist mit ziemlich 
großen, vieleckigen, glatten und leicht gewölbten 
Schildchen bedeckt. Das erste Oberschläfen- 
schild ist groß, von oben ganz sichtbar, 
nach hinten keilförmig verschmälert. 

Die Rückenschuppen sind groß, sehr leicht 
gewölbt, fast ganz flach, und beinahe ganz 
glatt, von breit sechseckiger Form mit leicht 
abgerundeten Ecken ; an den Leibesseiten werden 
die Schuppen verrundet rhombisch und werden 
gegen die Bauchplatten zu allmählich kleiner. 
Auf dem Rücken kommen auf 1 cm Länge 10 
bis 12 Querreihen (bei L. muralis 25, bei 
L. mosoriensis 8 — 9), es sind also die Rücken- 
schuppen dieser neuen Eidechsenart viel größer 
als die der typischen Mauereidechse, aber kleiner 
als die von L. mosoriensis. Um die Leibesmitte 
stehen 40 — 46 Querreihen von Schuppen. Die 
Bauchplatten sind in sechs Längsreihen ange- 
ordnet; die Querreihen der Bauchschilde betragen 
beim Männchen 23 — 26, beim Weibchen 27. 
Ein 6 — 9gliedriger Schildergürtel umgibt das 
große, viel breitere als lange Analschild. Die 
oberen Schwanzschuppen sind sehr stumpf 
längsgekielt, gerade abgestutzt oder leicht ver- 
rundet. Die im ersten Drittel der Schwanz- 
lange flachen, weiter hinten fein längsgekielten 
unteren Schwanzschuppen stehen wie die der Ober- 



seite in abwechselnden breiten und schmalen 
Quirlen; jede der beiden Mittelreihen ist nicht 
auffallend, aber doch deutlich breiter als die 
anstoßende äußere Reihe. Die Schuppen der 
Tibia sind länglich rhombisch, deutlich, aber 
nicht besonders kräftig längsgekielt und 
bedeutend kleiner als die Rückenschuppen 
(bei L. mosoriensis sind die Rückenschuppen 
ähnlich wie bei dieser neuen Art, die rhombischen 
Schuppen der Tibia aber unregelmäßig 
längsgerunzelt, wie chagriniert und 
ebenso groß wie die Rückenschuppen; bei 
der typischen Mauereidechse sind die mehr 
oder weniger scharf gekielten Körnerschuppen 
des Rückens bedeutend kleiner). 

Was die Färbung anbelangt, ist diese neue 
Eidechse von der typischen Mauereidechse kaum 
zu unterscheiden. Die Oberseite ist hell grau- 
lich-kupferbraun, die Unterseite hell strohgelb 
mit grünlichem Anflug. Die Mittellinie des 
Rückens entlang verläuft bei alten Männchen oft 
ein feiner braunschwarzer Punktstreifen. 
Hinter dem Auge beginnt ein schwarzbraunes 
Längsband. Zwischen der Mittellinie des 
Rückens und dem Seitenband verläuft auf hell 
graulich-kupferbraunem Grunde eine mehr oder 
weniger ausgesprochene, manchmal nur ange- 
deutete, selten scharf begrenzte Fleckenreihe, 

bestehend aus schwarz- 
braunen, kleinen rundlichen 
Flecken und Punkten oder 
queren, länglichen Vierecks- 
schnörkeln (die aber nicht 
wie bei L. mosoriensis mit 
denen der anderen Leibes- 
seite in Verbindung stehen). 
Kehle und Halsunterseite sind 
hell weißlichgrau, ungefleckt. 
An der äußeren Reihe der Bauchschilde bemerkt 
man, besonders bei älteren Männchen, eine 
schwarze Fleckenreihe. 

Bisher ist Lacerta hor- 
vdthi nur vom südwestlichen 
Kroatien (aus der Großen 
Kapela und aus dem Velebit) 
bekannt geworden. Am Kiek 
bewohnt sie über der Wald- 
region aufgetürmte Fels- 
partien in einer Höhe von 
900 m bis fast zu der 1 182 m 
hohen Spitze; das Terrain 
lediglich aus Felsboden oder 
sträuch von Zwergwachholder und Rhododendron 
besetzt; hier lebt sie neben der Schlingnatter, 




Seknauzenspitze 

von Lacerta horväthi. 

7X1. 




Schnauzenspitze von 
Lacerta muralis. 7x1 . 



besteht entweder 
dieser ist mit Ge- 



Dr. Friedrich Knauer: Lacerta horväthi Mehely. eine neue europäische Eidechse 



auf dem Felsterrain der ziemlich steilen Jase- des ersten Hinteraugenschildes, die einfach ge- 
nacka Kosa in Gesellschaft der typischen Mauer- kielten Tibialschuppen, die relative Länge der 
eidechse, der Bergeidechse, der Kreuzotter und Hintergliedmaßen und die Färbung der Oberseite 



Blindschleiche. 

In ihren Bewegungen ist die Lacerta 
horväthi schneller als die Bergeidechse. 
aber weit nicht so flink wie die Mauer- 
eidechse. Wird sie verfolgt, so flüchtet 
sie in die Felsspalten, schaut aber sehr 
bald wieder hervor und kann daher bei 

bei einigem Ge- 





"v%£3>£ 



Rückensehuppen von 
Lacerta mosoriensis. Sxl. 



nur in 16 Exemplaren 
erbeutete. 

So ähnlich nun diese 



schick und et- 
was Geduld mit 
einer Roßhaar- 
schlinge leicht 
erbeutet werden. Häufig 
scheint sie nicht vorzu- 
kommen, denn v. Mehely 
bekam sie während seiner 
dreitägigen Exkursion 
zu Gesicht, wovon er 7 



Tibialschuppen 

von Lacerta mosoriensis. 

8x1. 



neue Eidechse der 



an die typische Mauereidechse gemahnen. 
Besonders die Beschaffenheit des Scheitel- 
schildes, das in der vorderen Hälfte mehr 
oder weniger bogig ausgeschweift ist, 
hält v. Mehely für einen blutsverwandt- 
schaftlichen Charakter einer mit Lacerta 
saxicola Eversm. im Kaukasus beginnen- 
den und mit Lacerta 
horväthi abschlie- 
ßenden, von der Ent- 
wicklungsreihe der 
Lacerta muralis 
grundverschiedenen phyle- 
tischen Eeihe. Die Ver- 
kleinerung der Rücken- und 
besonders der Tibialschuppen 
läßt sich leicht aus dem 
Einflüsse feuchteren Klimas erklären; in feuch- 
tere Gebiete übergewanderte Exemplare der 
Lacerta mosoriensis waren dann nicht mehr auf 




Rückenschuppen von 
Lacerta horväthi. 8x1. 



typischen Mauereidechse auch ist, so steht sie die großen Rückenschuppen und derbgerunzelten 



zu dieser Art doch nur in oberfläch- 
licher Beziehung, während ihre phyle- 
tischen Beziehungen zu Lacerta moso- 
riensis tiefgreifende sind. Wir haben 
im Vorhergehenden auf die vielen über- 
einstimmenden Merkmale von Lacerta 
horväthi und L. mosoriensis hingewiesen : 
den abgeplatteten Kopf, die kurze, flache, 
stumpf zugestutzte Schnauze, das immer 
an das Zwischennasenschild anstoßende 
Rüsselschild, das breite, kurze Stirn- 
schild (in seiner Länge immer kürzer 
als die Entfernung von der Schnauzenspitze), 
die volle Körnchenreihe zwischen Oberaugen- 
und Oberwimperschildern, das von außen aus- 
geschweifte Scheitelschild mit dem keilförmigen, 
von oben ganz sichtbaren Oberschläfenschild, 




Tibialschuppen von 
Lacerta horväthi. 8X1 



Tibialschuppen, welche im heißen Karst- 
gebiete einer zu starken Ausdünstung 
wehren sollten, angewiesen, mußten viel- 
mehr ihre Leibesschuppen im Interesse 
nötig gewordener stärkerer Transspira- 
tion verkleinern und glätten. So bildete 
sich allmählich aus L. mosoriensis L. 
horväthi heraus. 

Wo der phyletische Anschluß dieser 
beiden Eidechsenarten an eine vorher- 
gegangene Stammform zu suchen ist, 
darüber spricht sich v. Mehely dahin 
aus, daß Lacerta horväthi das letzte abschließende 
Glied einer mit L. saxicola Eversm. im Kaukasus 
beginnenden, mit L. chalybdea Eichiv., L. Jaevis 
Gray, L. graeca Bedr., L. oxyeephala D. et B. 
und L. mosoriensis sich fortsetzenden Eutwick- 



die flachen, bei beiden Arte fast gleichgroßen lungsreihe ist; für den phyletischen Zusammen - 
Rückenschuppen, die abwechselnd breiten und hang der einzelnen Glieder dieser Entwicklungs- 
schmalen Quirlen 

der Schwanz- 
schuppen, die 
strohgelbe Farbe 
der Unterseite, 
das sind Merk- 
male, die in 
sehr charakteri- 
stischer Weise die nahe Verwandtschaft beider 





Lacerta mosoriensis. 
4X1. 



Lacerta horväthi. 
4X1. 



reihe sprechen ja 
klar und deutlich: 
der stark abge- 
plattete Kopf, die 
durch das von oben 

sichtbare Ober- 
schläfenschild ver- 




Lacerta muralis. 
4x1. 



ursachte bogige 
Ausschweifung des Scheitelschildes, die derbe. 
Arten dartun, wenn auch das einzige Nasofrenale, volle Körnchenreihe zwischen den Oberwimper- 
das Aneinanderstoßen des Scheitelschildes und und Oberaugenschildern, das gewöhnlich sehr 



36 



Gr. Seh wie der: Entartung'. 



kurze Stirnschild, die meist fünf Oberlippenschilder 
vor dem Unteraugenschild, die mit einander ab- 
wechselnden, scharf ausgeprägten schmalen und 
breitenSchuppenquirlendesSchwanzes,mancherlei 
Eigentümlichkeiten der Färbung und Zeichnung. 
„Bei L. saxicola 1 ', sagt v. Mehely, „schwanken 
noch manche Charaktere hin und her. In dieser 
Art gährt es noch und kein Wunder, wenn aus 
ihr mehrere Arten ihren Ursprung nehmen. 
So glaube ich begründen zu können, daß aus 
ihr gegen Norden zu L. praticola und L. vivi- 
para ausstrahlte, gegen Süden und Westen zu 
entwickelte sich aus ihr vorerst L. chalybdea 
mit ihren vielen Varietäten und dann die schon 
oben genannten anderen Arten." Die Mauer- 
eidechse gehört dieser Eutwicklungsreihe nicht 
direkt an, sie hat sich mit ihren vielen Unter- 
arten und Eassen vielleicht von L. chalybdea 
(besonders von deren Varietät: Defilippii Bttgr.) 
abgezweigt und bildet so einen von der ursprüng- 
lichen phyletischen Reihe ziemlich weit abge- 
kommenen, wieder stark verästelten Seitenzweig 
der L. saxicola — L. horväthi-Reihe. 





(Nachdruck verboten.) 

Entartung. 

Motto: In der Beschränkung zeigt 
sich erst der Meister. 

sei dem großen Aufschwung und der Ver- 
breitung, die unsere Liebhaberei in den 
letzten Jahren genommen hat, ist es auch wohl 
angebracht, auf Entwicklungsfehler hinzuweisen, 
die zu vermeiden bezw. auszumerzen eine dank- 
bare Aufgabe für die die Aquarienpflege be- 
treibenden Vereine sein sollte. 

Fast jede erscheinende Nummer unserer Zeit- 
schriften bringt uns eine Neueinführung. So 
erfreulich es ist, daß unsere Aquarienkunde durch 
die Einreihung eines uns bisher unbekannten 
Fisches in ihren Bestand einen weiteren Fort- 
schritt macht, so zeitigt leider die sich fast 
überstürzende Einführung von Neuheiten eine 
gewisse Modesucht in der Liebhaberei. Es gibt 
nicht wenige, die es kaum erwarten können, 
einen, ich möchte fast sagen wie die neueste 
Kravatte, als „last novelty" angepriesenen Fisch 
in ihren Besitz zu bekommen, um nun auch ja 
der erste zu sein, der Nachzucht von ihm erzielt. 
Viele tun dies aber nun leider nicht in natur- 
gemäßer Weise. Ohne seine Lebensbedingungen 
und Gewohnheiten zu studieren, wird das er- 
worbene Pärchen in einen möglichst warm ge- 



haltenen Behälter gesetzt und nun mag es sich 
vermehren, so oft es ihm beliebt. Nicht ein- 
mal, nein drei-, viermal oder noch öfter wird es 
nun zur Zucht getrieben, denn es winkt ja köst- 
licher Lohn, noch werden die Jungen gut bezahlt. 
Daß eine derartig übertriebene Zucht den alten 
Tieren nur nachteilig sein kann, ist wohl zweifel- 
los, und jeder, der einigermaßen über die Degene- 
ration gehört oder gelesen hat, muß zugeben, daß 
solcherart gezüchtete Produkte, in beständig 
gleichmäßig warmer Temperatur aufgezogen und 
verwöhnt, keine guten Fortpflanzer ihrer Art 
sein können. 

Noch mögen ja die in erster Generation g\ • 
zogenen annehmbar sein, aber die -folgende 
Generation schon wird das Kainszeichen der 
Sünden ihrer Väter — pardon Ahnenzüchter — 
tragen, und aus einem schönen Geschlecht, 
welches unseren Becken zur Zierde gereicht hätte, 
werden unansehnliche, womöglich verkrüppelte 
Kopien der eigentlichen Art. Ein wahrer Freund 
der Natur wird die Fortpflanzung seiner Pfleg- 
linge in rationeller Weise überwachen, der 
Himmel aber bewahre uns vor jenen Freunden, 
denen die Liebhaberei eine melkende Kuh ist. 
Gewiß kann es niemand verboten werden, sich 
einen seiner Neigung entsprechenden Neben- 
verdienst zu schaffen, das aber kann verlangt 
werden — um kaufmännisch zu reden — daß 
die angebotene Ware gut und solide ist und 
sollten sich alle Zierfischzüchter beispielsweise 
die Geflügelzüchter zum Muster nehmen, die auf 
Reinhaltung ihrer Rassen halten. Ich stehe nicht 
auf dem Standpunkt, daß ein wahrer Liebhaber 
seine Zuchtprodukte überhaupt nicht verkaufen 
soll, im Gegenteil; manchem eifrigen Anhänger 
unserer Liebhaberei, der sonst nicht in der Lage 
wäre, sich der Fortentwicklung derselben an- 
zupassen, sollen durch angemessene Verwertung 
seiner für ihn entbehrlichen Zöglinge die Be- 
triebsmittel seiner Aquarienhaltung wieder zu- 
kommen, gerade so wie es der Fall ist bei 
Sammlern von Münzen, Briefmarken u. anderem. 

Fische aber nur zur Verwertung der Nach- 
kommenschaft zu halten, kann nicht als Lieb- 
haberei betrachtet werden. Daß es aber leider 
genug gibt, die unter dieser Flagge In- und 
Massenzucht der pekuniären Vorteile halber 
treiben, ist eine Tatsache, die für die wahren 
Freunde unserer Sache die Gefahr der Entartung 
ihrer Lieblinge in sich birgt. 

Möchten doch die Vereine darauf sehen, daß 
in den Reihen ihrer Mitglieder nicht ein Wett- 
laufen um die meist gezüchteten Neuheiten ent- 



Kleine Mitteilungen. 



37 



steht. Wie häufig- liest man in den Berichten 
der Vereinsrubrik Stellen wie: „Herr X gibt 
bekannt, daß seine Kampffische innerhalb drei 
Wochen zum zweitenmal abgelaicht haben." 

Die Terrarienhaltung, so interessant und 
dankbar sie ist, hat zum großen Teil wohl auch 
nur aus dem Grunde unter der notorischen Teil- 
nahmlosig'keit zu leiden, weil eine Fortpflanzung 
dieser Tiere nur in seltenen Fällen stattfindet, 
wenn hier jedoch ein freudiges Familienereignis 
eintritt, so gilt dies als Zeichen einer besonders 
günstigen und naturgemäßen Pflege und ist für 
den Pfleger gewissermaßen ein Dank seiner 
Lieblinge. 

Gerade außerhalb des Vereinslebens stehend, 
findet man meist langjährige Pfleger der hei- 
mischen Arten. Warum? Weil in vielen Ver- 
einen für sie 
kein Platz ist, 
weil sie hier 

für ihre 
Schwärmerei 
kein Ver- 
ständnis fin- 
den. Wenn 
ein solcher 
einmal von 
seinen Pfleg- 
lingen be- 
richtet, so er- 
scheint ein 
überlegenes 
Lächeln in 
den Gesichts- 
zügen der 

übrigen Mitglieder, und er zieht es vor, seiner 
Neigung still für sich zu fröhnen. Ein Beweis 
hierfür ist die Tatsache, daß auf Ausstellungen 
heimische Fische zum großen Teil als von Seiten 
des betr. Vereins ausgestellt bezeichnet sind. Daß 
es geschieht, gilt als bitteres Muß. Das bloße 
Halten und Beobachten ist eben nicht mehr Mode 
und nimmt auch nur mehr einbringenden Tieren 
den Platz fort. Aber gerade das ist die Quelle 
reinen Genusses und selbst auf die Gefahr hin, als 
Reaktionär zu gelten, richte ich an die, welche 
immer nur das Neueste haben wollen, die War- 
nung vor dem Zuviel, das ein gründliches Studium 
der Lebensgewohnheiten unserer Pfleglinge aus- 
schließt und welches, analog der oben erwähnten 
Massen Züchtung, eine Entartung der Liebhaberei 
in Modefischzucht nach sich zieht. 

Ct. Schwieder, „Hertha" -Berlin 




Nach einer Photographie. 



kleine JWiffeilun^en. 

Krokodile im Zirkus. (Mit Abbildung.) — Un- 
gewöhnliches Aufsehen erregte im vorigen Herbste bei den 
Berlinern eine noch nie dagewesene „Dressur"-nummer 
im Zirkus Schumann. Vor einem teils erstaunten, teils 
entsetzten p. t. Publikum „arbeitete" ein Franzose namens 
Pernelet mit einer zahlreichen Gesellschaft wilder Bestien, 
die der Abwechselung halber nicht aus dem Reiche der 
Carnivoren — deren Sensationswirkung ja schon ziemlich 
verbraucht ist, einerlei, ob es sich um Löwen oder Tiger 
oder anderes derartiges ßaubzeug handelt — sondern aus 
dem der uns Yivarianern näher stehenden Panzerechsen 
gewählt war. Die nebenstehende Abbildung zeigt den 
kühnen Dompteur inmitten seiner ungeschlachten Zöglinge, 
deren gegen 40 Köpfe starke Truppe aus Nilkrokodilen 
und Hechtalligatoren vorwiegend besteht. Die Kritik 
der Vorstellung möchte ich mit kurzen Worten folgender- 
maßen zusammenfassen: von Dressur keine Spur, es war 
alles nur Natur! Mr. Pernelet bestieg, mit mächtigen 

Wasserstiefeln 

und einem 

wasserdichten 

Lodenkostüm 

angetan, den in 

die Mitte der 

Arena auf 
Schienen gefah- 
renen Zwinger, 
einen etwa sechs 
Meter langen, 
halb so breiten 
und ein Meter 
hohen Wasser- 
kasten, in dem 
seine „Arbeits"- 
tiere munter 
durcheinander 
plätscherten. In 
der Mitte dieses 

Biesenaqua- 
riums nahm er 
dann auf einem Schemel Platz und ließ sich eine Schüssel 
mit rohem Fleische hereinreichen, die er auf seinen Schoß 
nahm. Alsbald reckten die Ungetüme, deren größte 
Exemplare immerhin bis zu drei Meter Länge haben 
mochten, die Köpfe gierig zur Schüssel empor, um zu- 
nächst von ihrem neckischen Bändiger mit Stockhieben 
auf die Schnauze anstatt den erwünschten Bissen bedacht 
zu werden. Als es dann schließlich doch ernstlich an 
die Fütterung ging, wurde dieselbe, abgesehen von einigen 
keinerlei Abrichtung der Tiere voraussetzenden Mätzchen 
seitens des Dompteurs in derselben Weise beendigt, wie 
man dieses Schauspiel sonst in jeder Menagerie zu sehen 
bekommt, wenn auch mit dem Unterschiede, daß Mr. Per- 
nelet das Fleisch direkt aus der Hand servierte. Auch 
das Schlußtableau, das Herumtragen eines halbwüchsigen 
Krokodils an einem großen Fleischstücke, in das es sich nach 
Echsenart fest verbissen, bot für den Reptilienpfleger keines- 
wegs den Anschein einer besonderen Dressurleistung dar. 
Mr. Pernelet, der mich aufs liebenswürdigste an einem 
Nachmittage im Zirkus nach vorheriger Verabredung bei 
seinen Krokodilen empfing, gab zu, daß hinsichtlich der 
Dressur bei der relativ geringen geistigen Begabung seiner 
Zöglinge die Erwartungen leicht enttäuscht werden 



Pernelet und seine Krokodile. 



38 



Vereins-Nachrichten. 



könnten. Auf der anderen Seite versicherte er mir, daß 
es ihn große Mühe gekostet habe, solche Schaustellung 
zustande zu bringen, was ich ihm gern glaubte. Er habe 
fast alle seine Krokodile selber, im Senegal und Gaboon 
zumeist, gefangen und damit bereits vor 25 Jahren den 
Anfang gemacht. Alle seine gepanzerten Pfleglinge 
kennten ihn genau und bekundeten ihm gegenüber eine 
große Anhänglichkeit, die er ihnen allerdings im reichsten 
Maße und von ganzem Herzen wieder vergälte — hierbei 
redete sich der wackere Mann in förmliche Begeisterung 
hinein. Bezüglich der Gefährlichkeit des Umganges mit 
den grobschlächtigen Panzerechsen wurde mir die Aus- 
kunft zuteil, daß diese nur periodisch vorhanden sei, ihm 
übrigens bereits den Verlust eines Pingergliedes der 
rechten Hand eingetragen hätte. Bin zurzeit sich be- 
sonders bösartig geberdendes Tier trug einen soliden 
ledernen Maulkorb. Auch wurde mir erzählt, daß die 
Tiere auf besondere Namen hörten, doch konnte ich beim 
Aufrufen der Namen keine verständnisvolle Reaktion 
seitens der gemeinten Krokodile beobachten. Mr. Pernelet 
will bereits öfters frohe Familienereignisse bei seinen 
„Arbeits"-tieren erlebt haben, und zeigte mir sowohl 
konservierte Eier als auch Embryonen in Spiritus und 
endlich auch ein vor wenigen Monaten angeblich dem 



Ei entschlüpftes Junges sowie verschiedene andere, bereits 
stattlich herangediehene Nachwüchsler seiner Truppe. Im 
Winter ruht das Geschäft angeblich notgedrungen völlig, 
da die Krokodile dann nicht zum „Arbeiten", d. h. in 
diesem Falle zum Fressen, zu bewegen sein sollen, was 
ja auch mit den Erfahrungen anderer Krokodilbesitzer 
übereinstimmen dürfte. Dr. P. Krefft. 

Professor Korotnew (Kiew), dem das Studium der 
Baikalfauna oblag, hat wertvolles Material über einen 
eigenartigen Fisch dieses großen Süßwasserbeckens ge- 
sammelt: das Tier heißt bei der sibirischen Bevölkerung 
„Golonyanka" (wissenschaftlich: Callionymus baicalensis) 
und bringt eine völlig entwickelte Brut zur Welt. 

Eine Klinik für kranke Fische ist unter Leitung 
des Privatdozenten Dr. Fiebiger an der Wiener Tier- 
ärztlichen Hochschule errichtet worden. In erster Linie 
soll die Anstalt der Erforschung der Fischseuchen dienen, 
dann auch die Heilbarkeit der besonderen Krankheiten 
der Fische studieren. Ob Fischkrankheiten überhaupt zu 
heilen sind, darüber äußert sich Fiebiger noch sehr zurück- 
haltend. — Übrigens ist dies nicht die erste Anstalt zur 
Beobachtung von Fischkrankheiten; an der Universität 
München besteht seit Jahr und Tag bereits eine ähnliche 
Anstalt unter Prof. Hof er. 




1 VEREINS"#W'%'t' 

NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



,,Hnniboldt", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, 
Harnbiirpr. (R. V.) 

Vereinslokal: St. Georger Vereinshaus, Große Allee 45. 
Sitzung vom 5. Januar 1904. 
In Abwesenheit des I. Vorsitzenden, Herrn Peter, er- 
öffnet der IL Vorsitzende, Herr Bergmann, die Sitzung 
um 9 3 / 4 Uhr und begrüßt die Mitglieder und Gäste mit 
einem Glückwunsch zum Jahreswechsel. Dann macht 
Herr Bergmann die Eingänge bekannt, unter welchen 
sich eine große Anzahl Neujahrsgrüße befreundeter Vereine 
und Liebhaber befindet. Von dem neugegründeten Verein 
„Hertha"-Berlin liegt ein Schreiben vor, in welchem der- 
selbe die gegenseitige Mitgliedschaft mit dem „Humboldt" 
beantragt. — Der Verein „Triton"- Berlin teilt mit, daß 
dessen Mitglieder ab 1. Jan. d. Js. anstatt der „Wochen- 
schrift" die „Blätter für Aquarien- u. Terrarien-Kunde", 
in w T elchen die Tagesordnung usw. auch veröffentlicht 
werden wird, wöchentlich erhalten. — Nach einem vor- 
liegenden Prospekt seitens des Verlags der „Blätter" wird 
diese Zeitschrift in Zukunft wöchentlich erscheinen, welche 
Veränderung mit Freuden begrüßt wird, nmsomehr, als 
der Verleger die gleiche Ausstattung und Reichhaltigkeit 
der einzelnen Nummer versichert. — Auch die „Wochen- 
schrift" will, laut vorliegendem Zirkular, ihren Lesern im 
neuen Jahre mehr bieten, indem der Inhalt ein größerer 
werden soll, wogegen allerdings auch der Preis erhöht ist. 
— Die inzwischen eingetroffenen, wie immer geschmack- 
vollen Einbanddecken für die „Blätter" werden an die 
resp. Besteller verteilt. — Dann macht der Vorsitzende 
auf den in den „Blättern" No. 24 enthaltenen Artikel 
und die Mikrophotographien des Herrn Dr. Bade über 
„Begattungsorgane der bis jetzt eingeführten lebendig- 
gebärenden Kärpflinge" aufmerksam. In diesem äußerst 
interessanten Artikel sind die s. Z. von unserem I. Vor- 
sitzenden Herrn Peter in einem Vortrage („Blätter" 1903, 
S. 64/5) dargelegten Ansichten bestätigt. — Sodann be- 
richtet Herr Schroot über die im Dezember stattgehabte 
Ausstellung des Vereins „Salvinia". In recht ausführlicher 
Weise bespricht Herr Seh. die einzelnen Positionen und 
wird ihm für seine interessanten Ausführungen, welche an 



anderer Stelle in den „Blättern" erscheinen werden 
reicher Beifall gezollt. An diesen Vortrag schließt sich 
eine lebhafte Diskussion, welche darin gipfelt, daß die 
Ausstellung als eine recht gelungene und allseitig be- 
friedigende zu bezeichnen sei. — Unser Mitglied Herr 
Koppe zeigt in ausgezeichneten Exemplaren vor: Clemmys 
japonica, Triton pyrrhogaster und Haplochilus latipes, und 
findet das Aussehen der Tierchen allgemeine Anerkennung. 
— Zum Verkauf gelangen eine Anzahl Schmutzheber, 
System Peter, sowie sonstige Hilf sapparate, Ferner teilt 
der Vorsitzende mit, daß die Firma Heinr. Henckel, 
Darmstadt, auf der „Salvinia"- Ausstellung u. a. eine neuere 
Cyperus-Art, Cyp. flabelliformis, zur Schau stellte, auf 
welche seitens einer Anzahl „Salvinia"- und „Humboldt"- 
Mitglieder eine Kollektivbestellung gemacht wurde. Diese 
inzwischen eingetroffenen Pflanzen haben den ganzen Bei- 
fall aller Besteller gefunden und könne er, zumal diese 
Sumpfpflanze in tadellosen Exemplaren geliefert sei, solche 
allen Interessenten zur Anschaffung empfehlen. Eine 
hübsche von Herrn Peter hergestellte Photographie der 
Pflanze gelangte zur Vorzeigung. — Nun wird in eine 
gemütliche Aussprache über Beobachtungen und Er- 
fahrungen in unserer Liebhaberei eingetreten, welche 
wieder recht anregende und interessante Momente bringt 
und sich lebhafter Beteiligung erfreut. A. B. 

„Nymphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- 
Kunde Berlin. 
Vereinslokal: Clubhaus Hintsche, Köpenickerstr. 62. 

In der General- Versammlung am 4. Januar 1905 
wurden in den Vorstand gewählt: als I. Vorsitzender Herr 
E. Stehr, SO., Elsenstr. 54; IL Vorsitzender Herr W. 
Weimar, SO. 33, Oppelnerstr. 45; I. Schriftführer Herr 
A. Rudolph; IL Schriftführer Herr F. Fürst; I. Kassierer 
Herr R. Genz, SO. 26, Reichenbergerstr. 169; IL Kassierer 
Herr J. Hipler; I. Bibliothekar Herr 0. Schroeter, SO., 
Forsterstr. 42; IL Bibliothekar Herr 0. Grossert; I. Ver- 
kaufswart Herr K. Rosemann; IL Verkaufswart Herr 
R. Baumgärtel; I. Sammlungswart Herr G. Schlieper; 
IL Sammlungswart Herr B. Krafft. 



Vereins-Nachrichten. 



39 



„Salvinia", Verein von Aquarien- und Terrarienfreunden 
zu Hamburg. 

Vereinslokal: Börsenhotel, Mönkedarnm 7. 
Briefadresse: Otto Tofohr, Hamburg 6, Bartelsstr. 74. 
Jahresbeitrag für hiesige Mitglieder Mk. 6. — , für aus- 
wärtige (Deutsche) Mk. 4. — , für Ausländer Mk. 5.— , 
Eintrittsgeld Mk. 2.--. 
Versammlung am 17. November 1904. 
Anwesend sind 35 Personen. Der Verlag der „Wochen- 
schrift" teilt uns eine Preiserhöhung dieser Zeitschrift für 
1905 mit. Der Vorstand der „Salvinia" wird in nächster 
Vorstandssitzung dazu Stellung nehmen. Der Verlag der 
„Blätter" bietet Einbanddecken für den letzten Jahrgang 
1904 für den Vorzugspreis von 70 Pfg. pro Stück exkl. 
Porto bei Entnahme von mehr als 10 Stück an. Be- 
züglich des Vorkommens der Glattnatter (CoroneUa 
austriaca) bei Hamburg (im Borsteler Moore), von dem 
wir in einem unserer letzten Berichte schrieben, teilt uns 
unser Herr Dr. W. Wolterstorff-Magdeburg freundlichst 
folgendes mit: „ . . . 1. Ihr Vorkommen in der norddeut- 
schen Ebene — natürlich außerhalb von Flußniederungen 
— ist nichts Ungewöhnliches, sie kommt vielerorts vor, 
auch im Westen und Osten Magdeburgs, wo Moor und 
Heide sich finden, bezw. Laubwald. 2. Für Hamburg 
speziell war die Art in dem naturhistorischen Museum 
Hamburg 1901 (Zoologenkongreß) in „Fauna der Um- 
gegend Hamburgs" von Harburg, Eppendorfer Moor und 
bei Pinneberg angegeben, pg. 33." Es würde nach unseren 
Feststellungen also als weiterer Fundort in Hamburgs 
Umgegend das Borsteler Moor zu nennen sein. Im Eppen- 
dorfer Moor dürfte die Schlingnatter heute kaum noch 
gefunden werden infolge der immer größeren Anbauung 
und demzufolge allmählicher Verdrängung und Vernich- 
tung jeglichen Reptilienlebens. — Der Unterzeichnete 
hält einen Vortrag über Terrarienheizungen. HerrLohmann 
zeigt vor und bespricht den Ewaldschen Futtertrichter 
(Behälter zum Aufbewahren lebenden Fischfutters) und 
empfiehlt diesen nützlichen und in jeder Beziehung zweck- 
mäßigen Apparat sehr warm. Die Behälter werden auf 
unserer Ausstellung zur Schau gestellt werden und können 
wir ihre Anschaffuug nur jedermann empfehlen. Mit- 
teilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei: Unser Herr 
Flurschütz in Paris schreibt uns: „Ich habe längere Zeit 
nichts von mir hören lassen, und zwar habe ich solange 
gezögert, weil in meinem Terrarium sich anscheinend 
etwas Besonderes, Unerwartetes begeben wollte. Jetzt 
ist es Tatsache: Das größte der drei Chamäleons hat 
glatt abgehäutet, Beweis : Hautfetzen unten. Das ist 
doch ein Schritt weiter. Ich bin erfreut darüber, ist 
dies doch ein Beweis einer besonders guten Gesundheit. 
Rezept: Hohe gleichmäßige Wärme, aber sehr viel 
Luft und Licht. Fliegenzucht. Das Tier ist jetzt schön 
schieferblau. Allerdings es kostet viel Mühe, aber 
ich bitte Sie, im November ein blaues Chamäleon, 
blank und rund. Das ist Lohn, der reichlich lohnet. 
Hier im Pariser Zoologischen Garten sind jetzt zwei 
Chamäleone aus Madagascar (Chamadeone oustaletii) mit 
sehr großem Helm, die die unglaubliche Länge von einem 
Meter aufweisen von eigentümlich glänzendgelber Farbe, 
aber für unsere Verhältnisse zu ungeschlacht. So ein Tier 
kann sich in einem unserer gebräuchlichen Terrarien kaum 
umdrehen, mich interessieren sie lebhaft. Im hiesigen 
Museum sah ich auch Anolis von der Größe erwachsener 
Hardune. Es ist für unsere Importeure noch mancher 
Schatz zu heben!" — Die erste Dezember-Sitzung fällt 
wegen der Ausstellung aus, dafür gemütliche Zusammen- 
kunft im Ausstellungslokale. Schluß der Sitzung 12 Uhr. 

Tofohr. 

Jahres-Bericht über das Vereinsjahr 1904. 
Erstattet vom II. Vorsitzenden in der General- Versamm- 
lung am 2. Januar 1905. 
Meine Herren! Wenn wir am 31. Dezember 1904, dem 
Ausgange des siebenten Vereinsjahres 1904 der „Salvinia", 
den üblichen Rückblick tun, so können wir wiederum auf 
eine recht erfreuliche und ersprießliche Vereinstätigkeit 
zurückblicken. Die Mitgüederzahl wuchs gegen das Vor- 
jahr (mit einem Bestand von 181 Mitgliedern) auf 190, 
sodaß ein Zuwachs von 9 Mitgliedern zu verzeichnen ist. 
Wenn dieser Zuwachs nun auch kein allzu bedeutender 
ist. und wenn auch unsere im letzten Jahresbericht aus- 



gesprochene Annahme, der Mitgliederbestand würde die 
Zahl 200 in ganz kurzer Zeit erreichen, sich nicht ver- 
wirklicht hat, so können wir trotzdem zufrieden sein, 
zumal sich die Qualität unserer Mitglieder langsam, aber 
stetig bedeutend verbessert, sodaß das auch in diesem 
Jahre wieder mit aller Schärfe angewandte Radikalmittel 
des Ausschlusses von ihren Beitrag nichtzahlenden Mit- 
gliedern nur in beschränktem Maße zur Anwendung zu 
kommen brauchte. Gegenüber einigen 60 im Vorjahre 
ausgeschlossenen Mitgliedern brauchten in diesem Jahre 
nur 13 Mitglieder exmittiert zu werden. Die Namen der 
Ausgeschlossenen wurden veröffentlicht. Die Zahl der 
auswärtigen Mitglieder erhöhte sich von 69 auf 80. Auch 
in diesem Jahre können wir wieder mit Befriedigung 
konstatieren, daß unsere auswärtigen (korrespondierenden) 
Mitglieder sich rege an den Bestrebungen unseres Vereins 
beteiligten, indem sie uns vielerlei interessante, an ihren 
Pfleglingen gemachte Beobachtungen mitteilten, den Frage- 
kasten fleißig benutzten und über manchen schönen Zucht- 
erfolg zu belichten wußten; auch manch' andere nützliche 
Anregung verdanken wir unseren auswärtigen Mitgliedern. 
Auch im neuen Vereinsjahre möchten wir um solche eifrige, 
nützliche und fruchtbringende Mitarbeit angelegentlichst 
gebeten haben. Mit den meisten Aquarien- und Terrarien- 
Vereinen unterhielten wir recht herzliche Beziehungen. 
Zu den 24 Vereinen mit einem Mitgliederbestand von 
zusammen ca. 1100 Personen, die schon im Vorjahre eine 
gegenseitige Mitgliedschaft mit unserer „Salvinia" unter- 
halten hatten, kamen im verflossenen Jahre weitere 5 Ver- 
eine hinzu, so daß wir heute mit 29 Vereinen mit einem 
Mitgliederbestand von insgesamt ca. 1700 Personen, die 
gegenseitige Mitgliedschaft geschlossen haben. Diese 
gegenseitige Mitgliedschaft unter diesen 29 die gleichen 
Ziele verfolgenden Vereine, die für die Kontrahenten über- 
dies mit keinerlei Kosten verknüpft ist, war für alle 
Interessenten wieder eine recht ersprießliche. Ein reger 
Austausch von mancherlei Beobachtungen fand unter fast 
allen Vereinen statt, auch hat es uns sehr gefreut, daß 
wir manchem jungen Vereine mit Rat und Tat zur Seite 
stehen konnten, und wir auch auf diese Weise unserer 
Liebhaberei nützlich zu sein vermochten. Mit dem hiesigen 
Vereine „Humboldt" wurde nach mehrjährigen recht un- 
ersprießlichen Kämpfen ein dauernder Friedeu geschlossen 
und ist das Einvernehmen zwischen beiden Vereinen jetzt 
ein recht herzliches. Der Versammlungsbesuch war ein 
befriedigender, dahingegen wurden gegen unser Vereins- 
lokal verschiedene Beschwerden laut; vor allem wurde 
seine ungünstige Lage vielseitig bemängelt. Eine unserer 
ersten Aufgaben wird daher im neuen Jahre die sein, 
ein entsprechendes, im Zentrum der Stadt liegendes neues 
Lokal zu wählen und wird schon die General-Versamm- 
lung im Januar hierüber Beschluß zu fassen haben. Unseren 
billigen Tierlieferungen zu Selbstkostenpreisen haben wir 
wieder ein ganz besonderes Augenmerk zugewandt und 
haben wir diese Lieferungen noch beträchtlich ausgebaut 
und erweitert. Es gelang uns nicht nur, eine Verbindung 
anzubahnen mit einer Reihe weiterer für den Import von 
Reptilien und Amphibien in Betracht kommender Ge- 
biete, wie Korsika, Sardinien, Syrien, Nordamerika, Brasi- 
lien und China, sondern wir knüpften auch mit inländischen 
Firmen und Tierfängern erfolgreiche Unterhandlungen an 
für den billigen Massenbezug von Fischen sowie heimischen 
Reptilien und Amphibien, so daß wir fortdauernd in der 
Lage waren, unseren Mitgliedern mit billigen Angeboten 
dienen zu können. Die Gesamtzahl der beschafften Tiere 
und Pflanzen war denn auch im verflossenen Jahre eine 
beträchtliche. Überdies gingen uns noch fortgesetzt die 
schmeichelhaftesten Anerkennungen und Dankeskund- 
gebungen von manchen an unseren Tierliefcrungen inter- 
essierten Mitgliedern zu, sodaß wir die ganz gewaltige 
Arbeitslast, die uns dieser Zweig unserer Bestrebungen 
Jahr aus Jahr ein aufbürdet, noch einmal so freudig 
trugen, zumal diese Sache ein nicht zu unterschätzendes, 
erstklassiges Propaganda-Mittel zur Erwerbung neuer Mit- 
glieder darstellt. Daß der Nutzen solcher Bestrebungen 
übrigens auch auf anderer Seite erkannt wird, beweist 
der Umstand, daß sich letzthin zwei große deutsche 
Aquarien- und Terrarien-Vereine: der „Triton", Berlin 
und die „Isis", München gleichfalls entschlossen haben, 
eigene Importe in die Wege zu leiten. Der Grund hierzu 
ist dort, wie bei uns der gleiche : Dem Gros der Lieb- 



40 



Vereins-Nachrichten. 



haber, die heute einem Fach- Vereine angehören, genügt 
es nicht mehr, wenn ihnen .Rat und Auskunft erteilt, 
wenn ihnen die übliche unentgeltliche Benutzung der 
Bibliothek gestattet, oder wenn ihnen eine Fachzeitschrift 
geliefert wird, nein, diese Liebhaber verlangen heute in 
unserer materiellen Zeit greifbarere Vorteile. Sie wollen, 
und wer könnte ihnen das wohl übel nehmen, diese Vor- 
teile spüren an ihrem Geldbeutel, sie wollen von ihrem 
Vereine die Tiere, die sie für ihre Zwecke gebrauchen, 
billig beziehen, und für diesen Vorteil opfern sie gern 
einen Obolus in Gestalt des Vereinsbeitrages. An Vor- 
trägen wurden im verflossenen Jahre insgesamt 24 ge- 
halten. Vorgezeigt in den Sitzungen wurden die ver- 
schiedensten Tiere, Pflanzen und Apparate. An den Vor- 
trägen, Demonstrationen usw. beteiligten sich folgende 
Herren hauptsächlich: 0. Schröder, H. Lohmann, Aug. 
Knöppel, E. Brunkhorst, Dr. med. A. Knoblauch, Frank- 
furt, VV. Jahn, Dr. P. Franck, Siggelkow, Koppe, 0. Tofohr, 
A. Hüttenrauch, G. Huckfeldt, F. Dörffel, Riechers, Haberle 
und noch manch' andere, denen auch an dieser Stelle der 
Dank des Vereins ausgesprochen sei, ebenso danken wir 
allen denjenigen, die uns durch Stiftungen und Zuwen- 
dungen mancherlei Art erfreuten, aufs herzlichste. In 
vielen Sitzungen wurden wieder Gratisverteilungen von 
Fischen, Pflanzen und Terrarientieren inszeniert. Gratis- 
verlosungen, an denen auf Wunsch auch die auswärtigen 
Mitglieder teilnehmen konnten, fanden im ganzen vier 
statt. Die Verlosungs-Objekte bestanden aus den ver- 
schiedensten Fischen, Reptilien und Amphibien. Die 
Kassenverhältnisse sind, wie Sie aus dem weiter unten 
abgedruckten Kassenbericht ersehen werden, erfreulicher- 
weise am Ausgange des Jahres recht gute, können wir 
doch nach Bezahlung aller Verpflichtungen und an- 
gemessenen Abschreibungen mit einem Barbestand von 
Mk. 17b. 74 abschließen. Nicht zum wenigsten verdanken 
wir dieses gute Resultat der rastlosen Tätigkeit unseres 
zu unserem Bedauern heute aus diesem Amte ausschei- 
denden I. Schatzmeisters Herrn A. Hüttenrauch. Unser 
Herr Hüttenrauch hat die schwierige Aufgabe vollbracht, 
die recht unerfreulichen Kassenverhältnisse, die er bei 
der Übernahme seines Amtes vorfand, in verhältnismäßig 
kurzer Zeit auf eine gesunde Basis zu bringen. Unseres 
allseitigen Dankes ist er dafür sicher! Wenn uns etwas 
über den Verlust, den der Vorstand durch das Ausscheiden 
dieser Arbeitskraft erleidet, hinwegtrösten kann, so ist es 
der Umstand, daß unser Herr Hüttenrauch sich bereit 
erklärt hat, auf anderem Posten dem Vorstande noch 
weiter mit anzugehören, sodaß uns auf diese Weise ein 
Teil seiner Arbeitskraft erhalten bleiben wird. Im Juni 
d. J. wurde der Beschluß gefaßt, die bis dahin monatlich 
einmal erscheinenden „Nachrichten der Salvinia" eingehen 
zu lassen und dafür unseren Mitgliedern die „Wochen- 
schrift für Aquarien- u. Terrarienkunde" gratis zu liefern. 
Dieser Beschluß fand einstimmige Gutheißung, auch bei 
allen unseren auswärtigen Mitgliedern. Die Bibliothek 
wurde so fleißig benutzt, daß sie zeitweilig der Nachfrage 
nicht mehr genügen konnte; es ist daher im Vorstande be- 
schlossen, im neuen Jahre entsprechende Neuanschaffungen 
zu machen. Die Präparatensammlung erfuhr wieder man- 
cherlei Zuwachs. Von uns zu Vorzugspreisen frei ins 
Haus gelieferte Fachzeitschriften wurden gehalten von 
80 Mitgliedern, nämlich die Blätter zum Preise von 
Mk. 6.60 p. a. von 45 und „Natur und Haus" zum Preise 
von Mk. 6. — p. a. von 35 Herren. Wir laden zu weiteren 
Abonnements angelegentlichst ein. Vom 3. bis. 6. De- 
zember d. J. fand unsere vierte Ausstellung von Aquarien 
und Terrarien in der „Alsterlust" statt. Sie fand, trotz 
der nicht gerade sehr günstigen Jahreszeit, eine vorzüg- 
liche Beschickung und darf in allen ihren Teilen eine 
erfolgreiche genannt werden. Es hat vielfach überrascht, 
daß wir noch im Dezember eine Ausstellung inszenierten 
und die Schwierigkeit des Aussteilens um diese Jahres- 
zeit wurde vielerseits erörtert. Auch wir hatten uns 
diesen Erwägungen keineswegs verschlossen, wohl aber 
waren die Bedingungen, die uns bezüglich der Kosten 
einer solchen Ausstellung von anderer interessierter Seite 
geboten werden konnten, derartig günstige, daß wir ein 
so lebhaftes Propagandamittel wie eine Ausstellung unter 
keinen Umständen missen wollten. Andererseits würden 
die Kosten und das Risiko einer Ausstellung in einer 



anderen Jahreszeit für unseren Verein so beträchtlich 
gewesen sein, daß wir dann wohl lieber gänzlich auf eine 
solche verzichtet haben würden. Die ganz enormen Lokal- 
mieten, und mancherlei andere kostspielige Umstände 
während der Saison in einer Großstadt wie Hamburg 
machen das Reüssieren einer solchen Ausstellung, was 
die pekuniäre Seite anbetrifft, zu einer sehr zweifelhaften 
Sache. In kleineren Städten liegen diese Umstände weit 
günstiger für die Vereine. Daß man aber auch im 
Dezember eine gute Ausstellung zusammenbringen kann, 
das glauben wir mit der unserigen bewiesen zu haben. 
Zum Schlüsse rufen wir noch allen denen, die ihre Ar- 
beitskraft dem Vereine zur Verfügung gestellt haben, 
sowie allen denjenigen Mitgliedern, die unsere Bestrebungen 
auf irgend eine Weise unterstützt haben, unseren herz- 
lichsten Dank zu! Die „Salvinia" aber, sie möge weiter 
wachsen, blühen und gedeihen! 
Der Vorstand. I. A. Otto Tofohr, II. Vorsitzender. 

Kassenbericht über das Vereinsjahr 1904. 

Erstattet vom I. Schatzmeister in der Generalversammlung 
am 2. Januar 1905. 
Meine Herren: Ich will jhnen bei meinem Ausscheiden 
aus dem Amte kurz einen Überblick geben, wie sich die 
Kassen- resp. Vermögensverhältnisse uuserer „Salvinia" 
von 1902 bis ult. 1904 entwickelt haben. Als ich im 
Jahre 19U2 die Kassentührung übernahm, bestand neben 
einer Schuld von Mk. 744.64, deren Entstehung ich nicht 
weiter erörtern will, ein Vereinsvermögen von Mk. 330.71, 
welches sich aus Kassensaldo, Mobiliar, Sammlungswert, 
Bibliothek usw. zusammensetzte. Im Laufe des Jahres 
1903 sind nun gezahlt worden: Mk. 494.64 auf diese 
Mk. 744.64, sodaß die von der „Import-Vereinigung" zur 
Schuldendeckung hergegebenen Mk. 250. — als Last zu- 
rückblieben. Ultimo 1904 sieht der Kassensaldo resp. 
Vermögensbestand nun ganz anders aus: Es sind in der 
Kasse: M. 173.74 vorhanden, die Schuld bei der Import- 
Vereinigung ist im Laufe des Jahres gedeckt worden und 
außerdem hat die Kasse für die Lieferungen der „Wochen- 
schrift" an die Mitglieder — abgesehen von den sonstigen 
Leistungen, die Sie aus dem Jahresbericht ersehen — 
mehr hergegeben als früher. Das Vereinsvermögen (Mo- 
biliar, Sammlung, Bibliothek usw.) beträgt ca. Mk. 300. — . 
Da die Revisoren, die an Stelle der früher ausgeschiedenen 
noch heute neuerwählt werden müssen, die Kassenver- 
hältnisse noch nicht revidiert haben, werden Sie mir erst 
in der nächsten Versammlung nach stattgehabtem Revi- 
sorenbericht Entlastung erteilen können. Ich brauche 
Ihnen wohl nicht zu erzählen, daß diese 3 Jahre für mich 
keine rosigen Arbeitsjahre gewesen sind. Oft mühsam 
und mit vieler Schreiberei verbunden, mußte ich ein- 
kassieren, ja wir hatten sogar dereinst Mitglieder, die 
höfliche Zahlungsaufforderungen ebenso unbeachtet ließen, 
wie Androhungen, daß ich Rückstände durch Postauftrag 
einziehen lassen würde. So hat denn auch die Vereins- 
leitung in diesem Jahre es nicht unterlassen können, 
wieder säumige Zahler auszuschließen. Meine Herreu: 
Es ist traurig, daß diese Mitglieder ihren Pflichten nicht 
nachkamen, daß sie es nicht einsahen, wie uneigennützig 
die Vereinsleitung arbeitet und daß die Säumigen auf 
Kosten der anderen Mitglieder die Vorteile, die der Ver- 
ein bietet, genossen haben. Doch wir wollen und brauchen 
solche Mitglieder nicht und hoffen, daß derartige unlieb- 
same Ausschließungen in diesem Jahre nicht mehr nötig 
sein werden. Der Verein steht nun so da, daß er bei 
festem Zusammenhalten aller Mitglieder, bei prompter 
Zahlung ihrer Beiträge und richtiger Haushaltung in 
aller Kürze ein bedeutendes Vereinsvermögen haben muß. 
Wenn ich heute aus meinem Amt als I. Kassenwart wegen 
Übernahme anderer Arbeiten, die mich verpflichten, an- 
gestrengt tätig zu sein, ausscheide, so hoffe ich, daß mein 
Nachfolger im Amte mit ebenso großem Eifer und großer 
Energie die Kassengeschäfte zum Wohle des Vereins 
weiterführen wird, damit der Grundstein, den ich legte, 
nicht wieder ausgegraben werden braucht. Meine Herren: 
Ich habe meine Pflicht getan und rufe Ihnen zu: 

„Halten Sie nun fest zusammen als „Salvinianer" 
und schätzen Sie die uneigennützige Arbeit des 
Vorstandes!" 

I. A.: Hüttenrauch, I. Schatzmeister. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25 ; für den Anzeigenteil : Creutz'scheVerlagsbuch- 
ta an dlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



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Nachdem es gelungen ist, das Seewasser 
künstlich, herzustellen und zwar in solcher 
Beschaffenheit, daß sich die Seepflanzen 
und Seetiere vollständig gesund und munter 
in demselben erhalten, mußte für diese neu- 
aufstrebende Liebhaberei, welche wegen der 
wahrhaft märchenhaften Pracht der Aetinien 
(Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere ( wie : See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
und seine nach eigenen Beobachtungen er- 
folgten Aufzeichnungen in Obigem dem 
Kreise aller Naturfreunde darbietet. 

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Aquarien- und 
Terrarienfreunde 

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32 Seiten umfassende 

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handlung zu beziehen: 

Katechismus für Terrarienliebhaber. 

Fragen und Antworten 
über Einrichtung, Besetzung und Pflege des Terrariums 

von 

Hans Geyer. 

Mit einer Farbentafel, 6 Schwarzdrucktafeln und 34 Textabbildungen. 
Preis: Geheftet 1,50 Mk., gebunden 2 Mk. 

Tiergärten im Kleinen — und zwar recht vollkommene — könnte man die Ter- 
rarien nennen. In einem richtig besetzten und gut aufgestellten Terrarium herrscht volle 
Harmonie zwischen Pflanzen und Tieren, so daß beide Teile gleich gut gedeihen und sich 
daher von der besten Seite zeigen. Bei falscher Behandlung sind natürlich Mißerfolge 
unvermeidlich und diese möglichst hintanzuhalten, soll das vorliegende Werkchen dienen. 

Die Zahl der zur Besetzung von Terrarien geeigneten Tiere und Pflanzen ist so 
groß, daß die Beschreibung aller hierher gehörigen Arten ein stattliches Buch füllen 
würde. Nun lag es aber in der Absicht des Herausgebers, das vorliegende Werkchen so 
knapp als möglich zu halten, um eine schnelle Orientierung zu ermöglichen. Es konnten 
daher in demselben nur jene Tiere und Pflanzen zur Besprechung kommen, welche häufiger 
im Handel zu haben sind. Die Behandlung der selteneren Arten schließt sich jener der 
besprochenen Arten an, auch wird der Händler bei deren Bezug mit der nötigen kurzen 
Anweisung gerne zur Hand gehen. 

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^Deutschlands Amphibien und Reptilien. 

Eine Beschreibung und Schilderung sämtlicher 
in Deutschland und den angrenzenden Gebieten vorkommenden Lurche und Kriechtiere. 

Von Bruno Dünigeti. 

650 Seiten Text in Lexikonformat. 
Mit 12 Farbendrucktafeln, ausgeführt nach Aquarellen v. Chr. Votteler 

und 47 Abbildungen im Text. 
Preis Mk. 18.—, eleg. gebd. Mk. 20.—. 

Aus einer Besprechung von „Natur und Haus" (1897 Heft 17): Wer 
immer Dürigens Buch in die Hand genommen hat und für die Naturgeschichte 
sich interessiert, der wird es heb gewinnen. Keine andere der zahlreichen, 
diesen Gegenstand behandelnden Arbeiten, welche in den letzten Jahren 
erschienen sind, ist so geeignet, den Sammler, den Terrarienbesitzer und 
Züchter in jeder Beziehung zufrieden zu stellen, dem Lehrer, dem Naturfreund 
in solcher Weise Belehrung und Unterhaltimg zu gewähren, wie Dürigens 
Meisterwerk, welches unbedenklich als das beste Buch auf seinem Gebiete 
angesehen werden muß. Was Naumanns klassisches Werk für die deutsche 
Vogelkunde seit langen Jahren ist, das -wird Dürigens Werk für die Freunde 
der Kriechtiere Deutschlands werden usw. usw. 



erscheinen vom 1. Januar 1905 an wöchentlich und können sowohl 
durch den Buchhandel, als auch durch die Post (Postzeitungs-Preisliste 
Seite 56) bezogen werden, auch werden dieselben gegen vorherige 
Einsendung ton 2.55 Elfe, pro Vierteljahr (Ausland 3. — Mk.) 
von der unterzeichneten Verlagsbuchhandlung direkt portofrei versandt. 

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Fremdländische Zierfische. 

Ein Handbuch für die Natur- 
geschichte, Pflege und Zucht 

der bisher 

eingeführten Aquarienfische. 

Von Bruno Dürigen. 

Mit 2 Aquarelldruck-, 20 Bildertafeln 
in Schwarzdruck u. 21 Textabbildung. 

Zweite, bedeutend vermehrte Auflage. 

Preis M. 4.50, gebd. IM. 5.25. 

Um den Aquarienfreunden, namentlich 
angehenden Züchtern, etwas Zusammen- 
hängendes zu bieten, unternahm es der 
Verfasser, die jetzt beliebt gewordenen 
fremdländischen Zierfische zu schildern und 
damit eine kurze Anweisung zur Beobach- 
tung, Pflege und Züchtung derselben zu 
schaft'en. Was sie enthält, beruht nicht 
nur auf den jahrelangen Studien und Er- 
fahrungen, welche der Verfasser aii den von 
ihm gehaltenen Fischen und bei den hervor- 
ragendsten Züchtern anstellen konnte, son- 
dern auch auf seiner 6jährigen redaktio- 
nellen Tätigkeit bei den „Blätter für Aqua- 
rien- und Terrarienliebhaber'. Die jetzige 
zweite Auflage ist sehr vermehrt und ver- 
schönt, ein im entbehrliches Handbuch für 
jeden Aquarienliebhaber. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
Magdeburg-, 



„Die gefiederte Welt" 

Illustrierte Wochenschrift für 

Vogelliebhaber, -Züchter u.-Händler 

begründet von 

Dr. Karl Ruß 

Preis: Viertel jährl. (13 reich illustr. 
Hefte) nur 1,50 Mk. 

Die Abonnenten des laufenden (XXXI.) Jahr- 
gangs der „Gefiederten Welt" erhalten im 
Laufe eines jeden Vierteljahrs als 

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Probenummern 

zum Verteilen an Liebhaber stellen wir 
nach wie vor, mit bestem Dank für jed- 
wedes der „Gefiederten Welt" entgegen- 
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kostenlos und portofrei zur Verfügung. 

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der „Blätter für Aquarien- u. 
Terrarienkunde" zum Verteilen 
an Liebhaber, stellen wir nach 
wie vor, mit bestem Dank für 
jedwedes den „Blättern - ' entgegen- 
gebrachte Interesse kostenlos und 
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Alle Post- Abonnenten wollen bei der Post (Postzeituugs-PreislisteS. 56) nur 

„mit Nachlieferung" 

bestellen! — Ohne diesen ausdrücklichen Vermerk liefert die Post nur 
vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



== Bitte! 



In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u. Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
in Magdeburg 

zu richten sind. 



Für den Nachüezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. 1 
bis in broschiert ä Mk. 3, Bd. V— VHI broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XIII— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
Eine Preisherabsetzung findet in absehbarer Zeit nicht statt! 

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Durch jede Buchhandlung zu beziehen oder gegen vorherige frankierte 
Einsendung des Betrages direkt vom Verlage: 

Praxis der Aquarienkunde. 

Ans der Praxis für die Praxis 



von 



Dr. E. Bade, 

Gr. 8°. Mit einer Farbendruck-, 12 Schwarzdrucktafeln und 165 

Abbildungen im Text. 
Preis: Elegant broch. Mk. 3.—, gebd. Mk. 4.—. 



Aus der Praxis für die Praxis — gibt hier der Verfasser Au- 
wei sungen und Belehrungen für die gesamte Aquarienkunde (Süß- und 
Seewasser-, Terraaquarien und Aquaterrarien), bei deren Benutzung sich 
ein jeder Liebhaber, sei er Anfänger oder bereits ein Kundigerer, viel 
Ärger und Verdruß ersparen, jedoch viel Freude an der schönen 
Liebhaberei verschaffen wird. Repräsentiert doch das Buch keines- 
wegs die Erfahrungen eines Einzelnen allein, sondern vielmehr die im Laufe 
eines Jahrzehntes gewonnenen Erfahrungen aller Vereine für Aquarienkunde. 

Ist nun nach unserer vollen Überzeugung der Inhalt des Buches 
ein ganz vortrefflicher, auf der Höhe der Aquarienkunde stehender, so 

hervorragend 



haben wir auch das äußerliche Gewand des Buches ganz 
ausgestattet, sodaß wir mit Recht glauben dürfen, daß dasselbe wegen 
seines außerordentlich geringen Preises und seiner tadellosen Aus- 
stattung allen Aquarienfreunden willkommen sein wird. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



■ 

I 



D 



ie geehrten Leser werden ersucht, sich bei Bestellungen 
stets auf die Inserate in „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" zu berufen. 



Verlag der Rreutz 'sollen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



2. Februar 1905. 



Jahrgang XVI. 



# 




söftiSv 






INHALT 



Die Triumph-Aquarien- und 

Terrarienheizung. 
Ammoniak- als Tötung amitte! 

ektoparatitärer Satigwür- 

mer bei Fischen. 
Kretizungsversuche zwischen 

lebendgebärenden Kärpf- 

lingen. 
Über Earben. 



V 



Kleine Mitteilungen: 

Deutsche Karpfen in J apan. 
Das Nachpflanzen von 
Sumpfpflanzen im einge- 
richteten Aquarium. 



Vereinsnachrichten : 
München, Berlin, Berlin- 
Moabit, Magdeburg, Dres- 
den, Wien, Frankfurt a. M. 






Bvu_"«u «v-xouv^.sv-hAarv tc° 




BLATTER 



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/AQUARIEN- 



und 




KUNDE 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2.—. 

Jährlich 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeirungs-Preisliste Seite 56. 




MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 






% 



Breiteweg 156. 



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lllllil IUI .1 I .1 ü IUI III IUI III III Kl llllll III Uli! Hill li.liil MIHI iiiiiiiiiiiiiiii II II 



tiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiniiliiiniiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^i 1 

= Annahme von Anzeigen in der Creutz'schen | 
I Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sowie | 

I in allen Annouzengeschäften. 1 müssen bis spätestens Sonntag früh in Händen 
„.ijii.,,,, i,„,i, .„.„.:, hu,:, „■ .,,. .^^.„„„„„ininiiiiniiiiiiin hihihi::. der Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sein. ■ii«|«iiiiiiMiniiimi«i«iiijnimiiimii»iimiiN iiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiimmi|Mu 



Die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum | 
wird mit 20 Pfg. berechnet. | 



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Ts»iton* ä 



Verein für Aquarien^ und Terrarienkunde zu Berlin. 

Eingetragener Verein. 



16. ordentliche Sitzung 

am . Freitag,, den 3. Februar 1905, abends pünktlich S 1 ^ Uhr, 

im Vereinslokal Restaurant Oscar Oertler N.W. 6, Karlstr. 27, part. 

Tages-Ordnung: 

1. Verlesung des Protokolls der letzten ordentlichen Sitzung. 

2. Aufnahmen, Anmeldungen, Abmeldungen, Wohnungsveränderungen. 

Es stellen Antrag zur Aufnahme als ordentliches Mitglied; 
Fräulein Hildegard von Bülow, Freienwalde a. Oder, 
Herr F. Alazatis, Berlin, 
,, H. Steiner, Nürnberg, unter Zurücknahme seiner Austrittserklärung, 
als außerordentliches Mitglied: 

Herr Fritz Heiming, Ober-Telegraphenassistent, M. -Gladbach, Viersenerstr. 120, 
,, A. Seifert, Oberingenieur, Königshütte i. S., Tempelstr. 11. 
,, Arthur Schroff, Hauptmann a. D., Godesberg a. Rhein, Rhein-Allee 25b. 
Es melden ihren Austritt an per 1. April d. J.: 

Herr Ludwig Pröbster, München. 
Es wohnen jetzt: 

Herr M. Kaschinsky, Berlin, Möekernstr. 93, 
„ S. Krafft, Jena, Lutherplatz 7 II. 

3. Geschäftliches. 

4. Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei, u. a. Bericht über literarische 

Neuheiten. 

5. Vorzeigung interessanter Tiere, Pflanzen, Hilfsmittel usw. 

6. Fragekasten. 

7. Versteigerungen. 

8 a. Zu kaufen gesucht. 

„Blätter f. Aquarien- u. Terrarienkunde", Jahrgang 10, 11 u. 13. Paul Brandt, Schöne- 
berg-Berlin, Hauptstr. 84. 
Ein mittelgroßes oder großes Aquarium, Hauptmann Schroff, Godesberg, Rhein-Allee 25b. 

b. Zu verkaufen. 

Als Gelegenheitskauf offeriere: 

1 Aquarium, Eisen m. Holz u. Glasboden, Spiegelverglasung 8 mm, 76 cm lg., 50 cm 

br., 50 cm hoch, neu, Mk. 50.—. 
1 Aquarium, Eisen m. Holzbekleidung, 84 cm lg., 56 cm br., 54 cm hoch, Spiegelglas, 

Mk. 42.—. 
1 Salon-Aquarium (Rokokostil), Eisen mit echten Bronzebeschlägen inkl. Tisch auf 

Rollen, Spiegelglas, Mk. 120.—. 
1 Salon-Aquarium, Eisen, Spiegelglas, echte Bronzebeschläge, 65 cm lg., Mk. 90.—. 
1 Seewasser-Aquarium, Eisen, Spiegelglas, 3 Wände Granitbekleidung, 82 cm lg., 

50 cm br., 50 cm hoch, Mk. 60.—. 
1 Terra-Aquarium, Salonstück. 100 cm lg., 75 cm br., 120 cm hoch mit Dach, 

elegant weiß lackiert Mk. 95. — . 
1 Sumpf-Aquarium, ioo cm lg., 70 cm br., 25 cm hoch, Spiegelglas, Mk. 35.—. 
Anfragen sind an Paul Brandt, Schöneberg-Berlin, Hauptstr. 84, zu richten. 

c. Tauschangebote. 

Diejenigen unserer Mitglieder, die noch einige Nummern der „Wochenschrift" 
zwecks Vervollständigung des Jahrganges benötigen, können diese gegen Porto- 
einsendung von unserer Geschäftsstelle Herrn ßud. Lentz, Berlin S.O. 26, 
Beichenbergerstr. 35 erhalten. - 

In den Sitzungen ist lebendes Fischfutter käuflich zu haben. Transport- 
gefäße sind mitzubringen oder in den Sitzungen leihweise zu haben. 

— Gäste willkommen! — 

Der Vorstand. I. A.: 

E. Diewitz, H. Vorsitzender, Berlin N.W. 40, Heidestraße 33. 
F. Gehre, I. Schriftführer, Berlin N. 4, Iuvalidenstraße 23. 

Wxnport- uracf WGrsz&xiel-JklbteilvB.x&g? des» „Triton". 

Alle diese Abteilung (Kauf und Verkauf von Tieren, Pflanzen usw.) betreffende Sendungen 
sind an Herrn Paul Braudt, Schöneberg-Berlin, Hauptstraße 84, zu richten. 

Versand- Bedingungen. 

Mit allen Bestellungen ist der entsprechende Betrag spesenfrei vorher einzusenden. 

Bei Tiersendungen ist entweder ein geeignetes Transportgerät oder Mk. l. — hierfür, nebst 
Mk. 1.15 (Ausland entsprechend mehr) für Porto und Eilboten spesenfrei einzusenden. 

Bei Pflanzensendungen wird die Verpackung gewöhnlich nicht berechnet, der Betrag für 
Porto (Ausland für Reblausattest Mk. l, — extra) ist spesenfrei einzusenden. 

Der Versand erfolgt, wenn nicht ausdrücklich vom Besteller anders bestimmt, nur bei 
geeigneter Witterung. 

Wir liefern nur an unsere Mitglieder resp. an die uns angeschlossenen Vereine. 

Offerte: 

Langohrige Sonnenfische 75 Pf. p. St., Steinbarsche 25 Pf. p. St., Amerik. Hundsfische 
25 — 35 Pf. p. St., Osphromen. trichopter. 4 — 8 cm lg. l Mk. p. St., Geophag. gymnogen. 
ca. 12 cm lg. 5.50 Mk. p. St., importierte zuchtfähige Schleierschwänze, Mittelware, 6 und 
7 Mk. p. St. Neue Wasserpflanzen. Litorella lacustris 70 Pf. p. St., Echinodorus ranuncoloides 
70 Pf. p. St. 



„Salvinia", 

Verein für Aquarien- und Terrarienfreunde. 

Hamburg 

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Jahrgang XVI. 
Heft 5. 




BÜsBil Illustrierte Wochen-Schrift für die 
Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 



Die Triumph- Aquarien- und Terrarienheizung. 

Von Dr. E. Bade. (Mit 2 Originalauf nahmen und 1 Skizze.) 




^mmer und zu jeder Zeit drängt sich in der 
Liebhaberei die eine wichtige Frage in den 
Vordergrund und das ist die Heizfrage. Es ist 
viel über dieselbe geschrieben, viele mehr oder 
weniger praktische Apparate sind gebaut worden, 
und wer sie alle kennen lernen will, muß ganze 
Jahrgänge der Fachzeitschriften durchsuchen 
und er wird 
hier neben 
guten und 

brauch- 
baren Anla- 
gen auch 
solche fin- 
den, die bei 
ihm ein ge- 
lindes Kopf- 
schütteln 
hervorru- 
fen, beson- 
ders wenn er 
diejenigen 
Apparate 
betrachtet, 
welche als 
die ersten 
auf dem Ge- 
biete er- 
schienen. 

Die beste Heizvorrichtung, welche wir heute 
haben, ist die leider viel zu wenig bekannte 
Triumph-Heizung, sie bedeutet in der Tat einen 
Triumph in der Liebhaberei, und fremdländische 
Tiere in Behältern zu pflegen, die mit einer 
solchen Heizung ausgerüstet sind, ist ein Ver- 
gnügen für den Liebhaber. Das Triumph-Aqua- 
rium unterscheidet sich von einem gewöhnlichen 
durch weiter nichts, als durch seine in dem 




Originalaufnahme für die „Blätter". 



Becken eingebaute Heizanlage. Sie ist so kon- 
struiert, daß sie jederzeit leicht überwacht werden 
kann, dem Becken in keiner Weise zur Unzierde 
gereicht und bei geringen Feuerungskosten einen 
geradezu hervorragenden Heizeffekt bei hoher 
Ausnutzimg der Wärmequelle liefert. Die bei- 
stehende Photographie zeigt eines meiner Becken, 

welches ich 
jetzt über ein 
Jahr in Be- 
nutzunghabe, 
es ist durch 
Scheiben in 
drei Abteilun- 
gen geteilt, 
welche die 
verschieden- 
sten tropi- 
schen Fisch- 
arten beher- 
bergen, die 
so mühelos 

durch den 
Winter ge- 
bracht wer- 
den und im 
Sommer wie- 
der paar- 
weise die einzelnen Glasbecken zur Zucht be- 
ziehen. 

Der Bau der Heizanlage ergibt sich aus der 
Abbildung der umstehenden Skizze des heizbaren 
Triumph-Terrariums, nur fehlt hier beim Aqua- 
rium oben auf der Heizung der für eine Terrarium- 
heizung nötige „Wasserkessel". Die Einstellung 
der Lampe in den Heizraum erfolgt durch Zurück- 
klappen der unten am Aquarium angebrachten 
durchlöcherten Klappe. Zum Heizen läßt sich 



Heizbares Triumph-Aquarium. 



42 



Dr. E. Bade: Die Triumph- Aquarien- u. Terrarienheizung. — Ammoniak als Tötungsmittel usw. 



Petroleum, Spiritus, Gas oder Elektrizität be- 
nutzen. Am einfachsten und billigsten indessen 
ist Gas, und dort wo dieses zu erhalten ist ? 
verdient es auf jeden Fall den Vorzug. Vor 
der Idealheizung hat die Triumphheizung den 
Vorteil, daß das Aquarium an der Vorderscheibe 
nicht jene gewaltige Erdschicht zeigt, wie bei 
ersterer, ferner läßt sich die Heizung des 
Triumph -Aquariums mühelos überblicken und 
drittens kann der Heizraum beliebig viel Heiz- 
lampen aufnehmen. Ein weiterer Vorteil der 
Triumphheizung ist der, daß das Aquarium eine 
richtige Bepflanzung zuläßt, was insofern beim 
Ideal-Aquarium nicht der Fall ist, weil hier der 
Heizkanal durch die Mitte des ganzen Beckens 
läuft, und die Pflanzen an der Vorder- und 
Hinterscheibe plaziert werden müssen. Be- 
pflanze ich aber den Raum unmittelbar an der 
Vorderscheibe, so erschwert dieses den Einblick 
in das Becken, denn die Fische halten sich dann 
über dem in der Mitte des Aquariums liegenden 
Heizkänal auf, lassen sich also durch die Vorder- 
scheibe kaum oder nur schwer beobachten. 
Dieser Nachteil fällt beim Triumph-Aquarium 
vollständig fort, denn hier bleibt der Raum an 
der Vorderscheibe von Pflanzen frei, sodaß hier 
ein Tummelplatz für die Fische geschaffen wird. 
In großartiger Weise eignet sich die Triumph- 
heizung auch für Terrarien, doch bedingt in 
dieser Hinsicht der Bau einige Abweichungen. 
Den Durchschnitt durch die Heizanlage gibt die 
Skizze. Es lagert hier über dem Heizraum B. 
ein Wasserkasten, der zum Einfüllen des Wassers 
und als Ausgleichrohr in jeder vorderen Ecke 
des Terrariums ein Rohr R trägt. Hinten be- 
sitzt der Heizraum eine Asbest-Isolierung d, so- 
daß die Wärme, welche die Lampe L abgibt, 
nie hinten durchdringen kann. Der Hinterraum 
des Terrariums, der zur Bepflanzung dient, .ist 
so eingerichtet, daß er an einer Stelle am tiefsten 
ist und hier ein Abflußrohr A erhält. In den 
Pflanzenraum, der mit der Heizung nicht in Be- 
rührung kommt, werden Topfpflanzen eingesetzt, 
in der Weise, daß die Töpfe auf dem Boden in 
Untersätzen stehen. Die einzelnen Pflanzen werden 
dann in Topfhöhe mit Drahtgaze überzogen, die 
den ganzen hinteren Raum des Terrariums ein- 
nimmt und oben mit dem Heizraum abschließt. 
Dieser Überzug der Töpfe hat den Zweck, daß 
die Eidechsen usw. am Auswühlen der Pflanzen 
verhindert werden. Über die Drahtgaze breitet 
man eine Schicht Gipsbrei aus, und bettet in 
diesen groben Kies. Ist der Gips trocken, so 
wird eine weitere La^e Kies in Höhe von etwa 



*/ 2 cm über den Wasserkasten gelegt, der sich 
bis auf den künstlich geschaffenen und hohl 
liegenden Boden erstreckt. Ein Gießen der 
Pflanzen erfolgt durch die Maschen der Draht- 
gaze. Andererseits können die Pflanzen auch 
durch eine hinten am Terrarium angebrachte 
Klappe gegossen werden, indem dann das Wasser 
einfach in die Untersätze gegeben wird. Diese 
hintere Klappe im Terrarium steht dem Heiz- 
raum genau gegenüber und besitzt dieselbe Höhe 
wie letzterer. Bei der Einrichtung des Terrariums 
ist sehr darauf zu achten, daß der Stamm der 
Pflanzen oberhalb der Drahtgaze dicht mit Gips- 
brei umgeben wird, damit sich hier keine Löcher 
zeigen, da sich sonst die Eidechsen in dieselben 
mit Vorliebe zurückziehen. Der Gips schadet 
den Pflanzen nicht, denn so beschriebene Terra- 
rien, die nach meinen Angaben eingerichtet sind, 
stehen bald ein Jahr in Gebrauch und ihre Ein- 
richtung hat sich vorzüglich bewährt. 

Bringt man in das Terrarium ein Wasser- 
becken ein, wie es für einzelne Schlangen z. B. 
nötig ist, so wird dasselbe so aufgestellt, daß 
es halb auf dem Heizraum steht und einen AX>- 
fluß bekommt, der aber möglichst groß sein soll. 
Ich benutze für solche Wasserbehälter als Gerippe 
eine Zinkschale, die innen und außen mit Zement 
und Steinchen bekleidet ist und so mit der ganzen 
Einrichtung vortrefflich harmoniert. Das photo- 
graphisch abgebildete Terrarium besitzt z. B. 
einen solchen Wasserbehälter, weshalb es vorn 
zwei Abflußröhren zeigt. 





(Nachdruck verboten.) 

Ammoniak als 

Tötungsmittel ektoparasitärer 

Saugwürmer bei Fischen. 

Ijie Arbeit von Dr. med. Roth in Zürich 
„Gegen die Gyrodactylus - Seuche" im 
vorigen Jahrgange der „Blätter" Seite 353, wo 
eine Ammoniaklösung als Abtötungsmittel des 
Gyrodactylus empfohlen wurde, ist in .der Kgl. 
Bayerischen Biologischen Versuchsstation für 
Fischerei von Frl. Dr. M. Plehn Kontroll- 
versuchen unterworfen worden, die sich aller- 
dings nicht auf den Gyrodactylus, sondern auf 
eine verwandte Spezies, den Dactylogyrus be- 
zogen. Dieser Parasit unterscheidet sich haupt- 
sächlich von Gyrodactylus durch den Besitz von 
vier Augenpunkten und ist nur in den Kiemen 
der Fische anzutreffen, wo er bei zahlreichem 



Ammoniak als Tötungsmittel ektoparasitärer Saugwürmer bei Fischen. 



43 



Auftreten großen Schaden anrichten kann. 
Dactylogyrus bringt nicht wie Gyrodactylus 
lebende Junge zur Welt, sondern legt Eier, die 
an den Kiemen sich zu Larven entwickeln. Die 
Fortpflanzungszeit fällt in den Frühsommer, wenn 
die kleinen Fische ein bis zwei Monate alt und 
noch äußerst zart und empfindlich sind. Zu den 
Kontrollversuchen standen der Station von 
Dactylogyrus befallene einsommerige Karpfen 
zur Verfügung, die zahlreich von dem Wurm 
bewohnt wurden. Frl. Dr. M. Plehn schreibt 
nun über die Versuche in der „Allgemeinen 
Fischereizeitung", München, folgendes: 

Die kleinen Karpfen wurden in die Lösung- 
gesetzt und zeigten in dem Bade einige Unruhe 
und Aufregung, was begreiflich ist, da das 
Ammoniak zu den Nervengiften gehört. Unter- 
bricht man das Bad nach 15 Minuten, so er- 
reicht die Unruhe keinen bedenklichen Grad. 
In frisches Wasser zurückgesetzt, verhalten die 
Fische sich bald wieder völlig normal, die Para- 
siten aber sind tot. Unter dem Mikroskop läßt 
sich beobachten, wie die Einwirkung des Ammo- 
niak ihnen verderblich wird; wie sie nach fünf 
Minuten anfangen, sich krampfhaft zu winden 
und zu krümmen und nach zehn Minuten fast 
alle abgestorben sind. Wenn ein Wurm in einem 
Winkel der Kiemen, wo er dem durchströmenden 
Atemwasser weniger ausgesetzt ist, tief im 
Schleim versteckt sitzt, so kann es wohl ge- 
schehen, daß er leben bleibt und von ihm eine 
neue Infektion verursacht wird. Darum ist es 
gut, das Bad zwei- oder dreimal zu wiederholen. 
Es scheint, daß das ohne den geringsten Schaden 
für den Fisch geschehen kann. — 
Noch fehlen allerdings Versuche über 
die Widerstandsfähigkeit der Karpfen- 
brut gegenüber dem Ammoniak, doch 
hat letzteres vor dem Salizyl den 
Vorzug der zuverlässigeren Wirksam- 
keit. Allerdings ist zu betonen, daß 
die verdünnte Lösung, namentlich in 
stark kalkhaltigem Wasser, sehr 
rasch unwirksam wird. 
Man erkennt nach weni- 
gen Minu- 



ten schon 
den Beginn 
einer leich- 
ten Trü- 
bung, die 
von der 
Ausscheidung von einfach-kohlensaurem Kalk 
herrührt. Diese Ausscheidung beweist, daß das 




Originalaufnahme 
für die .Blätter". 



Heizbares Triumph-Terrarium. 



,R 



Wflsser- Kmlen, 




Durchschnitt des heizbaren Triumph- 
Terrarium. 



Ammoniak dem im Wasser gelösten doppelt- 
kohlensauren Kalk einen Teil seiner Kohlensäure 
entzogen und sich selbst dabei neutralisiert hat. 
Man muß also die Lösung nach jedem Bade er- 
neuern, wenn man des Erfolges sicher sein will. 

Es empfiehlt sich nicht, die Fische länger 
als 15 Minuten im Bade zu lassen. Sie werden 
dann wild, versuchen herauszuspringen und ge- 
raten bald darauf in einen Zustand halber Be- 
täubung, so daß sie in Seitenlage verharren. 
Meist erholen sie sich zwar in reinem Wasser 
selbst aus diesem Zustand wieder; als unzuträglich 
ist er aber sicher zu betrachten und daher sind 
wiederholte Bäder von kürzerer Dauer vorzuziehen. 

Bis in letzter Zeit glaubte man, daß Dactylo- 
gyrus nicht zahlreich auftritt und keinen be- 
sonderen Schaden anrichten kann, dieses ist aber 
in neuerer Zeit widerlegt. Naturgemäß schädigen 
alle Parasiten die jüngeren Fische am meisten, 
ältere sind widerstandsfähiger, leiden aber auch 
durch diese Saugwürmer. 

Nach den Versuchen Roths ist der dem 
Gyrodactylus nahverwandte Dactylogyrus des- 
halb viel schwieriger zu vertilgen, weil der 
letztere namentlich in den Kiemen haust und 
meist tief im Schleim zwischen den Kiemen- 
blättchen versteckt ist, während der erstere fast 
ausschließlich auf die Körperoberfläche beschränkt 
ist und nur ausnahmsweise in den Kiemen ge- 
troffen wird. 



44 



Johannes Thumm: Kreuzungsversuche zwischen lebendgebärenden Kärpflingen. 




Kr euzungs versuche zwischen 
lebendgebärenden Kärpflingen. 

Im Auftrage des Vereins „Wasserrose" 
von Johannes Thumm, Dresden. 

^iner Anregung des Herrn Dr. E. Bade 
folgend, beschloß der Verein „Wasserrose" 
am 14. Januar d. J. die Veröffentlichung unserer 
Schemata zu Kreuzungs versuchen zwischen 
lebendgebärenden Kärpflingen und beauftragte 
mich mit der Bekanntgabe der Gesichtspunkte, 
von welchen aus wir unsere Kreuzungsversuche 
vornehmen wollten. 

Gleich auf den Kernpunkt der Sache ein- 
zugehen wird nicht gut möglich sein, ich will 
deshalb etwas ausführlicher berichten. 

Angeregt durch meine schon seit längerer 
Zeit unternommenen Kreuzungsversuche, fanden 
sich in der „Wasserrose" eine ganze Anzahl 
Herren, welche sich dafür interessierten. Der 
Zusammenschluß dieser Herren ermöglichte es, 
daß wir nunmehr in der Lage sind, in der 
kommenden Saison Versuche in größerem Stile 
zu machen. Zu diesem Zwecke habe ich Jung- 
tiere in einigen Hundert Exemplaren gezüchtet 
und zu Versuchszwecken zur Verfügung gestellt. 

Diejenigen Tiere, welche ich nicht in ge- 
nügender Anzahl hatte, stellte unser Herr Paul 
Schäme bereitwilligst zur Verfügung, darunter 
auch solche, die er selbst erst in nur einigen 
Exemplaren besitzt, so daß wir in der Lage 
wären, alle überhaupt nur möglichen Kreuzungs- 
versuche zwischen den bis jetzt eingeführten 
lebendgebärenden Kärpflingen vorzunehmen. Die 
uns heute zur Verfügung stehenden Tiere sind 
folgende: 



1. 
2. 
3. 
4. 
5. 
6. 



Girardinus caudimaculatus ö 

9 
„ decemmaculatus <5 



Oambusia affinis? 

- 2 



7. Mollienisia latipinna 
„ formosa 



9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 



Poecilia mexicana 



(amazona?) 



V 

d 

9 
ä 

9 
d 

9 
ö 

9 
6 

9 
6 



1. mit 4. 6. 8. 10. 12. 14. 

2- „ 
3. „ 



= 6 
3. 5. 7. 9. 11. 13. 15. = 7 
2. 6. 8. 10. 12. 14. = 6 



4. „ 1. 5. 7. 9. 11. 13. 15. = 7 

5. „ 2. 4. 8. 10. 12. 14. = 6 

6. „ 1. 3. 7. 9. 11. 13. 15. = 7 

7. „ 2. 4. 6. 10. 12. 14. = 6 

8. mit 1. 3. 5. 9. 11. 13. 15. = 7 

9. „ 2. 4. 6. 8. 12. 14. = 6 

10. „ 1. 3. 5. 7. 11. 13. 15. = 7 

11. „ 2. 4. 6. 8. 10. 14. = 6 

12. „ 1. 3. 5. 7. 9. 13. 15. = 7 

13. „ 2. 4. 6. 8. 10. 12. = 6 



14. 



1. 3. 5. 7. 9. 11. 15. = 7 



15. „ 2. 4. 6. 8. 10. 12. 14. 



;; praesidionis 
und lassen sich mit diesen Tieren folgende 
Kreuzungsversuche anstellen: 



Summa 98. 

Diese 98 Kreuzungsversuche lassen sich 
naturgemäß in nur einem Verein, in absehbarer 
Zeit nicht durchführen, da nicht alle Mitglieder 
Kärpflingsliebhaber und deshalb für Bastardie- 
rungsversuche nicht leicht oder gar nicht zu 
haben sind. 

Um nun in einer relativ kurzen Zeit ein 
möglichst günstiges Resultat zu erzielen, beschloß 
der Verein „Wasserrose" die Veröffentlichung 
unserer Absichten in dieser Sache und wenden 
wir uns mit diesen Zeilen, mit der Bitte an alle 
sich dafür interessierenden Vereine und Einzel- 
liebhaber, sich mit uns ins Einvernehmen setzen 
zu wollen, damit Teilung der vorzunehmenden Ar- 
beiten und gleichmäßige Beobachtungsweise er- 
zielt werden kann. 

Nur durch eine einheitliche Organisation aller 
Arbeitskräfte kann eine gemeinsame und richtige 
Arbeit, an welcher viele Vereine und Einzellieb- 
haber mitwirken, gewährleistet werden. 

Gemeinsame Arbeit bürdet dem Einzelnen 
nicht zu viel auf und kann ein Jeder mit vor- 
geschriebenem Schema und Tieren, im Bewußt- 
sein des Wertes seiner Arbeit, einen Baustein 
zum großen Gebäude hinzutragen, und läßt sich 
auf diese Weise im Laufe eines Jahres soviel 
leisten, als es einem Einzelnen nicht möglich 
sein würde, in derartiger Vollkommenheit, trotz 
angestrengtester Tätigkeit in vielen Jahren, für 
die Wissenschaft in unserer schönen Liebhaberei 
das Gleiche zu leisten. 

Gehen wir nun auf die Art der Versuche zur 
Bastardierung selbst ein, so wäre zunächst die 
Beschaffung des Zuchtmaterials zu besprechen. 

Diese ist nicht so schwer, wie es den Anschein 
hat. Entweder nimmt man Jungtiere oder alte 
dergleichen, von denen man weiß, daß die 9 nicht 
tragend sind. Hiervon kann man sich leicht über- 



Johannes Thumm: Kreuzungsversuche zwischen lebendgebärenden Kärpflingen. 



45 



zeugen, indem man die $ 2 Monate == 60 Tage 
allein absondert. Haben diese in angegebener 
Zeit keine Jungen gebracht, so kann man sie 
einwandfrei zu Krenzungsversuchen benutzen, 
denn die bis jetzt an Hunderten von Tieren 
beobachtete längste Trächtigkeitsdauer betrug 
unter den allerungünstigsten Umständen 53 Tage. 
Jungtiere, welche man eigens zu Bastardierungs- 
zwecken züchtet, kann man bei diesem Verfahren 
viele Brüten in einem großen Becken aufziehen, 
nur entferne man die an der immer spitzer 
werdenden Anale leicht kenntlichen ä stets 
rechtzeitig, d. h. ehe sie geschlechtsreif werden. 
Vor allem gewähre man allen Tieren reichlich 
große Behälter, eine ein kräftiges Wachstum ver- 
bürgende Wasserwärme, gute Durchlüftung, ganz 
gleich ob durch Pflanzen oder atmosphärischer Luft 
erzielt und nahrhaftes, möglichst lebendes Futter. 
Sind diese Bedingungen erfüllt, so ist man im 
Besitze der Kunst des Fischezüchtens. Schnell 
herangewachsene kräftige Tiere begatten sich 
leidenschaftlich und verbürgen eine kräftige 
reichliche Nachzucht. 

Setzen wir nun die zur Bastardierung aus- 
ersehenen Tiere zusammen, so müssen sofort die 
Eintragungen in Schema A beginnen, welches 
ich deshalb hier einfüge: 

M/occo^f/tco« Verein für Aquarien- und 
„ KKdiac//UdC , Terrarienkunde Dresden. 

^r»liAtTin \ Kreuzungsversuche zwischen Reinzuchten 

O LH CI1 id. r\. lebendgebärender Kärpflinge. 



Staramtiere von 






Pfleger: 




Kreuzung zwischen 






6 


$ 


Geboren den 


Datum der 1. Begattur 


g- 




Anzahl der 


Jungen: 


„ „ Geburt: 






I. Wurf 




9 

)! )) "• 11 






II. „ 




n ii **■ n 






in. „ 




Anzahl d. Aufzucht: I. 


Stück. 


II. 


Stück III. 


Stück. 



Allgemeine Fragen. 

Beckengröße? 



Futter? 



Wärmegrad? 
Durchlüftet 'i 



Bemerkungen. 

Die Versuchsweibchen blei- 
ben Eigentum des Pflegers 

Solange keine Nachzucht 
erzielt ist, gehören alle Stani- 
tiere dem Verein. 

Die Nachzucht ist, soweit 
nötig, zu weiteren Versuchen 
zurückzugeben. 



Bedingungen. 

Für gute Entwicklung der 
Gambusen und Girardinusarten 
ist eine Wasserwärme von 16°R, 
für Poecilien und Mollienisien 
eine solche von mindestens 
17° R erforderlich. Höhere Tem- 
peraturen sind ohne Durchlüf- 
tungschädlich. Sonniger Stand- 
ort ist dringend erwünscht. 

Die (J sind nach Trächtig- 
werden der $ sofort zurück zu 
geben, um einwandfrei fest- 
stellen zu können, wie oft jedes 
2 nach erfolgter Befruchtung 
Junge bringt. 



Tag der Übernahme durch 
den Pfleger: 

1 Rückgabe der Jungtiere: 



Überlassen wir nun unseren Lieblingen, da- 
für zu sorgen, daß immer neue Eintragungen uns 
die vollständige Ausfüllung des Schemas ermög- 
lichen. Man beschränke sich aber nicht lediglich 
darauf, alle Eintragungen gewissenhaft auszu- 



führen, sondern schreibe außerdem alle Er- 
fahrungen und Beobachtungen auf die Eückseite 
des Schemas. Alle, auch die geringsten oder 
wertlos scheinenden Wahrnehmungen sind wert- 
voll, sogar Schlüsse, die in diesem Falle auch 
der Laie ruhig ziehen darf, können richtig sein, 
oder können doch zu Winken für andere dienen, 
die nachprüfen oder nachbeobachten wollen. Man 
achte nichts zu klein und belanglos, sondern 
schreibe alles auf, steckt nur ein Körnchen neue 
Wahrheit in einem sonst völlig wertlosen Bericht, 
so kann doch das eine Körnchen von größtem 
Nutzen für neue Beobachtungen sein. Von hohem 
Werte sind auch Photographien der Elterntiere 
sowohl, als auch die der erzielten Bastarde. 
Viele Liebhaber sind Amateurphotographen und 
wird es diesen nicht schwer sein, in vielleicht 
einmonatigen Pausen und zur Zeit der Umbildung 
der Anale bei den ö in einwöchentlichen Pausen, 
Aufnahmen der betr. Tiere zu fertigen. 

Klappt nun alles, und die, gerade von Eltern- 
tieren verschiedener Arten oft massenhaft er- 
zielte Nachzucht wächst prächtig heran, so muß 
sich der Bastardzüchter über die Verwendung, 
seiner Nachzuchten schlüssig werden, ein Teil 
wird ja das kommende Jahr gebraucht, 1. um 
mit Hilfe von Schema B. festseilen zu können, 
ob die erzielte Nachzucht unter sich fruchtbar 
ist oder 2., nach Schema C. ob ßeinzuchttiere 
(Eltern) mit Bastarden gekreuzt fruchtbar sind. 
Ein zweiter Teil der Nachzucht wird gebraucht 
um von Wissenschaftlern anatomische oder son- 
stige Veränderungen der Bastarden feststellen 
zu lassen. 

Was wird nun mit den Best: Unsere Vor- 
schläge gehen dahin, diese Tiere zu töten oder 
auszusetzen. Im letzteren Falle ist, wenn ein 
unbewohnter Tümpel oder Teich gewählt wurde, 
die Möglichkeit gegeben, beobachten zu können, 
ob sich die Bastarden zur einen oder anderen 
Art zurückbilden, oder zu einer neuen Abart 
werden. 

Auf keinen Fall gebe man aber Bastarden 
in den Handel oder in Hände von Leuten, die 
keine Ahnung haben von unseren Zielen, ein 
schrecklicher Wirrwarr könnte die Folge sein. 
Sollten nun aber farbenprächtige Bastarden z. B. 
von Gambusen und Moll, latipinna gezogen 
werden, so daß man die Tiere nicht töten mag, 
so übermache man diese öffentlichen Anstalten, 
zoologischen Gärten usw., aber immer nur mit 
Hinweis auf ihre Bastardnatur. 

Wie sich aus vorstehendem nun von selbst er- 
gibt, öffnet sich durch diese Versuche ein so weites 



46 



Alfred Michow: Über Barben. 



Feld der Tätigkeit, daß ein mancher sagen wird, ja, 
das ist ein Ding - ohne Ende, man kann bei diesen 
Versuchen niemals zum Abschluß gelangen. Nun, 
so schlimm sieht es nicht aus. Es kommt ganz 
darauf an, wie weit man sich das Ziel steckt, 
welches man zu erreichen strebt. Die „Wasser- 
rose" beabsichtigt vorläufig nur, die Bastar- 
dierungsmöglichkeit zwischen lebendgebärenden 
Kärpflingen festzustellen, und sucht dieses Ziel, 
mit Hilfe Gleichstrebender zu erreichen. 

Die größte Schwierigkeit wird unseres Er- 
achtens, die Bestimmung und Beschreibung der 
abweichenden anatomischen Befunde sowie Be- 
stimmung der Form und Farben der Bastarden 
haben. 

Deshalb sollen diese Zeilen auch vornehmlich 
den Zweck haben, die Herren Wissenschaftler 
unserer Liebhaberei auf unsere Bestrebungen 
aufmerksam zu machen und zu bitten, daran 
durch gütige Übernahme der Bestimmungs- 
arbeiten, teilzunehmen. 

Über die vorteilhafteste Art und Weise der 
Zusammensetzung der Reinzuchten, sowie der 
Auswahl ders. zu Bastardierungszwecken, wie 
solche die beste Gewähr für erfolgreiche Kreu- 
zung nach meinen bisherigen Erfahrungen geben, 
werde ich sofort berichten, wenn der Verein 
„Wasserrose" durch diese Zeilen Mitarbeiter in 
genügender Anzahl erwirbt. 

Zuschriften in dieser Angelegenheit an 
Johannes Thumm, Dresden, Arnoldstr. 4/II 
erbeten. 



Über Barben. 

Von Alfred Michow 

(„Triton" -Berlin). 

(Mit 5 Originalaufnahmen 

und 1 Skizze.) 

jas Jahr 1904 stand 
im Zeichen der 
Zahnkärpflinge. Noch 
sind sie in Mode; wie 
lange noch? 

Vom Girardinus cau- 
dimaculatus sagt man 
schon heute: Er müsse 
polizeilich verboten wer- 
den, vom Girardinus 
decemmaculatus meint 
man, seine Zucht lohne 
nicht, er sei gar klein 
als — Futterfisch. Der 



Haplochilus latipes degeneriert so schrecklich, 
der Haplochilus panchax ist apoplektisch ver- 
anlagt. Mollienisia formosa und latipinna, 
ebenso Poecilia mexicana erfreuen sich auch 
nicht mehr übergroßer Beliebtheit, sind zum 
teil träge, zum teil empfindlich. Und wenn 
sie auch noch so schön sind, sie bieten dem 
Liebhaber auf die Dauer keine Befriedigung, 
wenn er auch anerkennt, daß sie wunder- 
volle Fische sind, so erlahmt des Liebhabers 
Interesse doch, da sich ihr Dasein zu beschaulich 
abspielt. Nur einer der Sippe dürfte sich auf 
die Dauer halten und „Standard" werden: Der 
Gambusia holbroohi. Und er verdient es be- 
stimmt. Seine Genügsamkeit, Haltbarkeit, und 
Schönheit in ihrer Winzigkeit prädestinieren ihn 
zum Zaunkönig der Becken. Seiner Vetternschaft 
aber droht ernstliche Konkurrenz durch die viel 
anspruchsloseren, dabei viel haltbareren, überaus 
munteren und glitzernden Barben. Die in rascher 
Folge auf den Markt kommenden Importe ver- 
schulden die immer mehr zu Tage tretende Tat- 
sache, daß die Liebhaberei in Spielerei auszu- 
arten droht. Um die Fülle der Arten zu pflegen, 
sind seriöse Liebhaber heute schon gezwungen, 
sich zu spezialisieren. Wir finden bei dem einen 
im Sortiment: die Zahnkarpfen, bei dem andern: 
die Cichliden, der dritte hält Barben, der vierte 
nur Barscharten usw. Für diese Art von Lieb- 
habern, für die seriösen, wie ich sie nennen 
möchte, treffen meine Worte über Spielerei 
naturgemäß nicht zu; das Gros der Anfänger 
aber steht ratlos vor den vielen Arten, die bei 





Originalaufhahme nach dem 
Leben für die „Blätter". 



Bote Barbe (Barbe pyrrhopterus M'Clell.). 
Exemplar aus der Zuchtanstalt von P. Matte, Lankwitz-Berlin. 



Alfred Michow: Über Barben. 



47 



irrationeller Pflege meistens elendiglich zu 
Grunde gehen. 

Für sie ist die Einführung der Barben ein 
Ereignis, da diese dank ihrer Anspruchslosigkeit 
hinsichtlich Wärme und Futter und ihrer an- 
scheinenden Immunität gegen Parasiten das 
Ideal des Liebhabers und mittelmäßigen Pflegers 
bilden müssen. Hierzu kommt, daß die Barben 
mit ihrem lebhaften Treiben, ihrem ewigen, ruhe- 
losen Spielen dem Auge ein wechselndes Bild 
geben. 

Bei der Eilfertigkeit, mit der Novitäten auf 
den Markt kommen, und in den Liebhaber- 
Organen von Befugten und Unbefugten möglichst 
bald in Bild 
und Wort vor- 
gestellt wer- 
den, ist es kein 
Wunder, daß 
eine starke Un- 
sicherheit in 

der Nomen- 
klatur Platz 
griff. Man gibt 

dem neuen 
Ding einen Na- 
men und läßt 
es dann lustig 
in die Lieb- 
haber - Becken 
abschwirren. 
Quo vadis! sagt 
man resigniert 
von der heu- 
tigen Fisch- 
liebhaberei; 
wäre man jünger und temperamentvoller, wäre 
allerdings ein: Quos ego! mehr angebracht. 

Die lieben Barben; fünf Arten haben wir 
schon kennen gelernt, nämlich: 
Barbus ticto, 
Barbus speeies (vittatus), 
Barbus speeies und 
von ihrer nächsten Verwandtschaft: 
Nuria danrica und 
Capoeta speeies (damascina). 
Fünf Arten und nicht viel weniger Irrtümer 
in deren Nomenklatur. Nicht Professor Hilgen- 
dorf , der erprobte Gelehrte, um dessen Hinscheiden 
jedes Aquarianers Herz heute noch trauern sollte, 
hat sie, sondern man hat sie „bestimmt". Und 
so stehen wir heute bereits vor der erwiesenen 
Tatsache, daß „man" sie falsch bestimmt hat. 
Der Assistent Professor Hilgendorfs, Herr 




Originalaufnahme nach dem 
Leben für die „Blätter". 



Pr 



Dr. Pappenheim, hat durch eingehende Unter- 
suchungen bereits festgestellt, daß die bisherige 
Barbus ticto, Barbus pyrrhopterus M'Clell und 
Barbus speeies die wirkliche Barbus ticto Hamil- 
ton Buchanan ist. Barbus „vittatus" und Capoeta 
„damascina" werden ihre Namen über kurz oder 
lang auch ändern müssen. Jedenfalls! Man hat 
eine Unsicherheit geschaffen, die ihresgleichen 
sucht und für die weniger ehrgeizige und schreib- 
lustige Liebhaber oder spekulative Händler, als 
die Redaktionen der Fachpresse verantwortlich 
zu machen sind. In weiser Abwehr möglicher 
Irrtümer müßten die Redaktionen die Publikation 
von Novitäten solange zurückstellen, bis die 

„legitime" 

Wissenschaft 

ihr Urteil über 

Richtigkeit 
oderUnrichtig- 
keit eines Na- 
mens abgege- 
ben hat. Eine 
Zeitschrift für 
Aquarien- und 

Terrarien- 
kunde ist kein 

Sensations- 
blatt, es liegt 
daher für sie 
kein Bedürfnis 
vor, den Tat- 
sachen vorzu- 
greifen. Immer 
liegt ihr aber 
im Falle einer 
falschen Be- 
stimmung eines Fisches usw. ob, so bald wie 
möglich, diesen Irrtum richtig zu stellen und mit 
aller Kraft dahin zu wirken, den falschen Namen 
aus der Liebhaberei zu verdrängen. Dies 
vorausgeschickt, trete ich in eine kurze Be- 
sprechung und Vorführung der „Zukunftsfische" 
ein. In No. 18 des XV. Jahrgangs der „Blätter" 
wurde den Lesern auf Seite 282 Barbus ticto 
vorgestellt und das Bild heute nochmals hier 
abgedruckt. Alles dort gesagte gilt für Barbus 
pyrrhopterus M'Clell, denn so ist die Barbe 
neuerdings bestimmt worden, und zwar von 
Dr. Pappenheim, dem langjährigen Assistenten 
des Professor Hilgendorf. Herr Dr. Reh am 
Museum in Hamburg dagegen hat dieselbe 
Barbe als Barbus conchonius bestimmt und 
damit den Verwirrungen weiter Tür und Tor 
geöffnet. 



achtbarbe (Barbus ticto Harn. -Buch.) 
Zuchtpärchen des Herrn Michow-Berlin. 



48 



Kleine Mitteilungen. 



Dr. Eeh hält anscheinend pyrrhopterus und 
conchonius für synonym, ein Irrtum, der ihm 
unterlaufen ist, weil er anscheinend nicht die 
ganze Literatur geprüft hat. Ich gebe derPappen- 
heim'schen Bestimmung den Vorzug, zwar hat 
Hamilton-Buchanan in den Fishes of Ganges 1822 
nur conchonius gekannt, ebenso hat Steindachner 
im Sitzungsbericht der Akademie der Wissen- 
schaft in AVien im Band 56 Jahrgang 1867 
Seite 366/67 über einige Cyprinoiden aus Ost- 
indien geschrieben und darunter Puntius con- 
chonius Ham.-Buch. erwähnt. Ja! Francis Day, 
auf den Dank seinem schönen Atlas die „ver- 
gleichende" Wissenschaft gern schwört, zieht in 
seinen: The fishes of India II London 1878 
pag. 576 pyrrhopterus und conchonius als eine 
Art zusammen, erklärt sie also für synonym. 
Hiernach muß man den Herrn Dr. Reh von dem 
Vorwurf der Leichtfertigkeit freisprechen. Hätte 
er aber die gesamte Literatur geprüft, dann hätte 
ihm auffallen müssen, daß M'Clelland in seinen 
Asiatic Researches XIX, II part. Calcutta 1836 
auf Seite 383 und 285 pyrrhopterus beschreibt 
und auf Tafel 44 Figur 1 im Bilde vorführt. 
Im selben Werke auf Seite 384 und 286 be- 
schreibt er conchonius und führt ihn auf der 
Bildtafel 44 unter Figur 8 auf. Natürlich nicht 
als Barbus sondern nach dem damaligen Stande 
der Wissenschaft als Systomus. Ferner führt 
Heckel Fische Syriens in „Ruseggers Reisen" 
I, 2. 1842 an: Systomus pyrrh. auf pag. 26 (1016) 
und Systomus conch. auf pag. 27 (1017) an, auch 
Bleeker in seiner ichthyologischen Fauna von 
Bengalen und Hindostan, erschienen 1860, führt 
auf Seite 60 Systomus conchonius und auf Seite 62 
pyrrhopterus an, endlich finden wir in Cuv, Vall. 
Histoire naturelle des poisons auf Seite 394 
Cyprin. conchonius und auf Seite 395 Cyprin. 
pyrrhopterus als zwei verschiedene Arten an- 
geführt. Am klarsten aber beweist Günther die 
Existenz zweier Arten und zwar Cat. VII, 1868, 
dort beschreibt er auf Seite 153 und 157 Barbus 
pyrrhopterus und gibt die Schuppenreihe mit 
22, 4 1 / 2 , 47 2 an, die Schuppen selbst erklärt er 
für großschuppig. Dieses trifft auf unsere species 
zu, conchonius kennzeichnet er als kleinschuppig 
und gibt für die Schuppenreihen die Zahlen 
26 — 28, 5 %, ö 1 ^ an. Aus den vorgeführten 
Zitaten ergibt sich klar und unumstößlich, daß 
die Bestimmung des Herrn Dr. Pappenheim die 
einzig richtige und jede synonyme Bezeichnung 
unhaltbar ist. 

Den Irrtum, uns Barbus pyrrhopterus als 
Barbus' ticto vorzustellen, hat seiner Zeit der 



sonst so vorsichtige und gewissenhafte Herr 
Schäme-Dresden verschuldet. Ihm hat im Vor- 
jahre Professor Hilgendorf Barbus ticto be- 
stimmt und Herr Schäme dann ticto mit einer 
gleichzeitig eingesandten, aber derzeit un- 
bestimmt gebliebenen species verwechselt, die 
beide von Stüve-Hamburg importiert wurden. 

Die letzte Spezies nun züchtete die Firma 
Paul Stieler-Berlin und brachte sie in den Handel 
als Barbus species. Sie ist jetzt authentisch als 
die berühmte Prachtbarbe, Barbus ticto Hamilton- 
Buchanan bestimmt worden und wird den ge- 
ehrten Lesern im Bilde vorgeführt. Kleiner 
von Gestalt als Pyrrhopterus übertrifft sie an 
Schönheit und Grazie diese erklecklich. Je ein 
intensiver schwarzer Punkt am vorderen Rumpf- 
teil und vor der Schwanzflosse sitzend, heben 
die Leuchtkraft der silbernen, nach dem Rücken 
smaragdartig irisierenden Beschuppung erheblich. 
Ihre Haltung ist die denkbar einfachste, sie ist 
im ungeheizten Becken ebenso lustig und 
spielerig wie im geheizten Aquarium. Trocken - 
futter jeder Art wird ebenso gerne genommen, 
wie lebendes. Entsprechend ihrer Zierlichkeit 
wird man sie natürlich nicht mit den großen 
und schwer verdaulichen Mückenlarven füttern. 
Über die Mückenlarvenfütterung und ihre Zweck- 
mäßigkeit bei kleinen Fischen habe ich, nebenbei 
bemerkt, meine eigenen Gedanken. Jedenfalls 
ist dringend vor einem Zuviel zu warnen. — 

(Schluß folgt.) 



£CIeine JVIiffcilun^cn. 

Deutsche Karpfen in Japan. Der Vorstand der 
kaiserlich japanischen Fischerei - Anstalt zu Tokio, Prof. 
Matsubara, hatte sich an Prof. Hof er (München) gewandt, 
um durch dessen Vermittlung Leder- und Spiegel- 
karpfen, die in Japan fehlen, dort einzuführen. Der 
Verwalter der zoologischen Sammlung zu München, Dr. 
Doflein, der Anfang vorigen Jahres eine Forschungs- 
reise nach dem japanischen Meer antrat, nahm eine Kanne 
mit 40 Karpfen und 20 Edelkrebsen, die ebenfalls 
in Japan fehlen, mit. Die Krebse gingen, wie die 
„Allg. Fisch.-Ztg." mitteilt, sehr bald unterwegs zu Grunde, 
von den Karpfen, die der schnellwüchsigen Aiscbgründer 
Passe angehören, trafen 7 Stück lebend nach mehr als 
zweimonatiger Peise in Japan ein. Wie Prof. Matsubaras 
mitteilt, befinden sich die Fische, die in einen Teich ein- 
gesetzt wurden, wohl und munter. 

Das Nachpflanzen von Sumpfpflanzen im ein- 
gerichteten Aquarium. — Ein mir befreundeter Aqua- 
riumliebhaber in Perlin, Herr John, hat für das Nach- 
pflanzen von Sumpfpflanzen im eingerichteten Aquarium 
eine einfache und höchst praktische Vorrichtung ersonnen, 
nach der ohne Peschädigung der eingewurzelten Gewächse 
eine teilweise Neubepflanzung ausgeführt werden kann' 



Vereins-Nachrichten. 



49 



Die Vorrichtung verdient es, den Liebhabern bekannt ge- 
geben zu werden. Man drückt an der Stelle, wo z. B. 
eine Sumpfpflanze eingesetzt werden soll, einen aus Blech 
rund zusammengebogenen Zylinder von der Größe des 
Ballens der Sumpfpflanze in die Erde. Aus dem Innern 
des Zylinders wird der Sand und die Bodenschicht mit 
einem Löffel entfernt und dann die Sumpfpflanze in 



den hierdurch geschaffenen leeren Raum eingesetzt. 
Dieser wird nun wieder, soweit wie nötig, mit Boden- 
grund und über demselben mit Sand gefüllt und dann 
wird der aus Blech gezogene Zylinder vorsichtig aus der 
Bodenschicht gehoben. Geht der obere Teil der Sumpf- 
pflanze nicht durch den Zylinder, so wird dieser ober- 
halb der Sandschicht einfach aufgerollt. B. 




1 VEREINS-*****? 

NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



) 5 Isis"j Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 22. September 1904. 
Protokoll- Verlesung und Genehmigung. Im Einlauf: 
Schreiben der „Wasserrose" -Dresden, zwei Karten unseres 
in Urlaub befindlichen Herrn Feichtinger. Offerte des 
Herrn Schwartze-Hamburg in Fischen und des Herrn 
Neuschild-Berlin in Terrarieutieren, Brief des Herrn Dr. 
Werner-Wien. Herr Dr. Werner übersandte Herrn Lan- 
kes ein Paar gesunde, gut fressende und auf Mehlwürmer 
dressierte Buthus australis var. citrina aus dem Sudan 
(Wadi Haifa). Die neue Adresse des Herrn Dr. Werner 
ist nunmehr Wien V, Margare thenhof Stiege 12 Türe 10. 
Brief des Herrn Dr. P. Krefft-Zehlendorf bezügl. Chamae- 
leon basiliscus. Herr Brüning übersandte uns mit einem 
Schreiben ein kleines Schriftchen: „Spaziergänge eines 
Naturfreundes". Wer selbst oft im Gelände sich herum- 
tummelt, findet in diesem Schriftchen gar vieles, was ihm 
Herr Brüning aus dem Herzen heraus geschrieben hat. 
Namentlich dem Anfänger in unserer Sache bieten die 
Spaziergänge wertvolle Anregungen. Offerte Stüve-Ham- 
burg. An den einschlägigen Zeitschriften liegen vor: 
„Blätter" No.l8und „Wochenschrift" No.19. Über Ctenops 
vittatus Cav. et Val einen reizenden neueingeführten La- 
byrinthfisch berichtet Herr .Kummerer -Dresden in den 
„Blättern". Diese Zeitschrift bringt weiter einen Vor- 
trag „Vernichtung der Süßwasser -Polypen" des Herrn 
J. Peter-Hamburg sowie einen Aufsatz über „Süßwasser- 
Mollusken-Fauna der nächsten Umgebung von München 
und ihren Wert für das Aquarium" von unserem Herrn 
Sigl. Mehrere Photographien, hergestellt von Herrn Dr. 
Bade, veranschaulichen das von Herrn Sigl beschriebene 
Schnecken-Material. Die rote Barbe (Barbus ticto Gün- 
ther) beschreibt Herr Dr. E. Bade, während Herr M. 
Dankler uns etwas über die Farne erzählt. Obige No. 
der „Wochenschrift" enthält einen Artikel über „Miniatur- 
Aquarien", weiter einige kleinere Mitteilungen, die zur 
Verlesung gelangen. Zum Bericht des Vereines „Phorkys"- 
Berlin vom 12. Juni bemerken wir, daß es sich in dem 
angezogenen Falle keineswegs um einen unbegründeten 
Angriff gegen die Ausführungen des Herrn Ewald han- 
delt. Diese sind uns auch heute noch ebenso unver- 
ständlich. Warum sollte sein Exemplar Laeerta 
viridis stupide sein? Ein ganz besonderes von anderen 
Stücken abweichendes Verhalten des Tieres müßte diese 
Eigenschaft hervortreten lassen, hierüber ist jedoch nichts 
gesagt, und weshalb läßt seine Smaragdeidechse „von der 
herrlichen schillerndenFärbung seiner südlichenArtgenossen 
wenig erraten"? Seine Eidechse wird halt auch grün 
sein wie andere Smaragdeidechsen. Interessant ist die 
Mitteilung über die Karausche mit doppelter Sckwauz- 
und Afterflosse. Die Karausche wurde nach Angabe des 
Vereins „Phorkys" aus einem Wildgewässer gefangen. 
Herr Lankes teilt mit, daß sein großes Männchen von 
Hyla coerulea, welches er seit Mai 1900 pflege und beob- 
achte, seit ungefähr einem halben Jahre am linken 
unteren Augenlid eine Geschwulst zeigte, welche all- 
mählich schier erbsengroß geworden war und das linke 
Auge des Laubfrosches vollständig zu verdecken drohte. 
Durch einen operativen Eingriff eines Freundes ist die 



Geschwulst glücklich entfernt worden und der Korallen- 
finger wenige Tage nach der Operation wieder an das Fressen 
gegangen. Demonstriert und besprochen werden sodann 
durch Herrn Lankes 2 Stück Laeerta galloti von den 
Kanarischen Inseln, 2 Tropidurus hispidus, vermutlich 
von Cuba, dann Eana ridibunda und Discoglossus pictus 
von Nordafrika (Oran). Die beiden Batrachier wurden 
durch Herrn Scherer gesammelt. Besprechung bezügl. 
des 10 jährigen Stiftungsfestes. 

Donnerstag, den 29. September 1904. 
Das Protokoll der letzten Vereinsversammlung wird 
verlesen und genehmigt. Im Einlauf: Karte unseres 
Schriftführers Herrn Haimerl und des Herrn Ing. Schmid 
aus Landeck (Tirol), dann Karte des Herrn Lehrer 
Großkopf aus Friesen mit einigen Wünschen. An Zeit- 
schriften liegen vor: „Wochenschrift" No. 25 und „Natur 
und Haus" No. 24. In seiner Artikelserie „Diesjährige 
Neuheiten in Wort und Bild" führt uns heute Herr 
Köhler-Leipzig Barbus vittatus aus Indien vor. Über 
den Schlammspringer (Periophthalmus koelreuterie) bringt 
Herr Seh. -Hamburg einige Mitteilungen. Wer ist Sch.- 
Hamburg? Wir denken, wer schreiben will, der soll 
auch seinen ganzen Namen zeichnen. Einige kleinere 
Mitteilungen, sowie Berichte verschiedener Vereine werden 
wenigstens zum Teil verlesen. Zu dem interessanten 
und umfassenden Bericht der „Nymphaea"-Leipzig vom 
13. September If. Js. und besonders zu den Ausführungen 
über die Dresdener Ausstellung möge eine Bemerkung 
gestattet sein. Die „Nymphaea" schreibt: Wie wichtig und 
richtig wäre es gewesen, der großartigen Exotenkollektion 
eine an Vollständigkeit ebenbürtige Ausstellung heimischer 
Fische voranzustellen." Unseren Erfahrungen nach ist 
es mit den größten Schwierigkeiten verbuuden, eine Reihe 
heimischer Fische lebend in die Hände zu bekommen. 
Auch dann, wenn große Opfer nicht gescheut werden. 
Während mit diesen die ausländischen Fische, soweit sie 
eingeführt wurden und Nachzucht vorhanden ist, namentlich 
wenn eine Schäme'sche Züchterei am Platze ist, relativ 
leicht zusammengebracht werden können, stößt man be- 
zügl. einer Anzahl heimischer Fische auf schier unüber- 
windliche Schwierigkeiten. Es kann natürlich nicht an- 
gängig sein, eine Ausstellung mit Flußbarsch und beiden 
Stichlingen, vielleicht auch der Groppe, mit Schleihe, Ka- 
rausche und Karpfen, dann Gründling und von der Gat- 
tung Leuciscus Rotauge, Rotfeder, Hasel und Ellritze, 
ferner den Bitterling und der Ukelei, sowie 1 oder 2 
Cobitis- Arten, den Aal usw., lauter leicht zu beschaffen- 
den Tieren, als eine vollständige Ausstellung heimische 
Fische zu bezeichnen, denn diese Fische bilden ja kaum 
ein Drittel der in deutschen Gewässern vorkommenden 
Formen. Wie schwer es ist, zunächst nur verschiedene 
solche deutsche Fische, die hinsichtlich ihrer Größen- 
verhältnisse eigentlich so recht als Aquarienfische an- 
gesehen werden könnten, lebend zu erhalten, möchten 
wir einmal recht opferwilligen und eifrigen mittel- und 
norddeutschen Aquarianern empfehlen, auszuprobieren. 
Acerina cernua wird leicht zu haben sein, aber sein 
Gattungsverwandter Äcerina schraetser, ferner Aspro 
asper und Gobio uranoscopus gewiß recht schwer. Von 
Leuciscus agassizi können wir alljährlich Hunderte haben, 
ihre Versendung dürfte doch sehr schwer, d. h. eine 



SO 



Vereins-Nachrichten* 



lebende Ankunft wohl selten zu erhoffen sein, so außer- 
ordentlich sauerstoffbedürftig sind diese Fische. Ahn- 
liches wohl im geringeren Maße gilt von Aspius bipunc- 
tatus, der ebenfalls hier recht häufig zu haben ist. Von 
solchen Fischarten, die ungefähre Größen erreichen wie 
Flußbarsch, Döbel, Hasel usw. und schwer zu beschaffen 
sind wie Leuciscus virgo, L. ineidingeri, von verschiedenen 
Coregonus-Arten. und anderen Salmoniden gänzlich ab- 
gesehen. Aber auch die Haltung dieser schwer zu be- 
schaffenden heimischen Fische auf einer Ausstellung ist 
mit ungleich größerer Mühe und größeren Kosten ver- 
bunden als jene der weitaus meisten Exoten. Ständiger 
Wasser-Zu- und Abfluß müßte geschaffen sein und hier- 
bei ist es noch sehr fraglich, ob sich bei weichen Wasser- 
verhältnissen Fische wie Aspro asper, Acerina schraetser 
und namentlich Leuciscus agassizi in den Sommermonaten 
auch nur kürzere Zeit halten würden. Eine vollständige 
Ausstellung heimischer Fische dürfte schwerlich ein Ver- 
ein für Aquarien- und Terrarienkunde zustande bringen, 
eine solche dürfte unseres Wissens auch noch kein 
Fischerei- Verein fertig gebracht haben, möglicherweise 
hat auch eine Absicht in dieser Richtung bisher nicht 
bestanden. Einige kleinere Veröffentlichungen aus „Na- 
tur und Haus" No. 24 werden verlesen. Demonstriert 
und besprochen werden durch Herrn Lankes Testudo 
pardalis aus dem südl. Afrika und ein käftiger indischer 
Tropidonotus piscator. Herr Seifers brachte eine große 
Menge Pflänzchen, hauptsächlich Vallisneria spiralis, Sa- 
gittaria natans, sowie einige Myriophyllum- Arten zur Ver- 
teilung. An die auswärtigen Herren Mitglieder wurde 
der Pflanzen-Versandt bereits betätigt. 

„Nyinphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- 
Kunde Berlin. 
Vereinslokal: Clubhaus Hintsche, Köpenickerstr. 62. 
Generalversammlung vom 5. Oktober 1904. 
Herr Fürst eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Das 
Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und nach einer 
kleinen Streichung angenommen. Eingegangen: Zeit- 
schriften und div. Offerten. Herr Genz erstattet den 
Kassenbericht für das III. Quartal. Nach diesem verblieb 
bei einer Einnahme von 273,29 Mk. und einer Ausgabe 
von 98,36 Mk. ein Bestand von 174,93 Mk. bei 43 Mit- 
gliedern. Durch Erheben von den Plätzen wird hierauf 
dem Kassierer Entlastung erteilt. — Der Vorsitzende teilt 
mit, daß im Verein der „Aquarien- und Terrarienfreunde" 
Streitigkeiten ausgebrochen und eine größere Anzahl Mit- 
glieder ausgetreten wären, zu denen auch die Herren 
Dr. Bade und Hamann gehörten. Beide Herren hätten 
sich an uns mit der Anfrage gewendet, unter welchen 
Bedingungen wir eventl. die ausgetretenen Mitglieder bei 
uns aufnehmen würden. In einer dazu besonders ein- 
berufenen Vorstandssitzung erklärten die genannten Herren, 
daß es sich entweder um die Gründung eines neuen Vereins 
oder einen Masseneintritt in die „Nymphaea alba" handeln 
würde, bezeichneten jedoch die von uns gestellten Be- 
dingungen als nicht annehmbar, obwohl wir darin qu. 
Herren das größte Entgegenkommen bewiesen; und so 
ist denn auch tatsächlich der sechste Verein in Berlin 
für unsere Liebhaberei entstanden. Obwohl wir nach den 
gemachten Erfahrungen eine kleinere Anzahl treuer Mit- 
glieder im Verein höher schätzen, als eine große Menge 
wandelbarer Anhänger, und auch demgemäß wählerisch 
bei der Aufnahme verfahren, können wir diese Neugrün- 
dungssucht nur auf das Lebhafteste bedauern. Gerade 
unser Verein hat mehrfache vergebliche Versuche zu ver- 
zeichnen, eine Einigkeit zum Besten unserer so schönen 
Liebhaberei herbeizuführen — und halten wir deshalb 
auch allen Querköpfen zum Trotz noch immer fest zum 
Verband — sodaß uns auch diesmal kein Kummer ent- 
steht; aber wir wollen nicht verfehlen, auch diese Einig- 
keitserrungenschaft zum allgemeinen Nutzen und Frommen 
mitzuteilen. — Eine Diskussion entspinnt sich über 
Aquarienheizung mittelst Gas. Es sind sich alle Redner 
über die großen Vorzüge, die Gasheizung jeder anderen 
Heizung gegenüber hat, einig und erklären dieselbe für 
die praktischste und billigste. Einer Mitteilung des Herrn 
Andersen, daß seine Panzerwelse gelaicht hätten, folgt 
eine längere Diskussion über deren Laichgeschäft. — 
Herr Lehmann teilt mit, daß seine „Japonika" über dem 
Sand Knollen gebildet hätte. Es wird das damit erklärt, 
daß sich der Ausläufer gestoßen hätte und dadurch von 



seiner Richtung abgelenkt, aus dem Sand herausgewachsen 
sei und dort Knollen gebildet hätte, ein Vorgang, der 
schon des öfteren beobachtet wurde. Einer Anfrage über 
das Laichen der Chromidenarten folgt eine längere De- 
batte, welche sich hauptsächlich mit dem Wühlen der 
Chromieen beschäftigte, Neues jedoch nicht brachte. 

Sitzung vom 19. Oktober 1904. 
Herr Fürst eröffnet die Sitzung um 9^4 Uhr. Das 
Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und wie nieder- 
geschrieben angenommen. An Eingängen sind zu ver- 
zeichnen: Zeitschriften; Schreiben der „Hertha", Verein 
für „Aquarien- und Terrarien-Kunde" zu Berlin; Plakat 
Maaz-Zörbig; Karte Mandee-Prag. Da das Stammkapital 
der Verlosungskommission aufgebraucht ist, wird derselben 
einstimmig ein neuer Fonds von 30 Mk. bewilligt. Der 
Artikel des Herrn Köhler „Was wir wollen, erregte bei 
den Mitgliedern schärfsten Widerspruch. Nachdem Herr 
Fürst auf die einzelnen Punkte, mit denen ein Aquarien- 
liebhaber nicht einverstanden sein kann, kurz hingewiesen 
hatte, ging Herr Stehr, der etwas später erschien, in 
längeren Ausführungen auf den Gegenstand ein. Nach- 
dem Redner vorausschickte, daß er seit 30 Jahren Lieb- 
haber sei und in dieser Zeit viel des Guten, Schönen und 
auch des Verwerflichen gesehen habe, auch mit manchem 
vielversprechenden Stern bekannt geworden sei, der sich 
später nur als Sternschnuppe am Himmel des Aquarien- 
liebhabers erwiesen hätte, führte er ungefähr folgendes 
aus: In genanntem Artikel soll nur noch die Wissenschaft 
und der Wissenschaftler das Recht haben, den Liebhabern 
die Literatur zu kredenzen. Doch mit wenig Ausnahmen 
besitzen gerade diejenigen Wissenschaftler, die am meisten 
schreiben, wenig oder gar keine Aquarien. Da wird den 
Liebhabern über Schwimmblase, Strahlen der Schwanz- 
und Rückenflosse, Schuppenzahl und Schlundknochen er- 
zählt, wozu? Mögen doch die Herren volkstümlich 
schreiben, äußere Merkmale, Farbe und über die Haltung 
und Fortpflanzungsgeschäfte, das ist es, was den Lieb- 
haber angeht oder auch dem „gemeinen Mann", wie es 
in dem Artikel so schön gesagt ist. Aus jahrelanger 
Pflege ohne bestimmtes Interesse macht sich der Gelehrte 
wenig, er strebt mit Recht vorwärts. Anders der Lieb- 
haber, welcher eine einzige Fischart lange Jahre, ja Jahr- 
zehnte pflegt! Den Ausdruck Krämertum wies Herr Stehr 
gebührend zurück und decken sich seine Ausführungen 
mit anderen bereits veröffentlichten Entgegnungen. Ver- 
lost wurden hierauf: 4 Tetragonopterus, 1 Paar Gambusia 
holbrocki, 2 Paar Polyacantus cupanus, 1 Paar Paratilapia 
(Chromis) multicolor, sowie 1 neue californ. Sagittaria. 
Herr Stehr stiftete für die Verlosungskommission 1 Pärchen 
Paratilapia (Chromis) multicolor, sowie 1 neue californ. 
Sagittaria. Dem Spender besten Dank. Auf eine An- 
frage des Herrn Hipler geben die Mitglieder Berichte über 
die Nachzucht der gewonnenen Pflanzen. Die Resultate 
der Kultur sind bei den einzelnen Mitgliedern je nach 
den Lichtverhältnissen sehr verschieden. Während die 
Pflanzen bei dem einen eingegangen sind, stehen sie bei 
dem anderen in üppigstem Flor. Über die großen süd- 
amerikanischen Schnecken machte Herr Stehr dann noch 
einige interessante Mitteilungen. A. R. 

Sitzung vom 2. November 1904. 
Die Sitzung wird um 9^2 Uhr von Herrn Fürst er- 
öffnet. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen 
und wie niedergeschrieben angenommen. Eingänge: Zeit- 
schriften; Brief des Herrn Paul Daten mit den Beitritt 
betreffender Anfrage. Es wird zur Wahl einer Aus- 
stellungskommission geschritten und werden dazu die 
Herren Genz, Hipler, Lehmann, B. Krafft, Schroeter und 
Rudolph gewählt. Um eine einigermaßen genaue Über- 
sicht über die Beteiligung zu erhalten, sollen die s. Zt. 
eingeholten Fragebogen zurückgegeben und berichtigt 
eingefordert werden. Es wird beschlossen, am Bußtag 
eine Herrenpartie nach dem Liepnitzsee zu veranstalten. 
Über den Wert des Piscidin als Fischfutter erhebt sich 
eine längere Debatte, in der die Redner ausnahmslos die 
guten Eigenschaften des Piscidin anerkennen. Es wird 
beschlossen, 50 Stück 50 Pfg.-Büchsen für die Verkaufs- 
kommission anzuschaffen. Eine Frage nach Torfmull be- 
antwortet Herr Schroeter. Die Frage, wann Gambusia 
affinis laichen, wird dahin beantwortet, daß die günstigste 
Temperatur 22 Grad ist. — Schluß der Sitzung 12^4 Ühr. 

A. R. 



Vereins-Nachrichten. 



51 



Sitzung vom 16. November 1904. 
Herr Fürst eröffnet die Sitzung um 8 3 / 4 Uhr. Ver- 
sammelt sind als Gäste mehrere Damen des Vereins und 
Herr Paul Daten. Das Protokoll der letzten Sitzung 
kann nicht verlesen werden, da das Protokollbuch nicht 
zur Stelle ist, weil der Schriftführer an der an demselben 
Tage stattgehabten Bußtagpartie nach dem Liepnitzsee 
sich beteiligt hatte. Eingänge: „Salvinia", Ausstellungs- 
einladung; Schreiben der Verlagsbuchhandlung Schulze; 
des Herrn Mandee : Vortragsplan des Instituts für Meeres- 
kunde ; Zeitschriften; „Isis", Offerte und Einladung zum 
X. Stiftungsfest; „Aquarium"-Görlitz, Einladungsschreiben 
des Herrn Brünning, in welchem er die Gründung einer 
Importkasse für den Verband anregt. Nach einer Be- 
sprechung über die Dauer unserer nächstjährigen Aus- 
stellung wird nach Umstoßung eines Beschlusses, welcher 
diese für die Zeit vom 11. bis 21. August festsetzte, diese 
für die Zeit vom 4. bis 14. August beschlossen. Herr 
Paul Daten meldet sich zur Aufnahme. Herr Posemann 
teilt Heilungsversuche nach Dr. Roths Verfahren mit. 
Dieselben sind gut gelungen, doch ist eine recht starke 
Durchlüftung erforderlich. Das bestellte Piscidin ist zur 
Stelle und wird recht rege gekauft. Schluß der Sitzung 
um 11^4 Uhr. Doch bleiben die Mitglieder mit ihren 
Damen noch länger gemütlich beisammen. A. R. 

„Elodea", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 

Berlin- Moabit. Vereinslokal: Birkenstr. 57 bei Schulz. 

Sitzung: Jeden Freitag nach dem 1. und 15. im Monat. 

Sitzung vom 4. November 1904. 

Der Vorsitzende Herr Lewandowsky eröffnet um 
9 Uhr die Sitzung, heißt die Anwesenden herzlich will- 
kommen und begrüßt den als Gast anwesenden Herrn 
Thorn. Hierauf werden verschiedene Eingänge erledigt, 
unter andern eine Einladung der „Salvinia"-Hamburg zu 
ihrer vom 3. bis 6. Dezember stattfindenden Ausstellung. 
Eingegangen waren die Hefte 1 — 22 der „Nerthus", welche 
in der Sitzung vom 21. Oktober 1904 bestellt waren. 
Hierauf verliest Herr Lewandowsky einen Artikel über 
einen neu eingeführten Aquarien-Fisch, Rivulus elegans. 
Herr Thorn erbot sich, den Mitgliedern billige Zucht- 
paare von Trichogaster lalius nachzuweisen und den Preis 
bis zur nächsten Sitzung dem Verein zukommen zu lassen. 
Alsdann wurde der schon in der vorhergehenden Sitzung 
gemachte Vorschlag, am Bußtage eine Partie seitens des 
Vereins zu veranstalten, in Anregung gebracht und folgendes 
beschlossen. Die Mitglieder, welche geneigt sind, die 
Partie mitzumachen, versammeln sich Morgens 8 Uhr 
vor dem Bahnhof Beusselstraße, um einen Ausflug in die 
Jungfernheide zu unternehmen. Abends 8 Uhr findet im 
Vereinslokal ein gemütliches Beisammensein mit Damen 
statt. Es wurde beschlossen, die fehlenden Mitglieder 
durch Postkarte einzuladen. Nachdem noch einige gegen- 
seitige Austauschungen über unsere schöne Liebhaberei 
seitens der Mitglieder stattgefunden hatte, wurde die 
Sitzung um 11 Uhr geschlossen. X. Neubert. 

Sitzung vom 18. November 1904. 

Der Vorsitzende Herr Lewandowsky eröffnet die 
Sitzung und heißt die Mitglieder willkommen. Nachdem 
das Protokoll verlesen ist, werden verschiedene Eingänge 
erledigt, darunter ein Brief vom Verein „Hertha", der 
sich uns als Aquarien-Verein vorstellt. Hierauf drückt 
Herr Schleese den Wunsch aus, unsere Bibliothek etwas 
zu vergrößern, was Beifall fand. Herr Molitor stellt 
den Antrag, von Vereinswegen Pflanzen kommen zu lassen. 
Als recht schöne Oberwasserpflanze empfiehlt Herr Molitor 
das Aponogeton-distachyus. Nachdem noch einige Mit- 
glieder auf der Tafel mehrere Heizungen für Aquarien 
zur Anschauung brachten, worüber eine kleine Diskussion 
stattfand, wurde die Sitzung um 11 ^2 Uhr geschlossen. 
Sitzung vom 2. Dezember 1904. 

Der Vorsitzende Herr Lewandowsky eröffnet die 
Sitzung. Das Protokoll wird mit einer kleinen Ab- 
änderung angenommen. Vor uns liegen die „Blätter für 
Aquarien- und Terrarienkunde", „Natur und Haus", auch 
die „Wochenschrift". Hierauf macht Herr Lewandowsky 
die Mitteilung, daß die „Wochenschrift" für Aquarien- und 
Terrarienkunde" vom ersten Januar ab, etwas teurer wird, 
dafür aber ein besseres Papier und eine handliche Form 
erhalten wird. Auf Antrag werden aus der Kasse 15 Mk. 
entnommen zum Ankauf von Büchern für unsere Bibliothek. 
Da weiter nichts wichtiges auf der Tagesordnung stand. 



fand eine allgemeine Unterhaltung statt. — Schluß der 
Sitzung 12 Uhr. 

Sitzung vom 16. Dezember 1904. 
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und begrüßt 
die Anwesenden. Die Mitglieder waren der bevorstehenden 
Feiertage wegen nicht so zahlreich erschienen, wie sonst. 
Das Protokoll wird verlesen und angenommen. Ver- 
schiedene eingegangene Schriftstücke werden erledigt, 
unter andern eins, welches ungenau adressiert, erst durch 
die Freundlichkeit des Herrn Lenz, Schriftf. des „Triton", 
in unsere Hände gelangt ist. Es sei Herrn Lenz hiermit 
an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen. Die nächste 
Sitzung am Freitag, den 6. Januar 1905 ist Generalver- 
sammlung. Die Herrn Kaluza und Zell werden als Kassen- 
revisoren gewählt und erklären sich zur Annahme bereit. 
Die beabsichtigte Bestellung an Wasserpflanzen wird bis 
zum Frühjahr verschoben. Herr Kaluza zeigte ein gut 
entwickeltes Schleierschwanzweibchen und wird ihm 
empfohlen, es zur Zucht zu verwenden. Allgemeine Be- 
sprechung über Vereinssachen hielt die Mitglieder bis 
gegen 12 Uhr vereint. 

Karl Neubert, Schriftführer, Birkenstraße 12. 

Generalversammlung vom 6. Januar 1905. 
Herr Molitor eröffnete die Sitzung und begrüßt Herrn 
Amhoff als Gast. Der Schriftführer verliest das Protokoll 
der letzten Sitzung. Der Pendant Herr Sund erstattet 
den Kassenbericht, woraus zu ersehen ist, was der Verein 
mit seinen kleinen Beiträgen zu leisten imstande war. 
Das Vereinsvermögen beträgt nach dem Bericht Mk. 25,23. 
Die Revisoren, Herr Zell und Herr Kaluza, welche die 
Kasse in bester Ordnung gefunden hatten, stellten den 
Antrag, Herrn Sund üecharge zu erteilen, dem von 
den Mitgliedern durch Erheben von den Plätzen statt- 
gegeben wurde. Hierauf wurde zur Neuwahl des Vor- 
standes geschritten, welche folgendes Resultat ergab: 
Herr Lewandowsky, I. Vorsitzender; Herr Molitor, IL Vor- 
sitzender; Herr Sund, Rendant; Herr Beckert, Schrift- 
führer; Herr Schleese, Bücherwart; Herr Neubert, Ver- 
treter. Sämtliche obengenannte Herren erklärten sich 
zur Annahme ihres Amtes gern bereit. Herr Amhoff tritt 
hierauf dem Verein als Mitglied bei. Der IL Vorsitzende, 
Herr Molitor, forderte gleichzeitig die Mitglieder auf, zur 
nächsten Sitzung die „Blätter für Aquarien- und Terrarien- 
kunde" zum Einbinden mitzubringen, w t o ihnen auch 
die neue Form der Wochenschrift zur Ansicht vorgelegt 
wird. — Schluß der Sitzung 11 Uhr 30 Minuten. 

W. Beckert, Berlichingenstr. 10 II. 

„Vallisneria", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu Magdeburg. 

Vereinslokal: Restaurant „Reichskanzler", Kaiserstraße. 
Sitzung: Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat. 

Sitzung vom 13. September 1904. 
Herr Eitel zeigt ein schönes Paar Triton torosus vor, 
welche von Stüve in Hamburg bezogen sind und Herr 
Keim hat 2 Exemplare Macrones vittatus zur Ansicht 
mitgebracht, die von derselben Firma stammen. Ein 
Artikel von Wilhelm Bölsche über das Liebesleben des 
Herings gelangt zur Vorlesung. 

Sitzung vom 27. September 1904. 
Herr Hartmann stellt den Antrag, ihm das Schrift- 
führeramt abzunehmen. Da es nicht gelingt, ihn zur Weiter- 
führung dieses Amtes zu bewegen, wird Herr Wagner 
für diesen Posten gewählt. Der Vorsitzende macht be- 
kannt, daß sich in seinem großen Aquarium eine Bryozoen- 
art PlumateUa repens an den Vallisnerienblättern in zahl- 
reichen Kolonien angesiedelt hat. Die Vermehrung dieser 
zarten Tiere ist in diesem Falle deshalb bemerkenswert» 
weil das Aquarium Nachts geheizt wird und die Temperatur 
des darin befindlichen Wassers nie unter 16 ° R. sinkt, 
während Hydren, die in den ungeheizten Aquarien gar 
nicht auszurotten sind, sich in diesem Aquarium, welches 
schon im dritten Jahre im Betriebe ist, noch nie gezeigt 
haben. Herr Zeller hat eine kleine Groppe mitgebracht, 
welche hier in der Elbe gefangen worden ist. 

„Wasserrose", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Dresden. 

Vereinslokal: Restaurant „Viktoriahaus", Seestraße. 
Versammlung vom 14. Januar 1905. 
Zur Mitgliedschaft melden sich an die Herren Karl 
Skell, Klempner, Dresden, Zinzendorfstraße 34 und Emil 



52 



.Vereins-Nachrichten. 



Förberger, Stationsassistent. Kohlmühle b. Schandau. Die 
Herren Albert Kleeberg, Dresden und Johs. Bieberstein, 
Kemnitz, erklären ihren Austritt. Herr Direktor Hammer 
bringt aus Nr. 5/6 von 1904 der Zeitschrift des Deutschen 
Lehrer- Vereins für Naturkunde „Aus der Heimat" einen 
Aufsatz von L. Lauppe-Mannheim über Beobachtungen 
beim Brutgeschäft des dreistachligen Stichlings (Gaste- 
rosteus aculeatus) zur Verlesung. Besonders interessant 
ist die Beobachtung des Herrn L., daß bei den im Zimmer- 
aquarium brütenden Fischen das Nest niemals vor der 
Eiablage fertig gestellt, ja gewöhnlich noch gar nicht 
angefangen war und daß niemals ein Männchen mit 
mehreren Weibchen laichte, trotzdem sich gewöhnlich 
3 bis 6 laichfähige um dessen Gunst bemühten. Als 
Gegenstück berichtet Herr Lauppe in seinem Artikel 
ferner, daß er im Freien Stichlingsnester beobachtete mit 
mehreren, oft sogar 5 — 6 Eingangsöffnungen, welche im 
Verein mit der vorgefundenen großen Anzahl Eier und 
mehreren nach einander an einem solchen Neste pflegend 
beobachteten Männchen der Vermutung Raum geben, daß 
mehrere Männchen gemeinsam ein Nest anlegten und dann 
abwechselnd die Brutpflege besorgten! Herr Engmann 
stiftet das Präparat eines dreistachligen Stichlings mit 
Eingeweidewurm (Schistocephalus solidus?), welcher, als 
ihn seinerseits das Schicksal in Gestalt von Formol er- 
eilte, gerade im Begriff war, seinen Wirt zu verlassen, 
den er durch vollständiges Ausfressen seines Innern zum 
Tode befördert hatte. Bemerkenswert ist, daß der Fisch 
bis zuletzt noch gut fraß. Herr Thumm hat die neue 
Poecilia (amazona?) (siehe „Wochenschrift" No. 35) ge- 
züchtet; eine Anzahl Junge kommen in der nächsten 
Sitzung zur Abgabe. Der genannte Herr stiftet ver- 
schiedene Tierpräparate für die Sammlung, sowie eine 
Anzahl roter Posthornschnecken zur Verteilung an die 
Interessenten. Der Erlös der Schnecken in Höhe von 
Mk. 2,40 fließt in den Ermunterungsfonds, dem auch die 
Mk. 32,15 Reingewinn unserer am 6. Januar d. J. ab- 
gehaltenen geselligen Vereinigung zugute kommen. Bei 
Herrn Engmann laichten Tilapia zilli bereits im Alter 
von 11 Monaten zum ersten und einen Monat darauf zum 
zweiten Male; die von F. Behrens-Bremen in der „Wochen- 
schrift" No. 39 ausgesprochene Vermutung, daß der Fisch 
erst mit zwei Jahren zuchtfähig werde, ist also nicht 
richtig. In den „Blättern" No. 1 finden wir wohlgelungene 
Mikrophotographien von Süßwasseralgen. Zu dem Artikel 
Rivulus elegans haben wir zu bemerken, daß dieser Fisch 
nach unseren Erfahrungen recht träger Natur zu sein scheint 
und sich gerne versteckt. Von den Namen der Cichliden 
(früher Chromiden) dürften heute wohl die folgenden als 
die richtigen, wenn auch noch nicht gerade gebräuch- 
lichsten (s. „Triton"-Anzeige „Blätter" No. 1 zweite Seite 
des Umschlages) gelten: Cichlasoma facetum (früher Heros 
facetus), Cichlasoma nigrofasciatum, Geophagus brasi- 
liensis, Geophagus gymnogenys. Paratilapia multicolor 
(früher Chromis multicolor), Tilapia nilotica (früher 
Chromis niloticus), Tilapia zilli (früher Chromis tristrami). 
Chromis tristrami ist (nach Brehms „Tierleben") ein ganz 
anders aussehender Cichlide, der in Salzseen Nordafrikas 
vorkommt. In den „Blättern" No. 2 wird an Hand 
von Messungen zahlenmäßig nachgewiesen, daß die tieferen 
Gewässer in den Tropen während der Nacht kaum ab- 
kühlen. „Wochenschrift" No. 1 und 2 bringt eine Arbeit 
unseres Herrn Thumm über Mollienisia latipinna und 
Mollienisia formosa Girard. Auf Vorstellung des Herrn 
Dr. Bade wird Herr Thumm nun doch die Schemata für 
Beobachtungen bei Kreuzungsversuchen mit Zahnkarpfen 
veröffentlichen, um andere Vereine und Einzelliebhaber 
zur Mitarbeit anzuregen. 

W. Schaeffer, Schriftführer, Uhlandstraße 381. 

„Lotus", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

in Wien. 

Clubabend in Jos. Gruss' Restauration IX. Währinger- 

straße 67. 
Bei der am 13. Januar d. Js. stattgefundenen 
Generalversammlung wurden folgende Herren in die 
Vereinsleitung gewählt und zwar: 1. Vorstand Theodor 
Müllauer, 2. Vorstand Josef Fischer, Schriftführer Josef 
Wessely, 1. Kassierer Leonh. Demuth, 2. Kassierer 
Sigfr. Deutschinger, Bibliothekar Emil Bach und Beisitzer 



Dr. Kreisler, Prof. M. Hiesel, Franz Neumann und Carl 
Mosch. Der von Herrn Demuth ausgewiesene Kassa- 
bericht weist ein Vermögen von 1729,82 Kronen aus, 
welcher aus folgenden Posten besteht: 

Inventar lt. Aufstellung Kr. 626,30 

Außenstände an Mitgliedsbeiträge und 

Waren Cto. „ 114,30 

Fische des Vereines „ 34, — 

Dr. Wehrenfennig Stiftung in natura vor- 
gewiesen ; . . „ 600, — 

Barvorrat „ 355,22 

ergibt in Summa: Kr. 1729.82 
Zu bemerken ist noch, daß der Verein keinen Heller 
Schulden hat. Die Vereinsversammlungen finden wie 
bisher an jedem 1. und 3. Freitag im Monate statt. Für 
Freitag den 20. kündigt Herr Dr. Kreisler einen Vortrag: 
„Beitrag zur Seewasseraquatik" an, wo separate Ein- 
ladungen ausgeschickt werden, und den darauffolgenden 
Sonntag nachmittag die Besichtigung der Seewasser- 
aquarien in der Wohnung des Vortragenden stattfindet. 
Um gefl. Einsendung der rückständigen Beiträge wird 
höfl. ersucht. 

,jlris*' } Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, 
Frankfurt a. M. 

Vereinslokal: Hof bräuhaus Alemania, Schillerplatz. 

Generalversammlung vom 4. Januar 1905. 
Eröffnung der Sitzung durch Herrn Gravelius um 
V2IO Uhr. Das Protokoll der letzten Sitzung wird ge- 
nehmigt. Im Einlauf: Die üblichen Zeitschriften, Neu- 
jahrsgratulationen von „Hottonia"-Darmstadt, „Cyperus"- 
Mainz, „Salvinia"-Hamburg, sowie der hiesigen Aquarien- 
freunde (Abt. d. Gartenbaugesellsch.), Prospekt von der 
Creutzschen Verlagsbuchhandlung mit der Mitteilung, daß 
die Blätter für „Aquarien- u. Terrarienkunde" vom 1. Januar 
ab ebenfalls wöchentlich ohne Preisaufschlag erscheinen, 
ferner Einladung zur Ausstellung der hiesigen vereinigten 
Kanarienvereine. Aus dem Bericht des I. Schriftführers 
über das abgelaufene Vereinsjahr entnehmen wir, daß der 
Verein in diesem Jahre 30 Mitglieder gewonnen hat, dem 
leider auch ein Verlust von 23 Mitgliedern gegenüber- 
steht. Denn noch in letzter Stunde hat sich herausgestellt, 
daß wir Mitglieder besitzen, welche ihren Verpflichtungen 
auf gütlichem Wege nicht nachkommen können oder 
wollen. Der Vorstand hatte deshalb beschlossen, die 
säumigen Mitglieder mit allem Ernste an ihre Pflichten 
zu erinnern, beziehungsweise aus der Liste zu streichen. 
3 Herren schieden nach § 3 c. b. unserer Satzungen auf 
Veranlassung des Vorstandes aus, die übrigen verloren 
wir durch Abmeldung. Der Besuch in den Sitzungen 
war stets ein guter zu nennen, er schwankte zwischen 
13 — 43 Personen. Der Durchschnittsbesuch betrug 32 An- 
wesende. Es wurden 8 meist sehr gute und lehrreiche 
Vorträge gehalten, welche vielfach zu einer interessanten 
Diskussion Veranlassung gaben. Verschiedene gemein- 
same Ausflüge wurden ebenfalls unternommen, deren 
reiche Ausbeute den Mitgliedern wie Gästen, durch die 
Gratisverlosungen meist zugute kamen. Überhaupt er- 
freuten sich die Gratisverlosungen nach wie vor großer 
Beliebtheit. Sie bestanden teils aus exotischen, teils aus 
einheimischen Fischen, Wasser- und Sumpfpflanzen, so- 
wie Hilfsmittel. Die Bibliothek wurde recht fleißig in 
Anspruch genommen, die Präparatensammlung stark, meist 
durch sehr gute Präparate vermehrt. Dem Vorstand wird 
hierauf Entlastung erteilt, außer dem Kassierer, da eine 
Revision der Bücher und Kasse z. Zt. noch nicht statt- 
gefunden hatte, jedoch sind die Kassenverhältnisse sehr 
günstige. Bei der nun folgenden Neuwahl des Vorstandes 
setzt sich derselbe aus folgenden Herren zusammen: 
I. Vors.: AdamReitz; II. Vors.: Willy Gravelius; I. Schriftf. : 
Oscar Heise; IL Schriftf.: Hans Luther; I. Kass.: Ernst 
Krumbholz; H. Kass.: Hermann Köhler; Bibliothekar: 
Adolf Gießen; Sammlungsverw.: Carl Becker. Der Bei- 
trag wurde auf 9 Mk. erhöht, bei freier Lieferung der 
Wochenschrift. Für auswärtige Mitglieder beträgt der 
Beitrag 5 Mk. Es stiften Herr Unger-Cöln 3 Mk. für 
den Mikroskopfond, Herr Bellgard 5 Mk. für die Bibliothek. 
Den Spendern besten Dank. — Schluß der Sitzung 3 /4,l Uhr. 

H. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25 ; für den Anzeigenteil : Creutz'scheVerlagsbuch- 
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und Seetiere vollständig gesund und munter 
in demselben erhalten, mußte für diese neu- 
aufstrebende Liebhaberei, welche wegen der 
wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
(Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie: See- 
pferdchen, Seeigel, Seesteme, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
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Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien-Arten gewährt der Verfasser 
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. a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u. Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichie usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
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bitten wir zu beachten, daß der 

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Aus der Praxis für die Praxis — gibt hier der Verfasser An- 
weisungen und Belehrungen für die gesamte Aquarienkunde (Süß- und 
Seewasser-, Terraaquarien und Aquaterrarien), bei deren Benutzung sich 
ein jeder Liebhaber, sei er Anfänger oder bereits ein Kundigerer, viel 
Arger und Verdruß ersparen, jedoch viel Freude an der schönen 
Liebhaberei verschaffen wird. Repräsentiert doch das Buch keines- 
wegs die Erfahrungen eines Einzelnen allein, sondern vielmehr die im Laufe 
eines Jahrzehntes gewonnenen Erfahrungen aller Vereine für Aquarienkunde. 

Ist nun nach unserer vollen Überzeugung der Inhalt des Buches 
ein ganz vortrefflicher, auf der Höhe der Aquarienkunde stehender, so 
haben wir auch das äußerliche Gewand des Buches ganz hervorragend 
ausgestattet, sodaß wir mit Recht glauben dürfen, daß dasselbe wegen 
seines außerordentlich geringen Preises und seiner tadellosen Aus- 
stattung allen Aquarienfreunden willkommen sein wird. 

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Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopfer in Burg b. M. 



9. Februar 1905. 



Jahrgang XVI. 



w. 



INHALT 



Der Tannenwedel, eine schöne 
Aquariumpflanze im Winter. 
Über Barben. 



Kleine Mitteilungen: 

Die Ausstellung- des Vereins 
„Salvinia" zu Hamburg 
rom 3.-5. Dezemb. 1904. 



Vereinsnachrichten 

Hamburg, Berlin, Berlin, 
Berlin, München. 




m, 



Kf&fcy,, 



BLÄTTER 



fü r 



/AQUARIEN- 



und 




TERRARIEN- 
KUNDL 



BRt»<0'»^\0\)B v ,S>~\V>AOCT It» 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2.—. 

Jährüch 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

Breiteweg 156. 



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| Annahme yon Anzeigen in der Creutz'Bchen | 
| Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sowie l 
| in allen Annonzengeschäften. f 

l>lltll!lllllllltllllllll!IIIIIIIUIllllllUi:illlllllllllllllll!ltlinil!ll)IIIIMIIIIIIllllllllllUIH|lll 



Anzeigen 

müssen bis spätestens Sonntag früh in Händen 
der Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sein. 



| Die 3 gespaltene Petitzeüe oder deren Baum f 
1 wird mit 20 Pfg. berechnet. | 

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Verein für Aquarien- und 
Terrarienkunde zu Berlin 



eingetragener Verein 

liefert seinen Mitgliedern 

kostenlos ^^ 



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„Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" 



sowie 



„Natur und Haus" 

als Vereinsorgan. 

zz Briefverkehr in allen Sprachen. =__zz 



Satzungen, Mitgliederliste, Bücherverzeich- 
nis und Verzeichnis der Vorteile, welche 
der Verein seinen Mitgliedern, 

auch auswärtigen 

und den ihm angeschlossenen Vereinen, 
sonst noch bietet, 

versendet gegen Einsendung von 50 Pfg. in Briefmarken 
aller Herren Länder an jedermann 

die Geschäftsstelle 

Berlin S.O. 26, 

Reickenbergerstraße 35/11. 



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Koppe & Siggelkow, 

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Hamburg, Paulsplatz 8 



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Wilhelm Krause, 

Krefeld, Hubertusstr. 21. 



Jahrgang XVI. 
Heft 6. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 

Der Tannenwedel, eine schöne Aquariumpflanze im Winter. 

Von E. Holzfuß, Stettin. 




im Oktober des vergangenen Jahres pflanzte 
ich in mein kleines Aquarium von 14 1 
Wasserinhalt 2 Tannenwedel, um zu versuchen, 
ob ich die schöne Pflanze nicht gut durchwintern 
könne. Die Bodenschicht des Aquariums, be- 
stehend aus lehmhaltiger Topferde, hat etwa die 
Höhe von zwei Fingerbreite, ist also für manche 
Aquarienpflanzen zu gering. Der eine Tannen- 
wedel starb nach etwa drei Wochen einige cm 
über der Bodenschicht ab, während in dieser 
Zeit der Wurzel- 
stock zwei junge 
Triebe empor- 
sandte,denennach 
einigen Tagen ein 
dritter folgte. In 
10 Tagen hatten 
die beiden ersten 
die Wasserober- 
fläche erreicht, 
also 18 cm Höhe. 
Da aber die Sten- 
gel schwach ge- 
blieben sind — 
sie haben etwa 
die Dicke einer 
Stricknadel — 
können sie sich nicht über die Wasserfläche er- 
heben, sondern schwimmen auf derselben. Der 
längste Trieb ist heute, am 25. Januar, 32 cm 
lang, sieht frisch grün aus und dürfte seine 
Lebenskraft noch monatelang behalten. Im 
Laufe der Zeit sind aus dem unterirdischen 
Wurzelstock des Tannenwedels noch zwei 
neue Triebe gekommen, von denen der 
eine die Oberfläche des Wassers berührt, 
während der andere noch einige cm davon 
entfernt ist. 




Originalaufnahme nach dem 
Leben für die „Blätter". 



Obgleich der Winter noch nicht zu Ende ist, 
brauche ich ein frühes Absterben des Tannen- 
wedels nicht befürchten; denn bereits seit vier 
Tagen hat ein neuer Schößling wie ein junger 
Spargel sein Köpfchen aus dem Boden empor- 
gestreckt und wächst munter, von Tag zu Tag 
sichtlich, zu seinen Brüdern empor. 

Da die jungen Tannenwedel ein lebhaft grünes, 
frisches Aussehen zeigen, so bietet das Aquarium 
ein schönes Bild, ein viel schöneres als das große 

einige 30 1 hal- 
tende Gefäß, das 
Vallisneria, Hete- 
ranthera, Sagit- 
taria monteviden- 
sis, Elodea,Myrio- 
'phyllum u. Calll- 
triche beherbergt. 
Ein wesentlich 
anderesVerhalten 
zeigt die zweite 

Tannenwedel- 
pflanze. Sie hielt 
sich bis Ende 
November, dann 
fing auch sie an 
zu welken und 
an der Wasseroberfläche abzusterben. Schon 
vorher hatten sich im oberen Teile des Stengels 
aus den Blattwinkeln Ableger gebildet, die, 
schräg abwärts wachsend, bald die Länge eines 
Fingergliedes erreichten und sich dann gabelig 
verzweigten. Als nun der Hauptstengel abzu- 
sterben begann, schnitt ich die Spitze ab und 
setzte sie in ein kleines Aquarium, bestehend in 
einer Käseglocke von 1 1 Inhalt, Noch heute 
nach acht Wochen grünt und wächst sie munter 
fort; die Seitentriebe sind länger geworden, und 



Barbus spec. (vittatus). 



54 



E. Hoizi'ulJ: l)ur Taunenwedel usw. 



Alfred Michow: Über Barbeil. 



der kaum noch einem Tanneuwedel ähnliche 
Busch ist eine hübsche schwimmende Zierde für 
den kleinen Behälter und ein guter Schlupf- 
winkel für eine Assel, junge Planorbis carinatus, 
Daphnien und Cyclops. 

Der untere Teil des zweiten Tannenwedels 
ist noch frisch und gesund und nicht weiter ab- 
gestorben. Etwa aus seiner Mitte hat er drei 
Schößlinge getrieben, die nach abwärts gewachsen 
sind. Sie haben keine Blätter bekommen, dafür 
aber senden sie aus den Stengelknoten nach ab- 
wärts feine Wurzeln und neue Schößlinge nach 
oben, die Blätter tragen und normal aussehen. 
Da eine ganze Anzahl solcher Schößlinge ent- 
standen sind und sich noch bilden, so hat sich 
ein dichtes Gebüsch, wenn der Ausdruck ge- 
stattet ist, gebildet, in dem sich Asseln, rote 
Milben, Planorbis carinatus, eine junge Planorbis 
corneus, Physa fontinalis und mehrere Exem- 
plare einer linksgewundenen Physa sehr wohl 
zu fühlen scheinen. Letztere Schnecke ist eine 
amerikanische Art, die in einigen Exemplaren 
vor mehreren Jahren von einem hiesigen Aqua- 
rianer draußen gesammelt worden ist; ihre Ein- 
schleppung ist noch rätselhaft. — 

Die gute Erfahrung, die ich mit dem Tannen- 
wedel als Aquariumpflanze gemacht habe, dürfte 
für manchen Liebhaber eine Anregung sein, es 
einmal mit unserer „Einheimischen" zu ver- 
suchen, jedenfalls ist ein solches Aquarium, das 
im frischen grünen Tannenwedelschmuck prangt, 
eine Zierde. Es hat meinen Bekannten recht 
gut gefallen. Für eine angemessene Belebung 
sorgen fünf junge Moderlieschen, die munter 
zwischen den Pflanzen umherschwimmen. 

Bemerken will ich hier noch, daß das Aqua- 
rium im ungeheizten Zimmer steht, an einem 
nach Osten liegenden Fenster. 

Der Tannenwedel hat eine große Ähnlichkeit 
mit einer Tanne, daher hat er auch seinen Namen; 
dasselbe bedeutet auch „Tännel", welcher Name 
auch gebräuchlich ist. Die botanische Bezeich- 
nung Hippuris vulgaris bedeutet soviel wie 
Pferdeschwanz. Seine Blätter stehen quirlförmig 
zu 8 — 12 an den Stengelknoten. In ihren Achseln 
stehen die unscheinbaren, kleinen Blüten mit 
langer, federiger Narbe. Der Tannenwedel 
wächst stellenweise ziemlich häufig am Rande 
stehender und langsam fließender Gewässer, be- 
sonders an Wiesengräben und feuchten Wiesen 
und am Rande flacher Seen. Der Stengel wird 
bis 90 cm hoch, während er auf trockenen Strand- 
wiesen kaum 10 cm erreicht. Diese Kümmer- 
form bildet die Form maritima Hei, die auch nur 



1 — 6 blättrige Quirle trägt. In fließenden Ge- 
wässern wird der Stengel des Tannenwedels oft 
flutend, erreicht dann auch eine größere Länge, 
Und die Blätter werden breiter und länger, so 
daß die ganze Pflanze kaum noch dem Typus 
ähnlich sieht. Diese Form ist als ftuviatilis 
Weber bezeichnet worden und ist z. B. - nicht 
selten im Ryckgräben bei Greifswald. 





(Nachdruck verboten.) 

Über Barben. 

Von Alfred Micliow (,,Triton"-ßerlin). 
(Mit 6 Originalaufnahmen und 1 Skizze.) (Schluß.) 

)it Barbus „vittatus", wie die dritte be- 
kannte Barbe fälschlich im Handel be- 
zeichnet wird, habe ich ebenfalls die besten Er- 
fahrungen gesammelt. Die Form dieser species, 
wie wir sie ordnungsgemäß bis zu ihrer legitimen 
Bestimmung nennen wollen, weicht von der eiför- 
migen der ticto und pyrrhopterus ab. Zwar 
ist der Rücken gewölbt und als echter Barben- 
rücken charakteristisch, die Bauchpartie flacht 
dagegen ziemlich ab. Die Beschuppung ähnelt 
der der Vetternschaft, sie glitzert zwar, doch 
vermissen wir das wundervolle Irisieren. An 
Größe steht species den anderen beiden Barben 
erheblich nach. Pyrrhopterus mit nur einem 
schwarzen Fleck ist leicht von der jederseits mit 
zwei Flecken bedachten ticto zu unterscheiden, 
auch species hat zwei intensiv, dunkle Flecke, 
einen am Ansatz der Schwanzflosse, den andern 
in der Rückenflosse, Über Zucht und Haltung- 
Mitteilungen zu machen, kann. ich mir füglich 
ersparen, da dieses wiederholt in den „Blättern" 
im vorigen Jahrgange geschehen ist und für 
alle bisher bekannten Barben als zutreffend be- 
zeichnet werden muß. Dagegen möchte ich über 
den „Import" von species (vittatus) einiges sagen. 

Ein spekulativer Matrose — so sagt man -^ 
hatte auf dem festen Land, natürlich jenseits 
des großen Teichs, sein Geld verjuxt und war 
in Nöten. Da kam ihm ein gescheuter Gedanke. 
Er pumpte sich ein Netz, fischte im nächsten 
Tümpel viele kleine blitzende Fische, nahm sie 
an Bord, brachte sie nach Hamburg. Und — 
so ist Barbus species (vittatus) importiert 
Avorden und bevölkert heute unsere Becken in 
reicher Anzahl. 

Doch zurück zum Thema, Drei Barbenarten 
habe ich Ihnen vorgestellt und komme jetzt 
zur vierten, zur fälschlich Capoeta „äamascena" , 
genannten. 



Diese Capoeta ist keine eigentliche 



Alfred Michow: Über Barben. 



■)r> 



Barbe, gehört aber zur Verwandtschaft und 
mag deshalb mitbesprochen werden. Die 

Capoeta-Familie ist recht typisch für die Fauna 
Westasiens, die Familie selbst umfaßt kaum 
über ein Dutzend Arten. Die im Bilde vorge- 
führte species ist von Scholler importiert, der 
sich durch die Einführung der Maulbrüter, 
Paratilapia multicolor, die Zuneigung deutscher 
Aquarianer erworben hat. Das Tier wurde von 
Harster zuerst als Tetragonopterus spec. fälsch- 
lich in Inseraten angezeigt. 

Im Jordan, in allen Flüssen Syriens und 
Klein -Asiens kommt Capoeta damascena so 
massenhaft vor, daß die Art für die Fischfauna 
dieser Territorien so charakteristisch ist, wie 
es bei uns die „Weißfische'" sind. Während 
uns an den echten Barben die edle Beschuppung 
besticht, müssen wir 
mit diesem armen Ge- 
sellen Mitleid haben. 
Sein Kleid ist nicht 
aus solchem Edel- 
metall, vielmehr in der 
Farbe, deren Grund 

ein schmutziges 
silber -grau -weiß ist, 

stumpfer. Einige 
wenig hervortretende 
Punkte an beiden 

Körperseiten ver- 
mögen dem Kleide 
keinen erhöhten Reiz 
zu verleihen. Die 
Schuppen selbst sind klein, die Rückenflosse zeigt 
einen knöchernen Strahl, während die übrigen 
verzweigt sind. Charakteristisch sind zwei feine 
Bartfäden. Einen Liebhab er wert hat die Capoeta 
nur, wenn sie in einem Barben-Gesellschafts- 
becken gehalten wird und dort auch nur, weil 
ihr unscheinbares Äußere dem Gleißen der anderen 
ein Relief gibt. 

Eier Clou der Modefische ist zur Zeit Nuria 
danrica BleeJi-., auch eine entfernte Verwandte 
der. Barbus-FdLmilie. Ein Dresdener Liebhaber, 
dessen Ernst man gerne Achtung entgegenbringt, 
hat für die Nuria danrica den deutschen Namen 
Flugbarbe vorgeschlagen. Der Fisch gehört 
nicht zur Barbus-, sondern zur Rasborina- 
Familie; der Name, so schön und originell er ist, 
ist . daher unhaltbar. Die Heimat von Nuria 
danrica und ihrer Varietäten ist Indien. Im- 
portiert ist der Fisch von Stüve - Hamburg, ge- 
züchtet und in den Handel gebracht von dem 
ewig rührigen Züchter Schäme-Dresden. Von 





■ 














Tjt> ■ 














: 1 










: 












BBH 





Originalaufnalime nach dem 
Leben für die „Blätter"." 



E 



ihm habe ich erst kürzlich ein Pärchen bezogen. 
Eingehende Beobachtungen vermag ich daher den 
Lesern noch nicht zu bieten, verweise sie viel- 
mehr auf die den Text begleitenden Bilder und 
füge ihnen ergänzend zu: 

Die Capoeta hat zwei Bartfäden, die Nuria 
zwei kürzere und zwei längere, die nach Art 
von Fühlfäden gebraucht werden. Männchen 
und Weibchen sind leicht zu unterscheiden, 
während ersteres zierlich und lang gestreckt er- 
scheint, ist das Weibchen erheblich voller und 
unedler in der Form. Die Grundfarbe ist ein 
trübes silberbraun, wird aber durch ein sich über 
die Längsseiten ziehendes ziemlich breites sehr 
dunkles Band Avirksam gehoben. Über diesem 
Bande zeigt das Männchen zeitweilig eine 
gelblich-goldig schimmernde Linie. Die Schwanz- 
wurzel ziert in Drei- 
eckform ein großer 
rostfarbener Fleck. 
Kurios sind die langen 
Brustflossen, die in der 
Regel wagerecht vom 
Körper stehend dem 
Fisch, von oben be- 
trachtet, ein sonder- 
bares Aussehen geben. 
Hoffentlich wachsen 
sie äim Alter so in 
die Breite, wie bei 
Latipinna dieRücken- 
flosse in die Höhe. 
Die'Verbreiterung der 
Brustflosse ermöglicht der danrica ein Empor- 
schnellen über Wasser, wie ich mich ge- 
legentlich eines Fangversuches überzeugte. 
Natürlich ist dieses Überwasserschnellen nicht 
vergleichbar mit dem Fliegen der Seewasser- 
fische, wie Dactylopterus volitans oder der Exo- 
eoe^s-Gattung. Dies zu erwarten, hieße über 
das Ziel schießen. Die echten fliegenden Fische 
haben ihre Flugflossen hoch nach oben gerichtet, 
während es sich hier lediglich um verlängerte 
vertikal stehende Brustflossen handelt. Und 
nach dem Gesetze der Kraft kann die Energie- 
Entwicklungsmöglichkeit keine übergroße sein. 
Über Zucht vermag ich nichts zu sagen. Zwar 
setzt mein Männchen dem Weibchen arg zu, aber 
ich habe ihm einen Strich durch seine Begierden 
gemacht und ihn von seiner Liebsten getrennt. 
Sie scheinen mir noch beide zu jung zu einer Ehe. 
Über die Haltung wäre nichts zu erwähnen, 
was nicht schon gelegentlich der Barben und 
Capoeta gesagt wäre. 



Capoeta spec. 
xemplar des Herrn Michow, Berlin. 



56 



Kleine Mitteilungen. 




Xtiria danrica. 
Von oben gesehen. 



Ich schließe meine Barbenbetrachtung, indem 
ich allen Liebhabern als Quelle reiner Freude 
die Einrichtung eines mit den fünf besprochenen 
Arten besetzten Gesellschaftsbeckens empfehle. 
Je mehr von jeder Art, je bunter, farbenpräch- 
tiger das Bild. 

Und ein Vermögen kosten diese haltbaren 
Fische glücklicherweise nicht. Speziell für die 
Liebhaber in der Provinz will 
ich mitteilen, daß der Markt- 
preis für junge Zuchtpaare in 
Berlin heute so steht: 

Barbus pyrrhop- 

terus .... Paar 6 Mk. 

Barbus ticto . . „ 9 „ 

Barbus species . ,. 4 ,, 

Capoeta species . „ 2 „ 

Nuria danrica . „15 „ 
Zum Schluß meiner Ausführ- 
ungen noch einige Worte über 
die Nomenklatur. Ich habe un- 
widerleglich bewiesen, daß durch 
die vergleichenden Bestimmun- 
gen gegen die „Aquarienkunde" 
gewütet wird und richte an alle Liebhaber und 
„Schriftgelehrten" die ergebenste Bitte, wo nur 
irgend möglich, in Zukunft das selbständige Vor- 
gehen, wenn es sich nicht gerade um unumstöß- 
liche Wahrheiten handelt, zu unterlassen. Hegt 
jemand Zweifel, nun gut, so rufe er die Mit- 
wirkung des „Triton" an. Klarheit wird dann 
durch die legitime Wissenschaft geschaffen 
werden. Und das Recht, ich hätte bald gesagt: 
jus primae noctis wird keinem durch die selbst- 
lose Mitwirkung des „Triton" geschmälert werden. 



JCleine JWifteüun£en. 

Die Ausstellung- des Vereins „Salvinia" zu Hamburg 
rom 3.-5. Dezember 1904. 

Von W. Schroot. 

Schon wieder stehe ich vor den Lesern der „Blätter" 
als „Aquarien- und Terrarien -Ausstellungs- Bericht- 
erstatter". Vor wenigen Monaten erst habe ich an dieser 
Stelle über die Ausstellung des Dresdner Vereins 
„Wasserrose" berichtet und heute will ich versuchen, ein 
kleines Bild von der letzten Ausstellung des Vereins 
„Salvinia"-Hamburg zu geben. 

Eine Ausstellung von Aquarien uud Terrarien anfangs 
September und eine solche im Dezember — der Unter- 
schied liegt klar auf der Hand. Was man im September 
dem Beschauer noch vielfach bieten kann: viele der 
fremdländischen Zierfische noch in ihrem Hochzeitskleide, 
gute Pflanzenkulturen, namentlich Sumpfpflanzen in ihrer 
dekorativen Pracht — im Dezember fällt das fast ganz 
fort, und man kann schon sehr zufrieden sein, wenn man 
wenigstens gute Unterwasserpflanzenkulturen zu sehen 
bekommt und gut gepflegte Fische, zum Teil mit ihrer 
Nachkommenschaft. Und da muß ich denn nun gestehen, 



daß ich in dieser Beziehung von der diesmaligen Aus- 
stellung der „Salvinia" freudig überrascht war. Die 
ausgestellten Behälter zeigten zum größten Teil einen 
sehr guten Pflanzenwuchs, auch zum Teil noch Sumpf- 
pflanzen, was ich gegen frühere Ausstellungen des Vereins, 
auf denen auf Pflanzen offenbar weniger Wert, wie auf 
die Tiere gelegt wurde, besonders hervorheben möchte, 
wie man überhaupt der ganzen Ausstellung das Bestreben 
anmerkte, nur das Allerbeste zu bieten. An Fischen 
bekam man so ziemlich alles zu sehen, was die letzten 
Jahre an Neuheiten gebracht haben, wenn auch einzelne 
Familien, wie z. B. die der Cichliden (Chromiden) ver- 
hältnismäßig schwach vertreten waren. Ein empfindlicher 
Mangel für manchen Liebhaber war aber wohl das 
gänzliche Fehlen des Schleierschwanzes und seiner 
Varietäten. Schon auf der Ausstellung der „Wasserrose" 
waren diese, zu Nitsches Zeiten einst so alles andere fast 
verdrängenden „Zierfische", außer von der Schäme'schen 
Züchterei und einem einzigen Liebhaber, nicht ausge- 
stellt. Auch ein Beitrag zur Psychologie der Mode? 
Oder ein Beispiel dafür, daß dieses einseitige Forzieren 
eines Dinges oder einer Sache doch nichts nützt, 
wenn sich die erste Begeisterung gelegt hat und einer 
ruhigeren Erwägung Platz gemacht hat? Es ist hier 
nicht der Ort, zu untersuchen, ob der Schleierschwanz 
und seine Genossen wirklich die Aufregung und Be- 
geisterung verdient haben, die sie s. Z. hervorgerufen 
haben ; aber das sollte man doch nicht vergessen, daß 
sie für eine Ausstellung auf unserm Gebiet mit zu den 
besten Objekten zählen, die man haben kann und daß 
für den Laien ein Schleierschwanz immer noch der In- 
begriff alles Schönen darstellt. Wie mancher unter uns 
ist wohl durch den Schleierschwanz unserer #- Liebhaberei 
zugeführt worden und ist erst allmählich der Überzeugung 
geworden, daß es unter den Fischen noch interessantere 
und intelligentere Studienobjekte gibt wie jener. 

Auch unsere einheimischen Fische sind, mit geringen 
Ausnahmen, nicht besonders gut weggekommen. Ein 
kleines Aquarium, das viel zu stark mit Stichlingen be- 
setzt war, machte einen sehr unschönen Eindruck; in dem 
Behälter, für den ein Dutzend Stichlinge völlig aus- 
reichend war, war wohl die vier- oder fünffache Zahl 
untergebracht, wovon die Hälfte natürlich stets an der 
Oberfläche stand und „Luft schnappte". Man sollte sich 
doch immer vor Augen halten, daß der Laie, der einen 
solchen Behälter sieht, gar zu gern alles nachahmt, und 
die schlechten Seiten einer Sache am liebsten. Die 
niedere Fauna unserer Gewässer war durch die hübsche 
Ausstellung des Herrn G. Kraupner vertreten, der sich 
eine Schneckensammlung des Herrn E. Herms anreihte. 

Auch die Terrarienabteilung, meistens das Schmerzens- 
kind der Ausstellungen auf unserm Gebiet, war, nament- 
lich durch die Opferwilligkeit des IL Vorsitzenden der 
„Salvinia", des Herrn 0. Tofohr, und des Herrn Fr. 
Dörffel, sehr reichlich beschickt. 

Einer besonderen Erwähnung bedarf es vielleicht 
noch, daß man viele selbstangefertigte Behälter, selbst- 
konstruierte Heizvorrichtungen usw. zu sehen bekam. 
Das ist ein Umstand, dem man auf unsern Ausstellungen 
nicht oft begegnet und der wohl hervorgehoben zu 
werden verdient. Zeigt sich hierdurch doch vielfach der 
praktische Sinn einzelner, dem wir schon so manche 
gute Neuerung zu verdanken haben, von der besten 
Seite, und legt er doch Zeugnis ab von der Liebe zur 
Sache. Daß dabei natürlich auch manchmal etwas ans 
Tageslicht kommt, was weniger erfreulich ist, muß man 
wohl oder übel mit in den Kauf nehmen. Auf dieser 
Ausstellung war es ein großes „Muschelaquarium", mit 
dem ich mich mit dem besten Willen nicht befreunden 
konnte, wenn auch die Arbeit, die sich der Besitzer 
damit gemacht hat, zweifellos Anerkennung verdient; die 
Mühe wäre wirklich einer besseren Sache würdig gewesen, 
aber „de gustibus non est disputandum". 

Noch etwas fiel mir auf; das war der gänzliche 
Mangel an Seewasseraquarien. Der Gedanke hat ent- 
schieden etwas komisches: In Hamburg, der größten 
Seehandelsstadt des Kontinents, sieht man fast nie ein 
Seewasseraquarium auf Ausstellungen. Was man im 
Binnenlande (Berlin, Plauen i. V.) hat, Händler mit 
Seewassertieren, in Hamburg, wo die Beschaffung natür- 
lichen Seewassers und "seiner Bewohner so viel leichter 



Kleine Mitteilungen. 



57 



sein würde, gibt es keine solchen Geschäfte und infolge- 
dessen sind auch die Liebhaber hier dünn gesät. Ein 
stichhaltiger Grund für diese betrübende Tatsache dürfte 
jedenfalls nicht zu finden sein. Den Vereinen aber, — - 
und in Hamburg gibts ja deren nun auch, Gott sei 
Dank, sechs — ■ kann es nicht warm genug ans Herz 
gelegt werden, sich auch etwas mehr dem Seewasser- 
aquarium zuzuwenden; hier liegt noch ein weites Feld 
der Betätigung brach, wo Gutes geschaffen werden kann. — 

Im übrigen bot aber die Ausstellung in ihrer Ge- 
samtheit ein ziemlich abgerundetes Bild vom heutigen 
Stand unserer Liebhaberei und dürfte trotz der ungünstigen 
Jahreszeit wieder ein wesentliches dazu beigetragen 
haben, unsere schöne Liebhaberei einer breiteren Öffent- 
lichkeit näher zu bringen. 

Wenn ich nun zu Einzelheiten übergehe, muß ich 
wohl zuerst der ausgezeichneten und wirklich prächtigen 




Ausstellungskatalog besagt. Hier war jede Echsenart 
für sich in einem Behälter, so daß dem Laien die 
Unterschiede der einzelnen Arten, die bereits zum größten 
Teil in den vier vorerwähnten Terrarien vereinigt waren, 
deutlicher vor Augen geführt wurden. Eine Bemerkung 
im Katalog klärte darüber auf, daß diese Schaugläser 
zum dauernden Aufenthalt der Tiere nicht geeignet 
seien. — Der „ Vivarianer" erkennt aus dieser Aufstellung 
schon, daß hier etwas ganz Vorzügliches geboten wurde, 
wie man es auf einer solchen Ausstellung selten zu sehen 
bekommt. Noch dazu kommt der Umstand, daß der 
größte Teil der Tiere eigener Import des Ausstellers 
war. Herr Tofohr hatte als Preisrichter alles außer 
Konkurrenz ausgestellt, was jedoch die anderen Herren 
Mitpreisrichter nicht abhalten konnte, ihm angesichts 
seiner großartigen Leistung einen wohlverdienten Ehren- 
preis „für Gesamtleistung in ausgestellten Terrarien und 
Terrarientieren" zuzusprechen. 

Außer Herrn Tofohr hat sich namentlich 
noch, wie bereits eingangs erw T ähnt, bezl. der 
Terrarienabteilung Herr Fr. Dörffel verdient ge- 
macht. Er stellte ein großes Terrarium eigner 
Konstruktion aus, das in zwei Abteilungen ge- 
teilt war. Die eine Abteilung, hübsch bepflanzt 
mit verschiedenen Moosen und anderen Pflanzen, 
wie Adler- und Tüpfelfarn, Cyperus alternifolius 
usw. beherbergte die in der weiteren Umgegend 
Hamburgs häufiger vorkommenden Froscharten, 
unsere einheimischen Kröten und Unken und 
diverse Molcharten, wie Teichmolch, Kamm- 
molch, Alpenmolch und Feuersalamander. Die 
andere Abteilung, ebenfalls hübsch bepflanzt, 
enthielt. einheimische Echsen: Lacerta vivipara, 
Lac. agilis, Lac. muralis, Lac. viridis, Anguis 
fragilis und außerdem eine Testudo graeca. 
Beachtenswert war hierbei besonders, daß 



Originalaufnahme 
nach dem Leben 
für die „Blätter". 



Nuria danrica Bleek. 
Mit emporgehobenen Bartfäden. 



Leistung des Herrn Tofohr gedenken. Wer da 
weiß, wieviel Mühe, Sorgfalt und Geduld zur 
Reptilienpflege gehören, der mußte vor dieser 
Ausstellung tatsächlich Hochachtung bekommen 
und den Mut bewundern, der dazu gehört, all' 
diese teilweise kostspieligen und empfindlichen 
Tiere zu dieser Jahreszeit zur Schau zu stellen. 
Da war zunächst ein geheiztes Terrarium, das 
mit zwei prächtigen Wüstenwaranen (Varantts 
griseus) und einem Teju besetzt war, die schon 
durch ihr gutes Aussehen ihren Pfleger erkennen 
ließen. Ein anderes, ebenfalls wie das vorige 
mit nach eigener Konstruktion hergestellter 
Heizung versehen, war außer mit einigen be- 
kannteren Echsen wie Hardun, Chamäleon, 
Walzenechse, Smaragdeidechse in verschiedenen 
Varietäten usw., besetzt mit dem grünen 
Leguan (Iguana tiiberculata), dem Stachel- 
skink (Egemia euninghami), Gallots Eidechse 
(Lacerta galloti) (von Hans Stüve- Hamburg von den 
Canarischen Inseln importiert) und Tropidurus hispidus 
(wohl ebenfalls von dem vorigen eingeführt). Ein dritter, 
mit japanischem Goldlorbeer bepflanzter Behälter zeigte 
folgende Echsen: Algiroides nigropiuictatus, Anolis 
principalis, Lacerta bedriagae, Lacerta dngesi, Lacerta 
faraglionensis, Lacerta genei, Lacerta laevis, Lacerta 
oxyeephala, Lacertaserpa, Lacerta muralis in verschiedenen 
Farbenformen, den Mauergecko (Tarentola mauritanicus) 
und seinen Verwandten, den Tarentola delalatidi (Import 
Stüves von den Canarischen Iuseln). Ein auf diesem 
Terrarium ruhender Glasbehälter zeigte drei nord- 
amerikanische Nattern: Tropidonotus saurita, Trop. 
sirtalis und Ophibolus getulus. Ein viertes und letztes 
Terrarium beherbergte eine Anzahl AVüstenechsen: 
Sc'mcus officinalis, Acanthodactylus syriacus, Agama 
inermis und Chalcides sepsoides. . Besonders hübsch 
war dann noch von demselben Aussteller eine Zusammen- 
stellung von 22 kleinen Schaugläsern, enthaltend „eine 
Sammlung Eidechsen der mediterranen Fauna", wie der 



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Originalaufnahme nach dem 
Leben für die „Blätter". 



Nuria danrica Bleek. 
Exemplare des Herrn Michow. Berlin. 



nicht nur das Terrarium eigener Konstruktion war, 
sondern daß auch lt. Katalog fast alle Tiere selbst ge- 
fangen und die Pflanzen entweder, eigner Kultur oder 
selbst gesammelt waren. Es hat gewiß manche Mühe 
gekostet, die verschiedenen Tiere zusammenzubringen, 
und diese Arbeit verdient die vollste Anerkennung. 
Derselbe Aussteller hatte ferner drei Glasbehälter aus- 
gestellt, welche die drei in Hamburgs Umgebung vor- 
kommenden Schlangenarten demonstrierten: die Kreuz- 
otter, die Schlingnatter und die Ringelnatter, wovon 
besonders die ungefährliche Schlingnatter wegen ihrer 
Ähnlichkeit mit der Kreuzotter auffiel. Wie oft mag 
dieses harmlose Reptil als Kreuzotter angesprochen und 
getötet werden! Auch die drei Schlangen waren selbst 
gefangen, und auch für diese hübsche Zusammenstellung 
kann nur höchstes Lob gespendet werden. Die große 
silberne Medaille „für ein Terrarium und eine vollständige 
Sammlung Schlangen aus Hamburgs Umgegend" war 
denn auch die Auszeichnung des Preisrichterkollegiums. 
Als dritte» Aussteller auf dem Gebiet des Terrariums 



58 



Vereins-Nachriehten. 



habe ich Herrn Dr. W. Wolterstorff-Magdeburg zu er- 
wähnen, der einen seiner selbstgezüchteten Bastarde 
zwischen Iriton marmoratus und Triton cristatus subspec. 
camifex = Triton Blasii zur Ausstellung geschickt hatte. 
Er erhielt die große bronzene Medaille „für die „tech- 



nische" Ausführung der Zucht", wie das Protokoll des Preis- 
gerichts so schön sagt, und eine besondere lobende Anerken- 
nung „für den wissenschaftlichen Nachweis der Bastardnatur 
des Triton Blasii". Für ein Zuchtpaar Axolotl erhielt Herr 
W. John- Wandsbeck ein Diplom. (Schluß folgt.) 







VEREINS 

NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



w Salvinia", Verein von Aquarien- und Terrarienfreunden 
zu Hamburg. 

Vereinslokal: Börsenhotel, Mönkedamm 7. 
Brief adresse: Otto Tofohr, Hamburg 6, Bartelsstr. 74. 
Versammlung am 15. Dezember 1904. 
Anwesend sind 32 Personen. Der unterzeichnete 
Obmann des Ausstellungs-Ausschusses erstattet einen aus- 
führlichen Bericht über die vom 3. bis 6. Dezember ab- 
gehaltene „Salvinia"- Ausstellung, die in allen ihren Teilen 
als eine gelungene bezeichnet werden muß. Außer von 
ca. 6000 zahlenden Besuchern wurde die Ausstelllung von 
ca. 4000 Schulkindern (Knaben und Mädchen) unter 
Leitung ihrer Lehrer unentgeltlich besichtigt. Zahl- 
reiche Ausstellungs-Besucher stellten Antrag zur Auf- 
nahme in den Verein. Die Veranstaltung hat zur Weiter - 
tragung unserer Liebhaberei in größere Volkskreise wieder 
in hervorragender Weise mitgewirkt und zur Erlangung 
von Volkstümlichkeit abermals viel beigetragen, so daß 
wir mit dem Erfolg auf ideeller Seite zufrieden sein 
können. In materieller Hinsicht balanzieren Einnahmen 
und Ausgaben so ziemlich; ein Überschuß ist somit nicht 
zu verzeichnen, wurde aber auch weder erwartet noch 
gewünscht. - - Herr Dr. Franck hält einen interessanten 
Vortrag über Schnecken, der in der „Wochenschrift" zum 
Abdruck gelangen wird. Der Unterzeichnete zeigt vor: 
einen in Formol präparierten Eingeweidewurm, den er in 
einem seiner Terrarien noch lebend aufgefunden hat und 
den entweder eine Testudo oder aber eine Eidechse aus- 
gestoßen haben muß. Leider wurde das Ausstoßen nicht 
beobachtet. — Fragekasten. Frage: „Können Sie mir 
als Anleitung zum Präparieren von Reptilien das Werk: 
„Kurze Anleitung zum wissenschaftlichen Sammeln, und 
zum Konservieren von Tieren" von Friedrich Dahl, Gustav 
Fischer, Jena, Preis 1 Mk. zur Anschaffung empfehlen?" 
Antwort: Nein, denn dieses Buch enthält denn doch so 
schwerwiegende Irrtümer und Fehler, daß- Sie bei der 
strikten Befolgung dieser Anweisungen den schwersten 
Schaden erleiden könnten! Wir empfehlen Ihnen den 
trefflichen Aufsatz Dr. Wolterstorffs : „Die Konservierung 
von Aquarien- und Terrarientieren", „Natur und Haus", 
Jahrgang 10, 1901/02, Seite 329 und 350, mit Aufmerk- 
samkeit zu lesen und die darin enthaltenen Anweisungen 
aufs genaueste zu befolgen. Die in jener Arbeit nieder- 
gelegten Erfahrungen dieses bekannten Präparators decken 
sich nicht nur aufs genaueste mit unseren eigenen, die 
wir beim Einrichten unserer Sammlung, vor nunmehr 
7 Jahren gemacht haben, sondern nach diesen Anweisungen 
arbeiten, nach unserem Wissen, eiste Präparatoren. — 
Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei : Unser 
auswärtiges Mitglied, Herr W. Abicht, Königslutter, 
schreibt uns: „Ich möchte Ihnen meinen neuesten, selbst 
fabrizierten, schwimmenden Durchliifter beschreiben, 
welcher sich großartig bewährt, so daß ich die Anfertigung 
empfehlen möchte. Die zur Zeit im Gebrauche befind- 
lichen Injektions-Durchlüfter müssen bekanntlich sehr 
genau auf einen Punkt eingestellt werden, an welchem 
ihre Wirkung am großartigsten ist; ich habe gefunden, 
daß der Maaz'sche Durchlüfter nicht, wie es immer em- 
pfohlen wird, am besten wirkt, wenn die Nadel 1 cm über 
der Wasseroberfläche sich befindet, sondern dann seine 
volle Pracht und Wirkung entfaltet, wenn die Nadel 2 mm 
über der Wasseroberfläche steht und zwar so daß die Nadel 
vorher ins Wasser getaucht und dann 2 mm hinausgezogen 
wird, so daß das Wasser durch die Adhäsion mit hoch- 



gezogen wird. Nun variiert aber die Wasseroberfläche, 
selbst durch die besten automatischen Ablaufheber regu- 
liert, immer noch um ca. 5 mm, sobald der Zulauf mal 
unterbrochen ist, was gleichfalls durch Adhäsion an den 
Glasscheiben, Pflanzen und den Wandungen des Hebers 
bedingt wird. Ich sann nun darauf, den Durchlüfter un-j 
abhängig vom Wasserstande zu machen und habe solches 
dadurch erreicht, daß ich ihn schwimmen lasse, er also 
jeder, auch der kleinsten Millimeter Veränderung willig 
folgt, und einmal eingestellt, immer tadellos funktioniert, 
auch wenn die Durchlüftung nur zeitweise geschieht und 
tagelang ganz unterbrochen wird. Der in meinem Ge- 
brauch befindliche besteht aus Kork; ich habe jedoch 
einen in Glas konstruiert und derselbe wird zur Zeit 
für mich angefertigt. Ein oben offener Glasnapf wie 
eine Topfkuchenform; in der oberen röhrenförmigen 
Öffnung ist die Durchlüftungsröhre und eine Bohre, 
um frische Außenluft zuzuführen. Der Boden dieses 
Gefässes ist in der Mitte am tiefsten, dieses bedingt, daß 
die hochkommenden Luftbläschen seitwärts der "Ober- 
fläche zustreben und nicht nach der Mitte zu. dort zer- 
platzen und die gebrauchte Luft abermals ins Wasser ge- 
trieben wird. Die Luftzuführungsröhre führt daher sehr 
intensiv frische Luft zu, da nirgends weiter andere Luft 
zutritt. Für ein Aquarium in einem Zimmer, das stark 
geheizt und in welchem öfter geraucht wird, unerläßlich 
und von großem Vorteil." Die Idee dieser Anlage scheint 
uns in der Tat recht praktisch zu sein und danken wir 
unserem Herrn Abicht für freundliche Mitteilung. -*- 
Schluß 12 Uhr. Tofolir. 

General-Versammlung am 2. Januar 1905. 

Anwesend sind. 17 Personen. Der unterzeichnete 
IL Vorsitzende eröffnet die General- Versammlung um 
10 Uhr und vollzieht nach Verlesung des Protokolls zu- 
nächst die übliche Aufnahme von neuen Mitgliedern. Es 
werden 8 Herren neu aufgenommen, während weitere 
5 Herren und 1 Verein Antrag zur Aufnahme stellen. 
Nachdem der unterzeichnete IL Vorsitzende den Jahres- 
bericht und der I. Schatzmeister den Kassenbericht, welche 
beiden Berichte schon an anderer Stelle zum Abdruck 
gelangt sind, erstattet haben, wird zur halbschichtigen 
Neuwahl des Vorstaudes geschritten. Es werden die 
Amter wie folgt neu resp. wieder besetzt: IL Vorsitzender 
Herr Otto Tofohr; IL Beisitzer Herr C. Lohmann; Jl. 
Schatzmeister Herr H. Schülke; II. Schriftführer Herr 
H. von Bonn; IL Bibliothekar Herr W. Jahn; IL Samm- 
lungsverwalter Herr G. P. Huckfeld; I. Schatzmeister 
Herr Friedhold Dörffel. Zu Revisoren werden neu gewählt 
die Herren E. Bardey und H. Binger. Entlastung des 
Gesamt- Vorstandes für das Geschäftsjahr 1904 kann erst 
in nächster Sitzung nach dem Berichte der Revisoren 
erteilt werden. — Es wird sodann in eine Besprechung 
bezüglich der Verlegung des Vereinslokales eingetreten. 
Gewählt wird, gegen eine Stimme, das „Börsenhotel" 
Hamburg 11, Mönkedamm 7. In diesem vornehmen, im 
Zentrum der Stadt gelegenen, von allen Seiten mit der 
Straßenbahn bequem zu erreichendem Restaurant ist es 
uns endlich nach vieler Mühe gelungen, ein der „Salvinia" 
würdiges, erstklassiges Lokal zu finden. Wir sind über- 
zeugt, daß unsere Mitglieder uns für diese Wahl Dank 
wissen werden. Für eine gute und einwandsfreie Be- 
dienung bürgt uns der gute Ruf des Börsenhotels.' — 
Schluß der Sitzung 12 Uhr. Tofohr. 



Vereins-Nachrichten. 



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j 5 Ti*itoii"j Verein für Aquarien- und Terrärien-Künde 

zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 

Vereinslokal: Restaurant Ortler, Karlstraße 27. 

14. ordentliche Sitzung- vom 6. Januar 1905. 

Herr Diewitz eröffnete die Sitzung mit einem herz- 
lichen Neujahrsgruß an alle anwesenden und auswärtigen 
Mitglieder und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es den 
vereinten Bemühunger Aller gelingen möge, der großen 
Tradition des „Triton" gerecht zu werden und im neuen 
Jahre viel Neues und Anregendes von bleibendem Werte 
für Liebhaberei und Wissenschaft zu schaffen. Hierauf 
erfolgte Verlesung des Protokolls der XIH. Sitzung und 
die Mitteilung, daß die Herren Mohr-Troppau, Schwarzer- 
Mähr. Ostrau und von Trautvetter-Berlin in der letzten 
Vorstandssitzung als . außerordentliche Mitglieder auf- 
genommen worden seien. Herr Dominicus-Bonn gemäß 
§ 66 d der Satzungen aus der Mitgliederliste gestrichen 
worden sei. Im geschäftlichen Teil wurde mitgeteilt, 
daß der Vorstand in Ausführung der Beschlüsse aus der 
XIII. Sitzung mit dem Verlage der „Blätter für Aqua- 
rien- u. Terrarienkunde" einen Vertrag über Lieferung der 
„Blätter" abgeschlossen habe. Unser Mitglied Herr Dr. 
Paul Kammerer-Wien hielt sodann einen Vortrag über 
„Die Aquarien- und Terrarienkunde in ihrem Verhältnis 
zur modernen Biologie." (Biologie d. h. Lehre vom 
Leben im weiteren Sinne der organischen Naturwissen- 
schaften.) Im Verlaufe des überaus anregenden, scharf- 
sinnig durchdachten Vortrages überreichte Herr Dr. 
Kammerer für die Bibliothek einige von ihm als Quellen 
benutzte Abhandlungen und das Werk „Einleitung in die 
experimentelle Morphologie (Lehre von der Entwicklung 
und Gestalt der Organe) der Tiere" vom Privatdozenten 
an der Wiener Universität Dr. Hans Przibram. Der 
Verfasser hatte sie unserem Herrn Dr. Kammerer zu 
diesem Zwecke zur Verfügung gestellt. Dem Wiener 
Gelehrten unseren Dank. Der Vortrag selbst wird dem- 
nächst ungekürzt in den „Blättern" erscheinen und 
unseren auswärtigen Mitgliedern eine Stunde reinen 
Genusses bereiten. — Die vielen beherzigenswerten Worte 
insbesondere über das: „Was wir wollen" mögen auch 
anderen Vereinen zur Richtschnur dienen. Nicht an 
den Worten, an den Taten ist die Tüchtigkeit der Ver- 
eine zu erkennen. Leider verfallen einige der größeren 
Vereine immer mehr in eitle Spiegelfechterei. Wenn 
aber die Sachlichkeit verloren geht, macht das so be- 
liebte Mäntelchen der Wissenschaftlichkeit einen faden- 
scheinigen Eindruck. Herr Dr. Bade, der seine Wieder- 
aufnahme in den „Triton" nachgesucht hat, hielt sodann 
einen Vortrag über Diatomeen. Wundervolle mikro- 
photographische Aufnahmen zeigten uns in vielhundert- 
facher Vergrößerung die Schönheit dieser einzelligen 
Kieselpanzeralgen. Auch unser Herr Dr. Schnee erfreute 
uns durch einige wissenschaftliche Ausführungen von 
allgemeinem Interesse. — Herr Michow, der in dieser 
Sitzung einen Vortrag über Cichliden (Chromiden) 
halten wollte, hat diesen Vortrag mit Rücksicht auf 
unser auswärtiges Mitglied Herr Dr. Kammerer auf eiue 
spätere Sitzung verlegt. Herr Dr. Willy Wolterstorff, 
Kustos am Naturwissenschaftlichen Museum zu Magdeburg, 
hat dem „Triton" aus alter Ereundschaft sein neuestes 
Werk: „Beiträge zur Fauna der Tucheier Heide" über- 
sandt. Das Buch wurde der Bibliothek überwiesen und 
soll in einer der nächsten Sitzungen einer ausführlichen 
Besprechung gewürdigt werden. Herrn Dr. Wolterstorff 
unseren verbindlichsten Dank. Nach dem offiziellen 
Schluß der Sitzung vereinigte die Mehrzahl der „Tritonen" 
sich noch zu einem gemütlichen Plauderstündchen M. 



^Hertha", Vereinigung für Aquarien- und Terrarien- 
kunde zu Berlin. (E. V.) 

Sitzungslokal: „Wendt's Centralclubhaus", am Königs- 
graben 14 a. 
Sitzung: Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. 
Sitzung vom 5. Januar 1905. 

~ Im Einlauf: „Nerthus" No. 1, „Wochenschrift" No. 1, 
„Blätter" No. 1, „Naturwissenschaft!. Wochenschrift" 
No. 65 und „Natur u. Haus" No. 5 — 7. In dem Aufsatz: 



Mollieuisia latipinna und Mollienisia formosa Girard in 
der „Wochenschrift" No. 1 wendet sich Herr Joh. Thuinin 
gegen den Artikel des Herrn Dr. Bade in „Blätter" XV 
pag. 149, in dem die Abbildung von Mollienisia latipinna 
der „Blätter" XV pag. 101 hinsichtlich der Rückenflossen- 
bildung als übertrieben bezeichnet wird. Unter Bezug- 
nahme auf die beigefügten Photographien erklärt Herr 
Thumm die Ausführung Dr. Bades als eine durch nichts 
gerechtfertigte Behauptung. Herr Thumm hat aber das 
Unglück, gerade durch seine Photographie die Wahrheit 
der Dr. Bade'schen Ausführungen zu beweisen; denn 
wenn Herr Thumm auf der Abbildung „Bl." XV p. 101 
von der Ansatzstelle der Dorsale das Lot fällt, wird er 
konstatieren müssen, daß dieses dort die Kiemendeckel 
tangiert, während bei den der „Wochenschrift" beigeiügten 
Abbildungen die Ansatzstelle der Dorsale ein ganz be- 
trächtliches Stück hinter den Kiemendeckeln zurücksteht, 
auch ist nach „The Cyprinodontes" das Längen- und 
Breitenverhältnis der Dorsale zum Corpus ganz beträcht- 
lich übertrieben, was Herr Thumm durch seine eigenen 
Aufnahmen beweist. Wenn Herr Thumm ferner bestreitet, 
daß von Mollienisia latipinna Wunderdinge erzählt seien, 
so sei er höflichst auf „Blätter" XIV pag. 102 verwiesen. 
Eerner zieht Herr Thumm gegen die Ausführung zu 
Felde, daß Mollienisia latipinna sehr empfindlich sei, 
und macht dem Verfasser den Vorwurf, seine Tiere 
nicht sorgsam gehalten zu haben; Herr Thumm beruft 
sich darauf, daß der Fisch im Oktober 1904 noch bei 
9° O. im Freilandbecken gezüchtet sei. Er selbst hat 
seine Fische im Juli 1903 gekauft und sie bei 16 — 22 °R. 
gehalten, die Mitteilung Dr. Bades über Mollienisia 
latipinna erschien im Heft 11 1903, mithin mußte Herr 
Dr. Bade seine Beobachtungen schon im Frühjahr ge- 
macht haben. Das einzig Wahre ist also die im Laufe der 
Zeit gemachte Erfahrung, daß Mollienisia latipinna 
nicht, wie zuerst angenommen wurde, bei einer gleich- 
mäßig hohen, sondern bei einer niederen Temperatur 
sich am wohlsten fühlt. In den anderen wichtigen 
Punkten hat Herr Th. die Ausführungen Dr. B.'s nur 
bestreitend bewiesen. Herr Westphal schließt sich der 
Bemerkung im „Heros"-Bericht No. 1 über Barbus (ticto) 
pyrrliopterus an, auch er hat noch nicht Gelegenheit ge- 
habt, bei seinen Fischen die von Dr. Bade in XV, 18 
geschilderte prachtvolle Färbung wahrzunehmen. Hoffent- 
lich wird Herr Westphal wie auch die Herren vom 
„Pleros" noch Gelegenheit haben, sich von der Farben- 
pracht des Hochzeitskleides, die auch unser Vorsitzender 
konstatieren muß, zu überzeugen. Weiter fragt Herr W. 
nach dem wissenschaftlichen Namen einer zweigefleckten 
Barbe, die im Handel erhältlich.*) Herr Dr. Bade hielt 
einen Vortrag über die Wertbestimmung des Schleier- 
schwanzes, woran sich eine lebhafte Aussprache, besonders 
über die Augen des Teleskopen schloß. Verlost wurden 
Chanchitos. Herr Sparmann wurde als Mitglied auf- 
genommen. Fragenbeantwortung. Schluß 12 3 /4 Uhr. 

„Nyinphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- 
Kunde Berlin. 
Vereiuslokal: Olubhaus Hintsche, Köpenickerstr. 62. 
Sitzung vom 7. Dezember 1904. 

Herr Fürst eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Die 
beiden letzten Protokolle werden verlesen und wie nieder- 
geschrieben angenommen. Eingänge: Zeitschriften: Ein- 
ladung des „Aquarium "-Görlitz; Karte des Herrn Klose, 
Eberswalde; Brief der „Wochenschrift". Herr Klose 
teilt in seiner Karte mit, daß sich in Eberswalde ein 
Vivarienverein „Vallisneria" gegründet hat. Den Anstoß 
zu dieser Gründung scheint die Beteiligung des Herrn 
Klose in der dortigen Gartenbau-Ausstellung gegeben zu 
haben. Wir wünschen dem jungen Verein ein fröhliches 
Wachsen und Gedeihen. — Eine längere Debatte über 
die Festsetzung der Preise für die Aussteller führt zu 
keinem endgültigen Resultat. Es wird schließlich ein 
Antrag des Herrn Rudolph angenommen, der vorschlägt, 
den Preisrichtern in diesem Sinne freie Hand zu lassen, 
daß für Aquarien, Terrarien und Sammlungen je eine 
bestimmte Anzahl Preise zur freien Verfügung gestellt 



*) Ist Bariiis ticto M. Cell. 



60 



Vereins-Nachrichten. 



werden. Herr Andersen erbietet sich für die Mitglieder 
des Vereins Kletterfische für 50 Pf. pro Stück zu ver- 
mitteln. — Schluß der Sitzung 1 Uhr. A. R. 

Sitzung vom 21. Dezember 1904. 

Die Sitzung wird von Herrn Fürst um 10 Uhr eröffnet. 
An Eingängen sind zu verzeichnen: Zeitchriften ; Einladung 
„Aquarium" -Görlitz. — Herr Fürst teilt mit, daß die 
nächste Sitzung eine Generalversammlung ist. Zu Revi- 
soren werden die Herren Beutner, Schroeter und Weimar 
gewählt. — Herr Schroeter beantragt, auf unserer 
Weihnachtsbescheerung auch die Damen zu beschenken, 
Der Antrag wird angenommen. Herr Weimar stellt fest, 
daß Cyclops nur in großen Mengen den Eischen gefähr- 
lich werden können. Herr Rosemann berichtet über das 
Absterben seiner Eische. Aus der hierauf folgenden 
Debatte ergibt sich, daß die Eische aus Mangel an 
Sauerstoff eingegangen sind. In Bezug auf den Protokoll- 
bericht der „Wasserrose"-Dresden in den „Blättern" 1904 
No. 24, über den eifrig diskutiert wird, sind die Mitglieder 
der Ansicht, daß die Fische in dem angegebenen Alter 
nicht laichfähig sind; wohl aber können im Wachstum 
zurückgebliebene vorjährige Fische unter die Brut geraten 
sein, welche sich vermehrt haben. Schluß der Sitzung 
1 Uhr. A. R. 

w Isis"j Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 

München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 

Donnerstag, den 6. Oktober 1904. 
Als Gast anwesend Herr Professor Dr. Kitt von der 
tierärztlichen Hochschule. Die Verlesung des Protokolles 
der letzten Vereinsversammlung mußte auf die nächste 
Versammlung verlegt werden. Im Einlauf Karte des 
Herrn K. Eisenbahnexpeditor Paukner in Landshut, ferner 
Karte des Herrn Dr. Krefft-Zehlendorf. Herr Dr. Krefft 
bietet uns in liebenswürdigster Weise einige Exemplare 
von Anolis principalis an und teilt mit. daß sein Cha- 
maeleon basiliscus an einem Tage 20 Mehlwürmer und 
an dem nächstfolgenden ca. 1 Dutzend Grashüpfer fraß. 
Die „Iris"-Frankfurt übermittelte uns mit einem Schreiben 
den Führer durch die in der Zeit vom 13. bis 21. August 
abgehaltene Ausstellung. Nach diesem Führer gelangten 
mehr als 120 Aquarien in allen Größen, 15 Terrarien und 
3 Seewasseraquarien zur Ausstellung, außerdem Präparate, 
Hilfsmittel, Literatur usw. Die Zahl der ausgestellten 
Objekte läßt auf eine rege Beteiligung der Mitglieder des 
jungen Vereins schließen. Die Verlagsanstalt H. Schultze- 
Dresden ersucht um Retournierung der seinerzeit ein- 
gesandten Probenummer von „Natur und Haus". Inso- 
weit dieses noch möglich ist, werden wir gern dem ge- 
äußerten Wunsche nachkommen. An Zeitschriften liegen 
auf die No. 26 und 27 der „Wochenschrift". W. Köhler 
setzt seine Veröffentlichungen über die „diesjährigen Neu- 
heiten in Wort und Bild" fort und führt uns diesmal 
einen Vertreter aus der Cyprinidenfamilie und zwar der 
Unterfamilie Cobitidinae, nämlich Acanthopsis spec. aus 
Indien vor. Dem in der „Nymphaea" -Leipzig gehaltenen 
Vortrag des Herrn Wienand „Liebhaberei und Wissen- 
schaft" ist vieles Beachtenswerte zu entnehmen. Voll- 
ständig einverstanden sind wir mit Wichand, wenn er 
ausführt: „Mehr Wissenschaftlichkeit in der Arbeit der 
Vereine". Nicht AVissenschaft, aber eine gewisse Wissen- 
schaftlichkeit muß es sein, die mehr und mehr die Be- 
obachtung beeinflußt, die ganze Arbeit der älteren und 
erfahrenen Aquarien- und Terrarien biologen durchdringt, 
und die es dem jüngeren Freunde unserer Sache, dem 
sogenannten Aquarien- und Terrarien-„Liebhaber" — ein 
allmählich auszumerzendes Wort — wünschens- und er- 
strebenswert erscheinen läßt, im Laufe der Zeit die Stufe 
der älteren Genossen zu erklimmen. „Forschen steht 
über dem Wissen". Gewiß, ein jeder, auch der un- 
wissendste, kann in solchem Kreise sein, sich in ihm be- 
haglich fühlen, wenn er ein Interesse mitbringt, den 
Willen, zu forschen und zu lernen. Aber aufhören soll 
das Schreiben derjenigen, die uns nichts zu sagen haben, 



uns nichts mitzuteilen wissen, sondern schreiben, weil sie 
aus irgend einem besonderen Gefühl dazu Bedürfnis 
empfinden. Die No. 27 der „Wochenschrift" bringt eine 
prächtige Photographie von Barbus pyrrhopterus aus Indien, 
sowie einige Erläuterungen über dieses Fischchen aus der 
Feder von W. Köhler-Leipzig. Herr Dr. Krefft führt in 
einem Aufsatz „Zur Charakteristik des Vivariensports" 
eine Reihe uns sympathischer Gedanken aus. Nicht recht 
einverstanden können wir jedoch mit ihm darin sein, daß 
er die biologische Aquarien- und Terrarien-Tätigkeit der 
Vereine in das Wort „Vivariensport" zusammengezogen 
wissen will. Zunächst ist das Wort „Vivarianer" für 
uns keineswegs bezeichnend. Die bisherige Tätigkeit der 
Vereine hat nur der Pflege und Beobachtung von Rep- 
tilien, Amphibien, Fischen und niederen Wassertieren ge- 
golten. Mit dem von Herrn Dr. Krefft zur Einführung 
empfohlenen Wort sind auch Säugetiere, Vögel, kurz 
alles Getier verstanden. Pflege, Haltung und Beobachtung, 
insbesondere der Säugetiere und Vögel ist nun doch 
wieder eine ganz andere Sache. Haltung und Pflege 
dieser Tiere ist alt und hat vor langer Zeit ihre Industrie- 
bedürfnisse entstehen lassen, die Haltung von Reptilien 
— Amphibien und Fischen — wenigstens in der Weise 
wie solche jetzt betätigt wird, im allgemeinen noch neu- 
eren Datums und die Entstehung der einschlägigen Be- 
darfsgegenstände weitaus zum größten Teil auch auf die 
jüngsten Jahre zurückzuführen. Auch der Einführung 
des Wortes „Sport" für unsere Tätigkeit möchten wir 
das AVort nicht reden. Man darf es wohl kaum als 
Sport bezeichnen, daß Dr. Ruß u. A. sich eine Vogel- 
stube hielten und von einer großen Reihe von eingeführten 
Prachtfinken, AVebervögeln, Finken, Gimpeln, Kernbeißern, 
Sittichen erstmals Nestbau, Fortpflanzung, Eiablage, Auf- 
zucht der jungen Vögel beschrieben, man wird auch den 
Käfersammler, den Schmetterlings-Interessenten, welche 
mühsam aus Larven und Puppen Käfer und Schmetter- 
linge ziehen, im allgemeinen nicht als Sportsmann be- 
zeichnen können, mag man Ruß schlechterdings als Vogel- 
züchter und mögen die letzteren kurz als „Sammler" be- 
zeichnet werden. Gesellt sich zu unserer bisherigen 
Tätigkeit Haltung, Pflege, genaue Beobachtung, Zucht 
von Reptilien, Amphibien und Fischen usw. mehr und 
mehr auch das Interesse für die Verbreitung unserer Pfleg- 
linge, widmen wir insonderheit dem Vorkommen der 
heimischen Tiere das genaueste Augenmerk, versuchen 
wir es auch, uns mit den Verwandtschafts- Verhältnissen 
der zu pflegenden und sich nahestehenden Tiergruppen 
etwas vertraut zu machen, haben wir ein Arbeitsprogramm, 
das über den Sportsbegriff hinaus geht. Keiu ornitho- 
logischer, entomologischer Verein usw. wird als Sports- 
verein angesehen und ähnlich sollten wir es auch von 
unserer Sache und für diese halten. — ■ Im „Triton"-Be- 
richt vom 16. Dezember („AVochenschrift" No. 27) wird 
darauf aufmerksam gemacht, daß in dem Aufsatz über 
„Süßwasser-Mollusken" von Herrn Sigl-München „die Ab- 
bildung der Aplexa hypnorum eine sehr große Ähnlich- 
keit mit Physa acuta zeige und auch die Beschreibung 
sich auf diese Schnecke beziehe. Die Bemerkung des 
„Triton" ist vollständig zutreffend und danken wir für 
diese sachliche Erinnerung. Herrn Sigl ist ein böser 
Irrtum unterlaufen. Physa acuta ist für München und 
Umgebung möglicherweise neu. In der gleichen Sache 
sind wir auch der „Nymphaea^-Leipzig (Bericht vom 
27. September) zum Danke verpflichtet. Herr Müller 
demonstriert lebend: Vipera berus, Weibchen, ziemlich 
hell gefärbt, 60 cm lang. Die Otter wurde gelegentlich 
der letzten Exkursion von unserem Herrn Rembold bei 
Lochhausen in einem Moorgraben im seichten Wasser 
entdeckt und hierauf durch Herrn Müller gefangen. 
Weiter demonstriert Herr Müller lebend : Cerastes vipera 
aus Ägypten, Lacerta mosorensis aus der Umgebung von 
Spalato (Dalmatien), Lacerta fiumana von Monfalcome 
in Istrien, endlich Lacerta peloponnesiaca und Lacerta 
graeca vom Taygetos. Herr Lankes demonstriert zwei 
ihm von Herrn Dr. Werner überlassene Skorpione (Butus 
australis var. citrina) vom ägyptischen Sudan. Für die 
Inangriffnahme der Arbeiten zum 10. Stiftungsfest wird 
ein Komitee gewählt. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 26 ; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Cr entz's eben Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burgb. M. 



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- gibt 



hier der Verfasser 



Weisungen imd Belehrungen für die gesamte Aquarienkunde (Süß- 



An- 
und 



Seewasser-, Terraaquarien und Aquaterrarien), bei deren Benutzimg sich 
ein jeder Liebhaber, sei er Anfänger oder bereits ein Kundigerer, viel 
Ärger und Verdruß ersparen, jedoch viel Freude an der schönen 
Liebhaberei verschaffen wird. Repräsentiert doch das Buch keines- 
wegs die Erfahrungen eines Einzelnen allein, sondern vielmehr die im Laufe 
eines Jahrzehntes gewonnenen Erfahrungen aller Vereine für Aquarienkunde. 

Ist mm nach unserer vollen Überzeugung der Inhalt des Buches 
ein ganz vortrefflicher, auf der Höhe der Aquarienkunde stehender, so 
haben wir auch das äußerliche Gewand des Buches ganz hervorragend 
ausgestattet, sodaß wir mit Recht glauben dürfen, daß dasselbe wegen 
seines außerordentlich geringen Preises und seiner tadellosen Aus- 
stattung allen Aquarienfreunden willkommen sein wird. 

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Wir haben für den Jahrgang 1904 der „Blätter für Aquarien- 
und Terrarienkunde" 

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herstellen lassen, welche wir für 80 Pfg. durch, jede Buchhand- 



lung zur Verfügung stellen. Nach Orten, in denen keine Buchhandlungen 
sind, versenden wir diese Decke gegen vorherige Einsendung von 1 Mk. 
(Ausland 1,30 Mk.) postfrei! 

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inkl. Kiste. 





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erscheinen vom 1. Januar 1905 an wöchentlich und können sowohl 
durch den Buchhandel, als auch durch die Post (Postzeitungs-Preisliste 
Seite 56; bezogen werden, auch werden dieselben gegen vorherige 
Einsendung von 2.55 Mk. pro Vierteljahr (Ausland 3. — Mk.) 
von der unterzeichneten Verlagsbuchhandlung direkt portofrei versandt. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



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ie geehrten Leser werden ersucht, sich bei Bestellungen 
stets auf die Inserate in ,, Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" zu berufen. 



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künstlich herzustellen und zwar in solcher 
Beschaffenheit, daß sich die Seepflanzen 
uud Seetiere vollständig gesund und munter 
iu demselben erhalten, mußte für diese neu- 
aufstrebende Liebhaberei, welche wegen der 
wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
Seerosen, Seenelken etc.), so wie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie: See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
und seine nach eigenen Beobachtungen er- 
folgten Aufzeichnungen in Obigem dem 
Kreise aller Naturfreunde darbietet. 

Oreutz'sche Verlagsbuchhandlung 
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Alle Post- Abonnenten wollen bei der Post(Postzeitungs-PreislisteS. 56) nur 

„mit Nachlieferung" 

bestellen! — Ohne diesen ausdrücklichen Vermerk liefert die Post nur 
vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugeben. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. 



Bitte! 



In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u.Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Oreutz'sche Verlagsbuchhandlung 
in Magdeburg 

zu richten sind. 



Für den Nachbezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen J ahrgänge sind folgende : Bd. 1 
bis DI broschiert ä Mk. 3, Bd. V— V1H broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XTII— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
Eine Preisherabsetzung findet in absehbarer Zeit nicht statt! 

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seine Einrichtung, Bepflanzung und Bevölkerung. 

Von Hermann Lachmann. 

Mit 5 Vollbildern und 87 in den Text gedruckten Holzschnitten. 

Preis: broch. M. 3. — ; geb. M. 3.60. 

Genaue Beobachtungen sind nur an lebenden Wesen zu machen. Bei den 
Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien-Arten gewährt der Verfasser 
in obigem Buche. 

Oreutz'sche Verlagsbuchhandlung Magdeburg. 



Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopfer in Burg b. M. 



16. Februar 1905. 



Jahrgang XVI. 



V 



,; 



INHALT 



Amerikanische Volksnarnen 
der Süßwasserfische. 

Die Eidechsen Dalmatiens. 

Ein selbsttätiger Ebbe- und 
Flutrealei-. 



Kleine Mitteilungen: 

Die Ausstellung des Vereins 
„Salvinia" zu Hamburg 
vom 3.-5. Dezemb. 1904. 

DieWasserminzeim Sumpf- 
aquarium. 

Vereinsnachrichten : 
Berlin. Nürnberg. Ham- 
burg. München, Berlin. 



Auf dem Umschlag: 

Briefkasten. 



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Blätter 



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^UAREN- 

TERRARIEN- 
KUNDE 



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Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2.—. 

Jähriich 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




MAGDEBURG 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

Breiteweg 156. 






illllllllllllllllllli:iltiliiiitliil:,li>l!ili:IHIiilltllllllllll!ill!llllliBiil;llllliilllliiluilllMliii 

| Annahme von Anzeigen in der Creutz'schen i 
| Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sowie | 

in allen Aunonzengeschäften. | müssen bis spätestens Sonntag früh in Händen 

der Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sein. 



Anzeigen 



■iiiintiiJiiniiiiii 



i|]|IMinilllt)lil!;;l;lllillil:ili]|i;|iillil:illllMiJI 



lliailllIIIUIMI11IUIHIIilllltlltllUI{t||}lltlH|MIIIIIIIIIII1llllllllllHlliaUltllll|Hlllllill<l 

| Die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum I 
wird mit 20 Pfg. berechnet. 

ItllTllfllltlllul! i.;ii; im üi in i:ii;iiiiiiiiiiuililiil]iini;:ii im im :.|;:i lllllllltfltllilitd« 



** 



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Eingetragener Verein. 



17. ordentliche Sitzung 

am Freitag, den 17. Februar 1905, abends pünktlich 8 x / 2 Uhr, 

im Vereinslokal Restaurant Oscar Oertler "N.W. 6, Karlstr. 27, pari 

T a g e s - r d n u u g : 

1. Verlesung- des Protokolls der letzten ordentlichen Sitzung. 

2. Aufnahmen, Anmeldungen. Abmeldungen, Wohnungsveränderungen. 

Es stellen Antrag zur Aufnahme als ordentliches Mitglied: 
Herr Paul Werkmeister, Berlin, 

als außerordentliches Mitglied: 

Herr Arthur Schroff, Hauptmann a. D.. Godesberg, Pvhein-Allee 25 b. 

Es wird ausgeschieden laut § 66 d: 
Verein „Lotus", Hannover. 

3. Geschäftliches. 

4. Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei. 

5. Vorzeigung interessanter Tiere, Pflanzen, Hilfsmittel usw., u. a. verschiedener 

neu eingeführter Aquarien- und Paludarienpflanzen. 

6. Fragekasten. 

7. Versteigerungen. 

8 a. Zu kaufen gesucht. 

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Hauptstr. 84 zu richten. 

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Brandenburg a. Havel, Hauptstr. 57. 

b. Zu verkaufen. 

c. Tauschangebote. 

Zur «fe/I« BeacHtnMMtf! 

Diejenigen Mitglieder, welche die Fragebogen noch nicht ausgefüllt und ein- 
gesandt haben, werden gebeten, dies baldigst zu tun. 

Den uns angeschlossenen Vereinen stellen wir gern eine entsprechende Anzahl 
Fragebogen für jedes einzelne Mitglied zur Verfügung und bitten wir etwaige 
diesbezügl. Wünsche an Herrn P. Brandt. Schöneberg-Berlin, Hauptstraße 84 
zn richten. 

In den Sitzungen ist lebendes Fischfutter käuflich zu haben. Transport- 
gefäße sind mitzubringen oder in den Sitzungen leihweise zu haben. 



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Jahrgang XVI. 

Heft 7. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 

Amerikanische Volksnamen der Süßwasserfische. 



Von 0. Bi 

in neuer Fisch! Welcher Liebhaber hätte 
k ■' nicht gern einen neuen Fisch!? Wie heißt 
der Fisch? Wohin gehört er? Wie groß wird 
er? Ist er im Zimmeraquarium zuchtfähig? 




Das sind die Fragen, die nun überall gestellt 
werden. Wie rechtfertigen sie sich vom Stand- 
punkt der modernen 
Aquarienkunde aus ? 
Der Preis eines jeden 
Dinges richtet sich zu- 
nächst nach der darin 
verkörperten Arbeit, 
die ein Produkt ist aus 
aufgewandter Zeit und 
Mühe. Darum ist natur- 
gemäß ein importierter 
Fisch teurer als ein ein- 
heimischer und als ein 
in der Heimat gezüch- 
teter. Dann kommt noch 
ein anderer Faktor hin- 
zu: Das natürliche Ver- 
langen des Liebhabers, 
das Seltenste sein zu 
nennen und den Kuhm 
für sich zu gewinnen, 
der erste zu sein, der 
einen Zuchterfolg auf- 
zuweisen hat. Die Spe- 
kulation bedient sich 
darauf dieser kleinen 
menschlichenSchwäche, 
und hat seine Rück- 
wirkung auf die Preise. 

Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Wer ein- 
mal gründlich hineingefallen ist, der sieht sich beim 
zweiten Kaufe schon besser vor. Ein Schlangen- 
kopffisch, der eine Größe von J ,20 m erreicht, ist 




Originalaufnahme 
für die „Blätter". 



mit 



wohl ein Objekt für zoologische Gärten, für öffent- 
liche Schaustellungen und für Raritätensammler, 
aber nicht für Aquarienliebhaber. Der letztere 
muß wissen, ob der Fisch für Zuchtaquarien oder 
für Gesellschaftsaquarien paßt. Leider fehlen nur 
zu oft jegliche Anhaltspunkte, und selbst wenn 

der wissenschaftliche 
Name des Fisches be- 
kannt ist, tappt der Lieb- 
haber noch immer im 
Dunkeln. Am schlimm- 
sten ist es natürlich bei 
den Fischen, die selbst in 
ihrer Heimat nicht be- 
kannt sind. Der Seemann 
hört* beim einheimischen 
Händler irgend einen 
fremdklingenden Namen. 
den er nicht versteht und 
nicht behalten kann, und 
dessen Kenntnis uns auch 
nichts nützen würde. Das 
ist schon schlimm bei 
den indischen und chine- 
sischen Fischen, von 
Afrika und Australien 
gar nicht zu reden. Besser 
liegt die Sache in Nord- 
amerika; speziell in den 
Vereinigten Staaten mit 
ihrer fast ausschließlich 
europäischen oder doch 
in europäischen Sprachen 
redenden Bevölkerung 
sind die Fische so bekannt, daß sie alle Volks- 
namen führen, die dem Laien immer lieber 
sind als wissenschaftliche Benennungen, weil 
er sich bei den letzteren in den meisten Fällen 



Sumpfaquarium - 
Wasserminze usw. bepflanzt. 
(Text siehe Seite 69. 1 ) 



62 



0. .Brünin-g: Amerikanische Volksnameü der Süßwasserfische. 



nichts denken kann. Allerdings ist alles Übungs- 
sache, mit wenigen Grundbegriffen und einigem 
guten Willen wird dem Liebhaber manches 
Licht aufgehen. Er wird sich z. B. leicht 
merken können, daß macro groß und micro 
klein heißt, daß er bei cephalus an den Kopf, 
bei gaster an den Bauch zu denken hat, und es 
wird kein Kunststück sein, macrocephalus als 
Großkopf und microgaster als Kleinbauch (eine 
Schlupf wespe) zu übersetzen. Sehr schöne Dienste 
wird schon ein Fremdwörterbuch bei solchen 
Übersetzungsversuchen leisten. Dann gibt es 
allerdings auch wieder wissenschaftliche Namen, 
mit denen nicht viel anzufangen ist. Etheostoma 
ist der Name für eine Fischgattung aus Nord- 
amerika und bedeutet: veränderlicher Mund. 
Die Fische sind so benannt worden, weil selbst 
innerhalb der Gattung die Stellung und Form 
des Mundes eine verschiedene ist. Eine indische 
Fischgattung heißt Osphromenus, d.i. der Riecher, 
und diese Benennung ist insofern falsch, als der 
Autor das Labyrinth für ein Riechorgan hielt. 
Der Kampffisch heißt mit dem Gattungsnamen 
Betta und ist benannt nach einem französischen 
Gelehrten. Das sind Sachen, deren Kenntnis man 
nicht von einem Laien verlangen kann, und die 
ihm die wissenschaftlichen Namen immer fremd 
bleiben lassen. Damit soll nun nicht gesagt sein, 
daß die Volksnamen unter allen Umständen vor- 
zuziehen sind, sie haben in vielen Fällen sogar 
einen sehr großen Mangel. Der besteht darin, 
daß man in verschiedenen Gegenden für ganz 
verschiedene Fische die gleichen Bezeichnungen 
hat, wodurch natürlich Unklarheit entsteht. Ich 
will daher versuchen, über die nordamerika- 
nischen Volksnamen der Süßwasserfische einige 
Aufklärungen zu geben, indem ich den nach- 
stehenden Ausführungen zu Grunde lege: „Tempo- 
rary Guide of the Newyork Aquarium" prepared 
by L. B. Spenger of the aquarium staff 1903 
und „Bulletin of the United States National 
Museum" No. 47. „The fishes of North- and 
Middle -America" by Jordan and Evermann. 
Washington 1896—1900. 

Bass sind barschähnliche Fische. Small mou- 
thed Black Bass, kleinmundiger Schwarzbarsch, 
und Large mouthed Black Bass, großmundiger 
Schwarzbarsch, hier „B'orellenbarsch" genannt, 
erreichen eine ganz bedeutende Größe. Oswego B., 
Green B und Bayou B. sind Synonyme für den 
Forellenbarsch. Auch die Sonnenfische führen 
häufig den Volksnamen Bass. Hierher gehört der 
Calico B., der ein Gewicht von zwei Pfund erreicht. 
Synoyme desselben sind Grass Bass, Strawberry 



B. und Barfish. Der Round B. ist ebenfalls ein 
Sonnenfisch (Centrarchus macropterus), wie der 
Rock B. oder Steinbarsch, der nur für Gesell- 
schaftsaquarien passend ist. Der wissenschaft- 
liche Name dieses letzteren Fisches ist Amblo- 
plites rupestris, es gibt nämlich auch einen See- 
fisch, der den gleichen Namen führt. Endlich 
wird die Bezeichnung Bass auch auf echte 
Barsche angewandt: Yellow B., gelber Barsch 
ist der amerikanische Flußbarsch, der dem 
unsrigen sehr ähnlich ist. StripedB., gestreif ter B., 
und White B., weißer B., sind Seefische, die nur 
zum Laichen in die Flüsse kommen. 

Blindfishes sind Höhlenfische von Kuba und 
aus Kentucky. Sie sind von geringer Größe und 
haben meistens verkümmerte Augen. 

Buffalo Fishes sind große Fische, die den 
Karpfen nahe stehen und ihren Aufenthalt in 
tiefen Flüssen haben. Sie erreichen teilweise 
ein Gewicht von 30 Pfund. 

Bullhead heißt Bullenkopf. Common B., ge- 
meiner Bulleiikopf, und Black B., schwarzer B., 
sind Namen für Welse der Gattung Ämeiurus, 
die wir als „Zwergwelse" bezeichnen. Auch 
Fische, die mit der europäischen Groppe ver- 
wandt sind, werden Bullhead genannt. 

Carp, Karpfen und karpfenartige Fische. 

Cat, Catfishes sind W^else, so genannt wegen 
der Ähnlichkeit ihrer Barteln mit den Schnurr- 
haaren. 

Chub, Fische, die gewisse Ähnlichkeit mit 
unsern Gründlingen und dieselben Gewohnheiten 
haben, auch Weißfische. 

Dace, Fische, welche große Ähnlichkeit mit 
unsern Ellritzen haben (z. B. Rhmichthys atro- 
nasus). 

D arter ist abgeleitet von Dart, d. i. Wurfspieß. 
Ein Darter ist also ein Fisch, der pfeilschnell 
auf seine Beute losschießt. Die Bezeichnung 
wird gebraucht für kleinere barschartige Raub- 
fische, die sich für Gesellschaftsaquarien eignen. 
Black-sided D., der schwarzseitige D. ist einer 
der hübschesten und heißt Hadropterus aspro. 
Der Fisch ist unter dem fälschlich gebrauchten 
Namen „Piratenbarsch" in der deutschen Fach- 
literatur schon mehrfach beschrieben worden. 
Berechtigtes Aufsehen erregt in neuerer Zeit der 
blaue, blue D. oder Rainbow D. oder Soldier fish, 
Soldatenfisch, Etheostoma coeruleum, dessen Nach- 
zucht in der Schämeschen Zuchtanstalt gelungen 
ist. Die Gattungsverwandten dieses prächtigen 
Aquarienfisches werden als blue breasted D., 
blaubrüstige D., und als Fan tailed D.. fächer- 
schwänzige D. bezeichnet. Der greensided D. 



& ßrürimg': Amerikanisch Volk?natD.en der Süßwasserfische 



grünseitiger D.. wird 12 cm, der tesselated D.. 
gewürfelter D., 9 cm, der Jonny D. 7 cm lang. 
Der kleinste von den Darters ist der Least D., 
Microperca punctidata, welcher höchstens 4 cm 
lang wird. Auch der Sand D. ist ein kleiner 
Fisch von 12 cm Länge. Die größten Darters 
gehören der Gattung Percina an. Der Manitou D. 
ist einer der häufigsten Fische in den großen 
Seen (Manitou, indianischer Gott). 

Eel heißt Aal. 

Fallfishes, Weißfische (s. auch Chub), welche 
Ähnlichkeit mit unserm Rotauge haben, von 
welchem sie sich dadurch unterscheiden, daß sie 
Barteln am Mundwinkel haben. Der Red Fallfish 
(red = rot), Notropis rubicroceus, ist ein hüb- 
sches Tierchen aus Gebirgsbächen; es erreicht 
eine Länge von 10 cm. 

Goggle-eye, Glotzauge, ist der in Deutsch- 
land unter dem Namen Steinbarsch bekannte 
Sonnenfisch. 

Grayslings, Graulinge, Fische der Gattung 
Thymallus, also Äschen. 

Grindle heißt der hier sehr bekannte Amin 
calva. Das Männchen wird 45, das Weibchen 
über 60 cm lang. Andere Volksnamen des Fisches 
sind: Mudfish = Schlammfisch. Dogfish = Hunds- 
fisch, Bowfin und Lawyer. 

Killifishes sind Zahnkarpfen, insbesondere 
solche aus der Gattung Fundulus. Killifish oder 
Mayfish heißt lundulus majalis (Länge 15 cm), 
Common Killifish, gemeiner K., ist Fundulus 
heteroclitus (12 cm) und Fresh Water K. ist 
F. diaphanus (10 cm). 

Minnow bezeichnet durchweg einen kleinen 
Fisch. Zunächst versteht man unter Minnows 
karpfenartige Fische. Silvery M., Silberminnow, 
ist ein etwa 15 cm langer Bewohner der Ströme 
in den nördlichen Vereinigten Staaten. Ihm 
verwandt ist der kleine, kaum halb so große 
Black-head M., Schwarzkopf-M. und der Blunt- 
nosed M., stumpfnasige M., welcher eine Länge 
von 10 cm erreicht. Der Leather-sided M. (leder- 
seitige) und der Silversided M. (silberseitige) 
sind Cypriniden der Gattung Leuciscus, also 
unserm Rotauge verwandt. Auch der Straw- 
colored (strohfarbige) M. und die Spotted-tail 
(fleckenschwänzige) Minnows sind karpfenartige 
Fische. Der Mud M. und Eastern Mud Minnow 
(östlicher Schlamm-M.), Umbra limis und Umbra 
pygmaea sind die kleinen amerikanischen Hunds- 
fische, neben ihrem östereichischen Vetter die 
nächsten Verwandten unseres Hechtes. Ferner 
versteht man unter Minnows auch Zahnkarpfen: 
Mangrove Minnow == Fundulus bermudae, Star- 



headed M. — Fundulus Notii. Mit dem Namen 
Top. M. bezeichnet man zwei Fische: Fundulus 
notatus und die bekannte Gambusia affinis. 
Unter Pursy M. verstellt man Zahnkarpfen der 
Gattung Cyprinodon. Der Pursy (engbrüstige) 
M. oder Sheepshead (Schafskopf) M. ist Cypri- 
nodon cariegatus. 

Moon-eys, Mondaugen, den Heringen nahe 
stehende kleinere Flußfische. 

Mudfish, Schlammfisch, ist eine Bezeichnung 
für Amia calva, für den gemeinen Fundulus und 
schließlich für einen Salz- und Brackwasserfisch 
der westindischen Inseln, der dort auch den 
Namen Old wife (altes Weib) führt. 

Mullets, unsern Gründlingen ähnliche Fische 
(s. auch Chub), auch Brackwasserfische. 

Perch heißt Barsch. Als Perch bezeichnet 
man zuerst die Lachsbarsche (Trout-Perches), 
denen der Pirate Perch (Piratenbarsch) verwandt 
ist. Dieser Fisch, Aphredoderus sayanus, hat 
mit dem Älvordeus aspro nichts zu tun. In der 
Färbung ähnelt er unserer Schleihe. Der Fisch 
hat eine Eigentümlichkeit: In der Jugend be- 
findet sich die Afteröffnimg wie bei den meisten 
Fischen vor der Afterflosse, mit dem weiteren 
Wachstum des Fisches wandert jedoch die After- 
öffnung nach vorne, steht bei halbwüchsigen 
Tieren zwischen den Bauchflossen und in aus- 
gewachsenem Zustande (10 — 12 cm) an der Kehle. 
Im vorigen Jahre wurde eine Anzahl der Fische 
von H. Stüve-Hamburg eingeführt. Der Sacra- 
mento Perch ist ein großer Flußfisch der west- 
lichen Vereinigten Staaten, welcher bis zu 60 cm 
lang wird. Im übrigen ist Perch meistens identisch 
mit Bass. 

Pickereis sind Hechte, von denen es in Nord- 
amerika mehrere Arten gibt. 

Pike (Pike Perches), den Barschen sehr nahe 
stehende und oft mit ihnen identische Fische. 

Redhorse = Rotpferd, karpfenähnliche Bach- 
fische. 

Salmon, Lachs und Verwandte. 

Shiners, Weißfische. Brachsen. 

Smelt, Stint. 

Soles, Plattfische. 

Stickleback = Stichlinge. 

Sturgeons, Störfische. 

Suckers, der Karpfenfamilie nahestehende 
Fische (s. auch Chub und Mullets). 

Sunfishes, die dem Aquarienfreunde so be- 
kannten Sonnenfische. Der wertvollste für uns 
ist entschieden der Black banded (schwarz- 
gebänderte) S., der hier wunderlicher Weise 
..Scheibenbarsch" genannt wird. 



•64 



Dr. F. Werner: Die Eidechsen Dahuatieus. 



Trout — Forelle und Verwandte. 

Whitefishes, AVeißfische. Es sind aber nicht 
wie bei uns die den Cypriniden angehörigen 
Weißfische gemeint, sondern Fische aus der 
Gruppe der Salmoniden und der Heringe. 





(Nachdruck verboten.) 

Die Eidechsen Dalmatiens. 

Von Dr. F. Werner. 
(Mit 2 Originalzeichnungen von L. Mülller-Mainz.) 

jas Königreich Dalmatien, die südlichste 
Provinz des österreichischen Kaiser- 
staates, ist eines der eidechsenreichsten Gebiete 
Südeuropas, nicht nur was die Individuenzahl 
anbelangt, sondern auch in Bezug auf Arten 
von Lacertiden, worin es Spanien und Portugal, 
Italien und Südfrankreich übertrifft, während 
ihm nur Griechenland hierin gleichkommt. Aller- 
dings sind zwei Arten selten im Lande. Lacerta 
agilis bewohnt neben der typischen Form der 
Smaragdeidechse die Dinarischen Alpen und 
das Velebitgebirge, ist also nur Grenzbewohner. 
Lacerta muralis Law., die gemeine Mauer- 
eidechse, wird nur vereinzelt an der Küste, 
namentlich im Narentatale, bei Eagusa und 
Cattaro, also an den Einbruchsstellen in das 
mauereidechsenreichere Hinterland gefunden; 
und auch eine dritte Art, Lacerta mosorensis, 
auf die mächtigen, kahlen Gebirge bei Spalato 
(Mosor- und Biokovo-Gebirge) beschränkt, wurde 
dort bisher erst in 3 Exemplaren von ihrem 
Entdecker, Prof. Kolombatovic gefunden. Neuer- 
dings soll sie übrigens auch an anderen Stellen 
von Süd-Dalmatien entdeckt worden sein und 
kürzlich erhielt ich sie von Herrn Major v. Tom- 
masini sogar aus den Ragusaner - Bergen zu- 
gesandt. Schließlich bleibt auch noch zuzu- 
gestehen, daß auch noch eine vierte Lacertide, 
Algiroides nigropunctatus, den Terrarienfreunden 
eine wohlbekannte und liebe Erscheinung, seit 
sie zum ersten Male aus Korfu importiert wurde, 
in Dalmatien nur spärlich auftritt, so häufig und 
verbreitet sie auch in Istrien und einigen istria- 

nischen Inseln ist. 

Es bleiben also noch vier Arten übrig, um 

die Bevölkerung des Landes mit Lacerten zu 

bewerkstelligen: Lacerta viridis Law. (in der 

Varietät major Blngr.), der „Selembasch" der 

Dalmatiner, ein mächtiges Tier, welches über 

einen halben Meter Länge erreicht und von Zara 

bis zur Südspitze das ganze Festland bis zu dem 

dinarischen Randgebirge, außerdem die meisten 



größeren Inseln (mit Ausnahme von Soita und 
Lissa) bevölkert; Lacerta oxycephala IJ. B., die 
echte Spitzkopf eidechse, von Sebenico bei Ragusa, 
vielleicht auch noch weiter südlich das Festland, 
ferner die Inseln Lesina, Lissa, Lagosta, Curzola, 
sowie einige kleinere Inseln, nicht aber Solta, 
Brazza und Meleda bewohnend; Lacerta serpa 
Raf., und Lacerta fiumana Wem. (= littoralis 
Wem.) 

Mit der Verbreitung der beiden letzteren 
Arten in Dalmatien wollen wir uns nun näher 
befassen, da sie bisher vielfach nicht genügend 
auseinandergehalten oder überhaupt unterschieden 
wurden und Verf. seit dem Jahre 1888, da er 
zum ersten Male die dalmatinische Küste betrat, 
das Land wiederholt bereist und der Sache be- 
sonderes Augenmerk geschenkt hat. Wenn wir 
uns zuerst die größere und stärkere Art L. serpa 
ansehen, so finden wir, daß sie nach Dalmatien 
von Norden hervor gedrungen ist, von Italien über 
die Küstenstrecke des Görzer Gebietes (bis Görz 
selbst vordringend) nach Triest, den größten 
Teil Istriens (mit Ausnahme der Ostküste), die 
Inseln Cherso und Veglia, die dalmatinische Insel 
Arbe (und wohl auch Pago) von hier ab das 
dalmatinische Festland erreichend, welches sie 
vom Nordende bis zur Gegend von Spalato in 
geschlossener Masse bewohnt, während ver- 
einzelte Individuen noch weit südlicher, bis 
Cattaro vorkommen. Ob sie auf den zahlreichen 
Inseln von Norddalmatien außer Arbe sonst noch 
vorkommt, ist derzeit uubekannt, doch sehr 
wahrscheinlich; dagegen fehlt sie auf den mittel - 
und süddalmatinischen Inseln völlig. 

Ein isoliertes Vorkommen der Art sind nun 
die beiden Inseln der Pelagosa-Gruppe, welche 
weit vom dalmatinischen Festlande in der Adria 
liegen. Hier kommt serpa in einer sehr hellen, 
weißgrünen, tiefschwarz gefleckten Varietät 
(v. pelagosae Beclr.) auf der größeren Insel (Pela- 
gosa grande), in einer ziemlich dunkel graugrünen, 
weniger dunkel gefleckten Form (var. adriatica 
Wem.) auf der kleineren (P. piccola) vor. In 
Größe, Dimensionen und Beschuppung ist ein 
Unterschied dieser Inselformen von den fest- 
ländischen nicht zu bemerken. Was aber diese 
letztere selbst anbelangt, so finden wir eine 
Menge von Varietäten, von denen aber kaum 
irgend eine auf bestimmte Lokalitäten beschränkt 
sind; wenngleich die eine oder die andere 
immerhin in einem bestimmten Gebiete häufiger 
auftreten mag. Die meist schön gelbgrüne 
Färbung der Oberseite, der große blaue Schulter- 
fleck und die grünlichgelbe (nur ganz ausnahms- 



Dr. F. Werner: Die Eidechsen Dalmatiens. 



(35 



Originalzeichnimg nach dem 

Leben für die „Blätter" von 

Lorenz Müller-Mainz. 



weise ziegelrote) Unterseite und die stattliche 
Größe lassen die Art auch da, wo sie mit finmana 
(littoralis) zusammen vorkommt, von dieser 
kleinen, feuerrotbäuchigen, oberseits mehr oliven- 
grüuen, aber oft sogar braunen oder kupferroten 
Art leicht unterscheiden. 
Ist die Lacerta serpa 
nun aus dem Norden nach 
Dalmatien gekommen, wo 
sie — nebst dem vereinzel- 
ten Vorkommen bei Kon- 
stantinopel — ihr alleinige* 
Verbreitungsgebiet auf der 
ganzen Balkanhalbinsel 
hat, so ist die andere Art, 
L. fiumana Wem. (dieser 
Name, obwohl nur für das 
Männchen aufgestellt, hat 
nach den Nomenklatur- 
Regeln, weil bereits 1888 
mit einer kenntlichen Be- 
schreibung der Art veröffentlicht, Priorität vor 
dem von mir erst 1897 gegebenen Namen 
L. littoralis). eine Form der Balkanhalbinsel. 
Die geringere Größe, die größeren Schläfen- 
schildchen, die kürzere und stumpfere .Schnauze, 
die meist olivengrüne Färbung der Oberseite, so- 
wie die feuerrote Unterseite des Männchens, die 
überaus scharfe Längsstreif enzeichnung des klein- 
und kurzköpfigen, stets weißbäuchigen Weibchens 
lassen die Art in allen ihren Formen sehr leicht 
erkennen. Die Nordgrenze der Art liegt im 
Triester Karst, woher ich einzelne Exemplare 
erhielt; von hier geht sie bis gegen Fiume, von 
wo sie sich auch an der Ostküste von Istrien 
ein Stück weit ausbreitet und wo ich sie auch 
1888 entdeckte, von hier an der kroatischen 
Westküste entlang, dann in Dalmatien im Binnen- 
land östlich Zara bis Sinj (während L. serpa die 
Küste bewohnt); gegen die Narenta-Mündung 
hin, mit abnehmender Breite des Landes rückt 
sie immer näher an die Küste und ist von 
Metcovich bis zur Bocche di Cattaro Küsten- 
bewohnerin. Außerdem bewohnt sie die istri- 
anischen Inseln: Cherso, Veglia (neben L. serpa) 
Lussin, sowie die dalmatinischen Inseln Bua, 
Solta, Brazza, Lesina, Lissa, Lagosta, Meleda. 
jedenfalls auch Curzola, Außerdem findet sich 
die Art in der Herzegowina und in Montenegro. 
Ob die Art von L. taurlca im&jonica, bezw. diese 
von einander spezifisch verschieden sind, wage 
ich allerdings nicht mit Bestimmtheit zu be- 
haupten und ebenso scheint mir die braune Form 
der L. fiumana von Lissa (rar. lissa na Wem.) 




mit Hilfe der mittel- 
griechischen L. liva- 
diaca Wern. eineVer- 
bindung mit der kor- 

sisch-sardinischen 
L. genei Cava zu er- 
möglichen. Doch ist 

letztere Frage noch weniger spruchreif als die 
erstere. 

Die L. finmana tritt in Dalmatien in drei 
Hauptformen auf. zu der in 'der Herzegowina 
noch eine vierte hinzukommt, 

1. Die typische, grüne gelleckte (d) bezw. 
gestreifte ( o ) Form, (Istrien, istrianische 
Inseln, Dalmatien, Herzegowina, Monte- 
negro; von den dalmatinischen Inseln 
auf Brazza, Meleda). Männchen mit 
feuerroter Unterseite. 

2. Die oüvacea-Form mit oberseits ein- 
farbig olivengrüner Färbung; Unterseite 
des ä wie vorige Form: Größe geringer. 
Dominiert auf den meisten Inseln Dal- 
matiens (auf Solta. sowie auf der istria- 
nischen Insel Lussin sah ich nur diese 
Form), kommt aber an vielen Orten ge- 
meinsam mit voriger Form vor. 

3. Die var. lissana Wem., Oberseite hell- 
graubraun, ohne Spur von grün ; Unter- 
seite des mehr ziegelrot, Lissa, 
Lagosta. 

Es ist mir nicht bekannt, daß L. finmana 
in Italien gefunden worden wäre. Der äußerst 
artenarmen Lacertidenfauna der italischen Halb- 



HH 



Carl Schlegelrnileh: Ein selbsttätiger Ebbe- und Flutregler. 



insel (aus nur 3 Arten bestehend) kommt auch 
keine von L. fiumana bevölkerte Insel Dalma- 
tiens nahe, denn auf der nächsten Inselgruppe 
(Pelagosa) lebt ja die L. serpa. Außer auf 
Pelagosa lebt nun auch auf der kleinen, ein- 
samen Felseninsel Mellissello noch eine Lacerta 
von charakteristischer Färbung, die von Freund 
Müller zu L. fiumana (littoralis) gerechnet wird, 
nämlich die Lacerta mellisseliensis Braun, von 
schwarzbrauner bis schwarzer Färbung, auch auf 
der Unterseite, mit türkisblauen Bauchrand- 
schildchen. Trotz meiner aufrichtigen Hoch- 
achtung vor der außerordentlichen Formen- 
kenntnis Müllers, speziell was Lacertiden an- 
belangt, muß ich ihm in diesem Punkte doch 
widersprechen. (Schluß folgt.) 




(Nachdruck verboten.) 

Ein selbsttätiger Ebbe- und 
Flutregler. 

Von Carl Schlegelmilch, Krefeld. (Mit 1 Abbildung.) 

|;aß im Süßwasser-Aquarium Pflanzen bei 
Druckluftdurchlüftung nicht recht ge- 
deihen, ist bekannt, und die große Mehrzahl der 
Besitzer von See wasser- Aquarien wird mit mir 
darin einig sein, daß diese Durchlüftungsart in 
der bisherigen Weise wohl auch ein Haupt- 
hindernis für das Gedeihen der Meerespflanzen 
im Aquarium bildet. Ebenso wird wohl darüber 
ziemlich eine Ansicht sein, daß ohne den Druck- 
luftdurchlüfter bei einem einigermaßen besetzten 
Aquarium nicht gut auszukommen ist. Der 
schwerwiegendste Nachteil des Druckluftdurch- 
lüfters ist wohl der, daß durch ihn ein mehr 
oder weniger schnelles, wenn ich es so nennen 
darf, Verstauben der Pflanzen bewirkt wird. 
Der schnell aufwirbelnde Luftstrom reißt, auch 
im bestgehaltenen Aquarium, fortwährend kleinste 
Schlickteilchen in die Höhe; an der Oberfläche 
breitet sich die Strömung radial aus, verlangsamt 
sich allmählich und die Schlickteilchen beginnen 
wieder zu sinken. Ein Teil derselben fällt auf 
die Pflanzen und überzieht dieselben mit einer 
feinen Schlickschicht. Bedeutend günstiger ist 
ja die Injektionsdurchlüftung, bei der die stärkere 
Strömung von oben nach unten geht, aber für 
den Liebhaber hat die Injektionsdurchlüftung 
doch ihre Schattenseiten. Kann man wie beim 
Süß wasser- Aquarium an die Wasserleitung an- 
schließen, so mag es noch gehen, aber beim 
Seewasser-Aquarium, bei dem die Reservoire 
bald herauf, bald herunter gehängt, bald der 



eine Hahn zu- und der andre aufgedreht werden 
müssen, wird die Sache doch lästig, — dann lieber 
pumpen. Das gänzliche Fortfallen der Durch- 
lüftung, oder vielmehr die natürliche Durch- 
lüftung durch Pflanzen, wie es beim Süßwasser- 
Aquarium jetzt wohl die Regel ist, ist ja, wie 
ich Dr. Kammerers Ausführungen in No. 19 der 
„Blätter" nur bestätigen kann, so lange man 
sich auf Algen und Kleingetier beschränkt, nicht 
ausgeschlossen. Ja, ein solches Aquarium hat 
meiner Ansicht nach sogar einen ganz besonderen 
Reiz, der allerdings meist nur durch die Lupe 
zu genießen ist. Sobald man aber größere und 
lebhaftere Tiere hineinbringt, ist ohne Durch- 
lüftung nichts zu machen. Also: ohne Durch- 
lüftung sterben die Tiere, mit Druckluftdurch- 
lüftung die Pflanzen und der Injektionsapparat 
ist zu unselbständig. Die Schlußbemerkung in 
der oben angeführten Abhandlung von Dr. 
Kämmerer, daß vielleicht in Apparaten zur Er- 
zeugung von Ebbe, Flut und Wellenschlag das 
Heil zu erblicken sei, regte mich dazu an, frühere 
Versuche zur Herstellung eines selbsttätigen 
Ebbe- und Flutapparates wieder aufzunehmen. 
Hierbei kam mir nun der Gedanke, daß Tieren 
als auch Pflanzen wohl geholfen wäre, wenn das 
Wasser, welches dem Aquarium während der 
Ebbe entzogen wird, außerhalb des Aquariums 
kräftig mit Druckluft bearbeitet würde und dann 
durchlüftet wieder ins Aquarium zurückflöße. 
Nun lag es nahe, daß gesucht wurde, die Druck- 
luft dazu zu benutzen, das Wasser wieder ins 
Aquarium zubekommen. Mit einem Dreiwegehahn 
wäre das ja gegangen, — aber nicht allein, — 
und das mußte es, denn, ich kann mich, wie 
wohl auch die meisten Liebhaber, nur für ein 
paar Erholungsstunden am Tage dem Aquarium 
widmen. Nach manchen Überlegungen ist es 
mir denn auch gelungen, einen tadellos funktio- 
nierenden, auf den einfachsten hydrostatischen 
Gesetzen beruhenden selbsttätigen Flutwender, 
wie ich das Ding nennen will, weil es das Um- 
wenden der Flutrichtung bewirkt, zu konstruieren. 
Der Apparat besteht, abgesehen vom Luftkessel, 
aus einer Flasche, die so groß bemessen wird, 
daß sie durch die Wassermenge, welche dem 
Aquarium während der Ebbe entzogen werden 
soll, etwa zu 4 / 5 gefüllt wird. Die Flasche wird 
durch einen dreilochigen Gummipfropfen ver- 
schlossen. Durch die erste Öffnung des Pfropfens 
wird der Durchlüfter (a in der Zeichnung) ge- 
führt. Durch das zweite Loch kommt der Ver- 
bindungsheber (b), welcher das Wasser aus dem 
Aquarium hin- und zurückführt. Beide Rohre 



Garl Schlegelroilcb: Ein selbsttätiger Ebbe- und Flütr«gler. 



67 



reichen bis ziemlich auf den Boden. Die Rohre 
c, d und e bilden zusammen den selbsttätigen 
Flutwender. Das Rohr c ist unten geschlossen, 
seine Oberkante ragt etwas über die Höhe des 
höchsten Wasserstandes in der Flasche hinaus. 
In seinen Rand ist der Heber e wasserdicht 
eingelassen. Das innere Ende dieses Hebers 
muß etwa 2 — 3 cm von dem Boden abstehen, 



der Flasche durch den inneren Druck ist nicht 
zu befürchten, da derselbe außerordentlich 
gering ist. 

Die Dauer einer „Tide" richtet sich neben 
dem Arbeiten des Durchlüfters nach dem Höhen- 
unterschied zwischen Flasche und Aquarium und 
nach dem Durchmesser des Rohres b. Es ist 
deshalb zweckmäßig, durch Einschalten eines 



während das äußere Ende, wie das Rohr b, bis Reduzierventils bez. Hahnes sich die Regulierung 



dicht auf den Boden der Flasche reicht. In das 
Rohr c mündet auch noch das Rohr d und zwar 
in gleicher Höhe, wie das innere Ende des 
Hebers e. Das Rohr d geht durch die dritte 
Öffnung des Pfropfens und endet über dem 
Aquarium. Der Gummipfropfen muß an Flaschen- 
hals und Röhren vollkommen luftdicht anliegen. 
Um den Apparat in Gang zu 
bringen, ist es nur nötig, 
durch Ansaugen des Rohres d 
den Verbindungsheber b zu 
füllen und den Luftkessel 
in Betrieb zu setzen. Das 
Wasser strömt nun aus dem 
Aquarium in die Flasche und 
wird hier stark durchlüftet. 
Hat der Wasserstand in der 
Flasche den höchsten Punkt 
des Hebers e überschritten, 
so wird das Rohr c durch 
diesen Heber gefüllt und das 
Wasser im Rohr d steigt bis 
zur Höhe des Wassers im 
Aquarium. Die aus dem 
Durchlüfter hinzukommende 
Luft kann nun nicht mehr, 
wie bisher durch das Rohr d 
entweichen und drückt nun das Wasser aus 
der Flasche ins Aquarium zurück. Die Flut 
beginnt. 





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Durchschnitt des selbsttätigen Ebbe- und 
Flutreglers. 

a. Rohr vom Luftkessel; b. Verbindungsheber 

zwischen Aquarium u. Flasche; c, d und e bilden 

zusammen den selbsttätigen Flutwender; 

h. Wasserstand kurz vor Eintritt der Ebbe: 

n. desgl. vor der Flut. 



bequem zu machen. Hat man durch Ausprobieren 
die gewünschte Zeitdauer für Ebbe und Flut 
erreicht, so arbeitet der Apparat fast mit der 
Pünktlichkeit einer Uhr. Natürlich darf die 
Tide nicht wie draußen am Meer auf 1 2 Stunden 
bemessen werden. Für das Zimmer-Aquarium 
dürfte ein Zeitraum von 2—3 Stunden zwischen 

zwei Hochwassern wohl am 
angebrachtesten sein. Die 
Flasche braucht übrigens 
nicht, wie in der Zeichnung, 
neben dem Aquarium stehen. 
Bedingung ist nur, daß der 
obere Rand des Rohres c 
unter Niederwasser und die 
freie Öffnung von d über 
Hochwasser liegen. Das aus 
d ausspritzende Wasser kann 
auch, wenn die Flasche nicht 
am Aquarium steht, in einem 
besonderen Gefäß, vielleicht 
Fläschchen, aufgefangen wer- 
den, das man nach Bedarf ins 
Aquarium entleert. 

Hat man mehrere Aqua- 
rien, deren Wasserspiegel sich 
in gleicher Höhe befinden, so 
genügt eine Flasche von entsprechender Größe für 
alle. Es ist nur nötig, den Verbindungsheber b 
mit soviel Abzweigungen zu versehen, als Aquarien 
angeschlossen werden sollen. Da der Wasser- 



Der Wasserstand im Rohr d hält mit dem 

Wasserstand im Aquarium natürlich gleichen Spiegel sich in allen Aquarien vollkommen gleich 

Schritt, da sie beide durch denselben Druck mäßig hebt und senkt, so entspricht die Zu 

gehoben werden, während der Wasserspiegel im führung durchlüfteten Wassers genau der Ober 



Rohre c infolge des jetzt ja gefüllten Hebers e 
mit dem Wasserspiegel der Flasche gleichmäßig 
fällt. Sobald aber der Wasserstand unter die 
untere Öffnung von d sinkt, hört das Wachs- 
tum der Wassersäule in d auf, sie muß dem 
stärker werdenden Drucke weichen und wird 
iu das Aquarium gespritzt. Damit ist die 



fläche der einzelnen Behälter. 

Außerdem will ich noch verraten, daß man 
durch Einsetzen eines Rückschlagventils in das 
Rohr b, welches das Strömen des Wassers aus 
der Flasche ins Aquarium verhindert, und durch 
Aufsetzen einer Injektionsspitze auf d einen 
Injektionsapparat erhält, der zwar mit Unter 



ungehinderte Verbindung des Flascheninnern brechungen, aber vollkommen selbsttätig, ohne 

mit der Außenluft wieder hergestellt, das jedes Herauf- und Heruntersetzen und Umdrehen 

Wasser läuft wieder aus dem Aquarium in die von Hähnen, arbeitet. Verlängert man das 

Flasche. Die Ebbe tritt ein, Eine Sprengung Rohr d unter passender Biegung, so kann man. 



H8 



Kleine Mitteilungen. 



was nach meiner persönlichen Ansicht auch noch 
besser und netter ist, einen Springbrunnen er- 
halten, der, ein kleiner Geisir, regelmäßige 
Pausen in seiner Arbeit macht. 

Hat man weder Tiere noch Pflanzen der 
Litoralzone im Aquarium, so kann man natür- 
lich den Inhalt des Reservoirs auf ein kleineres 
Maß reduzieren, als wenn auf ein mehr oder 
weniger langes Freiliegen von Pflanzen und Tieren 
Wert gelegt werden muß. In dieser Form würde 
sich der Apparat auch zur Durchlüftung von 
Süßwasser- Aquarien eignen. Durch Erwärmen 
des Wassers im Reservoir ist ferner ein Heizungs- 
modus gegeben, der weder Tieren noch Pflanzen 
schaden kann. Um zu verhindern, daß sehr 
kleine Tiere (z. B. Fischbrut), für die die Öff- 
nungen des Rohrkopfes noch ein ev. Durch- 
schlüpfen gestatten, in die Flasche geraten, führt 
man das Rohrende in ein auf dem Boden des 
Aquariums stehendes Gläschen (am besten Likör- 
becher), umgibt die Mündung mit ein paar 
Steinchen und füllt dann das Gläschen mit feinem 
Perlkies. (Siehe Zeichnung.) 

Der Apparat arbeitet jetzt bei mir ca. 2 Monate 
ununterbrochen an einem Seewasser-Aquarium, 
dessen Wasserspiegel er abwechselnd um 4 cm 
hebt oder senkt. Tiere und Pflanzen befinden 
sich wohl. Die Flasche selbst ist zu einer Brut- 
stätte für Hüpferlinge geworden, die in ersterer, 
deren Boden sich mit einer ca. 1 mm starken, 
feinflockigen Schlammschicht bedeckt hat, an- 
scheinend reichlich Nahrung finden. Ein paar 
Balanen, die ich auf den Boden der Flasche 
gelegt habe, scheinen sich in dem tollen Wirbel, 
der dort herrscht, sehr wohl zu fühlen. Daß 
im Aquarium, welches mit Taschenkrebsen, 
Garnelen, Schwimmkrabben, Aktinien und ver- 
schiedenen Algen besetzt ist, ein Sauerstoff- 
mangel nicht besteht, ist an dem Gebahren der 
Tiere zu bemerken. Selbst die Taschenkrebse, 
die früher die höchsten Felsspitzen erkletterten, 
liegen bis an die Nasenspitze im Sande ver- 
graben (ich wende nur reinen Seesand als Boden- 
belag an) und erheben sich nur zum Fressen 
oder einem kleinen Duell. Der bis jetzt be- 
merkenswerteste Erfolg dürfte aber wohl sein, 
daß ein, auf einem Stück Eichenast sitzendes 
ca. 3 cm langes Rudiment vom Stiel eines einst- 
mals schönen Blasentanges, den ich im Sommer 
von Nordeich mitbrachte, kleine Triebe zeigt. 
Das Aststück ist ungefähr in Höhe Mittelwasser 
befestigt und liegt jedesmal über eine Stunde 
frei. Ob sich die Triebe aber zu einer für das 
Aquarium brauchbaren Größe entwickeln werden, 



steht damit allerdings noch nicht fest, das muß 
erst die Zukunft lehren. Jedenfalls ist nach 
meiner Ansicht dadurch, daß durch meinen 
Apparat die Durchlüftung im Aquarium selbst 
vermieden wird, eins der Hindernisse aus dem 
Wege geräumt, die das Ausdauern der Meeres- 
algen unmöglich machen; und ich gebe nach den 
Beobachtungen, die ich bisher am undurchlüfteten 
Aquarium und jetzt seit kurzem am Aquarium 
mit Ebbe und Flut gemacht habe, die Hoffnung 
nicht auf, daß es gelingen wird, die Lebens- 
bedingungen wenigstens eines Teils der Meeres- 
algen so kennen zu lernen, daß wir die Farben- 
und Formenpracht derselben nicht mehr mit dem 
schmerzlichen Gedanken an ihre Vergänglichkeit 
betrachten brauchen, sondern uns an ihrem 
Wachsen und Gedeihen erfreuen können. 



JCieine JWiffeilun^en. 

Die Ausstellung- des Vereins „Salvinia" zu Hamburg 
vom 3. — 5. Dezember 1904. 

Von W. Schroot. (Schluß.) 

Zu den Aquarien übergehend, gebührt wohl be- 
sondere Anerkennung Herrn H Lohmann, dem auch, da 
er ebenfalls außer Konkurrenz ausgestellt hatte, ein 
Ehrenpreis „für Gesamtleistung in ausgestellten Aquarien 
und seltenen Aquarientieren" zuerkannt wurde. Er hatte 
drei geheizte und gut mit Myriophyllum nov. spec. (von 
Stüve aus Japan s. Z. importiert), Cabomba rosaefoliu, 
Sagittaria isoetiformis und anderen Pflanzen bewachsene 
Aquarien ausgestellt, in denen sich die verschiedensten 
neuerdings eingeführten Fische tummelten, teilweise sogar 
mit eigener Nachzucht. Ich nenne die Mollienisia lati- 
pinna und M. formosa, Poecilia mcxicana, Nuria danrica, 
Barbus Udo und B. vittatus (?). Ein Schaugias enthielt 
außerdem einige junge Exemplare der Riesenschnecke 
(Ampullaria gigas). Ebenfalls einen Ehrenpreis „für Ge- 
samtleistung in ausgestellten Aquarien und Aquarientieren" 
erhielt Herr Aug. Knöppel (Händler), der, auch außer 
Konkurrenz, sieben hübsche heizbare Aquarien eigenen 
Fabrikats ausgestellt hatte, die zur Hauptsache mit den 
bis jetzt eingeführten Labyrinthfischen besetzt waren, teil- 
weise mit eigener Nachzucht: Makropoden, Betta pugnax, 
Osphromenus trichopterus, Anabas scandens, Triclwgaster 
lalius, Ctenops vittatus und ferner mit einigen Cichliden 
wie Clianclütos und Chromis niloticus. Die kleine silberne 
Medaille „für Gesamtleistung in ausgestellten Aquarien 
und Fischen" bekam Herr Aug. Hüttenrauch. Seine Aus- 
stellung umfaßte eine Anzahl Aquarien, die sich namentlich 
durch ihre schöne Eepflanzung auszeichneten. Einzelne 
gut kultivierte Pflanzenarten waren auch in kleinen Schau- 
gläsern für sich untergebracht. Für seine Pflanzenkulturen 
erhielt der Genannte außerdem noch eine „Lobende An- 
erkennung" (Diplom). Eine große bronzeue Medaille 
wurde Herrn H. v. Eönn „für das bestausgeführte Aqua- 
rium mit Springbrunnen" zuerteilt. Es war ein hübsches 
und gut bepflanztes größeres Aquarium, das vor allen 
Dingen auch zur Hauptsache mit einheimischen Fischen 
wie Bitterling, Ellritze, Stichling, Goldorfe, besetzt war. 
Herr C. Lohmann erhielt die kleine bronzene Medaille 
„für ein größeres Nußbaum-Aquarium", das mit Cabomba 
earoliniana und C. rosaefolia, Hydrilla verticillata, Lud- 
ivigia palustris und L. miilertti, Cyperus, verschiedenen 
Myriophyllum- Arten, Buppia occidentalis, Sagittaria lanci- 
folia und Ambulia heterophylla bepflanzt war und an 
Fischen Gambusen mit eigener Nachzucht. Osphromenus 
tridwpterus, Polyacanthus cupanus, Tricliogastcr lalius 
und Telragonopterns enthielt. Die gleiche Auszeichnung 



Verei ns-N achrichf eh . 



69 



empfing auch Herr O. Schröder für eigene Zucht vun 
Kletterfischen. Für Zucht von Makropoden erhielten die 
Herren A. Rudolph jr. in Halle a. S. und H. Binger je 
einen Vereinspreis, während dieselbe Auszeichnung- Herrn 
J. Fick für eine Sammlung gut gepflegter Barsche zu- 
gesprochen wurde. Mit einem Vereinspreis wurde auch 
Herr G. P. Huckfeldt bedacht für rote Zahnkarpfen und 
rote Posthornschnecken, während er für die Zucht des 
roten Zahnkarpfens noch eine besondere lobende An- 
erkennung erhielt. Je ein Diplom empfingen die Herren 
Wm. Harmsen (für ein großes Gesellschaftsaquarinm)- 
H. Schülke (für ein Aquarium mit den beiden Girardinus, 
Arten) und J. Rumpf (für einen mit Makropoden und 
punktierten Guraniis besetzten Behälter). 

Die niedere Tierwelt unserer Gewässer hatte Herr 
Gustav Kraupner in vorzüglicher Weise zur Schau ge- 
stellt. Die Namen der Tiere waren jeweils an den 
einzelnen Behältern zu finden. Man kann dem Genannten 
nur Dank wissen für diese ausgezeichnete Sammlung, auf 
die auf unsern Ausstellungen leider fast nie großes Ge- 
wicht gelegt wird und deren Zusammenstellung namentlich 
zu dieser Jahreszeit mit nicht unerheblichen Mühen ver- 
knüpft gewesen sein mag. Die große silberne Medaille 
war der wohlverdiente Lohn dieser Arbeit. Eine im 
Katalog nicht mit aufgeführte Schneckensammlung aus 
der Umgebung Hamburgs brachte Herrn E. Herms einen 
Vereinspreis ein. 

Herr Wolfgang F. Ewald-Berlin hatte den von ihm 
konstruierten zum Aufbewahren von lebendem Futter 
dienenden Futtertrichter in verschiedenen Größen aus- 
gestellt und außerdem diverse Fangapparate, namentlich 
für Planktonfischerei, sowie die zur Untersuchung des 
Planktons dienenden Glaswannen, Lupen, Pinzetten, 
Meßzylinder usw. Von demselben rührten auch eine 
Anzahl großer Wandtafeln her, die in bedeutender Ver- 
größerung die wichtigsten Planktonorganismen zeigten. 
Es wurde ihm für diese leider auch auf unsern Aus- 
stellungen viel zu wenig gezeigten Gegenstände die 
kleine silberne Medaille verliehen. 

Herr G. Habeiie erhielt für sein Fischfutter Piscidin 
einen Vereinspreis. Für eine Kollektion neu eingeführter 
und seltener Sumpfpflanzen wurde der Firma H. Henkel- 
Darmstadt ein Diplom zuerkannt. Unter den von dieser 
Firma ausgestellten, teilweise sehr hübschen Pflanzen fiel 
infolge ihres reizenden Habitus namentlich eine neue 
Cyperusart auf, und die als Cyperus flabellifor»iis be- 
stimmt wurde. Die Pflanze gefiel so allgemein, daß am 
letzten Abend der Ausstellung von Mitgliedern der 
..Salvinia" und des „Humboldt" noch eine gemeinschaft- 
liche Kollektivbestellung' darauf aufgegeben wurde. Die 
Pflanze dürfte eine hübsche Bereicherung unserer Sumpf- 
pflanzen bedeuten. 

Mit Diplomen wurden bedacht die Herren J. Gottfr. 
Mehler (für Aquarienuntersätze aus Tuffstein), Gebr. 
Michels (für Glasaquarien), Umbreit & Matthes, Leipzig- 
Plagwitz (für elektrischen Springbrunnen „Universal"), 



V. W . Becker, Berlin-Carlshorst, (für Glashilfsapparate) 
und die Verlagsbuchhandlungen: Creutz'sche Verlags- 
buchhandlung-Magdeburg und Hans Schultze-Dresden 
(für Literatur). — 

Die Ausstellung fand statt in den Räumen der 
„Alsterlust", in Gemeinschaft mit einer Ausstellung des 
„Verein der Kanarienfreunde" und hat sich, soviel ich 
später gehört habe, eines außerordentlich guten Besuches 
zu erfreuen gehabt. So kann denn die „Salvinia" auch 
mit dem Erfolg der diesmaligen Ausstellung zufrieden 
sein; sie wird wieder manche neuen Mitglieder dadurch 
gewonnen, zurückgebliebene angespornt haben zu neuem 
Versenken in die Mannigfaltigkeit des niederen Tierlebens. 
Für uns „Humboldtianer" aber war diese Ausstellung 
insofern von Bedeutung, als die „Salvinia" außer ihrem 
verdienstvollen IL Vorsitzenden vier Herren aus unserer 
Mitte zu Preisrichtern ei'wählt hatte, und zwar die 
Herren Johs. Peter, G. Goßler, P. Arnold und unser 
Ehrenmitglied Herrn Prof. Dr. Zacharias. den Direktor 
des Hamburger Botanischen Gartens. 

Die Wassernünze im Sunipfaquaiitiin. (Mit 1 

Orig.-Aufn. d. Verfassers.) — Während in diesem abnorm 
trockenen Sommer Feld und Flur vertrocknete und ver- 
dorrte, kam die anhaltende Hitze dem Sumpf- Aquarium 
außerordentlich zu statten. 

In keinem Sommer konnte ich noch ein derartiges 
rasches Wachstum, ein so anhaltendes Blühen beobachten, 
wie in diesem Jahre. Za. 90 cm ist das Pfeilkraut in 
etwa 10 Tagen gewachsen. Bedeutend übertroffen wird 
dies Wachstum noch von der Wasserminze. Ende Mai 
als kleines Zweiglein aus einem Wassergraben in das 
Sumpf- Aquarium verpflanzt, waren Ende Juli Pfeilkraut 
und Cyperus an Länge nach oben längst „überflügelt". 
Von da an begann das Blühen und das Treiben der Aus- 
läufer nach unten. Geradezu prächtig ist der Anblick 
der grünen Wildnis, die meine photogr. Aufnahme leider 
nur ungenügend wiedergeben kann. Aber nicht nur das 
Auge ist von dem üppigen Wachsen der Pflanze entzückt, 
auch die Nase findet Gefallen an ihr. Der feine zarte 
Pfefferminzduft macht sich beim Näherkommen in der 
angenehmsten Weise bemerkbar. Auch die blaß-lila- 
farbenen Blüten harmonieren prächtig mit dem saftigen 
Grün der Pflanze. Sind auch Pfeilkraut, Wasserschwert- 
lilie und die weißbestäubte Thalie (Thalia dealbata) 
wesentlich imponierender in ihrem Aussehen; das feine 
Aroma von Mentha aquatica geht ihnen ab und macht 
diese Pflanze empfehlenswert für jedes Sumpf- Aquarium. 
Alfred Troschütz, „Linne"-Hannover. 




1 yEREINS-tfWWr 

NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



„Triton", Verein für Aquarien- und Terrarien-Kunde 

zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 

Vereinslokal: Restaurant Ortler, Karlstraße 27. 

15. ordentliche Sitzung vom 20. Januar 1905. 

Der zweite Vorsitzende, Herr Diewitz, eröffnete die 

Sitzung gegen 9 Uhr, begrüßte die als Gäste anwesenden 

Herren und die zahlreich erschienenen Tritonen und 

erteilte dem Schriftführer das Wort zur Verlesung des 

Protokolls und des Berichtes über die XIV. Versammlung- 

Beides wurde genehmigt. Hierauf Verlesung eines Briefes 

unseres auswärtigen Mitgliedes Fräulein von Bülow. Das 

fesselnde Schreiben behandelt in der Hauptsache neue 

Anregungen über den Verkehr der auswärtigen Mitglieder 



mit dem „Triton" uud erregte das Interesse der Ver- 
sammlung. Fräulein von Bülow unseren Dank. Sodann 
gelangte ein instruktiver Artikel über Aquarienkunde 
und Pflege aus der Koburger Zeitung zur Verlesung. 
Unser Mitglied Herr Hoefer-Koburg ist der Verfasser 
desselben und hat mit vielem Geschick durch den Artikel 
die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf unsere Liebhaberei 
gelenkt. Die vor einigen Monaten ins Leben gerufene 
Import-Kommission teilte der Versammlung mit, daß sie 
mit Herrn Dr. Bade ein Abkommen getroffen habe, auf 
Grund dessen der Gelehrte im Februar eine Forschuugs- 
und Sammelreise nach Ägypten, Syrien und Palästina 
antreten würde. Die Reise habe den Zweck, wieder 



70 



Vereins^Nachrichteö . 



einmal die ideale Stellung des „Triton" zu den Natur- 
wissenschaften und der Liebhaberei praktisch zu beweisen. 
Die von Herrn l)r. Bade auf dieser Reise gesammelten 
Fische, Echsen, Schildkröten, Schlangen und sonstigen 
auf unsere Liebhaberei Bezug habenden Objekte werden 
Eigentum des „Triton" und nur an „Triton"-Mitglieder 
weitergegeben. Die Kosten dieser Reise sollen gedeckt 
werden einerseits durch die der Import-Kommission bereits 
zur Verfügung gestellten Gelder, andrerseits durch einen 
der Vereinskasse zu gewährenden Vorschuß von 550 Mk., 
eine Summe, für welche die Kommission die Bildung 
eines Garantiefonds vorschlage. Über die Vorschläge 
der Kommission entspinnt sich eine kurze lebhafte 
Diskussion, an der die Herren Dr. Schnee, Michow, Dr. 
Kammerer, Brandt und einige andere regen Anteil 
nehmen. Bei Beendigung der Diskussion stellt die An- 
tragstellerin fest, daß der Garantiefonds bereits durch die 
anwesenden Mitglieder vollgezeichnet sei, und so erklärt 
sich denn die Versammlung einstimmig mit den Vor- 
schlägen der Import-Kommission einverstanden. Herr 
Dr. Bade wird somit im Auftrage des „Triton" seine 
Forschungsreise antreten. Die Abreise ist auf Mittwoch, 
den 8. Februar festgesetzt. Herr Michow hielt sodann 
den angekündigten Vortrag über Modefische 1905. Dieser 
Vortrag erscheint unter dem Titel „Über Barben" in 
den „Blättern" und wird dadurch auch unseren aus- 
wärtigen Mitgliedern zugänglich gemacht. Die Aus- 
führungen über übereilte Nomenklaturen beanspruchen 
ein allgemeines Interesse, wir hoffen daher, daß auch 
andere Vereine sich mit der gelegentlich dieses Vortrages 
angeschnittenen Materie beschäftigen und dazu Stellung 
nehmen werden. Unter den von Herrn Michow im Ver- 
laufe seines Vortrages vorgezeigten Fischen erregte 
besonders die hier noch nicht gepflegte Nuria danrica 
allgemeines Interesse. Nach einer kurzen Pause hielt 
dann noch Dr. Bade einen Vortrag über: Der Schleier- 
schwanz und sein Bau mit besonderer Berücksichtigung 
der Verdoppelung der After- und Schwanzflossen. Dr. 
Bade gab durch Zeichnungen an der Wandtafel und 
Vorzeigung von Bildtafeln über den Bau der Karpfen- 
fische eine Grundlage für normale Bewertung von 
Schleierschwänzen, Seine Ausführungen werden voraus- 
sichtlich dazu führen, daß sich die Aquarienvereine 
untereinander über eine feststehende Bewertung bei 
Prämierungen einigen, wenigstens streben wir dieses im 
allgemeinen Interesse an. Um den Gedanken praktisch 
zu verwirklichen, wurde eine Schleierschwanz-Kommission 
gewählt. Sobald sie ihre Vorarbeiten beendigt hat, soll 
sie die besten Schleierschwanzkenner aus anderen Ver- 
einen zur Teilnahme an ihren Sitzungen einladen, um in 
gemeinsamer Beratung Thesen für richtige Bewertung 
aufzustellen. Wir hoffen, daß durch ein Hand- in 
Handgehen aller Interessenten der Liebhaberei ein 
Dienst erwiesen wird, und freuen uns, in gemeinsamer 
Arbeit mit anderen Vereinen etwas Gutes zu schaffen. 
Nach einem Kolloquium über Gruppenpflege schloß die 
Sitzung gegen 12 Ühr. Der ehrliche Chronist will nicht 
verschweigen, daß auch nach der Sitzung noch ein 
Stündchen gefachsimpelt wurde. M. 

„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Nürnberg. (E. V.) 

Vereinslokal: „Krokodil", Weintraubenstr. 

Sitzung vom 15. November 1904. 
Die Sitzung wird um 8 J /2 Uhr eröffnet. Der I. Vor- 
sitzende ersucht die zahlreich Anwesenden, den gefaßten 
Verwaltungsbeschluß, künftig die Sitzungen, ohne Rück- 
sicht auf die Zahl der Anwesenden, pünktlich zu eröffnen, 
im eigensten Interesse gütigst unterstützen zu wollen. 
Im Einlauf befinden sich außer den Zeitschriften die 
Austrittserklärungen der Herren Dr. Lahner-Ansbach und 
J. Faßold-Nürnberg, sowie Offerte und Einladungsschreiben 
des verehrl. Vereins „Isis" zum 10jährigen Stiftungsfest. 
Ein auf der Tagesordnung stehendes Referat über 
„Innere Vereinsangelegenheiten" erledigte der I. Vors. 
in trefflicher Weise. Redner kam auf verschiedene 
irrige Anschauungen zu sprechen, die sich über die 
Prämierung gelegentlich der letzten Ausstellung gebildet 
haben. Die Vereinstätigkeit dann noch besonders be- 
sprechend, ging der Referent auf die Schaffung ver- 
schiedener Neuerungen im Verein ein und ersuchte die 



Anwesenden herzlichst, so wie bisher auch fernerhin zum 
Besten des Vereins kräftigst mitwirken zu wollen. Den 
Ausführungen des Redners wurde allgemeine Anerkennung 
zuteil und gleichzeitig beschlossen, einige der empfohlenen 
Neueinführungen sofort zur Tat werden zu lassen. So 
ist schon des öfteren der Fall eingetreten, daß mehrere 
Mitglieder in einer Sitzung nicht die Gelegenheit erhielten, 
über irgend ein Thema zu sprechen, da seitens der Ver- 
einsleitung zu viel Material zur Besprechung vorlag. 
Um dem in Zukunft vorzubeugen, gelangen gedruckte 
Zettel zur Abgabe, auf denen die Bemerkung zu machen 
ist, ob man am betr. Sitzungsabend Mitteilungen, Vor- 
zeigungen usw. zu betätigen wünscht. Diese Notizen 
werden dann dem I.Vorsitzenden übergeben, der dieselben 
zur Besprechung bringt. Um ferner den Mitgliedern die 
vielseitige Literatur, dem Interesse der einzelnen ent- 
sprechend, leichter zugänglich zu machen und auch bei 
evtl. Anfragen geeigneten Aufschluß geben zu können, 
macht Herr Fischer die Mitteilung, daß er beabsichtige, 
ein Buch anzulegen, in welchem alphabetisch geordnet, 
alle in den Bänden der Bibliothek enthaltenen Artikel, 
Mitteilungen usw. so verzeichnet werden, daß man unter 
dem betr. Buchstaben sofort findet, welche Bücher usw. 
Aufschlüsse über das Gewünschte enthalten. Obwohl die 
Anlegung eines solchen, mit größter Peinlichkeit auszu- 
führenden Literatur- Verzeichnisses große Mühe und 
Aufopferung erfordert, so stellten sich doch auf Ersuchen 
sofort eine Anzahl Mitglieder zur Verfügung, um Herrn 
Fischer in Ausübung dieser Sache weitgehendst zu unter- 
stützen. — Gelegentlich der IL Allg. Fischereiausstellung 
hatten verschiedene Herren Gelegenheit, kleine, in einem 
Brutapparat gezüchtete Regenbogen-Forellen zu erhalten. 
Herr Fahrenholtz berichtet nun, daß seine Forellen 
sämtlich munter und jetzt nach 6 Wochen von l x / 2 — 2 cm 
bereits auf das Dreifache herangewachsen sind. Dieselben 
wurden in einem kleinen, gut bepflanzten Aquarium im 
stehenden, Wasser gehalten, welches niemals gewechselt 
wurde. Über gleich erfreuliche Resultate in der Pflege 
solcher Forellen konnten auch die Herren Längenfelder 
und Naumann berichten. Während erster Herr die 
große Freßbegierde seiner Forellen im allgemeinen 
schilderte, machte Herr Naumann noch die interessante 
Mitteilung, daß seine Fische auch gerne ans Trockenfutter 
gehen. Die Haltung der Kletterfische (Anabas scandens) 
bespricht Herr Scholz in eingehendster Weise, was in 
Anbetracht der in letzter Zeit für die Zucht dieser 
Fische zunehmenden Vorliebe freudigst anerkannt wird. 
Um über die Kalamitäten des Winters verhältnismäßig 
billig hinweg zu kommen, und um andererseits auch 
günstigere Erfolge in der Züchtung verschiedener Fische 
zu erreichen, haben sich mehrere Herren veranlaßt ge- 
sehen, sog. Warmhäuser im Zimmer zu bauen und mit 
Grudeheizung in Betrieb zu setzen. Solche Warmhäuser 
werden aus Winkeleisen hergestellt und sind, je nach 
den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, in jedem 
Zimmer leicht aufzustellen. Bis jetzt sind nur gute Er- 
fahrungen zu verzeichnen, und selbst in solchen Warm- 
häusern, die 8 — 12 Aquarien beherbergen, werden 
Temperaturen bis zu 24° 0. nachgewiesen, ohne daß 
dabei die Leistungsfähigkeit erreicht wäre. Eingehende 
Besprechung über praktischen Bau und evtl. Verbesserungen 
fand durch die Herren Siedow, Fischer, Bonnenberger. 
Lutz und Kalb statt. Für das seit mehreren Jahren au- 
gelegte und künstlerisch ausgestattete Photographie- 
Album: Frohe Stunden im „Heros" spendet Herr 
Naumann wieder eine Anzahl Aufnahmen von der Ex- 
kursion ins Schwarzachtal, wofür auch hiermit nochmals 
bestens gedankt sei. Die Anmeldung und Aufnahme des 
„Heros" im „Verein für Naturkunde" dient zur freudigen 
Kenntnis. 

„Salvinia", Verein von Aquarien- und Terrarienfreuuden 
zu Hamburg. 

Vereinslokal: Börsenhotel, Mönkedamm 7. 
Brief adresse: Otto Tofohr, Hamburg 6, Bartelsstr. 74. 
Versammlung am 19. Januar 1905. 
Die Sitzung ist derartig gut besucht, daß es fast an 
Platz gebricht, alle Erschienenen unterzubringen. Es soll 
zur nächsten Sitzung für weiteres Tisch- und Stuhlmaterial 
gesorgt werden, damit den Versammelten tür die Zukunft, 
auch wenn sie noch so zahlreich kommen sollten, eine 



Vefeins-Nachrichten. 



71 



unliebsame Engigkeit iu der Sitzweise erspart ' werde. 
Im übrigen herrscht allgemeine Zufriedenheit über das 
neue Lokal. Die Revisoren berichten über den Befund 
der Kasse und der Kassenbücher. Da dieselben Ein- 
wendungen nicht zu machen haben, wird dem Gesamt- 
Vorstande für das verflossene Geschäftsjahr 1904 Entlastung 
erteilt. Die angezeigte Demonstration und Beschreibung 
einer Sammlung chinesischer Schlangen neuesten Imports 
durch den Unterzeichneten, muß wegen Erkrankung des 
Referenten bis zur nächsten Sitzung verschoben werden. 
Dnser Gast. Herr Dr. med. J. Dräseke, Nervenarzt in 
Hamburg, hält einen hochinteressanten Vortrag über das 
Gehirn der niederen Wirbeltiere (Eische, Reptilien, Am- 
phibien und Vögel), dem wir das folgende entnehmen: 
Einleitend schickte der Vortragende kurz die Entwick- 
lungsgeschichte des Rückenmarks und des Gehirns voraus. 
Er legte dar, wie das Nervenrohr bei dem entstehenden 
neuen Individuum sich vom äußeren Keimblatt abschnürt 
und wie dann bald darauf der Teil des Nervenrohres, 
der im Bereich des sich entwickelnden Kopfes liegt, zu 
drei Bläschen, dem Vorder-, Mittel- und Hinterhirn, 
sich erweitert. Jedes dieser drei Hirnbläschen verfolgte 
der Vortragende darauf bei den genannten niederen 
Wirbeltiergruppen. Das Vorderhirn gliedert sich seiner- 
seits wiederum in drei Teile, in einen Riechapparat, in 
das sogenannte Stammganglion und in den Hirnmantel. 
Nur mit letzterem beschäftigte sich der Vortragende 
eingehender. Gerade die Entwicklung dieses Hirnteiles 
erregt das Interesse umsomehr, weil an ihn alle, höheren 
geistigen Funktionen in der Wirbeltierreihe gebunden 
sind. Bei den Knochenfischen und den Schmelzschuppern 
stellt dieser Hirnmantel nur ein dünnes, zartes Häutchen 
dar; bei den Rochen und Haien dagegen ist dasselbe 
besonders vorn stark verdickt. Weiter in der Wirbel- 
tierreihe heraufsteigend, verändert sich dieses zarte Häuf- 
chen dadurch aber wesentlich, daß in ihm eine Reihe 
von Nervenzellen auftreten, die wiederum durch ihre 
Nervenfasern mit Nervenzellen und Fasern anderer Ge- 
hirnteile in Verbindung treten. So entwickelt sich, 
immer weiter schreitend, bei Amphibien, Reptilien und 
Vögeln der Hirnmantel, der später in den Großhirn- 
hemisphären der höheren Säugetiere seine mächtigste 
Entwicklnng erlangt. Das 2. Hirnbläschen, das Mittelhirn, 
zeigt bei niederen Wirbeltieren einen großen Nervenfaser- 
reichtum. An diesem Hirnteil beobachtet man vergleichend- 
anatomisch am wenigsten grobe äußere Formveränderungen. 
Rei Fischen und Vögeln ist das Mittelhirn mächtig ent- 
wickelt, denn aus ihm entspringen die beiden Sehnerven, 
die zumal bei den Vögeln, welche aus den verschiedensten 
Höhen scharf sehen müssen, stark entwickelt sind. Mit 
dieser großen Wichtigkeit des Mittolhirns für die Vögel 
mag es auch wohl zusammenhängen, daß dieser Hirnteil 
seine Lage zu den anderen Hirnteilen nur in den ersten 
Entwicklungs-Stadien so beibehält wie bei den übrigen 
Wirbeltieren. Während er embroyonal noch in der 
Mitte und an der Oberfläche der ganzen Gehirnanlage 
zu finden ist, rückt er dann bald in eine seitliche und 
mehr untere Lage, so daß man das Mittelhirn der Vögel 
am leichtesten finden kann, wenn man die untere Fläche 
des Gehirnes betrachtet, an der das Mittelhirn beider- 
seits in Gestalt von zwei kugeligen Vortreibungen er- 
scheint. Nnch Besprechung dieser beiden Hirnteile wies 
Herr Dr. Dräseke kurz auf die an der Grenze beider 
liegende Zirbeldrüse hin. Er schilderte ihren Bau nur 
bei den Reptilien eingehender und erwähnte, daß dieses 
Organ früher als drittes an der Stirn gelegenes Auge, 
jetzt wohl mehr als Organ für Temperaturempfindungen 
aufgefaßt wird. Von dem dritten Hirnbläschen besprach 
der Herr Vortragende nur einen Teil desselben: das 
Kleinhirn. Bei kriechenden niederen Wirbeltieren, bei 
der Mehrzahl der Amphibien und Reptilien ist dieser 
Hirnteil schwach, bei den Fischen und Vögeln dagegen 
stark entwickelt. Besonders die Ausnahmen von diesem 
allgemeinen Satz sind sehr interessant und legen neben 
dem rein vergleichend-anatomischen Interesse vor allem 
die Frage nach der Funktion dieses Hirnteiles nahe. So 
haben von den Reptilien die Krokodile und von den 
Schildkröten diejenigen, die im Wasser leben, ein auffallend 
gut entwickeltes Kleinhirn. Es handelt sich also bei 
diesen scheinbaren Ausnahmen um Tiere, die zum. Teil 
ungewöhnlich geschickte Schwimmer sind. Zieht man 



hierzu ferner die Tatsache heran, daß die Fische und 
Vögel — jede Gruppe in ihrem Element — sich äußerst 
sicher und gewandt bewegen, so wird man unwillkürlich 
zu der Annahme gedrängt, daß das Kleinhirn der Auf- 
rechterhaltung des Gleichgewichtes dient und diese An- 
nahme ist auch durch das Experiment am Tier bewiesen. 
Zum Schluß zeigte Herr Dr. E. Dräseke an der Hand 
seiner großen Gehirnsaminlung die von ihm herangezogenen 
Befunde am Material selbst. Reicher Beifall lohnte den 
Redner, dem wir auch an dieser Stelle nochmals unseren 
verbindlichsten Dank aussprechen möchten! Zur Gratis- 
verlosung gelangen rote Posthornschnecken und punktierte 
Guramis. Verkauft werden: Gambusia holbroolä, Diamant- 
barsche und Chanchitos. Fragckasten. Schluß 12 Uhr. 

0. Tofohr. 

? jlsis"j Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 

München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 

Donnerstag, den 13. Oktober 1904. 
Zur Verlesung und Genehmigung gelangen die Pro- 
tokolle der 20. und 21. Vereinsversammlung. Im Ein- 
lauf: Offerte Koppe und Siggelkow-Hamburg und der 
Tierhandlung AVolff-Hamburg. Tagesordnnngdes „Triton"- 
Berlin. An Zeitschriften liegen auf: „Nerthus" Heft 19 
und 20, „Wochenschrift" No. 28 und No. 19 der „Blätter". 
Eine Anzahl einschlägiger Veröffentlichungen wird ver- 
lesen. Die ,,Wochenschrift" No. 28 bringt den ange- 
kündigten Vortrag des Herrn Köhler-Leipzig: „Was wir 
wollen!" Nicht mit allem, aber doch mit einem großen 
Teil der Ausführungen des Herrn Köhler sind wir ein- 
verstanden. „Blätter" No. 19 Fortsetzung des Artikels 
„Süßwasser-Mollusken-Fauna in der nächsten Umgegend 
Münchens" von unserem Herrn Sigl. Gute Photographien 
verschiedener Schneckengehäuse durch Herrn Dr. Bade 
erläutern den Aufsatz aufs beste. „Ein Opfer seines 
Appetits" heißt ein kleiner Aufsatz von A. Troschütz 
„Linnaea"-Hannover. Wir haben schon bessere Sachen 
von Troschütz gelesen. Wenn man den Aufsatz studiert 
hat, fragt man sich unwillkürlich: „Was habe ich jetzt 
gelernt?" Nichts, muß die Antwort sein. Solche Ver- 
öffentlichungen nehmen zwecklos den Platz in den 
„Blättern" weg. „Über Meeresalgen im Süßwasser- 
Aquarium" schreibt Herr Dr. P. Kammerer. Seine inter- 
essanten Ausführungen dürften den Besitzern von See- 
wasseraquarien recht willkommen sein. Herr E. Stehr 
berichtet über die Pflege und Zucht des Tetra gonopterus. 
Zur Bestellung gelangt eine Anzahl Pflänzchen von He- 
theranthera graminifolia. Bestellte Lacerta serpa, reti- 
culata und var. sicula sind von Marinea, Sizilien, ein- 
getroffen. Die Tiere kamen sämtlich gut an und gingen 
sofort in die Hände der Interessenten über. 

Donnerstag, den 20. Oktober 1904. 

Das Protokoll der letzten Vereinsversammlung wird 
verlesen und genehmigt. Im Einlauf: Karte des Herrn 
Rudolf Mandee-Prag. Genannter Herr ersucht, ihm für 
ein illustriertes Jahrbuch der Aquarien- und Terrarien- 
sache für 1904 die nötigen Daten zugehen zu lassen. Dem 
Wunsche wird entsprochen werden. Brief des Herrn 
Andres aus Ramleh. Herr Andres schreibt u. a. auch 
folgendes: „Vor zirka 4 Monaten verlor das Tierchen 
(ein Gecko aus Cairo) durch einen mir unaufgeklärten 
Zufall ein Auge vollständig, das andere war sofort mit 
Blut infiziert und es konnte mit demselben (dem 
Auge) nicht mehr sehen. Trotzdem habe ich das 
Tierchen bis jetzt am Leben erhalten. Jeden zweiten 
Tag bekommt es seine Portion Fliegen oder 1 — 2 Heu- 
schrecken. Es läßt sich ohne Schwierigkeit füttern und 
weiß genau worum es sich handelt, wenn ich es aus dem 
Terrarium nehme, es öffnet nach 2 — 6 leichten Schlägen 
sofort das Maul. Gehäutet hat es sich bis jetzt erst 
einmal; das ganze Auge fiel mit aus und schien durch 
ein neues ersetzt und ich glaubte schon, die Sehkraft sei 
zurückgekehrt, doch war dies leider nicht der Fall." An 
Zeitschriften liegt lediglich „Wochenschrift" No. 29 auf. 
Herr F. Ewald unterrichtet uns über das Aquarium auf 
Helgoland. Unter den Vereinsuachrichten interessiert 
derjenige der „Salvinia"-Hamburg besonders und hier 
wieder die brieflichen Mitteilungen des Herrn Flürschütz- 
Paris an die „Salvinia" in Hamburg. Herr 0, Brüning 



72 



Vereins-Nachrichten. 



bringt unter „ Verbaudsnachrichten" eine Entgegnung auf 
den Vortrag des von Herrn W. Köhler seinerzeit ge- 
haltenen Vortrages „Was wir wollen". Der Bibliothek 
werden einverleibt: W. Geyer, die Wassergewächse der 
Heimat, Lehmann, Die Schnecken und Muscheln Deutsch- 
lands und Leonhard, Die Bastarde der deutschen karpfen- 
ähnlichen Fische. Herr Sigl konstatiert, daß Physa acuta 
und Physa fontinälls in der Umgegend Münchens vor- 
kommen. Von den Herren Kainradl und Url-Riva ist 
eine größere Anzahl von Lacerta muralis fusca nebst 
einem Brief eingelaufen. Die Echsen gelangen an die 
Interessenten zur Verteilung. Verkauft werden 3 Stück 
Lacerta peloponnesiaca aus dem Taygetos. Herr K. Notar 
Braun ersucht um Zusendung von Wasserpflanzen. Zur 
Aufnahme in den Verein ist angemeldet: Herr Dr. Theo- 
dor Kitt, K. Professor an der tierärztlichen Hochschule 
hier. Die Kugelabstimmung über genannten Herrn er- 
folgt in der nächsten Vereinsversammlung. Der Vor- 
sitzende gibt bekannt, daß am nächsten Donnerstag außer- 
ordentliche Mitgliederversammlung stattfindet, an diese 
anschließend Vereinsversammlung. 

Außerordentliche Mitgliederversammlung Donnerstag, 
den 27. Oktober 1904. 

Der I. Vorsitzende eröffnet die außerordentliche 
Mitgliederversammlung, zu der bestimmungsgemäß schrift- 
liche Einladung ergangen war. Die Tagesordnung um- 
faßt folgende zwei Punkte: 1. Bereitstellung von Mitteln 
zur Durchführung des 10. Stiftungsfestes. 2. Ernennung 
eines Mitgliedes zum Ehrenmitgliede. Zu Punkt 1. Die 
vom Festkomitee zur angemessenen Durchführung des 
10. Stiftungsfestes geforderten Mittel in der Höhe von 
140 Mk. werden nach den Ausführungen des Vorsitzenden 
einstimmig genehmigt. Zu Punkt 2. Auf Vorschlag des 
Vorstandes und nach Begründung durch den I. Vor- 
sitzenden wird unser bisheriges Mitglied und zurzeit 
IL Vorsitzender, Herr Eduard Stiegele, mit besonderer 
Berücksichtigung des Umstandes, daß Herr Stiegele als 
Gründer des Vereins zu gelten hat, nach nunmehr 
lOjähr. Bestehen des Vereins, ferner in Erwägung dessen, 
daß Herr Stiegele für die finanzielle Hebung des Vereins 
große Opfer gebracht hat, einstimmig zum Ehrenmit- 
gliede ernannt. Herr Stiegele ist von diesem Beschlüsse 
ungesäumt zu verständigen. Hierauf Eintritt in die 
24. Vereinsversammlung, welche, wie üblich, mit 
Verlesung und Genehmigung des Protokolls der letzten 
Vereinsversammlung eingeleitet wurde. Im Einlauf: 
Karte unseres Herrn Lehrs aus Freiburg i. Br. sowie ein 
Brief des Herrn Andres-Alexandrien. Herr Andres spricht 
seinen Dank für die Übermittelung einer Anzahl Lacer- 
tiden aus. Offerte Schwartze-Hamburg in Reptilien. 
Herr Giegold-Ingolstadt meldet seinen Austritt an. Herr 
Labonte hier, ein junger eifriger Aquarianer, sucht um 
Aufnahme in den Verein nach. Die Kugelabstimmung 
erfolgt in der nächsten Vereinsversammlung. Die Kugel- 
abstimmung über Herrn Dr. Kitt, K. Professor an der 
tierärztlichen Hochschule hier, Klenzestraße 31/111 ergibt 
Aufnahme. Einen solchen bedeutsamen Gelehrten in 
unserer Mitte zu wissen ist eine Ehre für den Verein. 
Die „Salvinia"-Hamburg erläßt Einladung zu der im 
Monat Dezember stattfindenden Ausstellung. An Zeit- 
schriften liegen auf: „Natur und Haus" No. 1 und 2. 
In Heft 1 erfreut uns Herr Dr. Krefft mit seinen „herpe- 
tologischen Reiseerinnerungen aus Chile". Zu einer 
hübschen Farbentafel gibt Herr P. E. (Engmann) in- 
struktive Erläuterungen über die dort abgebildeten fremd- 
ländischen Fische. Unter „Kleine Mitteilungen" belehrt 
uns Herr Dr. Schnee, daß es Gecko gibt, die auch Wein 
trinken können. Heft 2 Schluß der „herpetologischen 
Reiseerinnerungen aus Chile" von Herrn Dr. Krefft. 
„Wochenschrift" No. 30. Herr W. Köhler berichtet über 
Polyacanthns cupanus, Herr Tofohr über Iguana tuber- 
culata. Beide Arbeiten werden durch gute Photographien 
unterstützt. Unter „Kleine Mitteilungen" bringt Herr 
Dr. W. Wolterstorff zur Frage der Konservierung von 
Aquarien- und Terrarientieren sowie bezüglich der Fütte- 
rung der Molche instruktive Ausführungen. Zum Bericht 
der „Nymphaea"-Leipzig vom 18. Oktober, in welchem 
Berichte der Aufsatz unseres Herrn Sigl „Süßwassser- 



Mollusken-Fauna der nächsten Umgebung Münchens und 
ihr Wert für das Aquarium" besprochen wurde, möchten 
wir anfügen, daß wir mit den Ausführungen der „Nym- 
phaea" vollsändig einverstanden sind und für die sach- 
liche Erinnerung bestens danken. Aus dem Text des 
Sigl'schen Aufsatzes erhellt seine Ansicht über die Art- 
selbständigkeit von Paludina fasciata freilich nicht deut- 
lich. Unter der gegebenen Photographie steht auch aus- 
drücklich „ Paludina vivipara var. fasciata". Herr Sigl 
erinnert sich aber nicht diese Etikette geschrieben und 
mit dem Schneckengehäuse Herrn Dr. Bade eingesandt 
zu haben. Herr Rembold überweist dem Verein einen 
hübschen Petrefakten für die beabsichtigte Verlosung beim 
10jährigen Stiftungsfeste. Herr Seifers verteilt eine An- 
zahl Pflänzchen von Heteranthera graminea aus Nieder- 
kalifornien zur weiteren Pflege an die anwesenden Mit- 
glieder. Durch Herrn Müller werden sodann demonstriert 
und besprochen : Lacerta muralis aus Spanien (Provinz 
Estremadura), Lacerta oxyeephala var. tomasini (Herze- 
gowina) und Lacerta bedriagae (Korsika). Die durch 
den Verein importierten Echsen fanden raschen Absatz. 

„Hertha", Vereinigung für Aquarien- und Terrarien- 
kunde zu Berlin. (E. V.) 

Sitzungslokal: „Wendt's Central clubhaus", am Königs- 
graben 14 a. 
Sitzung: Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. 
Sitzung vom 19. Januar 1905. 

Im Anschluß an das Protokoll der Sitzung vom 
5. Januar beantwortete Herr Dr. Bade die Anfrage nach 
dem wissenschaftlichen Namen der doppelt punktierten 
Barbe dahin, daß dies Barbus ticto sei, während die 
bisher so bezeichnete einfach punktierte Barbe als Barbus 
pyrrhopterus (feuerflügelig) bestimmt sei. Im Einlauf 
befand sich das.Mande'sche Jahrbuch, dessen Zusammen- 
stellung und Übersicht als gut gelungen bezeichnet 
werden muß. Doch sind die Abbildungen mangelhaft, so 
läßt beispielsweise Rivulus elegans jede Eleganz vermissen. 
Bei Erwähnung der Heizsysteme fehlen gerade jene, die 
wir als bestbewährte befunden haben: das Wendorf sehe 
sowie das Triumphsystem. Von Fachzeitschriften und 
Vereinen existieren auch mehr als dort erwähnt. Der 
Herausgeber scheint bedauerlicherweise über Vieles noch 
nicht genügend informiert zu sein und ist zu wünschen, 
daß sich dieser Mangel bis zur Herausgabe des folgenden 
Jahrbuches ausgleicht. In „Blätter" No. 2 interessiert 
die Tabelle über Wassertemperaturen in den Tropen. 
Jedenfalls ist es nicht ratsam, von den Temperatur- 
schwankungen größerer Gewässer auf die der Aquarien 
zu schließen. Eine nächtliche Abkühlung auf die Dauer 
darf ca. 5° nicht übersteigen und ist davor zu warnen, 
bei starkem Frost die Heizung eines am Fenster stehenden 
Aquariums völlig zu löschen. Die „Wochenschrift" No. 3 
bringt mit dem Köbler'schen Artikel über die Gambusen- 
frage treffliche Illustrationen, doch hätte der Verlag 
wohl daran getan, die Beilage im Format dem der Zeitung 
gleich zu machen. Aus „Nerthus" No. 1 wird der 
Artikel über das Laichgeschäft der Stichlinge dringend 
empfohlen. Es wurde beschlossen: für die uns in 
dankenswerter Weise seitens des Herrn Dr. Bade ge- 
spendeten Photographien 2 Albums anzuschaffen, ferner 
für das Herbarium einen Sammelkasten und für die 
Bibliothek Janson: Meeresforschung und Meeresleben, 
Dr. Bade: Der Schleierschwanz und von demselben: Der 
Chanchito. Es wurde beantragt, den Mitgliedern für 
besondere Verdienste resp. Erfolge in der Liebhaberei 
Preise oder Diplome auszusetzen. Dieser Antrag, von 
dem wir uns gute Früchte versprechen, wird angenommen, 
es soll die Feststellung und Bearbeitung der Frage, 
welcher Art die Verdienste sein müssen, dem Vorstande 
anvertraut werden. Herrn Schulz wurde 1 Paar Rivulus 
elegans zwecks Nachzucht und ev. Verteilung derselben 
übergeben. Herr Westphal berichtigt seine Bemerkung 
über Barbus ticto dahin, daß er den Fisch nunmehr im 
Hochzeitskleide gesehen habe und die Berichte über die 
prachtvolle Färbung bestätigen müsse. Herr Dr. Bade 
gab uns sehr wissenswerte Erläuterungen über Fisch- 
importe. G. S. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 26 ; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



§i?iefkasfen. 



Auf Seite 26 „Praxis der Aquarienkunde" von Dr. E. 
Bade ist die Beschreibung und Abbildung eines von Köhler- 
Prag hergestellten Heizapparates gegeben. Ich ließ nun 
zur Heizung von drei Glasaquarien drei dieser Heizapparate 
vom Klempner herstellen. Die Aquarien sind vorwiegend 
mit Elodeä, Myriophyllnm- Arten und Vallisneria spiralis 
bepflanzt und mit amerikanischen Barscharten bevölkert. 
Hei der Heizung hat sich nun folgender Übelstand einge- 
stellt. Das Wasser wurde nach ca. 5 — 6 Tagen ununter- 
brochener Heizung vollständig trübe und zwar durch Zer- 



setzung des Zinkblechs. An der Außenseite der Heiz!-' 
bildete sich ein weißer Niederschlag. Das Wasser befindet 
sich in den einzelnen Becken ca. *U Jahr und ist bei gutem 
Pflanzenwuchs bisher kristallklar gewesen. 

1. Kann die Zersetzung des Zinks durch die Nachts 
\i>ii den Pflanzen abgeschiedene Kohlensäure erfolgt sein. 
oder ist ein so hoher Säuregehalt des Wassers denkbar. 
daß er auf das Zink einwirken könnte? (Benutzt ist Fluß- 
wasser.) 

2. Wie ist dem Übelstande wirksam abzuhelfen? 

Für Ihre freundl. Bemühungen danke ich Ihnen im 
voraus bestens. E. F., Herzberg (Elster). 



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wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
(Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie : See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
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vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

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Bitte! 



In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u. Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
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zu richten sind. 



Für den Nachbezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. 1 
bis in broschiert ä Mk. 3, Bd. V— Vm broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XUI— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
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sind, versenden wir diese Decke gegen vorherige Einsendung von 1 Mk. 
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Verlag der Cr eutz 'sehen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



23. Februar 1905. 



Jahrgang XVI. 



W 



W. 



INHALT 

Die Eidechsen Dalmatiens. 
Die Schwanz- u. Afterflossen 

des Schleierschwanzes. 
Neue Bahnen ! 



Vereinsnachrichten : 
Berlin. München. 







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Jahrgang XVI. 
Heft 8. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



Die Eidechsen Dalmatiens. 

Von Dr. F. Werner. (Mit 2 Originalzeichnungen von L. Müller-Mainz.) 



(Nachdruck verboten.) 



(Schluß.) 




einer Ansicht nach ist die L. mellissellensis 
eine serpa, ebenso wie faraglionensis 
und wahrscheinlich direkt von der var. pelagösae 
abzuleiten. Dafür spricht die bedeutende Größe 
dieser Inselform, welche die der größten fiumana 
beträchtlich übertrifft (Kopfrumpflänge 75 mm 
beim ä. Kopflänge bis 18,5 mm. also genau 
ein Viertel der ersteren, ganz wie bei serpa, 
bei fiumana aber ziemlich genau % der Kopf- 
rumpflänge; auch die spitzige Schnauze, die 
großen blauen Achselflecke und auch die viel- 
fach direkt mit der der pelagösae vergleichbare 




Originalzeiclmung nach dem 

Leben für die „Blätter" von 

Lorenz Müller-Mainz. 



Zeichnung des ö lassen 

die geringen Beziehungen 

zu fiumana (deutliche und 

scharfe Längsstreifung des 

Q — aber auch bei serpa- 

9 , speziell pelagosae sehr 

gewöhnlich; etwas größere 

Schläfenschuppen — aber 

in der Regel doch deutlich 

kleiner als bei fiumana und mit deutlichem 

großen Massetericum-Schildchen) unwesentlich 

erscheinen. Die mir in einer guten Serie vor- 



liegende mellissellensis hat die Eigentümlichkeit, 
daß die Schwänze der 6 d, die meistens ab- 
gebissen und nachgewachsen sind, dick, feist und 
förmlich fettglänzend sind, was lebhaft an die 
Balearen-Eidechsen (L. halearica und Lilfordii) 
sowie an die maderensische L. Dugesii erinnert, 
bei denen auch die primären Schwänze bereits 
dieses saftstrotzende Aussehen haben. 

Keine Lacerta aus der Verwandtschaft der 
L. tanrica, weder diese selbst noch littoralis noch 

jonica, zeigt auch nur 
eine Spur von Hinneigung 
zum Melanismus. Ich 
habe von ersterer Art 
gewiß über hundert, von 
den beiden anderen aber 
gewiß schon gegen tau- 
send Stück gesehen, aber 
niemals ein einziges be- 
merkenswert dunkles da- 
runter. Auch der Unter- 
schied in der Bauch- 
färbung (blau bei L. 
faragli onensis, s ch warz 
bei mellissellensis) kann 
nicht gegen die Ableitung 
der letzteren von L. serpa angeführt werden, da 
die Bauchfärbung bei der serpa - Stammform 
durchaus nicht selten rot ist, wie bei littoralis 
und überhaupt mit Ausnahme der grünlichen 
(gelb- bis blaugrünen) Färbung bei letzterer die-. 
selbe Färbung der Unterseite vorkommt wie bei 
serpa. Wahrscheinlich ist der gelbe Farbstoff 
der serpa-Bauchseite derselbe, der in dichterer 
Masse als roter Farbstoff der Uttoralis-'B-a.uch- 
seite auftritt; die blaubäuchige Form muß aber 
aus der — sehr häufigen — weißbäuchigen ab- 
geleitet werden, bei welcher unter Verdunklung 



Lacerta serpa 
mellissellensis Braun. 



74 



Dr. F. Werner: Die Eidechsen Dalmatiens. — Dr. E. Bade: Die Schwanz- u. Afterflossen usw. 



der Gesamtfärbung durch Auftreten eines 
schwarzen Farbstoffes in der Haut auf der 
Bauchseite durch die Überlagerung der schwar- 
zen Färbung- durch luftführende Zellschichten 
(welche ohne schwarze Grundlage eben weiß er- 
geben) wie überall bei den Reptilien die blaue 
Färbung resultiert. Beim Fehlen luftführender 
Zellen entsteht Schwarzfärbung, und zwar totale, 
während bei Lacerta muralis die Schwarz- 
färbung (var. nigriventris Bp.) durch immer 
mehr ausgedehnte dunkle Fleckenbildung all- 
mählich vorbereitet wird und zwar ebenso von 
weißer wie roter Grundfärbung aus. Übrigens 
geht andererseits die melanotische, blaubäuchige 
L. lilfordi, wie so ziemlich außer Zweifel steht, 
aus einer rotbäuchigen Form (L. halearica) her- 
vor, so daß wir erkennen können, daß schwarz- 
als blaubäuchige Formen durchaus nicht so 
gründlich verschiedener Ahstammung sein können; 
können wir doch auch sogar bei einem und dem- 
selben Individuum aus der towrica-Gruppe vom 
Frühling zum Herbst die Rückenfärbung von 
Grün nicht nur zu Braun, sondern auch (bei 
fiumana) zu kupferrot sich ändern sehen. — 

Lehrs hat das Vorkommen der Lacerta taurica, 
welche von Mehely in verschiedenen Teilen 
Ungarns nachgewiesen wurde, auch für die 
Herzegowina behauptet, nach einem von mir 
gesammelten und unter dem Namen „muralis" 
dem Berliner Museum überlassenen Exemplare 
Meines Erachtens spricht dieser Fund aber 
weniger für das Vorkommen der L. taurica da- 
selbst, als für die Identität von littoralis und 
taurica, geradeso wie manche jonica (z. B. von 
Korfu) nur mit Schwierigkeit von letzterer Art 
getrennt werden können. Diese drei Arten 
sind offenbar jungen Entstehungsdatums und 
noch nicht völlig scharf von einander geschieden. 
Erst durch die dauernde Trennung ihrer Ver- 
breitungsgebiete, die teilweise seit noch nicht 
langer Zeit vollzogen ist — (in Griechenland 
scheidet z. B. nur das von einem langen Tal, 
der Langhada, durchzogene Taygetos - Gebirge 
das Gebiet der jonica von dem der taurica) 
werden sich die drei Arten so voneinander 
sondern, wie alle drei von serpa oder pelopon- 
nesiaca geschieden sind. 

Über die Verbreitung der Lacerta viridis in 
Dalmatien wissen wir nicht allzuviel. Wenn- 
gleich die var. major dominiert, so mag es doch 
außer den Grenzgebirgen noch manches Gebiet 
geben, wo die typische Form vorkommt. Wie 
weit die große südliche Varietät nach Norden 
geht, ist nicht genau bekannt. Daß sie auf dem 



dalmatinischen Festland wie Zamenis dahlii ihre 
Nordgrenze bei Zara erreicht, ist wohl sicher; 
ob aber auf den Inseln Arbe und Pago sie oder die 
typische Form lebt, weiß man nicht. Jedenfalls 
fehlt die major auf den istrianischen Inseln, wo 
die typische viridis in oberseits oft recht dunklen, 
aber sehr stattlichen Exemplaren vorkommt. 

Was die übrigen Eidechsen Dalmatiens an- 
belangt, so ist die Blindschleiche relativ selten, 
während sie sowohl in Istrien als in Griechen- 
land eine häufige Erscheinung ist. Ophisaurus 
apus, der „Scheltopusik", in Dalmatien unter 
dem Namen „Blavor" bekannt, gehört dagegen 
zu den gemeinten Eidechsen des Landes und ist 
von Zara bis zur Südspitze, sowie auf den 
größeren Inseln häufig zu finden; von der Narenta- 
Mündung aus dringt er sowohl Narenta- auf- 
wärts gegen Mostar, als auch über das „Popovo- 
Polje" genannte breite Tal über Trebinje und 
Bilek in die Herzegowina vor, wo er stellenweise, 
aber nur in den warmen Teilen des Landes, 
ebenso häufig ist wie in Dalmatien. Auffallend 
ist es, wie selten man die Jungen dieser Art 
findet, welche sich durch ihr hellgraues, braun 
geflecktes und gebändertes Kleid sehr von den 
Erwachsenen unterscheiden. 

Endlich kommen in Dalmatien auch noch 
zwei Gecko- Arten vor, der HemidactyJus turcicus, 
von Zara bis Ragusa und wohl bis zur Südspitze 
auf dem Festlande sowohl im Freien unter 
Steinen und in Mauerspalten als auch in Woh- 
nungen, Kellern usw. gemein und außerordentlich 
gefürchtet. Auch die den Schlangen, ja sogar 
der Sandviper gegenüber tapfersten Dalmatiner 
wagen es fast niemals, einen Gecko auch nur 
anzurühren. Von den Inseln ist er von Bua 
Lissa und Lagosta nachgewiesen, kommt aber 
wohl auf den meisten anderen vor. Der gemeine 
Mauergecko (Tarentola mauritanica) ist bisher 
nur in Hafenorten (Zara, Sebenica, Lesina, 
Gelsa, Cittavecchia auf Lesina) gefunden und 
vermutlich durch die Schiffe der an der tune- 
sischen Küste Sardellen fangenden Fischer ein- 
geführt worden. 




(Nachdruck verboten.) 

Die Schwanz- und Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Von Dr. E. Bade. (Mit 36 Abbildungen.) 

\s ist heute eine vollständig feststehende 
Tatsache, daß unser gewöhnlicher Gold- 
fisch (Carassius auratus L.) nur eine Farben- 




Dr. E. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 



75 




Figur 1. 



Spielart der Karausche (Carassius vulgaris 
Nordm.J ist. die sich weit über Europa und 
Asien verbreitet und zwar stellt der Goldfisch 
die sogen. Hungerform, die langgestreckte Form 
der Karausche dar, deren 
unsinniger Name „Moor- 
karpfen" und „Giebel" 
immer wieder in der Lite- 
ratur ihr Unwesen treiben. 
Von dieser Hungerform der 
Karausche ist der Gold- 
fisch ein Albino, bez. stellt 
die Goldfärbung, wissen- 
schaftlich Xanthorismus, 
einen beginnenden Albi- 
nismus dar, weil die dunklen Chromatophoren 
der Zellen mit mehr oder weniger intensiv gelbem 
Pigment gefüllt sind und so den Fisch goldig 
erscheinen lassen. Aus dem Goldfisch selbst sind 
die bekannten Abarten: der Schleierschwanz, 
Teleskop und durch Kreuzung beider der Teleskop- 
schleierschwanz, sowie das Himmelsauge und der 
Eierfisch entstanden. Bei dem Schleierschwanz 
interessiert im hohen Maße die Verdoppelung der 
Schwanz- und Afterflossen, die sonst bei allen 
wild lebenden Fischen nur in einfacher x^nzahl 
vorhanden sind. Dieses Auftreten der Ver- 
doppelung aller Flossen, bis auf die 
Rückenflosse — die dem Himmelsauge 
und dem Biertisch vollständig fehlt — 
weist schon darauf hin, daß alle diese 
Merkmale nur durch zweckmäßige Ver- 
paarung geeigneter Tiere 
im Laufe der Jahre dem 
Fische angezogen wurden. 
Eine nähere Unter- 
suchung der Verdoppelung 
der Schwanz- und After- 
flossen beim Schleier- 
schwanz hat vor kurzer 
Zeit S. Watase, Na- 
gasaki in den Ver- 
öffentlichungen der /!. 
japanischen Uni- Jp 
versität in Tokio m3t&^ 
niedergelegt, des- 
sen Ausführungen 
ich hierin großen Zügen folge, und 
denen ich auch die Abbildungen 
entnehme. Die Untersuchungen 
wurden im Herbste 1885 begonnen 
und bis zum Sommer des folgen- 
den Jahres unter der Aufsicht von Professor 
Mitsukuri und Professor Jjima fortgesetzt. 



After. 




Figur 3 



Die Japaner unterscheiden im allgemeinen 
drei verschiedene Formen des Goldfisches: den 
„Japaner", den" „Koreaner" und den „Loo- 
chooaner". Die japanische Form oder „Wakin" 
hat einen schlanken Körper und erinnert in 
diesem an die als „Hungerkarausche" bekannte 
langgestreckte Karausche, die vielfach unsinniger- 
weise bei uns immer noch als „Moorkarpfen" 
angesprochen wird. Die koreanische Art 
„Maruko" oder „Ranchiu" genannt, ist durch 
einen außerordentlich kurzen Körper gekenn- 
zeichnet, der in einigen Fällen von fast runder 
Gestalt ist. Die Rückenflosse fehlt dem Tiere 
gewöhnlich und der Kopf ist meist von rauh 
aussehenden Auswüchsen der Haut entstellt, die 
oft eine bedeutende Größe erreichen. In diesem 
„Maruka" erkennen wir unschwer den Eierfisch 
(Carassius auratus var. ovi- 
formis Zernecke), der leider 
nur in wenigen Exemplaren 
bei uns vertreten ist. Sein 
Schwanz und die Afterflossen 
sind doppelt, jedoch wird 
ersterer nie so lang wie es 
bei einem mittelmäßigen Schleierschwanz der Fall 
ist. Bei dem abgebildeten Exemplare (Fig. 1) ist 
besonders der dreilappige Schwanz beachtenswert, 
der in S noch ein sichelförmiges An- 
hängsel trägt. Die Unterseite der 
Schwanzpartie (Fig. 2) gibt die ge- 
paarten Afterflossen A wieder. 

Die „Loo-chooan-Art" oder der 
,Riukin" erinnert in dem 
kurzen Körper auffallend 
an die typische Form der 
Karausche, sie kommt dem 
Schleierschwanz nahe, 
dessen Zuchtrichtung bei 
uns in den letzten Jahren 
besonders gepflegt wurde. 
Von ihr sagt Wat- 
ase, daß sie den 
schönsten Schwanz, 
der sehr breit und 
oft länger als der 
übrige Körper ist, 
besitzt. Die Form 
wird durch die Abbildungen 3 in 
der Rückenansicht und in Fig. 4 
durch die Seitenansicht wieder- 
gegeben. 

Als Ausgangspunkt für die 
jetzt bei uns beliebte Zuchtrichtung können wir 
den „Riukin" ansehen, nur verlangen wir heute 




^J 



76 



Dr. E. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 




Figur 5. 



von guten Tieren eine höhere Rückenflosse und 
länger ausgebildete Brust- und Bauchflossen, so- 
wie einen stärker entwickelten Schwanz, wie es 
Fig. 3 und 4 zeigen. 

Als Heimat des „Riukin" ist Japan nicht 
anzusehen, sondern wahrscheinlich China, denn 
die japanische Geschichte bringt Belege dafür, 
daß der Fisch aller Wahrscheinlichkeit nach zu- 
erst aus China im Anfange des 16. Jahrhunderts 
nach Japan gelangte. Später ist das Tier wieder- 
holt in Zwischenräumen aus China und Korea 
nach Japan gelangt. 

Bei allen Goldfischabarten zeigt sich die 
Schwanzflosse der größten Veränderung unter- 
worfen. Sie besitzt: 1. drei Lappen, einen mitt- 
leren und zwei seitliche äußere; 2. sie besteht 
aus zwei getrennten Hälften, ist gepaart, so die 
Stammform zum verlappten Schwanz gebend und 
3. sie steht vertikal und ist normal, wie beim 
gewöhnlichen Goldfisch. (Fig. 5, 6 u. 7.) In 
den ersten beiden Fällen sind die 
Schwanzlappen mehr oder weniger 
horizontal ausgebreitet. 

Nach der Schwanzflosse unter- 
zieht sich die Afterflosse einer 
bemerkenswerten Veränderung. 
Sie ist mittelständig und normal und dann natür- 
lich einfach, oder deutlich gepaart. Bei ein- 
facher Afterflosse und einfacher Schwanz- 
flosse ähnelt der Fisch dann sehr dem 
gewöhnlichen Goldfische, immerhin aber 
ist die einfache Schwanzflosse kräftig 
und lang ausgebildet, sodaß wir den 
Fisch dann als Kometenschweif (Carassius 
auratus var. japonicus simplex Bade) 
ansprechen. Nun treten aber alle Zwischen- 
stufen von den normalen und gepaarten Zu- 
ständen der Schwanz- und Afterflosse auf, so 
kommt es gewöhnlich vor, daß die Schwanzflosse 
nur im unteren Teile verdoppelt ist, oder die 
Afterflosse ist entweder in ihrem vorderen oder 
hinteren Teile doppelt, im übrigen aber sonst 
einfach. Diese verschiedenen Änderungen der 
Flossenbildung treffen bei den einzelnen Indivi- 
duen in mannigfacher Weise zusammen, so daß 
sich hierdurch verschiedene Abweichungen der 
einzelnen Tiere ergeben. 

In der beistehenden Figur zeigt die I. Reihe 
Fische, bei denen die Afterflossen deutlich paar- 
weise auftreten, die aber andererseits hinsichtlich 
der Schwanzflossenausbildung große Verschieden- 
heit zeigen. Bei 1 ist die Schwanzflosse deutlich 
gepaart, wodurch der vierlappige Schwanz ent- 
steht, der von den Japanern „Yotsuo-wo" be- 




Figur i. 




Figur 6 



nannt wird. Bei 2 sind die beiden Hälften des 
Schwanzes am Rückrand verbunden, so einen 
dreilappigen Schwanz ergebend, den die Japaner 
als „Mitsu-wo" bezeichnen. In 3 zeigt sich der 
Fall, wo die Schwanzflosse nur am Bauchrand 

doppelt ist 
und 4 ergibt 
eine vollkom- 
men normale 

Schwanz- 
flosse. 

In Reihe 
II sind For- 
men vorge- 
führt, bei 
denen die 
Afterflosse 

vorn einfach und mittelständig ist, jedoch hinten 
doppelt, während die Schwanzflosse sich in den 
vier verschiedenen Formen wie bei der ersten 
Reihe verhält. 

Bei Reihe III ist die Afterflosse in um- 
gekehrter Lage wie bei 2, indem ihre vordere 
Hälfte doppelt, die hintere dagegen einfach und 
mittelständig ist. Die Schwanzflosse tritt in 
gleicher Verschiedenheit wie vorher auf. 

In der letzten Reihe 4 ist die Afterflosse 
immer einfach und mittelständig. 

Zu dieser von Watase gegebenen Auf- 
stellung muß man wohl noch unbedingt 
eine Reihe hinzufügen, die Exemplare 
betrifft, denen die Afterflosse bei Aus- 
bildung der Schwanzflosse, wie vorher 
angegeben, vollständig fehlt. Solche 
Tiere sind in neuerer Zeit bekannt ge- 
worden und füge ich daher den Abbildungen 
Watases diese Reihe V noch zu. 

Will man die Aufstellung ganz 
machen, so ist es auch noch 
nötig Tiere einzuzeichnen, deren 
Schwanzflosse aus drei Schwänzen 
besteht. Es kombiniert sich in 
diesem Falle Schwanz 1 oder 2 
mit 4 bei einein Tiere. 

Bei der näheren Prüfung der Schwanzflosse 
ist das Übergangsstadium von der normalen zur 
doppelten dort zu suchen, wo nur die Unterkante 
des Schwanzes durch eine in seiner Mitte liegende 
Rinne eine leichte Furchung erfahren hat. Die 
Abbildung 9 zeigt einen solchen Schwanz. Der 
größte Teil ist vertikal und mittelständig, nur 
der untere Teil läuft doppelt aus. Von der 
Bauchseite aus gesehen dehnt sich eine schwache 
Vertiefung von der Schwanzwurzel bis zum Ende 



vollständig 




Figur 7. 



Robert Rembold: Neue Bahnen. 



77 



(Figur 10) aus. Es kommen Tiere vor. wo sich 
diese Furche vertieft und nach oben bis zur 
mittleren Höhe des Schwanzes hinaufzieht. In 
anderen Fällen wird die Vertiefung noch be- 
deutender, 
so daß sie 
bis über die 
Hälfte der 
Schwanz- 
hohe er- 
reicht. Die 
Rinne kann 
bis zum 
Rücken- 
rand des 
Schwanzes 
reichen und 
ihn so in 
zwei Hälf- 
ten t eilen , 
welche sich 
dann nach 
beiden Sei- 
ten verbrei- 
tern. Inder 
Mittellinie 
der Rücken- 
kante kön- 
nen diese 
Hälftenver- 
bunden oder 
frei sein, im 

ersteren 

Falle stellt der Schwanz dann ein mehr oder 
weniger horizontal ausgebreitetes einziges Stück 
dar, im letzteren ist er deutlich gepaart. 

Zu bemerken ist hier, daß nur der untere 
Teil der Schwanzflosse einem Gespaltenwerden in 
seitliche Hälften unterworfen ist, der Rückenteil 
dagegen, d. h. jener Teil, der dem Rücken zu 
gelegen ist, bisher niemals in gepaarter Form 

beobachtet ist. (Fortsetzung folgt.) 



(Nachdruck verboten.) 




Figur 8. 



Neue Bahnen! 



Jan. 1905. 



Von Robert Rembold, „Isis "-München. 

■((föVroße Ereignisse werfen ihre Schatten vor- 

Überall hatte es sich geregt, im Norden so- 
wohl, als auch im Süden und laut ertönte Hall 
und Widerhall: ,.Liebhaberei und Wissenschaft." 
..Was wir wollen!" ..Am Wendepunkt!" usw. 



Auch aus den Vereinsnachrichten war zu ent- 
nehmen, daß eine mächtige Spannung bestanden 
hat in und zwischen verschiedenen Vereinen, eine 
Spannung, welche sich naturgemäß lösen mußte. 

Das ist nun zum Teil schon geschehen. — 

Es kann kein Zweifel mehr bestellen, wir 
leiten in neue Bahnen ein. — 

Eine neue Zeitschrift für Aquarien- und 
Terrarienkunde, die ..Wochenschrift" ist er- 
standen, die alten bewährten „Blätter" er- 
scheinen nicht mehr als Halbmonatsschrift, son- 
dern wöchentlich, diverse neue Aquarien- und 
Terrarien- Vereine wurden im letzten Jahre ge- 
gründet und die „Isis" in München hat sich als 
„Gesellschaft für biologische Aquarien- und 
Terrarienkunde" konstituiert. 

Lauter hocherfreuliche Tatsachen, von welchen 
jede einen Schritt nach vorwärts bedeutet. 

Nun heißt es tüchtig weiterschreiten auf dem 
betretenen Wege. 

Also frisch ans Werk, an welchem sich Alle, 
Alle beteiligen sollten und hoffentlich auch be- 
teiligen werden. Auch beteiligen können! 

Selbst der „einfache Mann" kann es, an den 
ich mich nun wenden möchte. — 

Es wird nichts Unmögliches verlangt. Es 
soll nur Jeder wissen, was er eigentlich will 
und dann soll er dem selbstgesteckten Ziele mit 
Ernst und Eifer zustreben. 

Jeder pflegt und züchtet, was ihn interessiert, 
was zu pflegen ihm seine Verhältnisse und seine 
Zeit erlauben und für was er eine besondere 
Neigung empfindet, — Daß er seine Pfleglinge 
genau beobachtet in allen ihren Lebensäuße- 
rungen, ist dann selbstverständlich und daß Er- 
scheinungen, welche besonderes Interesse be- 
anspruchen, wie: Begat- 
tungsakte, Laichen, Ge- 
burtsakte. Entwicklung der 
Jungen, Brutpflege, Nah- 
rungsaufnahme, Wachstum 
u. dergl., ebensowohl genaue 
schriftliche Aufzeichnungen 
erfordern, wie die Erfahrungen, welche man macht 
bezüglich der Ansprüche, die von den Tieren 
hinsichtlich Luft, Licht und Temperatur — also 
der Einrichtung der Be- 
hälter — gestellt werden, 
bedarf wohl auch keiner 
besonderen Begründung. 

Solche in verlässiger 
Weise gemachte Notizen ermöglichen einen Ver- 
gleich der selbstgesammelten Erfahrungen mit 
dem, was in der Literatur bereits festgelegt ist. 




Figur 9. 



Figur lo. 



78 



Robert Rembold: Neue Bahnen. 



Der Wert des Studiums der einschlägigen 
Zeitschriften wird vielfach unterschätzt. 

Es erscheint doch zweckmäßig, daß Jeder, 
ehe er sich Tiere anschafft, die Vereinsbibliothek 
(oder seine eigene) zu Hilfe nimmt, um sich zu 
vergewissern, ob er überhaupt im stände ist, den 
betr. Tieren die geeigneten Existenz-Bedingungen 
zu schaffen. Wenn man sich aber in den Besitz 
der gewünschten Tiere gesetzt hat, dann wird 
man die Literatur erst recht nötig haben. 

Es wird vorkommen, daß man auf sich wider- 
sprechende Angaben stößt und mit gespanntem 
Interesse wird man nun selbst beobachten und 
prüfen, wer Recht hat und man wird abwägen, 
ob nicht durch eine Summe von Zufälligkeiten, 
durch ganz besondere Verhältnisse oder durch 
individuelle Anlage des betr. Tieres, die an- 
scheinend unzutreffende Schilderung doch auch 
auf Grund richtiger Beobachtung zu stände ge- 
kommen sein kann. Also eingehend und liebe- 
voll sollen wir uns mit unseren Pfleglingen be- 
schäftigen; das kann Jeder; auch der „einfache 
Mann" kann es. 

Beim Lesen der Bücher trifft man dann auf 
verschiedene lateinische Bezeichnungen und in 
den Vereinssitzungen hört man sie seitens der 
Vortragenden auch aussprechen. 

Nun, auch dafür kann der „Mann aus dem 
Volke" sich interessieren. Ein guter Bekannter 
„der es versteht" erklärt dem „Nichtlateiner" 
was das Wort zu deutsch besagt, so behält man 
es leichter im Gedächtnis, man merkt sich die 
Laute und man gibt sie wieder, indem man bei 
Gelegenheit das Tier mit seinem lateinischen 
Namen bezeichnet. 

Das ist schon wieder ein Schritt vorwärts 
und so werden die „Wissenden" die „Suchenden 
und Strebenden" anleiten und sie geleiten auf 
dem Pfade, der zur Erkenntnis führt, und jeder, 
der lernen will, kann lernen durch persönliche 
Beobachtung, durch das Studium der Literatur 
und durch den Umgang mit solchen, deren Wissen 
ein umfassenderes ist. 

Je mehr man aber fühlt, daß die Schwierig- 
keiten, auf welche man stößt, keine unüberwind- 
lichen sind, daß bei einigermaßen gutem Willen, 
bei logischem Denken und klarem Schauen sich 
das eigene Wissen mehrt und mehrt, um so 
größer wird die Lernbegierde, um so schärfer 
die Beobachtungsgabe werden. 

Es wächst der Mensch mit seinen höheren 
Zielen! 

So studieren wir also Biologie, — die Lehre 
von den Lebenserscheinungen, — bald aber wird 



es uns auch interessieren zu erfahren, wo eigent- 
lich die von uns gepflegten Tiere vorkommen. 

Die Literatur und das Wissen derer, welche 
Naturforscher von Beruf sind oder welche sich 
schon jahrzehntelang mit der Pflege von Tieren 
in Aquarien und Terrarien befassen, geht uns 
auch hier an die Hand und unter Zuhilfenahme 
einer Karte beschäftigen wir uns dann mit 
Zoogeographie (Tierheimatskunde). 

Eine weitere interessante Betätigung! Bald 
bald wird aus einem oberflächlichen „Aquarien- 
Liebhaber", aus einem seichten „Terrarien- 
Freunde" ein ernst und zielbewußt strebender 
und schaffender Mensch. 

Nicht zu seinem Nachteile und zum Vorteile 
der Sache selbst. Warum soll die von den 
Vereinen für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu leistende Arbeit nicht auf wissenschaft- 
licher Basis beruhen können? 

Die Mitglieder brauchen deshalb noch lange 
nicht „Wissenschaftler" zu sein. 

Jeder kann mittun, der das Herz auf dem 
rechten Fleck hat, Liebe zur Natur besitzt, klar 
zu denken und ordentlich zu beobachten vermag. 

Was er dann leistet, wird ihm nicht Arbeit, 
sondern eine anregende Betätigung sein, denn 
nicht um müßigen Zeitvertreib handelt es sich, 
nicht um ein planloses Spielen mit lebenden 
Tieren, sondern um eine dem Geiste und (durch 
die Exkursionen) auch dem Körper zuträgliche 
Beschäftigung. — 

Wer sich in diesem Sinne mit der Tier-Pflege 
und Zucht befaßt, der wird für die Dauer seines 
Lebens unserer Sache erhalten bleiben und gerade 
der wird ganz besonders im stände sein, andere 
für dieselbe zu gewinnen, da er selbst von ihrem 
Werte überzeugt ist. 

Nicht darum handelt es sich, in einer Anzahl 
von Menschen das bald erlöschende Strohfeuer 
der Begeisterung für den „Vivariensport" (wie 
die neueste aber sehr unzutreffende Bezeichnung 
lautet) zu entzünden, sondern darum soll uns 
zu tun sein, ernste verlässige Anhänger, treue 
Mitarbeiter zu gewinnen. 

Und ich meine, auf solcher Basis müßte sich 
etwas tüchtiges schaffen lassen und für jeden, 
sei er wer er Avolle, müßte sich eine Richtung 
finden lassen, nach welcher er sich besonders 
zu entwickeln vermöchte, denn jeder Mensch 
besitzt in sich selbst die Kraft, welche es ihm 
ermöglicht, das Ziel zu erreichen, dem er mit 
unermüdlicher Ausdauer zustrebt. 

Nur eins wird sich nicht beseitigen lassen: 
es wird immer Menschen geben, die eine Sache 



Vereins-Nachrichten. 



79 



gut, solche, welche sie besser und solche, die 
sie vorzüglich machen. 

Das muß auch sein, denn gerade hieraus ent- 
steht jener Wettstreit der Meinungen, welcher 
befruchtend auf das Ganze wirkt. — 

Solche Menschen aber, welche gar nichts 
zu leisten vermögen, weil sie zu faul sind zu 
denken und zu energielos um zu wollen, 



solche, welchen das Studium — nein, schon 
das Lesen — von Büchern eine Qual ist oder 
welche nur mittun, um etwas zu „profitieren", 
kommen für unsere Sache überhaupt nicht in 
Betracht, auf solche Mitglieder kann doch 
jeder Verein gerne verzichten und diese werden 
wohl auch nie geneigt sein, einzulenken in 
neue Bahnen. 




VEREIN5'#Tf|T#Y 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



„Hertha", Vereinigung für Aquarien- und Terrarien- 
kunde zu Berlin. (E. V.) 

Sitzungslokal: „Wendt's Centralclubhaus", am Königs- 
graben 14 a. 
Sitzung vom 2. Februar 1905. 
„Blätter" No. 5 brachten die vorzüglichen Schemata 
für die Kreuzungsversuche zwischen lebendgebärenden 
Kärpflingen, deren auch wir uns gern bedienen werden. 
Wenn jedoch Herr Thumm schreibt, daß Weibchen, die 
2 Monate lang abgesondert keine Jungen gebracht haben, 
einwandfrei zu Kreuzungsversuchen benutzt werden 
können, müssen wir dem entgegenhalten, daß nach unsern 
Erfahrungen die Zeitdauer für die Entwicklung der Jungen 
länger sein kann, wenn das befruchtete Weibchen bei 
kühler Temperatur gehalten wird. So brachte beispiels- 
weise bei unserm Herrn Schultz ein Weibchen von Girard. 
caudim., welches 4 Monate lang vom Männchen getrennt 
war, Junge zur Welt, als ihm die Temperatur angenehmer 
wurde. Jedenfalls werden wir, um nach dieser Richtung 
hin jeden Einwand abzuschneiden, unsere Versuche nur 
mit solchen Tieren anstellen, welche kurz nach ihrer Ge- 
burt in Einzelhaft gesetzt, großgezogen werden. Zu dem 
Bericht der Sitzung vom 5. Oktober 1904 der „Nymphaea 
alba" -Berlin über stattgehabte Konferenzen wegen ev. 
Masseneintritt in obigen Verein teilte Herr Hamann mit, 
daß, nachdem bedauerlicherweise vom damaligen Vorstand 
der „N. a." die unter der Vereinbarung des Vertrau- 
lichen stattgefundenen Besprechungen an die Öffentlich- 
keit gezogen sind, er sich verpflichtet fühlt, den Mit- 
gliedern der „Hertha" auch seinerseits Aufschlüsse über 
diese Verhandlungen zu geben, umsomehr, da die Aus- 
führungen der „N. a." von den Tatsachen abweichen. 
Nachdem im „Verein der Aquarien- u. Terrarienfreunde" 
jene bedauerlichen Vorfälle, die fast den gesamten Vor- 
stand zum Austritt veranlaßten, vorgekommen, und von 
verschiedenen der ausgetretenen Herren der Wunsch nach 
Neugründung eines Vereins ausgesprochen wurde, habe 
er mit Herrn Hr. Bade gemeinsam dem Vorstand der 
„N. a." mitgeteilt, daß unter Bewilligung gewisser Be- 
dingungen er einer Neugründung entgegensprechen und 
für Gesamteintritt in die „N. a." agitieren würde; die von 
ihm gestellten Bedingungen wurden abgelehnt und war 
mithin die Angelegenheit erledigt. Wenn jetzt der seiner- 
zeitige Vorstand der „Nymphaea alba" trotz zugesagter 
Diskretion die Angelegenheit — noch dazu in unrichtiger 
Weise — öffentlich behandelt, ist dies Beweis, daß jene 
verantwortl. Leiter der „N. a." entweder die Grund- 
bedingungen vertraulicher Besprechungen noch nicht 
begriffen oder im Arger über ihre — mild ausgedrückte 
■ — Kurzsichtigkeit zu jener Taktlosigkeit sich vergessen 
haben. — Vom Amtsgericht ist uns nunmehr die Be- 
stätigung der Eintragung in das Vereinsregister unter 
No. 482 zugegangen. Ferner befindet sich im Einlauf 
ein Schreiben des „Humboldt" -Hamburg mit den Be- 
dingungen der gegenseitigen Mitgliedschaft sowie Statuten 
usw. und wird der frühere Beschluß, mit dem „H." die 
gegenseitige Mitgliedschaft einzugehen, einstimmig be- 



stätigt. — Herr Glaser zeigte ein verkrüppeltes Exemplar 
von Girard. caudim. mit doppelter Rückgratskrümmung 
vor, welches zu Nachzuehtversuchen Herrn Dr. Bade über- 
geben wurde. Ferner demonstrierte Herr Glaser einen 
von ihm konstruierten Gasbrenner, der bei geringem Gas- 
verbrauch eine hohe Heizkraft erzielt. Seitens der Herren 
Bretschneider und Heilers werden wieder diverse Bücher 
für die Bibliothek gestiftet, ebenso wurde diese durch 
einige beschlossene Neuanschaffungen vermehrt. — Herr 
Dr. Bade hielt einen ebenso interessanten wie lehrreichen 
Vortrag über künstliche Laichbefruchtung, welche in erster 
Linie von den Nutzfischzüchtern angewandt wird, aber 
auch zum 'feil in unserer Liebhaberei von Erfolg gekrönt 
sein dürfte. Ihr Hauptprinzip besteht in dem sorgfältigen 
Abstreifen der beiderseitigen Geschlechtsprodukte, die in 
einem mit Wasser gefüllten Behälter aufgefangen und 
durch Umrühren in Verbindung gebracht werden. — 
Für die seitens unseres Vereins in Aussicht genommene 
Prämiierung besonderer Leistungen resp. Verdienste 
unserer Mitglieder sollen folgende Punkte berücksichtigt 
werden: 1. Kreuzungen (speziell der Zahnkarpfenarten) : 

2. Zucht heimischer Fische, außer Stichling u. Bitterling; 

3. Haltung und Pflege selbstgefangener hiesiger Strom- 
fische; 4. Haltung spezieller Gattungen von Fischen; 
5. Überwinterung von Schwimmpflanzen; 6. Zucht hiesiger 
und exotischer Molcharten. Sämtliche Beobachtungen 
müssen mit den Daten notiert dem Vorstand übergeben 
werden. — Verlost werden 4 Capoeta spec. (damascena ?). 

G. S. 
5jlsis"j Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (E. V.) 
Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 3. November 1904. 
Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls 
der außerordentlichen Mitgliederversammlung sowie der 
24. Vereinsversammlung erfolgt die Bekanntgabe der 
Einlaufe. Der Verlag von „Natur und Haus" sandte 
3 Probehefte. Unser Ehrenmitglied, Herr Dr. W. Wol- 
terstorff-Magdeburg, übersandte uns den Verwaltungs- 
bericht für die naturwissenschaftlichen Sammlungen in 
Magdeburg, sowie 2 kleine Schriftchen. Herr Stiegele 
spricht in einem Schreiben an den Verein seinen Dank 
für die Ernennung zum Ehrenmitglied aus. Herr Dr. 
Kammerer-Wien stellt uns die Beschaffung von Seetieren 
nach Ablauf seiner militärischen Dienstzeit in Aussicht 
und unser Herr Lehrs teilt mit, daß er ab Januar 1905 
nach Berlin übersiedeln werde. An Zeitschriften liegen 
vor: „Zoologischer Garten" No. 10, „Wochenschrift" 
No. 31 und „Blätter" No. 20. -Unter „neue Mitteilungen 
über das Dachauer Moos" bringt L. Schuster in obiger 
No. des „Zoolog. Garten" auch einige Bemerkungen über 
Reptilien und Amphibien des Dachauer Mooses. Weiter 
darauf zurückzukommen, besteht zunächst keine Veran- 
lassung. Einige goldene Worte, die wir derselben No, 
des „Zoologischen Garten" entnehmen und die unsere 
Freunde interessieren dürften, wollen wir aber hier ein- 
fließen lassen: „Es gibt aber heutzutage Leute, die 



80 



Vereins-Nachrichten. 



„Beobachtungen" nicht der Förderung der Wissenschaft 
wegen anstellen, sondern aus anderen Gründen. Meistens 
sind es von .Ruhmsucht erfüllte Personen, die sich aufs 
„Beobachten" verlegen. Im Handumdrehen sind sie auch 
im Besitze von „Beobachtungsergebnissen''. Diese werden, 
nachdem aus der Literatur das nötige noch hinzugefügt 
worden ist, so schnell als möglich irgend einer Zeit- 
schrift, heute dieser, morgen jener, zur Veröffentlichung 
zugesandt. Nicht lange, und der Name des Autors oder 
der Autorin lebt in aller Munde. Man muß es eben 
anzufangen verstehen. Gehts nicht mit eigenen „Beob- 
achtungen", dann müssen die anderer herhalten, da kann 
es dann nicht ausbleiben, daß die von anderen ohne 
Nachprüfung übernommenen und eiligst publizierten 
„Beobachtungsergebnisse" zur Blamage führen. Der 
Weg zum Ruhm erweist sich als Sackgasse. Artikel- 
schreibern dieser Art gelingt es manchmal, dem oft 
nichtigen Inhalt durch schwungvolle Redensarten einen 
„gefälligen" Anstrich zu geben. Gewöhnlich aber zeichnen 
die Produkte dieser Leute sich durch unverkennbare 
Selbstgefälligkeit und Uberhebung aus. Zuweilen haben 
derartige Leute sogar die Dreistigkeit, über andere ver- 
dienstvolle Leute mit hämischen Bemerkungen herzufallen. 
Die Herren Redakteure sollten Leuten dieses Schlages 
gegenüber schärfere Zensur üben; durch Nachsicht 
werden sonst nur die von ihnen vertretenen Journale 
geschädigt." Wie merkwürdig treffend und wahr! In 
der „Wochenschrift" No. 31 berichtet Herr Arnold- 
Hamburg über „die Zucht von Ctenops vittatus im 
Zimmeraquarium". In den „Blätter" No. 20 lesen wir 
zunächst den Schluß des Sigl'schen Aufsatzes über 
..Süßwasser-Mollusken-Fauna der nächsten Umgegend 
Münchens". Dr. H. Bolau schreibt über „Krebse im 
Seewasseraquarium". Unter der Überschrift „Am Wende- 
punkt" legt unser Herr Rembold über den Entwick- 
lungsgang unserer Sache einige Gedanken nieder. 
Jedenfalls wird sich gegen den Kernpunkt seiner Aus- 
führungen, daß jede Sache zur richtigen Zeit und am 
richtigen Ort betrieben werden soll, nicht viel Vernünf- 
tiges vorbringen lassen. Über die Zucht von Barbus 
vittatus im Aquarium berichtet F. Westphal und über 
die erste Ausstellung der „Wasserrose"-Dresden W. 
Schroot vom „Humboldf'-Hamburg. Schroot erzählt 
von einem ihm besonders interessanten Ausstellungsobjekt, 
nämlich von Bastarden von Barbus Udo Männchen und 
Teleskopschleierschwanz Weibchen. Schroot schreibt: 
„Es handelt sich in diesem Falle selbstverständlich um 
eine künstliche Befruchtung; auf natürlichem Wege wäre 
eine Vereinigung dieser beiden Arten wohl nicht mög- 
lich. Man kann über solche „Spielereien" denken was 
man will, das eine wird man zugeben müssen : wenn es 
gelingt, durch solche Kreuzungen dem „langweiligen und 
plumpen" Schleierschwanz elegantere Formen und größere 
Lebhaftigkeit zu geben, wie das ja in vorliegendem Fall 
ad oculos demonstriert wird, und wenn vor allen Dingen 
diese Bastarde sich als fortpflanzungsfähig erweisen, dann 
wäre es ein Unrecht, das als Spielerei zu bezeichnen." 
Was da zugegeben werden soll, können wir nicht zugeben. 
Vielen Fischfreunden dürfte der Schleierschwanz gerade 
in der Form am „interessantesten" und schönsten er- 
scheinen, in welcher er in langen Jahrhunderten in 
zielbewußter Weise von Chinesen und Japanern gezüchtet 
und uns dann uns überliefert wurde, „langweilig und 
plump", wie Herr Schroot schreibt. Nur so ist es eben 
ein japanischer Teleskopschleierschwanz, ein Schleier- 
schwanz usw. Wenn nun diesen, von so merkwürdigen 
Völkern in so merkwürdiger Weise in vielen Hunderten 
von Jahren gebildeten Fischformen, Herr Schroot und 
andere Fischfreunde solche Fische (durch Kreuzung er- 
zielt) mit eleganteren Formen und größerer Lebhaftigkeit 
vorziehen, so ist das eine Ansichtssache, über die wir 
nicht streiten können. Aber wenn wir uns schon einmal 
für den „Schleierschwanzfisch" erwärmen, müssen wir 
sagen, für uns birgt zunächst der überlieferte Fisch 
größeres Interesse, ist seine Langweiligkeit eigenartig, 
seine Plumpheit vielleicht gerade schön. Daß fernere 
Kreuzungs-Produkte von Barbus Udo und Teleskop- 
schleierschwanz sich als fortpflanzungsfähig erweisen, 
möchten wir schon sehr bezweifeln. Gewiß, es liegt auch 



bei den Fischen schon die an der Hand des Experimentes 
geprüfte Tatsache vor, daß Bastarde fortpflanzungsfähig 
sind. Aber dieses dürfte nur von recht wenigen Fisch- 
bastarden bekannt sein, wie z. B. den Bastarden von 
Lachs und Forelle, möglicherweise bringt uns die Zukunft 
bald Kunde von der Fruchtbarkeit der Kreuzungs-Pro- 
dukte einiger Zahnkärpflinge. Ein nicht fruchtbares 
Produkt von Barbus Udo und Teleskopschleierschwanz 
bildet zwar die gewünschte „neue Art", für welche wir 
uns aber indes nicht besonders zu erwärmen vermögen 
und dieses auch Herr Schroot nicht tut. An die leichtere 
Haltbarkeit und vielleicht auch größere Widerstands- 
fähigkeit gegen niedere Temperaturen von so erzeugten 
Kreuzungen zu glauben, wie dieses Herr Schroot mit- 
erwähnt, vermögen wir vorerst nicht. Zum „Triton"- 
Bericht vom 16. September bemerken wir, daß die 
Ansicht des „Triton" bezügl. der zum Sigl'schen Aufsatz 
„Süßwasser-Mollusken-Fauna der nächsten Umgegend 
Münchens" gebrachte Abbildung von Aplexa hypnorum 
— wie schon erwähnt — durchaus zutreffend ist. Zu 
Dr. Schnees Reisebericht, daß Varanus niloticus zu den 
großen Seltenheiten gehört und im Handel kaum noch 
vorkommt, dürfte nicht ganz zutreffend sein. Auch ist 
das Tier nur in Unter ägypten ausgerottet. In Mittel- 
und Oberägypten existiert es dagegen immer noch. 
Südlich der Sahara findet sich der Nilwaran allenthalben 
in Afrika und ist auch in unmittelbarer Nähe der Küsten 
eine häufige Erscheinung. Er wird aus West- und 
Ostafrika alljährlich importiert und steht nicht zu hoch 
im Preise. Der, abgesehen von der Färbung, auch schon 
durch seinen gedrungenen Körperbau und den kurzen 
Schwanz vom Nilwaran auf den ersten Blick leicht 
unterscheidbare Varanus exanthematicus kommt allerdings 
selten zu uns, da er nicht die sumpfigen Küstenzonen, 
sondern die Steppen des Hochlandes bewohnt. — Von 
der Gattung Cinixys existieren 4 Arten, da es sich 
herausgestellt hat, daß die von Lataste als Homopus 
nogueyi beschriebene Landschildkröte kein Homopus, 
sondern eine Cinixys ist. (Vgl. Siebenrock, „Über zwei 
seltene und eine neue Schildkröte des Berliner Museums" 
S.B. Ak. Wien Bd. CXH.) Es würde uns sehr inter- 
essieren zu erfahren, welcher Art der Herrn Dr. Schnee 
von Herrn Leutnant Schulz überlassene Sternothaerus 
angehört. Der zweite Sternothaerus, den Herr Leutnant 
Schulz von Deutsch-Boran lebend mitbrachte (die Angabe, 
daß das im Besitze des Herrn Dr. Schnee befindliche 
Stück das einzige sei, das aus diesen Gegenden zu uns 
gelangte, trifft nicht zu) ist ebenso, wie die unterwegs 
leider gestorbenen und nur als Leichen nach Deutschland 
gelangten drei weiteren Sternothaerus ein typischer 
Sternothaerus adansoni. Dieses Tier gelangte, wie 
alle anderen vom Tsadsee gesammelten lebenden und 
toten Reptilien in die Hände unseres Herrn Müller, auf 
dessen Bitten Herr Leutnant Schulz Reptilien gesammelt 
hatte. Das Tier wurde bereits im Vereine demonstriert. 
Es, wie auch die drei toten Tiere, stammte aus dem 
Tsadsee selbst, während das andere Tier aus einem in 
den See mündenden Fluß, 200 klm südwestlich des Sees, 
erbeutet wurde. Es wäre daher interessant zu erfahren, 
ob es ebenfalls ein St. adansoni ist, der bereits einer 
der spezifisch westafrikanischen Arten ist. Gerade das 
westliche Afrika ist relativ reich an Sternothaerus- Arten, 
da von den 6 bekannten Formen 4 Arten dort vor- 
kommen. Verlesen wird ein Teil des „Humboldt"- 
Berichtes vom 6. Oktober. Zu einer Bemerkung halten 
wir uns nicht veranlaßt. — Die Kugelabstimmung über 
Herrn Hermann Labonte ergibt seine Aufnahme. Herr 
Sigl demonstriert hierauf mehrere Exemplare von 
Dreissena polymorpha (der Wandermuschel) von Detmold 
sowie eine Anzahl Gehäuse von Wasserschnecken der 
Umgegend. Durch Herrn Müller werden lebend vor- 
gezeigt: Lacerta serpa von Ragusa, Lacerta graeca vom 
Taygetos, ferner aus dem Vereinsimporte: Lacerta 
peleponnesiaca vom Taygetos und Lacerta laevis vom 
Libanon in Syrien. An nordamerikanischen Nattern 
demonstriert Herr Müller in kleinen Stücken : Tropidonotus 
ordinatus var. sirtalis und Storeria dekayi Holbrook. 
Den Verschleiß der importierten Tiere betätigte Herr 
Rembold mit regem Fleiße. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin 0. 17, Stralauer Allee 26 ; für den Anzeigenteil : Creutz'scheVerlagsbuch- 
fcandlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung inMagdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



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immer Dürigens Buch in die Hand genommen hat und für die Naturgeschichte 
sich interessiert, der wird es heb gewinnen. Keine andere der zahlreichen, 
diesen Gegenstand behandelnden Arbeiten, welche in den letzten Jahren 
erschienen sind, ist so geeignet, den Sammler, den Terrarienbesitzer und 
Züchter in jeder Beziehung zufrieden zu stellen, dem Lehrer, dem Naturfreund 
in solcher Weise Belehrung und Unterhaltimg zu gewähren, wie Dürigens 
Meisterwerk, welches unbedenklich als das beste Buch auf seinem Gebiete 
angesehen werden muß. Was Naumanns klassisches Werk für die deutsche 
Vogelkunde seit langen Jahren ist, das wird Dürigens Werk für die Freunde 
der Kriechtiere Deutschlands werden usw. usw. 



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Um den Aquarienfreunden, namentlich 
angehenden Züchtern, etwas Zusammen- 
hängendes zu bieten, unternahm es der 
Verfasser, die jetzt beliebt gewordenen 
fremdländischen Zierfische zu schildern und 
damit eine kurze Anweisung zur Beobach- 
tung, Pflege und Züchtung derselben zu 
schaffen. Was sie enthält, beruht nicht 
nur auf den jahrelangen Studien und Er- 
fahrungen, welche der Verfasser an den von 
ihm gehaltenen Fischen und bei den hervor- 
ragendsten Züchtern anstellen konnte, son- 
dern auch auf seiner 6jährigen redaktio- 
nellen Tätigkeit bei den „Blätter für Aqua- 
rien- und Terrarienliebhaber". Die jetzige 
zweite Auflage ist sehr vermehrt und ver- 
schönt, ein unentbehrliches Handbuch für 
jeden Aquarienliebhaber. 

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In dem vorliegenden Werkchen ist der 
erste Versuch gemacht worden, die Be- 
wertung des Schleierschwanzes und des 
Teleskopschleierschwanzes nach bestimmten 
Punkten festzusetzen. Die Wertbeurteilung, 
die sonst stets nur vagen Schätzungen 
unterlag und besonders den Preisrichtern 
auf Ausstellungen nach ihrem Gesehmacke 
überlassen blieb, ist in feststehenden Punkt- 
zahlen zusammengefaßt. Den zahlreichen 
Liebhabern der Goldfischabarten ist durch 
dieses Büchlein außer einer zuverlässigen 
Anleitung über die Pflege und Zucht ein 
Wegweiser gegeben, den Wert ihrer Fische 
selbst prüfen zu können. 

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vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

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In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u.Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
in Magdeburg 

zu richten sind. 



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Für den Nachbezug früherer Jahrgänge 



bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. 1 
bis in broschiert ä Mk. 3, Bd. V— VIII broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XHI— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
Eine Preisherabsetzung findet in absehbarer Zeit nicht statt! 

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Probenummern 

der „Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde" zum Verteilen 
an Liebhaber, stellen wir nach wie vor, mit bestem Dank für jedwedes 
den „Blättern" entgegengebrachte Interesse, kostenlos und portofrei 
zur Verfügung. 

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D 



ie geehrten Leser werden ersucht, sich bei Bestellungen 
stets auf die Inserate in „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" zu berufen. 



Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



2. März 1905. 



Jahrgang XVI. 



ff 



INHALT 



Amerikanische Froschfarmen. 

Die Aquarien- u. Terrarien- 
kunde in ihrem Verhältnis 
zur modernen Biologie. 

Die Schwanz- u. Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Die^JNapfschneeken (Patella 
vulgata) der normannischen 
Inseln. 



Vereins n a chricht en : 
Nürnberg, Dresden, Berlin- 
Moabit. Wien, Berlin. 
München. 



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Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2. 

Jährlich 52 Hefte Mk. 8.—. 



Einzelpreis des Heftes 30 Pfg. 



Postzeitungs-Preisliste Seite 56. 




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Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

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müssen bis spätestens Sonntag früh, in Händen f wird mit 20 pf S- berechnet, 

der Verlagsbuchhandlung in Magdeburg sein. 



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Verein für Aquarien' und Terrarienkunde zu Berlin. 

Eingetragener Verein. 



18. ordentliche Sitzung 

am Freitag, den 3. März 1905, abends pünktlich 8% Uhr, 

im Vereinslokal Restaurant Oscar Oertler N.W. 6, Karlstr. 27, part. 

Tages-Ordnung: 

1. Verlesung des Protokolls der letzten ordentlichen Sitzung. 

2. Aufnahmen, Anmeldungen, Abmeldungen, Wohnungsveränderungeu. 

Es stellen Antrag zur Aufnahme 

als außerordentliches Mitglied: 

Herr Dr. Ernst Hennig, Ober- Veterinär, Berlin N.W. 52, Paulstr. 8/1, 

„ H. Adam, Ingenieur-Nürnberg. 
Verein „Naturfreund"-Lauter i. S., Vors. Herr Gr. Blechschmidt. 

Es melden Austritt an zum 1. April d. J.: 

Herr Hans Sau er- Aachen, 
„ Hr. Gr. Ziegeler-Spandau. 

Es ist verstorben: 

Herr Eustrate M. Petrocokino, Odessa. 

Es wohnt jetzt: 

Herr S. Krafft, stud. jur., Koburg, Ketschengasse 54. 

3. Geschäftliches: Antrag des I. Vorsitzenden auf Bewilligung eines Ehren- 

geschenkes für eine neue Erfindung auf dem Gebiete unserer Liebhaberei. 

4. Mitteilungen aus dem Gebiete der Liebhaberei. 

5. Vorzeigung interessanter Tiere, Pflanzen, Hilfsmittel usw. 

6. Fragekasten. 

7. Versteigerungen. 

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Unsere verehrlichen Mitglieder bitten wir, entliehene Bücher 
bis zum 8. März zurückzuliefern. 

Hierdurch gestatten wir uns nochmals auf das am Sonnabend, 
den 4. März d. J., in W. Neumanns Festsälen, Rosenthalerstr. 36, 
stattfindende Winterfest aufmerksam zu machen und um recht 
rege Beteiligung zu bitten. 



In den Sitzungen ist lebendes Fischfutter käuflich zu haben. Transport- 
gefäße sind mitzubringen oder in den Sitzungen leihweise zu haben. 



Gäste willkommen! 



Der Vorstand. I. A.: 

E. Diewitz, H. Vorsitzender, Berlin N.W. 40, Heidestraße 33. 
F. Gehre, I. Schriftführer, Berlin N. 4, Invalidenstraße 23. 



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Verein für Aquarien- und Terrarienfreunde, 

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liefert seinen Mitgl. kostenlos: „Die Wochen- 
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Jahresbeitrag für hiesige Mitgl. Mk. 6 ; für 
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Rat und Auskunft in allen unsere Liebhaberei 

betreffenden Fragen wird allen Mitglieder» 

prompt erteilt. [92] 

Zuschriften sind zu richten an 

Otto Tofohr, II. Vorsitzender, 
Hamburg C, Bartelsstraße 74. 



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Jahrgang XVI. 
Heft 9. 




ISFIgjJII Illustrierte Wochen-Schrift für die 
Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



Amerikanische Froschfarmen. 

Von Hugo Mulertt. (Mit einer Originalphotographie.) 



(Nachdruck verboten.) 




rosclif armen, Froschzüchtereien und was sammen, unter welchen sich viele Köche be- 

sonst noch für Bezeichnungen gebraucht fanden. Von dieser Periode an datiert das 

werden, gibt es nicht. Darauf Bezug habende europäische Restaurationswesen in Amerika. 

Artikel kommen häufig genug auch in der Tages- Die von da an ins Leben tretenden französischen 

presse in Amerika vor, sie sind jedoch ohne Restaurants hielten keine Speisekarte für voll- 

Hintergrund und entstammen zumeist der leb- ständig, auf denen die beliebten Frosch — Schenkel 

haften Phantasie eines unternehmenden Bericht- fehlten. In dem ersten Jahrzehnt des Bestehens 

erstatters. Es könnte höchstenfalls von einem derselben genügte auch die sumpfige Umgebung 

Schon-Revier für Frösche die Rede sein, aber New Yorks, um den damals noch bescheidenen 

auch von solchen ist mir nichts bekannt. Die Bedarf an Froschschenkeln zu decken. Der 



systematische Züch- 
tung dieser Amphi- 
bien gehört bis jetzt 
noch nicht zu den 

Errungenschaften 
unserer sogenannten 
Zivilisation. 

Der Frosch ist 
in Amerika ein freies 
Jagdtier. Ihm wird 
auf alle nur denk- 
bare Weise nach- 
gestellt. Mit klein- 
kalibrigen Gewehren 
wird er geschossen; 
er wird harpuniert; 
mitHakenundSchnur 
geangelt; mit dem 
Schleppnetz und der 
Falle gefangen und mit der bloßen Hand „ge- 
griffen", wenn er sich in seine sogenannten 
Lager (warme geschützte Stellen in den Ge- 
wässern) zum Winterschlaf zurückgezogen hat. 

Die Frosch-Industrie in Amerika ist, meiner 
persönlichen Erfahrung nach, jetzt ca. 45 Jahre 
alt. Ihr Entstehen trifft mit der großen Ein- 
wanderung von Franzosen und Elsässern, zu 
Ende der 50 er und Anfang der 60 er Jahre, zu- 




Originalaufnahme n. d. 
Leben f. d. „Blätter". 



„Frosch jäger" war 
eine stehende Staf- 
fage in der Sumpf- 
landschaftjenerTage 
in dem der Stadt 
New York benach- 
barten New Jersey 
und Long Island. 
Der Eingeborene 
selbst stand dieser 
Delikatesse jedoch 

etwas skeptisch 
gegenüber. Er be- 
witzelte den Ge- 
schmack und ein 
Frosch wurde von 
ihm scherzhaft ein 
„Franzos" genannt. 
Diese Bezeichnung 
hat sich übrigens bis auf den heutigen Tag er- 
halten. Zeigte sich einmal ein extra großes 
Exemplar, so wurde auf dasselbe als einen fran- 
zösischen „Festtagsbraten" aufmerksam gemacht, 
oder dasselbe wohl gar als „Napoleon selbst" 
bezeichnet. 

Wie nun der Geschmack an der französischen 
Küche feinere Restaurants, Hotels und Klub- 
häuser nach europäischem Stile mehr und mehr 



Ochsenfrosch (Rana catesbiana Shaw) 
Exemplar des Herrn Michow-Berlin. 



82 



Hugo Mulertt: Amerikanische Froschfarmen. 



schuf, wurde auch der Frosch ein wirklicher 
Handelsartikel. Die Fischhändler waren ge- 
zwungen, neben Schildkröten auch noch Frösche 
auf Lager zu halten. Die Fanggründe mußten 
vergrößert werden, bis sie sich schließlich über 
die ganzen Vereinigten Staaten erstreckten. 

Auf wie viele Millionen Frösche sich der der- 
zeitige Bedarf der Stadt New York allein im 
Laufe der Saison beläuft, dafür sind mir augen- 
blicklich keine Zahlen zur Hand. In der Hoch- 
saison übersteigt die Zufuhr eine Million Paar 
Schenkel per Woche. Rechnet man hierzu den 
Bedarf der andern Großstädte des Landes, im 
Süden, Westen und Norden, so beträgt derselbe 
für die Vereinigten Staaten eine Zahl, die ans 
Fabelhafte grenzt. 

Die Frösche kommen zum Teil lebend in 
flachen luftigen Gitterkisten, in Gras verwahrt, 
meistens aber in abgezogenem Zustande, in Eis 
verpackt, als Froschschenkel zu Markte. Im 
ersteren Falle werden sie im Dutzend verkauft 
und bringen zehn bis zwanzig Mark das Dutzend. 
Schöne Exemplare für Sammlungen kosten aber 
bedeutend mehr. Als Schenkel, prima Ware, 
bringen sie zwei Mark und sechzig Pfennig das 
Pfund, also so viel wie die besten Forellen. 
Drei bis vier Paar Schenkel wiegen ca. ein Pfund. 

Der in Amerika zum Verspeiseu verwendete 
Frosch ist der sogenannte Riesen- oder Ochsen- 
frosch (Eana catesbiana). Er vermehrt sich auf 
dieselbe Art wie der gemeine deutsche Teich- 
frosch, nur laicht er bedeutend später im Früh- 
jahre als dieser, und anstatt eine Saison zu ihrer 
Metamorphose zu gebrauchen, überwintern die 
Ochsenfrosch-Kaulquappen auf dem Grunde der 
Gewässer und erreichen ihre Entwicklung zum 
Frosche erst im zweiten Frühjahre. Zwei Jahre 
später erreichen sie erst die marktfähige Größe. 

Als junger Frosch besteht seine Nahrung aus 
Libellenlarven, Würmern, Teichschnecken, Fluß- 
krebsen, seinesgleichen, kleinen Fischen und 
Heuschrecken. Ich fand in dem Magen halb- 
erwachsener Frösche bis zu neun halberwachsene 
Flußkrebse. 

Wenn der Frosch älter und kräftiger ist, 
frißt er kleine Schlangen, junge Schildkröten, 
kleinere Frösche, größere Fische, die er nach 
und nach verschlingt, wie er sie verdaut, Wasser- 
ratten, junge, eben dem Ei entschlüpfte Wild- 
enten und andere junge Sumpf- und Wasservögel. 
Auch jungen zahmen Enten und jungen Hühnern 
stellt er nach, wodurch er den Farmern sehr 
lästig wird. Der Ochsenfrosch ist so gefräßig, 
daß er nach allem schnappt, was sich bewegt. 



Als bester Köder, um ihn zu angeln, benutzt 
man einen handgroßen bunten Flanell-Lappen. 
— Wo bliebe bei dieser Freßgier der Profit 
des Züchters? — 

Der Ochsenfrosch erreicht eine Länge, aus- 
gestreckt von der Nase bis zu den Spitzen der 
Hinterbeine von 35 bis 45 cm, bei einem Ge- 
wicht von zweieinhalb bis drei Pfund. Ich habe 
Exemplare besessen, und nachdem sie gestorben 
waren, skelettiert für eine zoologische Sammlung, 
die in sitzender Stellung einen gewöhnlichen 
Dessertteller vollständig bedeckten. 

Das Tier lebt ausschließlich im Wasser und 
geht selten ans Land. Es ist sehr fruchtbar, hat 
aber neben dem Menschen noch sehr viele Feinde 
in der Tierwelt, welch letztere hauptsächlich 
seinen Kaulquappen nachstellen, deren Körper die 
Größe eines kleinen Hühnereis bei einer Länge 
(einschließlich des 4 cm breiten Schwanzes) von 
15 cm erreichen. 

Größere Sumpf- und Wasservögel, sogar 
Adler, ferner Schlangen, Schildkröten und Alli- 
gatoren delektieren sich an den ausgewachsenen 
Exemplaren. Man kann hier so recht beobachten, 
wie in der Natur ein steter Ausgleich statt- 
findet. „Der liebe Gott sorgt dafür, daß die 
Bäume nicht in den Himmel wachsen" findet hier 
seine Anwendung. Erst frißt der größere Frosch 
die Jungen seiner Feinde und nun fressen die, 
die in ihrer Jugend ihrer Freßgier entgangen 
waren, ihn selbst. 

Seine Kaulquappe, welche sich nicht bloß, 
wie man gewöhnlich annimmt, von vegetabi- 
lischem Schleim und niederen Algen nährt, son- 
dern auch animalischer Kost nachstellt und sie in 
Gestalt von Fischlaich, Insekten und Schnecken- 
eiern, jungen, eben dem Ei entschlüpften Fischen, 
Insektenlarven u. a. massenhaft vertilgt, reinigt 
und desinfiziert die Gewässer, indem sie allerlei 
totes Getier, das im Wasser vorkommt, auffrißt, 
ehe es in Fäulnis übergeht. 

Jedes Tier hat im Haushalt der Natur seine 
Aufgabe. Also jedenfalls auch der Frosch! Es 
rächt sich bitter, wenn man das natürliche Ver- 
hältnis leichtsinnig oder rücksichtslos verschiebt. 
Die in Amerika zunehmende Moskitoplage steht, 
nach meiner Ansicht, in enger Verbindung mit 
der Verminderung der Frösche und ihrer Larven, 
der Kaulquappen. 

Nur etwa fünf Prozent der letzteren ent- 
gehen den vielen Gefahren, die ihrer harren, um 
dereinst Frosch zu werden und ein noch kleinerer 
Prozentsatz bringt es als solcher bis zum aus- 
gewachsenen Exemplare. 



Dr. Paul Kammerer: Die Aquarien- u. Terrarienkunde in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. 



83 



Seine Ausrottung- ist in Sicht, Er wird in 
nicht zu ferner Zeit gerade so zu den Selten- 
heiten des Tierreichs gezählt werden, wie der 
nordamerikanische Büffel, den ich noch in meinen 
jüngeren Jahren in endlosen Herden auf den 
Prärien grasen sah. Wie das Fuchseichhörnchen 
und die schöne amerikanische Wandertaube, die 
ich auch in solchen Scharen sah, daß die Äste 
der Bäume unter ihrer Last brachen, und die 
Tauben in solchen Schwärmen, daß sie auf 
Stunden die Sonne verdunkelten. Heut zu Tage 
ist es mit großen Schwierigkeiten und großem 
Zeitverlust verbunden, um nur ein Exemplar der- 
selben für eine naturwissenschaftliche Sammlung 
zu erhalten! 

Sie alle fielen kulinarischen Zwecken zum 
Opfer. Es wirft ein eigentümliches Licht auf 
unsere moderne Zivilisation, daß wir erst dann 
Schutzmaßregeln in derartigen Fällen treffen, 
wenn es meist zu spät ist. 

Die kleineren Froschgattungen, von denen 
Nordamerika noch vier hat, die in Betracht 
kommen und die immerhin so groß und größer 
als der deutsche Teichfrosch sind, werden als 
minderwertig betrachtet. Sie kommen nur in 
den Handel, wenn die Nachfrage nach Frosch- 
schenkeln überwältigend groß ist. Sie dienen 
aber als lebende Exemplare der Wissenschaft. 
Viele tausende derselben werden jährlich an den 
Hochschulen des Landes zum Studium gebraucht, 
weitere Tausende finden als lebendes Futter in 
zoologischen Sammlungen Verwendung. Diese 
Gattungen kosten, je nach Größe und Jahreszeit, 
zwanzig bis zweiunddreißig- Mark das Hundert. 




(Nachdruck verboten. ) 

Die Aquarien- und Terrarien- 
kunde in ihrem Verhältnis zur 
modernen Biologie. 

Vortrag, geh. im Verein „Triton" zu Berlin am 6. Jan. 1905 
von Dr. Paul Kammerer (,,Triton"-Berlin) aus Wien. 

eine Herren! Es ist meine Aufgabe. Ihnen 
von den innigen verwandtschaftlichen Be- 
ziehungen zu sprechen, welche zwischen Vivarien- 
kunde einerseits und der heutigen Wissenschaft 
vom Leben andererseits bestehen. 

Wie ich weiß, ist Ihnen dieser Gegenstand 
nicht mehr neu: die Schlagworte „Lieb- 
haberei" und „Wissenschaft", welche ja 
auch in den beiden Begriffen meines Themas 
enthalten sind, wurden nämlich gerade während 




des jüngstverflossenen Jahres innerhalb unserer 
Literatur sehr häufig einander gegenübergestellt; 
die verschiedenen Ansichten, die sich aus solchen 
vergleichenden Betrachtungen ergaben, und ins- 
besondere die naheliegenden Erwägungen über 
Zweck und Ziel der Aquarienvereine, haben zu 
lebhaften Diskussionen und heftigen Kontroversen 
Anlaß gegeben.*) 

Derartige Gegensätze sind zu allen Zeiten, 
in allen Schichten der Gesellschaft und auf 
allen Gebieten des Schaffens hervorgerufen 
worden, und zwar, wie mich dünkt, immer durch 
die nämlichen Ursachen, welche tief in der 
menschlichen Psyche begründet liegen; und es 
erscheint sogar zweifelhaft, ob man die partei- 
bildenden Tendenzen zu den schlechten Charakter- 
eigenschaften rechnen darf: sie entspringen 
nämlich entschieden guten Grundmotiven, bei- 
spielsweise dem Gefühle der Zusammengehörig- 
keit innerhalb eines mehr oder weniger eng 
begrenzten Kreises von Gesinnungsgenossen, 
welches Gefühl das Eindringen fremder Ein- 
flüsse instinktiv abwehrt, weil es die von außen 
kommenden Einflüsse zunächst Unterschieds- und 
urteilslos als schädlich empfindet. So ist z. B. 
die Vaterlandsliebe nichts anderes als ein 
spezieller Fall jenes Gefühles der Zusammen- 
gehörigkeit im Inneren, der Abwehr des Äußeren, 
— der Patriotismus, welcher doch gewiß zu 
den edlen Charaktereigenschaften zählt, obwohl 
er die Staaten und Völker trennt, und obwohl 
er den Einzelnen verhindert, sich als Weltbürger, 
als Angehöriger eines einzigen Staates, der 
ganzen Erde nämlich, zu fühlen. Diese ur- 
sprünglich guten Motive haben jedoch leider, 
wie bemerkt, vielfach die nachteilige Neben- 
wirkung, Dinge zu trennen, welche vereint 
viel kräftiger gedeihen müßten. 

Ich will nun versuchen, Ihnen zu zeigen, 
daß Liebhaberei und Wissenschaftim allgemeinen 
derartige Dinge sind, welche besser ungetrennt 
Hand in Hand gingen; ich werde Ihnen zeigen, 
daß scheinbare und künstlich heraufbeschworene 
Gegensätze nirgends leichter auszugleichen sind, 
als im besonderen auf den Gebieten der Biologie 
einerseits, der Vivarienkuude andererseits. Beide 
Arbeitsgebiete, anfänglich allerdings ziemlich 
weit von einander entfernt, haben sich im Laufe 
des letzt vergangenen Jahrzehntes derart genähert, 



*) Vgl. die Aufsätze von Brüning, Köhler, Peter. 
Wienand und Ziegeler in der „"Wochenschrift für 
Aquarien- und Terrarienkunde", I. Jahrgang (1904), und 
von Remboldt in den ..Blättern für Aquarien- und 
Terrarienkunde", XV. Jahrgang (1904), Seite 309. 



84 



Dr. Paul Kammerer: Die Aquarien- u. Terrarienkunde in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. 



daß viele Berührungspunkte, ja selbst ge- 
meinsame Teilgebiete entstanden sind. 

Um dies klar zu machen, muß ich zuerst 
die beiden in meinem Thema vorkommenden 
Begriffe präzisieren, und ich muß Sie, meine 
verehrten Zuhörer, bitten, der nun folgenden, 
etwas abstrakten Ableitung Ihre Auf merksamkeit 
zu schenken, trotzdem sie scheinbar eine Ab- 
schweifung vom eigentlichen Gegenstande des 
Vortrags darstellt; zum vollen Verständnis 
dessen, was ich Ihnen heute sagen will, ist sie 
nichtsdestoweniger unbedingt notwendig. 

Der eine Begriff: Aquarien- und Ter- 
rarienkunde, kurzweg Vivarienkunde, ist 
in diesem Kreise so geläufig, daß ich nicht 
erst viele Worte darüber zu verlieren brauche. 
Ich möchte darunter im weitesten Sinne die 
aus Liebe zur Natur entsprungene Fertigkeit 
verstanden wissen, lebende Tiere und 
Pflanzen, ihrer natürlichen Umgebung 
entrückt, jedoch unter naturgemäßen Be- 
dingungen so lange zu pflegen und zu 
züchten, als es deren Lebensdauer und 
Anpassungsfähigkeit gestattet. Die Hal- 
tung geschieht entweder einzeln, zum Zwecke 
besonderer Kultur und Beobachtung einer be- 
stimmten Art pflanzlicher oder tierischer Lebe- 
wesen, oder es wird durch Vereinigung- 
verschiedener Arten beider Organismenreiche 
ein Stück Natur, eine sich selbst regulierende 
Welt im Kleinen geschaffen. Das erstgenannte 
Ziel kennzeichnet einerseits den gewerbsmäßigen 
Züchter, andererseits den vom Forschertrieb 
beseelten Naturfreund, welcher einzelnen, ihn 
besonders interessierenden Pflanzen- und Tier- 
formen ein Hauptaugenmerk zuwendet; das 
zweitgenannte Ziel kennzeichnet denjenigen 
Liebhaber, der sich inmitten der Großstadt, in 
seinem Wohnzimmer mit Hilfe sogenannter 
Gesellschaftsaquarien und Gesellschaftsterrarien 
eine unverfälschte Vorstellung jener Augenweide 
zugänglich machen will, welche er sonst nur 
bei besonderen Gelegenheiten, soweit seine Be- 
rufstätigkeit es gestattet, durch Ausflüge in die 
Umgebung der Stadt und Reisen erlangen kann. 
Selbstredend ist zwischen diesen beiden Rich- 
tungen der Aquarien- und Terrarienkunde keine 
scharfe Grenze zu ziehen. 

Unter Biologie ist hier im weitesten Sinne 
die Lehre von den lebendigen Naturkörpern, 
also Tieren und Pflanzen überhaupt, zu 
verstellen, nicht, wie es häufig üblich ist, im 
engeren Sinne nur die Lehre von den Lebens- 
gewohnheiten der Tiere und Pflanzen. Das 



letztere Forschungsgebiet ist, um Mißverständ- 
nissen auszuweichen, nach Haeckel besser mit 
dem Namen „Ökologie" zu benennen.*) 

Und als Moderne, gewissermaßen als 
Sezession in der biologischen Wissenschaft ist 
die Anwendung des planmäßig angelegten Ver- 
suches, des am lebenden Organismus vorgenom- 
menen Experimentes als hauptsächlichste 
Forschungsmethode aufzufassen. Bitte bei diesen 
Worten nicht an die Vivisektionen der Physio- 
logen und Pathologen zu denken, welche ja 
stets mit dem Untergange der ihnen unter- 
worfenen Organismen gleichbedeutend sind; im 
Gegensatz dazu bringen die Experimente, welche 
die Tätigkeit der modernen Biologie charakteri- 
sieren, höchstens im Anfange gewisse Störungen 
mit sich, die aber niemals zerstörender Art 
sein dürfen und im weiteren Verlaufe das Wohl- 
befinden der Versuchstiere und -Pflanzen Gene- 
rationen hindurch unangegriffen lassen; ja, nur 
im letzteren Falle darf das Experiment als voll- 
kommen gelungen bezeichnet werden. Schon 
daraus ergibt sich eine Berührung derjenigen 
Ziele, in deren Dienst die experimentelle Biologie 
arbeitet, mit den Interessen der Vivarienkunde: 
denn nur solche Tiere und Pflanzen, welche bei 
Veränderung der äußeren Lebensbedingungen 
über eine gewisse Widerstandskraft verfügen 
und daher auch in erster Linie die Gefangen- 
haltung gut ertragen, sind für biologische Ver- 
suche unmittelbar geeignet. 

Das erhabene Beispiel, welches Physik und 
Chemie durch Ausbildung der experimentellen 
Methode von jeher gegeben haben, führte end- 
lich auch in den übrigen Naturwissenschaften 
den bedeutsamen Schritt von der bloß ver- 
gleichenden und spekulativen Methode zur 
experimentellen Methode herbei. Die erste 
Aufgabe, welche der jungen Experimentalwissen- 
schaft entgegentrat, war die Prüfung der aus 
den Analogieschlüssen des vorigen Jahrhunderts 
hervorgegangenen Hypothesen, unter denen die 
von Lamarck, Goethe und Darwin be- 
gründete Abstammungshypothese den vor- 
nehmsten Rang einnimmt. 

Daß alles lebendige, soweit es unseren 
Planeten bewohnt, blutsverwandt ist; daß die 
zusammengesetzteren Typen sich aus einfacheren 
Typen entwickelt haben; daß die Art veränder- 
lich ist, und nicht, wie noch Linne meinte, so 
viele Arten bestehen, als am Anfange vom un- 



*) Ernst Haeckel, „Anthropogenie oder Ent- 
wickelungsgeschichte des Menschen". Leipzig 1874, 
Seite 90, 



Dr. Paul Kammerer: Die Aquarien- u. Terrarienkunde in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. 



85 



endlichen Wesen erschaffen worden sind: dies 
und noch mehr konnte früher nur mit Hilfe 
scharfsinniger, auf den miteinander verglichenen 
Ergebnissen der Palaeontologie und Entwicke- 

lungsgeschichte fußender Kombinationen ver- 
mutet werden. Aber der bewunderungswürdigste 
Aufwand von Scharfsinn besitzt nicht die Beweis- 
kraft eines einfachen Versuches. Heute sind 
wir im stände, die Gesetze der organischen 
Formenbildung und die Veränderlichkeit der 
Art unmittelbar wahrzunehmen, indem wir auf 
die Organismen künstliche Faktoren ein- 
wirken lassen, welche denen in der Natur analog, 
aber konzentrierter sind und folglich Verände- 
rungen, zu denen die Natur vielleicht .Jahr- 
tausende braucht, in verhältnismäßig sehr kurzer 
Zeit herbeiführen. Solcher äußerer Faktoren, 
welche die organische Formbildung verursachen 
und beeinflussen, gibt es nach Davenport*) 
achterlei: 1. Chemische, 2. Mechanische Agentien. 
3. Feuchtigkeit. 4. Dichte des Mediums, 5. Schwer- 
kraft, 6. Elektrizität, 7. Licht und 8. Wärme. 

Einige Beispiele werden das Gesagte sofort 
klar erscheinen lassen. So zeigt eine Reihe von 
Pflanzen bekanntlich ganz verschiedene Formen, 
je nachdem, ob sie unter, oder auf, oder über 
der Oberfläche des Wassers, oder endlich, ob 
sie in ruhigem oder in fließendem Wasser 
wachsen: Belege hierfür bieten die Land- und 
Wasserformen des Lebermooses Riceia. des 
Moosfarnes Azolla. ferner unter den Blüten- 
pflanzen des gemeinen Tannenwedels (Hippuris 
vulgaris L.), des chilenischen Tausendblattes 
(Myriophyllum proserpinacoides Grill.) und der 
Heteranthera zosterifolia Marl. — Auch die 
Blätter der Pfeilkräuter (Sagittaria) zeigen erst 
über der Wasserfläche die eigentümliche Form, 
nach welcher sie benannt sind, während sie 
unter dem Niveau in stehendem Wasser lineale, 
in fließendem Wasser lang schleifenförmige 
Blätter treiben, welche denen der Vallisneria 
täuschend ähnlich sehen. Um die Faktoren zu 
ergründen, welche für die aufgezählte mehrfache 
Gestaltungsmöglichkeit maßgebend sind, wird 
etwa folgende Versuchsreihe aufgestellt: die in 
Frage kommende Pflanzenspezies wird in mehreren 
nebeneinander stehenden Kulturgefäßen unter 
sonst ganz gleichmäßigen Existenzbedingungen 
gezogen; nur die eine Bedingung, deren Einfluß 
auf die Formbildung man eben prüfen will, wird 
in jedem Kulturgefäß verändert, Es würde 
sonach beispielsweise die Sagittaria sagittifolia 

*) Davenport, Ch. B., „Experimental Morphology", 
pt. L, New York 1897. 



in sämtlichen Gläsern den nämlichen Boden- 
grund erhalten, und alle Gläser stünden in einem 
Räume mit gleichmäßiger Temperatur und gleich- 
mäßigen Belichtungsverhältnissen; die einzige zu 
variierende Bedingung Aväre in diesem Falle die 
Feuchtigkeit. Die Sagittaria im ersten Glase 
darf daher ungehindert, wie sie es gewohnt ist, 
über die Oberfläche emporwachsen; das Exemplar 
im zweiten Glase wird gezwungen, unter Wasser 
zu bleiben; in einem dritten Glase wird ein 
beständiger Wasserstrom erzeugt, usw. Es 

ergibt sich die Form der Blätter zunächst als 
eine Folge der Mediumsdichte; je nachdem, ob 
das Medium, in welchem die Pflanze wächst, 
diese mehr oder weniger der Schwerkraft über- 
läßt, entstehen kompliziertere oder einfachere 
Formen des Wachstums. Am meisten wird die 
Pflanze im fließenden Wasser der Schwerkraft 
entzogen: hier kommt die Strömung als mecha- 
nisches Agens hinzu und erzeugt eine spezielle 
Abweichung.*) 

Entnehmen wir ein Beispiel, welches sich 
ebenfalls auf das Leben in oder außer Wasser 
bezieht, dem Tierreiche: der allbekannte mexika- 
nische Axolotl (Ambly stoma mexicanum, Cope) 
kann als geschlechtsreifes Tier zwei, von ein- 
ander erheblich verschiedene Formen aufweisen: 
die erdmolchartige Landform, die kiemenmolch- 
älmliche Wasser- oder Larvenform. Die Fähig- 
keit, in diesen beiden Formen die Geschlechts- 
reife zu erlangen, beschränkt sich indessen 
keineswegs auf den Axolotl; fast alle Schwanz- 
lurche besitzen unter zwingenden Umständen 
den nämlichen Grad von Anpassungsmöglichkeit 
an eine grundverschiedene -Umgebung. Nun er- 
geben Zucht versuche die merkwürdige Tatsache, 
daß die Nachkommenschaft von Landformen 
sich abermals von selbst in die lungenatmende 
Landform umzuwandeln und das Wasser, sobald 
die Zeit hierfür gekommen ist. zu verlassen, 
strebt, während umgekehrt eine von Larven- 
formen abstammende zweite Generation wiederum 
die Neigung zeigt, zeitlebens als kiemenatmende 
Larve im feuchten Elemente zu verbleiben. Die 
im Handel gezüchteten Axolotl, welche sich seit 
vielen Generationen in der Larvenform fort- 
gepflanzt haben, sind jetzt nur mehr sehr schwer 
uud nur unter großem Materialverlust zur Meta- 
morphose in die Landform zu bewegen. Man 
erkennt aus diesem Versuche die Wirksamkeit 



*) Weitere Anregungen und sehr zweckdienliche 
Literatur -Hinweise siehe bei H. Filipp, „Pflanzen- 
physiologische Versuche" in der Zeitschrift „Nerthus", 
VI. (1904), S. 337—339. 



86 



Dr. E. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 



der Vererbung - von durch direkte Anpassung 
erworbenen Eigenschaften als inneren arten- 
bildenden Faktor.*) 

Des ferneren sehen wir im Pflanzen- wie 
im Tierreiche die Bastardbildung als form- 
veränderndes Moment in Tätigkeit, Auf experi- 
mentellem Weg erzielt man Bastarde am erfolg- 
reichsten unter Zuhilfenahme der künstlichen 
Befruchtung, durch welche sich nämlich auch 
solche Arten, die im Stammbaume weit von 
einander entfernt sind und sich auf natürlichem 
Wege niemals vermischen würden, zur Zeugung 
von Bastardformen verwenden lassen. Die 
künstliche Befruchtung gelingt im Tierreiche 
dort am leichtesten, wo die Begegnung der 
Zeugimgsstoffe normalerweise außerhalb des 
weiblichen Körpers stattfindet, also unter den 
Wirbeltieren bei den Fischen und ungeschwänzten 
Amphibien. — Nicht immer muß die Befruchtung 
eine Besamung sein; die Eier der Seeigel und 
mehrerer anderer Tiere können auch durch 
allerlei chemische und mechanische Reize in 
mehr oder minder vollkommener Weise zur 
Entwickelung gebracht werden, beispielsAveise 
Seeigeleier nach den Versuchen der Brüder 
Hertwig**) durch eine fünfprozentige Chloral- 
hydratlösung. (Schluß folgt.) 




(Nachdruck verboten.) 

Die Schwanz- und Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Von Dr. E. Bade. (Mit 36 Abbildungen.) 

^m den Aufbau der Schwanzflosse richtig zu 
verstehen, ist es nötig, erst den Knochen- 
bau einer normalen Schwanzflosse zu zeigen, wie sie 
ein gewöhnlicher Goldfisch, eine Karausche oder 
ein Karpfen besitzt. Das Schwanzknochengerüst 
ist bei allen Karpfenfischen das gleiche. Man 
kommt hier am besten zum Ziele, wenn man für 
diesen Zweck das eines Karpfens nimmt, dessen 
größere Form die Untersuchung erleichtert. Es 
fällt hier zuerst auf, daß einige wenige Rücken- 
wirbel in ihrer Form etwas von einander ab- 
weichen, so trägt die Mitte des vorletzten 
Wirbelknochens (Fig. 11) oben zwei Gräten a. 
Die zweite derselben ist nach hinten verlängert 

*) Weitere Beispiele bei Ch. Briining, „Lieb- 
haberei und Wissenschaft", in der „Wochenschrift für 
Aquarien- und Terrarienkunde", I. (1904), S, 130—132. 

**) Hertwig, 0. u. R, „Über den Befruchtungs- 
und Teilungsvorgang des tierischen Eies unter dem Ein- 
flüsse äußerer Agentien". „Jenaische Zeitschr. f. Naturw." 
XX. (1887), I., S. 120—242. 



und ihr kommt nur ein geringerer Anteil am 
Halten der Flossenstrahlen des Schwanzrücken- 
lappens zu. Die untere Gräte desselben Wirbels b 
ist dicker und länger als die der vorhergehenden 
und trägt au ihrem verdickten Ende einige der 
Flossenstrahlen, aus denen der untere Schwanz- 
lappen zusammengesetzt ist. Der vorletzte Wirbel 




Figur 11. 

ist mit einer nach oben und einer nach unten 
gerichteten Gräte besetzt, die beide entsprechend 
stärker und größer sind als die korrespondierenden 
Gräten des vorhergehenden Wirbels und jede 
bildet den Stützpunkt einiger Schwanzflossen- 
strahlen. Vom letzten erkennbaren Wirbel 
zweigen sich einige Fortsätze ab, von denen der 
oberste und vorderste ein kurzes, spitz geformtes 
Stück bildet, über welchem ein frei schwebender 
Knochen, der falsche Dorn, steht. Dieser und 
die beiden anderen Gräten des vorletzten und 
vorvorletzten Wirbels bilden knochige Stützen 
für die Strahlen des Rückenlappens der Schwanz- 
flosse. Der nächstfolgende Fortsatz des letzten 




Figur 12. 



Wirbels besteht aus einem Paar langer, griffei- 
förmiger Platten, die schräg nach oben gehen. 
Beide Platten sind ähnlich gebaut wie das Heft 
eines Rasiermessers, und schließen zwischen sich 
das hintere Ende des Rückenmarks ein, während 
die Rückgratsehne an ihrer Rückenkante ent- 
lang läuft. Dieser Knochen ist die Fortsetzung 
der Wirbelsäule, und stellt eine Anzahl zu- 



Dr. E. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 



87 



sammengewachsener Wirbel dar, er wird als Knochen im einfachen und doppelten Zustande 
„Urostyle" (1. der Figur 11) bezeichnet, Der der Schwanzflosse, so wird eine solche Gegen- 
dritte Fortsatz, zusammengewachsen mit dem überstellung recht interessant, Fig. 13 zeigt den 

vorletzten Wirbel eines gewöhnlichen Gold- 
fisches mit normalem Schwänze. Fi»-. 14 den 



letzten erkennbaren Wirbel, ist ein flacher, 
verbreiterter Knochen c, der nach hinten läuft 
und einen spitzen Winkel mit dem „Urostyle" 
bildet, Genau unter der Wurzel des dritten 
Fortsatzes und sich schräg abwärts wendend, 
befindet sich im letzten Schwanzwirbel eine 
Vertiefung, in der die Enden zweier flacher 
Knochen d e durch Knorpel verbunden liegen. 
Frei liegend zeigt sich der letzte Wirbel beim 
Karpfen in Fig. 15 in der Seitenansicht, 

Im Winkelraum, welcher von den Urostyle 
Fig. 11 und der Knochen freigelegt in Fig. 15 
gebildet wird, lagern sich vier Knochen ein, 
deren vordere Enden in den Baum zwischen 1 
und c Fig. 11 eingeklemmt sind. Ein schmaler 
Zwischenraum in der Verlängerungslinie 
des Rückgrates teilt die Hypural-Knochen 
— wie die Knochen unter dem Urostyle 
genannt werden — in zwei Gruppen. Die 
hinteren Teile dieser Hypural-Knochen 
sind alle in derselben Weise gestützt und 
stellen eine gerade Linie vor, an der die 
Schwanzflossenstrahlen sitzen. Die sieben 
flachen Hypuralknochen und die zwei 
Haemalgräteu des vorletzten und vorvorletzten 
Wirbels tragen die Strahlen des unteren Lappens. 
Nach diesen Ausführungen wird 
es verständlich erscheinen, daß der 
größte Teil des Schwanzes als 
Bauchlappen bezeichnet werden 
muß, während der Rückenteil nur 
einen verhältnismäßig unbedeuten- 
den Anteil am Ganzen einnimmt. 
Untersucht man einen Schleierschwanz mit 



Fig. 13 



entsprechenden Knochen bei einem Schleier- 
schwänze, Der obere Fortsatz und die Mitte 
des von vorn gesehenen Wirbels mit den 
Gräten sind bei beiden ähnlich, die Haemal- 
Bogen des Schleierschwanzes, nachdem sie 
sich in der mittleren Linie vereinigten, 
trennen sich wieder und gehen in verschiede- 
nen Richtungen auseinander: beim gewöhn- 
lichen Goldfisch sendet aber der untere 
Bogen nur einen Fortsatz aus, die Haemal- 
Gräte. In Fig. 15 sehen wir den letzten Wirbel 
mit seinen Fortsätzen in der Seitenansicht von 
einem gewöhnlichen Goldfisch mit normalem 
Schwänze, während Fig. 16 denselben 
Wirbel vom Schleierschwänze zeigt, wo 
der untere Knochen sicli verdoppelt hat. 
Fig. 17 und 18 sind zwei entsprechende 
Knochen, der vierte Hypural-Knochen von 
einfacher (Fig. 17) und doppelter (Fig. 18) 
Form, ersterer vom Goldfisch, letzterer 
vom Schleierschwanz. Der erstere ist 
einfach, während der letztere aus zwei 
auseinandergehenden Gliedern bestellt, Seine 
Spitze liegt zwischen den beiden Stücken des 
Urostyles. 

Bei der Schwanzflosse mit 
einem schmalen Spalt, wie sie in 
Fig. 9 dargestellt ist, setzen sich 
die Haemal-Gräten des vorletzten 
und vorvorletzten Wirbels- von 
ihrer Wurzel in deutlich gepaartem Zustande fort, 
um den gepaarten Schwanzteil zu stützen. In 
dreigeteiltem Schwänze, wie ihn Fig. 12 zeigt, anderen Fällen bei tieferer Spaltung laufen jene 




Figur 14. 





Figur 16. 



Figur 15. 




Figur 17. 



so fällt bei der Vergleichung des 
Schwanzbaues einer solchen Form 
mit der eines gewöhnlichen Karpfen- 
fisches eine allgemeine Übereinstim- 
mung in der Anordnung verschiedener 
Teile auf, ausgenommen in einer Hin- 
sicht, daß ersterer eine doppelte 
Reihe von Knochen aufweist, welchen 
es zukommt, die unteren Schwanzflossenstrahlen 
zu tragen und welche den zwei Seitenhälften 
entsprechen, in welche die Schwanzflosse des 
Schleierschwanzes geteilt ist. Bei einem gewöhn- 
lichen Karpfenfisch sind alle Schwanzstrahlen in 
einer vertikalen Linie angeordnet und dem- 
entsprechend bilden auch die sie tragenden 
Knochen eine Linie. Vergleicht man nun die 



knochigen Stützen in korrespondierender Lage 
paarweise bis zur Spaltung aus. Von einer 
solchen Schwanzflosse zeigen die Fig. 19 bis 23 
schematische Querschnitte. Die Stellung der 
Knochen bei einem vertikalen und normalen 
Schwanz zeigt Fig. 19. Beim Vergleich dieses 

Bildes mit den anderen ist 
zu erkennen, daß der Unter- 
schied in der Tiefe des 
Spaltes auf den Knochen- 
bau in entsprechenden Ab- 
stufungen einwirkt, 

Der gepaarte Zustand 
der Hypural-Knochen bei dem Schleierschwanz 
ist auch dadurch von großem Interesse, daß die 
Hypural- Elemente gleichbedeutend den weiter 




Figur 18. 



88 



Wilhelm Schuster: Die Napi'schuecken (Patella vulgata) der' normannischen Inseln. 





Figur 20. 



Schwanz- 




näch vorn gelegenen unter der Wirbelsäule be- 
findlichen Gräten sind, und daß das griffei- 
förmige Urostyle eine zusammengewachsene Ver- 
tretung einer gewissen Anzahl von Wirbelteilen 
ist. Bei Vergleichung der Bauchgräten zeigt es 
sich, daß sie von der Wurzel aus paarweise aus- 
gehen (kreuzweise Fortsätze) und in Paaren 
endigen, daß sie in der Schwanzgegend ebenfalls 
in Paaren ausgehen (Haemal-Bogen), 
sich indessen bald verbinden, in 
einem in der Mitte gelegenen Fort- 
satz enden (Haemal-Gräte) und am 
äußersten Schwanz vom Anfang als 
verbundene Mittelgrä- 
ten abgehen, wie es bei 
den Knochenfischen der 

Fall ist. Beim Schleier- 
Figur 19. K : 8 MI i v t 

schwänz endigen auch 

die Fort- 
sätze am 
äußersten 
' Schwänz- 
ende paar- 
weise. Das 
System der 
flossenstrahlen bildet eine 
bedeutende Rolle bei der 
Ursache der unregelmäßi- 
gen Erscheinungen beim 
Schwänze des Schleierschwanzes. Jedei 
Schwanzstrahl besteht ans einem Paar ähn- 
licher Teile, die Seite an Seite und eng an- 
einander gelegt zum größten Teile der Länge 
nach laufen. Unmittelbar am Ende gehen 
die beiden etwas auseinander und teilen sich am 
Endteil des Schwanzskelettes. Sie sind glatt 
und einfach an der Basis, werden aber weiterhin 
in eine Anzahl kleiner Glieder geteilt und noch 
Weiter der Länge nach in eine Anzahl feiner 
Strahlen gespalten. Halhmond-förmige Zeichen, 
welche die Schwanzknochen umgeben, zeigen in 
den Abbildungen 19 bis 23 die Zerteilung der 
Schwanzstrahlen in den verschiedenen Schwanz- 
formen. 

Wenn ein normaler Seh wanz mit ausgerundetem 
Umriß in vertikale] 1 Linie in zwei Hälften ge- 
spalten ist und jede Hälfte ihre ausgeraiidete 
Form behält, kommt ein vierlappiger Schwanz 
zu stände, wenn aber die Spaltung nicht durch- 
geführt ist und die beiden Hälften an ihrem 
Rückrande verbunden bleiben, ist die als drei- 
lappiger Schwanz bekannte Form das Resultat. 

(Fortsetzung- folgt.) 



Die Napfschnecken (Patella 

vulgata) der normannischen 

Inseln. 

Von Wilhelm Schuster, Pfr. 




Fi nur 21. 



|us dem Kensington-Musenm in London, wo 
in der Aula die sitzende Marmorgestalt 
Darwins von der Treppengallerie herabglänzt auf 
die nach Darwinschen Ideen geordneten Natur- 
schätze, fährte mich der Weg nach den norman- 
nischen Inseln. Als typischen Vertreter der 
Molluskenfauna dieser herrlichen Felseninseln 
— Guernsey, Jersey und Aldernay — fand ich 
die gemeine Napfschnecke (Patella vulgata). 

Schon gleich am unwirtlichen Morgen eines 
mit bestem englischen Wetter, Nebel und kalt- 
feuchtem Regen, ausgestatteten Tages sah ich, 
als ich auf der Hafenstraße der Stadt Guernsey 
herging, in der Richtung von Albert Statue nach 
Rouet Road, in der Straßengosse eine Anzahl 
großer Patella-Sclvälew liegen. Sie waren Küchen- 
Überreste von einer Napfschneckenmahlzeit; die 
Schnecke wird von den Insulanern gegessen und 
ich glaube auch, daß sie, recht 
zubereitet, ebenso gut schmecken 
kann wie eine stachlige Herz- 
muschel (Cardium echinatum 
bezw. i'usticum) oder zum wenig- 





Figur 23. 



Figur 22. 

sten wie die 
nicht ganz so 
kostbare eßbare 

Herzmiischel 
(Cardium edule). Die Schalen aus der Gosse 
maßen 4—5 cm im Randdurchmesser, doch habe 
ich auch größere an den Strandfelsen gesehen. 
Als ich an die geheimnisvolle Petit Fort Bay 
unterhalb des Fort George und der Kent Battery 
kam, war ich erstaunt über den Reichtum von 
Patellen am Küstengestein. Hier, wo die Meer- 
wogen brausend widerschlagen (und entweder 
die Felsklippen überschäumen bezw. die Fels- 
wände benetzen oder für kurze Zeit unbeuetzt 
und dann zwischen den Riffen kleine Tümpelchen 
zurücklassen), sitzen die Schnecken, die spitz- 
rückigen kleinen und großen Pyramiden, dicht 
nebeneinander. Die Patellen halten diejenigen 
Regionen der Strandküste inne, welche meist 
immer noch zu irgend einer Tageszeit vom 



Wilhelm Schuster: Die Napfschnecken (Patella vulgata) der normannischen Inseln. 



89 



Wasser wenigstens bespritzt werden. Natürlich 
fallen die einzelnen Punkte wenig in die Augen; 
denn die Schneckenhäuser sind sowohl in der 
Farbe wie in der Gestalt ihrer Unterlage an- 
gepaßt. Jede kleine Erhebung oder Vertiefung 
vermag der Rand der Schale „mitzumachen" 
d. h. plastisch nachzuahmen. Daher kommt es, 
daß die einen der Schalen einen ganz glatten, 
die anderen einen recht zackigen Randsaum 
haben. Auf der Farbanpassung beruht es auch, 
daß ein Teil der Gehäuse ein sehr weißliches 
Aussehen, ein Teil einen dunklen Farbton hat 
(dies sind vor allem auch junge Exemplare). 
Viele Schalen weisen auf der Außenseite starke 
Rippen — strahlenartig von der Schalenspitze nach 
dem Schalenrand zu — auf, bei vielen Schalen aber 
sind die Rippen glatt abgerieben. Hält man die 
Schale gegen das Licht, so daß man in die Innen- 
seite der Schale hineinsieht, so bemerkt man 
die Außenrippen als durchscheinende blaugraue 
Streifen oder Strahlen und vertikal dazu an- 
geordnete, verschiedenartig helle konzentrische 
Kreislinien bezw. -schichten, welche wohl das Alter 
der Schale und des Tieres angeben. Bei manchen 
Schalen sind auf der Rückenspitze Tangwurzel- 
stücke oder andere pflanzliche — und zuweilen 
auch tierische — Organismen festgewachsen. 
Insbesondere bei jungen Tieren ist der untere 
Schalenrand schön schwarz und hellgelblich bis 
zu einem warmen Braun abwechselnd gestreift. 

Überrascht man das Tier, so daß man es 
in demselben Augenblick abzureißen sucht, in 
welchem man es berührt, oder indem man die 
Fingerspitze (ein Hölzchen usw.) zwischen den 
vom Untergrund aufgelockerten und etwa 2 bis 
4 mm abstehenden Schalenrand und das Fels- 
gestein bringt, so erhält man das Tier mit 
leichter Mühe; wenn das Tier aber Zeit findet, 
die Schale an den Stein zurückzuziehen — ■ dies 
tut es bei jeder leisen Berührung sofort — und 
den Innenraum mehr oder weniger hermetisch 
abzuschließen, so kann man die Schale selbst 
sehr kleiner Individuen mit bloßen Fingern und 
dem gewöhnlichen Aufwand der Kraft des Armes 
nicht ablösen, d. h. losreißen. Diese Tatsache 
beweist, wie schon Dr. A. E. Brehm sehr richtig 
geurteilt hat, daß sich die Napfschnecke nicht 
allein durch den Speichelleim der Fußsohle fest- 
hält, sondern auch durch das Ansaugevermögen, 
welches von der Bildung eines luftleeren Raumes 
unter der Schale abhängt. 

Die Napfschnecke soll über Nacht umher- 
wandern und der Äsung nachgehen, welche in 
Tangstückchen (Fucus) bestehe. Ich habe dies. 



selbst nicht beobachtet und stehe dieser Mit- 
teilung ziemlich skeptisch gegenüber. Wenngleich 
die Napfschnecken nicht zu den festgewachsenen 
Schnecken gehören, so sitzen sie doch so fest 
an ihrem Felsgestein, daß ich zumal an ein 
häufiges Umherwandern nicht glauben kann. 

Recht ähnlich sind der Patella unsere Mützen- 
schnecken, Ancylus, der gemeine rechtsgewundene 
Ancylus fluviatilis (runde Mützenschnecke) und 
der nur in stehenden Gewässern an den Schilf- 
rohren sitzende Ancylus lacustris (längliche 
Mützenschnecke), nur daß bei den Mützen- 
schnecken die Gehäusespitze nicht in der Mitte 
liegt wie mehr oder minder bei den Napf- 
schnecken, sondern am Rande. 

Die Molluskenfauna der normannischen Inseln 
ist auch im übrigen sehr reich an schönen Formen. 
Da finden wir die nach den einzelnen Individuen 
einfarbigen, aber in den verschiedensten ge- 
sättigten Farben prangenden Littorina obtusata, 
den wunderhübsch purpurfarben gestreiften Eck- 
mund, Trochus einer eus, die kräftige Purpur- 
schnecke, Purpura lapillus u. a. 

Einige Exemplare von Littorina rudis, Nassa 
reticulata (Gitterreuse), Kellia suborbicularis 
(Kreismuschel), Nassa incrassata usw. werden 
in unserem Mainzer Aquarien- und Terrarien- 
Verein „Zyperus" mit etlichen von mir ge- 
stifteten Helix mattiaca AI. Braun aus dem 
Hydrobienkalk und der kleineren, aber sonst 
ganz ähnlichen Helix subsoluta Sndbgr. aus dem 
Corbiculakalk des „Untermiocän" des Mainzer 
Beckens (Steinbruch im Lenneforst bei Gonsen- 
heini) den Grundstock zu einer eigenen Konchy- 
liensammlung des Vereins bilden. 

Versuche, die Napfschnecken im Aquarium 
zu halten, scheinen mir noch nicht in aus- 
giebiger Weise gemacht worden zu sein. — 

Der Bevölkerung der normannischen Inseln 
scheint die mannigfaltige Fisch- und Schnecken- 
kost recht gut zu bekommen. Es ist ein schöner 
Menschenschlag, eine Mischrasse von Germanen 
und Romanen; dem Durcheinanderfließen der 
Rassen wird hier solange nicht Einhalt getan 
werden, als die Inseln englisches Besitztum mit 
englischen Beamten und Soldaten sind und doch 
an der französischen Küste liegen. Die jungen 
Mädchen gehen meist in roten Farben. 

(jonsenheim bei Mainz, Villa ,.Finkenbof". 




90 



Vereins-Nachrichten. 




VEREIN5'«rW#Y 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu Nürnberg. (B. V.) 

Vereinslokal: „Krokodil", Weintraubenstr. 

Sitzung vom 28. November 1904. 
Dieselbe wird durch den I. Vors. um 8 : /2 Uhr er- 
öffnet. Im Einlauf befinden sich außer den Zeitschriften 
1 Karte des Herrn cand. med. Bgers-München mit der 
Bitte um Zusendung der Vereinspapiere; Brief des 
Verlages der „Wochenschrift", welcher die Mitteilung 
enthält, daß der Preis, veranlaßt durch wesentliche 
Verbesserungen, um 1 Mk. pro Jahr erhöht werden 
müsse; Brief .unseres Herrn Lehrer Zippelius in Ansbach, 
welcher um Überlassung je 1 Exemplars einer Kreuzotter, 
Schlingnatter, Ringelnatter und — auch einer Blind- 
schleiche ersucht, da er beabsichtigt, die Nützlichkeit 
bezw. Schädlichkeit dieser Reptilien einer Anzahl Personen 
seines Wirkungskreises zu demonstrieren. Dem Ersuchen 
wird gerne entsprochen, wir sind sogar Herrn Zippelius 
sehr dankbar für seine Unterstützung betreffs Verbreitung 
der Kenntnis der einheimischen ßeptilien und Amphibien. 
Eine Offerte von Gersten-Magdeburg über Aquarien usw. 
gelangt zur Bekanntgabe. Aus den Zeitschriften gelangen 
mehrere Artikel zur Verlesung und Besprechung. Recht 
interessant ist die Arbeit des Herrn Major Prestele in 
No. 22 der „Bl.": „Ichthyologisches aus dem Altertum 
und Mittelalter". In fesselnder Weise berichtet Herr 
Dr. Fr. Werner über die Haltung und Pflege der 
„Leguane in der Gefangenschaft", während in gleicher 
Nummer Herr Dr. Klingelhöfer den Schluß zu seiner 
Abhandlung über „Die Pflege der Süßwasserschildkröten" 
bringt. Diese Arbeit, die manchem Schildkrötenfreund 
sehr willkommen sein wird, zeugt von feinem Verständnis 
für die Pflege und Bedürfnisse dieser Tiere. Eine von 
F. v. Kittler empfohlene Aquarienheizung bringt uns 
nichts Neues, da diese Heizungsanlage durch unseren 
I. Vors. schon vor 4 Jahren zur Vorzeigung gelangte. 
Die Anbringung der 3 mittleren Aquarien ist uns auf 
der beigefügten Illustration nicht recht verständlich, 
praktisch scheint sie auf keinen Kall zu sein. Aus den 
Vereinsberichten gelangte der Abschnitt aus dem Bericht 
des „Triton" vom 21 Okt. („N. u. H") zur Verlesung, 
welcher sich mit der Einführung eines „Liederbuches für 
Aquarien- und Terrarienfreunde" befaßt, bezw. diese 
Einführung verteidigt. Wir können dieser Errungenschaft 
keine besondere Sympathie entgegenbringen, ja schon 
die Vorstellung, daß, wenn eine interessante Sitzung 
geschlossen ist, das Liederbuch hervorgeholt und dann 
noch einige Lieder gesungen werden sollen, machte einen 
solch großen Eindruck auf das Zwerchfell der Anwesenden, 
daß eine unbändige Heiterkeit Platz griff. Wir lassen 
uns auch gerne nieder, wo man singt, und singen selbst 
gerne in gegebenen Fällen ein frohes Lied, aber die 
Aquarien- und Terrarien-Liebhaberei mit ihren vielen, 
ernste und hohe Ziele anstrebenden Grundzügen können 
wir unmöglich mit der „Bierbank-Gesangskunst" in 
Einklang bringen, glauben aber trotzdem auch keine 
bösen Menschen zu sein. Heft 4 von „N. u. Haus" bringt 
in dem beherzigenswerten Artikel: „Gegen die Gyrodac- 
tylusseuche" aus der Feder des Herrn Dr. med: W. Roth- 
Zürich eine sehr schätzenswerte Arbeit. Nachdem im 
Jahre 1904 in No. 16, 18 und 19 dieser Zeitschrift 
bereits eingehend über die Behandlung der Gyrodactylus- 
krankheit seitens dieses Herrn geschrieben wurde, lernen wir 
in dieser Nummer ein mit wenig Mühe und Kosten herzu- 
stellendes Mittel zur Vertilgung des Gyrodactylus kennen. 
Dieses Ergebnis einer mühevollen Forschung wird gewiß 
allen Fischfreunden willkommen sein und dankbarst 
begrüßt werden. In No. 34 der „Wochenschrift" ergreift 
Herr C. Brüning das Wort zur „Reform der Vereins- 



berichte", und wir müssen zugeben, daß dieser Herr 
auch uns vollständig aus dem Herzen geschrieben hat. 
Die Anregung jedoch, daß Vereinsberichte erst in einer 
Vereinssitzung die Genehmigung zur Veröffentlichung 
erhalten sollten, wird einstimmig abgelehnt. Wir haben 
bisher nur das berichtet, was und wie im Verein gearbeitet 
wurde, ferner, was den nicht in den Sitzungen anwesenden 
Mitgliedern zur Kenntnis gebracht werden sollte, und 
was zur Veröffentlichung zweckmäßig erschien, um das 
Ansehen des Vereins zu heben und zu stärken. Wir 
haben stets angestrebt, mit allen Vereinen und Einzel- 
liebhabern in Eintracht zu leben, und schätzen alle hoch, 
die darin nicht ermüden, einzig und allein der Hebung 
und dem Ausbau der Aquarien- und Terrarienkunde zu 
dienen, ohne dabei persönlich oder beleidigend zu werden. 
Was die „Reform der Vereinsberichte" anbetrifft, so 
werden wir bei den bisherigen Gepflogenheiten weiter 
verbleiben und uns weder durch Artikel noch sonstige 
in das innere Vereinsleben eingreifende Anzapfungen 
beirren lassen, sondern stets das tun, was wir für gut 
befinden. — Die kürzlich in einem Vereinsbericht des 
„Lotus"-Wien gemachte Bemerkung, daß Herr Skell- 
Dresden seinem Seewasser ein gewisses Quantum Gyps 
zusetzt, hat sich auch unser Herr Fischer zu nutzen 
gemacht und konstatiert nun, daß das betreffende Wasser 
nach mehreren Tagen die seit 5 Wochen anhaltende 
Trübung verloren hat und kristallklar geworden ist. 
Diese Klärung dürfte ihren Grund darin haben, daß 
der Gyps das flüchtige kohlensaure Ammoniak bindet. 
Durch diese Fähigkeit werden auch die mehr oder 
minder im Behälter vorhandenen Zersetzungsprodukte 
gebunden, was zur Folge hat, daß die erwähnte Klärung 
eintritt. Über die seitens des Vereins angekauften 
Barbus pyrrhopterus berichtet der Pfleger derselben, 
Herr Scholz, in zufriedenstellender Weise. Es wird 
angeregt, noch mehrere Zuchtpaare verschiedener Arten 
vereinsseitig anzuschaffen. Diesem Wunsche wird vor- 
läufig durch Ankauf eines Paares Trichogaster lalius 
entsprochen. Der Antrag mehrerer Mitglieder, zum 
Schluß des Jahres einen gemütlichen Familienabend mit 
Verlosung zu veranstalten, findet einstimmige Annahme. 
Zur Abhaltung desselben wurde der 10. Dez. bestimmt. 
Für die Sammlung spendete Herr Naumann ein sehr 
schönes Trockenpräparat des Kugelfisches, ferner noch 
verschiedene Notizbücher und Blocks. 

,, Wasserrose", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Dresden. 

Vereinslokal: Restaurant „Viktoriahaus", Seestraße. 

Versammlung vom 28. Januar 1905. 
Die Herren Karl Skell-Dresden und Emil Forberger- 
Kohlmühle bei Schandau werden als Mitglieder auf- 
genommen. Kassenbestand am 31. Dezember 1904 un- 
gefähr 380 Mk. — Herr Engmann berichtet über Cichla- 
soma nigrofasciatum Günther (siehe „Blätter" XV, 82) 
unter Vorzeigung zweier Jungtiere, denen er zum Ver- 
gleich einen gleichgroßen gewöhnlichen Chanchito (Cich- 
lasoma facetum Steind., früher Heros facetus Steind.) bei- 
gesellt hatte. Tüpfel-Chanchito möchten wir das Cich- 
lasoma nigrofasciatum genannt wissen wegen seiner vielen 
und verschiedenfarbigen Tüpfel, Flecke und Punkte, die 
es hauptsächlich von seinem nahen Verwandten, dem 
C. facetum unterscheiden; der mit Anlehnung an die 
wissenschaftliche Bezeichnung von anderer Seite bereits 
in Vorschlag gebrachte Name „Schwarzgebänderter 
Chanchito" erscheint uns wenig empfehlenswert, weil 
dadurch leicht Verwechslungen mit dem gewöhnlichen 
Chanchito (C. facetum) vorkommen könnten, der bekanntlich 
auch schwarzgebändert ist. — Die neue Poecilia (amazona ?) 



Vereins-Nachrichten 



91 



ist nach Bericht der Herren Thumm und Liebscher ein 
hübscher harter Fisch, der im geheizten Zimmer einer 
besonderen Wassererwärmung nicht bedarf. Die Besitzer 
des Zuchtpaares, die Herren Engmann und Thumm, stiften 
dem Verein von der erzielten Nachzucht 20 Stück, welche 
dem Ermunterungsfonds 20 Mk. einbringen. Diesem 
fließen ferner zu 1,20 Mk. für 3 Makropoden aus dem 
Besitze des Unterzeichneten, sowie 1,15 Mk. für eine von 
Herrn de la Vigne gestiftete Riesenschnecke (Ampullaria 
gigas). Der Vorsitzende spricht den Spendern den Dank 
des Vereins aus. — Die Anzahl der kürzlich bei ihm von 
einem Weibchen der roten Barbe (Barbus condronius, 
früher B. ticto) abgesetzten Eier schätzt Herr Thumm auf 
3000 bis 4000 Stück; bei Herrn Fließ bach schritt die 
Flugbarbe (Nuria danrica) neulich zur Fortpflanzung. 
Der letztgenannte Herr zeigt einen getrockneten, aus dem 
roten Meere in der Nähe von Port Said stammenden 
5 — 6 cm langen scheibenförmigen Fisch vor, welcher 
offenbar der Familie der Schuppenflosser (Squamipinnes) 
angehört. Näheres konnten wir bis jetzt noch nicht 
feststellen, zumal das Tier durch das Trocknen natürlich 
ziemlich entstellt ist. — In „Natur u. Haus 1 ' No. 8 inter- 
essiert uns besonders ein Artikel von Dr. Janson über die 
Schwimmblase der Fische; in dieser Arbeit kann man 
eine weitere Erklärung (außer den gewöhnlich an- 
genommenen) dafür finden, warum die meisten Jungfische 
flaches Wasser bevorzugen. Verschiedene unserer Mit- 
glieder erzielten schon früher durch Erniedrigen des 
Wasserstandes Gesundung von Jungfischen, welche offen- 
bar an der Schwimmblase laborierten. — Mit Bezug auf 
die Ausführungen W. Köhlers in „Wochenschrift" I., 
No. 37, Seite 228 betr. Rückgratverkrümmungen bei 
Girardinus decemmaculatus haben wir heute zu dem betr. 
Passus in unserem Vereinsbericht vom 17. Dezember 1904 
noch einiges zu bemerken. Unser Herr Thumm fertigte 
inzwischen für die „Wasserrose" zwei Präparate an. Das 
erste zeigt ein Mollienisia latipinna Weibchen, bei welchem 
durch Abtrennen der einen Bauchseite die, die ganze 
Leibeshöhle ausfüllenden entwickelten Eier bloßgelegt 
sind. Das zweite Präparat zeigt 64 vollständig ent- 
wickelte Jungtiere in der Eihülle, 1 Tag vor der Geburt 
(am 39. Tage der Trächtigkeit) einem Weibchen von 
Girardinus decemmaculatus entnommen. Das Tier wurde 
lediglich getötet, um den Beweis zu erbringen für die 
Behauptung seines Besitzers: „Es gibt, bei im Mutterleibe 
zur Entwicklung kommenden Fischen, keinen Druck, 
welcher in der Achsrichtung des Fisches oder Eies wirkt 
und deshalb ist auch eine Rückgratsverkrümmung aus 
dem angegebenen Grunde unmöglich." Wie wir uns über- 
zeugten, liegen die Embryonen in ihren Eihüllen seitlich 
aufgerollt, Kopf neben Schwanz, genau so, wie man es bei 
den in der Entwicklung begriffenen Eiern von Haplochilus 
panchax und H. latipes sehen kann. Deshalb wird man 
wohl nach einem anderen Grund für das Gebrechen der 
betreffenden Zehnfleckkärpflinge suchen müssen. Wir ver- 
muten, daß die Verkrümmungen durch Verletzungen bei 
einer nicht regelrecht vor sich gegangenen Geburt ver- 
ursacht wurden. Wir beobachteten nämlich zu wieder- 
holten Malen, daß wenn Kärpflinge in zu kaltem Wasser 
ablegen mußten, einzelne Junge nur zur Hälfte zum Vor- 
schein kamen und oft erst nach viertelstündigen Mühen 
der Weibchen unter Anschnellen an Pflanzenstengel und 
den Bodengrund vollends den Mutterleib verlassen konnten, 
bezw. förmlich herausgerissen wurden. (Das Einbringen 
in wärmeres Wasser hattte immer einen glatten und 
schnellen Geburtsakt zur Folge.) Daß bei oben erwähnten 
Manipulationen der gebärenden Weibchen den Jungen 
oft Schaden, ja der Tod zugefügt wird, ist wohl allgemein 
einleuchtend. 

W. Seh ae ff er, Schriftführer, Uhlandstraße 38/1. 

Versammlung vom 4. Februar 1905. 

Die heutige Sitzung leitet wieder der I. Vorsitzende, 
Herr Otto Hann. Die diesjährige Hauptversammlung soll 
am 18. März stattfinden. Der hiesige Zoologische Garten 
bietet unseren Mitgliedern junge fleischfarbene Axolotl 
zu 1 Mk. das Stück an. — Interessant, aber leider nicht 
völlig aufklärend, wirkt ein Vergleich der sich zum Teil 
widersprechenden Artikel „Zwei indische Barben" .von 
C. Brüning-Hamburg („Natur u. Haus" No. 9) und „Über 
Barben" von A. Michow-Berlin (Anfang in „Blätter" 



No. 5). Die Einleitung (von Zahnkarpfen handelnd) zu 
dem letzteren Aufsatz befremdet einigermaßen; die Barben 
selbst werden unserer Ansicht nach etwas über Gebühr 
gepriesen, wenn auch nicht geleugnet werden soll, daß 
sie zum Teil sehr empfehlenswerte Aquarienfische sind. 
— Von dem Unterzeichneten gestiftete kleine Scheiben- 
barsche bringen dem Ermunterungsfonds 13,60 Mk. Herr 
Riedner ladet zur Besichtigung seines Pärchens Geophagus 
(brasiUensis-Männchen und gymnogenys- Weibchen) ein, 
welche wieder mit Liebesspielen und Vorbereitungen zur 
Brut beschäftigt sind. Bei Herrn Thumm laichten jetzt 
Rivulus elegans und Nuria danrica; Poecilia amazona (?) 
brachten b0 Tage nach der ersten Geburt wieder Junge, 
und zwar 124 Stück, eine stattliche Anzahl für einen 
lebendiggebärenden Zahnkarpfen! Die Jungen waren bei 
der Geburt ungefähr 1 cm lang und sämtlich wohlgebildet. 
Herr Thumm hat die Beobachtung gemacht, daß der Wurf 
bei den Lebendiggebärenden fast stets verhältnismäßig groß 
ausfällt, wenn das Muttertier um die Zeit der Begattung 
kühler gehalten wird, als in der Temperatur, welche zum 
Ablegen lür die betreffende Art am günstigsten ist. Eine 
Erklärung für diese Erscheinung ließe sich vielleicht darin 
finden, daß in dem kühleren Wasser die Eier am Eier- 
stock langsamer und gleichmäßiger, also in größerer An- 
zahl, reiften, während im wärmeren Wasser die ersten 
Eier sich rasch so weit entwickelten, daß sie dem männ- 
lichen Sperma den Weg zu den dahinter liegenden Eiern 
versperrten. 

W. Schaeffer, Schriftführer, Uhlandstraße 38/1. 

,,Elodea", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 

Berlin- Moabit. Vereinslokal: Birkenstr. 57 bei Schulz. 
Sitzung: Jeden Freitag nach dem 1. und 15. im Monat. 

Sitzung vom 20. Januar 1905. 

Der II. Vorsitzende Herr Molitor eröffnete die 
Sitzung um 9 l /a Uhr und heißt die Anwesenden herzlich 
willkommen. Der I. Vorsitzende Herr Lewandowsky ist 
geschäftlich verhindert, an der Sitzung teilzunehmen. 
Herr Molitor ersucht, das Protokoll der letzten Sitzung 
zu verlesen. Dasselbe wurde angenommen. Eingegangen 
waren von der Verlagsbuchhandlung H. Schultze in 
Dresden 1 Exemplar des „Jahrbuches für Aquarien- und 
Terrarienfreunde", I. Jahrgang, welches Herr Schultze 
dem Verein, sowie auch den Mitgliedern zur Anschaffung 
anbietet. Der Vorzugspreis dieses Jahrbuches beträgt 
80 Pf. Seitens der anwesenden Mitglieder wurde vor- 
geschlagen, 1 Exemplar auf Kosten des Vereins anzu- 
schaffen, was auch einstimmig angenommen wurde. Die 
„Blätter für Aquarien- und Terrarienkuude" erscheinen 
jetzt wöchentlich, der Preis für Vereinsmitglieder bleibt 
jedoch derselbe. Die „Wochenschrift" war noch nicht 
eingelaufen, Herr Sund wird das weitere veranlassen. 
Das Mitglied Herr Skubis hatte 100 Stück rote Post- 
hornschnecken zur billigen Abgabe an Mitglieder mit- 
gebracht, wovon er auch 80 Stück absetzte. Den Ab- 
nehmern besten Dank. Herr Molitor hatte 5 Stück 
Japonica- Knollen zur Ansicht mitgebracht, darunter 
1 gefüllte resp. 1 doppelte, welche er selbst gezogen 
hat, und erklärte dabei zugleich Zucht und Pflege der- 
selben. 3 Stück dieser Knollen wurden zu Gunsten des 
Vereins an Mitglieder billigst abgegeben. Der Erlös 
für diese 3 Knollen betrug 60 Pf. und ging in die Kasse 
des Vereins. Dem freundlichen Spender besten Dank. 
Derselbe hielt hierauf, auf Wunsch mehrerer Mitglieder, 
einen Vortrag über Zucht und Pflege der Yallisneria, 
welcher längere Zeit in Anspruch nahm und an dieser 
Stelle nicht wiedergegeben wird, da eine Beschreibung 
der Vallisneria auch in den „Blättern" usw. zu finden 
ist. Für den lehrreichen Vortrag sagen wir dem Vor- 
tragenden besten Dank. Der Vorsitzende brachte gleich- 
zeitig den Besuch des Aquariums am Sonntag, den 
29. Januar d. Js., vormittags, in Vorschlag, welcher auch 
freudig angenommen wurde. Treffpunkt 9 1 / 2 — 10 Uhr 
vorm. im Pariser Keller. Diejenigen Mitglieder, welche 
nicht anwesend sind, wird Herr Sund hiervon benach- 
richtigen. Um recht zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 
Gleichzeitig wird nochmals erinnert, das nächste mal 
die „Blätter" zum Einbinden mitzubringen. Die Sitzung 
wurde um 1 jtl2 Uhr geschlossen, jedoch blieben die Mit- 
glieder noch längere Zeit beisammen. 

W. Beckert, Schriftführer, Berlichingenstr. 10 II. 



92 



Vereins-Nachrichten. 



„Lotus", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
in Wien. 

Club abend in Jos. Gruss' Restauration IX. Währinger- 

straße 67. 

Sitzung vom 16. Dezember 1904. 

Einlauf: „Fischerei-Zeitung" No. 5, No. 37 der 
„Wochenschrift". Herr Demuth demonstriert einen 
„Lipsia"-Heizapparat und teilt mit, daß er mit demselben 
ganz befriedigende Heizerfolge erzielt habe. Herr Dr. 
Kreisler berichtet über Beobachtungen bei der Nahrungs- 
aufnahme der Seepferdchen und erklärt sich auf Ersuchen 
der Vereinsleitung bereit, in einer der nächsten Sitzungen 
einen diesbezüglichen Vortrag zu halten. Es folgt hier- 
auf ein reger Meinungsaustausch über Algenwuchs im 
Seewasseraquarium. Herr Müllauer betont, daß man den 
Platz des Aquariums nicht ändern dürfe, wenn man auf 
Algenwuchs reflektiere. Er habe schon einigemale Sporen 
von Algen mit Dekorationsstücken eingeschleppt, aus 
welchen sich dann prächtige Pflanzen entwickelten, unter 
anderem eine prächtige lichtgrüne Fadenalge, welche sich 
auch als sehr haltbar erwies. Herr Reverend Hechler 
verliest eine Notiz aus „The Review of Reviews" über 
Kupfer als Wasserreinigungsmittel. Die Wasserreservoirs 
einer größeren amerikanischen Stadt seien alljährlich 
durch Algenwuchs so getrübt worden, daß deren Reinigung 
immer viele Tausende Dollars gekostet habe. Ein Herr 
Dr. Moore habe sich erbötig gemacht, dies auf eine ein- 
fache und billige Weise zu bewerkstelligen. Er habe für 
12 1 , , 2 Dollar Kupfervitriol gekauft, dieses in einem Sack 
an seinem Boote hinten angehängt und sei in den 25 
Millionen Gallonen fassenden Reservoirs herumgefahren. 
Binnen 3 Tagen sei das Wasser ganz klar gewesen und 
auch genießbar. Zur Verwendung kamen 200 Pfund 
Kupfervitriol. W. 

Sitzung vom 20. Januar 1905. 

Einlauf: Karte des Herrn Kainrath-Riva, worin er 
unserem Herrn Fischer mitteilt, daß es ihm leider nicht 
möglich war, die gewünschten Blennius vulg. längere 
Zeit am Leben zu erhalten und an Aquarienverhältnisse 
zu gewöhnen und verspricht, wenn es ihm gelungen 
sein wird, eine größere Anzahl einzusenden. Rud. 
Mandee „Jahrbuch für Aquarien- und Terrarienfreunde"; 
No. 8 der „Österr. Fischereizeitung", Bibliotheksverzeich- 
nis des „Triton"-Berlin. Nachdem Obmann Müllauer, 
durch eine Geschäftsreise am Erscheinen verhindert, sich 
brieflich entschuldigt hatte, eröffnet Obm. -Stellvertreter 
Herr Fischer die Sitzung, und Herr Dr. Kreisler beginnt den 
angekündigten Vortrag: „Meine Beobachtungen an See- 
wasseraquarien". Da dieser Vortrag, das Ergebnis lang- 
jähriger Erfahrungen des als tüchtigen Seewasseraquarien- 
pflegers und guten Beobachter bestbekannten Vortragenden 
auch viele Leser der „Blätter" interessieren dürfte, wird 
derselbe im Auszuge in Bälde veröffentlicht. Obmann- 
Stellvertreter Fischer dankt dem Vortragenden für seinen 
interessanten Vortrag und bittet denselben, auch ferner- 
hin seine gemachten Beobachtungen dem Vereine zur 
Verfügung zu stellen; er erwähnt bei dieser Gelegenheit, 
daß er auch die Beobachtung gemacht habe, daß die 
Schleimfische (Blennius) sehr unverträgliche und rauflustige 
Gesellen, besonders gegenüber anderen Fischen, seien. Bei 
den s. Z. angestellten Versuchen derUmgewöhnungvouSüß- 
wasserfischen und Pflanzen an Seewasser und von Seetieren 
und -Fischen an Süß- resp. Brackwasser habe sich ein 
Schleimfisch in eine Schleie (Tinea vulg.) derartig verbissen, 
daß er die Tiere nur mit Gewalt trennen konnte. W. 

„Nyinphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- 
Kunde Berlin. 
Vereinslokal: Clubhaus Hintsche, Köpenickerstr. 62. 

Generalversammlung vom 4. Januar 1905. 
Herr Fürst eröffnet die Generalversammlung um 
10 Uhr. Die Protokolle der beiden letzten Sitzungen 
werden verlesen und wie niedergeschrieben angenommen. 
Eingänge : Zeitschriften ; Karte der „ Wochenschrift" ; 
Glückwunschkarten der „Nymphaea" -Leipzig; „Hottonia"- 
Darmstadt; des „Triton"-Berlin; „Tausendblatf'-Plauen; 
„Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde"-Stuttgart; 
„Terrarienfreunde" -Berlin; „Humboldt" -Hamburg; des 
Herrn Hipler und der „Wochenschrift". Wir erwidern 



die freundlichen Wünsche an dieser Stelle mit herzlichem 
Dank. Ferner gingen ein Bockkalender und -Lieder. 
Herr Genz verliest hierauf den Kassenbericht für das 
IV. Quartal 1904. Danach steht einer Einnahme von 
301,35 Mk. eine Ausgabe, von 211,56 Mk. gegenüber, so 
daß ein Kassenbestand von 189,79 Mk. bei einem Stand 
von 43 Mitgliedern verbleibt. Beim Jahresbericht stand 
einer Einahme von 569,64 Mk. eine Ausgabe von 379,65 Mk. 
gegenüber. Auf Antrag der Revisionskommission wird 
dem Kassierer durch Erheben von den Plätzen Entlastung 
erteilt. Hierauf wird in die Neuwahl des Vorstandes 
eingetreten. (Das Ergebnis siehe No. 4, Seite 38 der 
„Blätter".) Schluß der Sitzung 12 3 / 4 Uhr. A. R. 

„Isis", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
München. (E. V.) 
Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 10. November 1904. 
Protokollverlesung und Genehmigung gemäß den Be- 
stimmungen der Satzung. Im Einlauf: Karte des Herrn 
Boleslawsky aus Innsbruck. Tagesordnung des „Heros" - 
Nürnberg, Offerte usw. Herr Rembold legt einige ein- 
schlägige Zeitungsausschnitte aus unserer Tagespresse 
vor. Der Inhalt dieser Ausschnitte wird verlesen. Was 
alles über Dinge zusammen geschrieben wird von Leuten, 
denen nicht nur jede Kenntnis, sondern auch noch jeg- 
liches natürliches Verständnis für die bezügliche Sache 
mangelt, erscheint nahezu unglaublich. Unsere Tages- 
presse leistet sich hierin viel. Brief unseres Herrn Lehrs 
aus Freiburg in Br. Herr Lehrs teilt uns seine Zucht- 
erfolge mit Lacerta dugesi usw. mit und bemerkt, daß 
das ungemein milde Klima des Breisgaues, insoweit er 
dieses den vergangenen Sommer feststellen konnte, zur 
Reptilienzucht sehr geeignet sei. Lehrs schreibt weiter: 
„Auch sonst fühlen sich meine Kerlchen (Echsen) offen- 
bar — von der extremen Hitze der Hochsommerwochen 
abgesehen — wohler und behaglicher, als je an einem 
anderen Orte, wo ich bisher Lacerten gehalten habe." 
Herr Lehrs ersucht uns dann für einen guten Dresdner 
Bekannten von ihm je 1 Exemplar von Aspro zingel, 
Aspro streber und Acerina schraetser, am besten Formol- 
stücke zu beschaffen. Der Vorsitzende erklärt sich mit 
Vergnügen bereit, den Versuch zur Beschaffung der Tiere 
zu machen und hofft sicher Herrn Lehrs baldigst dienen 
zu können. Herr Knan sagt seine Unterstützung zu. Ful- 
das uns von Herrn Lehrs weiterhin übersandte Buch 
„Naturdenkmäler" sei auch hier bestens gedankt. Brief 
unseres .Herrn Andres aus Bacos. Derselbe bedankt sich 
für die Übersendung eines prächtigen Coluber leopardinus. 
An Zeitschriften liegen auf: „Wochenschrift" No. 32 und 
„Nerthus" No. 21. In genannter No. der „Wochenschrift" 
interessiert zunächst der Aufsatz „Gegen die Gyrodactylus- 
seuche" von Dr. med. W. Roth-Zürich. Einen verspäteten 
Fall des Laichgeschäftes von Callichthys fasciatus er- 
wähnt W. Köhler. Der „Triton"-Bericht vom 21. Oktober 
1904 enthält manches, was nicht ohne Widerspruch hin- 
genommen werden darf. Desgleichen ist auf einige 
Bemerkungen des Dortmunder Vereins (Sitzung vom 
21. Oktober 1904) gelegentlich zurückzukommen. Für 
den heutigen Abend ist keine Zeit zu besonderen Er- 
örterungen. Die „Nerthus" No. 21 enthält für unsere 
Sache einen kurzen Aufsatz über Fischkrankheiten von 
C. Brüning-Hamburg und einige Ausführungen „Aquarien- 
fische der deutschen Heimat in Wort und Bild" von 
Köhler-Magdeburg. In der gleichfalls für heute vor- 
liegenden No. 21 der „Blätter" berichtet Herr Dr. P. Krefft 
in seiner an ihm wiederholt geschätzten anziehenden und 
eingehenden Weise über den Königslaubfrosch (Hyla 
regilla) einen auch von uns schon lange in Pflege ge- 
haltenen, außerordentlich haltbaren Laubfrosch. In einem 
längeren Artikel „Die Pflege der Süßwasserschildkröten" 
legt Dr. W. Klingelhöffer in Offenbach seine Erfahrungen 
nieder und in seinem Aufsatze „Krebse im Seewasser- 
aquarium" bietet Dr. Hermann Bolau dem Seewasser- 
Aquarianer viel des Interessanten. Die Firma Henkel in 
Darmstadt kann verschiedene neue Sumpf- und Wasser- 
pflanzen abgeben. Die Beschaffung soll im Auge behalten 
werden. — Der Einwurf in die Sparkasse beträgt 2,72 Mk. 
Im Verlaufe des Abends werden sodann die letzten vor- 
bereitenden Arbeiten zum 10 jährig. Stiftungsfeste erledigt. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25; für den Anzeigenteil: €reutz'sche Verlagsbuch- 
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9. März 1905. 



Jahrgang XVI. 



W 



INHALT 

Bine Riesenpflanze (Ponte- 

deria coerulea). 
Die Aquarien- u. Terrarien- 

kunde in ihrem Verhältnis 

zur modernen Biologie. 
Die Schwanz- u. Afterflossen 

des Sehleierschwanzes. 



Kleine .Mitteilungen : 
Über Zählebigkeit eines 
Fisches. 



Vereinsnachrichten : 
Berlin, Berlin-Moabit, Wien, 
Magdeburg. München. 




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Oft»?* 



BLATTER 



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/AQUARIEN- 



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Jahrgang XYI. 
Heft 10. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 



Eine Riesenpflanze (Pontederia coerulea). 

Von S. Müllegger, Mitglied des Vereins „Wasserstern" -Augsburg. (Mit einer Originalaufnahme des Verfassers.) 




origes Frühjahr bezog ich von der Hand- 
lung Haage & Schmidt (Erfurt) ein junges 
Exemplar von Pontederia coerulea, welches eine 
Gesamtlänge von ungefähr 30 cm hatte. Die 
Pflanze fand in einem Glasaquarium 40x60 bei 
25 cm Wassertiefe Platz, wo sie noch im selben 
Jahre zwei wundervolle himmelblaue Blüten be- 
kam. Den Wiu- 

ter hindurch 
wuchs sie aber 
so schnell, daß 
das Glasaqua- 
rium viel zu 
klein wurde. Die 
Wassertiefe be- 
trug darin 40 bis 
45 cm bei einer 

Durchschnitts- 
temperatur von 
18— 19 °R. Im 
Frühjahre vori- 
gen Jahres ver- 
setzte ich sie nun 
in ein Bassin, 
das sich in der 

Mitte meines 
Glashauses be- 
findet und das 
eine Länge von 

1,30 m und eine Breite von 80 cm hatte. In dem- 
selben befanden sich auch ca. 6 Nymphaeen 
Diese wurden jedoch von Pontederia coerulea 
vollständig verdrängt, die zu einer wahren 
Riesenpflanze auswuchs. Die Länge des ur- 
sprünglich 30 cm langen Hauptstammes beträgt 
nunmehr über 1,50 m und bildet ca. 18 Seiten- 
zweige. Einmal zählte ich 60 Blätter, von denen 
die größten 20 — 21 cm im Durchmesser hatten. 




Originalaufnahme 
für die „Blätter". 



Während des vergangenen Sommers hatte meine 
Pontederia coerulea nicht weniger als vier- 
unddreißig Blüten, eine schöner wie die andere, 
welche dadurch auffielen, daß sie trotz ihrer 
Schönheit vollständig geruchlos waren. Die 
Blüte, die das Bild wiedergibt, war die 23. 
Der Cyperus longifolius, der im Hinter- 
grunde sichtbar 
ist, mißt 1,65 m 
und ist ebenfalls 
aus einer jungen 
Pflanze gezogen. 
Sein Alter be- 
trägt 2 1 / 2 Jahr. 
Im gleichen Bas- 
sin ist noch eine 
Pontederia cras- 
sipes Mart, die 
leider unter dem 

Blätterwuchs 
der Pontederia 
coerulea auf dem 
Bilde nicht zu 
unterscheiden 
ist, da die Blät- 
ter beider Pflan- 
zen fast ganz 
gleich sind. 
Diese Pflanze 
mißt zur Zeit von einer Blattspitze zur andern 
75 cm. Leider gelang es mir nicht, auch Ponte- 
deria crassipes Mart. zum Blühen zu bringen. 

(Diese Pontederie ist auch ziemlich schwer 
durch den Winter zu bringen. Sie muß über 
Winter aus dem Becken genommen und in 
einen Topf gepflanzt werden, der stets feucht 
zu halten und sonnig und zugfrei aufzustellen ist. 

Bade.) 



Pontederia coerulea. 



94 



Dr. Paul Kammerer: Die Aquarien- u. Terrarienkunde in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. 




(Nachdruck verboten.) 

Die Aquarien- und Terrarien- 
kunde in ihrem Verhältnis zur 
modernen Biologie. (Schluß.) 

Vortrag, geh. im Verein „Triton" zu Berlin am 6. Jan. 1905 
von Dr. Paul Kammerer (,,Triton"-Berlin) aus Wien. 

? eitere Probleme der modernen Biologie, 
welche der Lösung durch Jünger der 
Aquarien- und Terrarienkunde leicht zugänglich 
sind, und unter denen ich noch die Gewöhnung 
von Tieren und Pflanzen des Süßwassers an 
Brackwasser und Meerwasser, sowie umgekehrt, 
nennen will, finden Sie in dem Buche von Dr. 
Hans Przibram „Einleitung in die expe- 
rimentelle Morphologie der Tiere". 

Meine Herren! Sie werden schon nach 
diesen wenigen Beispielen davon betroffen sein, 
wie viel Ihnen längst Bekanntes jene Versuche 
enthalten und wie leicht sie auszuführen sind; 
Sie werden ferner erstaunt sein, daß solche 
Versuche — fast möchte man sie im Hinblick 
auf ihre leichte Ausführbarkeit Spielereien 
nennen — , daß Versuche, die ein Aquarien- und 
Terrarienfreund mit den einfachsten Mitteln 
ins Werk setzen und, falls er nur richtig denken 
gelernt hat, auch richtig beurteilen kann, eine 
so hohe Bedeutung für die ernste Wissenschaft 
haben sollen. Und doch ist dem so: die wichtigsten 
Probleme der Biologie lassen sich durch ver- 
hältnismäßig einfache, auch von gebildeten 
Laien anzustellende Experimente beantworten, 
Probleme, die bis vor kurzem einer direkten 
Lösung unzugänglich erschienen. 

Ja noch mehr! Wie die Dinge heute stehen, 
besitzt zur Durchführung jener Experimente 
überhaupt nur derjenige die nötige technische 
Vorbildung, welcher ein Aquarium oder Ter- 
rarium instand zu halten gelernt hat, der es 
versteht, den darin befindlichen Pflanzen und 
Tieren die ihnen zusagenden Existenzbedingungen 
zu gewähren. Demgegenüber ist der Berufs- 
zoologe und -Botaniker, welcher bis vor kurzem 
ausschließlich mit totem, meist konservierten 
Untersuchungsmaterial beschäftigt war, oft genug 
vollkommen ratlos, wenn es sich darum handelt, 
die für Versuche bestimmten Tiere und Pflanzen 
am Leben zu erhalten. Die elementarsten Be- 
griffe über Einrichtung eines Behälters, Be- 
schaffenheit der Nahrung und dergleichen, welche 
jedem Aquarien- und Terrarienbesitzer, selbst 
schon dem Anfänger, in Fleisch und Blut über- 
gegangen sind, fehlen häufig dem Gelehrten; er 
sieht infolgedessen viele seiner Versuche gleich 



zu Beginn scheitern, wo ein Vivarienamateur, 
ohne auf die geringsten Schwierigkeiten zu 
stoßen, die betreffenden Tiere oder Pflanzen 
Generationen hindurch unter den gewünschten 
Bedingungen fortgezüchtet hätte. Der Experi- 
mentalbiologe ist somit auf die Erfahrungen der 
Aquarien- und Terrarienkunde unmittelbar 
angewiesen, ganz ebenso wie der Histolog auf 
den Gebrauch des Mikrotoms und Mikroskopes, 
der Physiolog auf die Handhabung seiner viel- 
fach sehr komplizierten Apparate und Eeagentien. 

Unbewußt, oder doch ohne die Tragweite 
des Beobachteten einschätzen zu können, hat 
schon so mancher Vivarienliebhaber an seinen 
Pfleglingen Entdeckungen gemacht, welche auch 
in wissenschaftlichen Kreisen berechtigtes Auf- 
sehen erregt haben würden, wenn sie nur bekannt 
geworden wären. Vielleicht hat der glückliche 
Entdecker seine Wahrnehmungen sogar in einer 
Liebhaberzeitschrift veröffentlicht; aber leider 
kennt man in Gelehrtenkreisen die „Blätter'' 
oder die „Wochenschrift", oder „Natur u. Haus", 
oder die „Nerthus" ebensowenig, als in Lieb- 
haberkreisen das „Archiv für Entwickelungs- 
mechanik", das „Biologische Zentralblatt" usw. 
gelesen wird. 

So kann es geschehen, daß Tatsachen, die 
der Wissenschaft längst bekannt sind und auf 
deren Auffindung der betreffende Gelehrte, und 
zwar mit Recht, nicht wenig stolz ist, einige 
Zeit nachher von einem Naturfreund selbständig 
ein zweitesmal gefunden und, da er die wissen- 
schaftliche Literatur nicht kennt, als neu 
publiziert werden. Eines der denkwürdigsten 
Beispiele dieser Art bietet eine ganz kurze 
Notiz von Walter Köhler, der unzweifelhaft 
ein sehr scharfsinniger Beobachter genannt 
werden muß, in Heft 38 des 1. Jahrganges der 
„Wochenschrift für Aquarien- und Terrarien- 
kunde"*) Köhler beobachtete, daß ein verletzter 
Bartfaden beim Zitterwelse (Malapterurus elec- 
tricus L.) doppelt regenierte; im Verein mit 
einer früher gemachten Beobachtung bringt ihn 
dies zur Überzeugung, daß als Ursache solcher 
Doppel- und Mehrfachbildungen, die man sonst 
für zufällige Mißbildungen hielt, die besondere 
Art der Verletzung verantwortlich gemacht 
werden müsse. Während Köhler aber doch 
befürchtet, man könne seiner Behauptung als 
einer zu gewagten entgegentreten, hatte Prof. 
Tornier, Kustos am Museum für Naturkunde 



*) Köhler, „Ein Analogon zu der bei Regene- 
ration wiederholt beobachteten Grabelschwanzbildung der 
Eidechsen", a. a. O., Seite 235. 



Dr. Paul Kammer er: Die Aquarien- u. Terrarienkunde in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie. 



95 



zu Berlin, in zahlreichen Arbeiten seit 1896*) 
festgestellt, daß Mehrfachbildungen stets auf 
Regenerationsprozesse nach Verletzungen zurück- 
zuführen sind. 

Nicht selten geschieht auch das umgekehrte, 
daß nämlich in wissenschaftlichen Fachblättern 
Tatsachen als neu publiziert werden, die in der 
Vivarienliteratur längst bekannt waren. Ja, 
was in dem wissenschaftlichen Blatte manchmal 
nur vermutungsweise ausgesprochen wurde, weil 
das Ergebnis beispielsweise nur auf anatomischer 
Untersuchung eines Organes beruhte, und vom 
Bau des Organes auf dessen Funktion ge- 
schlossen war, das ist dem Aquariumbesitzer 
schon lange nicht mehr zweifelhaft, weil er 
das betreffende Organ und seine Verrichtung 
aus täglicher Anschauung am lebenden Tiere 
kennen gelernt hat. Derartige Fälle ergeben 
sich aus den tiefgehenden Kenntnissen der 
Liebhaber und Züchter über die Brutpflege der 
Fische und einiger Amphibien, sowie über die 
Entwicklungsgeschwindigkeit der Eier, Wachs- 
tumsgeschwindigkeit der Jungen, Abhängigkeit 
derselben von verschiedenen Ernährungsbeding- 
nissen usw. 

Alles, was ich bis jetzt vorgebracht habe, 
läßt sich in die Behauptung zusammenfassen, 
daß Naturwissenschaft und Naturliebhaberei 
einander wichtige Dienste erweisen und viel 
Arbeit zu Gunsten schnellerer Fortschritte er- 
sparen können, wenn sie ihre beiderseitigen 
Erfahrungen nicht, wie es bisher geschieht, 
gegenseitig ignorieren wollten. Die Systematik 
der Tiere hat ja bereits durch Laienarbeit un- 
ermeßliche Förderung erfahren: die Kenntnis 
der Käfer- und Schmetterlings-, der Schnecken - 
und Muschelarten hätte nie die heutige Stufe 
erreichen können, ohne daß Laien, die aus Lieb- 
haberei sammeln, sich des Gegenstandes mit 
Feuereifer bemächtigt hätten. So kommt es, 
daß z. B. viele gute Bestimmungsbücher für 
Käfer und Schmetterlinge existieren, nach denen 
sich einheimische und ausländische Arten mit 
großer Bequemlichkeit und ohne subtile, oft irre- 
führende Untersuchungen determinieren lassen; 
hingegen entbehrt die systematische Literatur 
anderer Insektenordnungen, welche in den 



*) Vgl. namentlich: „Über Schwanzregeneration und 
Doppelschwänze bei Eidechsen" in den „Sitzungsber. Ges. 
Nat. Tr.", Berlin 1897, S. 59; „Über Regeneration und 
Hyperdaktylie" im „Archiv Anat. Phys.", Ph. Abt., 
S. 394-397 (1897); „Neues über das natürliche Ent- 
stehen und exp. Erzeugen überzähliger und Zwillings- 
bildungen", „Zool. Anz.", 1901. S. 488—504. 



Sammlungen der Naturfreunde minder beliebt 
sind, z.B. die Literatur der Hautflügler und Zwei- 
flügler, größerer zusammenfassender Arbeiten; 
sie ist vielfach in entomologischen Zeitschriften 
zerstreut und daher schwerer zugänglich. — 
Nun ist die experimentelle Biologie ein Gebiet, 
welches iu noch viel höherem Grade der Ver- 
ständnis- und hingebungsvollen Laienarbeit zu- 
gänglich ist, auch viel mehr allgemeines Interesse 
bietet und daher mehr zum Studium anregt, als 
die unbeschadet ihrer Wichtigkeit allezeit etwas 
trockene Systematik. Ein Zusammenwirken von 
Vivarienliebhaberei und Biologie könnte daher 
noch weitaus fruchtbringender sein, als das 
Zusammenwirken von Insektensammlern und 
Fachentomologen. 

Um jenes gedeihliche Zusammenwirken an- 
zubahnen und rege zu erhalten, ist es vor allem 
notwendig, daß eine Vermischung der Literaturen 
auf beiden Gebieten eintritt. Zu diesem Zwecke 
erlaube ich mir folgende Vorschläge zu machen: 

1. Es werden in die Liebhaberzeitschriften 
Referate über Arbeiten aus wissenschaftlichen 
Fachblättern aufgenommen, etwa unter der 
Rubrik „Biologische Rundschau"; jedoch 
wäre an dieser Stelle ausschließlich über solche 
wissenschaftliche Ergebnisse Bericht zu erstatten, 
welche mit der Aquarien- und Terrarienkunde 
in unmittelbarem Zusammenhang stehen, also 
Tiere und Pflanzen betreffen, die in Aquarien 
und Terrarien gehalten werden können. 

2. Es werden an biologische Fachblätter 
Jahresberichte über die wichtigsten Resultate 
der Aquarien- und Terrarienkunde eingesandt, 
fernei' auch einzelne referierende Notizen und 
selbständige Aufsätze. Für solche Einsendungen 
aus Liebhaberkreisen empfehle ich das „Biolo- 
gischeZentralblatt", den „Zoologischen Anzeiger", 
die „Zoologischen Jahrbücher" (Abteilung für 
Systematik, Geographie und Biologie der Tiere), 
schließlich, wofern die mitzuteilenden Tatsachen 
nicht durch bloße Beobachtung, sondern auf 
experimentellem Wege gefunden wurden, ganz 
besonders das „Archiv für Entwicklungs- 
mechanik der Organismen". 

Ich erwarte von dem angeregten gegen- 
seitigen Erfahrungsaustausch einen außerordent- 
lich befruchtenden Einfluß auf beide Gebiete. 

Es bleiben mir nur noch wenige Worte 
hinzuzufügen: sie bezwecken die Vermeidung 
eines Mißverständnisses, als wollte ich die Lieb- 
haberei durchaus ganz mit Wissenschaftlichkeit 
imprägnieren und die erstere ganz in den Dienst 
der letzteren stellen. Ich verkenne durchaus 



96 



Dr. B. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 



nicht den edlen Selbstzweck der Lieb- 
haberei: wer denjenigen tadeln wollte, der 
nur deshalb ein Aquarium hält, um ein schönes 
lebendes Bild vor sich zu sehen, der in dessen 
Betrachtung von den Sorgen des Alltags Er- 
holung sucht, oder Erquickuug der Seele, die 
sich nach den Schönheiten der Natur sehnt — , 
wer es dem Erholungs- und Schönheitsdurstigen 
zum Vorwurf machen würde, daß er in der 
Erholung nicht wiederum neue Arbeit, in der 
Schönheit nicht auch die Wahrheit, die Er- 
kenntnis sucht, der würde in meinen Augen der 
segenspendenden Liebhaberei ein schweres Un- 
recht tun. — Es gibt aber auch anders geartete 
Charaktere unter den Vivarienliebhabern: solche, 
denen das bloße Anschauen der Naturwunder 
weder Beruhigung noch dauernde Befriedigung 
gewährt, sondern bei denen dieses Schauen im 
Gegenteil brennenden Forschungstrieb und Er- 
kenntnisdrang wachruft. Und wehe, wer von 
diesem Drang beseelt ist: denn rastlose Arbeit 
ist sein Los! In fieberhafter Gier eilt er von 
einem Problem zum anderen; Befriedigung 
findet er nur, wenn es ihm gelang, der Natur 
eines ihrer Geheimnisse zu entreißen, freilich 
allzukurz dauernde Befriedigung, denn an Stelle 
des einen, glücklich gelösten Rätsels tauchen 
sofort mehrere neue auf, welche die letzten 
Wahrheiten des Lebens in immer weiterer 
Ferne erscheinen lassen! — Die oft unendlich 
mühevollen Arbeiten solcher Faust - Naturen 
sollen aber nicht unbeachtet vergessen werden; 
sie sollen vielmehr einem möglichst weiten Feld 
fruchtbaren Bodens zugute kommen. Dies kann 
aber nur verwirklicht werden durch Einigkeit 
und wechselseitige Unterstützung in Liebhaberei 
und Wissenschaft! 

Ich bin am Ende meines Vortrages angelangt, 
und kann nur noch mein tiefgefühltes Bedauern 
darüber aussprechen, daß es mir nicht vergönnt 
ist, die Mitglieder des „Triton" insgesamt zu 
einem Besuche in der Wiener Biologischen 
Versuchsanstalt einzuladen. Könnte ich Sie, 
meine verehrten Zuhörer, statt Ihnen meine Ge- 
danken über den Zusammenhang von Vivarien- 
kunde und Biologie mit bloßen Worten vorzu- 
tragen, durch die Arbeitsräume des genannten 
Institutes, welches gegenwärtig meinen Wir- 
kungskreis umfaßt, geleiten, so wäre Ihnen 
jener innige Zusammenhang bei Betrachtung 
unserer Versuchsaquarien, -Terrarien und -Treib- 
häuser, unserer Freilandbecken und Akklimati- 
sationsteiche, unserer Durchlüftungs- und 
Heizungsanlage, unserer Brunnen- und Hoch- 



quellen-, Eegen- und Meer Wasserleitung sowie 
anderer Einrichtungen ganz von selbst augen- 
fällig und handgreiflich geworden. Seien Sie 
aber dessen versichert, daß es mir nicht nur stets 
eine große Freude bereiten wird, Mitgliedern 
des „Triton", welche gelegentlich die Wiener- 
stadt aufsuchen, die Versuchsanstalt in allen 
Details zu zeigen, sondern auch, daß es mir zur 
ganz besonderen Genugtuung gereichen wird, 
jemanden aus Ihrer Mitte als Experimentator 
auf einem unserer Arbeitsplätze begrüßen zu 
dürfen! 





(Nachdruck verboten.) 

Die Schwanz- und Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Von Dr. B. Bade. (Mit 36 Abbildungen.) 

ach Betrachtung der Schwanzflossen gehen 
wir nun zu den Afterflossen. Es soll hier 
gleich vorausgeschickt werden, daß bei guten 
Schleierschwänzen eine Verdoppelung derselben 
auf jeden Fall verlangt werden muß, denn die 
Verdoppelung der Schwanz- und Afterflossen ist 
eben ein charakteristisches Merkmal des Schleier- 
schwanzes. 

Die normale Afterflosse der Karausche und 
auch die des Goldfisches besteht aus 3 harten 
und 5 bis 7 weichen, verzweigten Strahlen. Der 
dritte der harten Strahlen ist der längste und 
stärkste. Die unteren Haemal-Knochen bringen 

die Afterflosse in Verbin- 
dung mit den Haemal- 
Gräten. 

Jeder Flossenstrahl be- 
steht zum größten Teil 
seiner Länge nach aus 
zwei gleichen Stücken, die 
Seite an Seite und eng 
aneinander gelegen sind. 
Am dickeren Ende, wo sie 
in Berührung mit den Unterhaemalen treten, 
gehen die beiden Stücke auseinander und bilden 
die Gestalt eines V. In der Ausbuchtung, die von 
den geteilten äußeren Enden gebildet wird, ist ein 
kleines knochiges Knötchen Fig. 25 a eingelagert. 
Bei der verdoppelten Afterflosse Fig. 24 ist 
der Knochenbau, ähnlich dem der einfachen Form, 
paarweise angeordnet. Man ist hier überrascht 
von der Ähnlichkeit, die zwischen den gepaarten 
Unterhaemalen und dem Beckengürtel sich zeigt. 
Die Afterflosse stimmt auch in ihrer Erscheinung 
sehr mit der Bauchflosse überein und man möchte 




Figur 24. Afterflossen. 
A deutlich geteilt. V Bauch- 
flossen. C Schwanzflossen. 



Dr. E. Bade: Die Schwanz- und Afterflossen des Schleierschwanzes. 



97 




Figur 25. 




glauben, daß ein Schleierschwanz mit doppelter 
Afterflosse sich ein drittes Paar Extremitäten zu- 
gelegt hat. Überdies beobachtet man auch u. U. 
eine rudernde Bewegung der doppelten 
Afterflosse, so daß auch auf sie die 
Fähigkeit überkommen zu sein scheint, 
welche den Bauchflossen bei normal 
gebauten Fischen zukommt, wenn 
auch in weit beschränkterem Maße. 
Ist die Afterflosse nur teilweise 
gepaart, so sind die entsprechenden 
Unterhaemal - Knochen allein ver- 
doppelt, während der Rest ungepaart 
und mittelständig ist. 

Die Untersuchung eines Schleierschwanz- 
embryo zeigt, daß die doppelten After- und 
Schwanzflossen bereits in den anfänglichen Flossen- 
falten ausgebildet sind. Bei einem gewöhnlichen 
Goldfisch ist die ursprüngliche Flossenfalte un- 
gepaart (Fig. 27), beim Schleierschwanz mit 
doppelter Afterflosse sind indessen ursprüngliche 

Falten als zwei 
längliche Ver- 
dickungen längs 
der Bauchseite hin- 
ter dem After an- 
gelegt. Einen am 
dritten Tage nach 
dem Ablaichen aus 
dem Ei entnomme- 
nen Embryo zeigt Fig. 28. Die außerhäutigen 
Zellen häufen sich zu zwei gleichen Erhöhungen 
(2, 2 x ) längs der Bauchseite am hinteren 
Teil des Körpers und bilden die Anlage 
der ursprünglichen Flossenfalten. Eine 
ähnliche Anhäufung ektodermaler Zellen, 
eine in der Mitte des Rückens liegende 
Verdickung bildend, macht den Anfang 
der Rückenflossenfalte aus. Diese Falte 
dehnt sich nach hinten aus und geht um 
das Schwanzende herum und zu den doppelten 
Erhöhungen (2, 2 *) auf der Bauchseite über. 
Mit dem 
Wachsen 
des Embry- 
os nehmen 
die Falten 
an Höhe zu. 
DieRücken- 
falte dehnt 
sich nach 
vorn bis zur 

gleichen Höhe der Augen aus. In einer späteren 
Periode trennen sich die beiden Baucherhöhungen 



hinter dem After, Fig. 29 und 30. Noch später 
an zwei Stellen, einmal hinter dem After und 
das zweite Mal am hinteren Ende des Körpers, 
entwickeln sich die Falten weiter 
und werden merklich breit, beson- 
ders am hinteren Ende. 

Der zwischen diesen beiden ört- 
lichen Verdickungen liegende Teil 
bleibtunentwickeltundwirdschließ- 
lich durch Zerrung geschwächt. 
Die Verdickungen Fig. 27 usw. 
unmittelbar hinter dem After sind 
die Rudimente der Afterflossen und 
die hinteren der gleichen Abbildungen 2 die der 
Schwanzflossen. 

In diesem Stadium zeigt die Abbildung 30 
einen Embryo von der Bauchseite, wo der Zu- 




Figur 2«. 




Figur 28. Embryo 3 mm lang. 

l. Rückenfalte. 2., 2 1 . gepaarte 

Hinterafterfalten. 3., 4. Rudimente 

der Vorafterfalte. 



Figur 27. Embryo 5,5 mm lang. 

l. Afterflossenfalte. 2. Schwanzfalte. 3. Vorafterfalte. 

4. After. 5. Rückenfalte. 6. Brustflosse. 



stand der Bauchfalte den Ursprung der gepaarten 
After- und Schwanzflosse ergibt. Es treten auch 
Fälle ein, wo der gepaarte Teil auf die Stelle 
unmittelbar hinter dem After beschränkt, 
während der übrige Teil ungepaart ist (Fig. 32). 
Hier ergibt sich dann der Zustand zu einer 
Form, in der die Afterflosse allein gepaart ist, 




Figur 30. Bauchansicht eines 8 mm langen Embryos. 
Doppelte Afterfalten. 2. Doppelte Schwanzfalten. 3. Doppelte Vorafterfalten. 
6. Brustflossen. 7. Mittelständiger Teil der Vorafterfalte. 



Figur 29. Embryo 6,5 mm lang. 
Doppelte Afterfalte fortlaufend mit der doppelten Schwanzfalte 2, 
3. Vorafterfalte, 4. After, 5. Rückenfalte, 6. Brustflosse. 



andererseits zeigt das Schwanzende allein eine 
doppelte Falte und in solchem Falle wird nur der 

Schwanz 
gepaart, die 
Afterflosse 
dagegen 
bleibt ein- 
fach. Die 
veränderte 

Ausdeh- 
nung der 
dem Bauche 

zu gelegenen und hier entstehenden Flossenfalte 
ist allein die Ursache aller Zwischenstufen 




4. After. 



98 



Kleine Mitteilungen. 



zwischen dem gepaarten und ungepaarten Zu- 
stande der Flossen. Fig. 36 führt einen Fall 
vor, bei dem nur eine schmale Vertiefung längs 
des Bauchrandes der Flossenfalte sich hinzieht. 
Die Entwicklung eines solchen Embryos würde 
einen Fisch ergeben, der nur teilweise geteilte 
Flossen besitzt. 

Die unnormale Ausbildung der Flossen des 
Schleierschwanzes tritt also schon in der be- 
ginnenden Entwicklung des Fischchens auf. 

(Schluß folgt.) 



JCleine «Mitteilungen. 

Über Zählebigkeit eines Fisches wird der „Magd. 
Ztg." folgendes geschrieben: In der vergangenen Woche 



widmete ich nachmittags einige Stunden dem um diese 
Jahreszeit besonders ergiebigen Sporte der Hecht- 
angelei. Zu meiner Beute gehörte auch ein zwei- 
pf ündiger Hecht, der den Köderfisch, eine Karausche 
(Carassius), besonders tief verschluckt hatte, so daß ich, 
um wieder zu meinem Haken zu kommen, dem Hecht 
den Schlund aufschneiden mußte, selbstverständlich, nach- 
dem ich ihn durch Schläge auf den Kopf getötet hatte. 
Dies war gegen 3 Uhr nachmittags. Nachdem ich den 
Hecht am Abend meinem Hauswirt geschenkt hatte, war 
ich am andern Tage nicht wenig erstaunt, als man mir 
gegen Mittag meine noch zappelnde Karausche 
wiederbrachte, die soeben dem Hecht beim Ausnehmen 
des Fisches entnommen worden war. Ins Wasser gesetzt, 
erholte sie sich bald und schwimmt heute munter in dem 
Aquarium meines Sohnes umher. — Da der Hecht gleich 
getötet worden ist, so war es mit seiner Verdauungskunst 
gleich vorbei; im Magen eines lebendigen Hechtes wäre 
die Karausche natürlich bald durch den Magensaft ge- 
tötet worden. 




VEREIN S'fWW 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



„Triton", Verein für Aquarien- und Terrarien-Kunde 

zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 

Vereinslokal: Restaurant Örtler, Karlstraße 27. 

16. ordentl. Sitzung vom 3. Februar 1905. 
Der erste Schriftführer Herr Gehre eröffnete die 
Sitzung gegen 9 Uhr. Protokoll und Bericht der 15. 
Sitzung wurden verlesen und genehmigt. In der letzten 
Vorstandssitzung wurden als außerordentliche Mitglieder 
die Herren Seifert-Königshütte und Schroff-Godesberg 
aufgenommen. Herr Pröbster- München scheidet auf 
seinen Wunsch am 1. April aus. Der Kassenführer 
gab seinen Monatsbericht, der einen Bestand von 
3352,77 Mk. am 1. Februar aufweist. Der Versammlung 
wird mitgeteilt, daß unser Mitglied Herr Petrocokino in 
Odessa verstorben ist. Die Versammlung drückte ihr 
Beileid durch Erheben von den Plätzen aus. — Über die 
in der vorigen Sitzung beschlossene Forschungs- und 
Sammelfahrt des Herrn Dr. Bade entspinnt sich noch 
einmal eine Diskussion, die jedoch keine neuen Gesichts- 
punkte berührt. — Nach der Pause übernahm Herr 
Diewitz den Vorsitz und erteilte zunächst Herrn Dr. 
Schnee das Wort zu einem Literaturbericht, in dem Redner 
folgendes ausführte: Mit Freuden bin ich Ihrer Anregung 
gefolgt und habe mich entschlossen, von Zeit zu Zeit über 
neuere, in Liebhaberkreisen noch unbekannte Arbeiten 
solcher Gelehrten zu berichten, die für den Liebhaber von 
Interesse sind. Ich beginne mit der Besprechung einer 
Arbeit unseres Mitgliedes Herrn Dr. Kammerer, Assistent 
an der biologischen Versuchsanstalt in Wien. „Beitrag 
zur Erkenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse von 
Salamandra atra und maculosa", so lautet der Titel der 
über 100 Seiten starken Broschüre, welche eine Fülle 
interessanten Materials enthält. Das Resultat der experi- 
mentellen und statistischen Arbeit, zu der 1243 Stück der 
ersten, sowie 1568 der zweiten Art benutzt wurden, faßt 
der Autor in dem Satz zusammen: „Der Organisation 
beider Salamanderarten ist das Bestreben gemeinsam, 
untereinander Übergänge zu bilden, was für eine sehr 
innige Verwandtschaft derselben spricht." Kammerer 
konnte nämlich experimentell Weibchen von maculosa 
dazu bringen, die sonst als Larven ins Wasser abgesetzten 
Jungen solange bei sich zu behalten, bis diese zuletzt 
als für das Landleben passende Wesen geboren wurden, 
so daß sie also das Larvenstadium, ebenso wie das bei 
atra geschieht, noch im Mutterleibe durchgemacht hatten. 



Ebenso gelang es ihm, Weibchen von atra, die aus 
tieferen Lagen des von jenen Molchen bewohnten Höhen- 
gürtels stammten, dahin zu bringen, ihre sonst als Land- 
tiere geborenen Jungen als Larven ins Wasser abzusetzen, 
wobei sich die Zahl derselben vermehrte. Bei maculosa 
verminderte sich dagegen ihre Zahl, es fand also eine 
Annäherung an den Typus von atra und umgekehrt statt. 
Jedenfalls sind dadurch diese für die einzelne Art bisher 
als charakteristisch angesehenen biologischen Eigentüm- 
lichkeiten als durch äußere Verhältnisse bedingt und 
fixiert erwiesen. Leider verbietet der Raummangel, an 
dieser Stelle näher auf die Fülle interessanter Tatsachen 
einzugehen, die der junge Gelehrte in seiner Abhandlung 
niedergelegt hat. Wir sehen natürlich mit Spannung 
weiteren Publikationen von so berufener Seite entgegen. 
Die zweite Besprechung galt der gemeinsamen Arbeit von 
Dr. Brandes, des bekannten Zoologen an der Universität 
Halle, und Dr. Schoenichen, der neben seiner Lehrtätig- 
keit immer wieder zu naturwissenschaftlichen Studien Zeit 
findet und dadurch die Wissenschaft bereits um so manche 
wertvolle Kenntnisse bereichert hat. Ihre hochinteressante 
Abhandlung, betitelt „Die Brutpflege der schwanzlosen 
Batrachier", fand eine eingehende Würdigung Es ist 
natürlich an dieser Stelle nicht möglich, des Näheren 
darauf einzugehen. Da die mit 3 Tafeln und 25 Text- 
figuren geschmückte Arbeit, welche aus den Abhandlungen 
der naturforschenden Gesellschaft zu Halle stammt, auch 
als Sonderabdruck im Handel zu haben und somit leicht zu 
erlangen ist, möchten wir Interessenten dringend empfehlen, 
dieselbe ihrem Bücherschatze beizufügen. (Preis 2 Mk.) 
Den Schluß der mit großem Interesse verfolgten Aus- 
führungen des Herrn Vortragenden bildete ein Referat 
über eine Arbeit von Dr. Brandes, „Die Begattung der 
Hirudineen", in welcher der Verfasser die einzelnen 
Egelarten in dieser Hinsicht untersucht und über Bau 
und Zweck eines von ihm Pseudo-Spermatophor genannten 
Gebildes überraschende, dabei aber bei näheren Über- 
legungen sehr einleuchtende Ansichten äußert. Der Vor- 
sitzende dankt für den Vortrag, der insbesondere auch 
für Terraristen von großem Interesse gewesen ist, und 
bittet dann Herrn Michow, über die ihm vom Verein 
zwecks Besprechung übergebenen Werke zu referieren. 
Herr M. besprach dann ausführlich das neueste Werk des 
bekannten Dr. Wolterstorff- Magdeburg „Beiträge zur 
Fauna der Tucheier Heide". Das auf Anregung des 



Vereins-Nachrichten , 



99 



westpreußisch-botanisch-zoologischen Vereins entstandene 
Buch schildert eine zoologische Studienreise durch die 
35 Q Meilen große Tucheier Heide. Die Erfahrungen 
und Beobachtungen dieses herpetologischen Ausfluges sind 
in dem bei W. Engelmann in Leipzig erschienenen Werk 
niedergelegt. Mit echt WolterstorfFscher Gründlichkeit 
gab der Gelehrte auf 102 Seiten eine systematische Dar- 
stellung seiner Forschungen, die von besonderem Interesse 
für Froschliebhaber sein dürften. Nicht so warm empfahl 
der Referent das Jahrbuch für Aquarien- und Terrarien- 
freunde. Dieser von Rudolf Mandee bei Hans Schultze- 
Dresden erschienene Rückblick auf das Jahr 1904 ent- 
spricht leider nicht ganz den an sein Erscheinen ge- 
knüpften Erwartungen. Doch gebe er hieran der ge- 
ringen Unterstützung Schuld, welche Herrn Mandee von 
Seiten der Liebhaber geworden ist, und deren man für 
ein solches Jahrbuch von wirklichem Wert nicht gut ent- 
behren kann. Er wolle hoffen, daß dem Herausgeber 
in diesem Jahre eine bessere Unterstützung zuteil werde. 
Eine „Neuheit" in dem Buche überrasche nämlich, 
daß Henkel -Darmstadt „Eleotris gezogen 4 ' haben soll. 
Ihm sei bisher noch nicht bekannt geworden, daß es 
Jemand gelungen sein soll, Eleotris zu züchten. — Die 
von Thumm-Dresden inszenierten ßastardierungsversuche 
wurden kurz besprochen. Dr. Bade meinte, daß ein rein 
wissenschaftliches Interesse den Versuch hervorgerufen 
habe und daß er, von diesem Gesichtspunkte bewertet, 
nicht ohne Interesse sei. — Unser Mitglied Herr Ebert 
teilte mit, daß bei ihm Panzerwelse im ungeheizten Becken 
abgelaicht haben. Wieder ein Beweis, daß selbst „Wissen- 
schaftler" nicht von „verspäteten Laichgeschäften" bei ihnen 
nicht genügend bekannten Arten reden sollten. Der flotte 
Zug in einigen Eachblättern mag sich ja ganz nett lesen, 
aber wenn man der Wissenschaft nützen will, dann muß 
man das Temperament zügeln und als „Wissenschaftler" 
bedenken, daß die Beobachtung, die Vergleichung und 
der Versuch die drei Stufen sind, die erst die Behauptung 
rechtfertigen. Doch wozu die Sache weiter ausspinnen. 
Es mag genügen, daß der „Triton" seinen Kritikern wieder 
einmal den richtigen Pfad zeigt. — Eine amerikanische 
Versteigerung bildete den Schluß der Sitzung. M. 

,,Elodea'*. Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 
Berlin- Mo ab it. Vereinslokal: Birkenstr. 57 bei Schulz. 
Sitzung: Jeden Freitag nach dem 1. und 15. im Monat- 
Sitzung vom 3. Februar 1905. 
Der II. Vorsitzende Herr Molitor eröffnete die Sitzung 
um 9 1 /2 Uhr, begrüßt den als Gast anwesenden Herrn 
Neumann und heißt die Anwesenden herzlich willkommen. 
Anwesend 17 Mitglieder. Herr Molitor ersucht das Proto- 
koll der letzten Sitzung zu verlesen, welches nach einer 
kleinen Abänderung angenommen wird. Als Eingänge 
liegen vor die „Blätter" Heft 4 und 5, und 4 Probehefte 
der „Wochenschrift", eine Karte von Heinrich Henkel- 
Darmstadt, welcher Aponogeton distachyus zum Preise von 
75 Pfg. bis 1 Mk. pro Stück anbietet, worauf auch eine 
Anzahl Pflanzen bestellt werden. Gleichzeitig liegt ein 
Katalog derselben Firma vor, welcher bei den Mitgliedern 
zirkuliert. Die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung in Magde- 
burg bietet den Versand der „Blätter" durch die Post 
an jedes Mitglied einzeln an, welches auf Wunsch mehrerer 
Vereine als wünschenswert erscheint, wodurch jedoch 
25 Pfg. Porto pro Quartal für jedes Mitglied mehr zu 
zahlen sind; was jedoch einstimmig abgelehnt und der 
Versand wie bisher beibehalten wird. Die „Blätter" 
werden von jetzt ab an Herrn Schleese gesandt und 
ätehen auch dort jedem Mitgliede jederzeit zur Verfügung. 
Weiter wird verhandelt über Zucht und Zierde von 
Pflanzen in Töpfen, wovon jedoch nach längerer Be- 
sprechung Abstand genommen wird, da sich eine Pflanze 
im Topfe nicht so gut entwickeln kann, als wenn sie im 
freien Boden gepflanzt ist und ebenso schön aussieht. 
Herr Amhoff macht den Vorschlag, um den Kassierer zu 
entlasten und stets geordnete Kasse zu haben, die „Blätter" 
seitens des Vereins den Mitgliedern freizuhalten und dafür 
den Mitgliedern einen entsprechend höheren Beitrag ab- 
zunehmen, was jedoch nach längerer Besprechung bis zur 
nächsten General- Versammlung verschoben wurde, da nur 
dieselbe darüber Beschluß fassen und entscheiden kann. 
Hierauf Versteigerung eines zweijährigen Chanchito- 
Weibchens und einiger Pflanzen. Das Chan chito- Weib- 



chen brachte einen Erlös von 3 Mk., wovon 50 Pfg. zu 
Gunsten des Vereins gingen. Eine Vallisneria brachte 
1,80 Mk. und 2 Saururus 50 Pfg., welche Beträge gleich- 
falls dem Verein zuteil wurden. Dem Spender besten 
Dank. Bei dem Besuche des Aquariums am Sonntag, den 
29. Januar 1905 hatten 20 Personen teilgenommen, der 
Verlauf war sehr gut. Den Teilnehmern besten Dank. 
Wir hoffen hierbei wieder einen Schritt weiter gekommen 
zu sein in der Pflege unserer schönen Liebhaberei. Der 
als Gast anwesende Herr Neumann tritt dem Verein als 
Mitglied bei, er sei in unserer Mitte stets herzlich will- 
kommen. Schluß der Sitzung 12 Uhr. 

W. Beckert, Schriftführer, Berlichingenstr. 10/11. 

„Lotus", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

in Wien. 

Clubabend in Jos. Gruss' Restauration IX. Währinger- 

straße 67. 
Sitzung vom 2. Februar 1905. 

Einlauf: „Fischereizeitung" No. 7, „Natur und Haus" 
No. 8. Herr Neumann berichtet als Kuriosität, daß ein 
Finanzorgan bei ihm in der Wohnung war, um sich zu 
überzeugen, daß das anläßlich der letzten Seetiersendung 
mitbezogene Seewasser noch vorhanden, und nicht viel- 
leicht zur Salzgewinnung (!) verwendet worden sei. Herr 
Neumann konnte den Abgesandten sich durch Augenschein 
überzeugen lassen, daß dies noch nicht der Fall sei, 
indem er ihm sein großes, mit allerlei Tieren besetztes 
Seewasseraquarium zeigte. Nachdem sich der Betreffende 
noch durch eine kleine Kostprobe mit dem Finger 
überzeugte, daß er wirkliches Seewasser vor sich habe, 
entfernte er sich sichtlich beruhigt. Es sprach hierauf 
Herr Wessely über Pflege und Zucht von Trichogaster 
lalius. Bei der sich hierauf entspinnenden Debatte über 
die Fütternng der Fische wurde konstatiert, daß neben 
geschabtem Rindsherz und bei Schleierschwänzen ein 
gutes Trockenfutter, hauptsächlich Tubifex, verfüttert 
werde. Dieser kleine Wurm, welcher sich als Futter 
für die verschiedenen Fischgattungen vorzüglich eignet, 
kommt in der Umgebung Wiens in großen Massen vor. 
An einer Stelle, wo sich die Abwässer einer Brauerei 
ergießen, bildet derselbe Kolonien bis zu einem Meter 
Durchmesser, welche als eine einzige rote Fläche er- 
scheinen. Mehrere Personen haben sich einen Erwerbs- 
zweig daraus gemacht, die Würmer zu sammeln und 
teils an die Händler, teils an die Liebhaber selbst zu 
liefern. Der Händler zahlt pro Liter 5 — 6 Kronen, der 
Liebhaber erhält für 40 Heller einen Knollen in der 
Größe einer Walnuß, Die Tiere werden in ein flaches 
Gefäß gegeben, und etwa 4 cm hoch mit Wasser bedeckt, 
welches täglich mit den abgestorbenen Teilen weg- 
geschüttet und durch frisches ersetzt wird. Auf diese 
Weise kann man ein Quantum Tubifex durch viele 
Wochen erhalten. Schreiber dieses hat in den letzten 
Jahren seine Fischbruten beinahe ausschließlich mit 
Tubifex gefüttert und die besten Resultate damit erzielt. 
In den ersten Wochen erhalten die Brutfische Cyclops, 
dann Daphnien, und sobald sie groß genug sind, um fein 
gehackten Tubifex fressen zu können, als Hauptfutter 
nur dieses, da Cyclops und Daphnien nur an wenigen 
Stellen zu finden und nur mit großen Opfern an Zeit 
zu beschaffen sind. Den Übelstand, daß die Tubifex sich 
in den Boden vergraben und durch Emporwirbeln des- 
selben das Aquarium verunreinigen, vermeidet man eines- 
teils dadurch, daß man die Würmer vor dem Verfüttern 
zerhackt, andernteils dadurch, daß man die Pflanzen in 
Töpfe setzt, wo sie sehr gut gedeihen und jederzeit ohne 
große Mühe und Schwierigkeiten ausgewechselt werden 
können. In schön bepflanzten Aquarien, wo die Pflanzen 
in Bodengrund stehen, ist es empfehlenswert, nicht mit 
Tubifex zu füttern, da trotz aller Vorsicht manchmal ein 
Wurm in den Bodengrund gelangt, und hier seine 
Wühlarbeit sofort beginnt. Ich habe auch nie bemerkt, 
daß die Fische desselben überdrüssig werden, auch bei 
länger andauernder ausschließlicher Fütterung mit den- 
selben, wie dies z. B. bei Kunstfutter oder rohem Fleisch 
manchmal der Fall ist. Auch frisch angelangte Fische, 
welche oft hartnäckig jedes andere Futter verschmähen, 
können einigen vorgeworfenen, lebhaft schlängelnden 
Tubifex selten widerstehen. W. 



100 



Vereins-Nachrichten. 



w Tallisneria", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 
zu Magdeburg. 

Vereinslokal: Restaurant „Reichskanzler", Kaiserstraße. 
Sitzung: Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat. 

Sitzung vom 8. November 1904. 
Herr Lübeck macht aufmerksam auf einen Artikel 
in dem Vereinsbericht des „Heros" über die Verwendung 
von Nährsalzen als Kunstdünger für Wasserpflanzen im 
Aquarium und regt zu Versuchen hiermit an. Herr 
Köhler reicht ausgezeichnet gelungene Photographien 
herum von einem jungen Zitterwels (Malapterurus), von 
Distomum lanceolatum und Cordylophora lacustris und 
gibt die nötigen Erläuterungen dazu. Herr Püschel zeigt 
unter dem Mikroskop Hüpferlinge, welche mit einem Pelz 
von Vorticellen überzogen sind. Auf die Frage, wie man 
Regenwürmer überwintert, wird empfohlen die Regen- 
wurmkiste mit Petersilie oder dergl. zu besäen und kühl 
aber frostfrei aufzustellen. 

Sitzung vom 22. November 1904. 
Der Vorsitzende berichtet über eine Besichtigung der 
reichhaltigen Sammlung von Spiritus- und Formol- 
präparaten unseres städtischen Museums unter der 
Führung des Kustos Herrn Dr. Wolterstorff. Seit 1891 
ist der Bestand an derartigen Präparaten von ungefähr 
200 auf 10 000 Nummern angewachsen. Leider erlaubt 
der beschränkte Raum nur, daß ein winziger Teil dieser 
Sammlung zur Schau ausgestellt werden kann. Alles 
übrige steht in den Magazinen in einzelnen Gruppen, 
welche größtenteils nach Gattung und Art gesondert in 
Kisten zusammengestellt sind, den Interessenten zur Ver- 
fügung bereit. Die Sammlung ist besonders reich an 
Amphibien in allen möglichen Entwicklungsstadien, nicht 
so stark sind die Reptilien vertreten. Hinsichtlich der 
Fischsammlung bedarf es noch der regen Unterstützung 
seitens unserer Vereins-Mitglieder. Abgesehen von der 
Überlassung von eingegangenen Aquarienfischen würde es 
sich besonders empfehlen, wenn die Mitglieder bei Zuchten 
von Fischen mit zahlreicher Nachkommenschaft alle 8 oder 
14 Tage ein Paar Junge für das Museum in Formol 
konservierten, um die hmtwicklungsstadien verfolgen zu 
können. Mit den Auslassungen des Herrn Köhler in der 
„Wochenschrift" über die Konservierung von Tieren er- 
klärte sich Herr Dr. Wolterstorff nicht einverstanden. 

w Isis" 5 Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in 

München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 

Donnerstag, den 17. November 1904. 
Zu Beginn der 40. Vereinsversammlung spricht der 
I. Vorsitzende Herr Lankes seine Befriedigung über den 
Verlauf des 10. Stiftungsfestes (12. November lfd. Js.) 
aus und dankt allen Herren, die sich um das Gelingen des 
Festes so eifrig bemühten. Die Herren Gründungs- 
mitglieder überwiesen dem Vereine den Betrag von 50 Mk., 
die Zweckbestimmung bleibt zunächst vorbehalten. Besten 
Dank den Spendern. Protokollverlesung und Genehmigung. 
Im Einlauf: Karte des Herrn Dr. Kammerer-Wien, welcher 
in liebenswürdiger Weise die Bestellung von Aktinien bei 
der k. k. zoolog. Station in Triest für unseren Verein be- 
tätigte. Herr Seefried spricht. in einem Schreiben seinen 
Dank für sein Ehrendiplom aus und unterbreitet dem 
Verein einige Anregungen zur ev. Würdigung. An Zeit- 
schriften sind eingelaufen: „Natur u. Haus" No. 3 und 
die „Wochenschrift" No. 33. In „Natur u. Haus" be- 
richtet Dr. Schnee über „Schildkröten aus unseren west- 
afrikanischen Kolonien". Die Bemerkung, daß es bloß 
drei Arten von Gelenkschildkröten gibt, haben wir be- 
reits früher einmal aufgegriffen. Zu den Arten Cinixys 
erosa, dann homeana und belliana stellt Kustos Siebenrock 
noch Cinixys nogueyi Lataste. Vom Seewasseraquarium 
erzählt uns Herr Schmitt in Plauen verschiedenes und 
Dr. med. Roth gibt uns in seinen Beiträgen zur Kenntnis 
der parasitären Fischkrankheiten Aufschlüsse über den 
grauen Star bei Aquarienfischen. Der Ansicht, welche 
im Berichte der „Wasserrose"-Dresden vom 20. August 
1904 Ausdruck gegeben wird, nämlich, daß den sonst 
massenhaft auftretenden Kreuzottern, die dieses Jahr 
selten beobachtet wurden, unbedingt die Hitze und damit 



verbunden das Absterben anderer. Tiere, die ihnen zur 
Nahrung dienen, geschadet habe, vermögen wir nicht bei- 
zupflichten. Mehr noch wie unsere Echsen und die übrigen 
deutschen Schlangen meidet Vipera berus die sengende 
glühende Hitze und verbirgt sich vor den stechenden und 
brennenden Strahlen der Sonne in Gestrüpp, unter Wurzeln 
und Gezweige, hohes überhängendes Gras usw., während 
Vormittags- und Spätnachmittagssonne im allgemeinen 
wohl gerne aufgesucht werden. Die ausnahmslos starke 
und anhaltende Hitze des verflossenen Sommers dürfte 
die Kreuzotter lediglich veranlaßt haben, eine Art von 
Sommerschlaf zu halten, wie wir dieses auch von unseren 
Echsen wissen. Ein Absterben anderer Tiere, die der 
Otter zur Nahrung dienen, könnte dieser keineswegs ge- 
schadet haben, da die Kreuzotter leicht 8 — 9 Monate uud 
länger ohne jegliche Nahrung auszuhalten vermag und 
Niemand wird behaupten wollen, daß es dieser Schlange 
innerhalb gedachter Zeit nicht möglich gewesen wäre, 
einigemale hinreichend Nahrungstiere zu erbeuten. Im 
übrigen vermögen wir an ein Absterben von Beutetieren 
für die Kreuzotter, als da sind Mäuse, insonderheit 
Frösche und Eidechsen in dem Sinne, daß die Schlange 
verhungern könnte, niemals zu glauben. Eigentlicher 
Mangel an Beutetieren wird unsere Schlange nie zu 
schädigen vermögen, möglicherweise aber andauernde 
naßkalte Witterung, ein recht ungünstiges Frühjahr usw. 
In der „Wochenschrift" No. 33 gibt uns Herr Schindler 
vom Vereine „Phorkys" -Berlin einige Mitteilungen über 
sein „Schildkröten-Terrarium". Zu seiner Beobachtung, 
daß eine Glemmys guttata Schneider (nicht Schweigger, 
wie Schindler schreibt) die ihr am Lande vorgeworfenen 
Mehlwürmer ergriff und ins Maul zog, so daß die Würmer 
vollständig verschwunden waren, woraus Herr Schindler 
folgert, daß die Schildkröten am Lande schlingen können, 
möchten wir anfügen, daß Beobachtung und Folgerung 
vollständig zutreffend sind. Die Bemerkung Schindlers, 
daß die Mitglieder der Gattung Clemmys ebenso wie die 
meisten anderen Sumpfschschildkröten nur im Wasser 
fressen können, entspricht eben nicht den Tatsachen. 
Otto Schneider („Blätter" 1892 S. 177) hat von Emys 
orbicularis beobachtet, daß sie auf dem Lande frißt, Dr. 
Hanau dieses von Clemmys caspica festgestellt. Dr. Schnee 
es von Damonia reevesi und auch Nicoria trijuga gesehen 
und wir konnten dieselbe Beobachtung von Clemmys 
leprosa und Clemmys insculpta machen. Von älteren 
Stücken der Clemmys caspica ist (nach Dr. Werner) des 
öfteren schon bemerkt worden, daß die Tiere große 
Mengen von Fleisch auf dem Lande zu sich nehmen. 
Über Konservierung von Aquarien- und Terrarientieren hat 
in interessanter und instruktiver Weise Herr Dr. Wolters- 
torff im Verein „Triton" zu Berlin vorgetragen. Gegen die 
Ausführung des Vereins „Proteus"-Breslau (Sitzung vom 
1. November 1904) in Sachen des Liederbuches usw. ließe 
sich gar manches sagen. Dagegen, daß an Stiftungsfesten 
und bei sonstigen außergewöhnlichen Anlässen gesungen 
wird, hat unseres Wissens niemand Einspruch erhoben; 
auch gegen die Anschaffung von Liederbüchern läßt sich im 
allgemeinen nicht viel einwenden; daß aber ein Liederbuch 
für die Aquarien- u. Terrariensache geschaffen wird, 
ist etwas, was mit dem Ernst der Sache in keinen Ein- 
klang zu bringen ist, sie lächerlich macht, also schädigt. 
Daß in ärztlichen Vereinen auch Liederbücher vorhanden 
sind und nach diesen gesungen wird, ist nicht neu, da- 
gegen auch nichts einzuwenden, daß aber ein Arzteverein 
schon einmal einen Aufruf an die Dichter Deutschlands 
erlassen hat, damit diese Wehelieder auf Beinbrüche und 
Jubellieder auf Carbol usw. dichten sollten, ist uns 
wenigstens unbekannt. Die im Berichte des „Proteus"- 
Breslau gegebene Parallele ist sonach keineswegs treffend. 
— Herr Dr. Wolterstorff hat uns in liebenswürdiger Weise 
für das Stiftungsfest ein Pärchen Triton blasii d'lsle zum 
Zwecke der Verlosung zur Verfügung gestellt. Die hüb- 
schen Tierchen gehen in die Pflege des Herrn Dr. Bruner 
über. — Trotz der weitvorgerückten Jahreszeit wurden 
durch Herrn Müller noch folgende Echsen demonstriert 
und besprochen: Lacerta balearica (Menorka), Lacerta 
balearica (Insel Ayre südöstlich von Menorka), Lacerta 
balearica var. pilyusensis (von den Pithyusen) und Lacerta 
muralis von der Insel Syra (Kykladen). Besprechung von 
Heizvorrichtungen für Aquarien und Terrarien. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 26; für den Anzeigenteil : Creutz'sehe Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Creutz'schen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



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Genaue Beobachtungen sind nur an lebenden Wesen zu machen. Bei den 
Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien-Arten gewährt der Verfasser 
in obigem Buche. 

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Aus einer Besprechimg von „Natur und Haus" (1897 Heft 17): Wer 
immer Dürigens Buch in die Hand genommen hat und für die Naturgeschichte 
sich interessiert, der wird es heb gewinnen. Keine andere der zahlreichen, 
diesen Gegenstand behandelnden Arbeiten, welche in den letzten Jahren 
erschienen sind, ist so geeignet, den Sammler, den Terrarienbesitzer und 
Züchter in jeder Beziehung zufrieden zu stehen, dem Lehrer, dem Naturfreund 
in solcher Weise Belehrung und Unterhaltimg zu gewähren, wie Dürigens 
Meisterwerk, welches unbedenklich als das beste Buch auf seinem Gebiete 
angesehen werden muß. Was Naumanns klassisches Werk für die deutsche 
Vogelkunde seit langen Jahren ist, das wird Dürigens Werk für die Freunde 
der Kriechtiere Deutschlands werden usw. usw. 



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wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
(Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie : See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
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Heft 11 



16. März 1905. 



Jahrgang XVI. 




INHALT 

Die Sumpfschildkröten der 
Gattung Chrysemys. 

Einige Bemerkungen über den 
Riesensalamaader (Crypto- 
branchus Japonicus, van 
der Hoeven). 

Die Schwanz- u. Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Polyacanthus cupanus. seine 
Haltung und Zucht. 

Rationelles rüttern der Zahn- 
»rpflinge. 



Kliüne Mitteilungen: 

Ein Terrarium im japa- 
nischen Stile. 

Aeußerungen freundlicher 
Anerkennung. 



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TERRARIEN 
KUNDE- 



Vereinsnachrichten : 
Berlin. München, Berlin 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

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Verein für Aquarien- u. Terrarienkiiiide zu Berlin 

eingetragener Verein [i 29 ] 

liefert seinen Mitgliedern 

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usw.) betreffende Sendungen sind an Herrn Paul Brandt, Schöne- 
berg-Berlin W,, Barbarossastraße 25 zu richten. 
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Mit allen Bestellungen ist der entsprechende Betrag spesenfrei 
vorher einzusenden. 

Bei Tiersendungen ist entweder ein geeignetes Transportgerät 
oder Mk. 1. — hierfür, nebst Mk. 1.15 (Ausland entsprechend mehr) 
für Porto und Eilboten spesenfrei einzusenden. 

Bei Pflanzensendungen wird die Verpackung gewöhnlich nicht 
berechnet, der Betrag für Porto (Ausland für Eeblausattest Mk. 1. — 
extra) ist spesenfrei einzusenden. 

Der Versand erfolgt, wenn nicht ausdrücklich vom Besteller 
anders bestimmt, nur bei geeigneter Witterung. 

Wir liefern nur an unsere Mitglieder resp. an die uns ange- 
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Jahrgang XYI. 
Heft 11. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 

Die Sumpfschildkröten der Gattung Chrysemys. 

Von Dr. Paul Kämmerer, Wien. (Mit einer Originalaufnahme.) 




ie Chrysemys- Arten gehören zu den farben- 
prächtigsten, aber am wenigsten halt- 
baren Sumpfschildkröten. Zu den farben- 
prächtigsten: denn kaum bei einer zweiten 
Gattung trifft man eine so reiche Vereinigung 
von rot, gelb und grün in allen möglichen 
Sättigungsgraden; zu den wenigst haltbaren: 
denn sie sind im Vergleich zu anderen Sumpf- 
schildkröten heikel beim Fressen, anspruchsvoll 
in Bezug auf Wärme und Sonne und nur zu oft 
die Beute dreier heimtückischer Krankheiten, 
einer Entzündung der Luftwege, eines Augen- 
katarrhs und einer Knochenerweichung des 
Panzers. Es gelingt verhältnismäßig schwer, 
die schönen Tiere mehr als einmal glücklich zu 



überwintern, und dies ist auch jedenfalls der 
Grund, weshalb sie trotz ihres bestechenden 
Äußern nicht mehr so stark begehrt werden 
als vor einigen Jahren, wo sie massenhaft aus 
Amerika importiert wurden. 

Man kann die Gattung Chrysemys, welche in 
Nordamerika zu Hause ist, vom Gesichtspunkte 
der Färbung und Zeichnung aus, in zwei Gruppen 
spalten: 1. die Picte-Gruppe („gemalte ge- 
zierte Sumpfschildkröte") mit den Arten 
Chr. picta Sehn. (Abb. rechts) und der in den 
Farben etwas matteren, sonst der erstgenannten 
zum Verwechseln ähnlichen Chr. cinerea Bam. 
2. die Irrigata-Grivpipe („Pfauenaugen-Sumpf- 
schildkröte") mit den Arten Chr. irrigata Dum. 




Originalaufnahme nach dem 
Leben für die „Blätter". 



Chrysemys concinna Lee. Chrysemys picta Salm. 



102 



Dr. Paul Kämmerer: Die Sumpfschildkröten der Gattung Chrysemys. 



Bibr. = rubriventris Leconte, Chr. concinna 
Lee. (Abb. umstehend, links), Chr. ornata Gray, 
welch letztere sich durch den Besitz einer, 
sezessionistischen Arabesken von ölgrüner Farbe 
gleichenden Zeichnung auf dem Bauchschild leicht 
von Concinna, deren Bauchschild einfarbig stroh- 
gelb ist, unterscheiden läßt, — endlich Chr.- 
scripta Schoepff. Von einer ausführlichen Be- 
schreibung aller genannten Spezies glaube ich 
absehen zu können, da dieselben den meisten 
Reptilienfreunden bekannt sein dürften, außer- 
dem auch schon in unserer Literatur öfter be- 
schrieben wurden. 

Mit Ausnahme der Chrysemys irrigata, welche 
noch nicht eingeführt worden zu sein scheint — 
die unter diesem Namen in unserer Literatur 
und in Händlerkatalogen figurierende Schildkröte 
ist stets Chr. concinna — , habe ich die auf- 
gezählten Arten alle lebend gehalten und längere 
Zeit, meist jedoch nicht über ein Jahr, beob- 
achtet. Ich konnte aber nur weniges wahr- 
nehmen, was diese Schildkröten in ihrem Be- 
nehmen besonders anziehend gemacht oder vor 
anderen wasserbewohnenden Testudiniden aus- 
gezeichnet hätte. Ihre Lebensführung ist ins- 
besondere derjenigen der Emys- und Clemmys- 
Arten, mit denen sie auch im körperlichen Habitus 
übereinstimmen, sehr ähnlich. Unstreitig ist es, 
daß sie zum Schmucke eines Terra-Aquariums 
außerordentlich viel beitragen; zumal wenn man 
mehrere Arten zusammenhält, gibt es ein sehr 
wirkungsvolles Bild, welches durch die Lebhaftig- 
keit gesunder Exemplare noch an Reiz gewinnt. 

Von der irn^ata-Gruppe erhält man ge- 
wöhnlich nur kleine Exemplare, von Taler- bis 
Handtellergröße. Solche sind noch empfindlicher 
als Erwachsene. Man füttert sie am besten mit 
geschabtem Krebsfleisch, in welchem auch Be- 
standteile des Kalkpanzers in pulverisiertem Zu- 
stande enthalten sein sollen, wodurch den Schild- 
kröten der zum Aufbau und zur dauernden Be- 
festigung des Rücken- und Bauchschildes not- 
wendige kohlensaure Kalk in hinreichender 
Menge zugeführt wird. Auch größere Exemplare 
aller Arten ziehen Krebs- und Fischfleisch, sowie 
Regenwürmer der Fütterung mit rohem Säuge- 
tierfleisch bei weitem vor; an dieses gewöhnen 
sie sich schwerer, als andere Sumpfschildkröten, 
es scheint ihnen gar nicht zu schmecken, denn 
selbst an kleinen Bissen desselben kauen sie 
lange und umständlich, wie ein verwöhnter Hund, 
dem man zumutet, Brot zu fressen. 

Über Chrysemys pieta schrieb ich an anderer 
Stelle: „Es ist ein ungemein fesselndes Schau- 



spiel, die schönen Tiere schwimmen, tauchen, 
unter holzschuhartigem Klappern des Brust- 
schildes dahineilen, sich kopfüber ins Wasser 
stürzen, im Sande wühlen und ganze Wolken 
desselben aufwirbeln zu sehen. Besonders an- 
ziehend wirkt es, wenn diese Meister in der 
Kunst des Schwimmens bei Sonnenschein an die 
Oberfläche des AV assers kommen und sich hier 
mit eingezogenen Gliedmaßen treiben lassen; ab 
und zu kommt dann einer der langbekrallten 
Schwimmfüße zum Vorschein und steuert das 
Tier mit Hilfe einiger gemächlicher, unhörbarer 
Ruderbewegungen bald hierhin, bald dorthin, 
wobei der glattpolierte Schild und das leuchtende 
Rot des eben herausgestreckten Fußes, das ge- 
sättigte Gelb der Kopfseiten im hellen Sonnen- 
glanz erstrahlen. Diese ruhige Art der Fort- 
bewegung auf der Wasserfläche, dieses Steuern 
mit nur einem Beine, während die anderen unter 
dem Schilde verborgen bleiben, habe ich sonst 
bei keiner anderen Schildkröte beobachtet." 

Manche Exemplare von Chrysemys pieta 
zeigen eine fortwährende Abblätterung und 
Wiedererneuerung der Hornschicht des 
Rückenpanzers: mit einer periodischen Häutung 
hat diese Erscheinung bei den Testudiniden 
nichts zu tun (wohl aber bei den Chelydiden!); 
sie ist nicht normal und vielleicht der Einwirkung 
der in unserem Wasser gelösten mineralischen 
Substanzen zuzuschreiben. In sehr hartem 
Wasser überzieht sich der Panzer mit einer 
weißen Kalkschicht. Beides beeinträchtigt das 
Wohlbefinden der Tiere durchaus nicht, wohl 
aber deren Aussehen, denn das Abblättern der 
Hornplatten macht den sonst wie poliert aus- 
sehenden Panzer rauh und glanzlos, und die 
Kalkschicht läßt überhaupt das Erkennen der 
bunten Farben nicht zu. 

Chrysemys pieta und ornata konnte ich 
während der warmen Jahreszeit auch im Freien 
halten; erstere hätte wahrscheinlich sogar im 
Freien gut überwintert, doch habe ich dies noch 
nicht ausprobiert. Wenn Chrysemys ornata nahe 
der Oberfläche eines mit grünen Algen-Schleim- 
klumpen bedeckten Teiches ruht, so ist sie auch 
für ein geübtes Auge nur schwer zu erkennen, 
weil die — wie bei allen Arten der Irrigata- 
Gruppe — vorherrschend grüne Färbung der 
Oberseite derjenigen der Algen täuschend ähnlich 
sieht, wozu auch die Anordnung der Zeichnung 
(schleifenförmig umgebogene hellgrüne Binden, 
dunkelgrün gesäumt: ein Widerspiel der Algen- 
fasern) beiträgt. Sowie aber das Tier den Kopf 
ausgestreckt hält, was ja an der Oberfläche 



C. Sasaki: Einige Bemerkungen über den Kiesensalamander (Cryptobranchus Japonicus, van der Hoeveu). 1Q3 



meistens der Fall ist, leuchten die roten und 
gelben Bindenflecke des Kopfes verräterisch aus 
dem Grün hervor und machen die Bedeutung 
der Schutzfarbe illusorisch. 

Biologisch interessant sind die Chrysemys- 
Arten nicht, aber um ihrer Schönheit willen 
verdienen sie einen Platz im Terra-Aquariuui 
des Reptilienfreundes. 

(Nachdruck verboten.) 

Einige Bemerkungen über den 

Riesensalamander 

(Cryptobranchus Japonicus, 

van der Hoeven). 

Von C. Sasaki. 
Professor der Hochschule für Ackerbau u. Pflanzenkunde.*) 

^Ißm Sommer 1880 u. 81 besuchte ich einige 
r-lk Provinzen im Innern unserer Insel zu 
dem Zwecke, Exemplare des Riesensalamanders 
zu sammeln. 

Es gelang mir 71 Exemplare zu fangen, die 
in der Länge von 19 — 60 cm, und im Gewicht 
von 41 — 1926 gr variierten, und einige Tat- 
sachen bezüglich ihrer Gewohnheiten und 
Lebensweise zu erfahren. 

Wiewohl meine Beobachtungen über obige 
Punkte nur fragmentarischen Charakters sind, 
glaube ich annehmen zu können, daß sie nicht 
gänzlich des Interesses entbehren, besonders 
da sie ein Tier betreffen, welches nicht nur in 
sich selbst bemerkenswert ist, sondern auch 
wegen seiner nahen Verwandtschaft mit jenem 
berühmten Fossil, welches vor mehr als ein 
und einhalb Jahrhundert in den tertiären Süß- 
wasser-Ablagerungen von Oeningen aufgefunden 
und von seinem Entdecker Scheuchzer „Homo 
diluvii, testes" genannt wurde. 

Es ist nun allgemein zugegeben, daß Scheuch- 
zer's „Homo", den er als „ein recht seltenes 
Denkmal jenes verfluchten Menschengeschlechts 
der ersten Welt", betrachtet, zu derselben 
Familie wie der Riesensalamander Japans gehört. 

Cuvier, der zuerst den amphibischen Cha- 
rakter dieses Fossils erkannte, welches nun 
Cryptobranchus Schenchzeri heißen sollte, schätzte 
es auf 3 Fuß 5 Zoll Länge, eine seltene Größe, 
wenn sie überhaupt je von seinen Japanischen 
Vertretern erreicht ist. 

Es ist merkwürdig, daß C. Japonicus jetzt 
nicht mehr außerhalb einer eng begrenzten 



Fläche von Zentraljapan, welche laut Temminck 
und Schlegel*) zwischen dem 34. und 36. Grade 
nördlicher Breite liegt, gefunden wird. Meine 
Exemplare Avurden alle in den 3 Provinzen 
Iga, Ise und Yamato gesammelt. Siebold erhielt 
ein Exemplar, das aus den Gebirgen von 
Suzuga-yama, etwas weiter nördlich, stammen 
soll. Die oben genannten Provinzen sind in 
verschiedenen Richtungen von Gebirgsketten, 
zwischen denen zahlreiche Täler liegen, durch- 
zogen, die sich zu mehreren tausend Fuß über 
dem Meeresspiegel erheben. Durch diese Täler 
fließen schnelleilende Bäche, gespeist mit klarem 
kalten Wasser von Gebirgsquellen. Ich besuchte 
die Flüsse von 13 Tälern, 7 in Iga, 2 in Ise 
und 4 in Yamato. 

Diese Bäche haben überall steinige Betten, 
sind ganz seicht, und erreichen selten eine 
Breite von mehr als einigen Metern. In diesen 
schmalen, aber schnell fließenden Bächen**), die 
zum größten Teil von Sträuchern und Bäumen 
dicht beschattet werden, lebt der Riesensala- 
mander. 

Er verbirgt sich an dunklen Stellen unter 
Felsen, längs der Ufer, oder in der Mitte der 
Strömung. Er scheint ein einsames Leben zu 
lieben; denn so oft es mir möglich war, ihn zu 
sehen, ist nie mehr wie ein Exemplar unter 
einem Felsen gefunden worden. 

Das Tier kann leicht an einer kurzen 
Schnur mit Angelhaken, geködert durch einen 
Fisch, Frosch oder einige Regenwürmer ge- 
fangen werden. Dieser Köder wird mit Hilfe 
eines dünnen Bambusstockes in das Versteck 
des Salamanders gestoßen.- Die Schnur ist 
nicht an den Stock gebunden, die Stelle mit 
dem beschwerten Haken wird nur um ein Ende 
desselben geschlungen, weit genug, um ihn 
führen und den Köder in die Nähe des Sala- 
manders bringen zu können. Das Anbeißen 
wird sofort durch den Stab gefühlt, Ist dieses 
erfolgt, muß der Stock so ruhig wie möglich 
zurückgezogen werden, indem Schnur mit Haken 
und Köder zurückgelassen wird, und das Ende 
der Schnur in der Hand verbleibt. Sobald ein 
Ruck der Schnur bemerkt wird, wird ein heftiger 
Zug gemacht, der gewöhnlich mit der Gefangen- 
schaft des Tieres endet. Sollte der Fang nicht 
gelingen, wird der Köder wieder wie vorher 
angebunden und zum zweiten Male dem Sala- 



*) Aus den Veröffentlichungen der Universität 
Tokio, Japan. 



*) Temminck und Schlegel. Siebolds „Fauna Ja- 
ponica" ßeptiliai 

**) Die Temperatur des "Wassers Mitte August wurde 
auf zwischen 17 und 23? C. stehend gefunden. 



104 0. Sasaki: Einige Bemerkungen über den Biesensalamander (Cryptobranchus Japonicus, van der Hoeren). 



mander zugeführt, das nicht schlaue Geschöpf 
nimmt den Köder immer wieder an, da der 
Salamander es nicht lernt, den dargebotenen 
Bissen zurückzuweisen. 

Wenn das Tier gefangen ist, gibt es ein 
eigentümliches schleimiges Sekret von sich, das 
einen ganz ähnlichen Geruch hat, wie die 
Blätter von Japanischem Pfeffer (Xanthoxy.lon 
peperitum). Dies Sekret verhärtet sich in der 
Luft zu einer gelatinösen Masse. 

Temminck und Schlegel behaupten, daß das 
Atemholen der Salamander gewöhnlich alle 6 
bis 10 Minuten geschieht. Dies ist Tatsache 
bei in Behältern gehaltenen Exemplaren; aber 
meine Beobachtungen ergeben, daß sie dieses 
in ihren heimatlichen Bächen weniger häufig 
vollführen. 

Die Augen des Kiesensalamanders sind merk- 
würdig klein (nur 4 mm im Durchmesser 
messend), und dieses steht vielleicht in Be- 
ziehung zu der Lebensweise des Tieres. Für 
den Fang seiner Beute (Fische, Frösche usw.), 
welche nicht durch Verfolgen, sondern durch 
Annäherung an seinen Standplatz erbeutet 
werden, sind die Augen unverkennbar von ge- 
ringerer Bedeutung. 

Außerdem halten sich die Salamander ge- 
wöhnlich an dunklen Stellen auf und leben 
so unter Bedingungen, ähnlich denen eines 
Höhlentieres. 

Die Art, in der die Riesensalamander sich 
Nahrung verschaffen, ist von Temminck und 
Schlegel richtig angegeben: „Sie nähern sich 
langsam ihrer Beute, und durch eine schnelle 
seitliche Bewegung des Kopfes ergreifen sie 
dieselbe mit den Kiefern; nachdem sie sie einige 
Zeitlang im Maul gehalten, verschlingen sie 
dieselbe dann." 

Der Salamander wird von den Japanern 
gegessen, und das Fleisch soll, wenn gehörig 
gekocht, wohlschmeckend sein. Es wird auch 
sowohl von Japanern wie von Chinesen für 
medizinische Zwecke gebraucht, da es für 
„Rogai", eine Art Auszehrung, gut sein soll. 

Das kleinste von Siebold gefundene Exem- 
plar maß ungefähr 30 cm und zeigte keine 
Spur äußerer Kiemen oder Spalten. Das jüngste 
meiner Exemplare, 19 — 20 cm messend, hat 
3 Paar sehr kurzer, verzweigter Fortsätze (von 
3 — 5 mm Länge). Jeder Fortsatz ist abstehend 
und spitz zugehend, und die meisten davon 
haben noch Verästelungen; in der Farbe unter- 
scheidet es sich von ausgewachsenen Individuen 
nur darin, daß es heller ist. 



Bei einem andern Exemplar, 20,5 cm lang, 
waren die Kiemen fast völlig verschwunden, 
jedoch die verzweigten Schlitze waren noch 
zu sehen. Ein anderes Exemplar, 24,5 cm lang, 
zeigt keine Spur der Kiemen, und die ver- 
zweigte Mündung hatte sich völlig geschlossen, 
während sich ihre ursprüngliche Lage durch 
einen leichten Strich markiert. Bei diesem 
Exemplar sind einige jener häutigen Warzen, 
die für die ausgewachsenen Formen charak- 
teristisch sind, auf der Rückenoberfläche des 
Kopfes zu sehen. Bei den größeren Exemplaren 
sind diese Auswüchse dicht gedrängt auf der 
Rückenseite des Kopfes, sich an den Seiten 
herab auf die seitlichen Teile desselben aus- 
dehnend. Auf der Rückseite des Körpers stehen 
11 Reihen dieser Warzen. Zwei von ihnen 
laufen an jeder Seite in einiger Entfernung der 
mittleren Rückenlinie entlang, während die 
restlichen zwei gerade oberhalb der seitlichen 
Hautfalten laufen, sich bis zur Schwanzspitze 
ausdehnend. 

Nachstehend die Gewichte und Maße von 
5 Exemplaren an: 





Länge 


Breite am Kopf 


Gewicht 


1 


20,0 cm 


2,6 cm 


42 gr 


2 


20,5 „ 


2,9 „ 


55 p 


3 


24,5 „ 


3,0 „ 


61 „ 


4 


55,0 „ 


9,1 „ 


970 „ 


5 


69,0 „ 


11,0 „ 


1926 „ 



Die Fischer berichten, daß die Eier im 
August und September gelegt werden. Es 
gelang mir, einige ungefähr Mitte August ab- 
gesetzte Eier zu erlangen. Sie werden nicht 
eins nach dem andern gelegt wie beim Triton, 
noch in Schnüren wie bei der Kröte, sondern 
in einer dem Rosenkranz ähnelnden Schnur. 

Jedes Ei schwimmt in einer klaren, von 
einer kugeligen gelatinösen Umhüllung (1,62 bis 
1,35 cm) eingeschlossenen Flüssigkeit; und diese 
Hülle ist mit der nächsten durch einen ver- 
hältnismäßigen dünnen Strang verbunden, der 
ungefähr gleichlang ist wie die längere Axe 
der Hülle. Das Ei hat eine platt gedrückte 
rundliche Form, ungefähr 6 mm : 4 mm messend, 
und ist überall gelb mit Ausnahme des oberen 
Pols, wo es weißlich ist. 

Alle Versuche, Cryptobranchus in der Ge- 
fangenschaft zur Fortpflanzung zu bringen, sind 
bisher fehlgeschlagen, was zweifellos der 
Schwierigkeit zugeschrieben werden muß, die 
darin liegt, kaltes frisches Quellwasser, wie es 
das Tier in seinen Heimatsbergen gewöhnt ist, 
in der Stadt erhalten zu können. 



Dr. E. Bade: Die Schwanz- uud Afterflossen des Schleierschwanzes. 



105 



(Nachdruck verboten.) 

Die Schwanz- und Afterflossen 
des Schleierschwanzes. 

Von Dr. E. Bade. (Mit 36 Abbildungen.) (Schluß.) 

2 

Hie Vorafterfalte ist beim Schleierschwanz- 
embryo in der Regel gut ausgeprägt und 
tritt meist in gepaartem Zustande auf, indem sie 
sich vom After an ausdehnt bis zu jenen Stellen, 
wo die Bauchflossen später erscheinen (Fig. 31 3 ), 
beide vereinigen sich oft an ihrem vorderen 





Figur 31. Hintere Hälfte eines jungen Himmelsauges. 

1. Doppelte Afterfalten. 2. Doppelte Schwanzfalten. 3. Doppelte 

Vorafterfalten. 4. After. 



Ende zu einer in der Mitte liegenden Falte 
(Fig. 30 7 ). Diese letztere breitet sich noch 
weiter nach vorn aus über die Höhe der Bauch- 
flossen fort. Die Vorafterfalten entstehen aus 
Zusammenziehen ektodermaler Zellen, ebenso wie 
die Schwanz- oder Afterflossen. Durch das Vor- 
kommen doppelter Vorafterfalten beim Schleier- 
schwanzembryo entstehen ein Paar fortlaufender 
länglicher Falten an der Bauchseite des Körpers 
von der Höhe der Bauchflossen bis zum Ende 
des Körpers herablaufend, mit einer einzigen 
Unterbrechung durch den After (Fig. 28. 29, 
31, 33 u. 34). 

Den Unterschied, den ein Schleierschwanz- 
embiyo von einem normal gebauten Knochen- 
fisch aufweist, zeigen die beiden Figuren 33 u. 34, 
wo die Wur- 
zeln der Flos- 
sen und Vor- 
afterfalten 
mit punktier- 
ten Linien 

verbunden 
sind. Fig. 34 
gibt die Bauchseite eines jungen Schleierschwanzes 
von knapp l 1 / 2 cm Länge, bei dem die Bauch- 
flossen gerade auszuwachsen beginnen und die 
doppelten Vorafterfalten verschwinden. Die 
punktierten Linien sind am weitesten entfernt 
in der Brustgegend und laufen bis zur Bauch- 
flosse leicht zusammen, hinter derselben nähern 
sie sich einander plötzlich, vor dem After sich 
fast treffend, von wo sie wieder allmählich aus- 
einander gehen. Beim Anfang der Schwanzflosse 




Figur 32. Afterteil eines Embryos, 

bei dem die Baucbfalte nur in der Gegend 

der Afterflosse doppelt ist. 





Figur 33. 

1. Brustflossen. 

2. Bauchflossen. 

3. Vorafterfalte. 

4. After. 

5. Afterflosse. 

6. Schwanzflosse. 



Figur 34. 
Zahlenbezeich- 
nung wie bei 

Figur 33. 



wird die Trennung plötzlich stärker und endlich 
treffen sie zusammen. Ganz anders zeigt sich 
dieses bei einem normalen Knochenfisch. Hier 
konvergieren die beiden Linien plötzlich hinter 
den Bauchflossen und vereinigen 
sich miteinander, in welchem Zu- 
stande sie sich bis zum Körper- 
ende als eine Linie fortsetzen. Die 
Vorafterfalten sind embryonischer 
Struktur, sie verschwinden in dem 
Maße, wie der Embryo in der Ent- 
wicklung fortschreitet. 

Der ganze anatomische Bau der 
verdoppelten Flossen beim Schleier- 
schwanz und die 
Untersuchung von 
Embryonen hat ge- 
zeigt, daß diese gepaarte Flossen- 
ausbildung schon in einer frühen 
embryonalen Periode vorher be- 
stimmt ist, da sie als zwei läng- 
liche Falten ausgebildet ist. Die 
Idee, daß hier das Gesetz von der 
abgekürzten Erblichkeit tätig ge- 
wesen ist, indem es den künstlich 
erworbenen Bau der After- und 
Schwanzflossen schuf, scheint unhaltbar zu sein. 
Dagegen läßt die Erklärung nichts zu wünschen 
übrig, daß unter gewissen Umständen einige 
Fischarten 
die After- und 
Schwanzflos- 
sen doppelt 
ausgebildet 
haben, und 
daß Züchter 
aus dieser 
Tatsache 

Vorteil zogen, indem sie doppelschwänzige Formen 
hervorbrachten. Wildlebende Fische mit Ansätzen 
zu doppelten Schwänzen sind schon öfter gefunden 
und bekannt ist ja auch die Tatsache, daß Tiere, 

deren Zucht 
vom Menschen 
nach bestimm- 
ten Punkten 
betrieben wird, 
die also zu 

Haustieren 
werden, eine 
unendliche Vielseitigkeit zur Variation zeigen. 
Die Entwicklung doppelter Falten als ..An- 
lage" für die After- und Schwanzflossen, ist als 
ein Fall von Rückschlag auf eine Urstammform 




Figur 35. Afterpartie eines Embryos, 

bei dem die Bauchfalte an ihrem freien 

Rande doppelt ist. 




Figur 36. Afterteil eines Embryos, 

bei dem die Bauchfalte nur in der Gegend 

der Afterflosse doppelt ist. 



106 



F. Westphal: Polyacanthus eupanus, seine Haltung und Zucht. 



anzuseilen, es spricht für die Ansichten St. 
Mivarts, Thayers, Dohrns, Balfours und Mayers, 
daß die gepaarten Flossen der Fische von ur- 
sprünglich ununterbrochenen Seitenfalten her- 
geleitet werden und daß die Afterflosse ebenso 
wie der dem Bauch zu gelegene Teil der Schwanz- 
flosse durch Zusammenwachsen derselben Falten 
entstanden sind. Die mittelständigen Vorafter- 
und Hinterafterfalten, welche bei normal ge- 
bauten Knochenfischen angetroffen werden, sind 
beide als der zusammengewachsene Zustand der 
zwei Falten anzusehen. Eine Verdopplung der 
Rückenflosse und jenes Teils der Schwanzflosse, 
welcher von der Achse der Wirbelsäule aus dem 
Rücken zu liegt, ist noch nicht beobachtet, wes- 
halb geschlossen werden muß, daß die ungepaarte 
Lage der Rückenfalte fester eingewurzelt und 
früher erworben ist, als die Bauchfalte. 





(Nachdruck verboten.) 

Polyacanthus eupanus, seine 
Haltung und Zucht. 

Von F. Westphal, „Hertha"-Berlin. 

it Polyacanthus cupan-us machte uns 
% zuerst C. Brüniug im XV. Jahrgang 
der „Blätter" Seite 104 bekannt und Seite 198 
desselben Jahrgangs berichtet uns Dr. Bade 
etwas über seine Fortpflanzung und bringt in 
einer Photographie das Bild dieses Fisches. 
Seitdem wird Polyacanthus cuyanus nur hin 
und wieder in den Vereinsberichten erwähnt. 
Ich erwarb von den Fischen im vorigen Herbste 
zwei Stück, leider waren es beide Männchen. 
Die Tiere hielt ich bis Anfang Januar in einem 
Abteil (20x30x30) eines meiner Aquarien bei 
19 cm Wasserstand und einer schwankenden 
Temperatur von 20—24° C. Bepflanzt war das 
Becken nur sehr dürftig. Mitte Dezember 
begann das eine Männchen ein Nest zu bauen, 
wie der Makropode, durchaus nicht kleiner. 
Der Nestbauer war das stärkere Männchen, es 
färbte sich heller und begann das andere 
Männchen so zu behandeln, als wäre es seine 
bessere Ehehälfte. Letzteres färbte sich dunkler, 
ließ sich unter das Nest treiben, umklammern, 
sogar umdrehen, als ob es ein Weibchen wäre. 
Gebissen haben sich beide nicht. 

Anfang Januar kaufte ich zwei Weibchen 
zu den Männchen und setzte sie zu den beiden. 
Sofort begann ein lebhaftes Liebesspiel, welches 
dem des Makropoden und des Kampffisches 



ähnelt, nur ist es nicht so stürmisch, es ist, 
wenn ich mich so ausdrücken darf, mehr zärt- 
licher. Am zweiten Tage hatte das stärkere 
Männchen seine Wahl getroffen und ein ihm 
gefügiges Weibchen gefunden, was daran zu 
bemerken war, daß es sich ohne Laichabgabe' 
jedoch in der bei Labyrinthfischen bekannten 
Weise umlegen ließ. Beide Paare wurden ge- 
sondert, und am dritten Tag laichten beide 
Weibchen ab. Der Laich sah bei mir weißlich, 
nicht durchscheinend aus und ist kleinkörnig, 
die Anzahl der Körner beträgt etwa 2 — 300 St. 
Nach 36 — 48 Stunden sprengen bei 24 bis 28° C. 
Wassertemperatur die Jungen die Eihaut. Als 
dies geschah, entfernte ich die Weibchen und 
als die Jungen nach 5 — 6 Tagen zu schwimmen 
begannen, auch die Männchen. Beide Pärchen 
bezogen gemeinschaftlich ein Becken, und hier 
bauten die Männchen sofort wieder lustig ihr 
Nest und beide Weibchen laichten ab, das eine 
Paar vorn links in der Ecke, das andere Paar 
hinten rechts in einem Abteil, wie ich ihn im 
Eingange beschrieb. Innerhalb 10 Tagen habe 
ich siebenmal Laich erhalten, aber trotz dieses 
reichen Segens habe ich heute, nach etwa 4 
Wochen, nur 24 lebenskräftige Nachkommen, 
die eine Länge von 6 — 8 Millimeter besitzen. 

Was die Aufzucht der Brut anbetrifft, halte 
ich selbige für schwierig, denn ich habe vieles 
versucht: Infusorienwasser, einige Tropfen Blut, 
Piscidin 000 aufgebrüht und dieses tropfenweise 
in das Becken gegeben, desgl. habe ich der 
Brut hartgekochtes Ei tropfenweise verabfolgt. 
Die beiden letzten Mittel wende man aber 
äußerst vorsichtig an, sie verpesten sehr leicht 
das Wasser. Nur ein Mittel habe ich nicht 
versucht, nämlich das von Herrn Stehr „Nym- 
phaea alba" Berlin empfohlene, tropfenweise kon- 
densierte Milch mit Wasser gemischt zu füttern. 

Auf eins möchte ich den Liebhaber noch 
aufmerksam machen, damit er das Lehrgeld 
spart, welches ich bezahlen mußte. Als die 
Fischlein 7 — 8 Tage alt waren, bemerkte ich, 
daß einige von ihnen auf Oyclops Jagd machten, 
in guter Absicht siebte ich ihnen also solche 
hinein und — diese Cyclops-Räuber vernichteten 
mir zwei Brüten vollständig bis auf einen 
einzigen Fisch, der jetzt stolz in seinem Becken 
umherflaniert und der ausgestandenen Gefahren 
eingedenk, bitterliche Rache übt, indem er nun 
die Cyclops sich gut schmecken läßt. 



Alfred Miehow: Rationelles Füttern der Zahnkärpflinge. 



107 




(Nachdruck verboten.) 

Rationelles Füttern der Zahn- 
kärpflinge. 

Von Alfred Miehow ( v Triton"-Berlin). 

cli hatte jüngst den Einfall, mich unter die 
Schreiber zu mischen. ..Über die Barben" 
hieß die Flagge, unter der ich belehrend plauderte. 
Der Einfall ist mir schlecht bekommen. Erst 
rempelte mich ein beliebter Oberschreiber an. 
Mangel an Logik warf er mir auch vor. Ich 
lächelte über diese seine Beobachtung; vor- 
sichtshalber sprach ich aber mit meinem Haus- 
arzt. Kaum hatte der mich beruhigt, da erhob 
sich ein Raunen im Blätterwalde, aus dem 
Raunen wurde ein Sturm, ein Sturm, der mich 
zu verschlingen drohte. Die Yereinsberichte 
sprühten. Ich hatte 1000 Feinde in einer 
Stunde bekommen. Und doch hatte ich nur 
frei und offen meine Meinung gesagt. Verurteilt 
haben mich viele, — widerlegt keiner. So ist 
aber halt der Lauf der Welt. Ein guter Freund 
von mir, welcher Mensch hat nicht gute Freunde, 
fragte mich heute: ob ich nun vom Schreiben 
kuriert sei. Da er aber bei der Frage so 
zwischen den Zähnen durch lächelte, beschloß 
ich, nun gerade weiter zu schreiben. Doch daß 
ich nicht lüge. Nicht der Freund mit seinem 
Lächeln allein, nicht der Hohn meines Kritikers, 
nicht die Verurteilung meiner Anschauung in 
den verschiedenen Vereinsberichten drängen 
mich in die „Literatur". Lediglich der "Wunsch 
zu nützen ist es. Und ich glaube, wenn mich 
die vielen strengen Herren erst näher kennen, 
dann werden sie in ihrer Kritik maßvoller und 
vorsichtiger werden. 

In meinem eingangs erwähnten Barben- 
Artikel haben insbesondere meine Worte über 
die Zukunft der Zahnkarpfen verstimmt. Mit 
Unrecht. Es ist mir nicht im Traum einge- 
fallen, zu behaupten, daß das dort Gesagte 
meine Meinung sei. Im Gegenteil. Lediglich 
das Urteil der großen Menge habe ich wieder- 
gegeben, ohne zu kritisieren, ob es berechtigt 
oder unberechtigt ist. Tatsache aber bleibt, 
daß die edleren Zahnkarpfen den Durchschnitts- 
liebhaber nicht befriedigen, weil sie zu wenig 
haltbar erscheinen. Statt auf mich loszugehen, 
hätten die geehrten und hochgeehrten Vereine 
sich einfach fragen sollen: Ist es so? Und 
wenn es so ist, wo liegt der Grund? 

' In der Ernährungsfrage behaupte ich. — 
Die Familie der Cyprinodontidae, der Zahn- 
karpfen, zerfällt in zwei Gattungen, in die 
Camivorae und Limnophagae. Die Carriworae- 



Gattung sind dank ihrer Bauart — kurzer, 
wenig gewundener Darmkanal — Fleisch- und 
Insektenfresser. 

Der Darmkanal der Limnophagae dagegen 
weist zahlreiche Windungen auf und ist von 
der allgütigen Mutter Natur zur Verdauung 
von Pflanzen und Schlammresten eingerichtet. 
Diese Gattung ist im tropischen Amerika be- 
heimatet und verlangt durch ihre innere Bauart 
Pflanzenkost und durch ihre Jahrtausende alte 
Gewöhnung warmes Wasser. 

Von den Zahnkarpfen sind mehr oder weniger 
in Deutschland bekannt: 

Cyprinodon dispar. Paul Schäme, der ihn seit 
Jahresfrist oder länger pflegt, ist herzlos genug, 
ihn der Allgemeinheit noch vorzuenthalten. Er 
begründet dies damit, daß die Fische nicht 
tadellos gesund sind und schiebt die Magen- 
verstimmung seiner, übrigens eigenartig gezeich- 
neten Lieblinge, auf zu großen Kalkgehalt des 
Dresdener Wassers. Dieser Kalkgehalt, her- 
vorgerufen durch Tiefbohrungen, die die vor- 
jährige Wassersnot notwendig machte, ist be- 
seitigt und Schäme hofft nun, Murr in die 
dispar Gesellschaft zu bekommen. Ich will es 
ihm wünschen, glaube aber, daß der springende 
Punkt für das Wohlbefinden des dispar nicht 
im mehr oder weniger Kalkgehalt, als im Mangel 
an Salzgehalt des Wassers zu suchen ist. Die 
wenigen Arten der C^n/?o(?(m-Familie leben 
vorwiegend an Orten, sei es an Salzquellen oder 
Tümpeln, die ungleich höheren Salzgehalt als 
das absolute Meerwasser haben. Am aller- 
wenigsten ist jedoch dies Salzbedürfnis geeignet, 
den Liebhaberbecken solch -einen Karpfen fern 
zu halten. Kleine Zusätze von Kochsalz, dem 
Becken nach und nach in Prisenform zugeführt, 
erzeugen ein brakisches Wasser, das dem Wohl- 
befinden dieser Individuen genügen kann. Ein 
seriöser Liebhaber wird natürlich das : ..jenseits 
von gut und böse" durch seine geschärfte Beob- 
achtungsfähigkeit inne zu halten verstehen. 
Bei dem dispar ist das Geschlechtsorgan nicht 
als verlängerte Afterflosse erkennbar. 

Die Haplochilus-f amilie. mit ihrem länglichen 
Körper und ihrer charakteristischen flachen 
Schnauze ist durch die laüpes und panckax, 
die roten und grünen Kärpflinge, viel vertreten. 
Mit ihr nahe verwandt, aber durch ihr schnelles 
AYachstum und ihre unedle Form weniger be- 
liebt, sind die 

Fundulus - Arten; die Killifishes: hispanicus, 
diaphanus, haben hier Gastrollen gegeben, 
neuerdings auch catenatus und riotatus. Viel 



108 



Alfred Michow: Rationelles Füttern der Zahnkärpflinge. 



gezüchtet, warum weiß ich nicht, wird nament- 
lich von der v. d. Borne'schen Anstalt majalis. 
Als Zierfisch sind sie ebensowenig zu empfehlen, 
als ihr zwar teurer aber langweiliger Vetter: 

Rivulus elegans. Die Fachzeitschriften haben 
schon mancherlei von dem wenig eleganten 
Neuling veröffentlicht. Vorläufig liegt kein 
Grund vor, seine Haltung zu empfehlen und 
damit den Liebhabern Geld für seine An- 
schaffung aus der Tasche zu ziehen. Den Be- 
schluß der G'armvorae- Gattung unserer Bekannt- 
schaft macht die 

Gambusia-FamWie. Affinis oder holbroolä, 
vielleicht gar noch anders heißt dieser Zaun- 
könig unserer Becken. Von seinen auch fleisch- 
fressenden Vettern unterscheidet ihn typisch 
seine weit vorne sitzende Afterflosse, die beim 
geschlechtsreifen Männchen als Kopulations- 
stachel auswächst. 

Die voraufgeführten Arten bilden, um mich 
zu wiederholen, die Camivorae, die fleisch- 
fressende Gattung der hier bekannten Zahn- 
karpfen-Familien. Die Unterhaltung, die ratio- 
nelle Pflege dieser Gesellschaft ist nicht schwer. 
Die Natur befähigt sie, durch den ihnen ver- 
liehenen kurzen und wenig gewundenen Darm- 
kanal „Alles" zu fressen. Sei es lebendes, sei 
es künstliches Futter, sind es Daphnien, Cyclops 
oder gehackte Regenwürmer, alles wird und 
alles muß — denn so will es die Vorschrift 
der Natur, — von ihnen aufgenommen, verdaut 
und fortentwickelnd zu ihrer Ernährung benutzt 
werden. 

Anders mit der viel empfindlicheren Limno- 
^Äa^ae-Gattung. 

Girardinus caudi- und decemmaculatus, unsere 
eingewöhnten Alltagskärpflinge, haben eine 
robuste Natur und — hungern sich so durch. 
Die anspruchsvollen 

A7o///e/7/s/a-Arten: latipinna und formosa und die 
ebenso prächtigen — für die Nomenklaturen der 
einzelnen Arten übernehme ich keine Garantie — 

^oec/T/fl-Arten : mexicana-amazona und praesi- 
dionis, dagegen sind bis auf amazona schwer 
haltbar. 

Grund: Falsche Ernährung; Hunger tut weh, 
dem Tier so weh, wie dem Menschen, und der 
Selbsterhaltungstrieb zwingt diese Fische daher 
zur naturwidrigen Nahrungsaufnahme, zwingt 
ihnen aus Fleischteilen bestehendes künstliches 
Fischfutter ein, und läßt sie auch lebendes 
Futter gierig verschlingen. Genau nach den 
Selbsterhaltungsgesetzen, die dem hungernden 
Franzosen anno 70 die gräßlichen Ratten, als 



— guten Notbehelf — einzwang, genau nach 
dem instinktiven Gesetz der Selbsterhaltung 
fressen die poecilia und mollienisia das Futter, 
das ihnen gegeben wird. Die Folge dieser 
falschen Ernährung ist, daß die Arten zwar 
erhalten werden, sich auch fortpflanzen, — denn 
Pflanzensprößlinge naschen sie gelegentlich doch 
und restituieren damit ihren viel gewundenen 
Darmkanal — , daß sie aber doch nicht im Sinne 
des Wortes heimisch werden können. 

Bald jeder Zierfischhändler führt sein eignes 
Futter, sein Sammelsurium aus Garneelen und 
Weiß wurm und tausend anderen Substanzen. 
Dieses Futter darf den Limnophagae nicht ge- 
geben werden. — 

Wenn ihr Liebhaber diese Arten hier 
heimisch machen und ihre Schönheit entwickeln 
wollt, dann kauft für sie kein künstliches 
Futter, dann ernährt sie nicht mit Daphnien, 
Cyclops, sondern trocknet fein säuberlich Salat- 
köpfe, trocknet überschüssigeWasserblattpflanzen, 
zerreibt sie dann zu Pulver und gebt — weises 
Maßhalten bitte nicht zu vergessen — diesen 
Arten nur dieses Futter. Der Erfolg wird 
euch zeigen, daß: den Gesetzen der Natur 
folgen, klug handeln heißt. 

Und wenn ihr euch die Mühe gemacht und 
naturgemäß diese Kärpflinge gepflegt habt, dann 

— werden sie in Mode bleiben. 

Das Kapitel Zahnkärpflinge ist ein um- 
fassendes und interessantes, man könnte und 
möchte es ausspinnen, möchte über die Eier- 
legenden und die Lebendgebärenden sich des 
Weiteren verbreiten. 

Aber! Für heute würde dies zu weit führen. 

Ich könnte meine Betrachtung schließen, die 
Achtung aber vor „einem der wenigen seriösen 
Liebhaber", ich meine Herrn Thumm-Dresden, 

— zwingt mich, auch meine Ansicht über ihn 
und seine in Summa 98 geplanten Kreuzungs- 
versuche zwischen lebendgebärenden Kärpflingen 
auszusprechen. — 

Die 98 Kreuzungsmöglichkeiten; die auf 
15 Thesen aufgebaute Wahrscheinlichkeits- 
rechnung dieser — großen Verirrung, zeugt 
von einem bewundernswerten Ernst. Zeugt 
auch von einer Kenntnis der Materie, zeugt 
von seinem Ahnen, daß iu der Cyprinodontidae- 
Familie ein Variable möglich ist. Ja, ich glaube 
sogar, daß der Grundgedanke Thumms mit dem 
meinen in der Hauptsache d'accord geht, daß 
auch er die Tatsache der verschieden zu er- 
nährenden Verwandtschaft geahnt oder gar 
erkannt hat. Aber, sein Steckenpferd, seine 



Kleine Mitteilungen. 



109 



„Kreuzungsmöglichkeitsspielereiversuche" führ- 
ten ihn von der Hauptsache, dem inneren 
Organismus ab und — bei der Äußerlichkeit, 
bei den Kopulationsstacheln, bei der verlängerten 
Afterflosse blieb er stehen. Und so unterließ 
er es, sich und wißbegierige Liebhaber über 
denUnterschied aufzuklären, den die verschiedenen 
Arten dieser interessanten Familie in ihrem 
inneren Organismus besitzen. 

Jedes Streben — auch wenn es dem „Dritten" 
falsch erscheint — in Ehren. Ich meine aber, 
erst soll man eine noch nicht wirklich einge- 
wöhnte Gattung erkennen, und das Gros 
dauernd und bei Wohlbefinden erhalten, und 
dann erst, wenn keine ernste Arbeit mehr übrig- 
bleibt, dann mag - man die Natur vergewaltigen. 



jfCletne JVIitteilun^en. 

Ein Terrarium im japanischen Stile (mit zwei 
Photographien) wird durch die nebenstehenden Ab- 
bildungen unseren Lesern vor Augen geführt. Das von 
der Bodenkante bis zur Spitze des Dachknaufes 1 m 
hohe Häus- 
chen hat qua- 
dratischen 
Grundriß 
(43x43 cm). 
Zwei gegen- 
überstehende 
Seiten be- 
stehen aus 
Holzwänden, 
in denen sich 
verglaste Fen- 
ster- von ge- 
schweifter 
Itautenform 
befinden,wäh- 
rend die bei- 
den anderen 

gegenüber- 
liegenden Sei- 
ten aus Glas- 
scheiben in 
Holzrahmen 

bestehen, 
deren eine als 
Tür in Schar- 
nieren beweg- 
lich ist. Das 
geschweifte 
Pyramiden - 
dach hat 
Drahtgaze- 
füllungen. Der unterste Teil, von dem hölzernen Becken 
bis zur unteren Türrandkante ist als Heizkammer benutz- 
bar und hat eigene Ventilationsvorrichtung. Die Kanten 
des Behälters sind außerdem mit Bambus verschalt, aus 




welchem Material auch die aufgenagelten Verzierungen 
der Holzwände und der Dachknauf ebenso wie das Tisch- 
gestell bestehen, auf dem das Terrarium plaziert ist. 

Die innere Einrichtung des für kleine Klettertiere 
als: Baumfrösche, Anolis, Geckos bestimmten Behälters 

besteht 
haupt- 
sächlich 
aus Zier- 
kork, der 
einesteils 
zur Ver- 
schalung 
derHolz- 
wände 

und 
außer- 
dem zur 
Maskie- 
rungeini- 
ger Pflan- 
zentöpfe^ 
verwandt 
ist. Von 
den Zier- 
korkwän- 
den ragen 
einige 
massive 

Zier- 
korkäste 
ins Inne- 
re, den 
Tieren 
sowie 
denPflan- 
zen er- 




Ein_Terrarium im japanischen Stile. 
(Eck-Ansicht. ) 
Originalauf nähme für die „Blätter". 



Ein Terrarium im japanischen Stile. 
(Vorderansicht.) 
Originalaufnahme für die .Blätter". 



wünschte Klettergelegenheit darbietend. 

Das Häuschen, welches ich mir vor Jahresfrist nach 
eigener Angabe bauen ließ, macht sich in einem Zimmer 
mit anderen Bambusmöbeln sehr nett und entspricht 
auch praktisch meinen Erwartungen zur Genüge. 

Dr. P. Krefft. 

Daß einem neben Äußerungen freundlicher An- 
erkennung" gelegentlich einmal, trotzdem man glaubt, das 
Beste gewollt zu haben, etwas weniger Erfreuliches ins 
Haus geschneit kommt, dafür möchte ich den geneigten 
Lesern der „Blätter" einen allerdings etwas drastischen 
Beweis nicht schuldig bleiben, zumal ich ihn einem Zier- 
fischhändler, der zugleich Mitleser dieser Zeitschrift ist, 
zu verdanken habe. 

Das betreffende Schreiben lautet in wörtlicher 

Wiedergabe: 

Berlin W., den 

„Bezugnehmend auf Ihren Artikel in Heft 23, Jahrg. 
XV der „Blätter für Aquarien- u. Terrarienkunde", die 
Gyrodactylusseuche betreffend, teile ich Ihnen er- 
gebenst mit, daß ich mit Ihrem Vorschlag sehr schlechte 
Erfahrungen gemacht habe. 

Ich habe einsommrige Schleierschwänze in 3 1 Wasser 
mit Ihrem angepriesenen Mittel (ich habe sogar noch 
weniger wie in Ihrem Rezept angegeben ist, auf drei 
Liter Wasser nur 20 gr vom Apotheker selbst abgemessen 



110 



Vercins-Nachrichten 



genommen) 2 ll l - i Minuten lang gebadet und in kaum 1 / i 
Stunden waren sämtliche Fische verendet. „Na, auch 
nicht schlecht!!! — " 

Ja. mit sogar selten kräftigen Tieren im gleichen Alter 
versuchte ich das berühmte Experiment, ja Scheibe!, 
auch sie krepierten in der obigen Zeit. Ich habe hierbei 
einen Schaden von reichlich 30 Mk. „Wer ersetzt mir 
denselben!!! — Sie, oder die Zeitschrift??? — " 

Mit solchen Artikeln können Sie die Leser dieser 
Blätter öfters betölpeln ! ! ! — — Dann wird die Lieb- 
haberei recht emporkommen. 

Ergebenst ........" 

Indem ich die Beurteilung des formellen Teiles dieses 
Briefes — auf das Sachliche gehe ich weiter unten ein 
- gerne dem geneigten Leser überlasse, bedaure ich nur, 
ihm das Schreiben nicht zugleich auch als Faksimile vor- 
führen zu können, denn es ist in graphologischer Be- 
ziehung ein wahrer Schulfall. 

Während die Buchstaben anfänglich eine „ergebene" 
Neigung und freundlich gerundete Schleifen zeigen, kommt 
nach einigen Zeilen das ohne Zweifel etwas cholerische 
Temperament des Schreibers insofern zum Ausbruch, als 
die Buchstaben sich in drohend senkrechte Stellung er- 
heben, die Schatteustriche sich auf das Doppelte ver- 
dicken und die eleganten Anfangsschleifen plump und 
knotig werden. Bei den vielen Ausruf- und Fragezeichen 
hat das stürmische Gewitter seine Höhe erreicht: die 
ersteren sehen aus wie Knüttel, die letzteren haben eine 
verzweifelte Ähnlichkeit mit geschwungenen Tauenden. 
Dann aber nimmt der Sturm rasch ab und auf die wie 
Ähren nach einem Gewitter daliegenden Buchstaben folgt 
in „ergebener" Neigung die Unterschrift des sich be- 
ruhigenden Schreibers, die ich aus purer Dankbarkeit 
dafür, daß der gute Mann mir und den Meinigen ein 
heiteres Viertelstündchen bereitet hat, nicht mit ab- 
drucken ließ; ja die erheiternde Wirkung ist eine so 
nachhaltige geblieben, daß ich bereits in der Lage bin, 
meinem Jungen das hier zu Lande eines gewissen 



Reizes der Neuheit nicht entbehrende „ja Scheibe!" ab- 
gewöhnen zu müssen. 

Selbstverständlich habe ich über dem fröhlichen den 
ernsten Teil der Sache nicht übersehen und dem Manne, 
der mir sehr leid täte, wenn er dem „berühmten" Expe- 
riment, wie er es nennt, wirklich für 30 Mk. Fische ge- 
opfert hätte, sofort in rein sachlicher Weise — zumal 
ich über einen ähnlichen Stil nicht verfüge — geschrieben; 
daß mich bei seinem Mißgeschick keine Schuld treffe und 
höchst wahrscheinlich von seiten des Apothekers insofern 
ein grobes Versehen stattgefunden habe, als derselbe 
offenbar 20 g reinen Salmiakgeist, statt die von mir ab- 
sichtlich und um alle Irrtümer zu vermeiden, in Form 
eines ärztlichen Rezeptes angegebene Lösung dispensiert 
habe. Ich schickte dem Manne außerdem gleichzeitig ein 
Fläschchen von mir selbst frisch zubereiteter Lösung 
nebst einem Meßglas mit der Bitte, noch einmal einen 
herzhaften Versuch zu machen. — 

Gleichzeitig sah ich eine Schar Schleierschwänzchen 
mit einem Blicke an, der ihnen sagte, daß ich sie jeden- 
falls immer noch nicht „über jeden Zweifel erhaben" halte, 
wie denn tatsächlich auch Floßhildchen, Wellgundchen 
und wie die Nicker alle heißen, acht Tage lang nicht mehr 
aus der Fischbadewanne herauskamen und wegen dem 
bösen Fischhändler in Berlin tagtäglich das ihnen zur 
Genüge bekannte, wenig aromatische Reinigungsbad ge- 
nießen mußten. 

Was den Apotheker anbetrifft, an den ich — wie ich 
zu meiner eigenen Schande gestehen muß — immer mit 
einiger Schadenfreude denke, so ist derselbe dem doch 
etliche hundert Kilometer abseits Berlin sitzenden 
Schreiber dieser Zeilen gegenüber diesmal entschieden im 
Nachteil gewesen, doch wollen wir in seinem Interesse 
hoffen, daß auch für ihn des cholerischen Fischhändlers 
Ausrufzeichen nur Ausrufzeichen und die Fragezeichen bloß 
Fragezeichen geblieben sind und er nicht etwa wie mein 
Junge bei ähnlichen Ereignissen seufzt: „Ja Scheibe!" 

Dr. W. R. 




VEREINS'^TftT^T 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



„Nymphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- 
Kunde Berlin. 
Vereinslokal: Clubhaus Hintsche, Köpenickerstr. 62. 

Sitzung vom 18. Januar 1905. 
Herr Stehr eröffnet die Sitzung um 9^2 Uhr und be- 
grüßt als Gäste die Herren Schadack und Nerlich. Das 
Protokoll der Generalversammlung wird verlesen und ge- 
nehmigt. Eingegangen sind: Zeitschriften, Jahrbuch 
nebst Anschreiben, Austrittserklärung des Herrn C. Bensch, 
Einladungen nebst Tages-Ordnung des „Aquarium"-Görlitz 
und der „Isis"-München. Das wöchentliche Erscheinen 
der „Blätter" bedingt einen neuen Modus in der Ver- 
sendung. Es wird nach längerer Debatte beschlossen, 
um die Vereinskasse zu entlasten, daß jedes Mitglied 
halbjährlich 50 Pfg. für den Versand der „Blätter" zu 
entrichten hat. Nach anerkennenden Worten des Herrn 
Stehr wird Herrn Dümcke als gewesenen Bibliothekar 
durch Herrn Weimar der Dank des Vereins für seine 
aufopferungsvolle Tätigkeit ausgedrückt. Da in der 
Generalversammlung die Wahl des Importeurs unter- 
blieben war, wird Herr Hipler in dieser Sitzung auf ein 



weiteres Jahr in diesem Amte bestätigt. Das vorliegende 
„Jahrbuch", welches der Verein für die Bibliothek an- 
zuschaffen beschließt, wird von Herrn Stehr mit an- 
erkennenden Worten besprochen und zirkuliert eine 
Subskriptionsliste, welche von den Mitgliedern fleißig zum 
Einzeichnen benutzt wird. Der I. Vorsitzende weist 
darauf hin, daß es jetzt an der Zeit ist, die Aquarien zu 
renovieren und bittet die Mitglieder, von ihrem Überfluß 
Pflanzen mitzubringen und sie dem Verein zu stiften; 
gleichzeitig spendet Herr Stehr einen Posten Knollen 
Japonica variabilis, wofür ein Erlös von 80 Pfg. einging, 
dem freundlichen Spender besten Dank. Ferner wird 
bekannt gegeben, daß die Vorstandssitzungen von jetzt 
ab am letzten Freitag im Monat im Vereinslokal statt- 
finden. Herr Lehmann weist im Hinblick auf den dies- 
bezüglichen Passus im Protokoll der „ Wasserrose"-Dresden 
darauf hin, daß Japonica-KnoWen von respektabler Größe 
nicht so außergewöhnlich sind und teilt mit, daß er selber 
neben anderen großen Knollen eine solche der Japonica 
fl. pl. von 4 J /2 : 3 cm Größe gezogen hat. Eine schöne 
Einigung hat sich in Hamburg unter den Aquarien- 
Vereinen dadurch vollzogen, daß die „Salvinia" und der 



Vereins-Nachrichten 



111 



„Humboldt" wieder Seite an Seite unsere schöne Lieb- 
haberei vertreten. Herr Stehr weist darauf hin und ver- 
gleicht damit das Vereinsleben in Berlin, welches an Zer- 
rissenheit nichts zu wünschen übrig läßt. Hoffentlich 
kommt auch hier eine Einigung zu Stande. Einen inter- 
essanten Artikel über Dr. Roths Heilverfahren verliest 
Herr Weimar aus der „Allg. Fischerei-Ztg." In der 
darauf folgenden Debatte sprachen sich die Herren Fürst 
und Rosemann anerkennend über dieses Heilverfahren 
aus, warnen jedoch davor, die Fische länger als 10 Minuten 
zu baden und empfehlen, die Bäder in größeren Zwischen- 
räumen als 3 — 4 Tagen zu wiederholen. Herr Lehmann 
hat nach 12 —13 Minuten langer Badedauer bei kräftigen 
Fischen Starrkrampf festgestellt. Es wird empfohlen für 
eine ausgiebige Wasserbewegung Sorge zu tragen und 
sind Labyrinthfische dem Bad gegenüber empfindlicher 
als Karpfenarten oder Barsche. Herr Fürst weist darauf 
hin. daß von unsern Liebhabern viel zu viel geheizt wird. 
KP R. sind auch für die ineisten Exoten genügend und 
der Artikel in No. 2 der „Blätter" mit der darin ent- 
haltenen Temperaturtabelle berührt unsere Verhältnisse 
sehr wenig, da die Temperaturen wahrscheinlich auf 
hoher See gemessen sind. Bei Wassertemperaturen im 
Binnenlande stellen sich die Ziffern ganz anders. Bei 
dieser Gelegenheit wird auch noch auf die Geschichte von 
den Makropoden unter der Eisdecke (s. „ Wochenschrift") 
hingewiesen und bedauert, daß in unseren Zeitschriften 
so oft — auch von bekannteren Schriftstellern — „Er- 
fahrungen" veröffentlicht werden, welche noch gar nicht 
einmal genau untersucht sind. Um die Geselligkeit zu 
heben, wird von Herrn Fürst vorgeschlagen, im Vereins- 
lokal an den Sonnabenden abends zwangslos zusammen- 
zukommen, was von den Mitgliedern gut geheißen wird. 
Schluß der Sitzung 12 1 /* Uhr. A. R. 

Sitzung vom 8. Februar 1905. 

Da der I. Schriftführer geschäftlich verhindert, ver- 
liest der IL Schriftführer das Protokoll der letzten Sitzung, 
welches mit einigen redaktionellen Änderungen an- 
genommen wird. An Eingängen sind vorhanden: Zeit- 
schriften. Herr Stehr teilt zunächst mit, daß die Creutz- 
sche Verlagsbuchhandlung ein Schreiben an die inter- 
essierten Vereine gesandt hat, worin sie sich bereit er- 
klärt, auf Wunsch den ferneren Versand der „Blätter" 
durch die zuständige Postzeitungsstelle direkt an die 
einzelnen Mitglieder gegen eine Portogebühr von 25 Pfg. 
pro Exemplar und Quartal besorgen zu lassen. Das An- 
erbieten wird einstimmig angenommen. Bezüglich des 
diesjährigen Stiftungsfestes weist Herr Stehr darauf hin, 
daß der Verein mit diesem sein lOjähriges Bestehen 
feiere; es sei wohl angebracht, dieses Jahr den Geburtstag 
der „Nymphaea alba" ganz besonders festlich zu begehen. 
Es wird die Frage aufgeworfen, ob das Stiftungsfest mit 
oder ohne Einführung von Gästen gefeiert werden soll. 
Herr Dümcke spricht für den ersteren Modus und be- 
gründet seine Ansicht unter Hinweis auf ein früheres 
Stiftungsfest des Vereins, welches im engeren Kreise 
gefeiert wurde und bei welchem der Verein mit einer 
Unterbilanz -von Mk. 50 abgeschlossen hat. Eine weitere 
Debatte wird über diesen Punkt nicht beliebt und wird 
der Vorstandsanstrag, Mk. 75 aus der Vereinskasse für 
das Stiftungsfest zu bewilligen und die Eintrittspreise für 
Herren auf 75 Pfg-, für Damen auf 50 Pfg. festzusetzen, 
einstimmig angenommen. Der I. Vorsitzende, Herr Stehr, 
gibt bekannt, daß die bestellten Exemplare des im Ver- 
lage von Schultze-Dresden erschienenen „Jahrbuches" 
angekommen, und er einige Stück mehr bestellt habe, in 
der Hoffnung, daß dieselben bei dem für die erste Aus- 
gabe reichen Inhalt, Abnehmer finden werden. Es finden 
sich auch gleich einige Reflektanten für die mehrbestellten 
Exemplare. Hierauf wird von Herrn Stehr der Vorstands- 
antrag betr. die Anzahl der zu unserer diesjährigen Aus- 
stellung zu bewilligenden Medaillen mitgeteilt. Derselbe 
sieht 3 goldene, 6 silberne und 16 bronzene Medaillen 
vor. Der Antrag wird debattelos einstimmig an- 
genommen. Sodann beschäftigt sich die Versammlung 
mit den Bastardierungsversuchen des Vereins „Wasser- 
rose"-Dresden und führt Herr Stehr folgendes aus: Meine 
Herren! In der letzten Nummer der „Blätter" ist von 
der „Wasserrose" -Dresden ein Artikel veröffentlicht 
worden, der mich veranlaßt, eine Warnung an den ge- 



nannten Verein ergehen zu lassen. Wie Sie aus bei- 
gefügtem Schema und Aufstellung ersehen, handelt es 
sich um nichts geringeres, als aus 8 Spezies von Zahn- 
karpfen eventl. 98 Bastardarten zu züchten. Was da- 
durch für ein Unheil in unserer Liebhaberei angerichtet 
werden wird, ist gar nicht abzusehen. Ich bin der festen 
Überzeugung, daß es in 2 Jahren keine reine Rassen von 
Kärpflingen mehr gibt. Den Anfang haben wir schon 
aus den Importen von Gambusia affinis und holbroola zu 
verzeichnen. Ebenso bezweifle ich noch die reine Rasse 
von Poecilia mexicana und zwar aus dem Grunde, weil 
in letzter Zeit von der genannten Gattung eine größere 
Anzahl von Männchen zum Verkauf angeboten worden 
sind. Auf meinen Artikel in den „Blättern" No. 17, 1904, 
ist mir von keiner Seite eine Entgegnung gebracht worden, 
als ich behauptete, daß die Nachzucht fast ausschließlich 
aus Weibchen bestände. Da nun aber eine größere An- 
zahl Männchen in Umlauf gebracht wurde, so drängt sich 
mir unwillkürlich die Vermutung auf, daß Poecilia mex. 
mit Mollienisia formosa gekreuzt w r orden ist. Also in 
den beiden Fällen hapert es schon ganz bedenklich mit 
der Rassenreinheit. Nun denken Sie sich, was das von 
der „Wasserrose" vorgeschlagene Experiment uns für ein 
Babel bringen wird. In der übrigen Tierzüchterei wird 
die Reinhaltung der Rassen systematisch betrieben und 
Inzucht möglichst vermieden. Es wäre ja gegen den in 
Frage stehenden Versuch nichts einzuwenden, wenn für 
alle sich daran beteiligenden Personen die Sache so ernst 
wäre, wie den Mitgliedern der „Wasserrose". Ich bin 
weit entfernt davon, ernsthafte Liebhaber anzugreifen, 
aber ich kenne Liebhaber, welche sich in einer plötzlichen 
Aufwallung 1, 2 und 3 Aquarien anschafften und sich mit 
Volldampf in die Liebhaberei stürzten. Aber ach, wie 
bald, wenn sich Verluste einstellten und keine Erfolge 
zu verzeichnen waren, wurde die Liebhaberei bald in die 
Rumpelkammer geworfen, der vorher enthusiasmierte Lieb- 
haber bekümmert sich überhaupt um nichts mehr und 
läßt seine Pfleglinge, wenn noch welche da sind, besorgen, 
wer will, bis der letzte zu Grunde gegangen ist. Bei 
einem solch stürmischen Liebhaber habe ich nachträglich 
bei einem Besuch saure Heringe in einem seiner vor- 
herigen Aquarienbehälter vorgefunden und bemerkte der 
verwandelte Liebhaber lakonisch: „Diese Fische sterben 
ihm nicht und machen ihm keinen Verdruß." Solche 
Fälle sind nicht vereinzelt und werden sich noch oft 
wiederholen. Aus diesem Grunde und weil ich mir offen 
gesagt einen rechten Zweck nicht erklären kann, möchte 
ich die „Wasserrose" bitten, die Mithilfe anderer nicht 
zu kontrollierender Liebhaber zurückzuziehen und die 
Versuche im engeren Kreise zu machen. Die übrigen 
Redner sprechen ebenfalls ihre Bedenken gegen ein solches 
Experiment aus. Im Anschluß hieran erklärt Herr Stehr, 
daß er bei Mollienisia latipinna rroch keine so gut aus- 
gebildete Rückenflosse gesehen habe, als die Abbildung 
in der „Wochenschrift" aufweise, im übrigen könne er 
sich dahin äußern, daß die Fische lange nicht so em- 
pfindlich sind, als in den „Blättern" und in der „Wochen- 
schrift" angeführt worden ist. Bei 10° C, auch manch- 
mal darunter haben sich dieselben bei ihm sehr gut ge- 
halten. Nur den Pflanzen- und Wasserverhältnissen 
schreibe er die Schuld zu, wenn Verluste zu verzeichnen 
sind. Nach seinen Beobachtungen müssen Moll. lat. gut 
bepflanzte und klare Behälter haben. Unter solchen Ver- 
hältnissen werden die Liebhaber auch wenig Verluste 
haben, und so behandelt könne er jedem Liebhaber die 
Fische empfehlen. Der Artikel der „Wochenschrift" über 
das plötzliche und massenhafte Auftreten des Apus cancri- 
formis wird verlesen und u. a. darauf hingewiesen, daß 
der Kruster für größere Fische ein ausgezeichnetes Futter 
sei. Herr Stehr macht bekannt, daß das neue Pflanzen- 
verzeichnis der Firma Henkel-Darmstadt in 3 Exemplaren 
angekommen ist und steht dasselbe Interessenten zur 
Verfügung. In der nächsten Sitzung soll event. einer 
Kollektivbestellung näher getreten werden. Des weiteren 
wird beschlossen, eine neue Mitgliederliste anfertigen zu 
lassen. Herr Dümcke teilt mit. daß von „Nerthus" Jahrg. 
1904 der Titel und das Inhaltsverzeichnis noch nicht ein- 
gegangen sei und deshalb vorläufig nicht gebunden werden 
könne. Es soll an den Verlag geschrieben werden. Einen 
erfreulichen Abschluß zeitigte die Abrechnung über unser 
letztes Weihnachtsvergnügen, indem von dem bewilligten 



112 



Voreins-Nachrichtcn. 



Betrag von Mk. 40 Mk. 10 wieder der Vereinskasse zu- 
geführt werden können. Die Mitglieder danken der Ver- 
gnügungskommission durch Erheben von den Plätzen. 
Der Kassierer Herr Grenz bringt die Aquarienbillets in 
empfehlende Erinnerung. Das Mitglied Herr Paul Brenger- 
Unterbarmen wird aus der Mitgliederliste gestrichen. Herr 
Schroeter beantragt die Liste für den Garantiefonds zirku- 
lieren zu lassen, was geschieht. Herr Foegen erklärt sich 
bereit, den seit längerer Zeit aus der Vereinsbibliothek 
verschwundenen Jahrgang 4 von „Natur und Haus" zu 
stiften. Herr Hipler brachte eine Knolle von Sagittaria 
japonica fl. plena zur Ansicht mit, welche die Behauptung 
des Vereins „Wasserrose"-Dresden, daß die Knollen bei 
genannter Art kleiner seien, als bei Sagittaria variabilis, 
widerlegen dürfte. Die Knolle hat bei einem Durch- 
messer von 2,5 cm eine Höhe von 4 cm. F. F. 

„Isis", Gesellschaft für biologische Aquarien- und 
Terrarienkunde in München. (E. V.) 
Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 
Donnerstag, den 24. November 1904. 
Protokollverlesung und Genehmigung. Im Einlauf 
Karte des Herrn Rembold aus Wolfratshausen und des 
Herrn Dr. Schnee-Berlin, Schreiben des Herrn Andres- 
Ramleh an den Vorsitzenden betr. Mehlwürmer, Karte 
des Herrn Dr. Kämmerer- Wien betr. Aktinien. Der 
Verein „Heros"-Nürnberg übermittelt uns zum 10jährigen 
Stiftungsfeste nachträglich seine herzlichsten Glück- 
wünsche. Der Verein „Wasserstern"-Augsburg ersucht 
in einem Schreiben um Herstellung des Verhältnisses 
gegenseitiger Mitgliedschaft, welchem Wunsche sofort 
gerne nachgekommen werden soll. Karte des Herrn 
Rudolf Mandee in Prag. An Zeitschriften liegen vor 
„Blätter" No. 22, „Nerthus" No. 23 und „Wochenschrift" 
No. 34. Aus der vorliegenden No. der „Blätter" inter- 
essieren besonders die Aufsätze: „Leguane in der Ge- 
fangenschaft" von Dr. Werner und die „Pflege der 
Süßwasserschildkröten" von Dr. W. Klingelhöffer. Herr 
Dr. Werner kommt in dem vorgenannten Aufsatze bei- 
läufig darauf zurück, daß er die Leguane den Zamenis- 
und Contia- Arten bei weitem vorzieht. Für die Zamenis- 
und Contia- Formen können auch wir uns im allgemeinen 
nicht sonderlich begeistern, es gibt wahrhaftig dankbarere 
Reptilien. Aus dem Bericht der „Wasserrose"-Dresden 
interessiert sehr die Mitteilung, daß es einem Herrn 
Skell bereits zum dritten mal gelungen ist, junge See- 
pferdchen im Seewasseraquarium zu züchten. In der 
„Nerthus" No. 23 beschreibt Herr W. Köhler in seinem 
Aufsatz „Aquariumfische der deutschen Heimat in Wort 
und Bild" den Hecht (Esox lucuis). Eine prächtige 
Photographie begleitet den Aufsatz. Über eine neu 
importierte Callichthys-Avt berichtet Herr AV. Köhler 
kurz in der „Wochenschrift" No. 34. In derselben No. 
schreibt Herr Tofohr-Hamburg seine Erfahrungen über 
die Pflege von Reptilien in heizbaren Terrarien nieder. 
Zur Reform der Vereinsberichte legt Herr C. Brüning- 
Hamburg seine Anschauungen dar. Wir sind mit manchen 
seiner Ausführungen einverstanden, mit manchen auch 
nicht. Daß man sich in den Vereinen durchgehends des 
Wertes der Berichte nicht bewußt ist, ist lediglich eine 
Behauptung, weiter nichts. „Der Versammlungsbericht 
soll ein Bild der Versammlung sein", einverstanden. Der 
Bericht darf nur Dinge aufführen, die in der Versammlung 
besprochen, erläutert und angedeutet wurden, der Ton 
der Berichte kann niemals stärker als der des Protokolls, 
sondern eher schwächer sein, denn manches kraftvolle 
Wort muß unberichtet bleiben; die Sachlichkeit darf 
in keiner Weise zurückstehen. Herr Lankes demonstriert 
erstmals im Vereine Rana mascariensis lebend aus 
Ägypten. Auf diese hübsche, außerordentlich sprung- 
fähige, in Zeichnung und Färbung an Discoglossus 
pictus erinnernde Ranidenform werden wir vielleicht 
später eingehender zurückkommen. Herr Dr. Bruner 
gibt bekannt, daß er Storeria dekaye, .welche Schlange 
er in einem kleinen zarten Exemplar besitzt, zur 
Futterannahme gebracht habe. Der Genannte wird später 
über seinen Erfolg ausführlicher berichten. Durch 



Herrn Rembold wird Sternothaerus derbianics von der 
Westküste Afrikas in einem kleineren Exemplar demon- 
striert. Herr Rembold gedenkt hierbei der beiden 
Firmen W. Krause-Crefeld und H. Stüve-Hamburg mit 
-Anerkennung, Genannter Herr verteilt eine große 
Anzahl von Fliegen. Durch Herrn Dr. Bruner wird 
darauf hingewiesen, daß Gärtner Buchner eine Anzahl 
Pflanzen kultiviert, die als Terrarienpflanzen sehr em- 
pfehlenswert erscheinen. 

„Triton", Verein für Aquarien- und Terrarien-Kunde 

zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 

Vereinslokal: Restaurant Ortler, Karlstraße 27. 

17. ordentliche Sitzung vom 17. Februar 1905. 

Einstimmig erfolgte die Aufnahme dest Fräulein 
H. von Bülow und der Herren Mazatis und Steiner zu 
ordentlichen Mitgliedern. Unter den Eingängen sei das 
Protokoll der Generalversammlung der „Isis"-München 
erwähnt, aus welchem hervorgeht, daß der rührige Verein 
seinen Namen geändert hat, ohne jedoch damit die alten 
Tendenzen aufgeben zu wollen. Auch in dem neuen Ge- 
wand wünschen wir dem befreundeten Verein ein kräftiges 
Blühen und Gedeihen. Ferner liegt eine Grußkarte von 
Herrn Dr. Bade aus Neapel vor. — Die vorliegende 
Literatur wurde einer eingehenden Besprechung unter- 
zogen. Mit großem Befremden und tiefem Bedauern wurde 
der Bericht der 2. Januar-Versammlung des „Naturfreund"- 
Hamburg in No. 7 der „Wochenschrift" verlesen. Un- 
verständlich ist uns der Ton, in welchem Herr Brüning 
über den Aufsatz unseres Mitgliedes Herrn Michow her- 
fällt, ganz entschieden müssen wir aber die Äußerung 
„Wirklich rührend ist der Schluß des Aufsatzes" zurück- 
weisen. Wir wollen uns hier nicht in große Erörterungen 
einlassen, da ja derartige Kritisierungen im „Triton" nicht 
Mode sind, sondern überlassen es gerne unparteiischen 
Lesern, noch dazu auf Grund der in No 8 der „Wochen- 
schrift" erschienenen Ausführungen des Herrn Brüning, 
sich selbst ein Urteil zu bilden. Uns ist jedenfalls 
klar, weshalb Herr Brüning gegen den gerade in den 
„Blättern" erschienenen Artikel unseres Herrn Michow 
derartig zu Felde gezogen ist, befremdend, bleibt es uns 
nur, weswegen durch die oben angeführte Äußerung auch 
der „Triton" in die wenig schöne Angelegenheit hinein- 
gezogen werden mußte. — Bei der Prämiierung der 
Preislieder für das Liederbuch haben erhalten: 
I. Preis Herr Dr. Spitz-Breslau für „Stichlings- 
lied"; IL Preis Herr Major Prestele für „Nym- 
phaea alba"; III. Preis Herr Hamann-D anzig für 
„Herbststimmung". — ■ Für die Bücherei hat Herr 
Preuße gestiftet: 1. Bauer, „Das organische Leben in 
periodischen Wassertümpeln" ; 2. Heß, „Die wirbellosen 
Tiere des Meeres" ; 3. Hausschatz des Wissens Band VI, 
„Das Tierreich"; 4. „Bungartz Illustr. Jahrbuch für 
Kleintierzüchter und -Liebhaber", wofür ihm hierdurch 
bestens gedankt sei. — Von den zur Vorzeigung und 
Versteigerung gelangten Pflanzen sei besonders die neue 
Sagittaria papulosa erwähnt, die eine neue Zierde unserer 
Aquarien zu werden verspricht, augenblicklich aber leider 
noch ziemlich hoch im Preise steht. 

F. Gehre, I. Schriftf., Berlin N. 4, Invalidenstr. 23. 



Berichtigung. 



In den im Heft 8 vom 23. Februar 1905 veröffent- 
lichten „Isis" - Sitzungsbericht vom 3. November 1904 
haben sich einige sinnstörende Druckfehler eingeschlichen. 

In der zweiten Spalte auf Seite 80 muß es in Zeile 
21 von oben heißen: 
In Dr. Schnees Reisebericht: Daß Varanus niloticus zu den 

ferner in Zeile 45 von oben: 
Schulz von Deutsch-Bornu lebend mitbrachte (die Angabe 

und in Zeile 60: 
ob es ebenfalls ein St. adansoni, oder bereits eine 

„Isis", Gesellschaft für biologische Aquarien- u. 
Terrarien-Kunde zu München. 
Lorenz Müller, IL Vorsitzender. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E. Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25 ; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
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erscheinen vom 1. Januar 1905 an wöchentlich und können sowohl 
durch den Buchhandel, als auch durch die Post (Postzeitungs-Preisliste 
Seite 56) bezogen werden, auch werden dieselben gegen vorherige 
Einsendung von 2.55 Mk. pro Vierteljahr (Ausland 3. — Mk.) 
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Nachdem es gelungen ist, das Seewasser 
künstlich herzustellen und zwar in solcher 
Beschaffenheit, daß sich die Seepflanzen 
und Seetiere vollständig gesund und munter 
in demselben erhalten, mußte für diese neu- 
aufstrebende Liebhaberei, welche wegen der 
wahrhaft märchenhaften Pracht der Actinien 
(Seerosen, Seenelken etc.), sowie der wunder- 
baren Lebensformen der Seetiere (wie : See- 
pferdchen, Seeigel, Seesterne, Seewalzen, 
Knurrhähne etc.), höchste Beachtung aller 
Naturfreunde verdient, eine gediegene Be- 
lehrungsquelle als Bahnbrecher geschaffen 
werden. Verfasser ist Praktiker, welcher 
seit langen Jahren See-Aquarien besitzt 
und seine nach eigenen Beobachtungen er- 
folgten Aufzeichnungen in Obigem dem 
Kreise aller Naturfreunde darbietet. 

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Um den Aquarienfreunden, namentlich 
angehenden Züchtern, etwas Zusammen- 
hängendes zu bieten, unternahm es der 
Verfasser, die jetzt beliebt gewordenen 
fremdländischen Zierfische zu schildern und 
damit eine kurze Anweisung zur Beobach- 
tung, Pflege und Züchtung derselben zu 
schaffen. Was sie enthält, beruht nicht 
nur auf den jahrelangen Studien und Er- 
fahrungen, welche der Verfasser an den von 
ihm gehaltenen Fischen und bei den hervor- 
ragendsten Züchtern anstellen konnte, son- 
dern auch auf seiner 6jährigen redaktio- 
nellen Tätigkeit bei den „Blätter für Aqua- 
rien- und Terrarienliebhaber ". Die jetzige 
zweite Auflage ist sehr vermehrt und ver- 
schönt, ein unentbehrliches Handbuch für 
jeden Aquarienliebhaber. 

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Terrarienkunde" zum Verteilen 
an Liebhaber, stellen wir nach 
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jedwedes den „Blättern" entgegen- 
gebrachte Interesse kostenlos und 
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„mit Nachlieferung" 

bestellen ! — Ohne diesen ausdrücklichen Vermerk liefert die Post nur 
vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

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In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u. Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Verlagsbuchhandlung 
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zu richten sind. 



Für den Nachbezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. I 
bis LH broschiert ä Mk. 3, Bd. V— VHI broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XHI— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
Eine Preisherabsetzung findet in absehbarer Zeit nicht statt! 

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Heft 12. 



23. März 1905. 



Jahrgang XVI. 




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Jahrgang XTI. 
Heft 12. 




Illustrierte Wochen-Schrift für die 



Interessen der Aquarien- und Terrarienliebhaber. 



(Nachdruck verboten.) 

Gene's Mauereidechse (Lacerta rhuralis subsp. genei Cava), 

Von Lorenz Müller-Mainz, „Isis"-München. (Mit 3 Originalzeichnungen des Verfassers.) 




enn ich die korsisch- 
« *S3V, sardinische Mauer- 
eidechse als Subspezies der 
Lacerta muraüs hier auf- 
führe, so geschieht dies nur 
deshalb, weil ich vorerst keine 
Möglichkeit sehe, sie durch 
systematisch verwertbare 
Merkmale von dieser zu tren- 
nen. In Wirklichkeit bin ich 
nicht absolut davon überzeugt, 
daß die Gene-Eidechse der 
Lac. muralis phyletisch so 
nahe steht, daß sich ihre An- 
gliederung als Subspezies 
rechtfertigen läßt. Lacerta 
subsp. genei ist eine jener 
Eidechsen, welche der Kenner 
mit keiner anderen verwech- 
seln wird, ohne daß er indes 
in kurzen Worten angeben 
kann, warum dies der Fall ist. 
Es sind denn auch seitens der 
Herpetologen wohl über keine 
andere Lacerta-Fovm derart 
verschiedene Ansichten ge- 
äußert worden wie gerade 
über Lac. subsp. genei und die 
Literatur über sie ist dem- 
gemäß eine sehr umfangreiche. 
Auf die Streitfragen hier 
auch nur einigermaßen genau 
einzugehen ist ganz un- 
möglich, denn der Artikel 
würde dadurch nicht nur end- 
los lang, sondern auch für die 
meisten Leser der „Blätter" 
ungenießbar werden. 




»<C tro^^A -fi^X&LA, • f(ot<sviA /4sy 



Lacerta muralis subsp. genei Cara 

var. Corsica de Bedr. (Vizzavona Corsica.) 

Originalzeichnung nach dem Leben für die 
„Blätter" von L. Müller-Mainz. 



Ein kurzer Überblick 
über die haupsächlichsten 
wissenschaftlichen Schick- 
sale dieser Form innerhalb 
eines Zeitraumes von mehr 
als 100 Jahren dürfte jedoch 
nicht uninteressant sein, ge- 
währt er doch dem Leser 
einen Einblick in die 
S chwierigk eiten, welche sich 
der endgültigen Feststellung 
des nach dem Prioritäts- 
gesetz dieser Form zukom- 
menden Namens entgegen- 
stellen. Ich gebe hier nur 
ein ganz gedrängtes Eef erat 
der wichtigsten Literatur. 
Wollte ich sie völlig an- 
führen, * müßte ich wohl 
dreimal so viel bringen. 

Zum besseren Verständ- 
nis der Ursachen des Wirr- 
warrs, der sich in der Lite- 
ratur findet, muß ich voraus- 
schicken, daß die älteren 
Autoren nur schlecht oder 
auch gar nicht die einzelnen 
Formen der Vertreter der 
mwraZis-artigen Echsen zu 
unterscheiden wußten und 
alle unter dem Namen Lac. 
muralis (Podarcis muraüs, 
Lac. podarcis) vereinigten. 
So ist z. B. die Trennung so 
ausgesprochener Formen, 
wie die eigentliche Mauer- 
eidechse (Lacerta muralis 
Laur.) und die Wiesen- 



114 



Lorenz Müller: Gene's Mauereidechse (Lacerta muralis subsp. genei Cara). 



eidechse (Lacerta serpa Raf.) es sind, noch 
relativ jungen Datums. Bedriaga war der erste, 
welcher die beiden Formen wenigstens sub- 
spezifisch schied (Lacerta muralis subsp. fusca 
und Lacerta muralis subsp. neapolitana in 
Bedriaga, Über die Entstehung der Farben bei 
den Eidechsen, Jena 1874), während Camerano 
als erster für die Artberechtigung der Wiesen- 
eidechse eintrat (Lacerta serpa Raf., Camerano, 
Monografia dei sauri italiani, Torino 1885). 

Nun existieren aber in Sardinien, woher die 
Gene-Eidechse zuerst beschrieben wurde, drei 
Eidechsenarten, die sämtlich der mwrafös-Gruppe 
angehören. Eine derselben, Lacerta bedriagai, 
scheidet für unsere Betrachtungen völlig aus, 
da sie bis vor kurzem der Beobachtung der 
Autoren entgangen war. Die beiden anderen, 
Lac. subsp. genei und Lacerta serpa v. reticulata 
wurden aber von allen Autoren bis zu Cara 
konfundiert. Dieser Umstand trug natürlich 
wesentlich dazu bei, die Lösung der Genei-Fr&ge 
zu erschweren. 

- Der erste Autor, welcher unsere Eidechse er- 
wähnt, ist Cetti, welcher im Jahre 1777 unter 
dem Titel „Anfibi e pesci di Sardegna" ein 
Werkchen über die Kriechtiere und Fische 
Sardiniens herausgab. Dieses Büchlein selbst 
ist allerdings auf die wissenschaftliche Benennung 
der 6rewei-Eidechse ohne Einfluß. Es hat aber 
doch insofern einen Wert, als fast alle späteren 
Autoren von ihm .ausgingen. Cetti konnte 
zwischen den beiden Echsenformen noch nicht 
unterscheiden. Er hält einfach die grünen Stücke 
(beide Geschlechter der Lacerta serpa reticulata 
und die grünen Männchen der Lac. subsp. Genei) 
für Männchen, die braunen Stücke (die braun 
gefärbten Männchen und sämtliche Weibchen 
der L. subsp. genei) für Weibchen; die beiden 
vereinigten Formen hält Cetti für „una specie 
di ramarro" (eine Art Smaragdeidechse, ramarro 
ist der italienische Vulgärname für Lacerta 
viridis). Cetti bedient sich in seinem Werkchen 
keiner lateinischen Namen, sondern gibt uns für 
seine „specie di ramarro" nur die beiden in 
Sardinien für die Eidechsen gebrauchten Vulgär- 
namen „Tiliguerta" und „Caliscertula" an. Auf 
Grund der Angaben Cetti's stellte dann Gmelin 
in der von ihm bearbeiteten Auflage von Linne's 
Systema naturae 1790 die Art Lacerta tiliguerta 
auf. Die den Namen begleitende Diagnose ist 
ungemein dürftig und lediglich ein Exzerpt der 
Beschreibimg Cetti's. Aus einer genauen Ver- 
gleichung des Cetti'schen Textes mit der Gmelin- 
schen Diagnose der Lac. tiliguerta ergibt sich 



dies mit absoluter Klarheit. Gmelin hatte offen- 
bar sardinische Lacerten in Händen. Sie leidet 
daher naturgemäß ebenfalls an dem Hauptfehler, 
daß man auch bei ihr nicht ersehen kann, welche 
der zwei Formen gemeint ist, da eben beide kon- 
fundiert sind. Indessen ist Gmelin der erste 
Autor, der bei der Beschreibung der sardinischen 
Echsen den Grundsätzen der binären Nomen- 
klatur folgte und seine Diagnose kann, je nach 
der persönlichen Auffassung des Prioritäts- 
gesetzes, bei der Entscheidung der Frage, 
welcher Name der korsisch-sardinischen Mauer- 
eidechse gebührt, herangezogen werden. Der 
Kürze wegen übergehe ich nun eine ganze Reihe 
von Autoren, welche kritiklos die Cetti- Gmelin- 
sche Diagnose übernahmen, teilweise sogar noch 
mehr Verwirrung in die Sache dadurch brachten, 
daß sie die tiliguertam.it der viridis verwechselten. 
Auch Gene, dessen im Jahre 1839 erschienene 
„Synopsis reptilium Sardiniae incligenorum" die 
erste wissenschaftliche Herpetologie Sardiniens 
bildet, spricht lediglich von einer Podarcis mu- 
ralis. Auch er unterschied die beiden Echsen- 
formen noch nicht. Erst Cara war es vor- 
behalten, uns in seiner „Monographia della 
lucertola commune di Sardegna, Cagliari 1872" 
darüber aufzuklären, daß Wir es in Sardinien 
mit zwei scharf geschiedenen Eidechsenformen 
zu tun haben. Sie werden zwar noch nicht 
artlich getrennt, sondern nur als Varietäten der 
Lacerta podarcis (= Lacerta muralis) aufgeführt, 
aber sehr kenntlich sowohl hinsichtlich ihrer 
morphologischen Merkmale, als auch ihrer Lebens- 
weise beschrieben. Die uns hier interessierende 
Eidechse nennt Cara Lacerta podarcis v. Genei, 
die sardinische serpa -Varietät L. podarcis v. 
Cettii.*) Da die Cara'sche Monographie die erste 
wirklich einwandfreie Diagnose der korsisch- 
sardinischen Mauereidechse enthält, glaube ich 
mich für diesen Namen entscheiden zu müssen. 
Im Jahre 1877 veröffentlichte dann Lorenzo 
Camerano seine „Considerazioni sul genere La- 
certa", in welcher Schrift er für die Art- 
berechtigung der hier unter dem Namen Lacerta 
tiliguerta Gmel. aufgeführten Gene-Eidechse 
eintrat. Dieser Annahme widersprach de Betta 



*) Die sardinische serpa-Form ist identisch mit der 
retikulierten sizilischen serpa-Form, für welche bisher der 
Name Lac. serpa v. reticulata Schreiber gebraucht wurde. 
Da die Beschreibung der- Cettii durch Cara bereits 1872 
erschien, die Herpetologiä europaea Schreibens erst 1875, 
gebührt nach dem Prioritätsgesetz dem Cara'schen Namen 
unzweifelhaft der Vorzug und statt Lacerta serpa v. reti- 
culata muß es heißen Lac. serpa v. Cettii. 



Lorenz Müller: Geue's Mauereidechse (Lacerta muralis subsp. genei Cara). 



115 



in seiner 1878 erschienenen Note „Sulla tili- 
guerta o Caliscertula Cetti". De Betta gebraucht 
hier für die Geiie-Eidechse den Namen Podarcis 
(Lacerta) muralis v. lineata. Diesen von ihm 
1870 kreierten, aber erst 1874 publizierten Namen 
(Fauna d'Italia, part IV. Rettili ed Anfibi, Milano 
1874) glaubt de Betta hier aufrecht erhalten zu 
müssen. Nach dem Prioritätsgesetz hat natürlich 
der bereits 1872 publizierte Cara'sche Name den 
Vorzug. In dieser Schrift werden übrigens auch 
zum ersten Male korsische Exemplare der Gene- 
Eidechse erwähnt. Während also de Betta unsere 
Eidechse wiederum als Varietät zu Lac. muralis 
stellt, nimmt Camerano in seiner „Monographia 
dei sauri italiani, Torin o 1885" abermals einen 
abweichenden Standpunkt ein. Auf Grund einer 
von Be- 
driaga 
ver- 
öffent- 
lichten 
(Amph. 
u. Rept, 
Grie- 
chen- 
lands. 
Bull.Soc. 

nat. 
Moscou 
1882 . 
Diag- 
nose der 
taurica 
und eini- 
gerweni- 
ger Exemplare griechischer Eidechsen, die, soweit 
ich aus den der Monographia dei sauri italiani bei- 
gegebenen Abbildungen dieser Vergleichs Objekte 
sehen kann, zu der mittelgriechischen Mauer- 
eidechse (Lac. litoralis v. livadiaca Werner), ge- 
hören, gliedert er die Genei als Subspezies der 
taurica an.. Nun bezog sich aber die Bedriaga'sche 
Diagnose der taurica gar nicht auf diese, sondern 
auf Lac. peloponnesiaca, die Bedriaga damals irr- 
tümlich für eine Varietät der taurica hielt. Es er- 
folgte denn auch später eine Richtigstellung dieses 
Irrtums seitens Bedriagas und auch eine kurze 
Note Cameranos, in welcher er die Genei wieder 
von der taurica abtrennt und provisorisch mit der 
Lac. muralis vereinigt. Im Jahre 1886 erschienen 
dann Bedriagas „Beiträge zur Kenntnis der Lacer- 
tidenfamilie". In dieser umfangreichen Arbeit 
wird die Genei wohl aufgeführt — und zwar 
als Varietät der Subspecies neapolitana (= Lac. 




Originalaufnahmen 

nach dem Leben für 
die „Blätter". 



serpa Raf.) — , der Verfasser ist sich selbst 
aber über die Sache nicht recht klar. So hält 
Bedriaga z. B. die Figuren 1, 2 und 3, welche 
Eimer in seinen „Untersuchungen über das 
Variieren der Mauereidechse, Berlin 1881" auf 
Tafel I gibt, für identisch mit der. Genei, 
während sie in "Wirklichkeit der L. serpa v. 
albiventris Bonap. zuzurechnen sind. Ferner be- 
schreibt Bedriaga in seiner „Lacertidenfamilie" 
mehrere Varietäten der Genei bald als solche 
Lacerta muralis subsp. fusca (der eigentlichen 
Lac. muralis), bald als solche der Lac. muralis 
subsp. neapolitana (■-= Lac. serpa Raf.). Auf 
Bedriagas „Lacertidenfamilie", sowie auf einige 
frühere Arbeiten desselben Autors, in welchen 
Varietäten der Genei abgehandelt werden, komme 

ich bei der Besprechung 
derselben 
zurück. 
In seinem 
„Catalo- 
gue of the 
lizards, 
London 
1887", 
endlich 
stellt Bou- 
lenger die 
Genei als 
Subvarie- 
tät zu der Wieseneidechse, 
die er nur als Varietät 
der Lacerta muralis auf- 
führt, und für welche er 
den Gmelinschen Namen 
Lacerta v. tiliguerta wählt. Betreffs der Wahl 
dieses Namens hat Boulenger von seinem Stand- 
punkt aus völlig recht. Denn in dem Moment, 
in welchem er die Genei zu derselben Form stellt, 
welcher die Cettii als Varietät angehört, ver- 
liert die Gmelin'sche Diagnose ihre Zweideutig- 
keit und ist brauchbar. Dann hat aber auch der 
Gmelin'sche Name Lac. tiliguerta das Vorrecht 
vor dem Rafinesque'schen Lacerta serpa, denn er 
wurde bereits 1790, also volle 20 Jahre vor dem 
letzteren, publiziert. In diesem Falle müßte 
dann die retikulierte Form der Lac. serpa: 
„Lacerta tiliguerta v. Cettii Cara {: , die Gene- 
eidechse: „Lacerta tiliguerta v. Genei" heißen. 

(Fortsetzung folgt.) 



Trionyx ferox, nordamerik. Weichscliildkröte 



116 



Dr W. Klingelhöffer: Pflege der Süßwasser-Schildkröten. 




(Nachdruck verboten.) 

Pflege der Süßwasser- 
Schildkröten.*) 

Von Dr. W. Klingelhöffer, Offenburg. 
(Mit drei Originalaufnahmen des Verfassers.) 

»eichtes Wasser und reichlich Gelegenheit, 
sich auf dem Lande zu ergehen, verlangt 
die Dosenschildkröte (Terrapene carinata Strauch, 
Cistudo Carolina L.)**), so genannt, weil sie durch 
Anziehen der gelenkig verbundenen beiden Teile 
des Bauchpanzers (Plastron) die vordere und 
hintere Öffnung des Rückenpanzers (Carapax) 
wie eine Dose völlig zu schließen vermag. Bei 
guter Ernährung und Mangel an Bewegung geht 
allerdings diese Fähigkeit verloren, weil der 
allzu feiste Körper bei Schluß der einen Öffnung 
aus der andern wieder hervorquillt. Sie bildet 
den Übergang von den Land- zu den Wasser- 
bewohnenden Schildkröten. Die gewölbte Schale, 
ihre passive Verteidiguugsart und die Nahrungs- 
aufnahme auf dem Lande hat sie von den 
ersten, die Schwimmhäute an den Hinterfüßen, 
den dünnen Schwanz und ihren recht flotten 
Gang von den letzten. Wie ihre Farbe und 
Form variabel ist, so ist auch ihre Hinneigung 
zum Wasser und zu Vegetabilien individuell 
verschieden. 

Dieselbe Beweglichkeit des Plastrons besitzt 
Terrapene amboinensis Mer. (Cyclemys am- 
boinensis Daud.) aus Asien. Sie hält sich viel 
im Wasser auf, taucht und schwimmt vortreff- 
lich und ist ein Fleischfresser. Ihre vorherr- 
schende Farbe ist braun, Kopf und Hals gelb 
gestreift. Während die Familie Emys, zu der die 
allbekannte europäische (E. europaea Schweigg., 
E. orbicularis L.) gehört, noch eine Andeutung von 
Beweglichkeit des Plastrons besitzt, ist dasselbe 
bei der ungemein artenreichen Familie Clemmys 
fest und ohne Gelenk. Die bekannteste und 
billigste ist Gl. caspica Gm., die von Dalmatien 
bis zum Kaukasus, und ihre Varietät leprosa 
Schw., die in Südspanien und Nordafrika vor- 
kommt. Das lebhafte, liebenswürdige und 
ausdauernde Tier ist sehr zu empfehlen. Gleich- 



*) Vergleiche hierzu die Arbeit des Verfassers 
Jahrgang 15 Seite 324 ff. 

**) Der erste Name ist der von Strauch, Chelonolog. 
Studien, angewandte. Ich folge der Strauch'schen Ein- 
teilung, weil dieselbe, auf äußeren Merkmalen gegründet, 
für den Liebhaber brauchbarer ist, als die ueuen von 
Gr. A. Boulenger, Catalogue of the Chelonians usw. 
Letztere geht nach osteologischen Prinzipien. Ihr ist der 
zweite Name entnommen. Weitere Angaben der benutz- 
ten Literatur glaube ich unterlassen zu dürfen. 



falls hart ist Gl. guttata Schw. aus Nordamerika 
mit großen goldgelben Punkten auf schwarzer 
Rückenseite. Die Unterseite ist fleischrötlich. 
Ein allzeit fideler und zum Fressen stets bereiter 
Geselle ist die neuerdings massenweise impor- 
tierte chinesische Clemmys reevesii Strauch, 
Damonia reevesi Gray, chokoladenbraun mit 
gelber Einfassung des Schildes und 3 Längsleisten 
auf dem Rückenpanzer, die in Italien bereits im 
Freien überwintert ist; ihre Varietät unicolor 
ist ganz schwarz. Eine im Juli 04 mit 68,5 mm 
oberer Schalenlänge bezogene mißt jetzt 91,5 mm. 
Ahnlich, aber zarter ist die asiatische Clemmys 
irijuga Strauch (Nicoria trijuga Schw.). Die 
Unterschiede der beiden Arten sind nach Werner: 

Dam. lichter gefärbt, Nie. schwarz, 

Schalenumriß elliptisch, Schalenumriß kreisför- 

am Kopf an den Schläfen mig, 

gelbliche Flecke und Hinterkopf mit rnnd- 

Schnörkel, liehen gelben Flcc- 

Hals hell gestreift, ken, 

Rückenplatten hell um- Hals nicht gestreift, 

säumt. Keine hellen Säume. 

Die prächtigste Zierde für jedes Aquarium 
bilden die von Boulenger in der Familie 
Chrysemys vereinigten amerikanischen Zier- 
schildkröten mit ihrer herrlichen roten, grünen 
oder gelben Farbenzeichnung. Agassiz bildet 
von einer Art 2 Tafeln voll Varietäten ab und 
fügt hinzu, daß er noch gut 4 Aveitere füllen 
könne. Infolge dieser großen Variabilität er- 
fordert ihre Bestimmung, namentlich in der 
Jugend große Erfahrung, daher kommt es, daß 
man von verschiedenen Händlern das gleiche 
Tier unter verschiedenen Namen und umgekehrt 
erhält. Noch am leichtesten erkenntlich ist 
Clemmys pieta (Chrysemys pieta Schw.), an der 
Glätte und dem Glanz der einzelnen Schilder, 
die keine Spur von Furchen und Schuppen- 
feldern zeigen und an dem relativ kleinen Kopf. 
Die Oberseite ist braun mit gelb vermischt, die 
Schilde sind oft von einem gelben doppelt 
schwarz gesäumten Rande umgeben. Über die 
Mitte des Rückenschildes zieht ein gelblich 
gefärbtes Längsband jederseits mit schwarzer 
Linie. Der Brustpanzer ist bloß gelb und dunkel 
gewölkt. Kopf, Hals, Füße und Schwanz sind 
schwarz, rot oder gelb gestreift. Hinter dem 
Auge ist stets ein roter oder gelber Fleck, an 
den Kiefern eine doppelte gelbliche Zeichnung. 
Clemmys irrigata, die Pfauenaugenschildkröte 
hat in der Jugend einen dunkelgrünen, gelb 
gestreiften und getupften Rückenpanzer. Jede 
Platte hat hellgrüne konzentrische Ringe. Kopf 
und Glieder sind grün und gelb gestreift. Der 



Dr. W. Klingelhöff er: Pflege der Süßwasser-Schildkröten. 



117 




Origiiialaufnahrae 

11. d. Leben für d. 

„Blätter". 



Clemmys irrigata. 
Pfauen augenscMldkrüte. 



Kopf trägt 2 rote Flecke. Bei alten Tieren ist 
die Rückenschale hellbraun, die Rippenschilder 
haben 1 — 2 senkrechte fahlbraune oder gelbe 
Bänder in der Mitte. Auf den Randplatten 
sind fahlgelbe Kreise. Die Unterseite des 
Schalenrandes ist gelb mit braunen, in der 
Mitte hellen Augenflecken auf der Naht zweier 
Randplatten. Der Brustpanzer ist gelb oder 

schwarz 
gefleckt. 

Meine 

beiden 

Exem- 
- plare 

fressen 
mit Lei- 
den- 
schaft 
Fliegen, 

in der 

letzten 
Zeit ge- 
hen sie 

auch manchmal an Salat. Die eine, welche ich 
im April mit einer Plastronlänge von 32 mm 
erhielt, war im August auf 47 mm gewachsen. 
Cl. Chrysemys ornata Gray frißt gern Pflanzen. 
Sie hat auf ihrem Carapax und der Unterseite 
der Randplatten zahlreiche Ringflecke von kon- 
zentrisch um einen dunklen Mittelpunkt ver- 
laufenden gelben Linien. Meine beiden sehr 
Kleinen sind grün und haben ein gelbes Plastron 
mit rechtwinklig vorstehenden Flügeln und 1 — 2 
gelben Flecken. Boulenger gibt an, daß es eine 
symmetrische Figur trägt, gebildet aus konzen- 
trischen dunkeln Linien, die von vorn nach 
hinten ziehen. Auch diese Art wird als Pfauen- 
augenschildkröte bezeichnet, ebenso wie Clemmys 
(Chrysemys) concinna und andere der Gruppe. In 
der Clemmys (Kachuga) tectum Gray hat uns Asien 
einen schönen Pflegling geliefert mit dachförmigem 
olivgrünem Rückenpanzer, dessen 3 erste schön 
rotbraune Wirbelschilder kammartig vorspringen. 
Der Kopf ist schwarz und rotgelb gefleckt, Hals 
und Beine schwärzlich und gelblich gestreift, das 
Plastron hellrot mit schwarzen und roten Flecken. 
Interessant ist das Tier auch dadurch, daß seine 
großen Lungen in seitlichen Kammern liegen, 
welche die Seitenteile des Panzers jederseits mit 
breiten knöchernen Platten, die vom Plastron in 
der Achsel und Hüftgegend nach der Wirbelsäule 
zu ziehen, bilden. Das Tier, das gern ab und 
. zu Wasserpflanzen frißt, verlangt besonders viel 
Sonne, Wärme und klares Wasser. Mittags 



steigt das Meinige ans Land, stürzt aber bei der 
geringsten Störung mit riesiger Schnelligkeit ins 
Wasser, und versucht sich im Boden einzugraben. 
Im Wasser sitzt es meist in einer dunklen Ecke. 
Herzige Tierchen, flink und lebhaft wie kleine 
Mäuse sind junge Moschusschildkröten (Aromo- 
chelys odorata Gray, Cinosterum odoratum Daud.), 
kenntlich am beweglichen Vorderteil des Pla- 
strons. Bei der Fütterung kommen sie plötzlich 
hervor, fressen schnell und tüchtig, um dann 
wieder unter einem Überhang des Felsens zu 
verschwinden und noch zum Überfluß sich völlig 
in den Sand einzugraben. So liegt auch meist 
während des Tages Cinosternum pensylvanieum 
Gm., die Klappschildkröte. Das Plastron besteht 
aus 3 Stücken, von welchen das vordere und hintere 
zum Abschlüsse des Panzers angezogen werden 
können. Tief eingewühlt in den Sand, sodaß nur 
Nase und Augen sichtbar sind, verbringt sie den 
Tag, um Abends herumzugehen. Absonderliche 
Geschöpfe sind die dickköpfige langschwänzige 
Alligator- oder Schnappschildkröte, Chelydra 
serpenüna, mit kreuzförmigem Plastron und 
Chelodina longicollis und Hydromedusa tectifera. 
die australischen und amerikanischen Schlangen- 
halsschildkröten, mit langen ungemein beweg- 
lichen Hälsen. Chelydra wird als bissig geschildert, 
mein Exemplar, welches ich im Juli erhielt, 
mit oberer Schalenlänge 36,5 mm und welches 
jetzt bis auf 60 mm herangewachsen ist, hat nur 

gleich 
nach 
der An- 
kunft 
ge- 
bissen. 
Nach 
der er- 
sten 
ausgie- 
bigen 
Fütte- 
rung 
nicht 
mehr. 
Die 
merk- 
würdigsten unter allen sind aber wohl die Weich- 
schildkröten, ganz flache Tiere, deren Rücken- 
und Brustpanzer ohne Schildpatt und nur von der 
Körperhallt überkleidet ist. Mein kleines Exem- 
plar von Trionyx ferox ist gelblichbraun mit 
schwärzlichen Punkten, fast vollkommen dem 
Sande gleichend. Als ich einige Zeit nach seiner 



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Originnl aufnähme 
nach dem Leben 
für die „Blätter". 



Kachuga tectum, 
Dachschidkröte. 



118 



Kleine Mitteilungen. 



Ankunft nach ihm sah, war es verschwunden. 
Erst als ich ganz nahe herankam, hob sich plötz- 
lich der Sand in die Höhe und mit aufgerichtetem 
langen Halse schoß das Tierchen hervor. Beim 
Eingraben schiebt es den Kopf in den Sand 
und schaufelt mit den Vorderfüßen schräg in die 
Tiefe. Erst wenn es so tief ist, daß die Hinter- 
beine den Sand berühren, kommt der Kopf schräg 
nach oben. Wird der Kopf eingezogen, sieht man 
vom ganzen Tier nur noch den eigentümlichen 
Eüssel. Diese rüsselartige Verlängerung der 
Schnauze, mit der sie alles beschnuppern, haben 
nur die Weichschildkröten. Während alle anderen 
einen hornartigen Belag wie die Vögel auf ihren 
Kiefern tragen, haben sie Lippen. Zähne fehlen 
auch ihnen, wie allen Schildkröten. Ans Land geht 
mein Exemplar fast nie. Eigentümlich ist, daß 
außer der Lungenatmung noch eine Art Kiemen- 
atmung besteht. An der Schleimhaut der Rachen- 
höhle haben sie fadenförmige häutige Anhänge und 
zottenartige Gebilde mit reichlicher Gefäßent- 
wicklung. Man hat sie 7 — 10 Stunden freiwillig 
und 15 Stunden unfreiwillig in fließendem 
Wasser untergetaucht gehalten, ohne daß sie 
Schaden nahmen. Die chemische Untersuchung 
ergab eine Verminderung des Sauerstoffgehaltes 
und Zunahme der Kohlensäure des Wassers. 
Wenn mein Tier am Grunde des Wassers sitzt, 
macht es bei halb offenem Maule regelmäßig 
Bewegungen mit dem Mundhöhlenboden, etwa 
40 in der Minute. Vielleicht sind dies Atem- 
bewegungen. Trotzdem geht es aber ab und 
zu an die Oberfläche und wird unruhig, wenn 
man es hindert. Bei den übrigen Schild- 
kröten konnte ich derartig regelmäßige Be- 
wegungen nicht beobachten. Zum Schlüsse 
mögen noch die Arten wiederholt werden, die 
ohne besondere Heizung im Winter im warmen 
Zimmer gehalten werden können. Es sind: 
Dosenschildkröte, europäische, kaspische, chine- 



sische Sumpfschildkröte, Clemmys guttata, ferner 
größere Exemplare der Alligator- und Schlangen- 
halsschildkröten. Wirklich lebhaft und munter 
sind aber auch diese nur bei größerer Wärme, 
wobei man durch zuviel nicht leicht schaden kann. 



Richtigstellung. 

In dem Aufsatze „Die Aquarien- und Terrarienkunde 
in ihrem Verhältnis zur modernen Biologie", „Blätter" 
No. 9 und 10, wirft mir der Verfasser, Herr Dr. Paul 
Kamm er er aus Wien, auf S. 94 ungenügendes Studium 
der Quellenliteratur vor, indem er behauptet, ich habe 
unter der Überschrift „Ein Analogon zu der bei Re- 
generation wiederholt beobachteten Gabelschwanzbildung 
der Eidechsen", in „Wochenschrift", voriger Jahrgang, 
S. 235, Tatsachen als neu veröffentlicht, die der AVissen- 
schaft längst bekannt sind. Als Liebhaber würde mich 
der Vorwurf kalt lassen, gleichviel ob er berechtigt 
wäre oder nicht; als Fachwisscnschaftlcr muß ich mich 
dagegen verteidigeil. Es hätte bloß gefehlt, daß ich 
die von Herrn Dr. K.. gegebenen Literaturzitate meinem 
Artikel selbst angefügt hätte, was ich für eine Zeit- 
schrift, die fast aussschließlich von Laien gelesen wird, 
überflüssig hielt, und Herr Dr. K. würde die inkriminierte 
Notiz nicht als „eines der denkwürdigsten" Beispiele 
von Quellenignorierung' anführen. Herr Dr. IL, dessen 
vorzügliche Kenntnisse auf dem Gebiete der Zoologie 
ich wohl zu schätzen weiß, und dessen gründliche 
experimentelle Forschungen sich in Liebhaber- und Ge- 
lehrtenkreisen gleicher Hochachtung erfreuen, hat in 
diesem Falle einmal nicht gründlich das Gelesene 
bedacht; sonst würde er schon aus der Überschrift meiner 
Mitteilung entnommen haben, daß ich die Erscheinung 
der doppelten Regeneration infolge von Verletzung sehr 
wohl aus der Literatur gekannt habe. Als neu und 
mir bisher unbekannt habe ich nur die Ver- 
doppelung von Barteln bei Fischen herangezogen 
und mit einer gewissen Vorsicht als Analogon zu den 
bekannten Tornier'schen Versuchen hingestellt. Darüber 
wird Herr Dr. IL in der Tat nichts in der Literatur 
finden, wenn er sich einmal die Mühe nimmt, die 
ichthyologische Fachliteratur mit derselben Gewissen- 
haftigkeit zu prüfen wie die herpetologische und allgemein 
biologische. Immer ist auch bei Fischen nicht eine 
Verletzung die Ursache einer Doppelbildung; sicher ist 
dies z. B. nicht der Fall gewesen beim ersten Schleier- 
schwanz. Denn durch bloße zufällige Verletzungen 
hervorgerufene Mißbildungen vererben sich bekanntlich 
nicht. 

Herr Dr. IL wird wohl auf Grund dieser Aus- 
führungen selbst einsehen, daß er mir versehentlich Un- 
recht getan hat. W. Köhler, Magdeburg. 




VEREINS'ÄWIrT 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen Vereine die volle Verantwortung. 



,, Humboldt", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, 
Hamburg. (R. V.) 

Briefadresse: Hamburg 25, Bethesdastraße 2. 

Vereinslokal: St. Georger Vereinshaus, Große Allee 45. 

Generalversammlung am 2. Februar 1904. 

Der I. Vorsitzende eröffnet um 9 1 /2 Uhr die General- 
versammlung und teilt mit, daß der Verein „Hertha"- 
Berlin aufgenommen sei, während seitens des Vereins 



„AVasserstern" -Augsburg, Antrag auf gegenseitige Mit- 
gliedschaft vorliege. In die Jugendabteilung sind auf- 
genommen R. u. W. Möring, A. Leister und 0. Kumpel. 
— Eingegangen ist u. a. das „Jahrbuch für Aquarien- 
und Terrarien-Kunde" von Rudolf Mandee, das Herr Peter 
kurz bespricht und den Mitgliedern zur Anschaffung em- 
pfiehlt. Zur Berichtigung bemerkt Herr Peter hierzu, 
daß in dem Werk 4 Abbildungen die Unterschrift tragen: 
„Jobs. Peters Pflanzenkulturen in reinem Sande." Hierbei 



Vereins-Nachrichten, 



119 



müsse ein Druckfehler unterlaufen sein, denn nur der auf 
Seite 30 abgebildete Behälter enthalte reinen Sand- 
boden, während sich in den übrigen Behältern Misch- 
boden befinde. — Offeriert werden ferner ein großes 
Aquarium sowie diverse Fische und folgende Tiere seitens 
unseres Herrn Hans Stüve: Fundulus catenatus, Platemys 
spiocii, Triton torosus, Tropidurns hispidus und Oerrho- 
notus caeruleus. — Ferner ist noch eingegangen der neue 
Katalog der Firma F. 0. Heinemann, Erfurt, der wieder 
in bekannter Ausführung eine außerordentliche Fülle des 
Pflauzenlebens bringt. Herr Peter bemerkt dazu, daß 
Herr Heinemann seiner (Ps.) Anregung folgend aus der 
Abbildung des Goldfischglases die Fische habe entfernen 
lassen und den Behälter jetzt als „sogenanntes Gold- 
fischglas" und nur noch für die Haltung von Pflanzen 
(Isolepis gracilis usw.,) empfehle. — Herr Thumm- 
Dresden stiftete für den Ermunterungsfonds des „Hum- 
boldt" 6 Mk., als Erlös für die Photographien zum 
Schrootschen Ausstellungsbericht, wofür auch an dieser 
Stelle herzlichst gedankt sei. Sodann erstattet Herr 
Peter den Jahresbericht über das verflossene 12. Vereins- 
jahr: „Wenn auch im verflossenen Jahre hie und da am 
Himmel des Vereinslebens kleine Gewitter aufzogen, so 
ist dasselbe im allgemeinen doch ruhig verlaufen, und 
war es uns vergönnt, in Ruhe und Frieden für unsere 
schöne Sache zu wirken. Mit einer Reihe befreundeter 
Vereine wurde die gegenseitige Mitgliedschaft geschlossen, 
denen sich in dem eben begonnenen neuen Geschäftsjahre 
bereits wieder 2 Vereine zugesellt haben. — Im vor- 
jährigen Jahresberichte erwähnte ich, daß in Bezug auf 
die lokalen Verhältnisse in Hamburg und speziell zwischen 
„Salvinia" und „Humboldt" eine Wendung zum Besseren 
eingetreten zu sein scheine. Diese Voraussetzung hat sich 
erfüllt, und hat sich zwischen den beiden Vereinen in- 
zwischen ein freundschaftliches Verhältnis herausgebildet, 
das, so hoffen wir, im Interesse der beiden Vereine und 
der gemeinsamen Sache von gutem Bestand sein möge. — 
Während die vorjährige Abrechnung einen kleinen Ver- 
lust ergab, so kann ich aus der diesmaligen Abrechnung 
zu meiner Freude einen kleinen Überschuß konstatieren, 
wozu nicht zum wenigsten die außerordentlich vorsichtige 
und sparsame Rechnungsweise des gesamten Vorstandes 
beigetragen hat. — Die Mitglieder zahl des „Humboldt" 
ist last dieselbe geblieben: eingetreten sind 12, ausgetreten 
12 ■ und gestrichen 2 Mitglieder, und zählte der Verein 
ult. 1904 (inkl. 9 Vereine) 75 Mitglieder, während der 
Jugendabteilung 12 Mitglieder angehören. — Der Besuch 
der Versammlungen und zwanglosen Zusammenkünfte war 
im allgemeinen befriedigend, und richte ich an alle Mit- 
glieder die Bitte, sich auch im neuen Jahre immer recht 
zahlreich an den Versammlungen beteiligen zu wollen, 
denn darin sieht der Vorstand die beste Belohnung für 
seine vielen Arbeiten. — Ausflüge wurden während der 
dazu geeigneten Monate regelmäßig gemacht und haben 
diese, wie aus dem von Herrn Ciaassen kürzlich gehaltenen 
Vortrage ersichtlich, stets allgemeine Befriedigung ge- 
bracht. — Recht rege war im letzten Jahre der Tausch 
und Verkauf von Objekten unserer Liebhaberei, sowie 
Vorzeigung von Tieren und Pflanzen. Hervorheben muß 
ich hierbei die Herren Schroot, Stüve und Koppe, die sich 
die viele Mühe und Arbeit nicht verdrießen ließen, unser 
Auge durch immer neue oder doch weniger bekannte 
und seltene Tiere zu erfreuen. — Der ] . Vorsitzende 
fungierte im abgelaufenen Jahre zweimal als Preisrichter 
und zwar auf den Ausstellungen der Vereine „Wasserrose"- 
Dresden und „Salvinia"-Hamburg, auf letzterer neben 3 
anderen „Humboldf'-Mitgliedern, den Herren Prof. Dr. 
Zacharias, Gossler und Arnold. — Dank sage ich im 
Namen des „Humboldt" allen denen, die durch Arbeit, 
Geschenke usw. den Verein unterstützt haben. Dank auch 
der Tagespresse, die durch Aufnahme der „Humboldt"- 
Berichte uns in der Ausbreitung unserer Sache zur Seite 
stand. Ein Beweis dafür, daß sich unsere schöne Lieb- 
haberei am hiesigen Platz weiter ausbreitete, dürfte auch 
darin zu erblicken sein, daß hier bereits der 6. Verein 
ins Leben gerufen wurde. Wenn nun auch bei einer 
größeren Anzahl von Vereinen an einem Platz die Kräfte 
mehr zersplittert werden, und auf den einzelnen Verein 
weniger Mitglieder entfallen, so kommt es doch weniger 
auf die Quantität als auf die Qualität der Mitglieder an 
und auf einmütiges Mit- und Füreinanderarbeiten. — In 



dieser Beziehung haben wir ja keine Ursache zu klagen, 
und in der Hoffnung, daß das neue Jahr sich ebenfalls 
zu einem segensreichen für unsere schöne Liebhaberei 
gestalten, und daß der „Humboldt" in seiner Festigung 
wie bisher fortfahren möge, bitte ich Sie. mit mir einzu- 
stimmen in ein kräftiges „Gut Lurch" für den „Humboldt". 
Herr Plett glaubt im Namen aller Mitglieder zu handeln, 
wenn er dem Vorstände für seine selbstlose und ange- 
strengte Tätigkeit herzliehen Dank ausspreche und bringt 
demselben ein dreifaches Hoch, in das alle Anwesenden 
freudig einstimmen. Besondere Ehrung harrt heute unseres 
Kassenführers, Herrn Ad. Neugebauer, der in ganz vor- 
züglicher Weise .seit zehn Jahren die Kassengeschäfte 
des „Humboldt" geführt hat. Als sprechenden Beweis 
der Anerkennung und des Dankes für seine Verdienste 
überreicht der Vorsitzende namens des Vereins Herrn 
Neugebauer eine hübsche gepunzte Brieftasche mit ent- 
sprechender Widmung. Dann dankt Herr Peter den 
Vorstands- Kollegen für treue Hilfe in der Ausführung 
der Vereinsgeschäfte. Die Versammlung erteilt dann dem 
gesamten Vorstände Decharge. — In der nun stattfindenden 
Neuwahl werden gewählt resp. wieder gewählt die Herren 
Johs. Peter, 1. Vorsitzender; Arnold Bergmann, 2. Vor- 
sitzender; Ad. Sternberg, 1. Schriftführer; W. Schroot, 
2. Schriftführer; Ad. Neugebauer, Kassenführer; Dr. 
Lackemann, Präparator; Herrn. Ciaassen, Bibliothekar; 
C. Bahl, Sammlungsverwalter. Zu Revisoren werden er- 
nannt die Herren Volkmann und Wagner und als Ersatz- 
mann Herr Kruse, zum Tourenwart Herr Herrn. Ciaassen, 
Ersatzmann Herr Dietz. Die Versammlung beschließt 
darauf, nach eingehender Beratung die seit 1. Januar d. J. 
wöchentlich erscheinenden „Blätter", wie bisher, 2 Mal 
im Monat zu versenden, da die wöchentliche Versendung 
außer der ganz erheblichen Mehrarbeit das doppelte 
Porto erfordert und diese Belastung der Kasse bei dem 
mäßigen Jahresbeitrag nicht auferlegt werden kann. Herr 
Sternberg ist indes bereit, auf Wunsch denjenigen Mit- 
gliedern, die das Mehrporto tragen wollen, die Zeitschrift 
wöchentlich zuzusenden. Herr Peter weist auf die in 
den „Blättern" No. 2 angeführte Tabelle der Luft- und 
Wassertemperaturen in den Tropen hin und bemerkt dazu, 
daß diese Messungen für die Frage, ob die Aquarien mit 
tropischen Fischen nur am Tage oder ununterbrochen 
Tag und Nacht zu heizen seien, nicht in Betracht kommen 
könnten, da solche sich nur auf tiefes Wasser und nur 
auf 1 Monat erstrecken. — Weiter bespricht Herr Peter 
die im gleichen Hefte abgedruckten Artikel des Herrn 
Dr. Roth, betr. Scheibenreiniger, aus „Natur und Haus", 
„Zimmerkulturen im Winter", aus „Nerthus" „Das Brutge- 
schäft des 3stachligen Stichliugs", aus „Wochenschrift" 
„Zur Gambusenfrage" und „Kreuzungsversuche zwischen 
lebendig gebärenden Kärpflingen"- von Herrn Thumm, 
Dresden. Hieran anschließend empfiehlt Redner den Mit- 
gliedern, sich nach Kräften an diesem hochinteressanten 
Vorschlag des Herrn Thumm beteiligen zu wollen. Zur 
Gratisverlosung gelangt eine Anzahl junger Chanchitos, 
gestiftet von Herrn Schroot, wofür auch hier bestens ge- 
dankt sei. — Zum Schluß teilt Herr Peter noch mit, daß 
ihm von verschiedenen Seiten die Wirksamkeit seines in 
No. 18 der „Blätter" 1904 mitgeteilten Hydra- Vertilgungs- 
verfahrens bestätigt wurde, während von anderer Seite 
wieder das Gegenteil berichtet wurde. Er glaube die 
negativen Resultate zu einem großen Teil auf nicht 
richtige Anwendung des Mittels zurückzuführen zu sollen. 
So sei z. B. in dem „Jahrbuch" das Verfahren zwar mit- 
geteilt, das Wesentlichste aber übersehen worden. Es heiße 
dort, die Salzlösung solle an verschiedenen Stellen in 
das Aquarium eingegossen werden. Das genüge aber 
nicht, sondern das Wasser in den betr. Aquarium 
müsse — wie er s. Zt. ausdrücklich betont habe — tüchtig 
umgerührt oder auf sonstige Weise in Be- 
wegung gesetzt wer den, so daß die Lösung über- 
all in gleicher Stärke hingelange. Dies sei das 
Wesentliche seines Verfahrens und für den Erfolg un- 
erläßlich. Nun sei ihm kürzlich von Herrn Thumm- 
Dresden brieflich über ein negatives Resultat berichtet 
worden, wobei dieser die Meinung geäußert habe, daß 
vielleicht das verwendete Salz hier bez. dort verschieden 
stark sei. Herr Thumm sei ihm als ein so ernster, 
tüchtiger Liebhaber bekannt, daß er an dessen Mitteilungen 
über Anwendung und Erfolg keinerlei Zweifel hege. 



120 



Vereins -Nachrichten. 



Umso mehr gäben die verschiedenartigen Resultate zu 
denken. Möglich sei doch auch, daß der natürliche Salz- 
gehalt oder sonstige Bestandteile des Wassers hier ein 
schwächeres, dort ein stärkeres Quantum Salz erforderten. 
Neuere Versuche bei Fischen (SticMingen, jungen Makro- 
poden und jungen Paratilapia multicolor) hätten ergeben, 
daß diese Salzbäder in Stärke von 4 — 5 Gr. Salz : 1 Liter 
Wasser weit länger, als zur Abtötung von Hydra er- 
forderlich, ohne Schaden ertragen hätten. Jedenfalls 
verdiene doch wohl ein Mittel, das man jederzeit im 
Hause vorrätig habe und dessen Anwendungsform so 
äußerst einfach sei, einer eingehenden Würdigung, und 
wenn mit demselben Mittel hier Erfolge, dort das Gegen- 
teil zu verzeichnen gewesen seien, so verlohne es sich 
doch gewiß, die Ursache dieser verschiedenen Ergebnisse 
zu erforschen. Er bitte deshalb die Herren, die negative 
.Resultate erzielten, einmal mit stärkeren Salzlösungen 
Versuche anzustellen und ihre .Beobachtungen bekannt 
zu geben. A. B. 



„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Nürnberg 1 . (E. V.) 

Vereinslokal: „Krokodil", Weintraubenstr. 

Sitzung vom 13. Dezember 1904. 
Protokollverlesung und Genehmigung. Als Gast an- 
wesend: Herr Karl Müller, Kaufmann, Schlotfegerstr. 4. 
Seitens des „Fischerei- Vereins" -Nürnberg wurden der 
Vereinsbibliothek 2 Hefte der „Fischerei-Zeitung" über- 
lassen, in welchen die letzte II. Allg. Eischerei- Ausstellung 
eingehend besprochen und die Leistungen des „Heros" 
hierbei einer besonderen Würdigung unterzogen wurden. 
Aus der eingelaufenen Literatur gelangten verschiedene 
einschlägige Artikel zur Verlesung und Besprechung. In 
No. 23 der „Blätter" bringt Herr Müller-Mainz eine sehr 
beachtenswerte Arbeit „Über einige neueiugeführte Arten 
der Gattung Lacerta L." Unterstützt werden die inter- 
essanten Ausführungen durch eine vorzüglich gelungene 
Abbildung der Spitzkopfechse Lacerta beclriagae Caine- 
rano. Die Beschreibung des Geburtsaktes bei Mollienisia 
formosa durch Herrn Schulz folgt eine lehrreiche Ab- 
handlung des Herrn Dr. Bolau über „Haifischeier". 
„Natur u. Haus" bringt in No. 5 eine prächtige Schilde- 
rung über den „Gespornten Krallenfrosch", aus der Feder 
des bestens bekannten Herrn Dr. med. Schnee. Herr 
R. Mandee macht Mitteilung über einen neuen Aquarien- 
kitt, welcher aus Glycerin und Bleiglätte zusammengesetzt 
ist. Wir verweisen hierüber auf unseren Vereinsbericht 
in der „Nerthus" Jahrg. 1902, S. 808, in welchem Herr 
Fischer seine Erfahrungen über diesen Kitt kurz schildert. 
Ein Artikel über Heizung von Aquariengläsern gibt wieder 
Veranlassung, dieses Thema eingehend zu behandeln. 
Herr Scholz bespricht die bei unserem Herrn Saar zur 
Anwendung gekommene Heizung, welche darin besteht, 
daß in den Aquarienboden ein kleiner kupferner Kessel 
eingekittet ist, in welchem eine Petroleumlampe brennt, 
die eine ziemlich starke Erwärmung des Wassers bewerk- 
stelligt. Herr Naumann empfiehlt die mit Bleiröhren sehr 
leicht selbst herzustellende Spiralheizung für kleinere 
Aquarien. Um aber mehrere Aquarien gleichzeitig aus- 
reichend zu heizen, empfiehlt Herr Siedow die Sclbst- 
anfertigung eines Warmhauses, dessen Herstellung und 
Heizung er bis ins kleinste Detail zergliedert und erklärt. 
Aus der „Nerthus" kommt der Artikel über „Das Moder- 
lieschen" zur Verlesung und Besprechung. Leider sind 
wir nicht im Besitze dieser Fischchen, doch hoffen wir, 
daß uns im Frühjahr die Freude wird, solche durch be- 
freundete Hand zu bekommen, um Zuchtversuche damit 
anstellen zu können. Mit der Zucht von Ellritzen be- 
schäftigen sich mehrere Mitglieder schon längere Zeit, 
hoffentlich bald mit Erfolg. Mehrfach wird darüber 
Klage geführt, daß der Stichling sehr empfindlich sei und 
seine Haltung oder gar Züchtung so viele Mühe macht. 
Demgegenüber hebt Herr Fischer hervor, daß dies seinen 
Grund darin hat, weil wir in den hiesigen Gewässern selbst 
keine Stichlinge besitzen, dieselben also den Händlern 



abnehmen müssen. Dadurch nun, daß diese Stichlinge 
lange Zeit mit anderen, vielleicht schon einen Krankheits- 
keim an oder in sich tragenden Fischen zusammen ge- 
halten werden, dürften sie selbst leicht- infiziert werden 
und in diesem Siechtum dem neuen Besitzer dann keine 
allzugroße Freude mehr bereiten. Betreffs Verhütung 
von Krankheiten durch Fütterung von toten, oder sich 
in übelriechendem Wasser befindlichen Daphnien empfiehlt 
Herr Fischer den W. Ewald'schen Futtertier-Behälter, 
durch welchen es sehr leicht möglich ist, tote Futtertiere 
sofort zu entfernen und dadurch das Wasser immer in 
gutem Zustande zu erhalten. Zwei solcher Behälter ge- 
langten zur Vorzeigung und wurde deren praktischer 
Wert gebührend anerkannt. Allerdings ließen sich noch 
einige kleine Verbesserungen anbringen, doch an dem 
Grundprinzip dieser Erfindung dürfte wenig auszusetzen 
sein. — Über den Verlauf des am 10. Dezember im Ver- 
einslokal abgehalteneu Familienabends, der in jeder Weise 
als äußerst gelungen bezeichnet werden darf, erstattet der 
1. Vorsitzende eingehend Bericht. Seitens der Mitglieder 
wurden im Ganzen 78, durchschnittlich der Liebhaberei 
sich anpassende Gegenstände gespendet, welche unter den 
Anwesenden verlost wurden. Der Ertrag dieser hoch- 
herzigen Gesamtspende ergab nach Abzug aller durch das 
Fest verursachten Unkosten noch den hübschen Überschuß 
von 51,72 Mk., welcher der Vereinskasse überwiesen wurde. 
Den Arrangeuren dieses Abends wurde allgemeine An- 
erkennung zuteil und zugleich der Wunsch ausgesprochen, 
auch fernerhin einmal des Jahres eine solche kleine Fest- 
lichkeit zu veranstalten. — Herr Kaufmann Karl Müller, 
als Gast anwesend, ersucht um Aufnahme in den Verein. 
— Herr Naumann spendet zum Schluß noch verschiedene 
Konto-Bücher, Schreibblocks und 1 Kalender, wofür 
seitens des I. Vorsitzenden der Dank des Vereins aus- 
gesprochen wurde. 



„Isis", Gesellschaft für biologische Aquarien- und 

Terrarienkunde in München. (E. V.) 

Vereinslokal: Restaurant „Schützenlust". 

Donnerstag, den 1. Dezember 1904. 

Als Gast anwesend Herr Georg von Colin, stud. jur., 
aus Hannover Die Protokolle der 39. und 40. Vereins- 
versammlung werden wie verlesen genehmigt. Im Ein- 
laufe Karte der Direktion der k. k. zoologischen Station 
in Triest betr. die Sendung diverser Aktinien. Die ge- 
sandten, zum großen Teil sehr hübschen Seerosen, gehen 
in die Behälter der Herren Haimerl und Dambock über, 
die beide für die erwachsenen Kosten aufzukommen 
haben. Karte des Herrn Mandee in Prag. Herr 
Feichtinger liefert einige Probeexemplare des neuen 
durch Herrn Seifers hergestellten Bibliothekverzeichnisses. 
Zur Aufnahme in den Verein ab 1. Januar 1905 sind 
angemeldet: Herr Oskar Schiff erl, Rechtsanwalt hier, 
Lachuerstr. 6/I1I wohnhaft und Herr Ludwig Zwengauer, 
Dentist, hier, wohnhaft Nymphenburgerstr. 63/111. Die 
Kugelabstimmung über beide Herren erfolgt in der 
nächsten Vereinsversammlung. An Zeitschriften liegen 
vor: „Wochenschrift" No. 35, „Nerthus" No. 24, sowie 
die November - No. der „Deutschen Fischereizeitung". 
Über Wege und Ziele, Licht- und Schattenseiten des 
Vivariensports bringt Herr Dr. Krefft längere Aus- 
führungen, die zum großen Teil nebst einigen weiteren 
Veröffentlichungen zur Bekanntgabe gelangen. In der 
obigen No. der „Nerthus" schreibt Herr Dr. Knauer 
über Vipera ursini, die wir schon wiederholt lebend 
kennen gelernt haben. Ein weiterer interessanter Anfsatz 
„In der zoologischen Station zu Neapel" von Dr. Otto 
Zacharias gelangt seinem hauptsächlichsten Inhalt nach 
zur Mitteilung, ebenso aus der „Fischereizeitung" der 
Artikel „Giftige Fische" von E. Leonhardt. Herr Leon- 
hardt richtet auch an alle Fischfreunde die Bitte, ihm 
über das Leben und die Fortpflanzung der Groppe 
(Colins gobio L.) Beobachtungen zugehen zu lassen. Die 
Vereinsversammlung am 8. Dezember fällt wegen des 
Feiertages aus. 



Für die Redaktion verantwortlich: Dr. E.Bade, Berlin O. 17, Stralauer Allee 25; für den Anzeigenteil : Creutz'sche Verlagsbuch- 
handlung in Magdeburg. Verlag der Cr e utz ' scheu Verl a ;,-sbuchha u .1 1 ung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burgb. M. 



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die sonst stets nur vagen Schätzungen 
unterlag und besonders den Preisrichtern 
auf Ausstellungen nach ihrem Geschmacke 
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Anleitung über die Pflege und Zucht ein 
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vom Tage der Bestellung ab. Die inzwischen erschienenen Nummern des 
Vierteljahres würden also dem Besteller dann nicht zugehen. 
Also, bitte, „mit Nachlieferung" ! 

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In eigenem Interesse wollen die pp. Einsender beachten, daß 

a) alle für die Redaktion der „Blätter für Aquarien- und 
Terrarienkunde" bestimmten Zuschriften u.Sendungen, Manuskripte, 
Vereinsberichte usw. an Herrn Dr. E. Bade, Berlin O. 17, 
Stralauer Allee 25, 

b) alle Bestellungen auf Abonnements, Inserate u. drgl. Ge- 
schäftliches nur an die Creutz'sche Vei'lagsbuchhandlung 
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zu richten sind. 



Für den Nacliöezug früherer Jahrgänge 

bitten wir zu beachten, daß der 

Jahrgang IV und IX 
nicht mehr zu haben ist ! 

Die Preise der noch vorhandenen Jahrgänge sind folgende: Bd. 1 
bis in broschiert ä Mk. 3, Bd. V— VHI broschiert ä Mk 4, Bd. X— XII 
broschiert ä Mk. 5, Bd. XHI— XV brosch. ä Mk. 8, gebunden ä Mk. 9.50. 
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"©äs Tei?i?ai?ium, 

seine Einrichtung-, Bepflanzung und Bevölkerung. 

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Mit 5 Vollbildern und 87 in den Text gedruckten Holzsclmitten. 

Preis: broch. M. 3. — ; geb. M. 3.60. 

Geuaue Beobachtungen sind nur an lebenden Wesen zu machen. Bei den 
Kriechtieren ist dies in der Freiheit nicht immer gut ausführbar, oft geradezu 
unmöglich. Man hat sich daher mit Erfolg bemüht, Behälter, sogenannte Terrarien, 
einzurichten, welche diesen Tieren in der Gefangenschaft alles das bieten, welches 
die Lebensbedingungen der einzelnen Arten erfordern, aber andrerseits wieder hin- 
reichend Gelegenheit zu gründlicher Beobachtung geben. Derartige durchaus er- 
probte und tüchtige Anleitungen zur Errichtung, Bepflanzung und 
Bevölkerung der verschiedensten Terrarien-Arten gewährt der Verfasser 
in obigem Buche. 

Creutz'sche Verlagsbuchhandlung Magdeburg. 



Verlag der Creutz 'sehen Verlagsbuchhandlung in Magdeburg. — Druck von A. Hopf er in Burg b. M. 



Beft 13 



30. März 1905. 



Jahrgang XVL 




Gcne's Mauereidechse (Lac. 

rauralis subsp. geuei Cara). 

J)asAquarium auf Helgoland. 

Kleine Mitteilungen: 

T T ber die Giftigkeit von 
Hyla versicolor. 



TERRARIEN- 



Vereinsnachrichten : 

Nürnberg, Berlin. München. 
Berlin-Moabit. Hamburg-. 



Herausgegeben von Dr. E. Bade 

Berlin O. 17, Stralauer Allee 25. 



Abonnementspreis vierteljährlichp/lk. 2.—. 

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Creutz'sche Verlagsbuchhandlung (M. Kretschmann). 

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Auuahme von Anzeigen in der Creutz'scheu | 

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müssen bis spätestens Sonntag früh in Händen 
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I wird mit 20 Pfg. berechnet. | 

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Berlin N. 4, Invalidenstr. 23. 



In der Generalversammlung am 17. März er, wurde der Vor- 
stand wie folgt zusammengesetzt: 

I. Vorsitzender Emil Diewitz, König!. Eisenb. -Stations-Assistent. 
Berlin KW. 40, Heidestr. 33. 

II. Vorsitzender Felix Gehre, prakt. Zahnarzt, Berlin K 4. Inva- 
lidenstraße 23. 

1. Schriftführer Paul Brandt, Kaufmann, Berlin W. 30, Barbarossa- 
straße 25. 

IL Schriftführer Edmund Herold, Apotheker. Schöueberg b. Berlin, 
Apostel-Paulusstraße 19. 

Kassenführer .Rudolph Lentz. Kaufmann, Berlin S.O. 2fi, Beichen- 
bergerstraße 35. 

Büchereiverwalter Emil Marx, Eriedenau bei Berlin. Eriedrich- 
Wilhelmsplatz 17. 

Sammlungsverwalter Fritz Mazatis, Ober-Post- Assist., Berlin N. 24. 
Elsasserstraße 31. 

Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich bei 
Herrn Rudolph Lentz, Berlin S.O. 26, Reiehenbergerstraße 35. 



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Heft 13. 




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(g allerwichtigsten Literatur zu Ende. Ich 
hätte ja diesen Teil meines Artikels ganz weglassen 
können, hielt es aber aus manchen Gründen für 
zweckmäßig-, ihn zu bringen. Es dürfte nämlich 
für die Leser nicht uninteressant sein, etwas 
Einblick in Nomenklaturfragen zu bekommen, 
denn gerade hierüber herrschen selbst bei den 
fortgeschrittensten Aquarianern und Terrarianern 
die abenteuerlichsten und primitivsten Vor- 



(Naohdruck verboten.) 

Gene's Mauereidechse (Lacerta muralis subsp, genei Cava), 

Von Lorenz Müller-Mainz, „Isis"-München. (Mit 3 Originalzeichnungen des Verfassers.) (Fortsetzung.) 

hiermit wäre ich mit der Aufzählung- der sichts eines derartigen Wirrwarrs bei der Aus- 
wahl des nach dem Prioritätsgesetz richtigen 
Namens ein Irrtum unterlaufen kann. Ist aber 
einmal ein solcher Irrtum passiert, muß der 
Name natürlich später wieder abgeändert werden. 
Aber noch eine zweite Möglichkeit läßt sich an 
dem Fall der Lac. subsp. Genei erläutern, 
nämlich die, daß eine Änderung in der Ansicht 
über die Artzugehörigkeit einer Form, auch die 
Änderung des Namens derjenigen Spezies, welcher 
Stellungen. Gerade an dem Beispiel der Genei sie nunmehr zugerechnet werden muß, hervor- 
läßt sich nun manches erläutern. Vor allem der rufen kann. Dies erhellt hier deutlich aus dem 
Unistand, daß man so oft Namensänderungen Vorgehen Boulenger's. Die Autoren, welche 
in der Zoologie begegnet. Es wird mir wohl die beiden sardinischen Eidechsenformen für 
jedermann zugeben, daß einem Autor, der sich Varietäten verschiedener Arten oder Subsp. 
nicht sehr genau in der Sache auskennt, ange- halten, müssen die Gmelin'sche Diagnose — und 

mithin auch 
den Namen 
Lac. tiliguerta 
— trotzdem sie 
die älteste ist, 
als unbrauch- 
bar verwerfen ; 
die Autoren je- 
doch, welche 
sie als Varie- 
täten einer 
Art oder Sub- 
spezies auffas- 
sen, müssen ihn 
wählen, denn 
nunmehr be- 
zieht sich die 
Diagnose nur 
auf 2 Varie- 
täten einer 

Hauptform, 
läßt also nur 




Originalzeichnung nach dem Leben für die 
„Blätter" von L. Müller-Mainz. 



Lacerta muralis subsp. genei Cara. 
Betikulierte Form. Umgegend von Bastia (Corsica). 



122 



Lorenz Müller: Grene's Mauereidechse (Lacerta muralis subsp. genei Cara). 



mehr eine Deutung' zu. Die Oara'schen Namen 
„Genei" und „Cettii" können allerdings als 
Varietätsnamen bleiben, die Art (bezw. Sub- 
spezies) serpa JRaf. muß dann tiliguerta Qmel. 
heißen. Solange es also nicht absolut feststeht, 
wozu die Genei zu rechnen ist, wird auch der 
wissenschaftliche Name für die Wieseneidechse 
nicht sicher feststehen. 

Bei allen zweifelhaften Formen, welche 
zwischen zwei Arten stehen und von den ver- 
schiedenen Autoren je nach der persönlichen 
Ansicht derselben bald zu der einen, bald zu 
der anderen Art gezogen werden, tritt eine 
absolute Festlegung ihrer wissenschaftlichen 
Bewertung' meist erst dann ein, wenn eine 
Zwischenform gefunden wird, die ihre Zuge- 
hörigkeit zu einer der in Frage kommenden 
Arten unwiderleglich beweist. Es kann sogar 
noch ein zweiter Fall eintreten, nämlich der, 
daß Verbindungsglieder zwischen dieser strittigen 
Form und den beiden Arten, zwischen welchen 
sie steht, entdeckt werden. Dann ist natürlich 
alles eine Art und den wissenschaftlichen Namen 
dieser vereinigten Formen gibt die ab, welche 
zuerst beschrieben wurde. 

Die wissenschaftliche Festlegung einer Form 
hängt eben sehr von der Matei ialf rage ab und 
wir dürfen daher von älteren Autoren nicht 
gering denken, wenn sie Formen nicht unter- 
schieden, welche wir heute wohl zu trennen 
vermögen, wenn sie Spezies miteinander ver- 
wechselten, die sie in natura nie gesehen hatten, 
sondern nur aus Beschreibungen kannten und 
endlich Formen als selbständige Arten be- 
schrieben, die wir auf Grund des mittlerweile 
reichlich eingelaufenen Materials als Varietäten 
einer Art ansehen. Vor allem aber müssen 
wir uns hüten, mit in das Geschrei jener Bieder- 
männer einzustimmen, welche, so oft ein wissen- 
schaftlicher Name oder die Ansicht über die 
Artberechtigung oder Artzugehörigkeit einer 
Form sich ändert, gleich ausrufen: „Die Ge- 
lehrten wissen ja selber nichts. " Die Befriedigung, 
die das Aussprechen einer solchen, aus einer 
Summe von Ignoranz heraus geborenen Behaup- 
tung ihrem geistigen — sit venia verbo — Vater 
gewährt, wiegt denn doch die Blamage nicht 
auf, die er sich bei allen Einsichtigeren damit holt. 

Heutzutage kann sich oft der einfache Lieb- 
haber ohne große Opfer Tiere verschaffen, die 
noch vor 20 Jahren den Wissenschaftlern kaum 
als Leichen zur Untersuchung zugänglich waren; 
die wissenschaftlichen Sammlungen sind gerade 
in dem letzten Jahrzehnt enorm gewachsen und 



mit dem zunehmenden üntersuchungsmaterial 
mußten sich naturgemäß die Anschauungen 
über die Brauchbarkeit mancher bislang gültiger, 
systematischer Merkmale ändern. Über gar 
manche Form ist noch nicht das letzte Wort 
gesprochen, denn wie alle Wissenschaft ist auch 
die Systematik nicht feststehend, sondern fort- 
schreitend, nach Erkenntnis ringend. Das positiv 
Errungene in der systematischen Wissenschaft 
wächst aber nicht allein mit jeder gründlichen 
systematischen Arbeit, sondern auch mit der 
Vermehrung der zu Gebote stehenden Hülfs- 
mittel, hier also in erster Linie dem Unter- 
suchungsmaterial. Ist es daher verwunderlich, 
wenn gerade in den letzten Jahren, wo das 
Untersuchungsmaterial in so reichem Maße 
herbeiströmt, in der Systematik sich eine leb- 
haftere Umwertung der Werte bemerkbar macht. 

Kehren wir nach dieser Abschweifung auf 
das Gebiet der Nomenklatur wieder zu unserer 
Eidechse zurück. 

Lac. muralis subsp. Genei ist durch ihren 
Habitus leicht von der eigentlichen muralis zu 
unterscheiden. Auch ihre Zeichnung ist in den 
weitaus meisten Fällen eine von der eigentlichen 
muralis (muralis v. fusca de Bedr. : muralis v. 
maculiventris Werner und muralis v. nigriventris 
Bonap.) verschiedene, in Bezug auf Beschuppimg 
und Beschilderung, dagegen hält es sehr schwer, 
wirklich brauchbare Unterscheidungsmerkmale 
zwischen ihr und der Lac. muralis festzustellen. 
Ich habe eine große Anzahl von Exemplaren 
beider Formen daraufhin untersucht, glaubte 
auch manchmal unterscheidende Merkmale ent- 
deckt zu haben, aber bei der Prüfung noch 
weiteren Materials stellten sich auch diese als 
nicht genügend konstant heraus. Das einzige 
wirklich konstante, allerdings aber nicht allzu 
wichtige Merkmal bildet die relative Größe der 
Rückenschuppen, welche bei der Genei auffallend 
klein sind. Auf die Länge eines Centimeters 
gehen bei ihr 32 — 40 Querreihen, bei der muralis 
aber nur 24 — 30. Ferner ist, wie Camerano mit 
Becht hervorhebt (Monographia dei sauri italiani 
p. 51) der sulcus gularis bei der Genei auffallend 
entwickelt und bildet bei alten Männchen eine 
nach vorn umgeschlagene, oft bis zum Tympanon 
sich erstreckende Falte. Im allgemeinen ist auch 
die Anzahl der Schenkelsporen etwas größer 
(jederseits 22 — 25) als bei der muralis (20 — 23). 

Die auffallendsten Unterschiede zwischen 
beiden Formen liegen jedoch im Habitus. Der 
Kopf der Genei ist im Vergleich zu seiner Höhe 
kurz, breit und kegelförmig. Die Pileusflache 



Lorenz Müller: Grene's Mauereidechse (Lacerfca muralis subsp. genei Caraj. 



123 



bildet keine einzige Ebene, sondern der 
Sclmauzenteil derselben fällt stark nach der 
Schnauzenspitze zu ab. Die Backengegend ist 
beim d stark aufgetrieben. Bei Lacerta muralis 
bildet die Pileusfläche eine Ebene, welche vom 
Hinterrand der Parietalia ab langsam nach der 
Schnauzenspitze zu abfällt. Die Augenbulbi 
springen bei der Genei weit weniger hervor als 
bei der muralis. Der Kopf der Genei macht 
also kurz gesagt einen mehr tewnca-artigen als 
muralis-SLYtigen Eindruck. Auch der Hals der 
Geneeidechse ist eigenartig geformt. Er ist im 
Verhältnis länger und besonders weit breiter als 
der der Lac. muralis und übertrifft bei alten 
kräftigen Männchen oft sogar die Kopfbreite. 
Der Rumpf endlich ist im Vergleich zu dem mehr 
abgeplatteten der Lac. muralis gewölbt. Er ist 
beim Männchen kurz und gedrungen, beim Weib- 
chen schmächtiger und länger. Auch in der 
relativen Länge der Gliedmaßen drückt sich, 
wenigstens was die Hinterextremitäten anbelangt, 
ein gewisser Unterschied zwischen Lac. subsp. 
Genei und Lac. muralis aus. Bei ersterer er- 
reichen nämlich die Hinterfüße mit der Spitze 
der längsten Zehe beim d das Halsband, beim 
9 die Achsel, bei letzterer beim d die Achsel- 
höhle, beim 9 etwa die erste Hälfte des Ober- 
arms. In Bezug auf Form und Länge des 
Schwanzes unterscheidet sich die Genei in nichts 
von der muralis. 

Beifolgende Körpermaße zweier sardinischer 
Genei d 9 und zweier Bozener muralis d 9 
zeigen die Unterschiede in den Körperproportionen 
recht gut. 



L. muralis 
3 | ? 

mm ! mm 



Gesamtlänge 

Kopfrumpflänge 

Von der Schnauzenspitze bis zum 
Vorderbeinansatz ...... 

Kopflänge 

Kopfhöhe 

Größte Kopibreite 

Länge des Vorderbeins .... 
Länge des Hinterbeins 



189 
62 

24 

15 

7 

10 
21 
34 



L. Genei 
3 ? 

mm 1 mm 



172 


191 


60 


62 


20 


27 


13 


16 


6 


8,5 


9 


10 


19 


23 


28 


40 



168 
59 

23 
13 

6.5 

9 
20 
33 



Färbung und Zeichnung der Genei sind un- 
gemein variabel, doch lassen sich alle Zeichnungs- 
muster meiner Ansicht nach auf ein Schema 
zurückführen. Um dieses Grundschema ver- 
stehen zu lernen, gehen wir am besten vom Q 
aus, das ja bei allen Lacerta-Arten die ursprüng- 
lichere Zeichnung trägt. Die Färbung lassen wir 
vorerst ganz außer Acht. Bei den am einfachsten, 



also wohl am primitivsten gezeichneten 9 teilen 
zwei helle Linien, welche an der Hinterecke des 
Viscus palpebralis ihren Anfang nehmen und von 
da ab jederseits sich längs des Rückens bis weit 
über das erste Schwanzdrittel hinaus hinziehen, 
die Körperseite in 3 Zonen: eine Rückenzone 
und je eine Seitenzone. Bei dem primitivst ge- 
zeichneten Weibchen nun ist die Rückenzone 
bis auf zwei braune oder schwarze Streifen oder 
Fleckenreihen, welche sich an die hellen Linien 
dicht anlegen, ungezeichnet. Diese dunklen 
Streifen beginnen meist auch schon auf den 
Parietalen und gehen auch auf den Schwanz 
über, wo sie etwa bei Beginn des zweiten 
Schwanzviertels sich in Flecken auflösen. Der 
Pileus ist meist mit dunklen Flecken und Punkten 
geziert. Zwischen den schwarzen Grenzstreifen 
bleibt die Rückenzone ungefleckt. Die Seiten- 
zonen werden nun abermals durch eine Linie in 
eine breitere obere und eine schmälere untere 
Binde geteilt. Diese helle Linie beginnt am 
Hinterrande des Suboculare und zieht von da 
über das Tympanon (das natürlich ausgespart 
bleibt) weg, dicht über der Schulter hingleitend 
nach dem Ansatz der Hinterbeine, geht hinter 
den Hinterbeinen auf den Schwanz über, wo sie 
aber bald ihre untere Grenze verliert, d. h. in 
die helle Schwanzunterseite übergeht. Der Raum 
zwischen dieser Linie und der oberen wird d.urch 
eine dunkle Binde ausgefüllt. Diese beginnt 
bereits am Nasenloch, zieht sich von da zu dem 
Auge, zieht dann, die jeweilige Breite zwischen 
den beiden hellen Linien ausfüllend vom Auge 
ohne Unterbrechung bis weit über das erste 
Schwanzdrittel hinaus. Diese Binde trägt meist 
dunkle oder schwarze Flecken und ist zwischen 
diesen Flecken außerdem noch hell geäugt. Der 
Raum zwischen der unteren hellen Linie und 
den Bauchrandschildern wird durch eine zweite 
schmälere Binde ausgefüllt. Sie nimmt am Unter- 
rande des letzten Supralabiale ihren Anfang, zieht 
dem unteren Rande der hellen Linie folgend bis 
zum Ansatz des Vorderbeines und von da zu dem 
Ansatz der Hinterbeine. Ab und zu tritt sie auch 
in Gestalt von Punktflecken auf den Schwanz 
über, verschwindet aber auch dann sehr bald. 
Auch sie ist dunkler gefleckt und heller geäugt, 
hellt sich aber in manchen Fällen stark auf, so 
daß sie mehr in Gestalt wolkiger Zeichnungen 
zu Tage tritt. Die Bauchrandschildchen tragen 
oft eine ziemlich starke schwarze Fleckenzeich- 
nung. Zwischen dieser Fleckenzeichnung und 
der vorher erwähnten Binde bleibt öfters ein 
schmaler heller Streifen frei, so daß es scheint. 



124 



Lorenz Müller: Grene's Mauereidechse (Lacerta muralis subsp. genei Cara). 



als ob noch eine dritte helle Linie dicht am 
Bauchrande herziehe. Die Extremitäten tragen 
auf ihrer Oberseite helle, dunkel gerandete Ocellen, 
Kinnschilder und Kehle öfters dunkle Makeln. 

Derartig- primitiv gezeichnete Tiere finden 
sich indes relativ selten. Meist zeigen die 
Weibchen auf der Kückenzone außer den beiden 
seitlichen auch eine vertebrale Fleckenreihe. 
Diese ist vielfach noch schwach entwickelt und 
besteht oft nur aus kleinen, dunklen Pünktchen; 
ist auch meist noch nicht durchgehend (d. h. 
vom Occipitale bis über die Schwanzwurzel hin- 
aus sich erstreckend), sondern fehlt vielfach in 
der Halsgegend, wo sie dann durch ganz regel- 
los zerstreute Pünktchen ersetzt wird. Die best 
entwickelten Weibchen zeigen drei wohl aus- 
gebildete Fleckenreihen auf der Eückenzone. 
Hiermit ist die Variabilität der 9 , was Zeichnung 
anbelangt, so ziemlich erschöpft. 

Wenden wir uns nun den primitiv gezeich- 
neten d zu. Diese gleichen sehr den q . Die 
Vertebralfleckenreihe ist meist gut, wenn auch 
nur in der hinteren Eumpfhälfte ausgeprägt, 
während die seitlichen Fleckenreihen der Dorsal- 
zone sehr stark entwickelt sind. Sie bestehen 
aus großen ab und zu mit einander zusammen- 
hängenden Makeln, nur selten verschmelzen diese 
in der Längsrichtung so, daß jederseits eine 
schwarze, leicht gezackte Längsbinde entsteht. 
Die beiden hellen Linien, welche die Eücken- 
zone von den Seitenzonen trennen, sind bei 
diesen Tieren immer sehr deutlich, dagegen 
sind die, die Seitenzonen selbst durchziehenden 
unteren hellen Linien weniger scharf hervor- 
tretend, immerhin aber noch deutlich erkennbar. 
Die schwarzen Makeln, welche die beiden dunklen 
Lateralbinden zieren, sind bei den Männchen 
- auch den primitiv gezeichneten — üppiger 
entwickelt als bei den Weibchen und verflechten 
sich vielfach zu einem Netzwerk, während die 
hellen Ocellen dieser Seitenbinden oft so groß 
werden, daß sie die Maschen dieses Netzwerkes 
ganz ausfüllen und die eigentliche Grundfarbe 
ganz zurückdrängen. Betrachten wir nun von 
den eben geschilderten primitiven Formen aus- 
gehend, die übrigen Zeichnungsvarietäten der 
Genei fßo^ finden wir, daß sie sich je nach ihrer 
Variationstendenz in zwei Gruppen einteilen 
lassen. Die eine dieser Gruppen zeigt eine ent- 
schiedene Tendenz zur Netzzeichnung, die an- 
dere eine solche zur Längsstreifung und zwar 
ist es die schwarze Zeichnung, welche sich 
aktiv — wenn ich mich; so ^ausdrücken darf — 
verändert, während die hellen Längslinien eine 



passive Eolle spielen, also nur infolge der Va- 
riation der dunklen Zeichnung abgeändert werden. 
Wir wollen hier mit den zur Eetikulation nei- 
genden Formen beginnen, weil die primitiv ge- 
zeichneten Männchen gewissermaßen schon die 
erste Stufe der Eetikulation zeigen. Wir haben 
gesehen, daß durch die Verflechtung der schwar- 
zen Makeln und die Vergrößerung der hellen 
Ocellen jeder der beiden Lateralbinden eine 
Eetikulation auf hellem Grunde entsteht. Noch 
aber sind die Binden durch die unteren hellen 
Streifen von einander getrennt. Bei stärker 
retikulierten Stücken geht diese Trennung da- 
durch verloren, daß die schwarze Zeichnung 
beider Binden über die helle Linie hinaus in 
Verbindung tritt. Diese wird dadurch ebenfalls 
in helle Ocellen aufgelöst. Öfters kann man 
den ehemaligen Verlauf der hellen Linie noch 
deutlich verfolgen, da die von ihr herrührenden 
Ocellen lichter oder anders gefärbt sind als 
die übrigen, manchmal verschwinden sie auch 
völlig und fallen in Farbe und Tonwert mit den 
ursprünglichen Ocellen zusammen. In diesem 
Falle sind die Seitenzonen auf hellem Grunde 
völlig von einer dunklen Netzzeichnung bedeckt. 
Es bleibt nur noch die obere lichte Linie, 
welche jederseits die Eückenzone flankiert, 
übrig. Aber auch diese kann der Eetikulation 
zum Opfer fallen. Die schwarze Flankenzeich- 
nung tritt teils an einzelnen, bald an vielen 
Stellen mit den Lateralfleckenreihen der Eücken- 
zone in Verbindung und überwuchert und zer- 
teilt auch diese Linie. Meist findet diese Eeti- 
kulation nur in der hinteren Eumpfhälfte statt 
und die hellen Linien bleiben am Halse und 
der Schultergegend intakt. In einzelnen Fällen 
wird jedoch die ganze helle Linie durch die 
überwuchernde schwarze Zeichnung in helle 
Flecken aufgeteilt, die jedoch fast immer deut- 
lich sichtbar bleiben und den Verlauf der ur- 
sprünglichen hellen Linie deutlich erkennen 
lassen. Den bis jetzt beschriebenen Formen 
gehört weitaus die größte Zahl aller Oenei- 
männchen an — die Weibchen neigen kaum 
zur Eetikulation. Ab und zu finden sich dann 
noch Zeichnungsextreme, also solche Formen, 
bei welchen die Variationstendenz auf die Spitze 
getrieben ist. Solche total retikulierte Varietäten 
entstehen nun dadurch, daß auch der Vertebral- 
streifen durch Seitenäste mit der lateralen Zeich- 
nung in Verbindung tritt. Man kann aber selbst 
bei diesen von einem üppigen Netzwerk bedeck- 
ten Tieren die Spuren der einstigen Längs- 
streifung erkennen. (Schluß folgt.) 



Dr. Hermann Einfeldt: Das Aquarium auf Helgoland. 



125 




Originalaufnahme 
für die .Blätter". 



Das Aquarium auf Helgoland. 
Daneben die Königl. Biologische Anstalt. 




(Nachdruck verboten.) 

Das Aquarium auf Helgoland. 

Von Dr. Hermann Einfeldt. (Mit 4 Abbildungen). 

^chon lange, bevor Helgoland -wieder deutsch, 
wurde, war es der "Wunsch deutscher 
Zoologen und Botaniker gewesen, auf der Insel 
eine Anstalt zu errichten, deren Aufgabe die 
Erforschung der Nordsee sein sollte, einerseits 
in rein wissenschaftlicher Beziehung, andererseits 
zur Förderung unserer aufblühenden Hochsee- 
fischerei. Die früheren politischen Verhältnisse 
erschwerten die Ausführung des Planes, draußen 
auf dem kleinen Felseneiland eine deutsche 
Stätte wissenschaftlicher Forschung zu begründen. 
Im Jahre 1890 wurde Helgoland wieder deutsch 
und im Dezember 1892 konnte die Königliche 
Biologische Anstalt auf Helgoland, vorläufig in 
provisorischen Bäumen, ihre Tätigkeit beginnen. 

Die Aufgaben, welche der Anstalt zufielen, 
bewegen sich einerseits auf rein wissenschaft- 
lichem Gebiet und streben die Erforschung der 
gesamten Tier- und Pflanzenwelt der Nordsee 
an. Andererseits sind Forschungen anzustellen 
über die Fischgründe der Nordsee, über Wachs- 
tum und Ernährung der Nutzfische, Fischerei- 
versuche usw., doch kann ich auf die Arbeiten 
der Anstalt hier nicht näher eingehen. 

Daneben sucht die Anstalt in einem beson- 
deren ..Nordseemuseum" eine möglichst um- 



fassende, schön aufgestellte und dem 
Publikum zugängige Sammlung von 
Tieren und Pflanzen der Nordsee zu- 
sammenzubringen. Dieses Nordsee- 
museum wurde im Jahre 1896 im alten 
Konversationshause eröffnet und enthält 
unter anderem die weltberühmte Gät- 
kesche Vogelsammlung und eine große 
Sammlung konservierter Nordseetiere 
und -pflanzen. 

Für viele Untersuchungen über Ent- 
wicklung von Eiern, Wachstum der Nutz- 
fische und des Hummers und andere 
Fragen war es wünschenswert, über 
einige größere Aquarien mit Seewasser- 
leitung zu verfügen. Die Ausführung 
der Anlage eines Seewasseraquariums 
mußte aus verschiedenen Gründen in 
den ersten Jahre des Bestehens der 
Anstalt unterbleiben. Da stellte ein 
Badegast zur Erinnerung an seinen 
fünfundzwanzigsten Badeaufeuthalt in 
Helgoland in hochherziger Weise 
eine größere Summe Geldes zur Ver- 
fügung und damit wurde der Wunsch, ein 
Helgoländer Aquarium zu errichten, schneller 
ausführbar, als man angenommen hatte, Ende 
Juli 1902 wurde der Neubau des Aquariums in 
Gegenwart des Kultusministers und anderer 
Gäste feierlichst seiner Bestimmung übergeben. 
Nebenstehendes Bild zeigt eine wohlgelungene 




ZiKjtlfig 



Grundriß des Aquariums auf Helgoland. 



^26 Hr. Hermann Einfeldt: Das Aquarium auf Helgoland. 

Aufnahme der Anstalt und des Aquariums, größten Becken Langusten gesehen, so ist das 
Das am weitesten nach links liegende hohe Ge- falsch, Langusten sind keine Bewohner der Nord- 
bäude ist das Hauptgebäude der Biologischen see und sind daher auch nicht im Helgo- 
Anstalt. es enthält die Arbeitszimmer für die länder Aquarium ausgestellt. Verfolgen wir 
zoologischen Beamten, die Bibliothek, die einmal auf einem Eundgange die punktierte 
Fischerei-Bibliothek und einige Verwaltungs- Linie vom Eingange an. Aus der hellen Vor- 
räume. Im Keller enthält es einige bescheidene halle A treten wir durch eine Tür (B) in den 
Aquarien, die für kleinere Versuche bestimmt Besucherraum des Aquariums ein. Derselbe ist 
sind. Neben dem Hauptgebäude, etwas zurück- halbdunkel gehalten und unser Auge muß sich 
gerückt, liegt ein zweites Anstaltsgebäude, in einige Augenblicke der Dämmerung anpassen, 
dem der Kustos für Botanik mit den botanischen Man hat die Fenster im Hause nicht etwa Ver- 
sammlungen und der botanischen Bibliothek gessen, sondern der Raum ist mit Absicht dunkel 
im Erdgeschoß untergebracht ist, während oben gehalten. Wäre der Zuschauerraum hell, so 
der Präparator der Anstalt seine Arbeitsräume wäre zu fürchten, daß die großen Scheiben, 
hat. Das andere, große Gebäude mit dem hohen welche die einzelnen Becken nach vorne ab- 
Turm ist das Aquarium der Biologischen Anstalt, schließen, sich unter dem Einfluß intensiveren 

Die vordere Giebelwand ist mit preußischen Lichtes bald mit einer dicken Schicht von 

und helgoländer Farbenwappen und einem großen Grün- und Braunalgen oder Diatomeen über- 

über dem Wasser schwebenden Adler und an- ziehen würden. Damit wären die Scheiben in 

deren Tieren in Glasmosaik geschmückt, unter kurzer Zeit undurchsichtig und müßten häufiger 

dem der Spruch aus dem Faust Platz gefunden gereinigt werden. Da die Pflanzen aber am Glase 

hat: „Alles ist aus dem Wasser entsprungen, meistens ungemein fest haften, so würde eine 

alles wird durch das Wasser erhalten, Ozean Reinigung eine sehr unangenehme Störung geben, 

gönn' uns Dein ewiges Walten." Das erste Becken, an welches wir heran- 

Die großen Schauaquarien in Hamburg, Ber- treten, ist als Helgoländer Algenaquarium ein- 
lin usw. wollen ihren Besuchern möglichst reich- gerichtet. Es enthält vorwiegend größere Algen 
haltig die Bewohner des Meeres im allgemeinen von dem Helgoländer Felssockel. Zur Belebung 
vorführen, sie beziehen aus der Nordsee wie sind einige Seerosen und Fische in das Becken 
aus dem Mittelmeer und manchmal noch weiter gesetzt. Das zweite Aquarium ist das zweit- 
her ihr Material. Anders das Aquarium in größte. Sein Boden ist mit feinem Sand bedeckt. 
Helgoland. Hier sollen zunächst die wissen- Es enthält die wichtigsten Nutzfische, vorwiegend 
schaf fliehen Beamten oder als Gäste in der An- Plattfische: Steinbutt, Glattbutt oder Kleist, 
stalt arbeitende Gelehrte Gelegenheit finden, Zungen, Schollen, Scharben und einige weniger 
in größeren Becken Versuche der verschiedensten wichtige Plattfische. Man muß aufmerksam zu- 
Art anzustellen. Es sind schon jetzt in den sehen, um die Tiere, welche sich größtenteils 
reichlich 2 Jahren des Bestehens des Aquariums in den Sand eingeschlagen haben, zu entdecken, 
manche Fragen einer Lösung zugeführt oder in Frei im Wasser des Aquariums findet man den 
Bearbeitung genommen, die man früher aus Dorsch und seine Verwandten, den Köhler und 
Mangel an geeigneten Aquarien zurückstellen den Pollack, Knurrhähne u. a. Der Bestand 
mußte. Daneben hat das Aquarium die Aufgabe, wechselt hier natürlich, wie überhaupt im ganzen 
den Badegästen und anderen Besuchern eine Aquarium fortwährend. Aquarium 3 beher- 
Reihe von Nordseetieren lebend vorzuführen bergt kleinere Fische und Krebse, ich nenne 
und auch dem Laien Gelegenheit zu geben, sich hier nur Aalmuttern, Aalquappen, Seeteufel und 
an den schönen und farbenprächtigen Formen Seeskorpione, Butterfische, Strandkrabben, da- 
zu ergötzen und auch an weniger schönen Tieren neben findet man, wie in mehreren anderen Behäl- 
Beobachtungen zu machen. Zeitweilig kann der tern Seerosen und verschiedenartige Schnecken. 
Besucher Tiere bei der Brut oder Eier in der Das vierte Aquarium erregt das besondere Inter- 
Entwicklung bequem beobachten. Im Gegensatz esse aller Besucher, es dient einer Anzahl ver- 
zu andern beherbergt das Helgoländer Aquarium schieden großer Hummer zum Aufenthalt. Ihnen 
ausschließlich Tiere und Pflanzen der Nordsee, gesellen sich einige Taschenkrebse zu. Hier hört 
sowohl solche aus der näheren Umgebung Helgo- man oft wiederholt die sehr naheliegenden 
lands, wie aus anderen, entfernteren Gebieten Fragen, „wie alt ist ein sehr großer Hummer?", 
der Nordsee und wenn in einer anderen Zeit- „wie alt muß der Hummer sein, um eßbar zu 
schrift ein Verfasser behauptet, er habe in dem sein?" usw. Ich kann aus Mangel an Raum 



Dr. Hermann .Einfeldt: Das Aquarium auf Helgoland. 



127 



auf alle derartige Fragen, die sich dem Besucher Farbenkontrastes wird dieses Aquarium zur 

beim Besuche des Helgoländer Aquariums auf- Aufstellung schöner und zierlicher, farbiger Al- 

drängen, hier leider nicht eingehen. gen benutzt. Wenn die Sonne auf das Wasser 

Wenden wir uns nun, der punktierten Linie scheint, kann man besonders gut die prächtigen 



folgend, dem Mittelbau des Aquariums zu, so 
gelangen wir an die Nummern 5 bis 7. Hier 
finden wir auf hohen Tischen kleinere Aquarien 
aus Zement oder Glas, die unstreitig die hüb- 
schesten des Aqua- 
riums sind. Sie ent- 
halten in bunter 
Folge allerlei Klein- 
getier. Man findet 
hier kleine, zier- 
liche Seerosen, kleine 

Muscheln und 
Schnecken, darunter 
merkwürdig gebaute 



^ v, ZutäMfo 



Sit 






3, 3örm 

Filteranlage des Aquariums auf Helgoland. 

Nacktschnecken, kleine nicht ganz richtig. 



Farben beobachten. Entsprechend hat man auch 
farbenprächtige Tiere dem Aquarium eingefügt, 
ich nenne junge Knurrhähne, Leyerfische und 
Butterfische und zur Belebung des oberen Wassers 

gewöhnliche Stich- 
linge, Gaster osteus 
aculeatus. Wenn ich 
oben sagte, das 
Helgoländer Aqua- 
riumbeherberge aus- 
schließlich Nordsee- 
tiere, so ist das in 
diesem einen Falle 
Stichringe, sowohl der drei- 






»%%4?5^oV^*y 



H 

51 



1K 



Krebsarten, junge Fische und kleine Arten von stachlige, wie der neunstachlige bewohnen das 

Fischen. Ferner sind hier mancherlei Würmer Süßwasser wie das Brackwasser, der Dreistachler 

und Salpen untergebracht. Im Sommer trifft findet sich aber auch in reinem Seewasser und 

man in einigen der kleinen Aquarien Fische, wie ist in der Nordsee häufig. Da er nun aber schwer 

Seeskorpione, Seenadeln, Meergrundeln u. a,, die für das Quarzbecken in größerer Zahl aus der 

Eier abgelegt haben und ihre Brut bewachen. See zu beschaffen ist, bezieht das Helgoländer 

Diese kleinen Aquarien enthalten unendlich viel Aquarium größere Mengen dieses Fisches aus der 

Interessantes, dem aufmerksamen Beobachter holsteinischen Heide, also aus Süßwasser. Es ist 



bieten sich immer neue Wahrnehmungen dar. 

Weiterschreitend kommen wir an das größte 
Becken des Aquariums. Es enthält b 1 ^ Kubik- 
meter Seewasser. In ihm hausen besonders 
größere Fische, Aale, Rochen, Haie, große 
Dorsche oder Kabeljau, Knurrhähne und einige 
große Hummer. An der andern Seite des Aqua- 



ja an sich auch gleichgültig, ob die Stichlinge 
wirklich aus der Nordsee oder ob sie aus Süß- 
wasser stammen, zur Fauna der Nordsee gehört 
die Art ja jedenfalls auch. 

Aquarium No. 1 3 wird häufiger zu Versuchen 
benutzt und ist verschiedenartig besetzt. In 
der Badezeit sind in ihm meistens einige große 



riums findet der Besucher wieder, entsprechend Quallen ausgestellt, die durch ihren wundervollen 
der vorigen, eine Reihe kleinerer Glasaquarien, Bau und ihre prächtigen Far- 
die ähnlich wie jene besetzt sind. Unter No. 10 
sind zeitweilig Hummerbrutapparate ausgestellt. 
Es sind das urnenförmige Glaßgefäße mit rundem 
Boden, in denen ein kräftiger Wasserstrahl die 
dunkel gefärbten Hummereier beständig herum- 
wirbelt, damit die Eier nicht aufeinander liegen 
bleiben und stets mit frischem Wasser in Be- 
rührung kommen. Sobald die jungen Hummer 
ausgeschlüpft sind, werden sie vom Wasser in 
daneben stehende Aquarien fortgeführt. Manch- 
mal kann man Hummer in sehr verschiedenen 
Stadien der Entwicklung beobachten. 

An der südlichen Seite des Hauses sind 
noch sechs weitere, größere Behälter eingebaut. 
No. 11 enthält verschiedene seltene Fische. 
No. 12 ist im Gegensatz zu den meisten anderen 
Becken, welche mit weißem und rotem Helgo- 
länder Sandstein ausgesetzt sind, mit weißem 
Quarzgestein ausgemauert. Wegen des schönen 




ben das Entzücken der Be- 
sucher erregen. Leider sind sie 
recht hinfällig und müssen oft 
durch neue Tiere ersetzt wer- 
den. Manch- 
mal bietet 
sich auch 
Gelegen- 
heit, folgen- 
de hübsche 
Wahrneh- 
mung zu 

machen. 

Manche 

jungen 

Fische, z. B. Dorsche, halten sich bis zu einem 
gewissen Alter unter r großen Quallen auf. Sie 
sind hier trefflich vor Feinden geborgen. Man 
sieht dann kleine Trupps der Fischcnen um die 



128 



Dr. Hermann Einfeldt: Das Aquarium auf Helgoland. 



Quallen spielen und bei jeder Störung- sammeln 
sie sich blitzschnell unter der Qualle an. 

Das folgende Becken ist eins der kleinsten. 
Es beherbergt einige Fische und gewöhnlich 
zwei Krebsarten, welche aus der nördlichen 
Nordsee stammen, die Dreizahnkrabbe und die 
norwegische Languste. Letztere ist sehr wohl- 
schmeckend und kommt häufiger auf den Markt. 

Das sich an dieses anschließende Aquarium 
bietet insofern einen anderen Anblick, als es mit 
aufrechtstehenden Basaltsäulen ausgemauert ist. 
Es ist das Seerosenaquarium des Hauses. Es 
sind vornehmlich drei Arten Aktinien, welche 
dasselbe bevölkern, die Seenelken, die Pferde- 
seerosen und die dickhörnigen Seerosen. Die 
zahlreichen Seenelken zeichnen sich durch die 
Feinheit des Baues und die Pracht ihrer Farben 
aus. Dazu sind sie so verschieden von einander, 
daß unter den Hunderten Tieren, welche das 
Aquarium bewohnen, kaum zwei sind, die sich 
vollkommen gleichen. Robuster, aber in der 
Färbung sehr prächtig-, sind die dickhörnigen 
Seerosen. Die kleinsten und einfachsten, rot oder 
braun gefärbten Pfercleaktinien stammen von 
der "Westseite der Insel. Neben diesen finden 
sich einzelne andere Arten hier ausgestellt. 
Häufig lieg-t am Boden eine zerbrochene Schüssel 
oder ein alter Stiefel, die von einem Schiffe als 
unbrauchbar über Bord geworfen wurden und 
zahlreichen Aktinien zum willkommenen Ansied- 
lung-sort geworden sind. 

Das letzte Aquarium ist unstreitig das leb- 
hafteste und unterhaltendste. Es enthält Ein- 
siedlerkrebse, Strand- und Schwimmkrabben. 
Ein fortwährender Kampf spielt sich vor dem 
Aug-e des Beschauers ab. Hier geraten zwei 
Einsiedler heftig aneinander und gehen mit er- 
hobenen Scheren drohend aufeinander los, bis 
plötzlich der eine Eeißaus nimmt. Bei seiner 
blinden Flucht rempelt er einen andern an, 
dieser nimmt die Rempelei übel und greift 
seinerseits wieder an, nicht den Einsiedler, der 
ihn umrannte, sondern den, der ihm gerade am 
nächsten sitzt. So geht das Spiel fast den 
ganzen Tag, und oft hört man die Besucher 
hell auflachen, wenn die komischen Gesellen 
einander bekriegen. Noch lebhafter wird das Bild, 
wenn ein Futterbissen zwischen die Krebse fällt. 
Dann entsteht ein wildes Durcheinander, jeder 
einzelne will seinen Teil von der Beute haben 
und stößt und drängt seine Nachbarn. 

Wir sind am Ende unserer Wanderung, das 
obere Stockwerk enthält Arbeitsräume für die 
Beamten und ist dem Publikum nicht zugängig. 



Nun glaube ich aber meinen Lesern noch zwei 
Fragen beantworten zu müssen, die sie als 
Aquarienbesitzer an mich richten werden, das 
ist einmal die Frage nach der Fütterung und 
zweitens die nach dem Wasser, seiner Herkunft 
und seiner Erneuerung. 

Die Frage, „womit werden die Tiere ge- 
füttert?" ist bald beantwortet. Das Hauptfutter 
sind gekochte Miesmuscheln, die sackweise lebend 
bezogen werden und in einem der im Südhafen 
der Insel verankerten Hummerkasten aufbewahrt 
und nach Bedarf in Eimern an Land geholt 
werden. Die Miesmuscheln werden in Wasser 
abgekocht. Dabei öffnen sich die Schalen, und 
die Tiere lassen sich leicht aus den Schalen 
entfernen. Für größere Fische werden diese 
Muscheln einfach in das Wasser geworfen, für 
kleinere werden sie zerkleinert oder ganz zer- 
pflückt, Außer Miesmuscheln werden auch 
je nach Vorrat tote Fische oder Taschenkrebse 
als Futter benutzt. Als gern gefressenes lebendes 
Futter dienen den Bachflohkrebsen des Süß- 
wassers verwandte Krebse der Gattung Podoceros, 
die in manchen Monaten in beliebiger Masse 
zu haben sind. Für Jungfische und manche 
andere kleine Tiere wird Auftrieb in die 
Behälter gegossen. Jeder Aquariumbesitzer 
kennt den Auftrieb des Süßwassers, den er sich 
mit einem feinen Kätscher aus Gräben und 
Teichen holt. Der Auftrieb des Meeres besteht 
aus kleinen Krebsen und ihren Larven, Eiern 
und Larven verschiedener Tiere, kleinen Quallen 
usw. Er ist für viele kleine Aquarienbewohner 
ein ausgezeichnetes Futter. 

Das Seewasser des Helgoländer Aquariums ist 
selbstverständlich Nordseewasser, und wird durch 
eine Rohrleitung in das Aquarium geleitet. Ihre 
Mündung in der See ist mit einem siebartigen 
Kopf versehen, um grobe Verunreinigungen fern 
zu halten. Das Wasser wird durch eine Pumpe 
mit Benzinmotor in das Aquarium aufgepumpt. 
Leider ist das Meerwasser um Helgoland meistens 
durch die fein zerteilten roten und gelben 
Sandsteine der Insel mehr oder weniger rot 
oder gelblich lehmartig gefärbt, so daß es zu 
Zeiten eine völlig undurchsichtige Flüssigkeit 
darstellt. Völlig klar ist das Wasser überhaupt 
sehr selten. Es ist also als Aquariumwasser 
nicht ohne weiteres zu verwenden. Wäre es 
brauchbar, so hätte man nur nötig, frisches 
Wasser in die Behälter in dauerndem Strom zu 
pumpen und könnte das verbrauchte Wasser 
einfach wieder fortlaufen lassen. So muß mau 
dagegen auf gründliche Reinigung des Wassers 



Kleine Mitteilungen. 



129 



bedacht sein und das gereinigte Wasser mög- 
lichst zu erhalten - suchen. Es wird also immer 
dasselbe Wasser im Betriebe benutzt und nur 
das durch Leckage usw. verloren gegangene 
wird aus der See durch Aufpumpen ergänzt. 
Der Kreislauf im Helgoländer Aquarium ist nun 
kurz folgender: In dem auf dem Bild sichtbaren 
Turm des Gebäudes ist ein großes Hochreservoir 
von ungefähr 18 cbm Inhalt eingebaut. Aus 
diesem läuft das Wasser unter eigenem Druck 
von etwa 15 m Höhe durch Bleileitungen durch 
das ganze Haus und ergießt sich schließlich 
durch Hartgummidüsen oder Glasspitzen in die 
einzelnen Behälter. Diese Spitzen münden in 
weite Blei- oder Glasrohre, die am Boden der 
Behälter das Wasser austreten lassen. Durch 
den scharfen Wasserstrahl werden große Luft- 
mengen mitgerissen, welche unten aus den 
Röhren austreten und in viele kleine Blasen 
zerteilt an die Oberfläche aufsteigen. Dadurch 
wird eine reichliche Durchlüftung des Wassers 
bewirkt. Das überflüssige Wasser fällt durch 
Überfallrohre in Rohrleitungen, welche dasselbe 
auf seinem weitern Kreislauf Filtern zuführen, 
welche unter den Wärtergängen gelegen sind. 
Die Filter umfassen 7 J / 2 bezw. 3,5 qm an der 
Oberfläche. Das zu filtrierende Wasser wird 
zunächst in einem Vorraum der Filteranlage 
gesammelt (V der Skizze auf Seite 127). In 
der Wand, welche V von dem eigentlichen Filter 
trennt, befindet sich 47 cm vom Boden eine 
70 cm breite und 32 cm hohe Öffnung, durch 
die das Wasser sich auf das Filter ergießt. Das 
Filter ist ein Sandfilter. Unten liegen größere 
Steine, darauf folgen mehrere Lagen immer an 
Größe abnehmender Kiesel, und als oberste Decke 
ist eine etwa 10 cm dicke Lage feinen Sandes 
aufgetragen. Das Wasser sickert allmählich 
durch diese Filtermassen hindurch, um endlich 
am andern Ende des Filters durch ein Loch (L) 
in den Raum (H), der als Hinterraum bezeichnet 
wird, auszutreten. Arbeitet der Filter richtig, 
so tritt das Wasser bei L vollkommen klar zu 
Tage. Aus H läuft das gereinigte Wasser in 
zwei große Tiefbassins, welche beide etwa 
36 cbm fassen. Von hier aus hebt die Pumpe 
das Wasser wieder in das Hochbassin im Turme, 
von wo es von neuem seinen Kreislauf beginnt. 
Bei der Betrachtung der größeren Behälter 
fällt es vielleicht dem einen oder andern Be- 
sucher auf, daß er nicht durch das Wasser in 
den luiiter dem Becken liegenden Wärtergang 
sehen kann. Das verhindert die Brechung des 
Wassers. Blickt man durch die der Besuchs- 



halle zugewendete dicke Glasscheibe schräg 
nach oben, so erscheint durch die totale Re- 
flexion an der Oberfläche des Wassers ein sehr 
kräftiges Spiegelbild der in den Behältern befind- 
lichen Gegenstände. Die Skizze unten Seite 127 
erläutert diesen Vorgang. Das Auge erblickt 
den Punkt D in der Richtung E B d, den 
Punkt A in der Richtung C B a. — Ferner 
erscheinen die Gegenstände an der Seite des 
Hintergrundes größer, die Behälter selbst im 
Hintergrunde weiter. Die Ursache liegt in der 
Brechung der aus dem Wasser in die Luft 
übertretenden Lichtstrahlen. 

Jeder Besucher der grünrotweißen Insel 
sollte nicht versäumen, dem Nordseemuseum, 
wie besonders auch dem Aquarium einen Besuch 
abzustatten, er wird sicher befriedigt werden, 
selbst wenn er sonst wenig naturwissenschaft- 
liche Neigungen hat, der Naturfreund, vor allem 
der Aquarienbesitzer, wird aber in dem See- 
wasseraquarium viele interessante Dinge sehen 
und Anregungen zu allerhand hübschen Beob- 
achtungen finden. Mein Aufsatz soll kein Führer 
für das Aquarium sein, sondern soll nur zu 
einem Besuch desselben anregen, ich zweifle 
nicht, daß diejenigen meiner Leser, welche 
meinem Rate folgen, mir dankbar sein werden. 



JCIcine JWitteüun<|en. 

Über die Giftigkeit von Hyla versicolor. — Fast 
in jedem Werke über „Aquarien- und Terrarienkunde" wird 
die Frage von der Giftigkeit von Hyla versicolor auf- 
geworfen, ohne daß ich bis jetzt eine irgend wie be- 
friedigende Beantwortung dieser Frage vorfinden konnte. 
In den verschiedenen Werken spricht man von der großen 
Giftigkeit dieser Lurche, in andern stellt man dieselbe 
wieder in Abrede; ich nahm mir deshalb vor, selbst mit 
Hyla versicolor Versuche anzustellen und bestellte mir 
ein Exemplar dieses Tieres bei der bekannten Firma Geyer 
in Regensburg, von welcher ich ein wunderschönes, ge- 
sundes Weibchen erhielt. Ich setzte dasselbe in einen 
Behälter, in welchem sich bereits eine männliche Hyla 
arborea, H. regilla und H. Savigny befanden. Anfangs 
ging alles gut, die anderen Frösche saßen der versicolor 
manchmal stundenlang auf dem Bücken, ohne das ge- 
ringste Unwohlsein zu zeigen, aber schon nach wenigen 
Tagen begann H. arborea zu kränkeln, der Bücken wurde 
rötlichbraun und die weiße Unterseite des Tieres zeigte 
rötliche blutunterlaufene Stellen, die sich nach wenigen 
Tagen über den ganzen Körper erstreckten und den Tod 
des Tieres herbeiführten Bald darauf erhielt ich eine 
neue Hyla arborea in Gestalt eines kräftigen ~W eibchens, 
welches ich ebenfalls in den Behälter zu den anderen 
Fröschen setzte. Während ungefähr 2 Monaten saßen 
die 4 Frösche wieder friedlich bei einander, als plötzlich 
wieder die Hyla arborea die unheimlichen, blutunter- 
laufenen Stellen aufwies. Diesmal dauerte es länger, die 



130 



Vereins-Nachrichten. 



Hyla lebte noch ca. einen Monat, die blutunterlaufenen 
Stellen erstreckten sich bloß auf den Unterleib und die 
Hinterbeine, während der Rücken des Tieres bis zu dessen 
Eingehen lebhaft hellgrün gefärbt blieb. Ich habe schon 
zahlreiche Laubfrösche gepflegt und nie ist mir einer an 
einer ähnlichen Erkrankung erkrankt, es steht für mich 
also unzweifelhaft fest, daß Hyla versicolor den patho- 
logischen Zustand bei meinen beiden Laubfröschen ver- 



schuldete, sonderbar ist es allerdings, daß Hyla regilla 
und H. Savigny, welche .von Anfang an mit der Hyla 
versicolor im selben Behälter gehalten wurden, sich stets 
der besten Gesundheit erfreuten und jetzt noch in meinem 
Besitze sind und jene immer noch mit H. versicolor die 
Wohnung teilen. Sollten dieselben vielleicht eine ge- 
wisse Immunität für das Gift von Hyla versicolor besitzen? 
Albert Bergmann jr., Straßburg i. Eis. 




VEREINS-ftWiTt' 
NACHRICHTEN 



Für den Inhalt der Vereinsnachrichten tragen die Schriftführer der einzelnen^ Vereine die volle Verantwortung. 



„Heros", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde 

zu Nürnberg 1 . (E. V.) 

Vereinslokal: „Krokodil", Weintraubenstr. 

Sitzung vom 10. Januar 1905. 

Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und 
genehmigt. Im Einlauf befindet sich eine Einladung 
der „Isis"-München zu der am 26. Januar stattfindenden 
Generalversammlung; ferner Neujahrsglückwünsche der 
Vereine „Triton"-Berlin, „Hottonia"-Darmstadt, „Aqua- 
rienfreunde" -Stuttgart und „Linne"-Hannover, sowie dem 
Verlage der „Wochenschrift", Herrn Dr. Bade und ver- 
schiedenen auswärtigen Mitgliedern. Zur Aufnahme in 
den Verein meldet sich an Herr Jean Gehring, Gasthof- 
besitzer, Ludwigsstr.; aufgenommen wurde Herr Kaufm. 
Carl Müller, Schlotfegergasse 4. — Die ersten Nummern 
der einschlägigen Zeitschriften liegen zur Einsicht vor. 
Außer „Natur u. Haus", welche sich auch im neuen Jahre 
wieder gleich bleibt, sind bei den „Blättern", der „Wochen- 
schrift" und der „Nerthus" recht bedeutende Ände- 
rungen eingetreten. Vor allem hat es uns sehr über- 
rascht, als wir auf dem Rückseite - Umschlag der 
„Bl." die Mitteilung fanden, daß diese Zeitschrift nun- 
mehr alle 8 Tage erscheinen werde; wir hatten keine 
Ahnung hiervon, trotzdem doch 53 Exemplare von 
unseren Mitgliedern bezogen werden. Ob überhaupt mit 
dieser Einführung ein besonders glücklicher Griff ge- 
macht wurde, möchten wir vorläufig bezweifeln, denn 
wenn auch die Mitglieder mit den wöchentlichen Liefe- 
rungen einverstanden sind, so können dies diejenigen 
Vereine, die wie der „Heros" den Mitgliedern die Zeit- 
schrift frei ins Haus zustellt, nicht sein, da durch diese 
Änderung der Vereinskasse ganz bedeutende Mehraus- 
gaben erwachsen. Wenn wir früher für die „Blätter"- 
Versendung bei 50 Exemplaren rund 48 Mk. für Porto 
verausgabten, so wird jetzt die Vereinskasse für den 
gleichen Zweck mit 102 Mk. belastet. Es würde gewiß 
allen Vereinen erwünschter gewesen sein, wenn der 
Verlag, anstatt sich Mehrkosten für Umschläge, Druck, 
Drahtheftung u. a. m. zu verursachen, das 14tägige 
Erscheinen der „Bl." beibehalten und dafür dieselben 
durch die Post, wie andere Zeitschriften auch, gratis 
zugesandt hätte. — Die „Wochenschrift" ist jetzt in 
handlicherem Formate erschienen, und auch im Inhalte 
etwas reichlicher geworden. Nachdem die Qualität des 
Papieres wesentlich besser geworden, dürfte der erhöhte 
Bezugspreis dieser Zeitschrift nur gerechtfertigt sein. — 
Bedeutende Änderungen hat die Zeitschrift „Nerthus", 
die in einen anderen Verlag übergegangen ist, erfahren. 
Sie hat ihr bisheriges Gewand abgestreift und es er- 
scheint nunmehr auf dem Umschlage jeder Nummer eine 
andere, dem Inhalte entnommene Illustration. Außerdem 
erscheint diese Zeitschrift statt wie bisher zweimal, nun 
dreimal im Monat und ist mit 2 recht zweckmäßigen 
Beilagen, dem „Naturkundlichem Literaturblatt" und 
„Internationale Naturalienbörse", ausgestattet worden. — 
Einige uns interessierende Artikel werden aus erwähnten 
Zeitschriften verlesen und besprochen. No. 1 der 
„Blätter" bringt neben der sehr beachtenswerten Arbeit 



des Herrn Dr. med. Schnee: „Einiges über Krokodile, 
was ich von ihnen sah und hörte" eine kurze, die Haltung 
der Sagittaria chinensis sehr empfehlende Abhandlung 
von Herrn A. Reitz-Frankfurt a. M. ; Herr Dr. Bolau 
gibt uns in seinen: „Bemerkungen über die Fauna des 
Meeresstrandes" ein recht interessantes Bild der sich 
dort gelegentlich der Flut ansammelnden Tiere, Pflanzen 
usw. und beschreibt dann besonders die sich massenhaft 
vorfindenden Seepocken. Wohlgelungen sind auch die 
in gleicher No. abgebildeten Mikrophotographien zu 
Süßwasseralgen, eine schätzenswerte Arbeit des Herrn 
Dr. Bade. In „N. u. H." No. 6 interessiert besonders 
der Artikel des Herrn Thumm-Dresden über die neu 
eingeführte Barbe Nuria danrica, desgl. in No. 1 der 
„Wochenschrift" die Schilderung- des Herrn C. Brüning: 
„Mein erstes Seewasseraquarium". Aus dem Bericht der 
„Wasserrose" in derselben Zeitschrift entnehmen wir, 
daß die älteren männlichen Exemplare des Heros facetus 
meist spitz auslaufende Bauch- und Afterflossen aufweisen, 
die in unserem Verein kritisierten Abbildungen also 
doch nicht unrichtig sind. Bei dieser Gelegenheit müssen 
wir auch unsere Verwunderung darüber aussprechen, daß 
ein Fisch wie der Chanchito genau 10 Jahre unter der 
Bezeichnung „Heros facetus" sich überall einbürgern 
konnte und erst jetzt richtig als Cichlasoma facetum 
bestimmt wurde. Es wird jedenfalls große Mühe kosten, 
letzteren Namen durchzuführen, da sich die Bezeichnung 
Heros facetus in dieser langen Zeit zu fest in den Lieb- 
haberkreisen eingewurzelt hat. 

„Triton", Verein für Aquarien- und Terrarien-Kunde 

zu Berlin. (Eingetragener Verein.) 

Vereinslokal: Restaurant Ortler, Karlstraße 27. 

18. ordentliche Sitzung vom 3. März 1905. 

War auch die Sitzung, wohl im Vorgefühl des am 
nächsten Tage stattfindenden Winterfestes, nicht so gut 
besucht, wie wir es sonst gewohnt sind, so hatten wir 
doch andrerseits die große Freude, Herrn Engmann von 
der „Wasserrose" -Dresden als Gast bei uns begrüßen 
zu können. Nachdem Herr P. Werkmeister einstimmig 
als ordentliches Mitglied aufgenommen worden war, er- 
stattete der Kassenführer den Kassenbericht für Monat 
Februar, welcher mit einem Saldo von 2363,02 Mk. zu 
Gunsten des Vereins abschließt. Der von dem I. Vors. 
eingebrachte Antrag führte zu einer regen Aussprache, 
doch wurde derselbe mit Rücksicht auf seine Eigenart 
und mit Rücksicht auf sich etwa ergebende Konsequenzen 
einstimmig abgelehnt. Von Herrn Dr. Bade liegt eine 
Grußkarte aus Alexandrien vor. Folgendes von Herrn 
Dr. Wolterstorff an uns gerichtete Schreiben möchten 
wir hierdurch im Interesse unserer Liebhaberei zur 
Kenntnis unserer Mitglieder bringen. Herr. Dr. W. 
schreibt: Um in diesem Jahre die Zeit zum Abschluß 
meines größeren Urodelenwerkes zu gewinnen, und doch 
die zu erwartenden interessanten Zuchtresultate ver- 
werten zu können, beabsichtige ich an wirkliche Molch- 
freunde, welche in der Aufzucht junger Molche vom Ei 
bis zum verwandelten Tiere bereits Erfahrung besitzen, 



Vereins-Nachrichten. 



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Eier seltener Urodelen bezw. Kreuzungen (Triton Blasii) 
kostenfrei abzulassen unter der Voraussetzung, daß mir 
ein Teil der verwandelten Tiere wieder zugestellt wird 
und seitens des Züchters keine Exemplare anderweitig 
abgegeben werden, wenigstens nicht ohne meine Zu- 
stimmung. Es würde mich freuen, wenn von interessierten 
Vereinen mehrere Herren sich beteiligen würden der 
Art, daß jeder nur eine oder wenige Aufzuchten 
übernimmt, diese aber mit Sorgfalt durchzuführen ver- 
mag. Veröffentlichung der Resultate behalte ich mir 
vor, ausführliche Berichte über Beobachtungen an meine 
Adresse sind aber sehr